Ebenfalls in der Welt schreibt Waldemar Kesler über den vom in Berlin lebenden Franzosen Wandrille Leroy betriebenen Verlag Warum und dessen Veröffentlichungen: “Bilder für die neue Stadt”.
Christoph Huber stellt in der Wiener Presse die “Essex County”-Trilogie von Jeff Lemire vor (Edition 52), die “große Saga eines Milieus und einer ländlichen Mentalität”: “Einsame Eigenbrötler”.
Ulli Lust ermöglicht in ihrer “Flughunde”-Adaption nach der Vorlage von Marcel Beyer (Suhrkamp) “einen beklemmenden Eindruck von der Banalität, aber auch der Lächerlichkeit des Bösen”, wie Katja Lüthge in der tageszeitung schreibt: “Die Fratzen der Goebbelstöchter”.
“Eine grandiose Erzählung, die alle Rahmen sprengt” ist Mana Neyestanis „Ein iranischer Albtraum“, das schreibt Thomas Hummitzsch auf tagesspiegel.de: “Dreistes Ungeziefer”. Selbiger Autor stellt einer früheren lobenden Besprechung von Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit) harte Kritik entgegen: “Was avantgardistisch sein will, ist am Ende nur Stückwerk, das nicht zusammengeht.”: “Prügeln und vögeln”.
Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Erik Wenk“Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason vor, zu dem er feststellt: “Allein die grafische Eleganz der anthropomorphen Tierfiguren ist ein Genuss”.
In seinem Artikel für die Wiener Zeitung schlägt Martin Reiterer den Bogen von Joe Saccos und Marjane Satrapis Büchern, die politisches Geschehen im Nahen Osten reflektieren, hin zu aktuellen Veröffentlichungen, die ebenfalls und zum Teil sehr aktuelle das Geschehen aufgreifen: “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne), “Zahra´s Paradise” von Amir und Khalil (Knesebeck) sowie “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B. (avant-verlag): “Subversive Bildwelten”.
“Graphic Novels aus Nahost” stehen auch im Radiobeitrag von Elise Landscheck für NDR Info. Sie sprach mit Zeina Abirached, deren “Das Spiel der Schwalben” im März im avant-verlag erscheint, Magdy El-Shafee über “Metro” und Maximilien LeRoy über “Die Mauer” (beide Edition Moderne).
“Jüliger ist ein Buch gelungen, das alles andere als ein luftleerer Raum, ein Vakuum, ist. Es entwickelt trotz der schreienden Einsamkeit seiner Hauptfiguren, viel Kraft. Ein Buch, das man verschlingt und sicher nicht so schnell vergessen wird.” Das schreibt Matthias Heller in seinem Beitrag für NDR Kultur. Er hat sich die Ausstellung zu Lukas Jüligers “Vakuum” (Reprodukt) am vergangenen Wochenende in Hamburg angesehen: “200 Bleistifte für ein Vakuum”.
Auf tagesspiegel.de betont Thomas Greven, dass “Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges” von Catel Muller und Autor José-Louis Bocquet (Splitter) ihre Spannung vor Allem aus der erzählten Handlung bezieht.
“Das Reizvolle an einem Comic ist, dass man völlig frei ist.” sagt der Filmemacher und Comicautor Helmut Wietz im Interview mit Paul-Philipp Hanske an gleicher Stelle: “Sex, Revolution und die Dialektik der Aufklärung”. Wietz´ vor rund vierzig Jahren begonnener Comic “Der Tod von Adorno” erscheint dieser Tage bei metrolit.
Dass bei Reprodukt demnächst Kindercomics erscheinen – zur Buchmesse in Leipzig werden sechs Titel präsentiert – meldet heute Börsenblatt.net: “Kindercomics bei Reprodukt”.
Arne Seifert stellte in der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Neuen Presse“Wave and Smile” von Arne Jysch (Carlsen) vor. Um ihm zu gefallen hätte er sich von dem Buch etwas mehr Entschiedenheit gewünscht und kritisiert, dass versucht wird, es allen richtig zu machen, ausgewogen zu sein und nicht anzuecken: “In den Fängen der Taliban”.
Sehr angetan hingegen zeigt sich Andreas Platthaus von “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne), wie er auf seinem FAZ-Blog schreibt (“Ägyptens Misere aus der Comicsicht”). Er erkennt in dem Buch einen “Schlüssel ins ägyptische Innenleben”.
