Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Jiro Taniguchi’

Graphic Novels in den Medien – 8. April 2013

Montag, den 8. April 2013

Karin Krichamyr schreibt im Wiener Standard über “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached (avant-verlag): “Abirached skizziert die Kapsel ihrer Kindheit als eine behütete, enge Welt, in der ein trockener Witz gepflegt wird und sich die Tragik in kleinen Details offenbart.”: “In einer Kapsel in Beirut”.

“Daß man nur in der Jugend – für den Arbeitszwang weitgehend zu jung, für die Lügen der Lehrer und Eltern zu alt – die Zeit besitzt, an den Widersprüchen des Lebens geduldet zu verzweifeln, ruft diese Perle unter den hiesigen Comicproduktionen ziemlich radikal ins Gedächtnis zurück.” So schreibt Sven Jachmann in “Etwas Schönes Erleben” (Reprodukt) über Lukas Jüligers “Vakuum” (Reprodukt). Der Artikel erschien in der jungle World und auf satt.org.

Für den WDR hat sich Christian Möller mit dem Autor von “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt”, Chris Ware unterhalten, dem “geheimen König der Comicwelt”.  Zum Beitrag, der in der Sendung “Scala” ausgestrahlt wurde, gelangt man hier: “Wunderzeichner”.

Den zuletzt bei Schreiber & Leser veröffentlichten Band “Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi bespricht Christian Endres für tagesspiegel.de: “Blut, Blei und Bilderraub” und stellt dabei vor allem die zahlreichen Inspirationsquellen heraus, derer sich die Autoren für den Comic bedienten.

Auf der Kinder- und Jugendbuchseite der Süddeutschen Zeitung besprach Daniel Wüllner “Hilda und der Mitternachtsriese” von Luke Pearson, “ein wunderschönes Märchen mit der Botschaft, dass anders nicht gleich böse sein muss”: “Gulliver mal anders”.

Die finale Ausgabe des Comicmagazins “Orang” stellt Brigitte Helbling auf culturmag.de vor und zollte den Machern Respekt, da sie “Aufhören, wenn’s am Schönsten ist”.

Graphic Novels in den Medien – 5. März 2013

Dienstag, den 5. März 2013

Für das ARD-Literaturmagazin “druckfrisch” reiste Denis Scheck jüngst nach Japan und traf in Tokyo den Manga-Autoren Jiro Taniguchi, dessen Werke auf deutsch im Carlsen-Verlag und bei Schreiber & Leser vorliegen.

Mit Lukas Jüliger, dem Autoren von “Vakuum” (Reprodukt) führte Teresa Fries ein Interview, das auf jetzt.de, dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, nachzulesen ist: “In der Jugend merkt man, dass alles endlich ist”. Unter anderem  geht er dabei auf die intensive Arbeit an dem Buch ein und legt dar, was für ihn der Reiz am kreieren von Comics ist.

Christopher Schrader stellte in der Süddeutschen Zeitung den Wissenschaftscomic “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) vor, in dem neun WissenschaftlerInnen sich mit Ursachen und Wirkungen des Klimawandels befassen: “Forscher erklären den Klimawandel”. Die Zeichnungen stammen von Jörg Hartmann, Jörg Hülsmann, Iris Ugurel, Robert Nippoldt, Christine Goppel und Astrid Nippoldt.

Ein dpa-Beitrag zu “Die große Transformation” wurde unter anderem auf tagesspiegel.de veröffentlicht: “Mit Barack Obama das Weltklima retten”.

“Der erste Aussteiger” steht im Mittelpunkt der Buchbesprechung von Erik Wenk, ebenfalls auf tagesspiegel.de. Gemeint ist Henry David Thoreau, über den kürzlich die biografische Graphic Novel “Henry David Thoreau – Das reine Leben” von A. Dan und Maximilien Le Roy (Knesebeck) erschienen ist. Wenk zeigt sich nur teilweise angetan: “Es bleibt eine Comic-Biographie, die man zwar gerne liest und die optisch zweifellos viele Momente des Genusses bereithält, die jedoch über einen schlaglichtartigen Blick auf Henry David Thoreaus Leben kaum hinausgeht.”

“Die „Seelenfresser“-Tetralogie des Leipziger Zeichners Schwarwel beeindruckt mit einer düsteren, komplexen Geschichte.” So fasst Mario Osterland an selber Stelle seine Gedanken zur Graphic Novel-Reihe des Leipziger Auotrs Schwarwel zusammen: “Was vom Glauben übrig bleibt”. “Seelenfresser” erscheint im Verlag Glücklicher Montag.

Michael Brake hat sich für die tageszeitung mit Sascha Hommer unterhalten, dem Mitherausgeber der Anthologie “Orang”, deren letzte Ausgabe kürzlich bei Reprodukt erschienen ist. Hommer geht auf die Geschichte und Motivationen des Comicmagazins ein und stellt ganz ohne Bedauern fest, warum es nun Zeit ist, von weiteren Ausgaben abzusehen: “Beende deine Jugend”.

Neue Graphic Novel bei Schreiber & Leser

Mittwoch, den 13. Februar 2013

“Enemigo” von M.A.T. und Jiro Taniguchi

Nach Diktatur und Bürgerkrieg geht der südamerikanische Staat Nascencio neue Wege und will den Dschungel urbar machen. Den Zuschlag bekommt das japanische Unternehmen Seshimo. Als dessen junger Präsident, Yuji Seshimo, das Gebiet inspizieren will, wird er entführt. Was steckt dahinter? Die US-Agrar-Lobby, die einen künftigen Konkurrenten ausschalten will? Ein letztes Aufbäumen der Parteigänger des Diktators? Eine Intrige im Hause Seshimo selbst? Yujis Bruder Kenichi macht sich auf nach Südamerika…

Enemigo, ISBN 978-3-943808-10-0, 296 S., s/w mit Farbseiten, Klappenbroschut, EUR (D) 16,95 , erscheint im März bei Schreiber & Leser

Graphic Novels in der Presse – 16. Januar 2013

Mittwoch, den 16. Januar 2013

“Bedrückende Collagen vom Krieg” liefert das Buch “Kriegszeiten” von David Schraven und Vincent Burmeister (Carlsen), wie Michael Brake auf zeit.de schreibt. Besonders haben den Rezensenten die Zeichnungen Burmeisters beeindruckt, ihaltlich hadert er jedoch mit Schravens Darlegungen: “… doch sind manche der Anklagen und Fragen in bester Michael-Moore-Rhetorik eher effektvoll als zielführend.”

Auch bei einem weiteren Band zeigt sich Michael Brake nur von den Zeichnungen beeindruckt, wie in der gestrigen Ausgabe der tageszeitung zu lesen war.: Für “Der geheime Garten von vom Nakano Broadway” lieferte Masayuki Kusumi das Szenario, die Zeichnungen stammen von Jiro Taniguchi (Carlsen). Wie Brake ausführt, sind die Beobachtungen des flanierenden Hauptcharakters eher banal, die Qualität der zeichnerischen Umsetzung hebt er dafür umso mehr hervor: “Er hat kein Ziel, aber er geht los”.

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich Andreas Platthaus die von Atak illustrierte Geschichte “Der geheimnisvolle Fremde” von Mark Twain (Carlsen) angesehen: “Wie man in Eseldorf lernt”. Platthaus erkennt in dem Band ein “Lebensbuch” des Zeichners, “ein Plädoyer fürs Leben, gegen die Hoffnung aufs Jenseits.” und resümiert: “Es ist ein herrliches Buch.”

