Der Hamburger Comicautor Calle Claus wird am kommenden Samstag auf der Comic Börse Hamburg seinen neuen Band “White Line” (Edition 52) signieren. Die Börse findet im Haus Eimsbüttel statt.
Bereits im Januar war Paula Bulling (“Im Land der Frühaufsteher”, avant-verlag) in New York unterwegs und hat dort einige Wochen für ihr neues Comic-Projekt recherchiert, das sich mit der Occupy-Bewegung befasssen wird.
Etwas weiter hat es Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Mawil (“Die Band”, beide Reprodukt) verschlagen: Sie werden in den nächsten zwei Wochen in Neuseeland unterwegs sein. Am morgigen Freitag eröffnet in den Räumen der St. Paul St. Gallery die bereits in vielen Goethe-Instituten gezeigte Ausstellung “Comics, Manga & Co.” über die deutsche Comic-Szene. Parallel wird dort die Ausstellung “Nga Pakiwaituhi: New Zealand Comics and Graphic Novels” zu sehen sein, ein von Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) kuratierter Überblick über aktuelle Comics aus Neuseeland.
Zur Eröffnung sind Line Hoven und Mawil vor Ort, die in Auckland am 7. bzw. 8. März auch Comic-Workshops geben werden. Am 14. März wird es in der Massey University in Wellington dann noch ein Podiumsgespräch mit den beiden geben, bei dem sie zu sich und ihrem Schaffen befragt werden. Ergänzt wird diese Runde vom neuseeländischen Comic-Autor Mat Tait, die Moderation übernimmt Dr. Tim Bollinger.
Passend zum COMICA-Comicfestival, das im kommenden Monat in London stattfinden wird, zeigt ab dem 3. November das Goethe-Institut London die seit geraumer Zeit weltweit reisende Ausstellung “Comics, Manga & Co.” über deutsche Comics und ihre Künstlerinnen und Künstler. Ergänzend dazu gibt es ein eigenes Veranstaltungsprogramm.
So wird sich am Sonntag, dem 4. November unter dem Titel “Intimate Interiors”Anke Feuchtenberger (“Die Spaziergängerin”, Reprodukt) mit Andrzej Klimowski, Professor für Illustration am Royal College of Art, unterhalten. Diese Veranstaltung findet nicht in den Räumen des Goethe-Instituts statt, sondern in der Buchhandlung Foyles. Der Eintritt beträgt 6 Pfund.
Einen Einblick in die aufwändige Technik des Schabkarton-Kratzens wird in einem Workshop mit Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) geboten, der am 11. November stattfinden wird. Die Teilnahme am Workshop kostet 40 Pfund, bzw. ermäßigt 35 Pfund, Tickets sind hier erhältlich.
Zu einem Manga-Abend mit Live-Zeichnen und Cosplay wird am 24. November geladen. Anwesend sind Christina Plaka (“Prussian Blue”, Carlsen) und Emma Vieceli (“Manga Shakespeare”). Der Eintritt ist frei, Anmeldung jedoch erforderlich.
Am kommenden Samstag werden Autor Jochen Schmidt (“Schmidt liest Proust”, Voland & Quist) und Zeichnerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) in Hamburg aus ihrer gemeinsamen Reihe “Dudenbrooks” lesen, die zunächst wöchentlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien und inzwischen bei Jacoby & Stuart als Buch veröffentlicht worden ist.
Derzeit führen Hoven und Schmidt die Kooperation mit der “Schmythologie” fort, die ebenfalls in der FAZ erscheint.
Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 5 Euro, Beginn ist um 19:30 Uhr, die Anmeldung ist per E-Mail möglich.
PLY unestablished furniture, Kleine Rainstr. 44 Hinterhof, 22765 Hamburg
In der heutigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” stellt Gottfried Knapp den ersten Teil von “Steam Noir” vor, der Steampunk-Reihe von Benjamin Schreuder und Felix Mertikat (Cross Cult) vor, dessen “dichte, ironisch gebrochene Mixtur aus klassischen Motiven des Phantastischen” er als sehr gelungen betrachtet: “Die Welt nach den Blinden Tagen”.
“Die hohe Kunst des Kurvenkratzens” stand im Mittelpunkt des Workshops, den Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) im Rahmen der Graphic Novel-Tage in Hamburg gegeben hat. Teilgenommen hat Alexander Josefowicz, der darüber im “Hamburger Abendblatt” schreibt.
