Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Joann Sfar’

“Nicht nach Auschwitz! Nicht nach Israel!”

Montag, den 3. Februar 2014

Bereits am vergangenenMontag erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein ausfĂŒhrlicher Artikel ĂŒber Joann Sfar und die derzeit in Dresden gezeigte Ausstellung “Luftmenschen – Zwischen Algier und Odessa unterwegs in den Bildwelten des französischen Comic-Zeichners Joann Sfar”. Redakteur Andreas Platthaus traf den französischen Autor zum GesprĂ€ch. Der Beitrag lĂ€sst sich hier komplett lesen: “Nicht nach Auschwitz! Nicht nach Israel!”.

Zwei Comic-Ausstellungen in Dresden

Freitag, den 17. Januar 2014

In den nĂ€chsten Tagen eröffnen gleich zwei Comic-Ausstellungen in Dresden. Beide finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Vot ken you mach?” statt, die sich aktuellen Fragen jĂŒdischer IdentitĂ€t widmet.

Die erste Ausstellung “Luftmenschen – Zwischen Algier und Odessa unterwegs in den Bildwelten des französischen Comic-Zeichners Joann Sfar” wird am Dienstag, dem 21. Januar im Kunstfoyer im Kulturrathaus Dresden eröffnet.

“„Es ist nicht meine Aufgabe, die Dinge so darzustellen, wie sie sind“, sagt einer der Protagonisten in Joann Sfars Comic Die Katze des Rabbiners und bringt damit das kĂŒnstlerische Konzept des französischen Comiczeichners, Autors und Regisseurs auf den Punkt. Die Magie einer Zeit, einer Stadt oder einer Kultur einzufangen ist Sfar wichtiger als eine detailgetreue Abbildung historischer Tatsachen – dennoch schafft er es in seinen atemberaubend zeitgenössischen Werken, den Lesern ĂŒber die Comics einen tiefen Einblick in die jĂŒdischen Lebenswelten zwischen dem osteuropĂ€ischen Schtetl und der nordafrikanischen WĂŒste zu vermitteln.”

Die zweite Ausstellung trĂ€gt den Titel: “Wurzellose Kosmopoliten – Comics zu jĂŒdischen IdentitĂ€ten in Europa, USA und Israel”. Diese Ausstellung wird bis zum 4. Mai im Kunsthaus Dresden zu sehen sein.

Kuratiert von Jonas Engelmann (Kulturwissenschaftler und Experte fĂŒr Independant Comic, Autor der Dissertation „Gerahmter Diskurs ‹Gesellschaftsbilder im Independent-Comic“, Ventil Verlag 2012). FĂŒr „Vot ken you mach?“ wurde Engelmann mit der Konzeption einer Comic-Lounge zu jĂŒdischen IdentitĂ€ten beauftragt, die im Kunsthaus Dresden gezeigt wird. Die Comic Lounge wird anhand einer großen Zahl ausgestellter Hefte mehrere großere Themenbereiche fokussieren: JĂŒdisches Europa bis 1933, JĂŒdische (Migrations-)Spuren in Amerika, Shoah / Antisemitismus und Juden und Europa heute.

Die Eröffnung beider Ausstellungen findet am 21. Januar um 19 Uhr im Kunstfoyer statt. Joann Sfar wird anwesend sein.

Kulturrathaus Dresden – Raum fĂŒr Kunst, Königstraße 15, D-01097 Dresden
Öffnungszeiten: Mo-Do 9- 8 Uhr, Fr 9-16 Uhr

Kunsthaus Dresden – StĂ€dtische Galerie fĂŒr Gegenwartskunst, RĂ€hnitzgasse 8, D-01097 Dresden
Öffnungszeiten: Di–Do 14–19 Uhr, Fr–So 11–19 Uhr

Abbildung © Joann Sfar

Graphic Novels in den Medien – 7. August 2013

Mittwoch, den 7. August 2013

Ein iranischer Albtraum ist ein in jedem Sinne toller Trip durch die Hölle der Haft und das Labyrinth des grotesken politischen Verfahrens.” schreibt Alexandra Kedves im ZĂŒrcher Tagesanzeiger ĂŒber Mana Neyestanis Buch, das in der Edition Moderne erschienen ist: “Im Knast wegen einer dummen Kakerlake”.

Ralph Trommer zeigt sich von Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag) sehr angetan, da Fior darin “beweist, dass Science-Fiction auch jenseits von Klischees funktionieren kann.”. Der Artikel “Science Fiction, die schwebt” erschien in der tageszeitung.

Derselbe Autor stellt auf tagesspiegel.de “Reprobus” von Markus FĂ€rber vor (Rotopolpress) und findet nur lobende Worte: “Ein unheimlicher Heiliger”.

Im Reiseteil des Tagesspiegels erschien eine Reportage Erik Wenks zu den Handlungsorten des Buches “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist): “Der Held sitzt immer am Tresen”.

Unter der Überschrift “Das Jahr der Comic-Kunst: Gut gemerzt!” stellte Christoph Huber in der Presse eine Reihe aktueller Titel vor, die sich von unterschiedlicher Seite dem Thema “Kunst & Comics” nĂ€hern: mehr oder weniger freie KĂŒnstlerbiografien wie Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz!”, Steffen Kvernelands “Munch”, “Chagall in Russland” von Joann Sfar (alle avant-verlag) und “Pablo” von Julie Birmant und ClĂ©ment Oubrerie, sowie Brecht Evens’ “Die Amateure” (beide Reprodukt), der die BeschĂ€ftigung mit Kunst in eine fiktionale Geschichte einbettet.

Im Standard stellte Martin Reiterer drei BĂ€nde vor, die sich mit gesellschaftlichen Problemen wie der FlĂŒchtlingspolitik auseinandersetzen: Joe Saccos “Reportagen” (Edition Moderne), Paula Bullings “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag), sowie “Kafka fĂŒr Afrikaner. Sofie und der schwarze Mann” von Judith Vanistendael (Reprodukt): “Wie kann ich ein normal Mensch sein?”.

Im “Literaturforum” des Nordwest-Radios gab es ebenfalls eine themenbezogene Übersicht, hier geht es um “Graphic Novels aus der arabischen Welt und aus Israel”. Fazit hier: “Eine alternative, nicht gerade systemkonforme Form von Literatur. Höchst fantasievoll bietet sie Innenansichten aus einer fremden Welt”. Vorgestellt werden “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” von Sarah Glidden (Panini), “Metro” von Magdy El-Shafee, “Die Mauer” vom Maximilien Le Roy (beide Edition Moderne), “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt), “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B., “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached sowie dem Sammelband “Cargo” (alle avant-verlag).

Graphic Novels in den Medien – 8. MĂ€rz 2013

Freitag, den 8. MĂ€rz 2013

Der Hamburger Lokalsender Tide TV stellte vorgestern in einem lĂ€ngeren Beitrag die Hamburger Comicszene vor. Zu Wort kommen Carlsen-Redakteur Ralf Keiser sowie die Comic-AutorInnen Maria Luisa Witte und Larissa Bertonasco (“Spring”) sowie Arne Bellstorf (“BabyÂŽs in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, Reprodukt).

FĂŒr Waldemar Kesler ist Joann Sfars “Chagall in Russland” (avant-verlag) ein “herausragender Comic”, wie er in der Welt schreibt: “Plötzlich ist Jesus ein GrĂŒner”. “Das Chagall-PortrĂ€t von Joann Sfar ist ein großer Wurf. Sfar betrachtet dessen Malerei durch die Brille seiner eigenen Wahrnehmung der jĂŒdischen Kultur.”

In der Frankfurter Rundschau befasste sich Christian SchlĂŒter ausfĂŒhrlich mit Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit): “Der Libido-Kick von ’68″. Sein Urteil ist eindeutig, der Band sei “in seiner eigenwilligen und, gemessen an dem zur Zeit vorherrschenden Graphic-Novel-Ernst, grotesk-komischen, bisweilen dilettantischen und durchweg eklektischen Machart schlichtweg großartig.”