In der heutigen Ausgabe des “Börsenblatts des deutschen Buchhandels” werden in einem Krimi-Schwerpunkt interessante Titel und Autoren vorgestellt. Darunter befinden sich auch eine Reihe von Comic-Neuerscheinungen, die online noch ausführlicher besprochen werden, unter Anderem die Adaptionen “Der Selbstmörderclub” von Clément Baloup und Eddy Vaccaro nach Robert Louis Stevenson (Splitter) und “Scarface” von Christian De Metter, nach Armitage Trail (Schreiber & Leser), sowie “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne): “Kriminell gute Comics”.
Auf tagesspiegel.de schwärmt Thomas Hummitzsch für das “vorläufige Opus Magnum” von Cyril Pedrosa: “Portugal” (Reprodukt), was nicht nur daran liegt, dass für ihn der Band ein “Augenschmaus”, sondern auch “eine tiefschürfende Liebeserklärung an ein Lebensgefühl, das sich nur mit Begriffen wie ‘Heimat’ oder ‘Zuhause’ verbinden lässt” ist: “Eine Reise zum Ich”.
In der gestrigen Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” wurden im Feuilleton verschiedene Aspekte des Afghanistan-Einsatzes der deutschen Bundeswehr beleuchtet. Als eins der wenigen Bücher, abgesehen von Rückkehrer-Biografien, erkennt Tim Neshitov in Arne Jyschs “Wave and Smile” (Carlsen) eine wichtige Quelle für spätere Kulturhistoriker. Der Artikel “Afghanistan in Aquarell” lässt sich nun auch online nachlesen.
Sammy Khamis stellt auf fm4.orf.at “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne) vor. In dem Buch erkennt er das Missing Link zwischen 30 Jahren Unterdrückung, der daraus resultierenden Unzufriedenheit und den Demonstationen auf dem Tahrir-Platz: “Endstation Zensur”.
Mit dem Kampfsportcomic “Wie hungrige Wölfe” (Schreiber & Leser) wagen sich die sonst eher für ruhige Stoffe bekannten Baku Yumemakura und Jiro Taniguchi (“Gipfel der Götter”) ins Actionfach. In dem bereits in den 1980er-Jahren entstandene Band erkennt Felix Giesa auf satt.org Vorbilder wie “Karate Kid” oder “Rocky III”, und resümiert, dass gerade das Finale “einer extremen Männlichkeitsbespiegelung gleichkommen” mag, das Buch dennoch “ein starkes Stück Karateunterhaltung” ist: “Mann gegen Mann”.
Rupert Koppold schreibt heute in der “Stuttgarter Zeitung” ausführlich über “Wave and Smile” von Arne Jysch (Carlsen). Darin gibt er wieder, wie der Autor den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr aus Sicht von Soldaten beschreibt und damit Einblicke gibt, die in der Berichterstattung häufig keine Rolle spielen: “Das will ja keiner Wahrhaben”.
Durchaus kritische Worte findet Moritz Honert in seinem Beitrag “Licht am Ende des U-Bahn-Tunnels” auf tagesspiegel.de für Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne), das die revolutionären Entwicklungen in Ägypten aufgreift. Sein Kritik wird allerdings dadurch aufgewogen, “eines der interessantesten Bücher aus der Frühphase dessen zu lesen, was zu einer der größten Umwälzungen der Weltpolitik wurde”.
Am heutigen Dienstag strahlt das Deutschlandradio“Comics als Konversationsstücke” aus, eine Sendung von Rebecca Partouche, in der die französische Autorin Claire Bretécher (“Agrippina – Allergien”, Reprodukt) und Ralf König (“Antityp”, Rowohlt) parallel portraitiert werden. Im Zentrum steht neben der Inspiration Königs durch Bretecher auch deren spezieller Zugang zum Erzählen von Geschichten im Comic, das weitaus mehr von Dialogen als von Action geprägt ist. Die Sendung beginnt um 19:30 Uhr, das Manuskript kann bereits jetzt als PDF und einfacher Text gelesen werden.
Bereits am Montag erschien auf n-tv.de ein ausführlicher Beitrag von Markus Lippold zu Magdy El-Shafees “Metro” (Edition Moderne): “Ägypten sucht nach seiner Zukunft”. Er stellt sowohl das Buch vor als auch den Autor, den er zu einem Gespräch getroffen hat.
Das Buch bezeichnet Lippold dabei als “glaubwürdigea Panorama einer Gesellschaft, die kurz vor dem Kollaps steht” und als “Aufruf zum Aufbruch in eine neue Gesellschaft”.