Auf die anstehende Signierstunde von Carolin Walch (“Roxanne & George”, Reprodukt) am Samstag ab 15 uhr bei “Terminal Entertainment” in Frankfurt wird in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Neuen Presse” hingewiesen. Dabei erfährt man noch Einiges über die Hintergründe des Buches: “Comics sind ihre Leidenschaft”.
T3 Terminal Entertainment, Große Eschenheimer Str. 41a, D-60313 Frankfurt am Main
Tel. (069) 287569, Fax (069) 287584
email: info@t3ffm.de, ww.t3ffm.de
Heute finden die Graphic Novel-Tage mit einem Schabkarton-Workshop und einer Podiumsveranstaltung mit Line Hoven und Igort (“Berichte aus der Ukraine”, Reprodukt; “Fats Waller” mit Carlos Sampayo, avant-verlag) ihre Fortsetzung.
Vom 10. bis zum 13. April lädt das Junge Literaturhaus Hamburg unter dem Titel “Sprechende Bilder” zu den ersten Hamburger Graphic Novel Tagen ein. Moderiert von den Journalisten Andreas Platthaus (“Frankfurter Allgemeine Zeitung”) und Christian Gasser (“Neue Zürcher Zeitung”) werden sich Ulli Lust & Joe Sacco, Jens Harder & Marc-Antoine Mathieu, Line Hoven & Igort und Ralf König & Posy Simmonds an jeweils einem Abend
begegnen.
Der Comic hat die Kinderstube längst hinter sich gelassen: Noch nie waren Comics so erwachsen, waren Comics mit so viel Qualität und neuen Erzähl-Formen auf dem Markt. Bei den ersten Graphic Novel Tagen im Hamburger Literaturhaus kommen unter dem Titel “Sprechende Bilder” an vier Abenden vom 10. bis 13. April bei Podiumsdiskussionen jeweils ein internationaler und ein deutschen Comicautor oder -autorin miteinander ins Gespräch.
Neben den Abendveranstaltungen bietet das Junge Literaturhaus Hamburg Workshops mit zweien der anwesenden Künstler – Line Hoven und Igort – an.
Workshop mit Line Hoven: “Kratzen für Anfänger: Einführung in die Schabkartontechnik” (ab 14 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, Kursgebühr: 15 EUR
Workshop mit Igort: “Analysis of Frames and their Implicit Semantic Meaning”
(in englischer Sprache, ab 18 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, Kursgebühr: 15 EUR
Ab dem 21. Januar zeigt das Bildungs- und Kulturzentrum Kloster Irsee eine Ausstellung mit dem Titel “illustrare & narrare – Die Kunst des Bebilderns und der Bilderzählung”, bei der neben Bildern von Quint Buchholz, Reinhard Michl und Ulrike Steinke auch Originale der Hamburger Comicautorin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) zu sehen sein werden.
Die Kunst der Illustration unterscheidet sich von anderen Künsten durch eine für sie charakteristische Fremdbestimmung: Illustratoren entscheiden nicht frei über ihr Thema, sondern stellen sich in den Dienst eines fremden Werks, indem sie es bebildern. Sie leisten mit ihrer Kunst eine Gratwanderung zwischen den Vorgaben des Autors und der Imaginationskraft des betrachtenden Lesers. Weit davon entfernt, nur dekoratives Beiwerk zu liefern, werfen sie neues Licht auf die ihnen vorgegebenen Themen.
Die Vernissage findet am Sonntag, dem 20. November um 16 Uhr statt. Die Ausstellung ist vom 21. bis zum 31. Januar geöffnet.
Schwäbisches Tagungs- und Bildungszentrum Kloster Irsee, Klosterring 4, D-87660 Irsee
Tel.: (08341) 906-00, Fax: (08341) 74278 www.kloster-irsee.de, E-Mail: info@kloster-irsee.de
Nach den “Dudenbrooks” ist mit “Schmythologie” nun eine neue Zusammenarbeit von Line Hoven und Jochen Schmidt in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” gestartet. Nachdem zuvor Alliterationen das Konzept der kurzen Geschichten von Texter Jochen Schmidt bestimmten, sind es nun aus dem Griechischen stammende Fremdwörter, die Jochen Schmidt – nicht immer der ursprünglichen Bedeutung entsprechend – in neuen Texten aufgreift. Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) ergänzt diese um Illustrationen, die den Textvorlagen nicht selten noch neue, augenzwinkernde Bedeutungsebenen hinzufügen.
