Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Manuele Fior’

“Aiuto! Hilfe!”

Freitag, den 24. Januar 2014

FĂŒr die italienische Zeitung La Repubblica hat Manuele Fior (“Die Übertragung”, avant-verlag) einen Kurzcomic gestaltet, der auf dem Berliner Flughafen Tempelhof spielt. Die ganze Geschichte lĂ€sst sich hier ansehen.

Graphic Novels beim Harbourfront Literaturfestival in Hamburg

Dienstag, den 17. September 2013

Am morgigen Mittwoch finden zwei Graphic Novel-Veranstaltungen im Rahmen des Harbourfront-Literaturfestivals in Hamburg statt. ZunĂ€chst werden in einem PodiumsgesprĂ€ch ab 18 Uhr Lukas JĂŒliger (“Vakuum”, Reprodukt) und Manuele Fior (“Die Übertragung”, avant-verlag) vorgestellt und zu ihren neuen BĂŒchern befragt. Ab 21 Uhr folgen auf der BĂŒhne dann Florent Silloray (“Auf den Spuren Rogers”) und Antonio Altarriba (“Die Kunst zu fliegen”, Zeichnungen: Kim, beide avant-verlag), die ĂŒber ihre in Deutschland veröffentlichten BĂŒcher sprechen werden, in denen Kriegserfahrungen im Mittelpunkt stehen. Geleitet werden beide Runden von Paul Derouet.

Beide Veranstaltungen finden im Instituto Cervantes und in Kooperation von EUNIC-Hamburg, dem Zusammenschluss der Kulturinstitute Instituto Cervantes, Institut Français, Istituto Italiano di Cultura und dem Goethe-Institut, sowie der Hamburger Buchhandlung Strips&Stories statt. Der Eintritt betrĂ€gt 10 EUR, das Kombiticket fĂŒr beide Veranstaltungen kostet 15 EUR.

Instituto Cervantes im Chilehaus, Fischertwiete 1, Eingang B, 20095 Hamburg

Manuele Fior: Signiertermin in Berlin

Mittwoch, den 11. September 2013

Am morgigen Donnerstag signiert Manuele Fior seine Werke im Berliner Comicshop Comics & Graphics. Beginn ist um 18 Uhr. Zuletzt erschien von Fior mit “Die Übertragung” ein weiterer viel beachteter Comic des gebĂŒrtigen Italieners im avant-verlag.

Comics & Graphics, Prenzlauer Allee 46, D-10405 Berlin
Tel: (030) 664 081 57
www.bluetoons.de, E-Mail: info@bluetoons.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 11-19 Uhr – Samstag 11-16 Uhr

Graphic Novels in den Medien – 7. August 2013

Mittwoch, den 7. August 2013

Ein iranischer Albtraum ist ein in jedem Sinne toller Trip durch die Hölle der Haft und das Labyrinth des grotesken politischen Verfahrens.” schreibt Alexandra Kedves im ZĂŒrcher Tagesanzeiger ĂŒber Mana Neyestanis Buch, das in der Edition Moderne erschienen ist: “Im Knast wegen einer dummen Kakerlake”.

Ralph Trommer zeigt sich von Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag) sehr angetan, da Fior darin “beweist, dass Science-Fiction auch jenseits von Klischees funktionieren kann.”. Der Artikel “Science Fiction, die schwebt” erschien in der tageszeitung.

Derselbe Autor stellt auf tagesspiegel.de “Reprobus” von Markus FĂ€rber vor (Rotopolpress) und findet nur lobende Worte: “Ein unheimlicher Heiliger”.

Im Reiseteil des Tagesspiegels erschien eine Reportage Erik Wenks zu den Handlungsorten des Buches “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist): “Der Held sitzt immer am Tresen”.

Unter der Überschrift “Das Jahr der Comic-Kunst: Gut gemerzt!” stellte Christoph Huber in der Presse eine Reihe aktueller Titel vor, die sich von unterschiedlicher Seite dem Thema “Kunst & Comics” nĂ€hern: mehr oder weniger freie KĂŒnstlerbiografien wie Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz!”, Steffen Kvernelands “Munch”, “Chagall in Russland” von Joann Sfar (alle avant-verlag) und “Pablo” von Julie Birmant und ClĂ©ment Oubrerie, sowie Brecht Evens’ “Die Amateure” (beide Reprodukt), der die BeschĂ€ftigung mit Kunst in eine fiktionale Geschichte einbettet.

Im Standard stellte Martin Reiterer drei BĂ€nde vor, die sich mit gesellschaftlichen Problemen wie der FlĂŒchtlingspolitik auseinandersetzen: Joe Saccos “Reportagen” (Edition Moderne), Paula Bullings “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag), sowie “Kafka fĂŒr Afrikaner. Sofie und der schwarze Mann” von Judith Vanistendael (Reprodukt): “Wie kann ich ein normal Mensch sein?”.

Im “Literaturforum” des Nordwest-Radios gab es ebenfalls eine themenbezogene Übersicht, hier geht es um “Graphic Novels aus der arabischen Welt und aus Israel”. Fazit hier: “Eine alternative, nicht gerade systemkonforme Form von Literatur. Höchst fantasievoll bietet sie Innenansichten aus einer fremden Welt”. Vorgestellt werden “Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger” von Sarah Glidden (Panini), “Metro” von Magdy El-Shafee, “Die Mauer” vom Maximilien Le Roy (beide Edition Moderne), “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle (Reprodukt), “Die besten Feinde” von Jean-Pierre Filiu und David B., “Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached sowie dem Sammelband “Cargo” (alle avant-verlag).

Graphic Novels in den Medien – 23. Mai 2013

Donnerstag, den 23. Mai 2013

Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente ĂŒberzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.

Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde. Im ergĂ€nzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die HintergrĂŒnde der Arbeit an dem Buch ein.