Für tagesspiegel.de hat sich Thomas Hummitzsch auf den “Crumbathon” begeben, bei dem er sämtliche über 1.300 Seiten der kürzlich erschienenen Skizzenbücher (Taschen) las: Ihn erwartete eine “geballte Ladung sexualisierter, kontrastreicher, kantiger, fleischiger, surrealer, queerer, schroffer, ausdrucksstarker, hemmungsloser und oftmals nicht jugendfreier Zeichnungen”. Sein Bericht wurde auf gleich sieben Seiten veröffentlicht, auf denen er nicht vergisst, auf das kürzlich bei Reprodukt erschienene “Nausea” zu verweisen.

Grapic Novels in den Medien – 18. Dezember 2012

Dienstag, den 18. Dezember 2012

“Wer begreifen will, wie Politik tatsächlich funktioniert und warum der Glanz von Schuhen die Welt verändert, der muss „Quai d’Orsay“ lesen. Die Graphic Novel erklärt das besser, als es jedes Lehrbuch könnte.” So resümiert Christine Strasser ihre Besprechung des Bandes “Quai D’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt) in der Mittelbayerischen Zeitung: “Comic-Duo lüftet Geheimnisse der hohen Diplomatie”.

Gleich vier neue Bücher empfiehlt Christian Schlüter “Für den kleinen Lesehunger zwischendurch” in der Berliner Zeitung: “Der geheime Garten” von Masayuki Kusumi und Jiro Taniguchi (Carlsen), “Der Garten” von Agata Bara (Salleck Publications), “Das Gemetzel” von Bastien Vivès und “White Line Fever” von Calle Claus (Edition 52).

Als Buch über die geschichtlichen Entwicklungen Spaniens epfiehlt Jan Tölva “Die Kunst zu Fliegen” von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag) in der “Jungle World”: “Nach Franco”.

Thomas von Steinaecker legt in der Welt dar, warum “Building Stories”, das jüngst in den USA erschienene neue Buch von Chris Ware (“Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt”, Reprodukt), sein Buch des Jahres ist: “Das Leben ist ein Baukasten”.

“Im Rausch der weißen Linie” befindet sich der Protagonist in Calle Claus “White Line Fever” (Edition 52), wie Andreas Platthaus auf seinem FAZ-Blog schreibt. Platthaus freutsich bereits jetzt auf neue Bände des Autoren.

Ebenfalls bei der Edition 52 erschienen ist “Schöne neue Welt” von Baru. Darin sieht Benjamin Vogt “starke Kurzgeschichten in ungewöhnlichem Sujet”, wie er in seiner Besprechung auf comicgate.de schreibt.

Comics in den Medien – 15. Oktober 2012

Montag, den 15. Oktober 2012

In den vergangenen Tagen wurden Comics wieder häufig in den Medien vorgestellt und besprochen. Ein Anlass dabei war natürlich die Frankfurter Buchmesse, die gestern zuende ging. So berichtete boersenblatt.net kurz über die Comic-Szene im diesjährigen Gastland Neuseeland, wobei sie auf eine Broschüre just zu diesem Thema verweisen, die auf der Website des Comic-Autoren Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) zum Download bereit steht: “Unbekannte Bekannte”.

Mit Dylan Horrocks sprach Lars von Törne für den Tagesspiegel. Eine ausführliche Version des Interviews lässt sich online nachlesen. Darin erzählt Horrocks von “Hicksville”, deprimierener Arbeit an Superhelden-Comics, der neuseeländischen Comic-Szene und woran er derzeit arbeitet: “‘Der Rest der Welt ist aufgewacht’”.

“Großes diplomatisches Theater” erkennt Katja Lüthge in der tageszeitung in Christophe Blains und Abel Lanzacs “Quai D’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” (Reprodukt) und fragt sich, ob man “angesichts dieses wunderbaren präzis-maliziösen Blicks auf das diplomatische Theater und seiner Darsteller (…) eher Lachen oder Weinen sollte”, und konstatiert, dass der Band sich in Frankreich “zu Recht (…) als Überraschungserfolg erwiesen und bisher über 300.000-mal verkauft” hat.

“Stefan Zweig hätte diesen – jawohl Comic – gemocht: Er ist ein Kunstwerk.” wird auf ndr.de der Beitrag über “Die letzten Tage von Stefan Zweig” (Jacoby & Stuart) von Laurent Seksik und Guillaume Sorel abgeschlossen: “Herrlich detailliert und großzügig platziert fließen Guillaume Sorels Tusche-Bildstrecken durch diese bedrückende Geschichte.” Zum Beitrag geht es hier.

Der Band “Vertraute Fremde” des japanischen Autors Jiro Taniguchi (Carlsen) ist nicht nur hierzulande mit Comic-Preisen bedacht worden, darüber hinaus gab es vor einigen Jahren eine Spielfilm-Umsetzung, die in den deutschen Kinos lief. Nun wurde eine Hörspielfassung des Manga im ndr ausgestrahlt. Hintergründe erfährt man auf der hauseigenen Website, wo das rund 82minütige Werk auch nachgehört werden kann. Darüber schrieb auch knapp Stefan Fischer in der Süddeutschen Zeitung: “Zug zurück”.

“Die dichte Erzählung, die verspielten Zeichnungen und die warme Farbgebung machen “Portugal” zu einer der besten Comic-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre” schreibt Markus Lippold auf n-tv.de über das Buch von Cyril Pedrosa, das bei Reprodukt erschienen ist: “Geh aus, mein Herz – nach Portugal”.

Auf seinem Comic-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte Andreas Platthaus in den vergangenen Tagen zwei Bände vor: Wie er in seinem Beitrag über den jüngst erschienenen Band “S.” (Reprodukt) herausstellt, sorgt dessen Autor Gipi immer wieder für gehobenes Lesevergnügen – “als schickte da jemand einen Sturmwind ins behäbige europäische Comic-Erzählen”: “Ein Vater namens S.”.“Reineke Fuchs, das Raubtierluder, aus weiblicher Sicht” steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Anthologiereihe “Spring”, worüber Platthaus im zweiten neuen Beitrag schreibt. Für ihn zeigt das “vitale Bilderbuch”, dass “dieser schlaue, freche Fuchs (…) unverändert aktuell” ist.

Graphic Novels in den Medien – 20. August 2012

Montag, den 20. August 2012

Christopher Huber stellt in der Wiener Presse “3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) vor: “Der Zoom Gottes”. Für ihn ist der Band, der in einer einzigen langen Zoomfahrt erzählt wird ein “virtuoses philosophisches Bilderrätsel”.

“Der Osten, die Kindheit und der Karpfen im Bad” ist ein Artikel in der heutigen Ausgabe der Welt betitelt, in dem Matthias Heine “Marzi” von Marzena Sowa und Sylvain Savoia (Panini) bespricht. Dabei spart er nicht an Lob, stellt den Band neben die Erzählungen von Astrid Lindgren und resümiert zudem: “es ist ein Meisterwerk, das es mit Marjane Satrapis ähnlich gestrickter iranischer Jugenderinnerung “Persepolis” aufnehmen kann”.

Der von Baku Yuamemakura geschriebene und Jiro Taniguchi gezeichnete Ringer-Comics “Wie hungrige Wölfe” (Schreiber & Leser) wird auf tagesspiegel.de von Christian Endres vorgestellt. Er bemerkt dabei, dass das Werk eine andere, brachiale Seite Taniguchis gezeigt wird, die bei den sonst eher feingeistigen Titeln, die bisher auf deutsch vorliegen, nicht zum Tragen kommt: “Rabiate Ringer”.

