Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Kerascoet’

“Schönheit” von Hubert & KerascoĂ«t

Freitag, den 18. Oktober 2013

In der letzten Oktoberwoche erscheint bei Reprodukt der Comic “Schönheit” von Hubert & KerascoĂ«t (“Fräulein RĂĽhr-Mich-Nicht-An”). Von “Schönheit” wird neben der normalen Ausgabe auch eine limitierte Edition mit Druck veröffentlicht. “Schönheit” erscheint also in zwei Varianten: einmal die reguläre Ausgabe zum Preis von 36 EUR und daneben eine limitierte Vorzugsausgabe mit einem auf 999 Exemplare nummerierten Druck (Motiv siehe unten) zum Preis von 39 EUR.

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Schönheit! Oh, wie sich das Mädchen Morue danach sehnt! Und siehe da, eines Tages soll ihr Wunsch in Erfüllung gehen: Eine Fee lässt sie in den Augen eines jeden Betrachters als strahlende Schönheit erscheinen. Doch die Schönheit hat ihren Preis! Von nun an muss Morue sich sämtlicher Männer aus nah und fern erwehren. Auch der junge Burgherr erliegt ihrem Liebreiz. Doch warum sollte man sich mit der Rolle der einfachen Burgherrin zufriedengeben, wenn man auch das Herz eines Königs erobern kann?

Im Mittelpunkt von Huberts und Kerascoëts Erzählung steht die Frage nach der Schönheit und ihrer Wirkung auf uns: Wie verändert Schönheit den Menschen, dem sie zuteil wird? Und wie das Verhalten all derer, die ihn umgeben?

In außergewöhnlichen Zeichnungen – reich an Bezügen zu Tausendundeiner Nacht und zur mittelalterlichen Buchkunst – präsentiert sich “Schönheit” als ebenso mitreißendes wie philosophisches Märchen voll rabenschwarzen Humors.

Beide deutschen Ausgaben erscheinen mit rundem Buchrücken, Lesebändchen und Banderole. Übersetzung: Uli Pröfrock, Handettering: Sascha Hommer, Redaktion: Michael Groenewald, Herstellung: Christian Maiwald.

Hubert (alias Hubert Boulard), geboren 1971 in Saint Renan, Frankreich, studierte Kunst an der Ecole des Beaux-Arts d’Angers. Er arbeitet als Szenarist und als Colorist für verschiedene Zeichner (Jason, David B., Cobeyran u.a.) und französische Verlage wie Delcourt, Glenat und Dupuis.

Unter dem Pseudonym Kerascoët haben sich die 1978 in Brest geborene Marie Pommepuy und der 1975 in Paris geborene Sébastien Cosset in Frankreich einen Namen gemacht. Der Künstlername Kerascoët – ein kleiner Ort in der Bretagne, in dem Marie Pommepuy aufgewachsen ist – wurde aus der Not geboren, nachdem die beiden eine gemeinsame Illustration für ein CD-Cover signieren wollten, dann aber realisiert haben, dass auf dem kleinen Format nicht Platz genug für beide Namen vorhanden war.

Marie Pommepuy zog im Alter von achtzehn Jahren nach Paris, um Angewandte Kunst und später wissenschaftliches Zeichnen zu studieren. In dieser Zeit traf sie auf den Architekturstudenten Sébastien Cosset. Beide eint eine große Leidenschaft für Comics und gemeinsam haben sie seitdem mehrere Alben für die Serien “Fräulein Rühr-mich-nicht-an” und “Donjon – Abenddämmerung” gezeichnet. Einblick in ihre Arbeit als Comiczeichner, Illustratoren und Modedesigner geben sie auf ihrem Blog unter www.kerascoet.fr.

Schönheit, ISBN 978-3-943143-69-0, 152 Seiten, farbig, 20,5 x 28 cm, Hardcover, 36 EUR | Schönheit – Limitierte Vorzugsausgabe, ISBN 978-3-943143-86-7, 152 Seiten, farbig, 20,5 x 28 cm, Hardcover, 39 EUR. Beide Ausgaben erscheinen im Oktober bei Reprodukt.

