Das Museum für Naturkunde in Berlin zeigt ab morgen die Ausstellung “Zukunft leben: Die demografische Chance”, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie gemeinschaftliches Leben in Zukunft gestaltet werden kann. Unter anderem illustrieren dort Comics verschiedene demografische Gruppen – diese stammen von Simon Schwartz. Weitere Comics gestalteten unter anderem Kati Rickenbach.
Die Ausstellung, die noch bis zum 7. April in Berlin gezeigt wird, wird im Anschluss in noch weiteren Museen zu sehen sein:
Römisch Germanisches Zentralmuseum, Mainz (18. April bis 2. Juni), Deutsches Hygiene-Museum, Dresden (13. Juni bis 21. Juli), Deutsches Bergbaumuseum, Bochum (19. September bis 27. Oktober), Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven (14. November 2013 bis 9. Januar 2014), Deutsches Museum, München (30. Januar 2014 bis 30. März 2014).
Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Invalidenstraße 43, D-10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30 2093-8591 www.mfn-berlin.de, E-Mail: info@mfn-berlin.de
Die in Zürich lebende Comic-Autorin Kati Rickenbach (“Jetzt kommt später”, Edition Moderne) hat im Schweizer Suhr das Amt der Stadtschreiberin übernommen. Ein Jahr lang wird sie das kulturelle Leben der Stadt begleiten und dabei auch eigene Akzente setzen. Über die Übergabe der Würde von ihrem Vorgänger, dem Autoren Andreas Neeser, hat Kati Rickenbach einen Comic-Tagebucheintrag angefertigt, der oben zu sehen ist. Zudem berichtet die Aargauer Zeitung: “Der neue Suhrer Dorfschreiber ist eine Dorfzeichnerin”.
Dass es nicht allzu ungewöhnlich sein muss, dass das Amt des Stadtschreibers von einem Comic-Zeichner bekleidet wird, bewies bereits 1992 Martin tom Dieck, dessen “Der unschuldige Passagier” (Reprodukt) entstand, während er das Amt des Stadtschreibers von Alsfeld inne hatte.
Die neueste Veröffentlichung auf electrocomics.com ist eine knapp 30-seitige Geschichte von Ville Ranta, dessen deutschsprachiges Debut “Paradies” kürzlich bei Reprodukt erschien. Der Finne erzählt hier eine Art moderner Rittergeschichte, inklusive Rüstung, Rappen und feuerspeiendem Drachen, all das jedoch mit einem modernen Dreh. “A hero indeed” findet sich hier (in englischer Sprache).
Ab sofort erhältlich ist die neue Ausgabe des “Strapazins”. Thema ist diese Mal “Damenstammtisch”, was auf ein Zusammentreffen einiger Zeichnerinnen auf einem Comicfestival im letzten Jahr zurückging.
Manchmal passiert es, dass zwischen Comiczeichnern eine freundschaftliche Vertrautheit wächst, ohne dass sie sich je begegnet wären. Beim gegenseititgen Lesen treten sie in einen Dialog, der beim ersten leibhaftigen Zusammentreffen nahtlos fortgesetzt werden kann. So jedenfalls ist es Kati RIckenbach, Vanessa Davis, Ulli Lust und Gabrielle Bell ergangen (…)
“In welchen Dialog würden unsere Comics treten, wenn man sie direkt aneinander reihte?”, fragten sich Kati RIckenbach und Ulli Lust mit glänzenden Augen und baten die geschätzten Kolleginnen um einen Beitrag für die gemeinsame Strapazin-Ausgabe. Der “Damenstammtisch” war geboren.
Nun liegt die Ausgabe vor, für die alle Autorinnen mehr oder weniger frei erzählte auotbiografische Kurzgeschichten geschrieben und gezeichnet haben: Sharmila Banerjee (von der auch das Cover stammt), Aisha Franz (“Alien”, Reprodukt), Eli Zwimpfer, claire Lenkova (“Der Toupetmann und andere”, Verlag am Kanal), Gabrielle Bell, Vanessa Davis, Caroline Sury und die Herausgeberinnen Kati Rickenbach (“Jetzt kommt später”, Edition Moderne) und Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”, avant-verlag).