“Eindrucksvoll erzählt die junge Illustratorin Paula Bulling in ihrem Comic-Debüt vom Leben in der gesellschaftlichen Peripherie.” So resümiert Laura Wösch in ihrem Artikel für das online-Frauenmagazin aviva-berlin.de am Fuße ihrer Besprechung von “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag).

 

Comics in der Presse – 4. Juli 2012

Mittwoch, den 4. Juli 2012

In der gestrigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” wurden im Feuilleton verschiedene Aspekte des Afghanistan-Einsatzes der deutschen Bundeswehr beleuchtet. Als eins der wenigen Bücher, abgesehen von Rückkehrer-Biografien, erkennt Tim Neshitov in Arne Jyschs “Wave and Smile” (Carlsen) eine wichtige Quelle für spätere Kulturhistoriker. Der Artikel “Afghanistan in Aquarell” lässt sich nun auch online nachlesen.

Sammy Khamis stellt auf fm4.orf.at “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne) vor. In dem Buch erkennt er das Missing Link zwischen 30 Jahren Unterdrückung, der daraus resultierenden Unzufriedenheit und den Demonstationen auf dem Tahrir-Platz: “Endstation Zensur”.

Mit dem Kampfsportcomic “Wie hungrige Wölfe” (Schreiber & Leser) wagen sich die sonst eher für ruhige Stoffe bekannten Baku Yumemakura und Jiro Taniguchi (“Gipfel der Götter”)  ins Actionfach. In dem bereits in den 1980er-Jahren entstandene Band erkennt Felix Giesa auf satt.org Vorbilder wie “Karate Kid” oder “Rocky III”, und resümiert, dass gerade das Finale “einer extremen Männlichkeitsbespiegelung gleichkommen” mag, das Buch dennoch “ein starkes Stück Karateunterhaltung” ist: “Mann gegen Mann”.

Neue Graphic Novels bei Carlsen

Dienstag, den 1. Mai 2012

Der Carlsen Verlag hat sein Novitäten-Programm für den Herbst/Winter 2012/2013 bis einschließlich März bekanntgegeben. Unter den angekündigten Neuheiten findet sich auch eine ganze Reihe von Graphic Novels. Neben neuen Büchern des bewährten japanischen Zeichnertrios Osamu Tezuka/Yoshihiro Tatsumi/Jiro Taniguchi, einem weiteren deutschen Comic über die Situation in Afghanistan und einem dritten Serienmörderdrama des Autors Peer Meter setzen die Hamburger auf Graphic Novels für Leserinnen: Die “For Ladies Edition” bei Carlsen startet im November mit drei Titeln.

“Kriegszeiten” von David Schraven & Vincent Burmeister

Der Journalist David Schraven hat hunderte von Dokumenten analysiert und Dutzende Interviews mit aktiven und ehemaligen Soldaten geführt, um ein Bild dessen zu bekommen, was wirklich in Afghanistan vor sich geht und welche Rolle die Bundeswehr dabei spielt. Vincent Burmeister hat diese Recherchen in Bilder umgesetzt, die dem Leser näherbringen, wovon keine Fotos existieren. Ein explosiver Doku-Comic über eines der wichtigsten Themen der Gegenwart.

Kriegszeiten, ISBN 978-3-551-78698-2, Hardcover, farbig, 128 Seiten, 16,90 EUR, erscheint im Oktober 2012

“Der geheime Garten von Nakano Broadway” von Masayuki Kusumi & Jiro Taniguchi

“Spontan eine Runde drehen” und seine Stadt neu kennenlernen – das will der Protagonist des neuen Buches von Jiro Taniguchi, entstanden nach Texten von Masayuki Kusumi. Die acht Episoden spielen jeweils in einem anderen Viertel von Tokyo und drehen sich um die kleinen Geheimnisse des alltäglichen Lebens. Die männliche Hauptfigur erkundet dabei unter anderem Buchhandlungen, Althippie-Treffen im Stadtpark oder den geheimen Garten des Nakano Broadway, und fühlt sich dabei nicht selten an seine eigene Jugend erinnert…

Der geheime Garten von Nakano Broadway, ISBN 978-3-551-72324-6, Klappenbroschur, schwarzweiß, 128 Seiten, 12,00 EUR, erscheint im Oktober 2012

“Ich wär’ so gerne Ethnologin…” von Margaux Motin

Margaux Motin ist eine ganz normale Mittdreißigerin, selbständig, mit einem Sonderling verheiratet, Mutter einer kleinen Klette und bekennende Schuhfetischistin. Daraus schöpft sie die komischsten Frauengeschichten seit Claire Bretécher. Ungeniert macht sie sich über ihre Alltagsdramen lustig und kreiert damit eine Komplizenschaft zwischen den Leserinnen und sich selbst wie unter ausgelassen lästernden Freundinnen. Zeichnerisch spannt sie locker den Bogen von Modeillustration über Karikatur zum Comic.

Ich wär’ so gerne Ethnologin, ISBN 978-3-551-72507-3, Hardcover mit Gummiband, farbig, 176 Seiten, 17,90 EUR, erscheint im November 2012

“Luft und Liebe” von Hubert & Marie Caillou

Der Autor Hubert und die Zeichnerin Marie Caillou wollen die Krankheit Magersucht nicht beschreiben, sondern sie lassen sie uns durch die Augen der Protagonisten sehen. Marie Caillou hat die Figuren in einer distanzierten, androgynen Schönheit gezeichnet, die uns in deren entkörperlichte Welt hineinzieht. Der junge Mann und das Mädchen leiden beide an Magersucht und lernen sich in der Therapie kennen. Schließlich ziehen sie zusammen und leben buchstäblich von Luft und Liebe. Ersteres wird bald lebensbedrohlich und das zweite eine Chance, sich mit dem eigenen Körper zu identifizieren.

Luft und Liebe, ISBN 978-3-551-72896-8, Hardcover mit Gummiband, farbig, 80 Seiten, 15,90 EUR, erscheint im November 2012

“Paris” von Maarten Vance Wiele, Erika Raven, Peter Moerenhout

Drei Freundinnen suchen ihr Glück in Paris: eine als Modell, eine als Sängerin und die dritte schläft sich einfach nach oben. Ehrgeizig und naiv zugleich stolpern sie in alle Fallen, die ihnen das Showgeschäft bietet. “Paris” ist eine Hommage an Mode und Glamour: Die Heldinnen stecken von Kopf bis Fuß in Mode von Top-Designern und deren Namen sind in Fußnoten erwähnt. Aber es ist auch eine rabenschwarze Komödie über eine Gesellschaft, die von Schönheit, Geld und Macht besessen ist.

Paris, ISBN 978-3-551-72895-1, Hardcover mit Gummiband, farbig, 216 Seiten, 19,90 EUR, erscheint im November 2012

“Buddha” 3 und 4 von Osamu Tezuka

In “Buddha” widmet sich Osamu Tezuka voller Fabulierlust dem Leben und Wirken des Begründers des Buddhismus und entführt den Leser in das historische Indien. Ebenso humorvoll wie auch sozialkritisch erzählt der Großmeister des Manga die abenteuerliche Geschichte des Fürstensohns Siddharta Gautama, der vor ca. 2500 Jahren aus seiner Tradition ausbrach und zum Erleuchteten wurde − fähig seinen Weg aus dem leidvollen Leben zu finden und diesen auch anderen zu weisen.

