Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente überzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.
Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde“. Im ergänzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die Hintergründe der Arbeit an dem Buch ein.
“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “Berührend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.
Susanne Harmsen hält es für einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe für die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.
“Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.
Weniger eine Huldigung als eine Annäherung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und Clément Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.
Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de über den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.
An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kürzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.
Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlässlich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel über Gröpelingen”.
Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert über “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos überzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulärer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frühem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher Erzählstränge zulässt.”
An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulär, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale Lebensveränderung selbst versucht, stößt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”
Mit “So überzeugt Lisbeths Rücken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.
Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich für Die Presse mit Nicolas Huber über seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.
“So wünscht sich das der Laie: komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, etwa Versicherungsverträge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel“Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.
Für das ARD-Literaturmagazin “druckfrisch” reiste Denis Scheck jüngst nach Japan und traf in Tokyo den Manga-Autoren Jiro Taniguchi, dessen Werke auf deutsch im Carlsen-Verlag und bei Schreiber & Leser vorliegen.
Mit Lukas Jüliger, dem Autoren von “Vakuum” (Reprodukt) führte Teresa Fries ein Interview, das auf jetzt.de, dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, nachzulesen ist: “In der Jugend merkt man, dass alles endlich ist”. Unter anderem geht er dabei auf die intensive Arbeit an dem Buch ein und legt dar, was für ihn der Reiz am kreieren von Comics ist.
Christopher Schrader stellte in der Süddeutschen Zeitung den Wissenschaftscomic “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) vor, in dem neun WissenschaftlerInnen sich mit Ursachen und Wirkungen des Klimawandels befassen: “Forscher erklären den Klimawandel”. Die Zeichnungen stammen von Jörg Hartmann, Jörg Hülsmann, Iris Ugurel, Robert Nippoldt, Christine Goppel und Astrid Nippoldt.
“Der erste Aussteiger” steht im Mittelpunkt der Buchbesprechung von Erik Wenk, ebenfalls auf tagesspiegel.de. Gemeint ist Henry David Thoreau, über den kürzlich die biografische Graphic Novel “Henry David Thoreau – Das reine Leben” von A. Dan und Maximilien Le Roy (Knesebeck) erschienen ist. Wenk zeigt sich nur teilweise angetan: “Es bleibt eine Comic-Biographie, die man zwar gerne liest und die optisch zweifellos viele Momente des Genusses bereithält, die jedoch über einen schlaglichtartigen Blick auf Henry David Thoreaus Leben kaum hinausgeht.”
“Die „Seelenfresser“-Tetralogie des Leipziger Zeichners Schwarwel beeindruckt mit einer düsteren, komplexen Geschichte.” So fasst Mario Osterland an selber Stelle seine Gedanken zur Graphic Novel-Reihe des Leipziger Auotrs Schwarwel zusammen: “Was vom Glauben übrig bleibt”. “Seelenfresser” erscheint im Verlag Glücklicher Montag.
Michael Brake hat sich für die tageszeitung mit Sascha Hommer unterhalten, dem Mitherausgeber der Anthologie “Orang”, deren letzte Ausgabe kürzlich bei Reprodukt erschienen ist. Hommer geht auf die Geschichte und Motivationen des Comicmagazins ein und stellt ganz ohne Bedauern fest, warum es nun Zeit ist, von weiteren Ausgaben abzusehen: “Beende deine Jugend”.
Anfang März erscheint mit “Die große Transformation. Klima – Kriegen wir die Kurve?” bei Jacoby & Stuart ein Wissenschafts-Comic, der in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen (WBGU) entstanden ist.
In Anbetracht von Klimawandel, Artensterben und Ressourcenknappheit setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass wir unseren bisherigen Lebensstil nicht einfach beibehalten können. Wenn unsere Gesellschaften in fünfzig Jahren noch funktionieren sollen, müssen wir den Verbrauch von fossilen Brennstoffen drastisch reduzieren und ein nachhaltiges Wirtschaften lernen.
Wie das gehen soll, haben die neun Wissenschaftler erarbeitet, die den von der deutschen Bundesregierung bestellten Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen (WBGU) bilden. In Form von Graphic Interviews mit jedem von ihnen wird von ganz verschiedenen Seiten betrachtet, was Fakt und was zu tun ist. Denn Geo- und Klimawissenschaft, Wirtschaft und Technik, Politik und Alltagskultur müssen zusammenwirken, um die unumgängliche Große Transformation zu erreichen.
HerausgeberInnen des Bandes sind Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt und Reinhold Leinfelder, die Zeichnungen stammen von Jörg Hartmann, Jörg Hülsmann, Iris Ugurel, Robert Nippoldt, Christine Goppel und Astrid Nippoldt.