Das “Strapazin” ist wie immer im gut sortierten Comic- und Bahnhofsbuchhandel erhältlich und kann hier (Deutschland) und hier (Schweiz) auch per Post bezogen werden.
Über Sarah Gliddens Reisebericht “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” (Panini Comics) wurde seit Erscheinen Ende Juni vielfach in der Presse berichtet. “Gibt es in dieser Geschichte keine Guten?” fragt Rupert Koppold in der “Stuttgarter Zeitung” und lobt die “wunderbar leichtfüßige Mischung aus Tagebuch und Reportage”. Etwas zurückhaltender, aber dennoch positiv, urteilt Georg Howahl in seiner Besprechung für das Portal der WAZ-Gruppe “derwesten.de” in seinem Artikel “Mit einem Comic-Reisebericht Israel verstehen”. Bereits im Vorfeld zur Veröffentlichung traf sich “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne mit der Autorin zu einem Interview, in dem er Sarah Glidden zu den Hintergründen und der Entstehung des Buches befragte: “Wahrheit ist immer subjektiv“.
Weiterhin erscheinen auf tagesspiegel.de beinahe täglich neue Artikel, Interviews und Rezensionen zu Comics. In “Zwischen Klo und Kalorien” stellt Elke R. Steiner“41,3 kg – Magersucht?” von Ingrid Sabisch (Gütersloher Verlagshaus) vor. Marco Behringer erkennt in Dani Monteros “Kein Blick zurück” (Edition 52) ein “beeindruckendes Debüt”: “Flucht nach vorn”.“Gewalt und Romantik” bestimmen Fred Vargas’ und Edmond Baudoins neue Zusammenarbeit, “Die Tote im Pelzmantel” (Aufbau), wie Werner von Bebber feststellt. Daneben zeigt er sich von der atmosphärischen Darstellung der Stadt Paris fasziniert. Christian Endres findet vor allem die differenzierte Darstellung der freundschaftlichen Bande in “Die drei Musketiere” von Nicolas Juncker (Carlsen) gelungen: “Freundschaft ist ein seltsam Ding”.
In der “Neuen Osnabrücker Zeitung” stellt Dominic Benedict“Black Hole” von Charles Burns vor und zeigt darin Parallelen zu Superhelden-Comics auf: “Jugend, eine Horrorgeschichte”.
“Nur wenige Krimis sind intensiver erzählt und vermögen den Leser ähnlich zu fesseln”, resümiert Jons Marek Schiemann auf comicgate.de in seinem Review von “RG 2 – Bangkok Belleville” von Pierre Dragon & Frederik Peeters (Carlsen).
FAZ-Feulletonist Andreas Platthaus stellt auf seinem Blog “Alien” von Aisha Franz (Reprodukt) vor “Mädchen vs. Alien” und adelt die Autorin als “eine der großen deutschen Comic-Hoffnungen”.
Christoph Haas nimmt Kati Rickenbachs “Jetzt kommt später” (Edition Moderne) zum Anlaß, das Genre der autobiografischen Comics etwas näher zu beleuchten. Seine Rezension für die gestrige Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” findet sich nun auf buecher.de.
Zeiten ändern dich
Sehr luftig: Kati Rickenbachs Comic „Jetzt kommt später“
Als vor rund zwanzig Jahren der Boom der autobiographischen Comics begann, lag in ihnen eine dreifache Provokation. Die Künstler verweigerten sich nicht nur dem Gesetz der Serie, das die Comic-Produktion bis heute weitgehend beherrscht. Sie verzichteten auch darauf, erfundene Figuren bunte Abenteuer erleben zu lassen. Stattdessen entblößten sie sich selbst, schilderten die Wechselfälle ihres Alltags; Peinliches und Banales wurde ausdrücklich nicht ausgespart. mehr
Nachdem sie das Buch bereits in der Schweiz vorstellte, wird die in Zürich lebende Comicautorin Kati Rickenbach ihren neuen Band “Jetzt kommt später” (Edition Moderne) nun auch in Deutschland für eine Release-Veranstaltung erwartet: Im Hamburger Comicshop Strips & Stories wird sie am m Freitag, dem 3. Juni ab 19 Uhr das autobiografische Buch vorstellen und signieren.
