Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Archiv des Tags ‘Geschichten aus dem Viertel’

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 23. Januar 2013

Der avant-verlag hat mit seinem FrĂŒhjahrsprogramm eine Reihe neuer Graphic Novels angekĂŒndigt. Dabei sind unter anderem neue BĂŒcher von Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”) und Marijpol (“Trommefels”), sowie mit “Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na eine Comic-Biografie des bekannten Thrillerautors.

 

“Geschichten aus dem Viertel” von Gabi BeltrĂĄn und BartolomĂ© SeguĂ­
Palma de Mallorca 1980, Jahre vor der Transformation der spanischen Insel in einen der prominentesten Urlaubsorte Europas. Im chinesischen Viertel Palmas, Barrio Chino, versammeln sich die Underdogs der spanischen Gesellschaft, jede Straßenecke hat eine Geschichte zu erzĂ€hlen. Gabi BeltrĂĄn erzĂ€hlt in „Geschichten aus dem Viertel“ die seine. Mit kaum mehr als vierzehn Jahren fühlt Gabi sich schon alt. „Die Jungs in meinem Viertel leben schneller“, sagt er. Mit seinen Freunden BenjamĂ­n, Arnaud, Falen, Ramos und anderen wandert er nachts durch die Gassen seiner kleinen Welt und versucht, sie zu verstehen – und verstanden zu werden. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen die Halbstarken im Bordell – eine organisatorische Herausforderung, weil die HĂ€lfte der Mütter aus dem Freundeskreis anschaffen geht. Mit Einbrüchen und DrogengeschĂ€ften halten die Jungs sich über Wasser und von zu Hause fern. Und immer wieder versuchen sie auszubrechen und hoffen auf ein besseres Leben jenseits des endlosen Meeres, das für die Freunde ProjektionsflĂ€che und zugleich eine unüberwindliche Barriere ist, die sie in ihrem Leben, in ihrem Viertel gefangen hĂ€lt.

„Geschichten aus dem Viertel“ ist eine kleine Sensation, bewegend und einfühlsam erzĂ€hlt. In kurzen, ineinander verwobenen ErzĂ€hlungen sammeln BeltrĂĄn und der Zeichner SeguĂ­ Erinnerungen, traurige wie glückliche, an ein Palma, an das sich heute nur noch wenige erinnern werden.

Geschichten aus dem Viertel, ISBN 978-3-939080-76-3, 152 Seiten, farbig, Softcover EUR (D) 19,95, erscheint im Februar

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die „Green Line“, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, MilitĂ€rpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der „Rue Youssef Semaani“, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die wĂ€hrend der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken. Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzĂ€hlt die libanesische Künstlerin von einer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. „Das Spiel der Schwalben“ ist ihre erste deutsche Veröffentlichung.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

„Eremit“ ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung über Zweifel, Tod und Obst.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Das Interview” von Manuele Fior

Italien im Jahr 2048. Raniero ist ein Psychologe in den Fünfzigern, dessen Ehe in Trümmern liegt. WĂ€hrend in seinem Privatleben Sprachlosigkeit herrscht, fühlt er sich in den GesprĂ€chen mit seiner Patientin Dora immer stĂ€rker in deren befremdliche und gleichzeitig faszinierende Gedankenwelt hineingezogen. Dora behauptet, telepathische FĂ€higkeiten zu besitzen und hat nĂ€chtliche Visionen von leuchtenden Dreiecken, die am Himmel erscheinen: Zeichen einer außerirdischen Zivilisation, die die Menschen auf eine große bevorstehende VerĂ€nderung aufmerksam machen sollen.

Das Bild der Zukunft, das Manuele Fior in „Das Interview“ entwirft, ist dystopisch und unscheinbar zugleich. Ferngesteuerte Autos verkehren zwischen streng überwachten urbanen Zentren, die „Nuclear Family“ als Pfeiler der gesellschaftlichen Ordnung ist der einzige erstrebenswerte Lebensentwurf. Dora gehört der „Neuen Vereinigung“ an, einer Bewegung junger Leute, die den alten Werten abgesagt haben und ihr Glück in neuen zwischenmenschlichen Bindungen suchen. Nach anfĂ€nglicher Skepsis fühlt sich Raniero immer mehr zu Dora hingezogen und gleichzeitig werden mehr und mehr Menschen auf die mysteriösen Lichter am Himmel aufmerksam


Nach seinem zarten Liebescomicroman „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ („Bester Comic“ auf dem Comicfestival Angouleme, 2011) überrascht Manuele Fior mit einer psychologisch austarierten und brillant gezeichneten Science-Fiction-Graphic-Novel. Wie die europĂ€ischen Filmemacher Michelangelo Antonioni mit „L‘Eclisse“ oder Jean-Luc Godard mit „Alphaville“ wirft Fior einen Blick in die Zukunft, um gesellschaftliche und private ZĂ€suren und Konflikte der Gegenwart aufzudecken. Manuele Fior gehört zu den meist gefeierten jungen europĂ€ischen Comic-Künstlern. Er wurde in Italien geboren, hat in Norwegen und Deutschland gelebt und arbeitet zur Zeit hauptsĂ€chlich von Paris aus.