Buddha 3, ISBN 978-3-551-76633-5, Hardcover, schwarzweiß, 300 Seiten, 22,90 EUR, erscheint im November 2012

Buddha 4, ISBN 978-3-551-76634-2, Hardcover, schwarzweiß, 304 Seiten, 22,90 EUR, erscheint im Februar 2013

“The Homeland Directive” von Robert Vendetti & Mike Huddleston

Ein tödliches Virus verbreitet sich rasend schnell über die Vereinigten Staaten. Die schiere Größe und Professionalität dieser Aktion lässt auf eine kaltblütige und bestens organisierte Terroristengruppe schließen, die die USA ins Visier nimmt. Oder etwa nicht? Sitzt der Feind womöglich im Inneren? Sind hier noch weit mächtigere Interessen im Spiel als es den Anschein hat? Mit dieser Geschichte legen Robert Venditti und Mike Huddleston einen Thriller der Extraklasse vor, der nicht nur grafisch besticht, sondern auch ein echter Pageturner ist. Ganz nebenbei stellt dieser Comic die Frage nach dem Preis der Freiheit, wenn Sicherheit zur Religion wird.

The Homeland Directive, ISBN 978-3-551-72968-2, Hardcover, farbig, 160 Seiten, 16,90 EUR, erscheint im Januar 2013

“Geliebter Affe und andere Offenbarungen” von Yoshihiro Tatsumi

Mit Yoshihiro Tatsumi veröffentlicht Carlsen einen weiteren Meister japanischer Comicliteratur. Bereits in den 1950er-Jahren entwickelt er eine bis dato nicht gekannte realistische Erzählweise, zusammen mit anderen Zeichnern gilt er als Gründer der Gekiga, der realistischen Manga. Seine Charaktere führen ein Leben, das geprägt ist von Frustrationen und existentiellen Ängsten. Ohne jemals in Sentimentalitäten zu verfallen, zeigt Tatsumi tiefes Einfühlungsvermögen für die Verirrten und Verlierer, die die Gesellschaft in ihrem Kielwasser aufgegeben hat.

Geliebter Affe, ISBN 978-3-551-72326-0, Klappenbroschur, farbig, 160 Seiten, 16,90 EUR, erscheint im März 2013

“Vasmers Bruder” von Peer Meter & David von Bassewitz

Der Fall des Serienmörders Karl Denke ist bis heute rätselhaft. Zwischen 1903 und 1924 hat er im schlesischen Städtchen Münsterberg (heute Ziebice) rund 30 Menschen getötet und zum Teil verspeist, und nur durch Zufall wurde er verhaftet. Bevor er jedoch verhört werden konnte, erhängte er sich in seiner Zelle. Seine Motive blieben im Dunkeln. Peer Meter hat sich zusammen mit dem Zeichner David von Bassewitz, daran gemacht, auf Grundlage dieser Begebenheiten die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der über Denke forscht, sich aber während dieser Arbeit selbst verliert. Eine ebenso spannende wie düstere Geschichte, die erschreckt und fasziniert.

Vasmers Bruder, ISBN 978-3-551-72969-9, Hardcover, schwarzweiß, 192 Seiten, 17,90 EUR, erscheint im März 2013

Neue Graphic Novels bei Schreiber & Leser

Dienstag, den 10. April 2012

Für den Mail hat der Münchner Verlag Schreiber & Leser zwei neue Titel angekündigt.

“Wie hungrige Wölfe” von Jiro Taniguchi und Baku Yumemakura

Der Karatekämpfer Tanba begegnet dem Wrestling und ist beeindruckt von der Leidenschaft der „Catcher“.

Er entwickelt eine eigene Hybridtechnik und unterliegt nur einem einzigen Gegner: dem jungen unbekannten Ringer Kajiwara… Ein dramatisches Epos aus der Welt des Kampfsports.

Das Szenario stammt von Baku Yumemakura, die Zeichnungen von Jiro Taniguchi – die zuvor schon beim Fünfteiler “Gipfel der Götter” zusammenarbeiteten.

Wie hungrige Wölfe,  ISBN 978-3-941239-88-3, 288 S. schwarzweiß, Klappenbroschur, 16,95 EUR, erscheint im Mai

“Blut und Schweigen 1″ von François Corteggiani und Marc Malès

„Das Heil liegt in Amerika“, heißt es um 1900 in Europa. Doch die italienischen Auswanderer schleppen eine Seuche in die Neue Welt ein: die Mafia. Auch die halbwüchsigen Knaben Giovanni und Ciro verlassen das bitterarme Sizilien, auf der Flucht vor der Gewaltherrschaft der allmächtigen Dons.
In New York wird aus Giovanni ein Johnny, Ciro aber bleibt Ciro. Johnny kann die alten Muster nicht ablegen und wird Mafioso, Ciro dagegen ein Starreporter…

Blut und Schweigen 1, ISBN 978-3-941239-90-6,  144 S., farbig, Hardcover, 22,80 EUR, erscheint im Mai

“Liebe im Zeichen des Zen”

Montag, den 27. Februar 2012

Auf tagespiegel.de stellt Katja Schmitz-Dräger den Zweiteiler “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” von Hiromi Kawakami und Jiro Taniguchi (Carlsen) vor.

Liebe im Zeichen des Zen

Jirō Taniguchis Zweiteiler „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ ist ein Manga für Manga-Neulinge – auch wenn einige Aspekte auf westliche Leser irritierend wirken.

In zwei Bänden ist Jirō Taniguchis Comic-Adaption „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ der gleichnamigen Romanvorlage von Hiromi Kawakami bei Carlsen erschienen – in der Graphic-Novel-Rubrik, nicht bei den Mangas. Tatsächlich passt diese Einordnung zum Charakter der Neuerscheinung: „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ ist ein Manga für Leser, die mit Mangas gemeinhin nicht so viel anfangen können. mehr

Neue Graphic Novels bei Carlsen

Mittwoch, den 30. November 2011

Der Hamburger Carlsen Verlag hat seine Novitäten für das Frühjahr 2012 angekündigt.

“Buddha” von Osamu Tezuka

In “Buddha” widmet sich Osamu Tezuka voller Fabulierlust dem Leben und Wirken des Begründers des Buddhismus und entführt den Leser in das historische Indien. Ebenso humorvoll wie auch sozialkritisch erzählt der Großmeister des Manga die abenteuerliche Geschichte des Fürstensohns Siddharta Gautama, der vor ca. 2500 Jahren aus seiner Tradition ausbrach und zum Erleuchteten wurde − fähig seinen Weg aus dem leidvollen Leben zu finden und diesen auch anderen zu weisen.

Osamu Tezuka, als Japaner selbst in einer buddhistischen Kultur aufgewachsen, arbeitete zehn Jahre an “Buddha”. Zahlreiche Auszeichnungen (darunter der renommierte Eisner Award) und internationale Ausgaben belegen den Erfolg seines humanistischen Epos, das ohne Zweifel zu den großen Meisterwerken der Comicgeschichte zählt.

Die deutsche Ausgabe von “Buddha” erscheint in zehn Hardcover-Büchern mit jeweils 300 bis 320 Seiten.

Überwältigend!” – Publishers Weekly

“Osamu Tezuka hat eine komplett neuartige Sprache der Comicerzählung erfunden, und sein Platz in der Geschichte japanischer Comics ist ebenso bedeutsam wie der Platz Siddhartas in der Geschichte des Buddhismus.”
– Art Spiegelman

Buddha 1, ISBN 978-3-551-76631-1, Hardcover, schwarzweiß, 304 Seiten, 22,90 EUR, erscheint im April 2012
Buddha 2, ISBN 978-3-551-76632-8, Hardcover, schwarzweiß, 272 Seiten, 22,90 EUR, erscheint im Juli 2012

“Der spazierende Mann” (Neuausgabe) von Jiro Taniguchi

Der Autor und Zeichner lässt seinen Protagonisten schlichtweg spazieren gehen. Ein ländlich geprägter Vorort einer japanischen Großstadt bildet das äußere Szenario der achtzehn Episoden. Nach innen zählen rein die stillen Beobachtungen der Natur, der Mitmenschen, des eigenen Verhaltens − eine Sammlung ganz alltäglicher Szenen, die in ihrer Schlichtheit verzaubern. Nicht umsonst ist dieses Buch das wohl bekannteste Werk des mehrfach preisgekrönten Autoren Taniguchi, dem europäischsten unter den japanischen Comiczeichnern.