“Kinderland ist abgebrannt”

Donnerstag, den 14. Januar 2010

9783941099302Christian SchlĂĽter, Kulturredakteur der “Frankfurter Rundschau”, in der morgigen Ausgabe der Tageszeitung ĂĽber “Jenseits” von KerascoĂ«t und Fabien Vehlmann (Reprodukt):

Kinderland ist abgebrannt

Alles fängt so lieblich an. Geradezu harmlos. Unschuldig. Ein Mädchen in hellem Sommerkleid erwartet bei sich zu Haus einen Verehrer. Sie ist ganz aufgeregt und fragt ihre kleine Schwester, ob sie denn auch hübsch genug sei Und da ist er auch schon, Hektor, sehr höflich, beinahe übertrieben formvollendet stellt er sich mit einer Verbeugung vor. Die junge Frau ist entzückt, man nimmt auf einem rosa Sofa Platz. Dem Gast wird sogleich ein Stück Kuchen angeboten, doch zu ihrem Entsetzen muss die Gastgeberin bemerken, dass sie völlig vergessen hat, die heiße Schokolade zuzubereiten. Welch ein Fauxpas! Zum Glück hat die kleine Schwester an alles gedacht und serviert dem Gast sein Pläsier. mehr

“Dort drauĂźen lauern Gefahren”

Sonntag, den 10. Januar 2010

9783941099302Gleich noch einmal Sven Jachmann in der “taz” vom 9. Januar ĂĽber “Jenseits” von KerascoĂ«t und Fabien Vehlmann (Reprodukt).

Dort drauĂźen lauern Gefahren

KINDHEIT Was geschieht, wenn Märchenfiguren das ausleben, wofĂĽr sie geschaffen wurden? Der Comic “Jenseits” fängt harmlos an. Aber dann!

Märchen sind das Grauen. Nicht nur, weil sie mittels unsittlicher Methoden, der Bestrafung, zum sittsamen Verhalten erziehen wollen, sondern auch, weil sie durch die Kraft der Fantasie ein erstes Gespür dafür bereiten, dass die Welt dort draußen mit so mancher Gefahr aufwarten kann. Deswegen besteht das Figurenarsenal des Märchens aus Archetypen, deren Eigenschaften zugleich von konservativen Geistern zu zivilisatorischen Standards erhoben werden, im Guten wie im Schlechten: die bösartige Prinzessin als Zeichen ungehemmter Machtlust, die tugendhafte Magd als Zeichen moralischer Integrität, das rastlose Kind als Zeichen ungebremster Entdeckerfreude, dem indes noch die Genügsamkeit der Erwachsenen gelehrt werden muss. mehr

Neue Rezensionen – Dezember 2009 (1)

Donnerstag, den 10. Dezember 2009

Vor allem auf den Seiten von Online-Feuilletons und auf Blogs wurden in den vergangenen Wochen Graphic Novels vorgestellt und besprochen. Eine Auswahl findet sich hier.

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FĂĽr das Autorennetzwerk suite101.de wirft Marco Behringer einen Blick in Joe Saccos “Palästina” (Edition Moderne) und ordnet die “journalistische Graphic Novel ĂĽber den Alltag der Palästinenser” in das Graphic Novel-Subgenre der Comicreportage ein.

Das Interesse fĂĽr Simon Schwartz’ DebĂĽt “drĂĽben!” blieb auch in den vergangenen Wochen beständig hoch und weitere Medien berichteten ĂĽber die Ost-West-Familiengeschichte des Berliners. FĂĽr einheits-brei.de, ein Onlineprojekt des 6. Jahrgangs der electronic media school (ems) in Potsdam, wurde der Autor interviewt, der Text findet sich hier: “Endlich drĂĽben – eine Ausreisegeschichte als Comic”. Ein weiteres Interview fĂĽhrte Simon Schwartz mit einem Vertreter von visuellepolitik.at, das Ergebnis ist hier zu lesen: “Die DDR im Kopf”. Auch in Dänemark fand “drĂĽben!” Beachtung: Autor und Buch wurden von Benjamin Krasnik im “Kristeligt Dagsblad” unter dem Titel “Muren er vigtig for mig og landets historie” vorgestellt.