“Krach! Bumm! Alltag! Deutschsprachige Comics und die Kunst der Reportage”. Das auf Deutschlandradio Kultur ausgestrahlte Radiofeature , das sich mit aktuellen Trends im Bereich der Graphic Novel auseinandersetzt, lĂ€sst sich leider nicht nachhören – dafĂŒr liegt das Manuskript in zwei Dateiformaten zum Nachlesen vor. Zu Wort kommen darin die AutorInnen Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”), Paula Bulling (“Im Land der FrĂŒhaufsteher”), Verleger Johann Ulrich (alle avant-verlag), David Schraven (“Kriegszeiten”) und der Ladeninhaber Torsten Alisch vom Groben Unfug in Berlin. Redakteurin des Beitrags war Anette Selg.

Update: Das Feature kann nun hier nachgehört werden.

Selg stellte im Radiofeuilleton des Deutschlandfunks auch “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached vor: “Illustrierte VergangenheitsbewĂ€ltigung”. Die Autorin kommt ausfĂŒhrlich zu Wort.

Auf tagesspiegel.de stellt Marc Röhling zwei Veröffentlichungen des amerikanischen Comic-Journalisten Joe Sacco vor, von der eine (“Reportagen”, Edition Moderne) in KĂŒrze auf deutsch erscheinen wird: “Sacco und wie er die Welt sieht”.

FĂŒr den in den vergangenen Tagen verstorbenen Comic-Autoren Didier ComĂšs schreibt Ralph Trommler auf tagesspiegel.de einen Nachruf: “Ein Pionier der Graphic Novel”.

Graphic Novels in den Medien – 29. Januar 2013

Dienstag, den 29. Januar 2013

Jonathan Schreiner schreibt in der JĂŒdischen Allgemeinen ĂŒber die beiden zuletzt von Joann Sfar erschienenen BĂ€nde “Chagall in Russland” und “Klezmer 4: TrapezschwĂŒnge” (beide avant-verlag): “Schwerelos in Jiddischland”. Sein Urteil fĂ€llt eindeutig aus: “Beide zĂ€hlen in zeichnerischer Hinsicht zum Aufregendsten, was Sfar bislang produziert hat.”

Auf dem Blog popkulturschock.de zeigt sich die Rezensentin DesirĂ©e Löffler in ihrer Besprechung von Camille Jourdys “Rosalie Blum” (Reprodukt) sehr angetan, sowohl was die Geschichte wie auch ihre Umsetzung angeht. Dabei bemerkt sie auch: “Es ist mir schleierhaft, warum Rosalie Blum in den Feuilletons untergegangen ist.”

Darauf hat die SĂŒddeutsche Zeitung postwendend reagiert und in der gestrigen Ausgabe eine Buchvorstellung des Bandes von Anja Perkuhn veröffentlicht. Auch hier werden die vielschichtigen Charaktere in den Vordergrund gestellt und ihre Suche nach Halt und ErfĂŒllung: “Äußerst unterhaltsames Stalking”.

Graphic Novels in den Medien – 8. Januar 2013

Dienstag, den 8. Januar 2013

AnlĂ€sslich der Veröffentlichung der letzten BĂ€nde von Joann Sfar – “Chagall in Russland” sowie “Klezmer, Band 4: TrapezschwĂŒnge” (beide avant-verlag) – widmet der freitag dem französischen Autoren ein Portrait, das vor allem seine Darstellung jĂŒdischen Lebens in den Mittelpunkt stellt: “Rettung im Comic”. Jonas Engelmann stellt dabei heraus, dass Sfar dabei einen Aspekt in den Mittelpunkt stellt: “die Errettung der vom deutschen Nationalsozialismus zerstörten europĂ€isch-jĂŒdischen Lebenswelt durch ihre ÜberfĂŒhrung in den Comic”.

Gleich zwei Graphic Novels wurden gestern im Deutschlandradio besprochen: In “Philosophierende Vögel” stellt Frank Meyer Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) vor. Dem Rezensenten gefallen nicht nur die Zeichnungen: Dass Anders Nilsen seine meditative Fabel ĂŒber die “Großen Fragen” auch mit einer Aura aus Ironie, Witz und AbsurditĂ€t ausgestattet hat, das spricht zusĂ€tzlich fĂŒr dieses Buch. (Direkt zum Audiobeitrag geht es hier.) Die Buchempfehlung fĂŒr den Monat Januar ist “Quai d’Orsay” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt). Den Band besprach Dirk Fuhrig: “Christophe Blain zeichnet mit solcher PrĂ€zision und einem derart feinen GespĂŒr fĂŒr komische Situationen, dass ein gestochen scharfes Bild der Politikerkaste im Allgemeinen entsteht: Eitelkeiten, Etikette, Hierarchie und so manche SelbstĂŒberschĂ€tzung.”: “Pointenreiche Bilder ĂŒber die SchwĂ€chen der Politik”. (Audiobeitrag hier)

“WAMM macht die TĂŒr” ist Brigitte Helblings Beitrag auf culturmag.de betitelt, der sich ebenfalls mit “Quai d’Orsay” beschĂ€ftigt und indem die Autorin beschreibt, den Band unterschĂ€tzt zu haben: “Interessant, unterhaltsam, komisch, berĂŒhrend – man kommt mit den Adjektiven gar nicht hinterher, wenn man diesen Comic beschreiben will.”

“Aufrichtig und ganz und gar großartig” findet Mario Osterland “Die Kunst zu fliegen von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag), wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “Ein BlutsbĂŒndnis”. Dementsprechend wĂŒnscht er dem Band eine möglichst große Leserschaft ĂŒber die iberische Halbinsel hinaus.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Montag, den 17. Dezember 2012

Gleich vier neue Titel des avant-verlags werden in den nÀchsten Tagen an den Handel ausgeliefert.

“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der südafrikanischen Küste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und Affenfüssen gestraft hat, und seinen gammeligen Lebenskünstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an…

Im bester „Big Lebowski“- Manier lĂ€sst Comic-Künstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die südafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und „Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

„Ein großer Spaß, der stets etwas mehr bietet, als man auf den ersten Blick vermuten würde, aber sich auch nicht zu schade ist, bisweilen einfach nur auf den Putz zu hauen.“ – Jeffrey Brown

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines Banküberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit Damenstrümpfen über dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die „Bande der falschen Gesichter“ an, sich mit Perücken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die „falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Klezmer 4 – TrapezschwĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengeführt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch „Baron“ genannt, der mit seiner jüdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben
davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel Glück – auch ein wenig Bares wartet.  So entstand eine gelungene Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

„So lebendig wie hier ist die jüdische Musik nur selten.“ – B5 Kulturnachrichten

„ â€șYam Bam Bom Bam Yom Schilibilibiliyomâ€č. So hat man Klezmer noch nie gehört und gesehen!“ – Jüdische Zeitung

Klezmer 4 – TrapezschwĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach „Pascin“ eine weitere Künstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jüdischen Jüngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter denn schon zu bieten? Soll Chagall für die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weiß auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird.

In der Tradition seiner Serien „Klezmer“ und „Die Katze des Rabbiners“ entführt Sfar seine Leser einmal mehr in die jüdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, farbig, Softcover, EUR (D) 19,95

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Sonntag, den 27. Mai 2012

Von Juni bis Dezember 2012 erscheinen vierzehn neue Comics im Berliner avant-verlag. Das neue Programm startet im Juni mit sechs Neuheiten, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen werden. Von den französischen KĂŒnstlern David B. und Golo werden Titel vorgelegt, daneben erscheinen zwei Comics von jungen deutschen Zeichnerinnen: “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling und “HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck sowie mit “Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” ein neuer Titel des Duos Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (“Grenzfall”) und “Noise”, so der Titel der neuen Anthologie von Tonto.

Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Paula Bulling, Sophia Martineck, Golo und David B. werden auf dem Comic-Salon zugegen sein, um ihre neuen Comics zu signieren.

“Die besten Feinde – Erster Teil 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiu & David B.