Die deutsche Ausgabe enthält ein exklusives Nachwort des renommierten Comic-Kritikers Andreas Platthaus (“Frankfurter Allgemeine Zeitung”). Die Neuausgabe dieses Buches erscheint mit neuem Cover und der letzten Episode erstmals in Farbe.

Der spazierende Mann (Neuausgabe), ISBN 978-3-551-77879-6, Klappenbroschur, farbig & schwarzweiß, 168 Seiten, 14,90 EUR, erscheint im April 2012

“Der Boxer – Die Überlebensgeschichte des Hertzko Haft” von Reinhard Kleist

Reinhard Kleist erzählt das unglaubliche, aber wahre Leben des jüdischen Boxers Hertzko Haft, der im Konzentrationslager von seinen Bewachern zum Faustkampf gezwungen wurde und daraus seine Überlebensstrategie machte. Nachdem Reinhard Kleist mit “Cash” und “Castro” bereits zwei sehr erfolgreiche grafische Biografien gezeichnet hat, geht er nun einen Schritt weiter. Mit “Der Boxer” hat er sich an sein bisher schwierigstes Thema gewagt und herausgekommen ist seine spannendste Graphic Novel.

Der Boxer – Die Überlebensgeschichte des Hertzko Haft, ISBN 978-3-551-78697-5, Hardcover, schwarzweiß, 176 Seiten, 16,90 EUR, erscheint im Mai 2012

“Wave and Smile” von Arne Jysch

Mit Arne Jysch wendet sich der erste deutsche Zeichner dem Thema Afghanistan zu. Gekonnt erzählt und inszeniert er eine spannende Geschichte in den Wirren des Bundeswehreinsatzes, die von Freundschaft und Verantwortung handelt.

Gleichzeitig vermittelt Arne Jysch dem Leser eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Alltags in diesem fremden Land und was es für einen deutschen Soldaten heißt, dort Dienst zu tun. Das alles schafft er, ohne ideologisch oder belehrend zu sein. Es ist einfach nur – spannend.

Wave and Smile, ISBN 978-3-551-73053-4, Hardcover, schwarzweiß, 208 Seiten, 24,90 EUR, erscheint im Mai 2012

“Mein Leben mit Mr. Dangerous” von Paul Hornschemeier

Paul Hornschemeier ist ein Meister des sparsamen und pointierten Erzählens und Zeichnens. Mit seinem präzisen Strich schafft er eine Atmosphäre von dichter Konzentration und Fokussierung. So auch in seiner neuesten Graphic Novel.

Sie erzählt vom Erwachsenwerden, von der schwierigen Zeit zwischen dem endgültigen Abschied von der Jugend und dem noch nicht ganz akzeptierten Schritt in die Welt der Erwachsenen. Direkt, klar, eindringlich – ein wunderbares kleines Stück.

Mein Leben mit Mr. Dangerous, ISBN 978-3-551-78970-9, Hardcover, farbig, 128 Seiten, 19,90 EUR, erscheint im Juni 2012

Manga in der Presse

Montag, den 28. März 2011

In der heute erschienenen Printausgabe des “Spiegels” wird der japanische Comicautor Keiji Nakazawa interviewt. Sein autobigografische Graphic Novel “Barfuß durch Hiroshima” über seine Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Abwurf der Atombombe 1945 ist in vier Teilen bei Carlsen erschienen.

Das Wiehern der Pferde: In seinem Manga “Barfuß durch Hiroshima” zeichnete Keiji Nakazawa seine Erlebnisse als kleiner Junge nach dem Abwurf der Atombombe 1945. In Japan ist er einer der bekanntesten Gegner der Atomtechnologie. Es erstaunt ihn, dass er auch heute noch so wenige Mitstreiter findet.

In seinem “FAZ”-Blog schreibt Andreas Platthaus heute über Jiro Taniguchi, von dem kürzlich mit “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” (Carlsen) die Adaption des gleichnamigen Romans von Hiromi Kawakami erschienen ist.

Den alten Lehrer lieben lernen

Jiro Taniguchi ist der angesehenste lebende Manga-Zeichner – zumindest im Westen, wo sein klarer ruhiger Stil allen denen ein Balsam ist, die in Manga eine hektische Erzählform sehen, die den Comic angeblich in längst überwundene Banalität zurückführt. Dass eine solche Generalisierung Quatsch ist, muss gar nicht eigens betont werden. mehr

“Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” von Hiromi Kawakami & Jiro Taniguchi

Montag, den 21. Februar 2011

Ab Ende dieser Woche ist der erste Band von Jiro Taniguchis Adaption von “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” (Carlsen), basierend auf der Romanvorlage der japanischen Autorin Hiromi Kawakami, im Buch- und Comichandel erhältlich. Hiromi Kawakami, deren Bücher auf Deutsch bei Hanser und dtv erscheinen, erzählt darin eine zarte Liebesgeschichte, die Taniguchi in stimmungsvolle und detaillierte Bilder umsetzt.

Die Geschichte dreht sich um die 38jährige Tsukiko, die allein lebt und von sich glaubt, nicht zur Liebe begabt zu sein. Als sie in einer Kneipe ihren alten, etwas verschrobenen Japanischlehrer wiedertrifft, entspinnt sich eine ungewöhnliche Beziehung…

Der abschließende zweite Band ist für Juni 2011 angekündigt.

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß – Band 1 von Hiromi Kawakami & Jiro Taniguchi, ISBN 978-3-551-75447-9, 208 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, 14,90 EUR

Neue Graphic Novels bei Carlsen

Mittwoch, den 8. Dezember 2010

Auch der Hamburger Carlsen Verlag hat seine Frühjahrsnovitäten bekannt gegeben. Folgende Titel erscheinen bis September 2011:

“Die drei Musketiere und D’Artagnan” von Nicolas Juncker

Der französische Zeichner Nicolas Juncker hat den klassischen Abenteuerstoff der »Drei Musketiere« von Alexandre Dumas für den Comic adaptiert. Werkgetreu und spannend hat er D‘Artagnan, Aramis, Porthos und Athos in seinem kraftvollen Stil zu Papier gebracht und bereits vielen Lesern ein einmaliges Erlebnis beschert. Im Frühjahr 2011 wird dieser Band auch auf Deutsch vorliegen.

Dazu kommt im Sommer 2011 eine Neuverfilmung des Stoffes in 3D in die deutschen Kinos, die mit großen Namen wie Orlando Bloom und Christoph Waltz aufwarten kann. Der nächste Sommer steht ganz im Zeichen von Mantel und Degen.

Die drei Musketiere und D’Artagnan, ISBN 978-3-551-78696-8, Hardcover, farbig, 264 Seiten, 24,90 EUR, erscheint im April 2011

“Die besten Zeiten” von Andreas Dierßen

Die neue Graphic Novel von Andreas Dierßen ist ein gezeichneter Episodenfilm. Der Autor verwebt auf kunstvolle und gekonnte Weise mehrere Erzählstränge zu einem großen Porträt des Großstadtlebens. Bisweilen skurrile Charaktere begegnen sich immer wieder, und der Leser hat das Vergnügen, zu sehen, wie sich all die Ereignisse in ein großes Ganzes fügen.