Kriminalcomics stehen im Mittelpunkt des Artikels “Crime and Punishment”, den Benjamin Vogt fĂĽr das österreichische Kulturportal “The Outfit” verfasst hat. Vorgestellt werden unter anderem “RG – Riad an der Seine” (Carlsen) von Pierre Dragon & Frederik Peeters sowie “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult) von Jon J. Muth.

“Ăśppig grĂĽnes Grauen” liest Brigitte Helbling in Fabien Vehlmanns und KerascoĂ«ts modern-morbiden Märchen “Jenseits” (Reprodukt) und schreibt darĂĽber auf der Website von titel-magazin.de. Ăśber den gleichen Titel schreibt auch Markus Dewes auf tagesspiegel.de und fasst dort zusammen: “Märchenfiguren im Blutrausch”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt der Politikwissenschaftler Thomas Greven in seiner Kolumne einen politischen Comic vor; den hierzulande noch unveröffentlichten “A.D. – New Orleans after the Deluge” (Pantheon Books) von Josh Neufeld, der sich mit der “Amerikanischen Sintflut” in New Orleans befasst. Ressortchef Lars von Törne schreibt an gleicher Stelle ĂĽber “Miller und Pynchon” (Luftschacht): “Männer weinen heimlich”.

Auf echo-online.de stellt Heide Germann fest, dass “Der Krieg der Knöpfe” (Kinderbuchverlag Wolff) von Mathieu Gabella & ValĂ©rie Vernay nach Louis Pergaud nicht nur fĂĽr Comicleser interessant ist.

Warum der Aufschrei angesichts der Bibel-Umsetzung “Genesis” (Carlsen) von Robert Crumb ausblieb, ist dem Schweizer Rundfunk DRS2 klar. Online kann nachgehört werden, warum: “Crumbs ‘Genesis’ schockiert kaum”.

fm4.at, die Website des Jugendsenders des ORF, präsentiert ein Interview mit dem Autor und Zeichner der Fussballer-Biografie “Der Papierene, Band 1″ von Sascha Dreier (Ueberreuter), das Christian Achatzi und Reinhard Krennhuber fĂĽr das Fussballmagazin “Der Ballesterer” fĂĽhrten. “Die sitzen alle auf meinem Tisch”, wird der Autor zitiert.

Guy Delisles Reisebericht “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) bespricht FrĂ©dĂ©ric Villan fĂĽr spreeblick.de und kommt zu dem Schluss, dass es sich um “ein groĂźartiges, ein ausgezeichnetes Buch” handelt.

“Jenseits” – Leseprobe online

Freitag, den 28. August 2009

cover_jenseitsAuch zu einem weiteren, im September bei Reprodukt erscheinenden Titel, gibt nun eine Leseprobe: “Jenseits” von KerascoĂ«t und Fabien Vehlmann ist eine Geschichte, die sich wie ein modernes Märchen liest.

Es beginnt mit einem heiteren Kaffeetrinken, zu der die junge Dame ihren Schwarm eingeladen hat. Kuchen und heiße Schokolade werden gereicht, und es verspricht ein vergnügliches Rendezvous zu werden. Doch die Idylle schlägt in blankes Entsetzen um, als dicke violette Tropfen von der Decke fallen und alles zusammenzubrechen droht. In letzter Sekunde entkommen die beiden ans Tageslicht, um zu erkennen, dass es nicht ein Haus oder eine Höhle war, aus der sie geflohen sind – hinter ihnen liegt, um ein Vielfaches größer als sie selbst, ein Mädchen leblos im Gras. Eine Reihe weiterer kleiner Geschöpfe entsteigen dem toten Körper, und sie alle müssen sich nun gemeinsam in einer bedrohlichen Natur zurechtfinden.

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Um den unvermittelten Umschwung zwischen Freude, MitgefĂĽhl und Grausamkeit kreist “Jenseits” von KerascoĂ«t und Fabien Vehlmann. Die Erfahrungs- und GefĂĽhlswelt eines Kindes wird in eine Figurenkonstellation projiziert, die dem Reich der Märchen entsprungen scheint.