“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “BerĂŒhrend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.

Susanne Harmsen hĂ€lt es fĂŒr einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe fĂŒr die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.

“BĂŒcher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. BĂŒcher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.

Weniger eine Huldigung als eine AnnĂ€herung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und ClĂ©ment Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.

Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de ĂŒber den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.

An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kĂŒrzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.

Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlĂ€sslich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel ĂŒber Gröpelingen”.

“Die Übertragung” von Manuele Fior

Donnerstag, den 25. April 2013

In KĂŒrze erscheint mit “Die Übertragung” im Berliner avant-verlag ein neuer Band von Manuele Fior, dem Autor des vielfach ausgezeichneten “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde”.

In einer nahen Zukunft ist die gesellschaftliche Entwicklung erstarrt. WĂ€hrend sich die reiche Oberschicht in Enklaven auf dem Land absondert, ĂŒbernehmen die jungen Menschen die aufgegeben Stadtzentren und suchen dort nach einem anderen Leben. Raniero, ein Psychologe in den 50ern, kriegt mit der enigmatischen Dora, einem Mitglied der Bewegung “Die Neue Konvention”, eine neue Patientin, die ihn aus seinem schematischen Alltag reißt. Dora behauptet, telepathische FĂ€higkeiten zu haben und seltsame Formen am Himmel zu sehen – Zeichen einer außerirdischen Zivilisation. Visionen, die auch Raniero teilt …

“Die Übertragung” ist eine Science-Fiction-ErzĂ€hlung, die nicht das All, sondern das komplexe Universum unserer Beziehungen erforscht. Eine Graphic Novel ĂŒber notwendigen Wandel, den Dialog der Generationen und soziale Konflikte unserer Zeit.

Die Übertragung, ISBN 978-3-939080-78-7, 176 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 24,95, erscheint Anfang Mai im avant-verlag

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 23. Januar 2013

Der avant-verlag hat mit seinem FrĂŒhjahrsprogramm eine Reihe neuer Graphic Novels angekĂŒndigt. Dabei sind unter anderem neue BĂŒcher von Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”) und Marijpol (“Trommefels”), sowie mit “Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na eine Comic-Biografie des bekannten Thrillerautors.

 

“Geschichten aus dem Viertel” von Gabi BeltrĂĄn und BartolomĂ© SeguĂ­
Palma de Mallorca 1980, Jahre vor der Transformation der spanischen Insel in einen der prominentesten Urlaubsorte Europas. Im chinesischen Viertel Palmas, Barrio Chino, versammeln sich die Underdogs der spanischen Gesellschaft, jede Straßenecke hat eine Geschichte zu erzĂ€hlen. Gabi BeltrĂĄn erzĂ€hlt in „Geschichten aus dem Viertel“ die seine. Mit kaum mehr als vierzehn Jahren fühlt Gabi sich schon alt. „Die Jungs in meinem Viertel leben schneller“, sagt er. Mit seinen Freunden BenjamĂ­n, Arnaud, Falen, Ramos und anderen wandert er nachts durch die Gassen seiner kleinen Welt und versucht, sie zu verstehen – und verstanden zu werden. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen die Halbstarken im Bordell – eine organisatorische Herausforderung, weil die HĂ€lfte der Mütter aus dem Freundeskreis anschaffen geht. Mit Einbrüchen und DrogengeschĂ€ften halten die Jungs sich über Wasser und von zu Hause fern. Und immer wieder versuchen sie auszubrechen und hoffen auf ein besseres Leben jenseits des endlosen Meeres, das für die Freunde ProjektionsflĂ€che und zugleich eine unüberwindliche Barriere ist, die sie in ihrem Leben, in ihrem Viertel gefangen hĂ€lt.

„Geschichten aus dem Viertel“ ist eine kleine Sensation, bewegend und einfühlsam erzĂ€hlt. In kurzen, ineinander verwobenen ErzĂ€hlungen sammeln BeltrĂĄn und der Zeichner SeguĂ­ Erinnerungen, traurige wie glückliche, an ein Palma, an das sich heute nur noch wenige erinnern werden.

Geschichten aus dem Viertel, ISBN 978-3-939080-76-3, 152 Seiten, farbig, Softcover EUR (D) 19,95, erscheint im Februar

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die „Green Line“, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, MilitĂ€rpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der „Rue Youssef Semaani“, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die wĂ€hrend der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken. Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzĂ€hlt die libanesische Künstlerin von einer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. „Das Spiel der Schwalben“ ist ihre erste deutsche Veröffentlichung.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

„Eremit“ ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung über Zweifel, Tod und Obst.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Das Interview” von Manuele Fior

Italien im Jahr 2048. Raniero ist ein Psychologe in den Fünfzigern, dessen Ehe in Trümmern liegt. WĂ€hrend in seinem Privatleben Sprachlosigkeit herrscht, fühlt er sich in den GesprĂ€chen mit seiner Patientin Dora immer stĂ€rker in deren befremdliche und gleichzeitig faszinierende Gedankenwelt hineingezogen. Dora behauptet, telepathische FĂ€higkeiten zu besitzen und hat nĂ€chtliche Visionen von leuchtenden Dreiecken, die am Himmel erscheinen: Zeichen einer außerirdischen Zivilisation, die die Menschen auf eine große bevorstehende VerĂ€nderung aufmerksam machen sollen.