Auf der Website der “FAZ” stellt Andreas Platthaus das Projekt vor, in einer Bildergalerie können erste Ergebnisse des “etymologischen Gemeinschaftsprojektes” angesehen werden.
Kein Comic, keine Graphic Novel, aber ein literarisches/grafisches Projekt der besonderen Art: Jochen Schmidt (“Weltall. Erde. Mensch.”, Voland & Quist) und Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) präsentieren in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” bereits den zweiten Teil ihrer neuen Serie “Dudenbrooks”.
In sechsundzwanzig Teilen, den Buchstaben des Alphabets zugeordnet, wird jeweils eine Geschichte erzählt. Jede Geschichte enthält sieben Wörter desselben Anfangsbuchstabens, wie sie jeweils im Abstand von vierzig Wörtern im Duden stehen. Auf der Grundlage der aus diesen Wörtern von Jochen Schmidt geschaffenen erzählerischen Zusammenhänge kratzt Line Hoven ein Bild aus Schabkarton.
Andreas Platthaus erläutert das Konzept der Serie ausführlich auf www.faz.net:
Lesen Sie „Dudenbrooks“
Line Hoven und Jochen Schmidt wagen ein erzählerisches Experiment mit Text und Bild. In sechsundzwanzig Teilen entsteht ein Alphabet der literarischen Art.
Wenn Line Hoven davon spricht, wie sie ihre Bilder zeichnet, dann spricht sie vom „Kratzen“. Und das mit Recht, denn die in Hamburg lebende dreiunddreißigjährige Künstlerin arbeitet mit Schabkartons. Das muss man sich so vorstellen: Auf weißem Karton wird eine dicke schwarze Beschichtung aufgetragen, die man mit einem Skalpell wieder abkratzen kann. Man zeichnet also, indem man Weiß unter Schwarz freilegt. Dadurch bekommen die entstehenden Bilder die Anmutung von sorgfältig gearbeiteten Holzschnitten, und mit dieser traditionellen Ästhetik weckt Line Hoven Emotionen bei den Betrachtern, die eine einfache Zeichnung nicht hervorgebracht hätte. mehr
Wie schon in den letzten zwei Jahren wird es auch 2010 einen Stand mit Graphic Novels auf der BuchWIEN geben, die in diesem Jahr vom 15. bis zum 21. November stattfinden wird. Die Berliner Verlage Reprodukt und avant-verlag sowie die Zürcher Edition Moderne werden ihre Neuheiten und Klassiker aus der Backlist gemeinsam präsentieren.
Der Graphic-Novels-Stand wird Teil des Gemeinschaftsstands der Independent-Verlage sein und von Sebastian Oehler von Reprodukt und Sebastian Broskwa von der österreichischen Auslieferung Pictopia betreut werden.
Als Gäste werden in diesem Jahr die Zeichner und Zeichnerinnen Arne Bellstorf (“Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchher & Stuart Sutcliffe”), Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Barbara Yelin (“Gift”, zusammen mit Peer Meter, alle Reprodukt) erwartet, die gemeinsam einen Abend im phil bestreiten und dort über ihre Bücher sprechen werden. In einem Workshop auf der BuchWIEN erklärt Arne Bellstorf “Wie ein Comic entsteht“.
Abseits des Graphic-Novel-Standes bei den Independent Verlagen ist auch eine eigene Comic-Lounge auf der BuchWIEN geplant, bei der sich vor allem die heimische Szene dem Messepublikum präsentieren wird.
Workshop mit Arne Bellstorf: “Wie ein Comic entsteht” auf der Messe Wien, Seminarraum 1+2, Donnerstag, 18. November 2010, 11.30 bis 13 Uhr
“Lebenslinien – Biopic im Comic” mit Arne Bellstorf, Line Hoven und Barbara Yelin. Künstlergespräche moderiert von Karin Krichmayr (“Der Standard”), Signierstunde und Party mit DJ Urbs und Tag Tool im phil, Freitag, 19. November 2010, 20 Uhr
Am Samstag, dem 20. November werden Arne Bellstorf, Line Hoven und Barbara Yelin ihre Bücher in der BILDERBOXvienna signieren. Beginn der Signierstunde ist 16 Uhr.