Der französische Historiker und Islamwissenschaftler Jean-Pierre Filiu erzĂ€hlt die Geschichte der amerikanischen Beziehungen zum Nahen Osten, und zwar von 1783, als die gerade entstandene amerikanische Nation gegen muslimische Piraten im Mittelmeer aktiv wurde, bis 1953, als die CIA den iranischen Premierminister Mossadegh stĂŒrzte und den Schah wieder an die Macht brachte. Immer wieder lassen sich erschreckende Parallelen zwischen der historischen und der aktuellen Politik ziehen… In einzelnen Episoden werden die wichtigsten Stationen beleuchtet und David B.s beeindruckende Bilder bieten die ideale ErgĂ€nzung zu diesem Geschichtscomic.

Jean Pierre Filiu ist ein französischer Kulturwissenschaftler und einer der angesehendsten Experten des Landes fĂŒr den modernen Islam. Sein Forschungsschwerpunkt sind die unterschiedlichen globalen Jihad-Bewegungen, vor allem die Al Qaida. Er unterrichtet am Institut d’Ètudes Politiques in Paris.

David B. ist GrĂŒndungsmitglied des renommierten Verlags L’Association und einer der virilsten Vertreter der neuen französischen Comiclandschaft.

Die besten Feinde, ISBN 978-3-939080-63-3, 120 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Chronik einer verschwundenen Stadt” von Golo & Dibou

Unweit von Luxor, einem der touristischen Hochzentren Ägyptens, liegt die kleine Stadt Qurna. Noch. Denn Qurna und seine Bewohner mĂŒssen den touristischen Strömen Luxors weichen. Die französischen ZeichnerInnen Golo und Dibou, die seit 10 Jahren in Qurna leben, dokumentieren in ihrer ambitionierten Comic-Arbeit die unausweichliche Zerstörung von Qurma, aber weitmehr die Kultur und das Wesen der Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben und nun von der Ă€gyptischen Regierung umgesiedelt werden. Mit Witz und Hingabe an ihre Nachbarn und all die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen, erzĂ€hlen Golo und Dibou von der Ohnmacht des Einzelnen gegenĂŒber der ökonomischen und bĂŒrokratischen Logik des Staates und von der Faszination und ihrer Liebe zu Ägypten und seinen Bewohnern.

Golo ist der KĂŒnstlername des 1948 geborenen französischen Zeichners Guy Nadaud. Seit Anfang der 70er veröffentlicht Golo bei verschiedenen Verlagen und Magazinen Comicgeschichten und Graphic Novels. Vor ca. zehn Jahren ist er nach Ägypten ausgewandert, wo er u.a. fĂŒr die “Kairo Times” arbeitet.

Chronik einer verschwundenen Stadt, ISBN 978-3-939080-59-6, 120 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 24,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Im Land der FrĂŒhausteher” von Paula Bulling

“Die Unterbringungen von FlĂŒchtlingen soll ihre Bereitschaft zur RĂŒckkehr in das Heimatland fördern“, steht es in der Bayerischen AsyldurchfĂŒhrungsverordnung. In anderen BundeslĂ€ndern braucht es diese zynische Amtsvorgabe gar nicht, wenn es um den Umgang mit Asylbewerberngeht. Vor allem Sachsen-Anhalt, das so genannte “Land der FrĂŒhaufsteher“, steht in dem Ruf, in FlĂŒchtlingsfragen die restriktivsten und unflexibelsten Auslegungen der Gesetzlage durchzusetzen.

Paula Bulling hat im Laufe mehrerer Jahre die FlĂŒchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen GesprĂ€chen und Begegnungen mit Asylbewerbern in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzĂ€hlt sie vom Leben in Asylbewerberheimen, alltĂ€glichem Rassismus, dem Tod eines FlĂŒchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzĂ€hlerischen Haltung als weiße KĂŒnstlerin. “Im Land der FrĂŒhausteher“ entstand in naher kĂŒnstlerischer Zusammenarbeit mit den portrĂ€tierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Puala Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch fĂŒr die neuen und den grĂ¶ĂŸten Teil der alten BundeslĂ€nder gelten kann.

Paula Bulling, 1986 in Berlin geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Halle) Illustration studiert. “Im Land der FrĂŒhaufsteher” ist ihr Comic-DebĂŒt.

Im Land der FrĂŒhaufsteher, ISBN 978-3-939080-68-8, 120 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck

Niederböhna ist ein typisch deutsches Dorf im 21. Jahrhundert. Es liegt zwischen HĂŒgeln, Seen und Feldern. Nur noch wenige Einwohner arbeiten heute in der Landwirtschaft, die meisten fahren zur Arbeit in die Stadt. Die Bevölkerungszahl sinkt, denn nur wenige Jugendliche wollen in Niederböhna bleiben. Niederböhna könnte auch Neuschwammelsburg, Obereichenberg oder Kleinmittelsbach heißen. Niederböhna gibt es nicht, denn es wurde fĂŒr dieses Buch erfunden. Auch die Personen und Namen sind fiktiv. Nur die Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten. Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse sind in deutschen Lokalzeitungen nachzulesen oder sie wurden mĂŒndlich ĂŒberliefert. Jedes deutsche Dorf könnte Niederböhna sein.

Sophia Martineck, Jahrgang 1981, studierte in Berlin, Liverpool und New York Visuelle Kommunikation. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Hans-Meid-Förderpreis und dem Art Directors Club Young Guns Award ausgezeichnet.

HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei, ISBN 978-3-939080-62-6, 52 Seiten, vierfarbig, Klappenbroschur, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Noise” von Tonto (Hrsg.)

Anhand Arbeiten von Gmeindl, HĂ€ussle, Kaplan, Jordan, Strobl aus dem Tonto-Kernteam und BeitrĂ€gen von GĂ€sten wie Pakito Bolino (FR), Dice Industries (DE), Bill Griffith (USA), Kai Pfeiffer (DE), Marko Turunen (FI), Aleksandar Zograf (SRB), Igor Hofbauer (HR) und Nicolas Mahler (AT) entwickelt Helmut Kaplan auf 80 Seiten ein dichtes Bezugssystem zum Thema “Noise“ – das Ergebnis ist eine der schönsten aktuellen Anthologien fĂŒr Comics als kĂŒnstlerische und persönliche Ausdrucksform abseits jeglicher kommerzieller Intentionen. Ein Fest fĂŒr Augenmenschen und Aufgeschlossene!

Tonto: Aus dem Duo Strobl & Kaplan bildete sich vor 10 Jahren und 12 Ausgaben der “Tonto”-Anthologien eine Gruppe, die mittlerweile Teil eines ĂŒber Europa verstreuten Netzwerkes ist, das das Comic-Medium als ihre primĂ€re FlĂ€che der Auseinandersetzung gewĂ€hlt haben: “Tonto Comics”. “Tontos” Randlage (Graz) im deutschsprachigen Raum bedeutet gleichzeitig eine NĂ€he zu Europa – Berlin ist gleich fern wie Belgrad. So entstehen beispielsweise Kollaborationen mit Komikaze (HR), Le Dernier Cri (FR), “Electrocomics” (DE), Canicola (IT), “Stripburger” (SLO), “Turbo-Comix” (FR/RS), “Kush!” (LT), “Kuti” und “Glömp” (FI).

Noise, ISBN 978-3-939080-60-2, 80 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” von Susanne Buddenberg & Thomas Henseler

28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. FĂŒnf wahre Geschichten erzĂ€hlen von einer Zeit, die noch nicht lange zurĂŒckliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass RettungskrĂ€fte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-RegierungsgebĂ€ude in MauernĂ€he und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerĂ€t in die FĂ€nge der Staatssicherheit. Ein Ost-Berliner SchĂŒler erkundet nachts West-Berlin und feiert die Party seines Lebens. “Berlin – Geteilte Stadt“ fĂŒhrt auch an die Original-SchauplĂ€tze der Geschichten: Am Bahnhof Friedrichstraße, in der Bernauer Straße, in der Wilhelmstraße, am Brandenburger Tor und am ehemaligen GrenzĂŒbergang Bornholmer Straße kann man sich auf die Spuren der dramatischen Ereignisse begeben.

Susanne Buddenberg und Thomas Henseler studierten Design an der Fachhochschule Aachen und Film an der Hochschule fĂŒr Film- und Fernsehen “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Studium grĂŒndeten sie die Zoom und Tinte Buddenberg und Henseler GbR, die sich auf Film und Illustration spezialisiert hat. Gemeinsam arbeiten sie in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Auftraggeber sind Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbe- und Eventagenturen. 2011 erschien ihre erste Graphic Novel “Grenzfall”.

