Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Gipi’

“MSGL – Mein schlecht gezeichnetes Leben” von Gipi

Donnerstag, den 8. Januar 2015

9783943143829Mit “MSGL – Mein schlecht gezeichnetes Leben” legt Reprodukt Ende Januar 2015 das bislang persönlichste Buch des großen italienischen Comicautors Gipi in deutscher Sprache vor.

Gipi erzĂ€hlt in “MSGL” von seiner Jugend und der unstillbaren Gier nach neuen Erfahrungen, von Drogen, Knast und Liebesleid. Ohne Pathos eröffnet er dem Leser einen tiefen Einblick in seine Seele, teilt Ängste, Zweifel und die schwĂ€rzesten Momente mit ihm, aber auch jene der Freundschaft und des Glücks.

Gipis steter Wechsel zwischen gestern und heute, zwischen ungeschönter Wahrheit und zĂŒgellosen Fantasien, seine epische KomplexitĂ€t und die rohe Kraft seiner virtuosen Zeichnungen machen “MSGL” zu einem Ereignis und einem Meilenstein des autobiografischen ErzĂ€hlens.

“Tief und wahr. Der persönlichste ErzĂ€hler des europĂ€ischen Comics heißt Gipi.” – Andreas Platthaus, faz.net

Gipi, geboren 1963 in Pisa, veröffentlichte 1994 erste Comic-Strips im italienischen Satiremagazin “Cuore”. Mit wenigen Büchern stieg er in der Folge zu einem der wichtigsten europĂ€ischen ComicerzĂ€hler auf. 2006 erhielt er für seine “Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte” (avant-verlag) den Preis für das “Beste Album” auf dem Comicfestival im französischen AngoulĂȘme. Im selben Jahr wurde “Die Unschuldigen” (ebenfalls avant-verlag) auf dem Comic-Salon Erlangen als “Bester Internationaler Comic” ausgezeichnet. Zudem arbeitet Gipi als Illustrator für die italienische Tageszeitung “La Repubblica”.

Gipis zweite große Leidenschaft gilt dem Film. Nach einer Reihe viel beachteter Kurzfilme erhielt der Regisseur Gipi 2011 für seinen Film “L’Ultimo Terrestre” eine Einladung zum Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

MSGL – Mein schlecht gezeichnetes Leben, ISBN 978-3-943143-82-9, 144 Seiten, teilweise farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, erscheint im Januar bei Reprodukt

“DĂŒstere Aussicht”

Dienstag, den 4. Juni 2013

FĂŒr das aktuelle Magazin der SĂŒddeutschen Zeitung hat der italienische Comic-Autor Gipi sowohl das Cover als auch zahlreiche Illustrationen zur Titelstory um die ZustĂ€nde in Pflegeheimen beigetragen. Gipis BĂŒcher sind bei Reprodukt (“S.”) und dem avant-verlag (“Aufzeichnungen fĂŒr eine Kriegsgeschichte”) erschienen. Der Artikel mit dem Titel “DĂŒstere Aussicht” kann online nachgelesen werden, inklusive der Comic-Illustrationen von Gipi.

Comics in den Medien – 15. Oktober 2012

Montag, den 15. Oktober 2012

In den vergangenen Tagen wurden Comics wieder hĂ€ufig in den Medien vorgestellt und besprochen. Ein Anlass dabei war natĂŒrlich die Frankfurter Buchmesse, die gestern zuende ging. So berichtete boersenblatt.net kurz ĂŒber die Comic-Szene im diesjĂ€hrigen Gastland Neuseeland, wobei sie auf eine BroschĂŒre just zu diesem Thema verweisen, die auf der Website des Comic-Autoren Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) zum Download bereit steht: “Unbekannte Bekannte”.

Mit Dylan Horrocks sprach Lars von Törne fĂŒr den Tagesspiegel. Eine ausfĂŒhrliche Version des Interviews lĂ€sst sich online nachlesen. Darin erzĂ€hlt Horrocks von “Hicksville”, deprimierener Arbeit an Superhelden-Comics, der neuseelĂ€ndischen Comic-Szene und woran er derzeit arbeitet: “‘Der Rest der Welt ist aufgewacht’”.

“Großes diplomatisches Theater” erkennt Katja LĂŒthge in der tageszeitung in Christophe Blains und Abel Lanzacs “Quai D’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” (Reprodukt) und fragt sich, ob man “angesichts dieses wunderbaren prĂ€zis-maliziösen Blicks auf das diplomatische Theater und seiner Darsteller (…) eher Lachen oder Weinen sollte”, und konstatiert, dass der Band sich in Frankreich “zu Recht (…) als Überraschungserfolg erwiesen und bisher ĂŒber 300.000-mal verkauft” hat.

“Stefan Zweig hĂ€tte diesen – jawohl Comic – gemocht: Er ist ein Kunstwerk.” wird auf ndr.de der Beitrag ĂŒber “Die letzten Tage von Stefan Zweig” (Jacoby & Stuart) von Laurent Seksik und Guillaume Sorel abgeschlossen: “Herrlich detailliert und großzĂŒgig platziert fließen Guillaume Sorels Tusche-Bildstrecken durch diese bedrĂŒckende Geschichte.” Zum Beitrag geht es hier.

Der Band “Vertraute Fremde” des japanischen Autors Jiro Taniguchi (Carlsen) ist nicht nur hierzulande mit Comic-Preisen bedacht worden, darĂŒber hinaus gab es vor einigen Jahren eine Spielfilm-Umsetzung, die in den deutschen Kinos lief. Nun wurde eine Hörspielfassung des Manga im ndr ausgestrahlt. HintergrĂŒnde erfĂ€hrt man auf der hauseigenen Website, wo das rund 82minĂŒtige Werk auch nachgehört werden kann. DarĂŒber schrieb auch knapp Stefan Fischer in der SĂŒddeutschen Zeitung: “Zug zurĂŒck”.