Das Bild der Zukunft, das Manuele Fior in „Das Interview“ entwirft, ist dystopisch und unscheinbar zugleich. Ferngesteuerte Autos verkehren zwischen streng überwachten urbanen Zentren, die „Nuclear Family“ als Pfeiler der gesellschaftlichen Ordnung ist der einzige erstrebenswerte Lebensentwurf. Dora gehört der „Neuen Vereinigung“ an, einer Bewegung junger Leute, die den alten Werten abgesagt haben und ihr Glück in neuen zwischenmenschlichen Bindungen suchen. Nach anfĂ€nglicher Skepsis fühlt sich Raniero immer mehr zu Dora hingezogen und gleichzeitig werden mehr und mehr Menschen auf die mysteriösen Lichter am Himmel aufmerksam


Nach seinem zarten Liebescomicroman „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ („Bester Comic“ auf dem Comicfestival Angouleme, 2011) überrascht Manuele Fior mit einer psychologisch austarierten und brillant gezeichneten Science-Fiction-Graphic-Novel. Wie die europĂ€ischen Filmemacher Michelangelo Antonioni mit „L‘Eclisse“ oder Jean-Luc Godard mit „Alphaville“ wirft Fior einen Blick in die Zukunft, um gesellschaftliche und private ZĂ€suren und Konflikte der Gegenwart aufzudecken. Manuele Fior gehört zu den meist gefeierten jungen europĂ€ischen Comic-Künstlern. Er wurde in Italien geboren, hat in Norwegen und Deutschland gelebt und arbeitet zur Zeit hauptsĂ€chlich von Paris aus.

Das Interview, ISBN 978-3-939080-78-7, 170 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 24,95, erscheint im April

“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe

Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.

Basierend auf Briefen, GesprĂ€chen und Fotografien erzĂ€hlt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzĂ€hlt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biografie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin das fragmentarische Wissen über ihre Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte HomosexualitĂ€t,Verrat und Schuld.

Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 200 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im Mai

“Kurt Schwitters – Von nun an nenne ich mich Herr Merz” von Lars Fiske

Kurt Schwitters (1887-1948), der als Maler, Dichter und Werbegrafiker in zahlreichen Kunstformen aktiv war, ist ein Pionier der Moderne. Mit dem Lautgedicht „Ursonate“ schockierte er Bourgeoisie und Dadaisten gleichermaßen, mit seinem Gesamtkunstwerk „Merzbau“ war er seiner Zeit weit voraus. Unter dem Kennwort „Merz“ entwickelte Schwitters ein dadaistisches Gesamtweltbild. Den „Merzbau“, eine grottenartige Collage-Skulptur mit Erinnerungsstücken, schuf Schwitters in zwanzigjĂ€hriger Arbeit in seiner Heimatstadt Hannover, im Haus seiner Eltern. Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und seine Kunst als „entartet“ verfemt wurde, emigrierte er nach 1937 nach Norwegen, wo er noch zwei weitere Merz-Bauten anfertigte, bevor er 1940 weiter nach England fliehen musste.

Lars Fiske legt den Schwerpunkt seiner ErzĂ€hlung auf die Jahre des Künstlers im norwegischen Exil und nutzt die radikale Skulptur des „Merzbau“ als Grundlage für die ErzĂ€hlstruktur seiner Comic-Biografie. Der norwegische Comic-Künstler Lars Fiske (Jahrgang 1966) studierte Illustration und Grafikdesign in Stockholm und Los Angeles. Er publizierte zahlreiche Comics und Kinderbücher und arbeitet als Illustrator für verschiedene Zeitungen. Gemeinsam mit Steffen Kverneland schuf er die Künstlerbiografie „Olaf G.“, die auf Deutsch ebenfalls im avant-verlag vorliegt.

Kurz Schwitters, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Munch” von Steffen Kverneland

Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten Maler seiner Zeit. Der Norweger, der zeitweilig auch in Deutschland lebte und arbeitete, bekam bereits zu Lebzeiten Anerkennung für seine Werke und gilt heute als Wegbereiter des Expressionismus. Mit Munch liegt nun seine grafische Biografie vor – ein einzigartiges Projekt, in dem der Comic-Künstler Steffen Kverneland die Geschichte ausschließlich anhand von Zitaten Munchs und seiner Zeitgenossen erzĂ€hlt. Kverneland zeichnet ein liebenswertes und überaus heiteres Portrait des großen Malers als auch der ihn umgebenden skandinavischen BohĂšme des spĂ€ten 19. Jahrhunderts. Ein großer Spaß – nicht nur für Historiker und Kunstliebhaber!
Das erste Kapitel dieses Buches wurde von der Norwegischen Nationalgalerie für die Sammlung gekauft. Steffen Kverneland (Jahrgang 1963) zĂ€hlt zu den herausragenden norwegischen Comic-Autoren. Im avant-verlag erschien bereits seine preisgekrönte Olaf-Gulbransson- iografie „Olaf G.“, die in Zusammenarbeit mit Lars Fiske entstand.

Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Luchadoras” von Peggy Adam
Alma lebt mit ihrem gewalttĂ€tigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad JuĂĄrez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttĂ€tig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen MĂ€nnern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lĂ€sst. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad JuĂĄrez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hĂ€lt die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort tĂ€glich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad JuĂĄrez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 MĂ€dchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklĂ€rt.

Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte ErzĂ€hlung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprĂ€gten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes PlĂ€doyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, LibĂ©ration und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.

Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 17,95, erscheint im Juli

“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na

Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten BĂ€nden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.

Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzĂ€hlt zusammen mit Zeichner RĂ©bĂ©na aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches VermĂ€chtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und RĂ©bĂ©na, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprĂ€gt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den WĂ€ldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjĂ€hrigen Larsson, in den spĂ€ten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.

Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro, erscheint im Juli

“Graphicnovel.it” – Ausstellung in Hamburg

Dienstag, den 11. September 2012

Unter dem Titel “Graphicnovel.it” eröffnet am kommenden Freitag in Hamburg eine Ausstellung ĂŒber Comics aus Italien im Hamburger Istituto Italiano di Cultura.