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten”, ISBN 978-3-939080-70-1, 96 Seiten, s/w, Softcover, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba & Kim

Das preisgekrönte Graphic-Novel-Meisterwerk aus Spanien! 2001 beging der Vater von Antonio Altarriba Selbstmord und zog damit einen Schlussstrich unter ein Leben, das er als ziellos und vergeblich empfand. Wie viele andere seiner Generation hatte sein Vater alles daran gesetzt, aus den TrĂŒmmern der Weltkriege eine gerechte Welt zu bauen und dem Unrecht zu entfliehen. Aber die Geschichte hat es schon immer verstanden, TrĂ€umern die FlĂŒgel zu stutzen…

Durch die Augen seines Vaters lĂ€sst uns Altarriba das spanische Jahrhundert durchleben: das Leid, das der BĂŒrgerkrieg und spĂ€ter die Deutschen ĂŒber das Land gebracht haben, Exil, Widerstand und das Leben in den Lagern, die Franco-Diktatur und ihr Ende, der wirtschaftliche Aufschwung und das AufblĂŒhen der Demokratie. Altarriba erzĂ€hlt eine unwahrscheinlich persönliche und zugleich universelle Geschichte ĂŒbers das Erinnern in einem Land, das wie kein zweites versucht, zu vergessen und zu verdrĂ€ngen. PrĂ€miert mit dem nationalen Comic-Preis des spanischen Kultusministeriums und dem Hauptpreis des Comicfestivals Barcelona.

Antonio Altarriba ist ein kĂŒnstlerischer Eckpfeiler der spanischen Comic- und Literaturgemeinde. Der baskische Schriftsteller und Literaturprofessor veröffentlicht seit den frĂŒhen Achtzigern Romane, Anthologien, Comics, Essays und Kritiken und wurde unter anderem mit dem Großen Baskischen Literaturpreis fĂŒr seinen Roman “La Memoria de la Nieve” ausgezeichnet.

Die Kunst zu fliegen, ISBN 978-3-939080-69-5, 208 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 24,95 Euro, erscheint im September 2012

Atar Gull“Atar Gull” von Fabien Nury & BrĂŒno

1830, Benin. Atar Gull ist der Sohn des Königs des Stammes der Kleinen Namaquas. Diese liegen in einem nicht endenden Krieg mit ihren Erzfeinden vom Stamm der Großen Namaquas. Durch eine Intrige gerĂ€t er in die HĂ€nde des grausamen Piraten und SklavenhĂ€ndlers KapitĂ€n Brulart. Nach einer schrecklichen Überfahrt, bei der nur 17 der 100 eingeschifften Gefangenen ĂŒberleben, wird er an den jamaikanischen Farmer Tom Will verkauft. Durch seine unterwĂŒrfige Haltung steigt er in der Hierarchie der Plantagenarbeiter auf, doch sein wahres Ziel ist die Rache an seinen Peinigern. Niemand erkennt den Schwelbrand, der letztlich dazu fĂŒhren wird, dass sich die Rollen vertauschen…
Nach dem Roman von EugĂšne Sue aus dem Jahre 1831, zu seiner Zeit ein Skandal, adaptiert Fabien Nury diese Geschichte ohne viele Schnörkel, direkt und unkompliziert. BrĂŒno setzt dies kongenial in flĂ€chigen, warm kolorierten Zeichnungen um.

Fabien Nury ist ein französischer Szenarist und Drehbuchautor. Auf Deutsch liegen von ihm vor: der Vampir-Spionagethriller “Ich bin Legion” bei Cross Cult und die Western-Reihe “W.E.S.T.” bei Piredda.

BrĂŒno hat als Zeichner von Comic-Serien wie “Commando Colonial“, “Biotope“, “Junk“ und “Inner City Blues“ bereits eine große Fangemeinde in Frankreich. “Atar Gull“ ist sein DebĂŒt auf dem deutschen Comicmarkt.

EugĂšne Sue ist heute weitesgehend vergessen, Mitte des 19. Jahrhunderts war er aber einer bekanntesten französischen Romanciers und Republikaner. Vor allem sein Fortsetzungsroman “Die Geheimnisse von Paris”, der in der Tageszeitung “Le Journal des DĂ©bats” erschien, etablierte ihn als eine zentrale Figur der französischen intellektuellen Opposition.

Atar Gull, ISBN 978-3-939080-65-7, 86 Seiten, vierfarbig, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Joe Daly“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der sĂŒdafrikanischen KĂŒste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und AffenfĂŒĂŸen gestraft hat, und seinen gammeligen LebenskĂŒnstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an… In bester “Big Lebowski”- Manier lĂ€sst Comic-KĂŒnstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die sĂŒdafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und “Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

Joe Daly ist ein sĂŒdafrikanische Zeichner und Humorist. Seine Comics erscheinen u.a. im US-Verlag Fantagraphics.

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Die falschen Gesichter“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines BankĂŒberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern, muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit DamenstrĂŒmpfen ĂŒber dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die Bande “der falschen Gesichter“ an, sich mit PerĂŒcken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei selbst. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die “falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

HervĂ© Tanquerelle ist seit den spĂ€ten 90ern als Comiczeichner aktiv und hat u.a. mit Joann Sfar an der Mystery-Farce “Professor Bell” gearbeitet.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach “Pascin“ eine weitere KĂŒnstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jĂŒdischen JĂŒngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter dennschon zu bieten? Soll Chagall fĂŒr die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weißt auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird. In der Tradition seiner Serien “Klezmer“ und “Die Katze des Rabbiners“ entfĂŒhrt Joann Sfar seine Leser wieder in die jĂŒdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Joann Sfar ist wohl einer der renommiertesten und produktivsten Akteure der aktuellen französischen Comic-Szene. Bis dato liegen ĂŒber 100(!) Comic-Arbeiten von ihm in Frankfreich vor. Auf Deutsch sind “Die Katze des Rabiners”, “Pascin” und seine weit verzweigte Fantasy-Reihe “Donjon” erschienen.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengefĂŒhrt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron“ genannt, der mit seiner jĂŒdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel GlĂŒck – auch ein wenig Bares wartet.

Vierter Teil der gelungenen Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Vampir” von Joann Sfar

Neben den beliebten “Desmodus”-Comics fĂŒr junge Leser, hat Joann Sfar auch eine Ă€ltere Version seines freundlichen Blutsaugers geschaffen. WĂ€hrend der kleine Desmodus seine NĂ€chte mit Spukgeschichten und Streichen verbringt, sind es die Hormone, die ihn als großen Vampir auf Trab halten, und die Lethargie, die ihn an der Welt verzweifeln lĂ€sst. Joann Sfars “Vampir”-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-MĂ€rchen, mit einem Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nĂ€chste stolpert. Mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich

Neben allen Alben der Serie mit dem “Großen Vampir” enthĂ€lt diese ultimative Gesamtausgabe noch zusĂ€tzliche Kurzgeschichten und Skizzen!

Vampir, ISBN 9788-3-939080-74-9, 560 Seiten, vierfarbig, Flexcover, 49,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. GleichgĂŒltig fĂŒhrt er seine Arbeit fĂŒr ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmĂŒde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wĂŒtenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner ZurĂŒckgezogenheit gestört; muss er sich am Ende fĂŒr eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

“Eremit” ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung ĂŒber Zweifel, Tod und Obst.

Marijpol, bĂŒrgerlich Marie Pohl, wurde 1982 in Berlin geboren. Sie hat Visuelle Kommunikation und Illustration an der Hochschule fĂŒr bildende Kunst und an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

Comicverfilmungen auf Französischer Filmwoche in Berlin

Freitag, den 25. November 2011


Vom 1. bis zum 7. Dezember findet in Berlin die 11. Französische Filmwoche statt. Dort werden mit “Huhn mit Pflaumen” und “Die Katze des Rabbiners” auch zwei auf Comics basierende Filme zu sehen sein. Beide Titel feiern dort ihre Deutschlandpremiere.