“Die dichte ErzĂ€hlung, die verspielten Zeichnungen und die warme Farbgebung machen “Portugal” zu einer der besten Comic-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre” schreibt Markus Lippold auf n-tv.de ĂŒber das Buch von Cyril Pedrosa, das bei Reprodukt erschienen ist: “Geh aus, mein Herz – nach Portugal”.

Auf seinem Comic-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte Andreas Platthaus in den vergangenen Tagen zwei BĂ€nde vor: Wie er in seinem Beitrag ĂŒber den jĂŒngst erschienenen Band “S.” (Reprodukt) herausstellt, sorgt dessen Autor Gipi immer wieder fĂŒr gehobenes LesevergnĂŒgen – “als schickte da jemand einen Sturmwind ins behĂ€bige europĂ€ische Comic-ErzĂ€hlen”: “Ein Vater namens S.”.“Reineke Fuchs, das Raubtierluder, aus weiblicher Sicht” steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Anthologiereihe “Spring”, worĂŒber Platthaus im zweiten neuen Beitrag schreibt. FĂŒr ihn zeigt das “vitale Bilderbuch”, dass “dieser schlaue, freche Fuchs (…) unverĂ€ndert aktuell” ist.

“Graphicnovel.it” – Ausstellung in Hamburg

Dienstag, den 11. September 2012

Unter dem Titel “Graphicnovel.it” eröffnet am kommenden Freitag in Hamburg eine Ausstellung ĂŒber Comics aus Italien im Hamburger Istituto Italiano di Cultura.

Die Ausstellung Graphicnovel.it gibt eine Übersicht ĂŒber 30 Jahre Graphischer Literatur in Italien, angefangen mit den Arbeiten von Pionieren der 80er Jahre wie Lorenzo Mattotti und Igort bis zu denen jĂŒngerer Zeichner wie Francesco Cattani und Alessandro Tota.

Zu sehen sind die Alben von 15 international anerkannten italienischen Autoren. Die Auswahl reicht von Werken mit literarischem Anspruch und mĂ€rchenhaften, philosophischen ErzĂ€hlungen ĂŒber autobiografisch inspirierte Geschichten und Berichte aus dem Alltag bis hin zu Reportagen und Schilderungen historischer Ereignisse.

Ausgestellt werden Arbeiten von Lorenzo Mattotti (“HĂ€nsel & Gretel”, Carlsen), Igort (“Berichte aus Russland”, Reprodukt), Gipi (“S.”, Reprodukt), Stefano Ricci (“Anita”, avant-verlag), Sara Colaone (“Insel der MĂ€nner”, Schreiber & Leser), Manuele Fior (“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde”, avant-verlag), Gabriella Giandelli (“Interiorae”, avant-verlag), Vittorio Giardino, Leila Marzocchi, Davide Toffolo, Davide Reviati, Giacomo Nanni, Piero Macola, Francesco Cattani und Alessandro Tota.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag um 19 Uhr wird der italienische GraphicNovel-KĂŒnstler Lorenzo Mattotti anwesend sein. Der Eintritt zur Eröffnung, um Anmeldung zur Eröffnung wird per Telefon oder E-Mail gebeten.

Die Ausstellung wird bis zum 15. Dezember zu sehen sein.

Istituto Italiano di Cultura, Hansastr. 6, D-20149 Hamburg
Tel. (040) 399 991 30, Fax (040) 399 991 39
www.iicamburgo.esteri.it, E-Mail: iicamburgo@esteri.it

“S.” von Gipi

Sonntag, den 6. Mai 2012

Mit “S.” (Reprodukt) erscheint in KĂŒrze erstmals seit fĂŒnf Jahren ein neues Buch von Gipi in deutscher Sprache. Der Italiener Gipi gilt als einer der spannendsten ErzĂ€hler des modernen europĂ€ischen Comics, der mit psychologisch dichten und grafisch virtuosen BĂŒchern wie “Aufzeichnungen fĂŒr eine Kriegsgeschichte” oder “Die Unschuldigen” (beide bei avant) auch im deutschen Sprachraum fĂŒr Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Gleichwohl Gipis Geschichten stets eng mit eigenen Lebenserfahrungen verknĂŒpft sind, stellt “S.” seine bis dato wohl persönlichste Arbeit dar. In flirrenden Bildern zwischen Überzeichnung und Realismus berichtet Gipi hier von seinem Vater S., von dessen Jugend, den einschneidenden Momenten in ihrer Beziehung, seinem Tod.

S. erzĂ€hlt Geschichten. Von der Bombardierung Pisas im Zweiten Weltkrieg. Von deutschen Soldaten. Von amerikanischen Soldaten. Von Leben und Tod – in seiner Erinnerung geht alles durcheinander, und so scheint die Zeit stillzustehen, wann immer S. erzĂ€hlt


PrĂ€zise in Wort und Bild erzĂ€hlt Gipi von den verschwimmenden Erinnerungen seines Vaters. Von einschneidenden Momenten ihrer Beziehung. Von seinem Tod. Mit “S.” gelingt ihm zugleich eine fragile LiebeserklĂ€rung wie eine fesselnde Studie ĂŒber die Zeit: Wie rĂŒckt die Erinnerung unsere Vergangenheit von Mensch zu Mensch in ein anderes Licht? Und wo liegt die Wahrheit?