Die Ausstellung Graphicnovel.it gibt eine Übersicht ĂŒber 30 Jahre Graphischer Literatur in Italien, angefangen mit den Arbeiten von Pionieren der 80er Jahre wie Lorenzo Mattotti und Igort bis zu denen jĂŒngerer Zeichner wie Francesco Cattani und Alessandro Tota.

Zu sehen sind die Alben von 15 international anerkannten italienischen Autoren. Die Auswahl reicht von Werken mit literarischem Anspruch und mĂ€rchenhaften, philosophischen ErzĂ€hlungen ĂŒber autobiografisch inspirierte Geschichten und Berichte aus dem Alltag bis hin zu Reportagen und Schilderungen historischer Ereignisse.

Ausgestellt werden Arbeiten von Lorenzo Mattotti (“HĂ€nsel & Gretel”, Carlsen), Igort (“Berichte aus Russland”, Reprodukt), Gipi (“S.”, Reprodukt), Stefano Ricci (“Anita”, avant-verlag), Sara Colaone (“Insel der MĂ€nner”, Schreiber & Leser), Manuele Fior (“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde”, avant-verlag), Gabriella Giandelli (“Interiorae”, avant-verlag), Vittorio Giardino, Leila Marzocchi, Davide Toffolo, Davide Reviati, Giacomo Nanni, Piero Macola, Francesco Cattani und Alessandro Tota.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag um 19 Uhr wird der italienische GraphicNovel-KĂŒnstler Lorenzo Mattotti anwesend sein. Der Eintritt zur Eröffnung, um Anmeldung zur Eröffnung wird per Telefon oder E-Mail gebeten.

Die Ausstellung wird bis zum 15. Dezember zu sehen sein.

Istituto Italiano di Cultura, Hansastr. 6, D-20149 Hamburg
Tel. (040) 399 991 30, Fax (040) 399 991 39
www.iicamburgo.esteri.it, E-Mail: iicamburgo@esteri.it

“Die Farben des Lebens”

Montag, den 30. April 2012

Auf tagesspiegel.de stellt Waldemar Kesler heute den Comic-Autoren Manuele Fior vor, dessen BĂŒcher beim Berliner avant-verlag erscheinen.

Die Verbindung zum Verlag kommt nicht von UngefĂ€hr, verbrachte Fior doch eine Weile in der Hauptstadt, noch bevor er in seinem Heimatland Italien BĂŒcher veröffentlichte. So erscheinen seine BĂŒcher, vom Erstling “Menschen am Sonntag” bis zu seinem aktuellen Band “5000 Kilometer in der Sekunde” beim vom Johann Ulrich geleiteten avant-verlag.

Waldemar Kesler portraitiert in “Die Farben des Lebens” nun ausfĂŒhrlich Fior und seine BĂŒcher.

“Wirklich folgenschwere Entscheidungen”

Donnerstag, den 22. Dezember 2011

Bereits Ende November stellte Sven Jachmann in der “tageszeitung” den aktuellen Band von Manuele Fior vor: “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” (avant-verlag).

Wirklich folgenschwere Entscheidungen

Die Liebe zwischen Oslo und Kairo – “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior

Dass die Menschen im Klammergriff von Flexibilisierung und MobilitĂ€t auch in ihrer Konstellation als Liebespaare jederzeit von der Entfremdung eingeholt zu werden drohen, mag kein besonders origineller Befund mehr sein. Trotzdem begibt sich der italienische und nach Zwischenstationen in Berlin und Norwegen nun in Paris lebende Comiczeichner Manuele Fior in seiner nun vierten Buchveröffentlichung an die Chronik einer Beziehung und mit ihr an all die Ă€ußeren wie inneren HĂŒrden, die das Versprechen auf GlĂŒck zur ungewollten Tortur derangieren. mehr

“Reddition” 55 ĂŒber Comics aus Italien

Dienstag, den 29. November 2011

Anfang Dezember erscheint die neue Ausgabe des Comic-Magazins “Reddition”, die sich in einem ausfĂŒhrlichen Dossier mit Comics aus Italien beschĂ€ftigt.

Das Dossier prĂ€sentiert die ĂŒbersichtliche und interessante Darstellung der Entwicklung einer ErzĂ€hl- und Kunstform in einem Land, das nicht nur eine ganz eigene Comic-Tradition entwickeln konnte und eine Vielzahl noch heute einflussreicher und bedeutender KĂŒnstler hervorbrachte, sondern darĂŒber hinaus – etwa im Vergleich mit den USA oder Frankreich und Belgien – im deutschsprachigen Raum eine weniger populĂ€re Rolle spielt als die Comics aus den genannten anderen Regionen.

Neben historischen Betrachtungen werden auch Artikel ĂŒber aktuelle Entwicklungen und prominente Autorinnen und Autoren Teil des Dossiers sein. So werden Lorenzo Mattotti (“HĂ€nsel & Gretel”, Carlsen), Igort (“Fats Waller”, avant-verlag; “Berichte aus der Ukraine”, Reprodukt) und Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”, avant-verlag) vorgestellt und die Comic-Anthologie “Canicola” portrĂ€tiert.

Die neue Ausgabe der “Reddition” ist ab Anfang Dezember im Fachhandel oder ĂŒber die Website des Heftes erhĂ€ltlich, wo sie sich bereits vorbestellen lĂ€sst.

Reddition 55, Dossier Fumetti: Comics aus Italien 84 Seiten, teilw. farbig, 10 EUR, erschienen in der Edition Alfons

“Der Anfang von etwas – und das Ende”

Sonntag, den 4. September 2011

Auf der Website des Nachrichtensender n-tvzeigt sich Markus Lippold fasziniert und verzaubert von Manuele Fiors preisgekrönter Beziehungsgeschichte “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” (avant-verlag).