“Huhn mit Pflaumen” basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marjane Satrapi (Edition Moderne), die hier auch Regie fĂŒhrte. Am Freitag, dem 2. Dezember, wird der Film im Cinema Paris in Anwesenheit des Filmteams zu sehen sein.

UnglĂŒcklicherweise zeitgleich zeigt das Filmtheater am Friedrichshain “Le Chat du Rabbin”, die Zeichentrick-Verfilmung von Joann Sfars “Die Katze des Rabbiners” (avant-verlag). Auch hier fĂŒhrte der Schöpfer selbst Regie und auch hier wird das Filmteam im Kino erwartet.

Das komplette Programm mit allen Spielorten und VorfĂŒhrungsterminen findet sich auf der Website der Französischen Filmwoche.

“Professor Bell 4 – Die Gesellschaft der toten Königinnen” von Joann Sfar & HervĂ© Tanquerelle

Montag, den 18. April 2011

Ab sofort erhĂ€ltlich ist mit “Professor Bell 4 – Die Gesellschaft der toten Königinnen” ein neuer Band der beliebten Reihe von Joann Sfar. Das neueste Abenteuer des geheimnisvollen Arztes erarbeitete Joann Sfar wieder gemeinsam mit Zeichner HervĂ© Tanquerelle.

Joseph Bell war Chirurg, Kinder- und MilitĂ€rarzt. Sein SchĂŒler Arthur Conan Doyle wurde durch ihn zu seiner Figur des Sherlock Holmes inspiriert. Aus nicht geklĂ€rten GrĂŒnden verschwieg der Schriftsteller die dunklen Seiten der Persönlichkeit seines Mentors. Es ist an der Zeit, einige dieser Vorkommnisse einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

Eigentlich hat Professor Bell beschlossen, im Bett zu bleiben und sich narkotischen GenĂŒssen hinzugeben. Da reißt ihn ein ungestĂŒmer Schotte aus seinem Delirium, weil die marode Gesundheit der Königin Viktoria nach des Professors KĂŒnsten verlangt. Sie begegnet Bell und seiner Bagage allerdings ganz fidel und lĂ€dt alle zu einem Ferienaufenthalt an ihrem mondĂ€nen Unterwasserstrand ein. Um der Urlaubslangeweile zu entfliehen, spĂŒrt der Professor der wunderbaren Genesung nach und lĂ€sst sich von der masochistischen Ex-MĂ€tresse seines Erzfeindes auf Trab halten.

Eine Leseprobe aus dem Band findet sich hier als PDF (4,1 MB).

Professor Bell 4 – Die Gesellschaft der toten Königinnen, ISBN 978-3-939080-50-3, 46 Seiten, Softcover, farbig, 14,95 Euro, erschienen im avant-verlag

Ebenfalls wieder erhĂ€ltlich ist der zweite Band der Reihe, “Professor Bell 2 – Die Puppen von Jerusalem”:

Alle tausend Jahre versucht der Teufel aus Jerusalem, wo er gefangen gehalten wird, auszubrechen. Ein Kampf mit drei Vertretern der Weltreligionen; einem Rabbi, einem Priester und einem Moslem steht kurz bevor. Durch Zufall werden Professor Bell und Inspektor Mazock in die Ereignisse verstrickt. Können die beiden den Teufel besiegen?

Auch von diesem Band lÀsst sich eine Leseprobe als PDF einsehen (2,9 MB).

Professor Bell 2 – Die Puppen von Jerusalem, ISBN 978-3-939080-56-5, 46 Seiten, Softcover, farbig, 14,95 Euro, erschienen im avant-verlag

“Le Chat du Rabbin” von Joann Sfar

Montag, den 4. April 2011

Am 1. Juni kommt die Zeichentrick-Version von Joann Sfars “Die Katze des Rabbiners” in die französischen Kinos. “Die Katze des Rabbiners” basiert auf der gleichnamigen erfolgreichen Comicserie von Joann Sfar, die in deutscher Sprache beim Berliner avant-verlag erschienen ist.

Ob die Verfilmung auch in deutschen Kinos zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. In der Schweiz wird der PathĂ©-Filmverleih den Vertrieb ĂŒbernehmen. FĂŒr die deutschsprachige Schweiz ist der 1. September 2011 als Starttermin angekĂŒndigt.

Über 750.000 verkaufte Exemplare in Frankreich, ĂŒbersetzt in 15 Sprachen und veröffentlicht in 17 LĂ€ndern. Die Geschichte der “Katze des Rabbiners”, die einen Papagei auffrisst und dadurch plötzlich sprechen kann ist ein Erfolg. Der Autor erzĂ€hlt zugleich ein poetisches MĂ€rchen, eine Fabel fĂŒr Erwachsene und gibt dabei profunde Einblicke in das Wesen des Judentums. Er besitzt die einzigartige Gabe mit grösster Klarheit und zudem Ironie zum Wesentlichen vorzudringen. Denn das Wesentliche des Judentums kommt in dieser Geschichte einer Katze, die ihre Bar-Mizwa feiern möchte, zum Ausdruck – einer sehr jĂŒdischen Katze, die nicht aufhört ihren Rabbiner und die GrundsĂ€tze des Glaubens in Frage zu stellen.

Joann Sfar, geboren 1971 in Nizza, zÀhlt zu den wichtigsten Autoren der französischen Comic-Szene. Neben zahlreichen internationalen Preisen erhielt er 2004 den Max-und-Moritz-Preis des Comic-Salons Erlangen als bester internationaler Szenarist.

AusfĂŒhrliche Informationen zum Film von Joann Sfar und Antoine Delesvaux nach einem Szenario von Joann Sfar und Sandrina Jardel gibt es auf der offiziellen Website von UGC Distribution. DarĂŒber hinaus gib es auch eine Facebookseite, die dem Film gewidmet ist.

Autochenille Production, die Produktionsfirma von “Le Chat du Rabbin”, informiert auf ihrer Website auch ĂŒber zukĂŒnftige Projekte wie “Aya de Yopougon” nach der Serie “Aya” von Marguerite Abouet & ClĂ©ment Oubrerie (in deutscher Sprache bei Carlsen erschienen).

Neuauflagen im avant-verlag

Freitag, den 11. Februar 2011

Ab sofort wieder erhĂ€ltlich sind Winshluss‘ preisgekrönte Klassikeradaption “Pinocchio” und Joann Sfars erster Band der populĂ€ren Reihe “Die Katze des Rabbiners” (wird derzeit verfilmt). Ebenfalls im Nachdruck zur inzwischen vierten Auflage befindet sich das zuletzt in AngoulĂȘme ausgezeichnete Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” von Ulli Lust (alle avant-verlag).

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Freitag, den 21. Januar 2011

Auch der Berliner avant-verlag hat nun sein FrĂŒhjahrsprogramm vorgestellt. Neben neuen Titeln bereits etablierter Autoren wie zum Beispiel Manuele Fior, dessen “5000 Kilometer in der Sekunde” bereits internationale Preise einheimsen konnte, sind auch neue Autorinnen und Autoren im Programm. So wird zum Beispiel mit Patrick McEowns “Hair Shirt” ein internationales Talent erstmals in Deutschland veröffentlicht und mit Marijpol das BuchdebĂŒt der schon seit geraumer Zeit in der Hamburger Illustrations- und Comicszene aktiven Zeichnerin vorgelegt.

Zum diesjĂ€hrigen VerlagsjubilĂ€um – gegrĂŒndet wurde der avant-verlag von Johann Ulrich 2001 – wurde nun auch das JubilĂ€umslogo veröffentlicht (siehe oben links).

“Hair Shirt” von Patrick McEown

Ein Buch ĂŒber das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.

Sie verlieben sich, mĂŒssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen StreifzĂŒgen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt.

Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von frĂŒher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten AlptrĂ€ume sind zurĂŒck… Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die AtmosphĂ€re eines David-Lynch-Films.

Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, Softcover, farbig, 128 Seiten, 17,95 EUR, erscheint im Februar 2011

“Grenzfall” von Thomas Henseler & Susanne Buddenberg

DDR 1982, Ost-Berlin: Der SchĂŒler Peter Grimm rebelliert gegen die Meinungsdiktatur und gegen einen Staat, der einem die Luft zum Atmen nimmt. Durch seinen Freiheitsdrang fĂŒhlt er sich zur Familie Robert Havemanns hingezogen, wo er viele Freunde und Gleichgesinnte findet. Daraufhin wird er wegen seiner “moralisch charakterlichen Grundhaltung” vom Abitur ausgeschlossen und von der Schule geworfen.

Doch Peter bleibt seinen Idealen treu: Zusammen mit Freunden gibt er die illegale Zeitung “Grenzfall” heraus, in der unzensierte Artikel erscheinen, die die Machthaber am liebsten verschweigen wĂŒrden. Der “Grenzfall” entwickelt sich zum illegalen Bestseller, der in der ganzen DDR von Hand zu Hand und unter dem Ladentisch weitergegeben wird. Der ganze Überwachungsapparat der Staatssicherheit wird aufgeboten, um den “Grenzfall” zu stoppen. Doch auch im engsten Zirkel der “Grenzfall”-Gruppe gibt es einen VerrĂ€ter, der die Stasi mit Informationen versorgt. Es wird ein vernichtender Schlag gegen die Staatsfeinde geplant…

Grenzfall, ISBN 978-3-939080-48-0, Softcover, schwarzweiß, 100 Seiten, 14,95 EUR, erscheint im MĂ€rz 2011

“Trommelfels” von Marijpol

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archÀologische Grabung fördert rÀtselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten.

Nach und nach hĂ€ufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Um ihren Forschungsauftrag zu Ende zu fĂŒhren, lassen sie sich auf ein gewagtes Experiment ein: Wie lange kann ein Mensch, dem jegliche Fremdreize entzogen werden, unter Tage leben?

Marijpols erste Graphic Novel ĂŒberzeugt durch ihren ureigenen fantasievollen Strich. Ideenreich und voller ĂŒberraschender EinfĂ€lle prĂ€sentiert sich hier eine neue deutsche Comicautorin.

Trommelfels, ISBN 978-3-939080-53-4, Softcover, schwarzweiß, 19,95 Euro, erscheint im MĂ€rz 2011

“König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt” von Mezzo & Pirus

Der Horror der VorstĂ€dte. Es gibt keinen Ausweg aus den ReihenhĂ€usern mit dem sauber geschnittenen Rasen. WĂ€hrend die Elterngeneration mit Neurosen, Sucht und dem Wunsch nach ewiger Jugend kĂ€mpft, haben die JĂŒngeren lĂ€ngst aufgegeben. Hauptsache die Pille klinkt und der Sex ist roh. Sie wissen, dass sie in der Vorstadt-Tristesse nichts mehr zu erwarten haben. Mezzo und Pirus liefern mit ihren Geschichten ein kraftvolles und dĂŒsteres Bild einer verlorenen Generation. Eine der verstörendsten Graphic Novels der letzten Jahre.

“Endlich wieder eine Kleinstadt, die nicht »Garden State« ist!” – Jungle World

König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt, ISBN 978-939080-49-7,  Softcover, farbig, 64 S., 19,95 EUR, erscheint im April 2011

“Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade” von Joann Sfar & HervĂ© Tranquerelle

Eigentlich hat Professor Bell beschlossen, im Bett zu bleiben und sich narkotischen GenĂŒssen hinzugeben. Da reißt ihn ein ungestĂŒmer Schotte aus seinem Delirium, weil die marode Gesundheit der Königin Viktoria nach des Professors KĂŒnsten verlangt. Sie begegnet Bell und seiner Bagage allerdings ganz fidel und lĂ€dt alle zu einem Ferienaufenthalt an ihrem mondĂ€nen Unterwasserstrand ein. Um der Urlaubslangeweile zu entfliehen, spĂŒrt der Professor der wunderbaren Genesung nach und lĂ€sst sich von der masochistischen Ex-MĂ€tresse seines Erzfeindes auf Trab halten.

Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade, ISBN 978-3-939080-50-3, Softcover, farbig, 46 Seiten, 14,95 Euro, erscheint im April 2011

“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior

Piero und Nicola sind zwei ganz normale Jugendliche. WĂ€hrend der eine eher zurĂŒckhaltend und ein guter SchĂŒler ist, hĂ€lt sich der andere fĂŒr einen Frauenheld, zeigt aber darĂŒber hinaus wenig Ehrgeiz. Eines Tages zieht Lucia mit ihrer Mutter in die Wohnung gegenĂŒber ein und das Leben von Piero verĂ€ndert sich fĂŒr immer…

Doch die Lebenswege der drei jungen Protagonisten werden wieder auseinander laufen. WĂ€hrend Lucia in Norwegen studiert, Piero in Ägypten archĂ€ologische Grabungen anstellt bleibt Nicola in Italien. Eine Graphic Novel ĂŒber Sehnsucht und Suche, ĂŒber Distanz und NĂ€he und vor allem ĂŒber eine (un)erfĂŒllte Liebe.


Manuele Fior erzĂ€hlt diese Geschichte in wunderbaren Farben und wurde fĂŒr sein neues Buch mit dem “Großen Preis der Stadt Genf” und dem “Gran Guinigi” als Bester Autor auf dem Comicfestival in Lucca ausgezeichnet.

FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde, ISBN 978-3-939080-54-1, Softcover, farbig, 144 S., 19,95 EUR, erscheint im Mai 2011

“B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten” von Golo

Wenig bis nichts ist ĂŒber den bekannten Autor B. Traven bislang bekannt. Er fĂŒhrt Zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurĂŒckgezogen von der Öffentlichkeit: Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. FĂŒnf Namen fĂŒr ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage fĂŒr eine seiner Romanfiguren.

Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, AnhĂ€nger der MĂŒnchner RĂ€terepublik, ZuchthĂ€usler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods. Einige seiner bekanntesten Werke erreichten Millionenauflagen, doch durch ein umfangreiches System von Deckadressen und PostschließfĂ€chern entzog er sich seinem Publikum. Nach der Emigration aus Deutschland fand er in Mexiko eine neue Heimat, wo er mit der indigenen Bevölkerung lebte, deren Probleme er auch in seinen BĂŒchern thematisierte. John Houston verfilmte 1947 seine Romanvorlage “Der Schatz der Sierra Madre” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.

Aber wer war dieser B. Traven wirklich? Der französische Comicautor Golo macht sich auf die schwierige Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel ĂŒber den berĂŒhmten Unbekannten.

B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten, ISBN 978-3-939080-51-0, Hardcover, farbig, 140 S., 24,95 EUR, erscheint im Juni 2011

Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

Donnerstag, den 30. Dezember 2010

Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfĂ€ltige Berichterstattung ĂŒber Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite fĂŒllenden Bericht ĂŒber die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natĂŒrlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausfĂŒhrlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube fĂŒr Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel KreitzÂŽ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann ĂŒber eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prĂ€gten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefĂ€hrlich” fĂŒr “Die Welt” ĂŒber die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin fĂŒr Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der LektĂŒre von Bastien VivĂšsÂŽ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

Gleich zwei BĂ€nde von Bastien VivĂšs finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner wĂŒrde sich wĂŒnschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau ĂŒberhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue BĂ€nde von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale MenschenknĂ€uel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “KapitĂ€n Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation ĂŒber Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

“Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu ĂŒberbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein GeschĂ€ft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff RebÂŽs (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

“Peplum” von Blutch und “Klezmer” 3 von Joann Sfar

Mittwoch, den 15. Dezember 2010

Zwei neue Titel liefert der avant-verlag ab Montag aus: “Peplum” von Blutch und den dritten Band der Reihe “Klezmer” von Joann Sfar.

Blutch: Peplum

Peplum fĂŒhrt uns an die Ă€ußersten Grenzen des römischen Reiches, in eine barbarische und feindliche Umgebung. Publius Cimber, Nachkomme einer angesehenen Patrizierfamilie, wurde ins Exil in diese unwirtliche Gegend geschickt. Er findet in einer Höhle eine geheimnisvolle Frau, schön wie eine Göttin, die in einem Eisblock gefroren ist. Fasziniert vom Antlitz dieser Frau nehmen er und seine Band von Vagabunden sie mit auf die Reise.

