Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Jörg Böckem’

“Entwicklungsroman in pastellfarbenen Bildern”

Montag, den 11. Juli 2011

Auf “Spiegel Online” legt Jörg Böckem heute dar, warum Sarah Gliddens “Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger” (Panini) seines Erachtens ein “herausragender Comic” ist. Mindestens dieselbe Zahl an Wörtern und deutlich mehr Verve widmet der Autor allerdings einem Plädoyer gegen die Verwendung des Begriffs “Graphic Novel”.

Entwicklungsroman in pastellfarbenen Bildern

Der Amerikanerin Sarah Glidden ist ein herausragender Comic gelungen: über ihre Israelreise, den Palästinenserkonflikt und das Erwachsenwerden allgemein. Wenn nur dieser unsägliche Aufkleber auf dem Cover nicht wäre.

Es gäbe gute Gründe, diesen Comic nicht zu lesen. Zum einen ist da die Geschichte: Eine junge jüdische Amerikanerin, in deren Alltagsleben die Religion keine große Rolle spielt, macht sich auf nach Israel und spürt ihren Wurzeln nach, sucht nach Identität, spiritueller Heimat und einer Haltung im Palästinenserkonflikt. Aufregend klingt das nicht, originell auch nicht, mit Werken zum Thema “Suche nach den jüdischen Wurzeln” könnte man die Trennmauer zu den Palästinensergebieten wohl im Maßstab 1:2 nachbauen. mehr

“Gott, Sex und der ganze Rest”

Montag, den 31. Mai 2010

Jörg Böckem schreibt heute auf “Spiegel Online” über das kommende Geschehen auf dem Comic-Salon Erlangen, der von Donnerstag, 3. Juni, bis Sonntag, 6. Juni, stattfinden wird.

Gott, Sex und der ganze Rest

Der Comic-Salon in Erlangen ist Branchenfest und Leistungsschau in einem. Dieses Jahr widmet er sich den ganz großen Themen: Gott und Schöpfung, Mord und Mauerfall, Sex und Drogen.

Zu Beginn des Jahres wurde es plötzlich eng für den Comic-Salon Erlangen: Die Verantwortlichen im Kulturamt der fränkischen Stadt dachten laut über die Zukunft ihrer drei Großveranstaltungen nach – über das Poetenfest, das Figurentheaterfestival und den Comic-Salon. Erlangen, hieß es von Seiten der regierenden CSU, könne sich nur noch zwei Festivals leisten. Schließlich wurde das Figurentheaterfestival 2011 abgesagt; der Comic-Salon, Deutschlands größte, wichtigste und bunteste Branchenleistungsschau, war gerettet. mehr

“Wenn Sachbeschädigung zu Mord wird”

Freitag, den 22. Januar 2010

surrogatesJörg Böckem schreibt heute auf “Spiegel Online” über “The Surrogates” von Robert Venditti (Text) und Brett Weldele (Zeichnungen), erschienen bei Cross Cult, und die Filmadaption des Comics von Jonathan Mostow.

Wenn Sachbeschädigung zu Mord wird

Im Jahr 2054 sind die Menschen Couch-Potatoes, den Alltag bewältigen ferngesteuerte Roboter: Der düstere Comic “The Surrogates” erinnert an “The Matrix”, ist aber viel komplexer. Die Filmversion – jetzt im Kino – kommt weitaus konventioneller daher – was die Schöpfer des Originals wenig stört.

Eine dunkle Gasse in Central Georgia Metropolis im Mai des Jahres 2054. Regen fällt, ein Gewitter hängt über der Stadt. “Lebt!” ruft der vermummte Fremde, kurz bevor er einem jungen Pärchen einen Stromstoß durch die Körper jagt. Am nächsten Morgen liegen zwei leblose Gestalten auf dem Asphalt, gut aussehend und elegant gekleidet. mehr

“Eine Liebe unter Schnee”

Montag, den 18. Januar 2010

9783551749079Jörg Böckem schreibt am 18. Januar auf “Spiegel Online” über die Neuausgabe von Craig Thompsons “Blankets” beim Hamburger Carlsen Verlag.

Eine Liebe unter Schnee

Der Amerikaner Craig Thompson erzählt in seinem fulminantem Comic vom Erwachsenwerden und der ersten Liebe – und demonstriert eindrucksvoll die Stärken des Genres.

Das Wichtigste zuerst – “Blankets” ist ein Comic. Auch wenn der Carlsen Verlag, der das 2004 erstmals auf Deutsch erschienene Werk in einer bibliophilen Luxusausgabe wiederaufgelegt hat, scheinbar verschämt davon ablenken möchte und, wie auch im US-amerikanischen Original, “illustrierter Roman” auf das Cover druckt – was immer das bedeuten soll. Ein Versuch, Qualität zu behaupten und sich an das Feuilleton anzubiedern? Auf jeden Fall unsouverän und ärgerlich. Wird dem Medium Comic selbst von den Machern keine Tiefe, kein Anspruch und keine Relevanz zugetraut? Zumindest wirkt es so. mehr

“Ein ganz schweres Sammelgebiet”

Montag, den 13. Juli 2009

rgJörg Böckem am 13. Juli auf “Spiegel Online” über Comichefte, Gesamtausgaben und Graphic Novels aus der Perspektive der Sammler und der Perspektive der Leser.

Ein ganz schweres Sammelgebiet

Der Preis des Älterwerdens? Mit fortschreitenden Jahren und gestiegener Seriosität wird nicht nur der Comic-Leser schwergewichtiger und ernster – sondern auch die Comics, die er liest. Die Branche stellt sich darauf ein. Doch wie passt da die Jugend noch ins Bild?

Wir haben es ja so gewollt: Jahrzehntelang haben wir gegen die öffentliche Trivialisierung der Comics gewettert und auf die künstlerische und literarische Qualität des Genres hingewiesen. Mit Erfolg, so scheint es: In den Feuilletons sind Comic-Themen schon lange keine Seltenheit mehr, Zeichner werden in Museumsaustellungen gewürdigt, Comic-Alben aufwendig gestaltet und auch von klassischen Buchverlage veröffentlicht. mehr

“Aus der Hölle auf den Gabentisch”

Montag, den 15. Dezember 2008

From Hell CoverJörg Böckem schreibt auf “Spiegel Online” über die Neuauflage des Jack-the-Ripper-Comics “From Hell” von Alan Moore (Szenario) und Eddie Campbell (Zeichnungen), der bei Cross Cult dieser Tage erschienen ist:

Aus der Hölle auf den Gabentisch

Wer sich Weihnachten so richtig vermiesen will, sollte zu Alan Moores Meisterwerk “From Hell” greifen. Der Comic ist eine mitreißende Meditation über Jack The Ripper – und erscheint jetzt in einer aufwendigen Gesamtausgabe. Ein echter Killer!

All jenen, denen die Tage und Nächte im Dezember noch nicht dunkel genug sind, kann geholfen werden: Pünktlich zum Weihnachtsfest bringt der Verlag Cross Cult eine üppige und todschöne Neuauflage des Klassikers “From Hell” heraus. Alan Moores Comic-Großwerk ist das perfekte Heilmittel gegen Tannenbaumlichterkettenkitsch und Feiertagsseligkeit – auf 604 Seiten erzählt der britische Autor, unterstützt von Zeichner Eddie Campbell, seine Version des Jack-The-Ripper-Mythos in unerreichter Tiefe und Detailreichtum. mehr