BILDERBOXvienna, Kirchengasse 40/1, A-1070 Wien
Tel. +43 1 2931686 www.facebook.com/Bilderbox
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-19.30 Uhr, Sa 12-18.30 Uhr
Für SWR2 hat Martin Gramlich einen halbstündigen Beitrag über den Stand der Comics in Deutschland zusammengestellt, der heute ausgestrahlt wurde. Zu Wort kommen darin unter anderm Comic-Journalist und Agent Andreas C. Knigge, Buchkritiker Denis Scheck, die Comic-Redakteure Kai-Steffen Schwarz und Ralf Keiser (Carlsen) sowie die Künstlerinnen und Künstler Line Hoven (“Liebe schaut weg”), Arne Bellstorf (“Baby´s in Black – The Story of Astrid Kirchher & Stuart Sutcliffe”) und Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, alle Reprodukt; “Hero und Leander”, Edition Moderne).
Comics in Deutschland
Der Siegeszug der Bildgeschichten
Deutschland hat mit Wilhelm Busch einen der großen Ahnen des Comics hervorgebracht; Künstler wie Lyonel Feininger haben als Comiczeichner begonnen. Sogar Johann Wolfgang von Goethe äußerte sich bewundernd über die Bildgeschichten seiner Zeit. Doch während sich der Comic in den USA zu einer Grundlage der Popkultur entwickelte, in Japan Millionenauflagen erreichte und in Frankreich als Kunst gefeiert wurde, fristete das Genre bei uns lange Zeit ein Schattendasein. Damit scheint es jetzt ein Ende zu haben: In den Buchläden stapeln sich “Graphic Novels”, das Feuilleton hat den Wert der hintergründigen Bildgeschichte entdeckt, Kunsthochschulen bilden Comiczeichner aus. Mittlerweile hat sich das Genre so etabliert, dass Comiczeichner sogar als Botschafter für deutsche Kultur ins Ausland gehen. mehr
Der Beitrag lässt sich hier direkt als mp3 nachhören.
Anlässlich der Veröffentlichung von “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” ist Arne Bellstorf im Oktober bei Signierterminen mit Line Hoven und Brecht Evens in verschiedenen Städten anzutreffen:
• T3 Terminal Entertainment | Freitag, 8. Oktober, 17-19 Uhr
Arne Bellstorf und e.o.plauen-Preisträgerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”) signieren, und es gibt ein Jubiläum zu feiern: 15 Jahre T3 Terminal Entertainment! Im Laufe des Oktober gilt es noch viele weitere Signiertermine bei T3 in Frankfurt zu besuchen – eine komplette Liste der Veranstaltungen ist auf der Website des Comic-Shops zu finden.
T3 Terminal Entertainment, Große Eschenheimer Straße 41 a, D-60313 Frankfurt am Main t3ffm.wordpress.com
Arne Bellstorf stellt sein neues Buch auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage vor. Ausgehend von Gesprächen mit Astrid Kirchherr entwickelte er eine Geschichte, in der er erzählt, wie sich Rock ‘n’ Roll aus Liverpool und Hamburger Subkultur der Sechzigerjahre zu einem neuen Stil verbinden.
• Modern Graphics | Freitag, 15. Oktober, 17-19 Uhr
Arne Bellstorf und Brecht Evens (“Am falschen Ort”) signieren ihre brandneuen Bücher im Kreuzberger Hauptgeschäft von Modern Graphics.
Arne Bellstorf und Brecht Evens (“Am falschen Ort”) signieren abermals in Berlin – und es gibt noch einen runden Geburtstag zu feiern: 15 Jahre Haus Schwarzenberg! Begleitet von einer feinen Musikauswahl gibt es Kaffee, Sekt und Kuchen.
neurotitan shop & gallery, Rosenthalerstraße 39, D-10178 Berlin www.neurotitan.de
Comicläden und Buchhandlungen, die ebenfalls Interesse an Signieraktionen haben, können sich bei Sebastian Oehler über Einzelheiten informieren.