Dieses Epos in zehn Kapiteln strotzt vom zeichnerischen Können des Autors und der faszinierenden Darstellung der Schönheit der Antike, gepaart mit Szenen extremer Gewalt: ein ĂŒppiger Comic-Roman, inspiriert durch Passagen des “Satyricon” von Petronius, entfesselt einen unvergesslichen Bildersturm.

Blutch, 2009 geehrt mit der wichtigsten europĂ€ischen Comic-Auszeichnung, dem Grand Prix der französischen Stadt Angouleme, zeigt mit Peplum eine neue Facette seines Schaffens: nicht die bitterböse Ironie eines “Blotch – Der König von Paris” oder die humorvollen Jugenderinnerungen aus “Der kleine Christian” (Reprodukt), sondern die Grausameit der antiken Welt, die UnterdrĂŒckung und die Qual stehen im Mittelpunkt dieses ausdrucksstarken und experimentellen Werks.

Eine Leseprobe des Bandes lÀsst sich hier als PDF herunterladen (4,4 MB).

Peplum, ISBN 978-3-939080-44-2, Softcover, schwarzweiß, 160 Seiten, 25 EUR

Joann Sfar: Klezmer Band 3: Diebe, alles Diebe!

Die turbulente ErzĂ€hlung ĂŒber die bunte Klezmergruppe findet ihre Fortsetzung. Im Haus ihrer Gönnerin in Odessa finden unsere Freunde ein paar Tage Erholung, aber die örtlichen Kriminellen wittern leichte Beute… Im Russland der Zarenzeit bekommen sie es mit Anarchisten und dem legendĂ€ren jĂŒdischen Gangsterboss Mischka Japontschik zu tun.

Joann Sfar gehört derzeit sicherlich zu den interessantesten europĂ€ischen Szenaristen und begabtesten französischen Zeichnern. Der rĂŒhrige Franzose wechselt bestĂ€ndig die Genres: Fantastische Geschichten, Abenteuer, Mystische Folklore, Science Fiction, Autobiografisches und Heroic-Fantasy wechseln sich im Werk von Sfar bestĂ€ndig ab. Zudem ist er mittlerweile zu einem bekannten Kinderbuchautoren avanciert und ist mit dem auch in Deutschland gezeigten Publikumserfolg “Gainsbourg” auch unter die Filmemacher gegangen.

Eine Leseprobe des Bandes lÀsst sich hier als PDF herunterladen (4,2 MB).

Klezmer Band 3: Diebe, alles Diebe!,  ISBN 978-3-939080-47-3, Softcover, farbig, 160 Seiten, 19,95 EUR

“Die Tochter des Professors” von Joann Sfar und Emmanuel Guibert

Donnerstag, den 28. Oktober 2010

Der bisher fĂŒr seine Klassiker-Nachdrucke wie die “Prinz Eisenherz”-Gesamtausgabe bekannte Verlag Bocola veröffentlicht mit “Die Tochter des Professors” einen ersten Band zeitgenössischer Comic-Autoren. Das Szenario dazu stammt von Joann Sfar (“Klezmer”, avant-verlag), fĂŒr die zeichnerische Umsetzung zeigt sich Emmanuel Guibert (“Alans Krieg”, Edition Moderne) verantwortlich. Der Band ist ab sofort erhĂ€ltlich.

Wie soll man – verloren im nebligen London des XIX. Jahrhunderts und seit drei Tausend Jahren mumifiziert – um die Hand von Miss Liliane, der Tochter des Professors, anhalten? Das scheint unmöglich, und doch ist Imhotep IV., ein Ă€gyptischer FĂŒrst, wahnsinnig verliebt und zu allem entschlossen, mit seiner Geliebten das verrufene Ufer der Themse zu verlassen, um an die sonnigen Gestade des heimatlichen Nils zurĂŒckzukehren. Doch als das Schicksal und Ihre gnĂ€dige MajestĂ€t (Königin Victoria) dazwischenkommen, wird alles so verwickelt und verzwickt, dass er sich nach der Ruhe seines reich ausgestatteten Sarkophags zurĂŒcksehnt. Diese romantische und amĂŒsante von Joann Sfar getextete und von Emmanuel Guibert gezeichnete Graphic Novel ist ein kleines Meisterwerk.

Die Tochter des Professors, ISBN 978-3-939625-32-2, 64 Seiten, Hardcover,
14,90 EUR [D], 15,40 EUR [A], 24,95 SFr [CH], erschienen bei Bocola

“Gainsbourg” – ab heute im Kino

Donnerstag, den 14. Oktober 2010

Bundesweit startet heute die Filmbiographie des französichen Chansonniers Serge Gainsbourg unter dem Titel “Gainsbourg – Der Mann, den die Frauen liebten”. Regie bei dem Film mit Éric Elmosnino und Laetitia Casta in den Hauptrollen fĂŒhrte der bekannte Comicautor Joann Sfar (“Klezmer”, “Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag; “Der kleine Prinz”, nach Antoine de Saint-ExupĂ©ry, Carlsen),

Musikalisches Allroundgenie, VerfĂŒhrer der schönsten Frauen, Popstar, Poet, Provokateur – Joann Sfar zeigt die vielen Gesichter der Ikone Serge Gainsbourg, zeichnet zentrale Stationen seines Wegs zum Ruhm nach und wirft mit augenzwinkerndem Humor einen Blick hinter die öffentliche Maske eines der faszinierendsten und schillerndsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Dies ist die komische und fantastische Geschichte von Serge Gainsbourg und seiner berĂŒhmten Visage. Ein kleiner jĂŒdischer Junge zieht laut singend durch die Straßen des von den Deutschen besetzten Paris; ein schĂŒchterner junger Poet gibt die Malerei auf und verlĂ€sst seine Dachkammer, um die Pariser Nachtklubs der Swinging Sixties zu erobern. Was folgt, ist ein Leben voller Leidenschaft und Poesie, ein Leben voller Provokationen und Skandale, ein ruhmreiches, ein aufreibendes, ein heldenhaftes Leben.

Zur Umsetzung sagte Joann Sfar im Vorfeld folgendes:

„Ich möchte nicht hingehen und in Gainsbourgs Privatleben herumschnĂŒffeln, um herauszufinden, wer er wirklich war. Die Wahrheit könnte mir gar nicht gleichgĂŒltiger sein. Ich liebe Gainsbourg viel zu sehr, um ihn ins Reich der RealitĂ€t zurĂŒckzuholen. Ich möchte, dass dieser Film so viel Energie hat wie ein Sergio-Leone-Western und so viel Eleganz wie Fred Astaire. Ich möchte einen Kultfilm machen, keinen journalistischen Bericht ĂŒber sein Leben abliefern.“

Begleitend zum Film hat der regiefĂŒhrende Vielzeichner Joann Sfar ein nicht weniger als 430 Seiten umfassendes Buch gestaltet, das biografische Szenen, Skizzen und weitere Zeichnungen rund um Serge Gainsbourg und die Arbeit am Film enthĂ€lt. Der Band “Gainsbourg (hors champ)” (Dargaud) ist nur in Frankreich erschienen. “Gainsbourg (images)” enthĂ€lt Aquarellzeichnungen und ist in einem kleineren Format ebenfalls bei Dargaud veröffentlicht worden. Beide Titel kann man hierzulande ĂŒber den französischen Buchservice Passe-Partout beziehen.

Der in Frankreich sowhl von Kritik gefeierte wie an den Kassen erfolgreiche Film findet im Vorfeld auch in Deutschland auch breites Presseecho. Von den zahlreichen Besprechungen seien nur drei erwĂ€hnt: FĂŒr die “SĂŒddeutsche Zeitung” stellt Rainer Gansera heute in “Gib mir Feuer!” heraus, wie Sfar die Gefahren des Biopics umschifft. Darauf geht auch Barbara Schweizerhof in der “tageszeitung” ein: “Meine hĂ€ssliche Fresse”. Katja LĂŒthge sieht in dem Film eine “tiefe Verbeugung” vor Gainsbourg, wie sie in der “Frankfurter Rundschau” schreibt: “Ein Mann im Dunst und in der Frauengunst”. FĂŒr den “Film-Dienst” stellt Christian Meyer das Besondere von Joann Sfars Arbeitsweise als Regisseur heraus, etwa die Überzeichnung von Szenen oder Charakteren wie die einer Plastikpuppe, die im Film Gainsbourgs Alter Ego verkörpert: “Die Fresse”.