“Nicht die geringste Regung entgeht Gipis Schilderungen in Bildern.“ – Lotte Everts, Die Zeit

“Gipis ErzĂ€hlweise ist ungemein dicht, knapp und konzis, und doch verströmt sie einen geradezu epischen Atem. PrĂ€zise und authentisch sind auch seine Zeichnungen.” – Christian Gasser, Neue ZĂŒrcher Zeitung

Gipi, geboren 1963 in Pisa, arbeitete zunĂ€chst als Illustrator und Art-Direktor fĂŒr die Werbung. 1994 veröffentlichte er erste Comicstrips im italienischen Satiremagazin “Cuore”; 2003 erfolgte der Durchbruch mit der Geschichtensammlung “Esterno Notte”. Mit wenigen BĂŒchern stieg er in der Folge zu einem der wichtigsten europĂ€ischen ComicerzĂ€hler auf, dessen Arbeiten vielfach ĂŒbersetzt und preisgekrönt sind. So erhielt Gipi 2006 fĂŒr seine “Aufzeichnungen fĂŒr eine Kriegsgeschichte” den Preis fĂŒr das Beste Album auf dem Comicfestival im französischen AngoulĂȘme. Im selben Jahr wurde “Die Unschuldigen” auf dem Comic-Salon Erlangen als Bester Internationaler Comic ausgezeichnet. Zudem ist Gipi als Illustrator fĂŒr die italienische Tageszeitung “La Repubblica” tĂ€tig.

Gipis zweite große Leidenschaft gilt dem Film. Nach einer Reihe viel beachteter Kurzfilme erhielt der Regisseur Gipi 2011 fĂŒr seinen Film “L’Ultimo Terrestre” eine Einladung an den Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Zur Einstimmung auf “S.” sei an dieser Stelle auf den ARTE-Beitrag ĂŒber Gipi verwiesen, den Sven Waskönig und Gustav Hofer 2006 erstellt haben – obwohl nicht aktuell, vermittelt das GesprĂ€ch mit dem Italiener doch einige grundsĂ€tzliche Aussagen zu Autor und Werk.

S., ISBN 978-3-943143-11-9, 112 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Mai 2012 bei Reprodukt

Neue Graphic Novels bei Reprodukt

Mittwoch, den 4. Januar 2012

Der Berliner Verlag Reprodukt hat sein FrĂŒhjahrsprogramm veröffentlicht. Neben Albenreihen, die fortgefĂŒhrt werden, wie “Agrippina” von Claire BretĂ©cher und “Koma” von Pierre Wazem und Frederik Peeters, bilden Graphic Novels einen Schwerpunkt der Veröffentlichungen.

“Die Sputnik-Jahre” von Baru

1957. WĂ€hrend die Menschheit neuerdings Nacht fĂŒr Nacht in den Himmel starrt, um die Metallkugel zu entdecken, die die Russen in den Orbit geschossen haben, gilt Igors Begeisterung wesentlich weltlicheren Dingen: Fußball. Indianerspielen. Den Trotteln aus der Unterstadt auf die MĂŒtze hauen. Bis das Weltraumfieber auch den 13-JĂ€hrigen und seine Kumpels erfasst: So schwer kann es doch wohl nicht sein, Professor Bienleins Rakete aus “Reiseziel Mond” nachzubauen


Baru gelingt es mit leichter Hand, die FĂŒnfzigerjahre in einem lothringischen IndustriestĂ€dtchen aufleben zu lassen. Mitreißend erzĂ€hlt und ohne jede nostalgische VerklĂ€rung.

Die Sputnik-Jahre, ISBN 978-3-941343-10-2, 208 Seiten, farbig, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im Februar

“Lone Racer” von Nicolas Mahler

Schnelle Autos, schöne Frauen, Geld, Ruhm und Ehre
 einst hatte der Lone Racer alles. Heute aber fĂ€hrt er nur noch hinterher und fristet abseits der Rennstrecke ein monotones Dasein zwischen dem Krankenhausbett seiner Frau und dem Bartresen. Aus dieser Tristesse bleibt ihm letztlich nur ein Ausweg: das Comeback.

Lakonisch erzĂ€hlt, minimalistisch gezeichnet und wie immer auf dem schmalen Grat zwischen Melancholie und absurder Komik wandelnd, ist “Lone Racer” nach einer stattlichen Reihe von Sammlungen kĂŒrzerer Episoden und Cartoons bei Reprodukt der erste Mahler in Langform.

Lone Racer, ISBN 978-3-941343-14-0, 96 Seiten, zweifarbig, 18,5 x 14,5 cm, Klappenbroschur, 14 EUR, erscheint im Februar

“Mach’s gut, Chunky Rice” von Craig Thompson

Wie unendlich schwer ein Abschied sein kann, wenn der liebste Freund abreist! Als Chunky Rice zu den Kahootney-Inseln aufbricht, bleibt Dandele untröstlich zurĂŒck. Chunky Rice ist eine Schildkröte. Er trĂ€gt nun einmal sein Haus auf dem RĂŒcken und so hĂ€lt ihn auch die tiefe Zuneigung zur Maus Dandele nicht davon ab, seinem Fernweh zu folgen. Er begibt sich auf eine abenteuerliche und gefĂ€hrliche Seereise. Ob er je zurĂŒckkehren wird, ist ungewiss.

In der anrĂŒhrenden Geschichte um Chunky Rice und seine Freunde lotet Craig Thompson zahlreiche Formen des Trennungsschmerzes und der Einsamkeit aus. Zugleich ist sie ein leidenschaftliches PlĂ€doyer dafĂŒr, seinen eigenen Weg zu gehen.