Am morgigen Donnerstag eröffnet das Comicfestival “SPX11″ mit einer Ausstellung der Arbeiten von Ulli Lust und Kati Rickenbach im Stockholmer Goethe-Institut. Passend zum Thema des diesjährigen Festivals sind “Humor und Ernst” auch wichtige Merkmale im Schaffen beider Künstlerinnen. Gezeigt werden Originalseiten aus Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) und Kati Rickenbachs “Filmriss” (Edition Moderne). Zur Vernissage am Donnerstag wird ab 10 Uhr morgens geladen, im Anschluss ist die Ausstellung bis zum 13. Mai zu sehen. Beide Künstlerinnen werden zur Eröffnung anwesend sein.
Sowohl Ulli Lust als auch Kati Rickenbach werden an verschiedenen Veranstaltungen auf dem Festival teilnehmen. Weitere Ausstellungen, Podiumsgespräche und die Verlagsmesse finden wie immer im zentral gelegenen Stockholmer Kulturhuset statt.
Ebenfalls vor Ort sein werden Verlagsleiter David Basler, der unter anderem die inzwischen 30jährige Edition Moderne vorstellen wird, sowie Reprodukt- und Edition Moderne-Pressedame Jutta Harms, die darüber hinaus an einem Panel über Comiczeichnerinnen teilnehmen wird.
Das Festivalprogramm findet sich hier. Und wie Kati Rickenbach erstaunt feststellt, schneit es vor Ort.
Aufmacher der Kulturbeilage “dschungel” der Wochenzeitung “Jungle World” ist ein Bericht Sonja Eismann über das Comicfestival Fumetto, das am vergangenen Sonntag zuende ging. Einen Schwerpunkt bilden dabei Graphic Novels und ihre Autorinnen und Autoren wie Nine Antico (“Coney Island Baby”), Kati Rickenbach (“Jetzt kommt später”, beide Edition Moderne), Aisha Franz (“Alien”, Reprodukt) und natürlich der Festival-Stargast Daniel Clowes (“Wie ein samtener Handschuh in eisernen Fesseln”, Reprodukt; “Wilson”, Eichborn).
Comics, die aus dem Automaten kommen
Das Comic-Festival Fumetto im Schweizerischen Luzern feiert sein 20jähriges Jubiläum und zeigt dabei, dass surreale Wunschmaschinen- und realistische Narrativ-Comics gar nicht so weit auseinander liegen.
Am Mühlenplatz in Luzern, pittoresk und friedlich wie der Rest des Postkartenidyllen-Städtchens am Vierwaldstätter See, steht für die Dauer des sogenannten Comix-Festivals ein orangefarbener Bauwagen: der Illumat. An seiner Rückseite weht die rote Fumetto-Fahne, an der Seite sind drei kleine beschriftete Schlitze angebracht. Ganz oben wirft man eine Münze ein, in der Mitte einen Zettel, auf den man geschrieben hat, was man gezeichnet sehen möchte, ganz unten kommt – nach einem verhaltenen »Bing!« – die fertige Zeichnung heraus. mehr
Anlässlich der Veröffentlichung der autobiografischen Graphic Novel “Jetzt kommt später” (Edition Moderne), werden an mehreren Orten in der Schweiz Originalseiten aus dem Band ausgestellt, zusätzlich geht die in Zürich lebende Comicautorin Kati Rickenbach in der Schweiz auf Signiertour.