Manuel Fior seziert die Liebe. Der Anfang von etwas – und das Ende

Kuss, Heirat, Abspann. So enden viele Liebesfilme. Und danach? Danach kommt nicht selten die Trennung. Schmerz, VorwĂŒrfe, sexuelle Sehnsucht und der Aufbruch zu etwas Neuem wechseln sich ab. Manuele Fior taucht das in bezaubernd schöne Bilder. Selbst das, was er auslĂ€sst.

Piero ist schĂŒchtern. Ganz anders als sein Freund Nicola. Scheu beobachtet er die neue Nachbarin Lucia durch die Jalousie. Ansprechen? Im Leben nicht! Oder doch? Eine erste zufĂ€llige Begegnung im Treppenhaus, ein erstes LĂ€cheln und dann – ein neues Kapitel, ein neuer Schauplatz, ein neuer Lebensabschnitt. Piero und Lucia sind da schon kein Paar mehr. mehr

“Darf’s auch mal poetisch-traurig sein?”

Freitag, den 5. August 2011

Im aktuellen Beitrag fĂŒr seinen FAZ-Comicblog widmet sich Andreas Platthaus “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior (avant-verlag), dessen Talent er “meisterhaft” nennt.

Darf’s auch mal poetisch-traurig sein?

Wer den Preis fĂŒr das beste Album beim Comicfestival von AngoulĂȘme gewinnt, der ist fortan in Frankreich ein ganz Großer (grĂ¶ĂŸer wird man nur noch, wenn man den Preis der Stadt AngoulĂȘme fĂŒrs Lebenswerk bekommt). Manuele Fior, ein sechsunddreißigjĂ€hriger italienischer Comiczeichner, ist also jetzt ganz groß, denn im vergangenen Januar erhielt sein jĂŒngster Band „FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” die Auszeichnung als bestes Album zugesprochen. mehr

Manuele Fior auf WDR 5

Donnerstag, den 28. Juli 2011

Im Kulturmagazin “Scala” auf WDR 5 stellte am Dienstag Christian Möller das neue Buch von Manuele Fior “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” (avant-verlag) vor und lĂ€sst den Autor im Interview selbst zu Wort kommen.

Literaturservice: “FĂŒnftausend Kilometer pro Sekunde”

Piero und Nicola sind Schulfreunde in einer italienischen Kleinstadt. ZurĂŒckhaltend und strebsam der eine, ein Frauenheld ohne sonstige Ambitionen der andere. Als Lucia mit ihrer Mutter in die Nachbarschaft zieht, Ă€ndert sich Pieros Leben fĂŒr immer. Und die Lebenswege der drei driften bald auseinander. WĂ€hrend Lucia zum Studium nach Norwegen geht, arbeitet Piero als ArchĂ€ologe in Ägypten. Nur Nicola bleibt in Italien zurĂŒck. mehr

Direkt zur Sendung gelangt man hier (MP3-Datei, der Beitrag lief im letzten Viertel der Sendung)

Zwei neue Graphic Novels im avant-verlag erschienen

Mittwoch, den 15. Juni 2011

Ab sofort erhĂ€ltlich sind zwei Neuerscheinungen des avant-verlages: Auf “5000 Kilometer pro Sekunde”, den preisgekrönte neuen Band von Manuele Fior, wurde zuletzt schon hingewiesen. “Hair Shirt” ist das Graphic Novel-Debut des in Kanada lebenden Patrick McEown.

“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior

Piero und Nicola sind zwei ganz normale Jugendliche. WĂ€hrend der eine eher zurĂŒckhaltend und ein guter SchĂŒler ist, hĂ€lt sich der andere fĂŒr einen Frauenheld, zeigt aber darĂŒber hinaus wenig Ehrgeiz. Eines Tages zieht Lucia mit ihrer Mutter in die Wohnung gegenĂŒber ein und das Leben von Piero verĂ€ndert sich fĂŒr immer


Doch die Lebenswege der drei jungen Protagonisten werden wieder auseinander laufen. WĂ€hrend Lucia in Norwegen studiert, Piero in Ägypten archĂ€ologische Grabungen anstellt bleibt Nicola in Italien. Eine Graphic Novel ĂŒber Sehnsucht und Suche, ĂŒber Distanz und NĂ€he und vor allem ĂŒber eine (un)erfĂŒllte Liebe.

Manuele Fior erzĂ€hlt diese Geschichte in wunderbaren Farben und wurde fĂŒr sein neues Buch mit dem “Großen Preis der Stadt Genf” und dem “Gran Guinigi” als Bester Autor auf dem Comicfestival in Lucca ausgezeichnet.

FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde, ISBN 978-3-939080-54-1, Softcover, farbig, 144 S., 19,95 EUR

“Hair Shirt” von Patrick McEown

Ein Buch ĂŒber das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.

Sie verlieben sich, mĂŒssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen StreifzĂŒgen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt.

Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von frĂŒher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten AlptrĂ€ume sind zurĂŒck
 Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die AtmosphĂ€re eines David-Lynch-Films.

Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, Softcover, farbig, 128 Seiten, 17,95 EUR

Manuele Fior im arte JOURNAL

Mittwoch, den 15. Juni 2011

Sven Waskönig und Änne Seidel haben fĂŒr arte JOURNAL einen Beitrag ĂŒber “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior erstellt, der am 13. Juni ausgestrahlt wurde.

FĂŒr “FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde”, in deutscher Sprache im Berliner avant-verlag erschienen, wurde Manuele Fior auf dem diesjĂ€hrigen Festival de la Bande DessinĂ©e d’AngoulĂȘme die höchste Auszeichnung, der Fauve d’Or fĂŒr das beste Album, verliehen.

Preise auf Comicfestival AngoulĂȘme vergeben

Sonntag, den 30. Januar 2011

Am spĂ€ten Sonntagnachmittag wurden im französischen AngoulĂȘme mit den “PalmarĂšs officiel d’AngoulĂȘme 2011″ die Preise des grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Comicfestivals vergeben.