Mach’s gut, Chunky Rice, ISBN 978-3-941343-07-2, 128 Seiten, schwarzweiss, 20,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im Februar

“Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle

Bereits 2005 begleitete Guy Delisle seine Frau, die fĂŒr die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Birma. Zwei Jahre spĂ€ter folgt ein einjĂ€hriger Aufenthalt der inzwischen vierköpfigen Familie in Israel. Zwischen Haushalt, Kinderpflege und dem Versuch, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, erkundet der Zeichner Jerusalem und kommt ganz allmĂ€hlich hinter die Geheimnisse der Heiligen Stadt.

In gewohnt lakonisch-humorvoller Manier beobachtet Guy Delisle den Alltag in Jerusalem und zeichnet so ein sehr persönliches Bild eines Landes, das wie kein zweites von jahrzehntelangen blutigen Konflikten geprÀgt ist.

Aufzeichnungen aus Jerusalem, ISBN 978-3-941343-04-1, 336 Seiten, farbig, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im MĂ€rz

“Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens” von JosĂ© Muñoz & Carlos Sampayo

Am 24. Juni 1935 verliert die Musik bei einem FlugzeugunglĂŒck einen ihrer ersten Weltstars: Carlos Gardel, die wichtigste Persönlichkeit des Tango, die Stimme Argentiniens, ein Mythos bereits zu Lebzeiten.

Seine Landsleute Carlos Sampayo und JosĂ© Muñoz (“Alack Sinner”) haben dem großen TangosĂ€nger und –komponisten nun einen Comic von unvergleichlicher Eleganz gewidmet, der die steifen Pfade der biografischen Comics weit hinter sich lĂ€sst. AtmosphĂ€risch dicht, sinnlich, voller Leben und Musik, so zeigen sie den Aufstieg des geheimnisumwitterten Carlos Gardel in Buenos Aires und liefern darĂŒber hinaus ein eindrucksvolles SittengemĂ€lde Argentiniens im frĂŒhen 20. Jahrhundert.

Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens, ISBN 978-3-941343-08-9, 124 Seiten, schwarzweiss, 29,5 x 22 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im MĂ€rz

“Paradies” von Ville Ranta

Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Kaum haben Adam und Eva ihr Schicksal als göttlichen Plan akzeptiert, empört dieser sich ĂŒber ihr Verhalten. Dabei hatten sie sich, umgeben von Engelstrompeten und Cherubim, doch nur dem Reiz der körperlichen Liebe hingegeben. Kurzerhand zerstört Gott den Garten Eden und jagt die vermeintlich missratenen Geschöpfe zum Teufel.

Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsĂ€tzliche Frage weiß auch Ville Ranta keine Antwort – aber sein “Paradies” ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.

Paradies, ISBN 978-3-941343-16-4, 72 Seiten, farbig, 24 x 17 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im MĂ€rz

“Portugal” von Cyril Pedrosa

Der Comiczeichner Simon Muchat steckt in einer Schaffenskrise. Ihm ist jede Inspiration abhanden gekommen, und langsam aber sicher treibt er seine Freundin Claire mit seiner Lethargie zur Verzweiflung – bis eines Tages eine Einladung ins Haus flattert: eine Cousine in Portugal heiratet. Das Land seiner Vorfahren, das er seit Kindertagen nicht mehr besucht hat, rĂŒhrt ihn eigentĂŒmlich an, hier entdeckt er einen Lebensstil, der ihn fasziniert, und findet die Quelle neuer Lebenslust.

In warmen Aquarellfarben und mit impulsivem Strich zeichnet Cyril Pedrosa (“Drei Schatten”) die Geschichte einer Selbstfindung durch die Wiederentdeckung der Kindheit.

Portugal, ISBN 978-3-941343-05-8, 264 Seiten, farbig, 30 x 23 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, 39 EUR, erscheint im April

“S.” von Gipi

Mit Gipi begrĂŒĂŸt Reprodukt einen der spannendsten ErzĂ€hler des modernen italienischen Comics im Programm, dessen psychologisch dichte BĂŒcher auch im deutschen Sprachraum fĂŒr Furore gesorgt haben.

Gleichwohl Gipis Geschichten stets eng mit eigenen Lebenserfahrungen verknĂŒpft sind, stellt S seine bis dato wohl persönlichste Arbeit dar. In flĂŒchtigen, flirrenden Bildern erzĂ€hlt Gipi hier von seinem Vater; von dessen Jugend im Zweiten Weltkrieg, den einschneidenden Momenten in ihrer Beziehung, seinem Tod. “S.” ist fragile LiebeserklĂ€rung und fesselnde Studie zugleich: Wie rĂŒckt die Erinnerung unsere Vergangenheit von Mensch zu Mensch in ein anderes Licht? Und wo liegt die Wahrheit?

S., ISBN 978-3-941343-11-9, 112 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

“3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu

Ein Mann, der eine SMS erhĂ€lt, ein weiterer, der die Waffe auf ihn richtet, und eine Frau, die erschrocken ihre Puderdose zu Boden fallen lĂ€sst: Immer wieder kehrt die Geschichte zu dieser wie eingefrorenen Szene zurĂŒck. Dahinter jedoch verbirgt sich ein Drama viel grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes, das diese Wohnung weit hinter sich lĂ€sst


Marc-Antoine Mathieu verblĂŒfft einmal mehr: Er erzĂ€hlt seinen Thriller in einem einzigen langen Zoom, wobei Reflexionen auf Spiegeln, Fenstern oder Metall den Blick des Betrachters in immer neue Richtungen und auf immer neue Details lenken und so in der Echtzeit von “Drei Sekunden” die entscheidenden Indizien eines Komplotts enthĂŒllen. Es ist am Leser, dieses schwindelerregende Puzzle zusammenzusetzen.