Zur aktuellen politischen Lage stellt El Shafee fest, dass das Beste, was er machen könne, sei, weiterhin das zu machen, was er ohnehin macht: Comics zeichnen. Zum ganzen Textbeitrag gelangt man hier.
In den vergangenen Tagen wurden wieder aktuelle Neuerscheinungen in den Printmedien vorgestellt. Christoph Huber stellt in der Wiener “Presse” das neue Werk von Charles Burns vor, das in drei Teilen erscheint. Der zweite Teil der Serie mit dem Titel “Die Kolonie” wurde gerade veröffentlicht (Reprodukt). Besonders interessieren den Autor dabei die Bezüge zum Comic-Klassiker “Tim & Struppi” von Hergé: “Angst unter Punks”.
Lutz Göllner porträtiert in der Samstagsausgabe des “Tagesspiegels” den in Berlin lebenden Autor Reinhard Kleist. Im Mittelpunkt des Porträts steht das neue Buch “Der Boxer” (Carlsen), über die dramatische Lebensgeschichte des Hertzko Haft und wie Reinhard Kleist es schafft, auch für diese widersprüchliche Figur Mitgefühl zu wecken: “Faust aufs Auge”.
In der aktuellen Ausgabe der “Jungle World” bespricht Jan Tölva Magdy El Shafees “Metro” (Edition Moderne) und charakterisiert es als “schonungslos, aber nicht hoffnungslos”. Auch mit dem Autor hat er sich über das Buch unterhalten, als dieser kürzlich das Buch in Berlin vorgestellt hat: “Ticket zum Tahrir-Platz”.
Passend zum Comic-Salon in Erlangen und der dort gezeigten Ausstellung über Comics aus dem nahen Osten erscheint mit “Metro” die in Ägypten verbotene Graphic Novels von Magdy El Shafee in der Zürcher Edition Moderne, der damit sein Programm an Graphic Novels, die aktuelle politische Themen aufgreifen und reflektieren, erweitert.
Das Buch wurde bereits am Freitag in der “Berliner Zeitung” und in der “Frankfurter Rundschau” vorgestellt. Redakteur Christian Schlüter stellt das Buch und seinen Autor sowie die Hintergrundgeschichte des Bandes vor. Schlüter stellt heraus, wie das Buch ein Gefühl für die Situation in der es entstand vermittelt und das Buch den Geist der zur Entstehungszeit des Bandes erst langsam aufflammenden Revolution in sich trägt: “Raus aus dem Gefängnis”.
Für den Bayerischen Rundfunk hat Sammy Khamis den Autoren darüber hinaus in Kairo getroffen und für einen Beitrag interviewt, der sich hier nachlesen lässt: “Verbotener Comic – “Metro” von Magdy el Shafee”. Dort gibt es auch einen kurzen Ausschnitt des Interviews zu sehen, in dem sich El Shafee im O-Ton noch einmal die Hintergründe zur Entstehung von “Metro” erläutert.
Am kommenden Wochenende wird der aus Ägypten stammende Comic-Autor Magdy El-Shafee (“Metro”, Edition Moderne) in Berlin erwartet. Dort wird er am von der Heinrich-Böll-Stiftung organisierten Kulturfestival “Wider die Müdigkeit” teilnehmen, zu dem Gäste sus dem Nahen Osten, Mittel- und Osteuropa sowie Deutschland eingeladen wurden.
Die Literaten, Wissenschaftlerinnen, Musiker, Malerinnen, Comic-Zeichner und Kuratoren erzählen über ihren Widerstand in Unterdrückungsregimen. Sie präsentieren künstlerische und intellektuelle Reaktionen auf die gesellschaftlichen Schwingungen, die letztlich zu großen Veränderungen führten – ob vor einem Jahr in Ägypten und Tunesien oder seit 1989 in den Ländern Osteuropas. Ausgangspunkt für “Wider die Müdigkeit” ist die These der “Müdigkeitsgesellschaft”, die der Karlsruher Philosoph Byung-Chul Han dem Westen anheftet. Am ersten Juniwochenende wird statt Müdigkeit ein aufgeweckter Austausch der Meinungen die Räume besetzen.