In dieser autobiographischen Graphic Novel erzählt die Autorin von ihrem Coming of age anhand von zwei Hamburg-Aufenthalten: 2004, als Studentin, prägen endlose Parties und komplizierte Beziehungen die Geschichte, 2009 ist sie selbstständige Illustratorin und in einer festen Beziehung. Jetzt dreht sich vieles um Familiengründung und Brotjobs.
Die erste Station ist am morgigen Samstag in Luzern, wo Kati Rickenbach – im Rahmen des dort derzeit stattfindenden Comicfestival Fumetto – um 13 Uhr im Ladengeschäft von Götti + Niederer signieren wird, wo derzeit auch Originalseiten aus dem Band zu sehen sind.
Die weiteren Stationen ihrer Tour:
• 21. April bis 5. Mai 2011
Ausstellung von Originalen in der Bahnhofsfiliale der Buchhandlung Stauffacher, Im Bahnhof, CH-3001 Bern www.stauffacher.ch
• 12. Mai 2011
Lesung und Signierstunde in der Bibliothek Suhr, Tramstraße 12, Postfach 128, CH-5034 Suhr
Beginn: 20 Uhr
• 14. Mai 2011
Signierstunde bei Buch Wigger, Baslerstraße 27, CH-4123 Allschwil www.buchwigger.ch
Beginn: 14 Uhr
• 21. Mai 2011
Ausstellungseröffnung und Signierstunde im Comix Shop, Theaterstrasse 7, CH-4051 Basel www.comix-shop.ch
Beginn: 14 Uhr. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 18. Juni zu sehen
• 7. Juni 2011
Signierstunde im Kunstraum R57, Röschibachstraße 57, CH-8037 Zürich www.r57.ch
• 29. Oktober 2011
Signierstunde in der Buchhandlung Bodmer, Stadelhoferstraße 34, CH-8001 Zürich
Im April erscheint mit “Jetzt kommt später” (Edition Moderne) der neue Band der in Zürich lebenden Zeichnerin Kati Rickenbach. In der autobiografischen Graphic Novel erzählt sie von ihrem Coming-of-age anhand von zwei Hamburg-Aufenthalten: 2004, als Studentin, prägen endlose Parties und komplizierte Beziehungen die Geschichte, 2009 ist sie selbstständige Illustratorin und in einer festen Beziehung. Jetzt dreht sich vieles um Familiengründung und Brotjobs.
Der Comix Shop & Galerie in Basel zeigt anlässlich der Veröffentlichung von “Jetzt kommt später” ab dem 21. Mai eine Auswahl von Originalen der “charmantesten Comiczeichnerin der nördlichen Hemisphäre”. Am selben Tag wird Kati Rickenbach für eine Signierstunde vor Ort sein (ab 14 Uhr).
Die Ausstellung wird bis zum 21. Juni zu sehen sein.
Im April erscheint mit “Jetzt kommt später” das neue Buch der in Zürich lebenden Zeichnerin Kati Rickenbach. Und da sie nun nicht mehr mit dem Zeichnen und Kolorieren beschäftigt ist, hat sie gleich auch wieder Zeit, für ihre Atelierkollegen (sie teilt sich eine Etage unter anderem mit ihrem Verlag Edition Moderne) die Töpfe zu schwingen.
Weitere Tagebuchcomics finden sichauf Kati Rickenbachs Website.
Im Frühjahr 2011 erscheinen in der Zürcher Edition Moderne wieder eine Reihe interessanter Graphic-Novel-Novitäten.
“Hank Williams – Lost Highway” von Søren Glosimodt Mosdal
In der Silvesternacht des Jahres 1952 schleudert und schliddert ein Cadillac durch das Schneetreiben in den Hügeln zwischen Tennessee und West Virginia. Auf dem Rücksitz dämmert Countrymusiker Hank Williams vor sich hin, am Steuer sitzt Charles Carr, ein 19-jähriger Student.
Als der Wagen den Ort Oak Hill erreicht, lebt Williams nicht mehr. Doch die Fahrt dorthin verläuft alles andere als geruhsam, und dies nicht nur wegen dem Schnee, denn bevor Williams sein Leben aushaucht, tauchen die Geister seiner Vergangenheit auf. Ruppige Geister, schwer gezeichnet von einem unsteten Leben auf dem Lost Highway.