3 Sekunden, ISBN 978-3-941343-06-5, 80 Seiten, schwarzweiss, 24 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

“Blast” 1 von Manu Larcenet

Ein Mann steht unter Mordverdacht: Unförmig und abgerissen ist er, dieser Polza Manzini, der im Polizeiverhör freimĂŒtig seine Geschichte erzĂ€hlt. Eine Geschichte der Verwahrlosung. Jahrelang ist er ĂŒber Land gezogen, nachdem er sein bĂŒrgerliches Leben ĂŒber Bord geworfen hatte, um das zu suchen, was er den “Blast” nennt – einen Moment der Erleuchtung, der ihn in Grenzregionen des Verstandes fĂŒhrt. Die Sehnsucht nach dem nĂ€chsten “Blast” scheint Polza zu allem zu befĂ€higen
 Auch dazu, einen Menschen zu töten?

“Blast” ist eine EtĂŒde in Grau, von Manu Larcenet meisterhaft in Tusche ausgefĂŒhrt und voller Allegorien, die in die AbgrĂŒnde seiner Figuren fĂŒhren.

Blast 1, ISBN 978-3-941343-12-6, 208 Seiten, Hardcover, schwarzweiss & farbig, 27 x 20,5 cm, 29 EUR, erscheint im Mai 2012

“Brigitte und der Perlenhort” von Aisha Franz

Brigitte ist Geheimagentin
 aber auch ein Hund. Auf der Jagd nach der “Margarita”, der jungfrĂ€ulichen Auster, der die FĂ€higkeit der endlosen Perlenproduktion innewohnt, begibt sie sich in manch brenzlige Situation. Als abgebrĂŒhter Profi kann sie sich dabei stets auf ihren weiblichen Charme verlassen – doch auch vor körperlicher Gewalt schreckt sie nicht zurĂŒck. Ihr stiller Kummer angesichts eines unerfĂŒllten Kinderwunschs lĂ€sst sich allerdings von beidem wenig beeindrucken


Aisha Franz, die mit “Alien” eines der meistbeachteten deutschen Comic-DebĂŒts der vergangenen Jahre vorgelegt hat, erweist sich auch im Spiel mit Genre-Klischees als aufregende ErzĂ€hlerin.

Brigitte und der Perlenhort, ISBN 978-3-941343-13-3, 192 Seiten, Klappenbroschur, schwarzweiss, 16 x 21 cm, 16 EUR, erscheint im Mai

“Die Kolonie” von Charles Burns

Doug gerĂ€t immer tiefer in den Sog seiner bizarren AlbtrĂ€ume. Oder ist die Kolonie der Echsenwesen mit ihren Bruthöhlen womöglich doch ein realer Ort? Keine der Welten, in denen er sich nun bewegt, bietet ihm auch nur die geringste Sicherheit. Und als sei das nicht verstörend genug, plagen Doug die Erinnerungen an seinen Vater. Keine schönen Erinnerungen


Wie schon im VorgĂ€nger “X” lĂ€sst Charles Burns’ zeichnerische PrĂ€zision seine halluzinatorische Visionen ungeheuer real erscheinen. Mit dem Protagonisten finden wir uns dem schnellen Wechsel der Parallelwelten ausgesetzt, deren Faszination man sich gar nicht entziehen möchte.

Die Kolonie, ISBN 978-3-941343-18-8, 56 Seiten, Hardcover, farbig, 29,5 x 18 cm, 18 EUR, erscheint im Juni

“Rosalie Blum” von Camille Jourdy

Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schĂŒchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. WĂ€hrenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter stĂ€ndiger Beobachtung steht.

Die junge französische Autorin Camille Jourdy ĂŒberzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre schrulligen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerĂ€t. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

Rosalie Blum, ISBN 978-3-941343-09-6, 364 Seiten, Klappenbroschur, farbig, 23,5 x 16,5 cm, 29 EUR, erscheint im Juni

“L’ultimo terrestre” von Gipi

Mittwoch, den 3. August 2011

Der italienische Comic-Autor Gipi ist unter die Filmemacher gegangen. Der fĂŒr seinen BĂŒcher unter anderem mit dem Max- und Moritz-Preis ausgezeichnete KĂŒnstler schrieb fĂŒr den Spielfilm “L’ultimo terrestre” nicht nur das Drehbuch, sondern fĂŒhrte gleich auch selbst Regie.

Der Film, von dem noch nicht viele Handlungsdetails bekannt sind, handelt von einer Invasion durch Außerirdischen, die jedoch im Vergleich zu Genrefilmen von den Figuren hier als NebensĂ€chlichkeit behandelt wird. Im Zentrum steht der Antiheld Luke Bertacchi (gespielt von Gabriele Spinelli), der sich vor diesem Hintergrund nach Routine und Geborgenheit sehnt.

Die Vorlage zu “L’ultimo terrestre” stammt von Giacomo Monti, der die Geschichte als Comic beim italienischen Verlag Canicola unter dem Namen “Nessuno mi farĂ  del male” veröffentlichte. Der Film wird, ebenso wie Marjane Satrapis “Huhn mit Pflaumen”, zum ersten Mal auf den am 31. August startenden Filmfestspielen in Venedig gezeigt und vorraussichtlich 2012 in die italienischen Kinos kommen.

“Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” in der Galerie Neurotitan, Berlin

Freitag, den 28. Mai 2010

Viele großformatige Originale und Reproduktionen namhafter Comiczeichner gibt es vom 4. bis zum 26. Juni in der Galerie Neurotitan in Berlin-Mitte zu sehen.

Karoline Bofinger, Layouterin bei “taz” und “Le Monde diplomatique” und verantwortlich fĂŒr die Gestaltung der Comicseite der Monatszeitung fĂŒr Politik, Wirtschaft und Kultur, prĂ€sentiert zum 15-jĂ€hrigen JubilĂ€um von “Le Monde diplomatique” 50 Comics, die in die unterschiedlichsten Bildwelten ebensovieler Zeichnerinnen und Zeichner einladen.

Unter den beitragenden KĂŒnstlerInnen finden sich viele, die nicht zuletzt fĂŒr ihre Graphic Novels bekannt sind, darunter Nadia Budde (“Such dir was aus, aber beeil dich! Kindsein in zehn Kapiteln“, S. Fischer Verlage), Anke Feuchtenberger (“Die Hure H zieht ihre Bahnen”, mit Katrin de Vries, Edition Moderne), Gipi (“5 Songs”, avant-verlag), Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt), Pascal RabatĂ© (“BĂ€che und FlĂŒsse” Reprodukt), Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, Reprodukt) oder Martin tom Dieck (“Salut, Deleuze!”, Arrache Coeur).

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Freitag, dem 4. Juni ab 19 Uhr statt – CX Huth und Holger Fickelscherer legen Platten auf. Am Samstag, den 12. Juni findet ab 16 Uhr in der Ausstellung ein Signierfest bei Kaffee und Kuchen statt, auf dem viele Zeichnerinnen und Zeichner anwesend sein werden.

Zum JubilĂ€um der “Le Monde diplomatique” ist bei Reprodukt unter dem Titel “In 50 Comics um die Welt” ein großformatiger Sammelband mit einem Vorwort von Armin Abmeier und Helmut Kronthaler erschienen.

Neurotitan im Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Str. 39, D-10178 Berlin
Tel. (030) 308 725 76, Fax (030) 282 90 33
www.neurotitan.de, www.monde-diplomatique.de
Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-20 Uhr, So 14-19 Uhr

Abbildung © Gipi – Le Monde diplomatique

“Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” von Karoline Bofinger (Hg.)

Samstag, den 17. April 2010

Einmal im Monat erscheint “Le Monde diplomatique”, die deutschsprachige Ausgabe der französischen Monatszeitung fĂŒr internationale Politik – jeweils mit einem Comic auf der letzten Seite. Viele davon gestalteten KĂŒnstler, die auch fĂŒr ihre Graphic Novels bekannt sind: U.a. steuerten Max Andersson (“Bosnian Flat Dog”, Reprodukt), Gipi (“5 Songs”, avant-verlag) und Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) eine Seite bei bei.

Auf Anfrage von Karoline Bofinger, verantwortlich fĂŒr das Layout der Monatszeitung, haben renommierte Illustratoren und Comiczeichner im Lauf der Jahre bemerkenswerte BeitrĂ€ge gestaltet – und hĂ€ufig die besondere Herausforderung des großflĂ€chigen Seitenformats als auch des begrenzten erzĂ€hlerischen Rahmens mit Bravour gemeistert. So sind seit 2005 fĂŒnfzig Comics entstanden, die einen unberechenbaren, oft absurden und manchmal melancholischen Blick auf Politik, Alltag und Kultur werfen.

“Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt”, so der Titel des Buches, in dem die Arbeiten in KĂŒrze gesammelt erscheinen, enthĂ€lt Comics von ATAK, Blexbolex, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer, Matti Hagelberg, Markus Huber, CX Huth, Volker PfĂŒller, Olivier Schrauwen, J. Otto Seibold, Katia Tukiainen, Martin tom Dieck, Amanda VĂ€hĂ€mĂ€ki, Henning Wagenbreth und vielen anderen mehr.

ZusĂ€tzlich enthĂ€lt das Buch ein Vorwort von Armin Abmeier und Helmut Kronthaler, die unter dem Titel “Aus Hogan’s Alley in die große weite Welt” die Geschichte der ganzseitigen Zeitungscomics von den AnfĂ€ngen bis heute beleuchten.

Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt, ISBN 978-3-941099-45-6, 68 Seiten, farbig, 34 x 23 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im Mai 2010 bei Reprodukt

“Die Comic-Welt von ‘Le Monde Diplomatique’”

Donnerstag, den 16. Juli 2009

logo500Schon seit einigen Jahren findet sich auf der letzten Seite der politischen Zeitschrift “Le Monde Diplomatique” ein ganzseitiger Comic, der von unterschiedlichen KĂŒnstlerInnen gestaltet wird. Das Augenmerk bei der Auswahl liegt dabei auf individuellen AnsĂ€tzen in Gestaltung und ErzĂ€hlstil. Im Laufe der Zeit wurde so eine namhafte Auswahl von zumeist europĂ€ischen Autoren prĂ€sentiert, womit nicht zuletzt eine BrĂŒcke vom Kunstcomic zur Graphic Novel geschlagen wird.