Am Abend des 2. Juni wird eine Ausstellung mit Originalzeichnungen aus “Metro” eröffnet (18 Uhr). Die Ausstellung zeigt ausgewählte Originalzeichnungen aus dem Band im Großformat mit der deutschen Übersetzung des Islamwissenschaftlers Stefan Winkler. Tags darauf nimmt El-Shafee zusammen mit dem tunesisch-palästinensischen Multimedia-Künstler Checkpoint 303 an einer Podiumsveranstaltung zum Thema “Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum?” teil (Beginn: 16 Uhr, Moderation: Daniel Gerlach).
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Genauere Informationen finden sich auf der Veranstaltungshomepage.
In der heutigen Ausgabe der “Neuen Zürcher Zeitung” stellt Anette Selg den ägyptischen Comic-Autoren Magdy El Shafee vor. Sie traf sich mit ihm in einem Kairoer Cafe und lässt ihn zu seinem eigenen Werdegang und der lokalen Comic-Szene ausführlich zu Wort kommen.
El Shafees Graphic Novel “Metro – Kairo Underground” erscheint in Kürze bei der Edition Moderne. El Shafee wird zum Comic-Salon Erlangen erwartet, wo es eine große Ausstellung über Comics aus dem nahen Osten geben wird, und zuvor noch in Berlin beim Kulturfestival “Wider die Müdigkeit” zu Gast sein.
Passend zum Comic-Salon Erlangen Anfang Juni und der dort gezeigten Ausstellung zu Comics aus dem nahen Osten, erscheint in der Edition Moderne “Metro – Kairo Underground” von Magdy El-Shafee.
Schihab, ein junger Software-Ingenieur aus Kairo, gerät in die Fänge von korrupten Geschäftemachern. Nachdem er den Mord an einem Geschäftsmann, der ihn unterstützen wollte, beobachten musste, beschliesst er eine Bank zu überfallen, um seine Schulden begleichen zu können.
Nun sind ihm nicht nur seine Gläubiger, sondern auch die Polizei auf den Fersen. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht durch die pulsierende Metropole Kairo.
Korruption, Willkür, sexuelle Frustration, Jugend ohne Zukunft: Bereits drei Jahre vor dem Arabischen Frühling hat Magdy El-Shafee die Ursachen thematisiert, die zu den aktuellen Ereignissen führten. Eine eindrückliche Geschichte von Jugendlichen in Kairo, kurz vor dem Arabischen Frühling. In Ägypten verboten!
METRO Kairo Underground, ISBN 978-3-03731-099-1, 96 Seiten, schwarzweiss, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, EUR (D) 18.- / EUR (A) 18.50 / sFr. 22.80, erscheint im Juni
Im Rahmen des Theaterfestivals “Lila Risiko Schachmatt II”, bei dem im Berliner Heimathafen Neukölln deutsche Erstaufführungen aus Syrien, Palästina und Marokko aufgeführt werden, zeigt das Café Rix im Heimathafen Neukölln Seiten aus der Graphic Novel “Metro” des ägyptischen Autors Magdy El-Shafee.
Die Originalzeichnungen des Comic-Romans sprechen durch direkte Sprache und Zeichnungen drängende soziale und politische Probleme des vorrevolutionären Ägypten an: Korruption, Polizeiwillkür, Aussichtslosigkeit der Jugend, sexuelle Frustration, die Rolle der Medien. Lila Risiko Schachmatt öffnet mit der Ausstellung “Metro” seinen Theaterfokus für weitere künstlerische Ausdrucksformen aus arabischen Ländern.
In einem Beitrag El-Shafees, das sich auf der Website des Goethe-Instituts Kairo nachlesen lässt, wird dieser als “Vorreiter des politischen Comics” in Ägypten portraitiert: “Der Zeichensetzer”.
Die Bilder werden bis zum 14. Mai gezeigt.
Café Rix im Heimathafen Neukölln, Saalbau Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, D-12043 Berlin www.heimathafen-neukoelln.de
Wie Lars von Törne für den “Tagesspiegel” berichtet, wurde am Wochenende die erste ägyptische Graphic Novel offiziell verboten. Nachdem der Verkauf von Magdy El-Shafees “Metro” schon kurz nach der Veröffentlichung untersagt worden war, wurden nun auch sowohl der Verleger als auch der Künstler von einem Kairoer Gericht mit einer Geldstrafe belegt. Das Verbot und die nun verhängte Strafe lösten bei Menschenrechtsorganisationen Protest aus.
Auf der Website des “Tagesspiegels” findet sich neben einem ausführlichen Bericht auch ein Verweis auf eine englischsprachige Leseprobe.