Umfangreiche Informationen zum Band finden sich auf der dafür eigens eingerichteten Website. Der WBGU lädt am 1. März um 12:30 Uhr ins Deutsche Theater zur Buchvorstellung ein. Dort stellen nach einem Grußwort von Wilfried Kraus (Leiter der Unterabteilung Nachhaltigkeit, Klima, Energie im BMBF) Verlagsleiter Edmund Jacoby und die WBGU-Mitglieder Reinhold Leinfelder, Stefan Rahmstorf und Jürgen Schmid den Band vor.
Am vergangenen Samstag stellte Christoph Haas in der tageszeitung unter der Überschrift “Hochzeit des Franquismus” zwei Graphic Novels aus Spanien stammender Autoren vor: “Der Winter des Zeichners” von Paco Roca (Reprodukt) sowie “Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag). Beide Bände hält Christoph Haas für “ästhetisch wie zeitgeschichtlich relevante Graphic Novels”, wobei ersterer nicht nur für diejenigen Interessant sei, die sich für Comicgeschichte interessieren, da der Band die erstickende Atmosphäre der Franko-Diktatur gut schildere und letzterer als ebenso “bedrückend wie künstlerisch überzeugend” bezeichnet wird.
“Roca erzählt atmosphärisch dicht von dieser Suche nach Freiheit in der Diktatur” resümiert die Saarbrücker Zeitung die Kurzbesprechung von “Der Winter des Zeichners”. In “Gezeichnet vom Leben” wird ebenfalls “Antonio Ligabue. Von der Qual eines Künstlerlebens” von Giuseppe Zironi und Hannes Binder (Jacoby & Stuart). Gerade die “immer wieder höchst beeindruckenden” Schabkarton-Bilder von Hannes Binder werden goutiert.
Mit dem “Poeten der deutschen Comic-Szene” unterhielt sich Christian Möller für den Deutschlandfunk. Gemeint ist Ulf K., von dem zuletzt mit “Die Dolomiti-Jahre” ein Sammelband autobiografischer Kurzgeschichten erschienen ist. Der Beitrag kann auch alsp MP3-Datei direkt hier nachgehört werden. Derzeit wird Ulf K. mit einer Ausstellung in Oberhausen bedacht. Zum dazugehörigen Katalog, erschienen bei der Edition 52, gibt es nun auch eine PDF-Leseprobe.
Politik-Redakteur Michael Schmidt schreibt auf tagesspiegel.de über “Kriegszeiten” von David Schraven und Vincent Burmester (Carlsen). Er kommt in “Zeigen, wie es wirklich ist” zu dem Schluss: “Etwas weniger Prätenziösität wäre besser gewesen.”
Ab sofort erhältlich ist “Die letzten Tage von Stefan Zweig” (Jacoby & Stuart) von Laurent Seksik und Guillaume Sorel. Vor zwei Jahren hatte Sensik in “Vorgefühl der nahen Nacht” (Blessing) das Lebensende des schweizer Schriftstellers festgehalten. Für die Comic-Umsetzung hat er das Buch komplett überarbeitet.
Am 22. Februar 1942 nahm sich der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig, einer der berühmtesten Autoren seiner Zeit, gemeinsam mit seiner Ehefrau Lotte im brasilianischen Exil das Leben. Es war die Verzweiflungstat eines Flüchtlings, der aus Europa hatte fliehen müssen, aber ohne die Kultur Europas nicht leben konnte. Er selbst war einer der Repräsentanten dieser Kultur, die nun von der Barbarei der Nazis vernichtet wurde, die seine Werke verbrannten, nur weil er jüdischer Herkunft war, die seine Freunde verfolgten und vertrieben, die keinen Platz auf der Welt ließen für einen überzeugten Pazifisten und Humanisten wie ihn. Es war aber auch die Verzweiflungstat einer Frau, die es nicht vermocht hatte, ihrem Mann ein Leben in der Fremde möglich zu machen und die ohne ihren Mann nicht leben wollte. Eine beklemmende Graphic Novel über die Tragödie eines Mannes, eines Paares und eines ganzen Jahrhunderts.
Die letzten Tage von Stefan Zweig, ISBN 978-3-941787-78-0, 88 Seiten, farbig, Hardcover, 24 EUR (D)
“Hühner, Porno, Schlägerei” – Sophia Martinecks im avant-verlag erschienenes Debut stellte zdf.kultur in einem Videobeitrag vor, der oben zu sehen ist.
Im Online-Feuilleton titel-magazin.de befasst sich Christian Neubert mit drei Büchern aus dem Programm des Berliner Verlags Jacoby & Stuart: “Editorische Grauzonen und randständige Themen”. Auch wenn er alle Bände für empfehlenswert hält, mag er das Label Graphic Novel doch nur für den Band “Rosa Winkel” von Michel Dufranne und Milorad Vicanovic gelten lassen. Sein Resümée: “Es scheint, als ob der Begriff nicht nur dafür taugt, um hierzulande den Comic als Kunstform zu etablieren, sondern auch dafür, um Werke, die man nur schwer einer Schublade zuordnen kann, mit einem verkaufsfördernden Prädikat zu versehen. Schön, wenn´s funktioniert.”