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Die letzte Seite von Le Monde diplomatique gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens fĂŒr die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzĂ€hlt, die wichtige Themen aus Politik und Alltag mit ihrer eigenen kĂŒnstlerischen Freiheit aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Im Folgenden wird jede Comic-KĂŒnstlerin und jeder Comic-KĂŒnstler mit einem kurzen Text vorgestellt, der auch Links zu den entsprechenden Homepages, Katalogen und Ausstellungen enthĂ€lt.

lemonde_tomdieckBisher waren dort unter anderem vertreten: Gipi (“5 Songs”, avant-verlag), Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt), Nadia Budde (“Such Dir was aus, aber beeil Dich”, Fischer Verlage), Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, Reprodukt) und viele andere. Die BeitrĂ€ge lassen sich als PDF-Versionen auf der Website von “Le Monde Diplomatique” herunterladen.

Abbildungen © Gipi | Martin tom Dieck | “Le Monde Diplomatique”

“Strapazin” 94 erschienen

Mittwoch, den 18. MĂ€rz 2009

strapazin_94_cover.jpgAusnahmsweise ohne thematischen Schwerpunkt ist die neue Ausgabe des deutsch-schweizerischen Comicmagazins “Strapazin” erschienen. Normalerweise widmet sich jede Ausgabe einem bestimmten Thema (z.B. Kindheit, Comics aus Hamburg, Independent-Manga etc.), diesmal werden vier inhaltlich nicht in Verbindung stehende Comicgeschichten prĂ€sentiert, die fĂŒr Graphic Novel-LeserInnen interessant sein dĂŒrften.

Mit “Sie haben das Auto gefunden” bildet eine 32-seitige Geschichte des italieners Gipi (“5 Songs”, avant-verlag) das HerzstĂŒck der Ausgabe. ZusĂ€tzlich ist mit “Auf dem Baum” eine Sequenz aus Jiro Taniguchis “Der spazierende Mann” (Carlsen Comics) enthalten. Einen unterhaltsamen Einblick in das Wesen der Comics, Zeichenstile und Techniken liefert Matt Maddens “10 StilĂŒbungen”, in denen er eine kurze Geschichte auf zehn verschiedene Arten erzĂ€hlt (das hier abgebildete Cover zeigt die Jack Kirby-Appropriation). Garniert wird das Heft mit Interviews der drei genannten Autoren, einer Geschichte des weitgehend vergessenen US-Underground-KĂŒnstlers Rory Hayes, Kolumnen und Reviews und den wie immer Ă€ußerst schmucken Anzeigen im quadratischen Format.

Das Heft ist fĂŒr 6 EUR / 10 SFr im Comic- und Bahnhofsbuchandel sowie ĂŒber die Website von “Strapazin” erhĂ€ltlich.

“Cartoonist as Auteur: Europe’s Visionary Graphic Novelists “

Donnerstag, den 2. Oktober 2008

r_kleist.jpgAm 19. September berichtete das “Wall Street Journal” ĂŒber die europĂ€ische Graphic-Novel-Szene und stellte Autoren aus verschiedenen LĂ€ndern vor. Brigit Grauman portraitiert unter anderem Reinhard Kleist (“Cash – I See A Darkness”, Carlsen Comics), Gipi (“5 Songs”, avant-verlag) und David B. (“Die heilige Krankheit”, Edition Moderne).

Neben dem lesenswerten Bericht werden noch wichtige europĂ€ische Comicfestivals vom Fumetto in Luzern ĂŒber das Festival International de la Bande DesinĂ©e AngoulĂȘme bis hin zum Comic-Salon Erlangen vorgestellt.

Cartoonist as Auteur: Europe’s Visionary Graphic Novelists

The graphic novel explosion under way in the U.S. — where overall sales were up 10% last year — has had a longer gestation in Europe, where sophisticated comics meant for adults have been popular since the 1960s.

The current crop of European writers and artists marry word and image to express their personal vision of the world. “These are rich and challenging times for the graphic novel,” says Paul Gravett, the founder of the annual Comica festival in London. “For a long time, comic strips were dismissed as sub-literature. Now there’s a great appetite for this sort of book.”

Whether called “comic books” or “graphic novels” — some consider the terms interchangeable, others see differences in form and scope — these works emphasize powerful storytelling, on subjects as broad as those found in any other published works, from autobiography to fantasy to war reportage to humor. Text and art are equal tools to this end. mehr

“Ein Ort ganz fĂŒr uns alleine”

Montag, den 30. Juni 2008

illu_79_m.jpgBereits im Mai berichtete Lotte Everts in der “Zeit” ĂŒber die fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierte Graphic Novel “5 Songs” von Gipi (avant-verlag). Der Artikel soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden:

“Ein Ort ganz fĂŒr uns alleine

Nominiert fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008: Ein umstrittener Comic-Roman ĂŒber vier Jungs und ihre Band

Wie gern wĂ€re ich dabei gewesen. Aber Jungs, die in einer Band spielten und nach Verlassen ihres heiligen Kellers nur diesen unwiderstehlichen Nihilismus durch die Außenwelt trugen, kannte ich immer nur aus der Ferne: Ich wusste ihre Namen; umgekehrt, Fehlanzeige. Ganz anders Nina. Nina, die mitten in eine Bandprobe platzen darf, Nina, die sich vor dem Proberaum auf der Wiese ausstreckt, von Blumen umgeben, und schon wird sie hineingebeten in die Höhle der Jungs – im einzigen bunten Panel des sonst schmutzfarben aquarellierten Comic-Romans 5 Songs.” mehr

“Comixene” 102 mit Graphic Novel-Schwerpunkt

Sonntag, den 4. Mai 2008

comixene_102.jpgDas Comicfachmagzin “Comixene” widmet sich in der aktuellen Ausgabe ausfĂŒhrlich dem Thema Graphic Novel.