Auch diesmal ging ein Preis an einen Comic, der ursprĂŒnglich in Deutschland veröffentlicht wurde: Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) respektive “Trop n’est pas assez” (Editions Çà et lĂ ) wurde mit dem “Prix RĂ©vĂ©lation” ausgezeichnet.

Eine Reihe weiterer prĂ€mierter Titel sind in Deutschland bereits erschienen oder angekĂŒndigt: Mit Manuele Fiors “5000 Kilometer in der Sekunde” ging mit dem “Prix du meilleur Album 2011″ sogar die grĂ¶ĂŸte Festivalauszeichnung ebenfalls an einen Band des avant-verlags, der hierzulande im Mai erscheinen wird.

Ebenfalls angekĂŒndigt ist “Asterios Polyp” von David Mazzuchelli (Eichborn, erscheint im August), der mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Noch ohne Termin ist Joe Saccos “Gaza 1952″, der den “Prix regards sur le Monde” erhielt und von der Edition Moderne publiziert werden wird.

Bereits erschienen ist Brecht Evens’Am falschen Ort” (Reprodukt), der – wie im Vorjahr Jens Harder – mit dem “Prix de L’Audace” ausgezeichnet wurde. Der “Prix Intergenerations” ging an “Pluto” von Naoki Urazawa und Osamu Tezuka (Carlsen).

Mit Spannung erwartet wurde auch die Vergabe des “Grand Prix”: Der PreistrĂ€ger der Auszeichnung wird im nĂ€chsten Jahr mit einer großen Schau bedacht und zudem die PrĂ€sidentschaft des Festivals ĂŒbernehmen. Mit Art Spiegelman (“Die vollstĂ€ndige Maus”, Fischer) wird nach Will Eisner im Jahr 1975 und Robert Crumb 1999 zum dritten Mal in der 38-jĂ€hrigen Geschichte des Festivals ein Amerikaner mit der mindestens europaweit prestigetrĂ€chtigsten Auszeichnung bedacht.

Informationen zu allen Titeln, den französischen Verlagen und den PreistrÀgerinnen und PreistrÀgern finden sich auf der offiziellen Website des Festivals.

Das Presseecho ist wie immer sehr breit, vor allem in Frankreich berichten alle wichtigen Zeitungen ĂŒber die Verleihung, darunter Le Monde, Le Figaro, Paris Match, Le Point und Metro France sowie die Presseagentur AFP. In Österreich berichtet “Der Standard” und in Deutschland greift der Berliner “Tagesspiegel” die Preisverleihung auf: “AngoulĂȘmer Offenbarung”.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Freitag, den 21. Januar 2011

Auch der Berliner avant-verlag hat nun sein FrĂŒhjahrsprogramm vorgestellt. Neben neuen Titeln bereits etablierter Autoren wie zum Beispiel Manuele Fior, dessen “5000 Kilometer in der Sekunde” bereits internationale Preise einheimsen konnte, sind auch neue Autorinnen und Autoren im Programm. So wird zum Beispiel mit Patrick McEowns “Hair Shirt” ein internationales Talent erstmals in Deutschland veröffentlicht und mit Marijpol das BuchdebĂŒt der schon seit geraumer Zeit in der Hamburger Illustrations- und Comicszene aktiven Zeichnerin vorgelegt.

Zum diesjĂ€hrigen VerlagsjubilĂ€um – gegrĂŒndet wurde der avant-verlag von Johann Ulrich 2001 – wurde nun auch das JubilĂ€umslogo veröffentlicht (siehe oben links).

“Hair Shirt” von Patrick McEown

Ein Buch ĂŒber das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.

Sie verlieben sich, mĂŒssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen StreifzĂŒgen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt.

Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von frĂŒher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten AlptrĂ€ume sind zurĂŒck… Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die AtmosphĂ€re eines David-Lynch-Films.

Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, Softcover, farbig, 128 Seiten, 17,95 EUR, erscheint im Februar 2011

“Grenzfall” von Thomas Henseler & Susanne Buddenberg

DDR 1982, Ost-Berlin: Der SchĂŒler Peter Grimm rebelliert gegen die Meinungsdiktatur und gegen einen Staat, der einem die Luft zum Atmen nimmt. Durch seinen Freiheitsdrang fĂŒhlt er sich zur Familie Robert Havemanns hingezogen, wo er viele Freunde und Gleichgesinnte findet. Daraufhin wird er wegen seiner “moralisch charakterlichen Grundhaltung” vom Abitur ausgeschlossen und von der Schule geworfen.

Doch Peter bleibt seinen Idealen treu: Zusammen mit Freunden gibt er die illegale Zeitung “Grenzfall” heraus, in der unzensierte Artikel erscheinen, die die Machthaber am liebsten verschweigen wĂŒrden. Der “Grenzfall” entwickelt sich zum illegalen Bestseller, der in der ganzen DDR von Hand zu Hand und unter dem Ladentisch weitergegeben wird. Der ganze Überwachungsapparat der Staatssicherheit wird aufgeboten, um den “Grenzfall” zu stoppen. Doch auch im engsten Zirkel der “Grenzfall”-Gruppe gibt es einen VerrĂ€ter, der die Stasi mit Informationen versorgt. Es wird ein vernichtender Schlag gegen die Staatsfeinde geplant…

Grenzfall, ISBN 978-3-939080-48-0, Softcover, schwarzweiß, 100 Seiten, 14,95 EUR, erscheint im MĂ€rz 2011

“Trommelfels” von Marijpol

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archÀologische Grabung fördert rÀtselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten.

Nach und nach hĂ€ufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Um ihren Forschungsauftrag zu Ende zu fĂŒhren, lassen sie sich auf ein gewagtes Experiment ein: Wie lange kann ein Mensch, dem jegliche Fremdreize entzogen werden, unter Tage leben?