Søren Glosimodt Mosdal wurde 1972 geboren und lebt und arbeitet seit 2000 als Comiczeichner und Illustrator in Kopenhagen. Er ist Mitglied des Illustrationsstudios Overfloden.
Hank Williams – Lost Highway, ISBN 978-3-03731-076-2, 72 Seiten, farbig, Hardcover, (D) 19,80 EUR / (A) 20,40 EUR / sFr. 29,80, erscheint im März 2011
“Jetzt kommt später” von Kati Rickenbach
In dieser autobiografischen Graphic Novel erzählt die Autorin von ihrem Coming of age anhand von zwei Hamburg-Aufenthalten: 2004, als Studentin, prägen endlose Parties und komplizierte Beziehungen die Geschichte, 2009 ist sie selbstständige Illustratorin und in einer festen Beziehung. Jetzt dreht sich vieles um Familiengründung und Brotjobs.
Kati Rickenbach liebt das Leben und die Menschen, und sie ist eine gute Beobachterin. Sie schafft es, Alltagssituationen in zwei, drei Bildern und Sprechblasen einzufangen, sie mit freundlicher Ironie zu überhöhen und dann frisch und munter drauflos zu erzählen und damit den Leser mit ihrem Witz und ihrem Charme anzustecken. – Christian Gasser
Kati Rickenbach, geboren 1980 in Basel, lebt in Zürich und arbeitet im “Strapazin”-Atelier als freie Illustratorin und Comic-Zeichnerin. Für “Jetzt kommt später” hat sie 2009 ein Werkjahr der Stadt Zürich erhalten.
Jetzt kommt später, ISBN 978-3-03731-075-5, 304 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, (D) 24 EUR / (A) 24,70 EUR / sFr. 36.-, erscheint im April 2011
“Die Bekehrung” von Matthias Gnehm
Der 14-jährige Kurt ist bis über beide Ohren in Patrizia verliebt. Er folgt ihr in die Bibelgruppe des neu im Dorf tätigen Pfarrers Obrist, der mit zweifelhaften Methoden versucht, die Schäfchen seiner Gemeinde schon früh an sich zu binden. Als sich Kurt dadurch von seiner Familie entfremdet, muss er sich entscheiden: Verlässt er die Bibelgruppe oder bleibt er wegen Patrizia …
Pubertät, Religion und erste Liebe – um diese Themen dreht sich diese Graphic Novel. Schauplatz der Geschichte ist ein Dorf, dessen bauliche Veränderung der letzten 25 Jahre exemplarisch für das Phänomen der Zersiedelung steht.
Matthias Gnehm wurde 1970 in Zürich geboren, wo er weiterhin als Autor von Graphic Novels und Architekt arbeitet. Für “Die Bekehrung” hat er 2008 das Werkjahr der Stadt Zürich erhalten.
Die Bekehrung, ISBN 978-3-03731-074-8, 304 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, (D) 24 EUR / (A) 24,70 EUR / sFr. 36,– , erscheint im April 2011
“Coney Island Baby” von Nine Antico
In dieser Graphic Novel erzählt Hugh Hefner, der Playboy-Chef persönlich, zwei Möchtegern-Bunnies die Geschichte der amerikanischen Sex-Ikonen Bettie Page und Linda Lovelace. Bettie, die Pin-up-Legende der 50er-Jahre und Linda, der Pornostar der 70er-Jahre aus ”Deep Throat”, dienen als Beispiel, um den beiden jungen Frauen die Geschichte der amerikanischen Sexindustrie zu erzählen.
Die junge französische Autorin Nine Antico erzählt nüchtern das Schicksal von Bettie und Linda; sie wurde für ihr Werk in Frankreich begeistert gefeiert.