In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung stellt Christoph Haas “Mach´s gut, Chunky Rice” von Craig Thompson (Reprodukt) vor. Gerade die Umsetzung der Geschichte in Zeichnungen hat es dem Rezensenten angetan, sie sind für ihn “ein reines Vergnügen”: “Schildkröterich tut, was er tun muss”.
Ebenfalls heute schreibt Waldemar Kesler in der Welt über “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B. (avant-verlag). Wie Kesler darlegt, lag es für David B. nah, sich diesem Thema zu widmen, da Krieg und Zerstörung bereits wichtige Motive seiner Comics sind: “Heilige Krankheit, Heiliger Krieg”.
Wie bereits berichtet, präsentieren heute Susanne Buddenberg und Thomas Henseler ihr Buch “Berlin – Geteilte Stadt” (avant-verlag) in der Berliner Buchhandlung ocelot. Weiterhin sorgt das Buch für umfangreiches Presseecho. So schreibt Markus Lippold für n-tv.de: “Als die Mauer den Schulweg versperrte”. Dort präsentiert er das Buch anhand einiger Biografien, die darin aufgegriffen werden und kommt zum Schluss, “Berlin – Geteilte Stadt” liefere “Interessante Details und neue Perspektiven”. “Ein Comic-Strip über die Berliner Mauer” betitelt Christoph Richter seinen Beitrag auf der Website der Deutschen Welle dw.de, in dem er das Buch darüber hinaus als Lehrmaterial und Reiseführer empfiehlt. Auch das “Büchermagazin” auf radio eins stellte das Buch vor. Der Beitrag kann hier als MP3-Datei nachgehört werden.
Der in Wien erscheinende Kurier unterhielt sich mit Arne Jysch, dem Autor und Zeichner von “Wave and Smile” (Carlsen). Unter anderem erzählt Jysch in “Der Afghanisten-Krieg als Comic” von der Zusammenarbeit mit der Journalistin Julia Weigelt, die als “embedded journalist” vor Ort gearbeitet hatte.
Auf seinem FAZ-Blog freut sich Redakteur Andreas Platthaus über die Sammelausgabe autobiografischer Kurzgeschichten von Ulf K. – “Dolomiti-Jahre” (Edition 52): In “Eine Jugendzeit, in der alles Eis und einfach war” macht Platthaus aus seiner Bewunderung für den Wuppertaler Zeichner keinen Hehl.
“Auch Erwachsene, die mit dieser Gattung bisher nicht warm werden konnten, werden nachhaltig beeindruckt sein” heisst es im Deutschlandfunk über die Graphic Novel “Rosa Winkel” von Michel Dufranne, Milorad Vicanovic und Christian Lerolle (Jacoby & Stuart). Sylvia Schwabs Beitrag “Schwul unterm Hakenkreuz” kann hier nachgelesen und hier direkt als MP3-Datei nachgehört werden.
Paula Bullings “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag) wird weiterhin vielerorts vorgestellt: “Rassismus ist ständiger Begleiter” betitelt Isabelle Daniel ihren Beitrag für n-tv.de, in dem sie besonders auf den Fall von Azad Hadji eingeht. Nüchterner ist der Beitrag auf radioeins: “Graphic Novel zum Leben von Asylbewerbern” heisst der Beitrag, der hier auch nachgehört werden kann.
In der heutigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” finden sich zwei Comic-Besprechungen. Während Christoph Haas´ Vorstellung von “Mouse Guard – Legenden der Wächter 1″ (Cross Cult) von David Petersen und einer Reihe von Zeichnern noch nicht online zu finden ist, wurde Fritz Göttlers Beitrag über “Niemandsland” von Blexbolex (Jacoby & Stuart) bereits auch hier veröffentlicht. In “Die Lust an Zufall und Chaos” zeigt Göttler sich sehr angetan von dem “umtriebigen, schlingernden, unergründlichen Buch”.
Auch auf tagesspiegel.de findet sich ein neuer Beitrag. Oliver Ristau stellt hier “Container” (Reprodukt), eine umfangreiche Schau des Schaffens des in Berlin lebenden Max Andersson, vor. Er ordnet dort die Geschichten in die Zeit ihrer ursprünglichen Veröffentlichung – die 1980er und 1990er – ein. “Sprunghafter Wahnsinn, tiefe Nächstenliebe” finde sich darin, eine “beseelte Synthese aus Finesse und Relevanz”.