Am vergangenen Freitag wurde der e.o.plauen-Förderpreis an die in Hamburg lebende Künstlerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) verliehen. Über die Preisvergabe, die zugleich Eröffnungsveranstaltung des neu gestalteten Erich-Ohser-Hauses in Plauen, berichten unter anderem die Stadt Plauen selbst, der Blog ihre Verlags Reprodukt und die im Vogtland erscheinenende “Neue Presse”, die im Vorfeld bereits berichtet hatte. Dort schreibt nun Lokalredakteurin Nancy Dietrich:
Eine Feder ehrt nun die Kratzerin
Line Hoven mit e.o.plauen-Förderpreis 2010 ausgezeichnet – Neues Erich-Ohser-Haus mit Galerie ab Samstag geöffnet
Der Gummibaum, ja der Gummibaum war bis Freitagnachmittag das größte Problem. Das Pflänzchen sollte nämlich die stilechte Leseecke der neuen Line-Hoven-Ausstellung im Vogtlandmuseum schmücken. Nur: Ihn zu beschaffen, hat sich als große Hürde herausgestellt. Freitagmittag, zum Glück, stand er dann aber da. Pünktlich zu den bedeutenden Ereignissen, die sich an Plauens sehenswerter Museumsmeile, der Nobelstraße, abspielten: Im Festsaal des Vogtlandmuseums hat Line Hoven den e.o.plauen-Förderpreis erhalten.
Laudator Andreas Platthaus, Feuilletonredakteur der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, würdigte die Arbeit der Comiczeichnerin als “große Kunst. Kunst von und für Fortgeschrittene.” Es sei vor allem das Beunruhigende, das die erzählerische Qualität Line Hovens ausmache. “Line Hoeven kratzt frei, was freizukratzen ist.” mehr
An diesem Wochenende wird der e.o.plauen-Förderpreis an die in Hamburg lebende Künstlerin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) verliehen. Aus diesem Anlass werden in einer Ausstellung mit dem Titel “Kleine Kratzer” eine Reihe ihrer Schabkarton-Originale gezigt.
Für diese Ausstellung hat Line Hoven nun eigens einige neue Bilder angefertigt. Die Entstehung einer der aufwändigen Seiten hat sie in den vergangenen Tagen auf ihrem Blog verfolgt.
Anlässlich der Wiedereröffnung der Galerie e.o. plauen findet am 24. September gegen 17 Uhr die Verleihung des Förderpreises an Line Hoven im daran angeschlossenen Vogtlandmuseum Plauen statt. Dort wird auch die Ausstellung bis zum 31. Oktober zu sehen sein.
Die Hamburger Comiczeichnerin Line Hoven wird mit dem e.o.plauen Förderpreis 2010 ausgezeichnet, wie von der e.o.plauen Stiftung bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben wurde.
Im Herbst dieses Jahres wird die Galerie e.o.plauen ein Haus im mittelalterlichen Wohnquartier von Plauen, in der Nobelstraße 7, beziehen. Am 24. September werden die neuen Räume nach Restaurierung und Umgestaltung feierlich eröffnet. Auf drei Etagen zeigt die Galerie anschließend in einer halbjährlich wechselnden Dauerausstellung Arbeiten aus dem vielseitigen Schaffen von Erich Ohser.
Anlässlich der Wiedereröffnung der Galerie findet am 24. September gegen 17 Uhr auch die Verleihung des e.o.plauen Förderpreises an Line Hoven im Vogtlandmuseum Plauen statt. Dort werden in einer Ausstellung unter dem Titel “Kleine Kratzer” vom 25. September bis zum 31. Oktober Schabkarton-Originale der Zeichnerin zu sehen sein.
“Line Hoven, 1977 in Bonn geboren, ist eine langsame Zeichnerin. Nicht, weil es ihr am Können fehlte, sondern weil die heute in Hamburg lebende Künstlerin auf Schabkarton arbeitet – also aus einer schwarz beschichteten Fläche das Weiß des darunterliegenden Kartons frei kratzt. Mit den daraus resultierenden Bildern stellt sie sich stilistisch in die große deutsche Traditionslinie des Holzschnitts, mit dem auch Erich Ohser in den zwanziger Jahren während seines Leipziger Kunst-Studiums experimentierte. Doch mehr noch eint den Namensgeber des e.o.plauen Preises und die neue Trägerin des Förderpreises die Faszination für Bildgeschichten.” – Aus der Laudatio von Andreas Platthaus
“Liebe schaut weg”, das erste Buch der Zeichnerin und gleichzeitig ihre Diplomarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, liegt mittlerweile bereits in der zweiten Auflage bei Reprodukt vor.
Weitere Arbeiten von Line Hoven sind unter anderem in “Orang” (Kiki Post/Reprodukt), “Strapazin” und “Flitter” (avant-verlag) veröffentlicht worden.