Marijpols erste Graphic Novel ĂŒberzeugt durch ihren ureigenen fantasievollen Strich. Ideenreich und voller ĂŒberraschender EinfĂ€lle prĂ€sentiert sich hier eine neue deutsche Comicautorin.

Trommelfels, ISBN 978-3-939080-53-4, Softcover, schwarzweiß, 19,95 Euro, erscheint im MĂ€rz 2011

“König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt” von Mezzo & Pirus

Der Horror der VorstĂ€dte. Es gibt keinen Ausweg aus den ReihenhĂ€usern mit dem sauber geschnittenen Rasen. WĂ€hrend die Elterngeneration mit Neurosen, Sucht und dem Wunsch nach ewiger Jugend kĂ€mpft, haben die JĂŒngeren lĂ€ngst aufgegeben. Hauptsache die Pille klinkt und der Sex ist roh. Sie wissen, dass sie in der Vorstadt-Tristesse nichts mehr zu erwarten haben. Mezzo und Pirus liefern mit ihren Geschichten ein kraftvolles und dĂŒsteres Bild einer verlorenen Generation. Eine der verstörendsten Graphic Novels der letzten Jahre.

“Endlich wieder eine Kleinstadt, die nicht »Garden State« ist!” – Jungle World

König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt, ISBN 978-939080-49-7,  Softcover, farbig, 64 S., 19,95 EUR, erscheint im April 2011

“Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade” von Joann Sfar & HervĂ© Tranquerelle

Eigentlich hat Professor Bell beschlossen, im Bett zu bleiben und sich narkotischen GenĂŒssen hinzugeben. Da reißt ihn ein ungestĂŒmer Schotte aus seinem Delirium, weil die marode Gesundheit der Königin Viktoria nach des Professors KĂŒnsten verlangt. Sie begegnet Bell und seiner Bagage allerdings ganz fidel und lĂ€dt alle zu einem Ferienaufenthalt an ihrem mondĂ€nen Unterwasserstrand ein. Um der Urlaubslangeweile zu entfliehen, spĂŒrt der Professor der wunderbaren Genesung nach und lĂ€sst sich von der masochistischen Ex-MĂ€tresse seines Erzfeindes auf Trab halten.

Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade, ISBN 978-3-939080-50-3, Softcover, farbig, 46 Seiten, 14,95 Euro, erscheint im April 2011

“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior

Piero und Nicola sind zwei ganz normale Jugendliche. WĂ€hrend der eine eher zurĂŒckhaltend und ein guter SchĂŒler ist, hĂ€lt sich der andere fĂŒr einen Frauenheld, zeigt aber darĂŒber hinaus wenig Ehrgeiz. Eines Tages zieht Lucia mit ihrer Mutter in die Wohnung gegenĂŒber ein und das Leben von Piero verĂ€ndert sich fĂŒr immer…

Doch die Lebenswege der drei jungen Protagonisten werden wieder auseinander laufen. WĂ€hrend Lucia in Norwegen studiert, Piero in Ägypten archĂ€ologische Grabungen anstellt bleibt Nicola in Italien. Eine Graphic Novel ĂŒber Sehnsucht und Suche, ĂŒber Distanz und NĂ€he und vor allem ĂŒber eine (un)erfĂŒllte Liebe.


Manuele Fior erzĂ€hlt diese Geschichte in wunderbaren Farben und wurde fĂŒr sein neues Buch mit dem “Großen Preis der Stadt Genf” und dem “Gran Guinigi” als Bester Autor auf dem Comicfestival in Lucca ausgezeichnet.

FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde, ISBN 978-3-939080-54-1, Softcover, farbig, 144 S., 19,95 EUR, erscheint im Mai 2011

“B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten” von Golo

Wenig bis nichts ist ĂŒber den bekannten Autor B. Traven bislang bekannt. Er fĂŒhrt Zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurĂŒckgezogen von der Öffentlichkeit: Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. FĂŒnf Namen fĂŒr ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage fĂŒr eine seiner Romanfiguren.

Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, AnhĂ€nger der MĂŒnchner RĂ€terepublik, ZuchthĂ€usler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods. Einige seiner bekanntesten Werke erreichten Millionenauflagen, doch durch ein umfangreiches System von Deckadressen und PostschließfĂ€chern entzog er sich seinem Publikum. Nach der Emigration aus Deutschland fand er in Mexiko eine neue Heimat, wo er mit der indigenen Bevölkerung lebte, deren Probleme er auch in seinen BĂŒchern thematisierte. John Houston verfilmte 1947 seine Romanvorlage “Der Schatz der Sierra Madre” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.

Aber wer war dieser B. Traven wirklich? Der französische Comicautor Golo macht sich auf die schwierige Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel ĂŒber den berĂŒhmten Unbekannten.

B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten, ISBN 978-3-939080-51-0, Hardcover, farbig, 140 S., 24,95 EUR, erscheint im Juni 2011

Comics in “Le Monde diplomatique”

Freitag, den 14. Januar 2011

In der heutigen Ausgabe der deutschsprachigen Monatszeitung “Le Monde diplomatique” findet sich ein beachtenswerter neuer Comic von Manuele Fior, der grafisch an das vielbeachtete “FrĂ€ulein Else” (avant-verlag) des in Italien geborenen Zeichners anknĂŒpft. Der Maler Arnold Böcklin und seine Inspiration fĂŒr das GemĂ€lde “Die Toteninsel” stehen im Zentrum des One-Pagers.

In der Online-Comicsammlung der “Le Monde diplomatique” lassen sich auch PDFs der jĂŒngsten Arbeiten von Marko Turunen, Sophie Dutertre, Nele Brönner, Jesse Jacobs, Nina Pagalies, Pedro Burgos und Billy Bragg herunterladen, die Karoline Bofinger fĂŒr die in den vergangenen Monaten erschienenen Ausgaben der “LMd” erfolgreich um BeitrĂ€ge angefragt hat.