Nine Antico wurde in Aubervilliers geboren. Sie lebt und arbeitet als Comic-Zeichnerin und Illustratorin in Paris. Nachdem sie 2004 an keiner Kunstschule angenommen wurde, beschloss sie, sich in ihrem Fanzine “Rock this way” selber zu veröffentlichen. 2008 erschien “Le Gout du Paradis”, ein Comic über ihre Adoleszenz. “Coney Island Baby” ist ihr zweites Buch.
Coney Island Baby, ISBN 978-3-03731-073-1 224 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, (D) 24 EUR / (A) 24,70 EUR / sFr. 36,–, erscheint im April 2011
Während die in Zürich lebende Zeichnerin Kati Rickenbach am Nachfolger ihres Debüts “Filmriss” (Edition Moderne) arbeitet – einem Werk über den Reformator Huldrych Zwingli – findet sie noch Zeit für Illustrationen, Reisen und öffentliche Veranstaltungen:
Im Auftrag des Badener Animationsfilmfestivals Fantoche wird sie am Donnerstag, dem 2. September 2010, live im Kunsthaus Aarau zum Thema Märchen zeichnen, das im Mittelpunkt des diesjährigen Fantoche steht.
Am 11. September folgen zwei Vorträge in der Stadtbibliothek Lenzburg, in der sie aus ihrem Berufsalltag als Comiczeichnerin erzählt und erläutert, wie man von einer Idee zum fertigen Buch gelangt. Die Veranstaltungen finden um 11 und 13 Uhr statt.
Zuletzt illustrierte Kati Rickenbach den jährlichen Geschäftsbericht des Kulturzentrums Rote Fabrik in Zürich – eine innovative Idee seitens der “Roten Fabrik”. Mit ihren Kollegen aus dem “Strapazin”-Atelier verweilte sie ausserdem einige Wochen in China und hat über ihre Zeit dort eine Reisereportage angefertigt, die in einer Sonderausgabe des “Strapazin” abgedruckt wurde. Im Gegenzug werden chinesische Zeichnerinnen und Zeichner in der nächsten regulären Ausgabe des “Strapazin” vorgestellt. Auf ihrer Website zeigt Kati Rickenbach Zeichnungen, die auf Beobachtungen vom Leben auf den Straßen in China basieren.
Der belgische Comicverlag Casterman kooperiert mit dem Reisebuchverlag Lonely Planet. So sind nun (leider nur auf Französisch) vier Stadtreiseführer erscheinen, die mit Comicillustrationen geschmückt sind. Zum Beispiel mit Hugo Pratts Corto Maltese (deutsche Titel bei Kult Editionen) durch Venedig – eine reizvolle Idee.
Das darf gerne für den deutschen Markt aufgegriffen werden: Mit Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) durch Havanna, Simon Schwartz (“drüben!”, avant-verlag) durch Berlin, Kati Rickenbach (“Filmriss”, Edition Moderne) durch Zürich oder Barbara Yelin (“Gift”, Reprodukt) durch Bremen: Viele Kombinationen bieten sich an.
Soeben ist die bereits dritte Ausgabe des anschaulichen Flyers erschienen, der Buchhändler und Leser gleichermaßen über lesenswerte Graphic Novels von insgesamt zehn Verlagen informiert. Beteiligt sind avant-verlag,Carlsen,Cross Cult, Edition Moderne, Edition 52, S. Fischer Verlage, Panini, Reprodukt, Schreiber und Leser und der Splitter Verlag. Diese in der Buchbranche bislang einzigartige gemeinsame Aktion ist so positiv vom Handel und von den Lesern aufgenommen worden, dass von der dritten, aktualisierten Ausgabe 45.000 Exemplare gedruckt worden sind.