Dierßens hintergründiger Humor lässt einen unwillkürlich an die Filme Woody Allens denken, und man könnte sich diese Graphic Novel gut auf der Leinwand vorstellen. Bis dahin ist es aber vor allem eins: ein großes Lesevergnügen!

Die Besten Zeiten, ISBN 978-3-551-78837-5, Hardcover, schwarzweiß, 160 Seiten, 19,90 EUR, erscheint im Juni 2011

“Der Himmel ist blau, die Erde weiß – Band 2″ von Hiromi Kawakami & Jiro Taniguchi

Der Abschlussband einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte! Mit dem zweiten Teil der Adaption des Romans von Hiromi Kawakami schließt die Comicerzählung des japanischen Zeichners Jiro Taniguchi.

Bereits als Roman in Deutschland zum Bestseller bei Hanser und dtv avanciert, ergänzen nun die einfühlsamen Bilder des mehrfach preisgekrönten Künstlers Taniguchi die Geschichte der zarten Liebesbeziehung zwischen der 38-jährigen Tsukiko und ihrem ehemaligen Lehrer auf das Trefflichste.

Der Himmel ist blau, die Erde weiß – Band 2, ISBN 978-3-551-75448-6, Klappenbroschur, sw, 232 Seiten, 16 EUR, erscheint im Juni 2011

“Ganz allein” von Christophe Chabouté

Diese Graphic Novel ist eine meisterhaft gemachte Parabel darauf, dass man große Probleme mit kleinen Schritten lösen kann! Ihre Stärke liegt darin, dass sie sich ganz einfach liest, spannend ist und das Problem mit Humor betrachtet.

Ein neugieriger Seemann erfährt vom furchtbaren Schicksal des Leuchtturmwärters: Er wurde schwer entstellt als Kind des verstorbenen Leuchtturmwärterpaares geboren, das versucht hatte, ihn zu schützen, indem es allen Kontakt zur Außenwelt von ihm fernhielt. Mit rührend einfachen Mitteln bringt der Seemann ihn dazu, seine Sachen zu packen, um sich selbst ein Bild von der Welt zu machen.

Ganz allein, ISBN 978-3-551-78373-8, Hardcover, schwarzweiss, 376 Seiten, 29,90 EUR, erscheint im August 2011

” Lebensbilder” von Wiil Eisner

In »Lebensbilder« beschreibt der Pionier der Graphic Novel Will Eisner sich und seine Wurzeln, und selbstverständlich tut er auch das in Bildern. Aber nicht chronologisch, sondern so wie er selbst sein Leben aufgearbeitet hat. Er beginnt gemütlich im Ruhestand in Florida.

»Der Träumer«, in dem auch Jack Kirby und Bob Kane auftauchen, beschreibt ihn am Beginn seiner Karriere. Seine Situation als jüdischer Amerikaner im Zweiten Weltkrieg zieht uns ins »Herz des Sturms«, und mit »Name of the Game« geht er zurück bis zu den Wurzeln jüdischer Kultur in Amerika.

Lebensbilder, ISBN 978-3-551-73438-9, Hardcover, schwarzweiß, 480 Seiten, 36 EUR, erscheint im September 2011

“Existenzen und andere Abgründe” von Yoshihiro Tatsumi

Mit Yoshihiro Tatsumi kommt ein weiterer Meister der japanischen Comicliteratur ins Carlsen-Programm. Bereits in den 1950er-Jahren entwickelte er eine bis dato nicht gekannte realistische Erzählweise. Seine Charaktere führen ein Leben, das geprägt ist von Frustrationen und existentiellen Ängsten. Ohne jemals in Sentimentalitäten zu verfallen, zeigt Tatsumi tiefes Einfühlungsvermögen für die Verirrten und Verlierer, die die Gesellschaft in ihrem Kielwasser aufgegeben hat.

Die vorliegende Graphic Novel umfasst dreizehn Kurzgeschichten, die in den 1970er-Jahren entstanden sind – den Abschluss bildet ein persönliches Nachwort des Pioniers der realistischen Manga, der »Gekiga«.

Existenzen und andere Abgründe, ISBN 978-3-551-78689-0, Klappenbroschur, schwarzweiß, 320 Seiten, 14,5 x 21,5 cm, 19,90 EUR, erscheint im September 2011

Comics in den Medien – Oktober 2010

Mittwoch, den 27. Oktober 2010

Neben zahlreichen Meldungen in der deutschsprachigen Presse, in Funk und Fernsehen, gab es in den vergangenen Wochen auch einige Erwähnungen deutscher Comics und ihrer Macherinnen und Macher in internationalen Medien. Zum Beispiel interviewte Tomasz Pstrągowski am Rande des Comicfestivals in Lodz den Berliner Zeichner Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt) für das polnische Online-Comicmagazin komiksomania.pl: “Nie jestem bohaterem”.

Mit “Wanderlust” widmet Matthias Wivel auf dem amerikanischen “The Comics Journal”-Blog Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) eine ausführliche Besprechung. Darin wird Ulli Lusts autobiografischer Reisebericht eingeordnet zwischen Goethes “Italienische Reise” und Christiane F.s “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”: “a fascinating study of human behavior under duress”. Erfreulich zu sehen, dass deutsche Comics auch im Ausland immer breiter wahrgenommen werden.

“Schlicht grossartig” findet Bert Dahlmann Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52) in seiner kurzen Vorstellung auf westzeit.de. Das gegenwärtige Schaffen Barus, der im nächsten Jahr Präsident des Comicfestivals in Angoulême sein wird, stellt Andreas Platthaus auf seinem “FAZ”-Blog vor und spart in Bezug auf “Elende Helden” nicht mit lobenden Worten, wenn er in “Arme Typen, aber was für ein Reichtum an Geschichten!” unter anderem ausführt, warum Baru “auch im Alter von über sechzig immer noch einer der frischesten Comiczeichner der Welt ist”.

Ein weiterer Titel der Edition 52 wurde zuletzt ebenfalls besprochen: Die Veröffentlichung des ersten Teils von Jeff Lemires “Essex County”-Trilogie, “Geschichten vom Land”, nimmt Lars von Törne auf tagesspiegel.de zum Anlass, den Autor und sein Werk vorzustellen: “Nur wenige Autoren verbinden Elemente des Mainstream und der Comic-Avantgarde so gekonnt wie Jeff Lemire.” schreibt er in “Schöner Schmerz”. Auf comicgate.de vergleicht Benjamin Vogt in seiner Besprechung Jeff Lemires Stil lobend mit dem von Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen). Derselbe Rezensent bespricht auch Jiro Taniguchis Western-Manga “Sky Hawk” (Schreiber & Leser) und weist bei allem Lob auf einige Schwächem im Genre-Mix hin. In den ungefähr zur Zeit der großen Depression angesiedelten Geschichten in Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott und andere Geschichten” (Carlsen) erkennt Andreas Fisch – ebenfalls auf comicgate.de – eine Reihe von Parallelen zur heutigen Zeit. Die “Ur-Graphic Novel” nennt Fabian Kettner den Band in seiner ausführlichen Vorstellung auf literaturkritik.de.

In der Zeit ganz weit zurück geht Jens Harder in seiner Graphic Novel “Alpha – directions” (Carlsen), der Thomas Hummitzsch auf textem.de attestiert, “spektakuläre Evolutionsbilder” zu finden. Marco Behringer stellt an gleicher Stelle “die Geschichte der Beat-Literatur als Graphic Novel” vor, namentlich “The Beats” (Walde+Graf) von den Herausgebern Harvey Pekar und Paul Buhle. Wer hätte gedacht, dass einmal “Bertrand Russel als Comicheld” erscheinen würde, führt ebenfalls Marco Behringer in seiner Besprechung von Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) auf textem.de aus. Wolfgang Popp stellt “Logicomix” auf Ö1 vom ORF vor. Der dazugehörige Text lässt sich hier nachlesen und hier nachhören.