“Gainsbourg” von Joann Sfar

Sonntag, den 12. September 2010

Pascal RabatĂ©, Riad Sattouf, Marjane Satrapi und nun auch Joann Sfar… Mehr und mehr Autoren aus der jĂŒngeren Generation französischer Zeichner, die in den Neunzigern mit ihren Werken bei der L’Association und anderen alternativen Verlagen erste Bekanntheit erlangten, mischen sich mittlerweile unter die erfolgreichsten Filmemacher ihres Landes.

Nun kommt nach “Persepolis” und “Jungs bleiben Jungs” erneut ein Film eines Comiczeichners in die deutschen Kinos: Joann Sfars “Gainsbourg” erzĂ€hlt die Geschichte des legendĂ€ren Chansonniers – vom Aufwachsen in dem von Nazis besetzten Paris der 1940er Jahre ĂŒber seine erfolgreiche Zeit als SĂ€nger und Songwriter in den Sechzigern bis zu seinem Tod im Jahre 1991. Serge Gainsbourgs Beziehungen zu Brigitte Bardot und Jane Birkin stehen im Mittelpunkt der ErzĂ€hlung.

Begleitend zum Film hat der regiefĂŒhrende Vielzeichner ein nicht weniger als 430 Seiten umfassendes Buch gestaltet, das biografische Szenen, Skizzen und weitere Zeichnungen rund um Serge Gainsbourg und die Arbeit am Film enthĂ€lt. Der Band “Gainsbourg (hors champ)” (Dargaud) ist nur in Frankreich erschienen. “Gainsbourg (images)” enthĂ€lt Aquarellzeichnungen und ist in einem kleineren Format ebenfalls bei Dargaud veröffentlicht worden. Beide Titel kann man hierzulande ĂŒber den französischen Buchservice Passe-Partout beziehen.

Joann Sfars “Gainsbourg” startet am 14. Oktober als “Gainsbourg – Der Mann, de die Frauen liebte” in den deutschen Kinos.

Comics in den Medien – September 2010 (1)

Dienstag, den 7. September 2010

Noch bis zum 2. Oktober zeigt die StadtbĂŒcherei Albstadt-Ebingen die Wanderausstellung “Get Your Graphic Novels”, die von der Fachstelle fĂŒr das öffentliche Bibliothekswesen beim RegierungsprĂ€sidium organisiert wurde. DarĂŒber berichtet auch die lokale Presse: Helen Weible subsummiert Graphic Novels in der “SĂŒdwest Presse” als “Comics mit viel Tiefgang” und stellt heraus, dass der “Grafische Roman weit ĂŒber die Grenzen des kindlich-lustigen Comicstils” hinausgeht. Der “SchwarzwĂ€lder Bote” verhebt sich dabei in der Kurzbeschreibung und klassifiziert Graphic Novels als “Ein Zeichenstil – dem Comic nicht unĂ€hnlich”.

Auch das “Hamburger Abendblatt” charakterisiert Graphic Novels kurz in seiner AnkĂŒndigung fĂŒr den “Internationalen Graphic Novel Salon”, der am 9. September in der Hansestadt beginnt als “Bildreiche ErzĂ€hlungen”: “Graphic Novels verbinden Gezeichnetes und Literatur”.

Dieser Tage erschienen ist “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium), worĂŒber Frank Meyer im Deutschlandradio berichtete. Er zeigt sich “beeindruckt” vom “Spannenden Zahlen-Comic auf mehreren Ebenen”. Christian Gasser besprach – gleichfalls im Deutschlandradio – “Gott höchstselbst” (Reprodukt) des französischen Autors Marc-Antoine Mathieu, den er im Interview ausfĂŒhrlich zu Wort kommen lĂ€sst. Der Beitrag lĂ€sst sich hier als mp3 nachhören.

Auch im Radio, auf On3, dem Jugendradio des Bayerischen Rundfunks, wurde die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Anthologie “The Beats” (Walde+Graf) vorgestellt. Markus Köbnik stellt heraus, wie das Buch seine Themen umsetzt: “Über Exzess, freie Liebe und das Schreiben”. Eine Bildergalerie ergĂ€nzt die Besprechung.

Weiterhin finden Comic-Umsetzungen von Literaturvorlagen ihre Beachtung: In “Etwas, das ZĂŒndstoff birgt…” bespricht Christian Neubert fĂŒr titel-magazin.de Tim Hamiltons Comic-Adaption von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn). An gleicher Stelle schreibt Christopher Franz ĂŒber Joann Sfars Adaption von Antoine de Saint-ExupĂ©rys “Der kleine Prinz” (Carlsen) und beantwortet seine Eingangsfrage: “Mal was Neues?” mit der Feststellung, dass es die neue Version im Verlgeich mit dem Original einfach zu schwer hat.

In der “tageszeitung” lobt Oliver Ristau “Jakob” von Felix Mertikat und Benjamin Schreuder als lesenswertes DebĂŒt: “Allein auf dem Jakobsweg”.

Von der “Meisterschaft” seines Autors schreibt Christopher Pramstaller in seiner Vorstellung von Thomas Otts “R.I.P.” (Edition Moderne) auf satt.org: “Welcome to the Horror Show”. In “Der alte Mann und der Krieg” schreibt Pramstaller an gleicher Stelle ĂŒber ein weiteres Buch, das in der ZĂŒrcher Edition Moderne erschienen ist: “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert. Sven Jachmann hat das Buch fĂŒr die aktuelle Ausgabe von “konkret” ebenfalls besprochen und die Rezension auf seiner Website veröffentlicht:

Wieder auf satt.org lobt Felix Giesa Klaus Schikowskis EinfĂŒhrung in die Welt der Comics,“Die großen KĂŒnstler des Comics” (edel), als “eine wahre Bildfundgrube des Comics, bereichert um eine gelungene Geschichte seiner KĂŒnstler”.

Joann Sfar auf arte

Samstag, den 4. September 2010

Mathieu Almaric, bekannt vor allem als Filmschauspieler, hat fĂŒr arte ein PortrĂ€t des französischen Szenaristen und Zeichners Joann Sfar gedreht, das am Sonntag, dem 5. September um 16.30 Uhr ausgestrahlt wird.

Joann Sfar hat sich nicht nur als Autor und Zeichner von “Die Katze des Rabbiners” (avant-verlag), “Donjon” (mit Lewis Trond-
heim, Reprodukt) oder “Der kleine Prinz” (Carlsen) einen Namen gemacht, sondern ist auch als Filmemacher erfolgreich tĂ€tig (“Gainsbourg” und in KĂŒrze “Die Katze des Rabbiners” als Zeichentrickversion).

Mehr Informationen zum Werk von Joann Sfar sind auf der Website des KĂŒnstlers zu finden: www.toujoursverslouest.org

Joann Sfar (Zeichnungen)

Joann Sfar zeichnet ohne Unterlass. Unaufhaltsam bringt er seine Ideen und Geschichten in kleinen und großen Comicstrips zum Ausdruck und hat so bisher schon mehr als 150 BĂ€nde veröffentlicht. Die fleißige Galionsfigur der jungen Comiczeichner-Generation ist kaum aufzuhalten und begeistert dabei Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Kinder lieben den “Kleinen Vampir”, und Jugendliche verschlingen die “Donjon”-Reihe. Comics wie “Die Katze des Rabbiners”, in denen der Leser unterhaltsam, tiefgrĂŒndig und humorvoll mit den GrundzĂŒgen des Judentums und dem jĂŒdischen Denken vertraut gemacht wird, haben ihre Fans unter den Erwachsenen. mehr

Wiederholungen der Sendung werden am 11. September um 6.45 Uhr, am 15. September um 10.05 Uhr und am 20. September um 10 Uhr ausgestrahlt.