Derzeit arbeitet Line Hoven gemeinsam mit dem Berliner Schriftsteller Jochen Schmidt (unter anderem “Schmidt liest Proust”, erschienen bei Voland & Quist) an einem neuen Buchprojekt.
Auf linehoven.de, der Website der Zeichnerin, finden sich viele weitere Illustrationen und Comics.
Das Goethe-Institut engagiert sich schon eine ganze Weile in Sachen Comics. Neben der informativen Website zu deutschen Comics, die mittlerweile in neun Sprachen vorliegt, laden die internationalen Dependancen des Goethe-Instituts regelmäßig Comic-Künstlerinnen und Künstler ein, stellen Zeichnungen aus und bieten Workshops und Vorträge an.
Im August wird eine Wanderausstellung sogar in doppelter Ausfertigung auf Welttournee gehen: Die Ausstellung “Comics, Manga & Co. – Die neue deutsche Comic-Kultur” stellt zwei Generationen Zeichner vor, die in den letzten Jahren auf ganz unterschiedliche Art und Weise die deutsche Comickultur geprägt haben.
Innovativ, fantasievoll und kritisch – Attribute, die sowohl für die Comic-Avantgarde, als auch für die jüngere Generation der Comic-Künstler stehen. Beide Gruppen präsentieren sich gemeinsam in der vom Goethe-Institut und Matthias Schneider konzipierten Wanderausstellung und ermöglichen so einen Überblick über die Entwicklung der deutschen Comic-Kultur seit der Wiedervereiningung im Jahre 1990.
Eine erste Station der Wanderausstellung ist Goethe-Institut Helsinki, wo sie vom 19. August bis zum 16. September zu sehen sein wird. Vom 10. bis zum 12. September findet in Finnlands Hauptstadt zudem das 25. Internationale Comicfestival statt, zu dem Sascha Hommer auf Einladung des Goethe-Instituts zugegen sein wird. Danach wird die Ausstellung in Bukarest und Prag zu sehen sein. Das Doppel der Ausstellung wird voraussichtlich in Santa Cruz, La Paz und Porto Allegre präsentiert. Anschließend sind weitere Stationen in aller Welt vorgesehen.
Die Ausstellung wird von Matthias Schneider kuratiert und von Hans Baltzer gestaltet, letzterer ist auch für die Produktion des begleitenden Bildbandes verantwortlich, in dem die Künstlerinnen und Künstler ausführlich vorgestellt werden. Erhältlich ist der Katalog in den Dependancen des Goethe-Instituts, in denen die Ausstellung präsentiert wird.
Im Ressort Geschichte auf “Zeit Online” findet sich nun Katja Lüthges Artikel zu Geschichtscomics – also Comics, die vor einem historischem Hintergrund spielen. Genannt werden unter anderem Jean-Pierre Verneys und Jacques Tardis “Elender Krieg” (Edition Moderne), Art Spiegelmans “Maus” (Fischer), Jason Lutes’ “Berlin” (Carlsen), Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” und Line Hovens “Liebe schaut weg” (Reprodukt).
Jenseits von Asterix
In Frankreich und den USA haben historische Comics Tradition. Jetzt ziehen die deutschen Zeichner nach.
Eben noch paradierten sie in ihren Uniformen unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straßen von Paris, Berlin und Wien, im nächsten Bild sind sie nur noch verwesende Körper, die an einem sonnigen Tag des Jahres 1914 auf einem namenlosen Feld von Krähen zerpickt werden – mit dieser Sequenz eröffnet der französische Zeichner Jacques Tardi seinen Comic Elender Krieg. Der erste Teil, 1914–1915–1916, ist 2006 erschienen, Teil zwei ist für dieses Jahr angekündigt. mehr
Einmal im Monat erscheint “Le Monde diplomatique”, die deutschsprachige Ausgabe der französischen Monatszeitung für internationale Politik – jeweils mit einem Comic auf der letzten Seite. Viele davon gestalteten Künstler, die auch für ihre Graphic Novels bekannt sind: U.a. steuerten Max Andersson (“Bosnian Flat Dog”, Reprodukt), Gipi (“5 Songs”, avant-verlag) und Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) eine Seite bei bei.
Auf Anfrage von Karoline Bofinger, verantwortlich für das Layout der Monatszeitung, haben renommierte Illustratoren und Comiczeichner im Lauf der Jahre bemerkenswerte Beiträge gestaltet – und häufig die besondere Herausforderung des großflächigen Seitenformats als auch des begrenzten erzählerischen Rahmens mit Bravour gemeistert. So sind seit 2005 fünfzig Comics entstanden, die einen unberechenbaren, oft absurden und manchmal melancholischen Blick auf Politik, Alltag und Kultur werfen.
“Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt”, so der Titel des Buches, in dem die Arbeiten in Kürze gesammelt erscheinen, enthält Comics von ATAK, Blexbolex, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer, Matti Hagelberg, Markus Huber, CX Huth, Volker Pfüller, Olivier Schrauwen, J. Otto Seibold, Katia Tukiainen, Martin tom Dieck, Amanda Vähämäki, Henning Wagenbreth und vielen anderen mehr.
Zusätzlich enthält das Buch ein Vorwort von Armin Abmeier und Helmut Kronthaler, die unter dem Titel “Aus Hogan’s Alley in die große weite Welt” die Geschichte der ganzseitigen Zeitungscomics von den Anfängen bis heute beleuchten.
Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt, ISBN 978-3-941099-45-6, 68 Seiten, farbig, 34 x 23 cm, Hardcover, 29 EUR, erscheint im Mai 2010 bei Reprodukt
Auf die umfangreiche, vom Goethe-Institut betriebene Website zum Thema “Deutschsprachige Comics” wurde an dieser Stelle bereits hingewiesen. Auf Initiative des umtriebigen Goethe-Instituts in Stockholm ist nun auch eine Materialsammlung mit Didaktisierungsvorschlägen für die Arbeit mit deutschsprachigen Comics im Fremdsprachenunterricht erschienen.
Auch in diesem Jahr sind angehende Comiczeichnerinnen und -zeichner zu verschiedenen Seminaren und Workshops eingeladen, in denen sich jeweils über mehrere Tage professionelle Künstler als Lehrer zur Verfügung stellen.
Den Anfang macht das Comic-Seminar in Erlangen, das gemeinsam vom Kulturbüro der Stadt Erlangen (das auch den Comic-Salon ausrichtet) und der Comic-Agentur Contours ausgerichtet wird. Es richtet sich an Zeichner, die bereits über einige Routine verfügen und wird in diesem Jahr vom 28. Mai bis zum 2. Juni stattfinden.
Mit Uli Oesterle (“Hector Umbra”, Carlsen) und Markus Huber (“Nichts von Bedeutung”, Edition Moderne) leiten zwei erfahrene Künstler unterschiedlicher Couleur diesen Kurs. Weitere Details finden sich auf der Seminar-Website.
In diesem Sommer – genauer vom 1. bis zum 10. Juli – geben der Pariser Zeichner Yassine und der Berliner Mawil (“Die Band”, Reprodukt) einen deutsch-französischen Comic-Workshop in Leipzig. Die Kooperation vom Deutsch-Französischen Forum junger Kunst mit der Sommerakademie Leipzig findet bereits zum dritten Mal statt und endet mit einer großen Abschlusspräsentation der beim Workshop entstandenen Arbeiten.
Comic- und Zeicheninteressierte finden genaue Informationen auf der zugehörigen Website.
Ein weiterer Comic-Workshop wird im Rahmen des “Schwäbischen Kunstsommers” angeboten. Zwischen dem 31. Juli und dem 8. August wird die Hamburger Comicautorin Line Hoven (“Liebe schaut weg”, Reprodukt) einen Kurs leiten, in dem sie in die Kunst der Comic-Erzählung einführt. Basierend auf einem bestehenden Text richtet sich der Fokus auf die Comic-Umsetzung, technische Vorgaben gibt es dabei nicht. Auf Wunsch führt Line Hoven aber in die von ihr bevorzugte Schabkartontechnik ein.
Auch hier können ausführliche Informationen auf der dazugehörigen Website nachgelesen werden.
Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf einen Wettbewerb:
In Zusammenarbeit mit dem Comic-Salon Erlangen richtet die Filmzeitschrift cinearte einen Zeichenwettbewerb aus. Das Thema ist frei gehalten: Es geht um die Verbindung zwischen Comic oder Cartoon und Film. Willkommen ist jede Einreichung, die auf ein A4-Blatt passt. Die Gewinner werden im Rahmen einer Sonderausstellung auf dem Comic-Salon ausgestellt, als Hauptpreis winken 500 Euro sowie die Aussicht auf eine Mitarbeit im Magazin. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden sich auf der Website von cinearte. Einsendeschluss ist der 2. Mai 2010.