Wie auf dem Verlagsblog, bei boersenblatt.net und buchreport.de gemeldet wird, wird seit dem 1. Juni Reprodukt mit dem ebenfalls in Berlin beheimateten Verlag Jacoby & Stuart von einem gemeinsamen Außendienstteam im Handel vertreten. Ziel der Vertriebskooperation ist eine Stärkung des Wachstumssegments Graphic Novel und vor allem die Nutzung von Synergieeffekten zwischen den Kinderbüchern von Jacoby & Stuart und dem im Frühjahr 2013 bei Reprodukt startenden Kindercomicprogramm. Folgende VertreterInnen werden in den jeweiligen Gebieten reisen:
Am kommenden Samstag werden Autor Jochen Schmidt (“Schmidt liest Proust”, Voland & Quist) und Zeichnerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) in Hamburg aus ihrer gemeinsamen Reihe “Dudenbrooks” lesen, die zunächst wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien und inzwischen bei Jacoby & Stuart als Buch veröffentlicht worden ist.
Derzeit führen Hoven und Schmidt die Kooperation mit der “Schmythologie” fort, die ebenfalls in der FAZ erscheint.
Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 5 Euro, Beginn ist um 19:30 Uhr, die Anmeldung ist per E-Mail möglich.
PLY unestablished furniture, Kleine Rainstr. 44 Hinterhof, 22765 Hamburg
Vom 27. April bis 16. Juni 2012 ist in der Berliner Galerie Ida Illuster die Ausstellung “Neo-Fabulist” des Illustrators, Malers und Comiczeichners ATAK zu sehen. Gezeigt werden freie Malerei sowie gemalte Illustrationen zu den Büchern “Der unheimliche Fremde” von Mark Twain (Carlsen Verlag, Ende 2012), “Comment la mort est revenue à la vie” von Muriel Bloch (Editions Thierry Magnier, 2007) und “Verrückte Welt” (Jacoby & Stuart, 2009).
ATAK, der sich selbst als Neo-Fabulist bezeichnet, ist einer Tradition des Erzählerischen verpflichtet, die sich mit zeitgenössischen Themen aller Couleur und den Provokationen des Alltags auseinandersetzt. Der Künstler hat bilderzählerische Welten revolutioniert, indem er grenzüberschreitend mit Comic, Illustration und Malerei arbeitet, Versatzstücke aus High- und Low Art mit Leichtigkeit jongliert und dem erzählenden Bild mit verspielter Frechheit eine neue Persönlichkeit verleiht.
ATAK, geb. 1967 als Georg Barber in Frankfurt/Oder, absolvierte eine Ausbildung zum Schrift- und Grafikmaler, um sodann Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin zu studieren. Zahlreiche Preise und Dozenturen im In- und Ausland festigten seinen Rang als stilbildenden Künstler. Derzeit unterrichtet er als Professor für Illustration an der Burg Giebichenstein in Halle. ATAK lebt und arbeitet in Berlin.
Zur Eröffnung am 26. April 2012 ab 19 Uhr spricht Dr. Michail Lailach, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Staatliche Museen zu Berlin – Kunstbibliothek. Der Künstler ist anwesend.
Am Dienstag, dem 22. Mai 2012 findet um 19 Uhr ein Gespräch zwischen ATAK und Prof. Dr. Winfried Fluck vom John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, Berlin statt.
Galerie Ida Illuster, Sophienstraße 32, D-10178 Berlin
Tel. (030) 27 59 21 66
www.idailluster.net
Öffnungszeiten: Mi+Sa 11-18 Uhr, Do+Fr 12-20 Uhr sowie nach Vereinbarung
Sonderöffnungszeiten Gallery Weekend:
Fr, 27. April 2012, 12-21 Uhr, Sa, 28. April 2012, 11-19 Uhr, So, 29. April 2012, 11-19 Uhr
In der heutigen Ausgabe der Wiener “Presse” führ Eva Winroither in die Welt der Graphic Novels ein. Zu Wort kommen dabei unter anderem Dr. Edmund Jacoby von Jacoby & Stuart sowie Christian Maiwald von Reprodukt.
Graphic Novels: Zum Lesen gezeichnet
Ab einem gewissen Alter sind Bilder in Büchern verpönt. Stimmt nicht mehr. Denn Comics sind jetzt erwachsen geworden.
Der Polizist auf dem Bild hebt mehrere schwere Steine hoch und steckt sie in die Manteltaschen eines Fremden. „Uff, uaaah, blob“, wäre vermutlich jetzt woanders gestanden. Vielleicht hätte sich das Opfer auch in einen Superhelden verwandelt und wäre fortgeflogen. Jetzt bleibt es aber auch im nächsten Bild regungslos liegen. „One, two, three“, zählt der Polizist und wirft den Mann ins Meer. Der Superheld wird nie kommen, dafür ertrinkt der Mann auf zwei weiteren Bildern. Dann ist alles schwarz. mehr