Christian Möller sprach anlässlich der Veröffentlichung einiger Comics, die sich mit religiösen Themen auseinandersetzen, mit dem Kölner Autor Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) über den “Boom des Göttlichen”. Der Beitrag lief im Deutschlandfunk. In einer kurzweiligen Bilderstrecke stellt WDR1 Live Arne Bellstorfs “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor.

In der “Welt” wurde Eric Corbeyrans Adaption von Franz Kafkas “Die Verwandlung” (Knesebeck) als gelungene Umsetzung kurz vorgestellt. Für die Vogtländer “Freie Presse” legt Oliver Seifert in “Pünktchen, Pünktchen, Komma Strich” dar, wie es Stéphane Heuet gelingt, aus Marcel Prousts Vorlage in “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” (Knesebeck) einen gelungenen Comic zu machen. Eher eine “Lektürehilfe” erkennt darin jedoch Daniel Wüllner in seinem Artikel für tagesspiegel.de: “Bis an die Grenzen der Zeit”. An gleicher Stelle stellt Waldemar Kesler die gelungene Zusammenarbeit zwischen David Prudhomme und Pascal Rabaté in “Die Plastikmadonna” (Carlsen) heraus: “Das Szenario und die Zeichnungen gehen bei der liebevollen Milieustudie so innig Hand in Hand, dass wir nur auf eine weitere Zusammenarbeit der beiden hoffen dürfen.”: “Die rote Maria”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de empfiehlt Comic-Autorin Elke R. Steiner (“Risiken und Nebenwirkungen”, Gütersloher Verlagshaus) “Das Zeichen des Widders”, die Zusammenarbeit von Fred Vargas und Edmond Baudoin (Aufbau Verlag) als “Mitreißend, berührend und voller ungewöhnlicher Charaktere”: “Kleiner Raub mit großen Folgen”.

Thomas Otts “R.I.P. – Best of 1985 -2004″ (Edition Moderne) stellt Christian Neubert auf titel-magazin.de vor. In diesen “Schattenseiten” erkennt der Autor “große Kunst”. Christian Neubert sprach am Rande der Frankfurter Buchmesse auch mit den frisch gekürten Sondermann-Preisträgern Felix Mertikat und Benjamin Schreuder über die Auszeichnung und natürlich über ihr gemeinsames Debüt “Jakob” (Cross Cult): “Ein Konglomerat genialer Ideen”.

Comics in den Medien – August 2010 (2)

Freitag, den 20. August 2010

Graphic Novels ['græfik 'nɔvəls] haben es in das Glossar der vom WDR betriebenen Website wissen.de geschafft. Die Kurzbeschreibung findet sich hier.

Zwei Fachzeitschriften haben sich in den vergangenen Wochen mit Graphic Novels befasst: Für “Spektrum der Wissenschaft” hat Lennart Pyritz Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) gelesen und attestiert dem Autor im Artikel “Comic-Evolution” eine “augenzwinkernde Kreativität”. Im “Deutschen Ärzteblatt” stellt Freddy Litten weniger erbauliche Inhalte vor: “Comics: Vergewaltigung, Krankheit und Tod”. Von den vorgestellten Comics ist einzig die Trilogie “Der Fotograf” von Didier Lefèvre, Emmanuel Guibert und Pascal Lemercier (Edition Moderne) auf Deutsch erhältlich.

In der laufenden Sommerserie des Berliner “Tagesspiegel” beantworten Comicautorinnen und -autoren einen 15 Punkte umfassenden Fragebogen. Bisher haben sich zu Wort gemeldet: Katharina Greve (“Ein Mann geht an die Decke”, die biblyothek), Barbara Yelin (“Gift”, mit Peer Meter, Reprodukt), Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) und Flix (“Faust”, Carlsen).

An gleicher Stelle schreibt Christian Endres über “Sky Hawk” (Schreiber & Leser), den neuen Band von Jiro Taniguchi. In Zwei Samurai bei den Sioux” lobt er die gelungene Verknüpfung von Western und Manga. “Die Hölle Pubertät” durchschreitet Melanie Gerland in ihrem autobiografischen Debüt “Offene Arme” (Balance Verlag), wie Sven Jachmann ebenfalls auf tagesspiegel.de ausführt.

Leichtere Kost verspricht David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), auch wenn es dort “Zwischen Knast und Kneipe” heiß her geht. Thomas Klingenmaier schreibt über das Buch in seinem Blogbeitrag auf der Seite der “Stuttgarter Zeitung”.

Im “Nordwestradio” von Radio Bremen hat Karolin Korthase ein weiteres Mal Peer Meters und Barbara Yelins Buch “Gift” (Reprodukt) vorgestellt. Der Beitrag lief in der Sendung “Literaturzeit” und kann hier noch einmal in ganzer Länge nachgehört werden.

“Comicautor Ralf König ist 50″ lautet die Überschrift des ausführlichen Porträts, das auf der Website der Deutschen Welle zu finden ist. Dort resümiert die Autorin Gisa Funck: “Von einsetzender Altersmilde aber ist beim Altmeister glücklicherweise nichts zu spüren, dessen Cartoons weiterhin erfrischend respektlos die Untiefen sozialer Konventionen ausloten.”.

Der “Stern”-Blogger Gerd Blank erkennt in Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) eine “herzergreifende, wundervoll gestaltete” Geschichte: “Die traurige Geschichte von ‘Jakob’”. Die beiden Kreativköpfe hinter dem Buch sind Absolventen der Filmhochschule Ludwigsburg und haben “Jakob” als medienübergreifendes Projekt gestartet, das “cinearte”, das Nachrichtenmagazin für Filmschaffende, in der aktuellen Ausgabe vorstellt. Die Zeitschrift lässt sich komplett als PDF herunterladen.

“Gipfel der Götter” – erstes Kapitel online

Montag, den 26. Juli 2010

Der Münchner Verlag Schreiber & Leser hat das erste, 35 Seiten umfassende, Kapitel von Jiro Taniguchis Bergsteigerdramas “Gipfel der Götter”, das in Zusammenarbeit mit Baku Yumemakura entstand, online zur Verfügung gestellt.

In einem Trödelladen in Katmandu findet der Alpin-Fotograf Fukamachi Makoto eine alte Kamera, eine Kodak Vest Pocket Autographic Special. Dasselbe Modell hatte der berühmte Bergsteiger George Mallory 1924 bei sich, als er beim dem Versuch der Erstbesteigung des Mount Everest auf tragische Weise verschollen ging. In einer sentimentalen Anwandlung kauft Fukamachi den Fotoapparat, und ahnt nicht, dass er damit zum Protagonisten einer faszinierenden Bergsteiger-Saga um die höchsten Gipfel der Welt wird.

Jiro Taniguchis Comics erscheinen sowohl bei Carlsen Comics als auch bei Schreiber & Leser, sein “Vertraute Fremde” (Carlsen) wurde als Comic des Jahres 2008 ausgezeichnet, eine Verfilmung davon kam im Mai in die deutschen Kinos.

Zur Online-Leseprobe von “Gipfel der Götter” gelangt man hier.

Neue Graphic Novels bei Schreiber & Leser

Donnerstag, den 8. Juli 2010

Mit “Shutter Island” von Christian De Metter & Dennis Lehane – die Romanvorlage von Dennis Lehane wurde von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt – und “Sky Hawk”, einem Western von Mangazeichner Jiro Taniguchi (“Vertraute Fremde”, Carlsen) erscheinen im Sommer 2010 zwei außergewöhnliche Graphic Novels bei Schreiber & Leser.