In einem einfĂŒhrenden Text erlĂ€utert Klaus Schikowski die Geschichte und das Wesen der Graphic Novel und stellt einige empfehlenswerte Titel vor. Desweiteren interviewt er, zusammen mit Christian Gasser (“NZZ”), die Autorin Alison Bechdel, deren autobiografische Familiengeschichte “Fun Home” bei KiWi erschienen ist. DarĂŒber hinaus wird Jiro Taniguchis “Vertraute Fremde” (Carlsen) als “Comic des Jahres” gekĂŒrt – mit “Die Stadt und das MĂ€dchen” und “Gipfel der Götter” (beide Shodoku) finden sich gleich drei Titel des Japaners in den Jahres-Top Ten. Bemerkenswert ist, dass acht Titel in dieser Liste aus dem Bereich der Graphic Novel stammen, darunter “Komm zurĂŒck, Mutter” von Paul Hornschemeier, “Little Star” von Andi Watson (Modern Tales), “Ausgetrickst” von Alex Robinson (Edition 52) und “5 Songs” von Gipi (avant-verlag). Interviews mit Jiro Taniguchi, Isabel Kreitz und Joe Matt runden den Schwerpunkt ab.

DarĂŒber hinaus finden sich wie immer noch viele weitere Artikel, Berichte, Besprechungen und VorankĂŒndigungen in der “Comixene”, die sich anderen Bereichen der Comicszene widmen. Das Heft ist im Comic- und Bahnhofsbuchhandel erhĂ€ltlich oder lĂ€sst sich direkt ĂŒber die Website des Magazins beziehen.

“5 Songs” ist nominiert fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis

Montag, den 17. MĂ€rz 2008

5songs.jpeg 540 Titel wurden eingereicht, 30 BĂŒcher haben es geschafft: Die Nominierungen fĂŒr den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 stehen fest. Die Preisvergabe findet im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse statt.

 (…)

Vom Bilderbuch zum Comic

Jedes Jahr nominiert die Kritikerjury des Arbeitskreises fĂŒr Jugendliteratur (MĂŒnchen) sechs Titel in den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch nominiert. Eine Jugendjury wĂ€hlt weitere sechs BĂŒcher aus. Viele BilderbĂŒcher sprengten wegen ihrer experimentierfreudigen, kĂŒnstlerischen Illustrationen mittlerweile die AltersbeschrĂ€nkungen, sagte Roeder. Hier seien auch so genannte Graphic Novels auf dem Vormarsch, etwa der Titel “5 Songs” des italienischen Zeichners und Autors Gipi auch ĂŒber eine Jugendrock-Band. Manga und Comic seien als Formensprache im Kinder- und Jugendbuch nicht mehr wegzudenken, fĂŒgte Roeder hinzu. mehr

 (Quelle: hr-online)

Christophe Blain, Guy Delisle und Gipi beim Comic-Salon Erlangen 2008

Donnerstag, den 7. Februar 2008

Erlangen 2008Der 13. Internationale Comic-Salon Erlangen, der dieses Jahr vom 22. bis zum 25. Mai stattfindet, hat eine erste Pressemitteilung online zum Download bereit gestellt. Neben einer Werkschau des Max und Moritz-Preisträgers Hendrik Dorgathen, dessen neues Buch mit dem Titel “Slow” im Mai bei der Edition Moderne erscheint, werden auch der Italiener Gipi (“5 Songs”, “Nachtaufnahmen”, Avant-Verlag) und die von ihm beeinflusste junge italienische Erzählergeneration mit einer Ausstellung gewĂŒrdigt.

Zwei der französischen Zeichner-Stars der jungen Generation, Christophe Blain (“Isaak der Pirat”, “Gus”, Reprodukt) und Guy Delisle (“Pjöngjang”, “Shenzhen”, Reprodukt) werden ebenfalls prĂ€sentiert. Daneben setzt der Internationale Comic-Salon seine Reihe mit Ausstellungen deutscher Zeichner fort, darunter in diesem Jahr Reinhard Kleist (“The Secrets of Coney Island”, Edition 52, “Cash”, Carlsen Verlag). Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons vergibt die Stadt Erlangen auch im Jahr 2008 den Max und Moritz-Preis, die wichtigste deutsche Comic-Auszeichnung.

WeiterfĂŒhrende Informationen zum 13. Internationalen Comic-Salon Erlangen finden sich auf der informativen Website des Festivals.

“5 Songs” von Gipi

Freitag, den 11. Januar 2008

illu_79_m.jpgEine alte staubige Garage, die ihrer Rockband als Proberaum dient, wird fĂŒr vier Heranwachsende der einzige Lichtblick in ihrem Alltag aus kleinbĂŒrgerlicher Enge und familiĂ€ren Konflikten.

Stefano, der gegen den Erwartungsdruck seiner Eltern rebelliert, der introvertierte Alberto, der etwas simpel gestrickte Alex und Giuliano, der mit den Jagdhunden seines Vaters um seine Aufmerksamkeit konkurrieren muss; in den stickigen vier WĂ€nden ihres Proberaums glauben die vier ungleichen Freunde eine Zuflucht vor den Problemen der Außenwelt gefunden zu haben.

Als kurz vor den Aufnahmen fĂŒr den ersehnten Plattenvertrag der GitarrenverstĂ€rker den Geist aufgibt, beschließen sie einen Ersatz aus dem Proberaum einer Rockgruppe zu stehlen. Damit treten sie eine Kette von Ereignissen los, die nicht nur ihre Band, sondern auch ihre Freundschaft auf eine Zerreißprobe stellt…

5 Songs, ISBN 978-3-939080-18-3, 128 Seiten, farbig, Softcover, 17,95 EUR, erschienen im avant-verlag