Der erste Graphic-Novel-Flyer erschien im September 2008 mit einer Auflage von 30.000, die zweite Ausgabe schon im März 2009 mit ebenfalls 30.000 Stück. Das Cover wurde wie bei den beiden vorherigen Auflagen von Sascha Hommer (u.a. “Vier Augen”, Reprodukt) gezeichnet, das handliche Leporello beginnt mit einem heiteren dreiseitigen Comic von der jungen Schweizerin Kati Rickenbach (“Filmriss”, Edition Moderne), der zum Thema Graphic Novels hinführt. Anschließend empfehlen die Verlage Titel aus ihren jeweiligen Programmen. Da sich zehn sehr unterschiedliche Verlage präsentieren, wird hier eine große Bandbreite an Graphic Novels vorgestellt. Damit dürfte für jeden das Passende dabei sein: Für den Neugierigen, der gern auch einmal einen Comic lesen möchte, ebenso wie für den Leser, der schon auf neue Graphic Novels wartet.
Der Flyer kann von Buchhändlern ab dem 11. Januar in 50er-Bündeln gratis über die Auslieferungen LKG, MSW Medien Service Wuppertal und Peter Poluda Medienvertrieb bezogen werden. Interessierte Leser fragen am Besten im Comic- oder Buchhandel nach dem Flyer. Die aktuelle Version des Flyers lässt sich hier herunterladen.
Neben verschiedenen weiteren Kulturpreisen in Bereichen wie klassischer Musik, Kunst und Theater vergibt die Stadt Zürich zum bereits sechsten Mal dieser Tage ein Werkjahr im Bereich Comics. Der mit 42.000 SFr. dotierte Preis wird im Dezember verliehen, die Preisträger wurden bereits jetzt bekanntgegeben: In diesem Jahr werden die in Zürich lebenden Comicschaffenden Kati Rickenbach und Christophe Badoux ausgezeichnet.
Kati Rickenbach ist für ihre lebendigen, oft autobiografischen Geschichten, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erscheinen, bekannt. Ihr Buch “Filmriss” (Edition Moderne) liegt inzwischen in zweiter Auflage vor.
Christophe Badoux ist einer der bekanntesten Vertreter des ligne claire-Stils im deutschsprachigen Raum. Seine Illustrationen erscheinen in der überregionalen Schweizer Presse wie der Tageszeitung “NZZ” und dem Finanzmagazin “Cash”. Zuletzt erschien seine Künstlerbiografie “Klee” (Edition Moderne).
Vom 13. bis zum 15. November findet in diesem Jahr die Buch.09, das Buch- und Literaturfestival in Basel, statt. Nicht nur der Schweizer Buchpreis wird auf der Messe vergeben, ein umfangreiches und vielfältiges Programm soll für eine attraktive Veranstaltung in der Stadt am Rhein sorgen.
Auch Comics und Graphic Novels sind ein Thema bei der Buch.09: Neben Gesprächen mit Schweizer Comiczeichern und Cartoonisten wie Enrico Marini (“Die Adler Roms”, Carlsen) oder Felix Schaad und einem Cosplay-Wettbewerb gibt es folgende Veranstaltungstermine:
Freitag, 13. November, 14.30 Uhr Graphic Novel
Michael Groenewald, Redakteur bei Carlsen Comics und Dirk Rehm, Verleger von Reprodukt im Gespräch mit Hannes Nüsseler (“Basler Zeitung”) über das Revival des Comicromans.
Samstag, 14. November, 14.30 Uhr Die Comic-Szene heute
Urs Hangartner im Gespräch mit der Zeichnerin Kati Rickenbach (“Filmriss”) und Diego Balli (“unerhört”).
Das komplette Programm kann man auf der Website der Buch.09 einsehen.
Die Schweizer Autorin Kati Rickenbach (“Filmriss”, Edition Moderne) hat nach vier Jahren ihre Website umgestaltet und in den vergangenen Tagen die neu gestaltete Version freigeschaltet. Unter www.katirickenbach.ch kann man sich nun einen umfangreichen Einblick in ihre Arbeit verschaffen.
Auf der Website finden sich regelmäßig neue Tagebuchcomics und Auszüge aus ihrem neuen, in der Entstehung befindlichen Buch. Außerdem präsentiert sie dort sonstige aktuelle Projekte, Ausstellungen und Livezeichnungsevents sowie eine Auswahl verschiedener Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind. Illustrationen und Informationen zur Person runden den Auftritt ab.