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Die Idee zu “Jenseits” stammt von Marie Pommepuy, die mit SĂ©bastien Cosset das Zeichnerduo KerascoĂ«t bildet. Gemeinsam haben sie bereits mehrere Alben fĂĽr die Serien “Miss Pas Touche” und “Donjon – Abenddämmerung” gezeichnet. Zusammen mit Szenarist Fabien Vehlmann (“Der Marquis von Anaon”, Salleck Publications) hat KerascoĂ«t hier eine verstörende Geschichte geschaffen, ein modernes Märchen, das in seiner einzigartigen Mischung aus Niedlichkeit und Grauen den Leser gefangen nimmt.

Die achtseitige Leseprobe lässt sich hier als PDF herunterladen (4,3 MB).

Jenseits, ISBN 978-3-941099-20-3, 96 Seiten, farbig, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im September bei Reprodukt

Zwischen den Formaten

Donnerstag, den 14. Mai 2009

Das Buchformat einer Graphic Novel entspricht in der Regel den MaĂźen einer typischen Romanveröffentlichung – etwa 15 bis 18 cm breit und ungefähr 20 bis 26 cm hoch. Dass dieses Format nicht zwingend fĂĽr die Graphic Novel ist, und dass sich etwa auch im Albenformat epische Geschichten erzählen lassen, dafĂĽr gibt es eine ganze Reihe von Beispielen, in jĂĽngster Zeit etwa “Der Fotograf” (Edition Moderne) oder “Der alltägliche Kampf” (Reprodukt), eine Serie dessen Format mit 31 x 23,5 cm sogar ĂĽber das eines klassischen frankobelgischen Albums (29,5 x 22 cm, wie zum Beispiel bei “Asterix” oder “Tim und Struppi”) hinausgeht.

Immer mehr Verlage entscheiden sich bei ihren Neuveröffentlichungen fĂĽr ein Zwischenformat, das sowohl fĂĽr Buch-, als auch fĂĽr Comicleser, die am klassischen Albenformat geschult sind, interessant ist. Nicht selten wird dafĂĽr das Format des Originals gestaucht (oftmals auf ca. 17 x 24 cm) und mehrere Bände in einer Ausgabe zusammengefasst. Das ist zwar nichts wirklich Neues, Carlsen vermarktete bereits 2005 das auf diese Art kompilierte Buch “Jenseits der Zeit” von Olivier Pont und Georges Abolin als Graphic Novel, wird aber immer auffälliger, da mehr und mehr auf diese Weise entstandene Titel auf den Markt kommen.

Jenseits der Zeit CoverCosa Nostra Cover

Hier nur einige Beispiele: Im MĂĽnchner Verlag Schreiber und Leser erscheint mit “Cosa Nostra” von David Chauvel und Erwan Le SaĂ«c eine Mafiaserie, bei der jeweils drei französische Alben zu einem Buch zusammengefasst werden. Auch im Programm des auf Fantasy- und Science-Fiction-Alben spezialisierten Splitter-Verlags finden sich derart entstandene Titel, dort erscheint im September der Thriller “Cheri-Bibi” von Pascal Bertho und Marc-Antoine Boidin. Der Berliner Verlag Reprodukt hat ebenfalls nun Titel angekĂĽndigt, deren Originalausgabe in einem größeren Format veröffentlicht wurden: die Fabel “Jenseits” von KerascoĂ«t und Fabien Vehlmann und den fantastisch aufgeladenen Thriller “Prosopopus” von Nicolas de CrĂ©cy.

Cheri-Bibi Cover

Jenseits Cover

Bislang wurden Alben und Graphic Novels als relativ getrennte Marktsegmente wahrgenommen. Ein kleineres Format und ein größerer Seitenumfang des Albums suggerieren nun auch eine inhaltliche Annäherung. Das ist begrüßenswert, da auch im Albenbereich stetig anspruchsvolle Titel entstehen. Auch klassische Albenverlage öffnen sich also dieser Tage mehr und mehr dem Konzept der Graphic Novel.