“Le Monde diplomatique” wird gemeinsam von der deutschen Tageszeitung “taz” und der Schweizer “WOZ” produziert. Sie erscheint als Beilage jeweils einmal im Monat in beiden Zeitungen und ist ebenfalls als Einzelausgabe erhĂ€ltlich.

Der Sammelband “Le Monde diplomatique – In 50 Comics um die Welt” (Reprodukt) enthĂ€lt die ersten fĂŒnfzig Comicseiten, die seit 2005 in der Monatszeitung veröffentlicht wurden.

Comics in den Medien – Dezember 2010 (1)

Mittwoch, den 1. Dezember 2010

Wie bereits berichtet, wurde Jeff Lemires “Essex County”, das auf Deutsch bei der Edition 52 erscheint, in die Shortlist des Buchwettbewerbs “Canada Reads” des kanadischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders CBC aufgenommen. Und auch auf der auf fĂŒnf Titel gekĂŒrzten Liste wird die Graphic Novel noch gefĂŒhrt und ist im Rennen um die Auszeichnung zu Kanadas bestem Roman der letzten zehn Jahre. Die Daumen sind gedrĂŒckt!

Auf NDR.de erkennt Korinna Hennig den Trend, in Comicform Wissen zu vermitteln und stellt Jens Harders “Alpha – directions” (Carlsen) und Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) vor. So schreibt sie in “Wissenschaftscomics”: “Wissen ist Abenteuer und Drama – und eine Graphic Novel wie diese ist die perfekte Vermittlungsform.”

Daniel WĂŒllner argumentiert auf titel-magazin.de, dass Jens Harders Band kein Comic sei – aber doch zu Recht auf dem Comic-Salon in Erlangen ausgezeichnet wurde: “Ceci n’est pas une bande dessinĂ©e”. Auf satt.org schreibt Felix Giesa zum selben Titel, dass es dem Autor gelingt, “die ganze Welt als Comic zu beschreiben.”: “Die Welt, ein Comic”. An gleicher Stelle attestiert Giesa Manuele Fiors Schnitzler-Adaption “FrĂ€ulein Else” (avant-verlag), dass das Buch ein toll zu lesender Comic sei, aber hinter den Möglichkeiten der Literaturadaption zurĂŒckbleibe: “Spiegelung des Innern”. Lobend weist Giesa auch auf “Aua! Aua! Heiss! Heiss!” hin, eine von Ludmilla Bartscht und Simon Schwartz (“drĂŒben!”, avant-verlag) herausgegebene Anthologie mit dem Schwerpunkt auf humoristischen Comics.

Dieser Tage erscheint “Oh, diese MĂ€dchen!” von Emmanuel Lepage und Sophie Michel (Splitter). Susann S. Reck hat den Band vorab gelesen und empfiehlt ihn in ihrer Besprechung auf aviva-berlin.de trotz leichter SchwĂ€chen. Über den mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Titel “Such Dir was aus, aber beeil Dich!” von Nadia Budde (Fischer) schreibt Lena Ullrich auf geolino.de: “Kindheit im Plattenbau”.

Auf tagesspiegel.de stellt Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) den Band “Punkrock Heartland” (MĂ€nnerschwarm) von Andi Lirium vor. In “Verliebte Jungs” fĂŒhrt er aus, was ihm besonders daran gefĂ€llt: “Dieser Mann hat einfach was zu erzĂ€hlen, und das tut er ohne Wenn und Aber.” An gleicher Stelle attestiert Daniel WĂŒllner am Beispiel von Hanns Zischlers und Friederike Groß® “Aus der Nachwelt”(Alpheus Verlag), dass der Deutsche Comic “langsam zur internationalen Konkurrenz aufschliesst”: “Die Magie der Möbiusschleife”. Das “zynische Dreieck von Lebenshunger, Kompromissbereitschaft und Heldentum” in “Unter dem Hakenkreuz” von Philippe Richelle und Jean-Michel Beuriot (Schreiber & Leser) beschreibt Waldemar Kesler in “Das Schweigen der Helden”.

“Morgen hab ich wieder Fleisch” – die gruselige Bedeutung dieser Aussage in Peer Meters und Isabel Kreitz’ “Haarmann” (Carlsen) legt Waldemar Kesler ebenfalls auf tagesspiegel.de dar. Katja Schmitz-DrĂ€ger fĂŒhlt sich an gleicher Stelle von Brecht Evens’ “Am falschen Ort” (Reprodukt) “merkwĂŒrdig berĂŒhrt”, wie sie in “Die Kunst des FremdschĂ€mens” schreibt. Die ErzĂ€hlung “Insel der MĂ€nner” von Sara Colaone & Luca de Santis (Schreiber & Leser) befasst sich mit “VerdrĂ€ngter Erinnerung” – nĂ€mlich dem Umgang Italiens mit Homosexuellen in den 1930ern und 40ern – wie Oliver Ristau in seiner Besprechung darlegt.

Christian Möllers Bericht, der in der Sendung “Corso” im Deutschlandfunk lief, ist leider nicht im Textarchiv erhalten, dafĂŒr aber immer noch als mp3-Datei abzurufen. Der Autor stellt Arne Bellstorfs neues Buch “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor. Gleich vier Comics werden von der mdr-Kindersendung “Figarino” empfohlen: claire Lenkovas “Grenzgebiete” (Gerstenberg), Jean Regnauds und Émile Bravos “Meine Mutter ist in Amerika” (Carlsen), Felix Mertikats und Benjamin Schreuders “Jakob” (Cross Cult), sowie “Anne Frank – Eine grafische Biografie” von Ernie Colon & Sid Jacobsson (Carlsen).