Derzeit arbeitet Kati Rickenbach, wie erwähnt, an ihrer neuen, noch unbetitelten Graphic Novel, die 2010 in der Edition Moderne erscheinen wird. Die autobiographische Geschichte berichtet aus der Zeit ihres Austauschsemesters in Hamburg 2004, als sie die dortige Kunsthochschule besuchte. Wie sie – derzeit wieder temporär in Hamburg – an der Umsetzung arbeitet, kann man hier sehen.
Mit Comics lässt sich eine Menge bewerkstelligen: Klassischerweise kann man damit spannende, bewegende, lustige, banale, verspielte, komplexe, ernste etc. Geschichten erzählen, von Superheldenheften über Comic Strips zu Graphic Novels, in bunt und schwarzweiß. Was viele AutorInnen von Graphic Novels neben ihrer Arbeit an Arbeiten im Buchformat noch in Comicform machen, lenkt den Blick auch darauf, was sich mit dem Medium darüber hinaus noch anstellen lassen kann. Hier eine kleine Auswahl:
Zuletzt veröffentlichte Alison Bechdel (“Fun Home”, KiWi) in der “New York Times” eine Buchbesprechnung von Jane Vandenburghs “A Pocket History of Sex in the Twentieth Century” in Comicform, die sich hier komplett ansehen lässt.
Für das “Deutsche Ärzteblatt” fertigte die Berliner Zeichnerin Elke Steiner (“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt) in einer Stripreihe Biografien der Ärzte Käte Frankental und Herbert Lewin an. Zudem gestaltete sie Strips als Unterrichtsmaterialien, die das “Deutsche Institut für Menschenrechte” zum Thema Menschenrechtsbildung bereitstellte. Beispiele für alle Arbeiten finden sich auf ihrer Homepage.
Bekannt gerade hierzulande sind auch Art Spiegelmans Reflektionen über die Anschläge vom 11. September 2001, die zuerst in der “Zeit” erschienen und nach der englischsprachigen Buchveröffentlichung (“In the Shadow of no Towers”, Pantheon) hier noch auf einen mutigen Verleger warten.
Bereits vor längerem setzte eine Reihe amerikanischer Comic-Autoren, darunter Paul Hornschemeier (“Drei Paradoxien”, Carlsen), für die Website der amerikanischen “Poetry Foundation” zeitgenössische Lyrik in Comicform um, die sich auf der Website der Organisation herunterladen lassen kann.
Durch Bücher wie Guy Delisles “Pjöngjang”, Dirk Schwiegers “Moresukine” (beide Reprodukt) oder die Anthologie “Cargo” (avant-verlag) ist der Reisebericht in Comicform hierzulande schon bekannt. Gerade erschienen ist mit “Kulbushan trifft Stöckli” (Edition Moderne) eine schweizerisch-indische Koproduktion, bei der Zeichnerinnen und Zeichner aus dem einen ins jeweils andere Land reisten, um die Erlebnisse später zu Papier zu bringen. Die Abbildung stammt von Kati Rickenbach (“Filmriss”, Edition Moderne).
An die Schnittstelle zur bildenden Kunst wagt sich der kanadische Comiczeichner Seth (“Eigentlich ist das Leben schön”, Edition 52) heran. Seit über zehn Jahren arbeitet er an einer ganzen Stadt im Modellmaßstab, die fortlaufend erweitert wird und in diesem Jahr durch eine Reihe kanadischer Städte tourt. In dem fiktiven Ort “Dominion” – für den es auch einen eigens dafür angefertigten Reiseführer gibt – tauchen viele Motive aus Seths nostalgieschwangeren Comics wieder auf.
Beispiele, die das vielschichtige Potential von Comics beleuchten, gibt es zur Genüge. Dies sollen zur Illustration nur einige sein, wie Comics auf vielfältige Art clever eingesetzt werden.