Das Interview, ISBN 978-3-939080-78-7, 170 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 24,95, erscheint im April

“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe

Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.

Basierend auf Briefen, GesprĂ€chen und Fotografien erzĂ€hlt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzĂ€hlt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biografie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin das fragmentarische Wissen über ihre Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte HomosexualitĂ€t,Verrat und Schuld.

Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 200 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im Mai

“Kurt Schwitters – Von nun an nenne ich mich Herr Merz” von Lars Fiske

Kurt Schwitters (1887-1948), der als Maler, Dichter und Werbegrafiker in zahlreichen Kunstformen aktiv war, ist ein Pionier der Moderne. Mit dem Lautgedicht „Ursonate“ schockierte er Bourgeoisie und Dadaisten gleichermaßen, mit seinem Gesamtkunstwerk „Merzbau“ war er seiner Zeit weit voraus. Unter dem Kennwort „Merz“ entwickelte Schwitters ein dadaistisches Gesamtweltbild. Den „Merzbau“, eine grottenartige Collage-Skulptur mit Erinnerungsstücken, schuf Schwitters in zwanzigjĂ€hriger Arbeit in seiner Heimatstadt Hannover, im Haus seiner Eltern. Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und seine Kunst als „entartet“ verfemt wurde, emigrierte er nach 1937 nach Norwegen, wo er noch zwei weitere Merz-Bauten anfertigte, bevor er 1940 weiter nach England fliehen musste.

Lars Fiske legt den Schwerpunkt seiner ErzĂ€hlung auf die Jahre des Künstlers im norwegischen Exil und nutzt die radikale Skulptur des „Merzbau“ als Grundlage für die ErzĂ€hlstruktur seiner Comic-Biografie. Der norwegische Comic-Künstler Lars Fiske (Jahrgang 1966) studierte Illustration und Grafikdesign in Stockholm und Los Angeles. Er publizierte zahlreiche Comics und Kinderbücher und arbeitet als Illustrator für verschiedene Zeitungen. Gemeinsam mit Steffen Kverneland schuf er die Künstlerbiografie „Olaf G.“, die auf Deutsch ebenfalls im avant-verlag vorliegt.

Kurz Schwitters, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Munch” von Steffen Kverneland

Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten Maler seiner Zeit. Der Norweger, der zeitweilig auch in Deutschland lebte und arbeitete, bekam bereits zu Lebzeiten Anerkennung für seine Werke und gilt heute als Wegbereiter des Expressionismus. Mit Munch liegt nun seine grafische Biografie vor – ein einzigartiges Projekt, in dem der Comic-Künstler Steffen Kverneland die Geschichte ausschließlich anhand von Zitaten Munchs und seiner Zeitgenossen erzĂ€hlt. Kverneland zeichnet ein liebenswertes und überaus heiteres Portrait des großen Malers als auch der ihn umgebenden skandinavischen BohĂšme des spĂ€ten 19. Jahrhunderts. Ein großer Spaß – nicht nur für Historiker und Kunstliebhaber!
Das erste Kapitel dieses Buches wurde von der Norwegischen Nationalgalerie für die Sammlung gekauft. Steffen Kverneland (Jahrgang 1963) zĂ€hlt zu den herausragenden norwegischen Comic-Autoren. Im avant-verlag erschien bereits seine preisgekrönte Olaf-Gulbransson- iografie „Olaf G.“, die in Zusammenarbeit mit Lars Fiske entstand.

Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Luchadoras” von Peggy Adam
Alma lebt mit ihrem gewalttĂ€tigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad JuĂĄrez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttĂ€tig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen MĂ€nnern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lĂ€sst. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad JuĂĄrez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hĂ€lt die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort tĂ€glich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad JuĂĄrez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 MĂ€dchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklĂ€rt.

Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte ErzĂ€hlung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprĂ€gten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes PlĂ€doyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, LibĂ©ration und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.

Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 17,95, erscheint im Juli

“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na

Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten BĂ€nden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.

Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzĂ€hlt zusammen mit Zeichner RĂ©bĂ©na aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches VermĂ€chtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und RĂ©bĂ©na, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprĂ€gt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den WĂ€ldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjĂ€hrigen Larsson, in den spĂ€ten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.

Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro, erscheint im Juli