“Shutter Island” von Christian De Metter & Dennis Lehane

Wo ist Rachel Solando? Die geisteskranke Straftäterin ist aus ihrer verriegelten Zelle entwichen – kann Rachel durch Wände gehen? Die US Marshals Teddy Daniels und Chuck Aule reisen an, um in der geschlossenen Anstalt auf Shutter Island zu ermitteln, aber sie laufen überall gegen Wände. Und plötzlich scheinen sich noch andere Mauern um die beiden zu schließen, Mauern aus Wahn und Schweigen.

Christian De Metter, geboren 1968 in Paris, veröffentlichte seinen ersten Comic im Jahr 2000. In den darauf folgenden Alben – “Dusk”, “Le Curé” und “Swinging London” – erweiterte er sein grafisches Universum. 2004 erhielt er zusammen mit Catel den Publikumspreis des Festivals in Angoulême für das beste Album: “Le Sang des Valentines” (Edition Casterman). Seine neueren Arbeiten, zum Beispiel “Figurec” und “Vers le démon”, bezeugen seine künstlerische Reife und seine Liebe zu Krimis. “Shutter Island” ist seine erste Veröffentlichung in deutscher Sprache.

Dennis Lehane wurde 1994 mit seinem Erstling “A Drink Before the War” schlagartig berühmt, dem ersten Thriller in einer Reihe um die Bostoner Privatdetektive Patrick Kenzie und Angie Gennaro. Mit “Mystic River”, verfilmt von Clint Eastwood, kehrte Lehane zu seinen Lieblingsthemen zurück – Liebe und Schuld, Gewissensqualen und Rache. Später wandte er sich der Erzähltradition der Short stories zu.

Shutter Island, ISBN 978-3-941239-43-2, 128 Seiten, farbig, broschiert, 17,80 EUR, erscheint im August 2010 bei Schreiber & Leser | noir

“Sky Hawk” von Jiro Taniguchi

Im Jahr 1869 fuhren vierzig Japaner vom Clan Aizu mit dem Dampfer “China” von Yokohama nach San Francisco – die ersten japanischen Auswanderer in die USA. Vor diesem historischen Hintergrund beginnt die Geschichte der zwei Samurai Hikosaburo und Manzo, die es als glücklose Goldsucher in die Rocky Mountains verschlägt.

Als die beiden eine Indianerin vor weißen Verfolgern retten, treffen sie auf Crazy Horse und seine Oglala. Der legendäre Häuptling ist fasziniert von den Kampftechniken der jungen Japaner und bittet sie, seinem Stamm Ju-jitsu beizubringen. Als neue Blutsbrüder, Sky Hawk und Winds Wolf, verteidigen sie nunmehr zusammen mit den Indianern das geheiligte Land der Black Hills gegen die heranrückenden Weißen.

Mit diesem Band erfüllte sich Taniguchi einen lang gehegten Wunsch: einen Manga-Western zu schaffen, in dem der Weg des Bushido sich mit dem Stolz des Indianerkriegers vereint.

Jiro Taniguchi, Jahrgang 1947, ist einer der berühmtesten Autoren anspruchsvoller Mangas. In seinen Anfängen beeinflussten ihn die großen frankobelgischen Comickünstler wie Moebius und Schuiten stark, bis er seinen eigenen, detailgenauen und sensiblen Stil entwickelte.

Sky Hawk, ISBN 978-3-941239-36-4, 288 Seiten, schwarzweiß, broschiert, 16,95 EUR, mit einem Vorwort von Moebius. Erscheint im August 2010 bei Schreiber & Leser | shodoku.

Comics in der Presse – Mai 2010 (2)

Samstag, den 29. Mai 2010

Superhelden stehen im Mittelpunkt der Neuauflage von “Marvels” (Panini) von Kurt Busiek und Alex Ross, das 15 Jahre nach Erstveröffentlichung nun wieder auf Deutsch erhältlich ist und in dem in aufwändigen Bildern das Aufkommen der “Marvel”-Superhelden (Spiderman, Hulk, Die Fantastischen Vier) aus der Sicht eines gewöhnlichen Zeitungsreporters geschildert wird. “Ein echter Klassiker” urteilt Martin Ross auf titel-magazin.de in “Ein Universum voller Helden”.

Auf das Erscheinen von Jan Draegers und Holger Kreitlings ausführlichem Artikel zu Jens Harders “Alpha… Directions” (Carlsen) wurde an dieser Stelle hingewiesen, als er in der “Berliner Morgenpost” erschien. In leicht modifizierter Form wurde er nun unter dem Titel “Die Weltgeschichte als Comic” in “Die Welt” veröffentlicht. Interessant auch der Meinungsaustausch zwischen naturwissenschaftlich geschulten Lesern und Anhängern des Kreationismus.

Im Jugendradio des SWR, Das Ding, stellte Christiane Falk “Tamara Drewe” von Posy Simmonds als “Buchtipp” vor. Der Beitrag lässt sich hier nachhören.

Daniel Wüllner stellt in seiner Besprechung auf comicgate.de von Osamu Tezukas “Barbara” (Schreiber & Leser) die erzählerische Klasse des Autoren heraus, ohne zu unterschlagen, dass er mit einigen Darstellungen von Frauen in dem Buch durchaus seine Probleme hat.

Einen weiteren japanischen Comic bespricht Thomas Greven auf tagesspiegel.de: Nachdem “Vertraute Fremde”, die Verfilmung des “Comic des Jahres 2007″, gerade in den Kinos angelaufen ist, hat der Hamburger Carlsen Verlag mit “Ein Zoo im Winter” schon ein neues Werk von Jiro Taniguchi veröffentlicht. In “Der Traum des Zeichners”, so stellt Thomas Greven heraus, betone Jiro Taniguchi in für ihn typischer Manier “mit großer erzählerischer Wärme die Menschlichkeit seiner Protagonisten”.

“Ein Reaktionär wie aus dem Bilderbuch” ist für Micha Wießler, den Inhaber des Berliner Comicshops Modern Graphics, die titelgebende Figur aus Blutchs “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag), wie er in einer Buchvorstellung an gleicher Stelle ausführt.

Felix Giesa vergleicht Tommi Musturis “Unterwegs mit Samuel” (Reprodukt) auf satt.org in “Arbeit am Comic-Mythos” mit Jim Woodrings “Frank” und zieht zur besseren Einordnung des Comics, der “formal wie inhaltlich begeistert” noch Art Spiegelmans “Breakdowns” (Fischer) und Tony Millionaires “Sock Monkey” heran.

Auf der amerikanischen Informationswebsite Comicsreporter.com lobt Bart Beatty Thomas Ott anlässlich seiner in der Edition Moderne erschienenen Sammlung “R.I.P. Best Of 1985-2004″ als “one of the world’s most interesting cartoonists for a quarter century now.”

“Wer gewinnt in Erlangen?” fragt sich “FAZ”-Feuilletonist Andreas Platthaus in seinem Blog und gibt seine Empfehlungen für Preisträger der Max und Moritz-Preise ab. Auch in einer Bildergalerie schreitet er für die “FAZ” die nominierten Comics ab, den in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erschienenen Titeln bescheinigt er die Höchstwertung.

Die Comicseite des Berliner “Tagesspiegels” enthält sich eines Urteils zu den Max und Moritz-Nominierungen und verweist auf die eigene Berichterstattung zu fast jedem der zur Wahl stehenden Titel: “Wilhelm Buschs Erben”.