Graphic Novels
News Termine Presse Erste Schritte Buchhandel / Vertrieb Bibliotheken Über uns Impressum

Archiv des Tags ‘Marc-Antoine Mathieu’

Neue Comics bei Reprodukt

Donnerstag, den 27. November 2014

Mit “Ein Sommer am See” der kanadischen Autorinnen Mariko Tamaki und Jillian Tamaki erscheint im Sommer 2015 eine der mitreißendsten Coming-of-Age-Graphic Novels der vergangenen Jahre bei Reprodukt.

Paco Roca (“Kopf in den Wolken”) widmet sich in seiner neuen Graphic Novel “Die Heimatlosen” einer wenig bekannten Facette des Kampfs gegen den Faschismus im Zwanzigsten Jahrhundert und Marc-Antoine Mathieu wird mit gleich zwei Neuerscheinungen gefeiert. Elke Steiner wĂŒrdigt kenntnisreich die “anderen Mendelssohns” und der britische Altmeister Raymond Briggs erzĂ€hlt anhand der Biografie seiner Eltern ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte. Dazu neue Comics von Robert Crumb, Daniel Clowes und Frederik Peeters.

Das Reprodukt-FrĂŒhjahrsprogramm steht auch als PDF zum Download bereit: “Vorschau FrĂŒhjahr 2015″ (9,1 MB)

Außerdem ist die komplette Vorschau fĂŒr das FrĂŒhjahr auch auf ISSUU verfĂŒgbar:

Das Reprodukt-FrĂŒhjahr 2015 wird ein Fest fĂŒr alle Freunde der abgeschlossenen Serie. Drei Reihen werden in diesem Programm zum Ende gefĂŒhrt: Manu Larcenets dĂŒsteres Meisterwerk “Blast”, Charles Burns’ verstörende Trilogie “X” | “Die Kolonie” | “ZuckerschĂ€del” sowie Julie Birmants und ClĂ©ment Oubreries “Pablo”.

9783956400254

“Ein Sommer am See” von Mariko Tamaki & Jillian Tamaki

Jeden Sommer verbringt Rose mit ihren Eltern die Ferien im selben Haus am See. Dort trifft sie ihre Sommerfreundin Windy. Sie ist fĂŒr Rose die kleine Schwester, die sie nie hatte. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Roses Eltern hören nicht auf, sich zu streiten, und auch zwischen Rose und Windy hat sich etwas verĂ€ndert. Rose kann den kindlichen Spielen von frĂŒher nicht mehr viel abgewinnen, vielmehr beobachtet sie fasziniert und verstört zugleich die Ă€lteren Teenager, die schon erste sexuelle Erfahrungen machen.

Eine flirrend leichte Sommergeschichte ĂŒber die Zeit zwischen der Kindheit und dem Erwachsenwerden – voller Geheimnisse, Sorgen und Erwartungen.

Ein Sommer am See | ISBN 978-3-95640-025-4
320 Seiten, einfarbig (Pantone), Hardcover, 15,3 x 21,4 cm, Euro (D) 29,–
Erscheint im Mai

9783956400339

“Die Heimatlosen” von Paco Roca

August 1944: Nach der Irrfahrt durch das vom Faschismus zerrĂŒttete Europa und nordafrikanische Arbeitslager erreicht eine Gruppe spanischer Kommunisten und Anarchisten das nazibesetzte Frankreich. An der Seite der RĂ©sistance kĂ€mpfen sie bis zur Kapitulation der Deutschen. Doch ihr grĂ¶ĂŸter Wunsch, die eigene Heimat von der Diktatur befreit zu sehen, soll noch jahrzehntelang unerfĂŒllt bleiben.

Anhand der Erinnerungen von Miguel Ruiz, einem spanischen Republikaner, rekonstruiert Paco Roca die bisher wenig bekannte Geschichte der spanischen Exil-WiderstandskÀmpfer im Zweiten Weltkrieg.

“Zweifellos die Graphic Novel des Jahres. Paco Roca belebt mit akademischer Strenge, dokumentarischer Aussagekraft und extremer SensibilitĂ€t die Geschichte der neunten Kompanie.” – Jose Maria Robles, El Mundo

Die Heimatlosen | ISBN 978-3-95640-033-9
328 Seiten, farbig, Hardcover, 17,2 x 24,6 cm, Euro (D) 39,–
Erscheint im April

9783956400216

“Richtung” von Marc-Antoine Mathieu

Ohne ein Wort erzĂ€hlt Marc-Antoine Mathieu in “Richtung” die Initiationsreise eines Mannes durch eine Welt von labyrinthischer Natur
 Wohin treibt es ihn? Was gibt seinem Leben Sinn? Entschlossen folgt der namenlose Wanderer Pfeilen und anderen Hinweisen durch die Leere des Seins – die Richtung ist sein einziger Antrieb.

Eine philosophische und hypnotische Bilderreise durch eine Welt ohne Grenzen, in der Marc-Antoine Mathieu einmal mehr lustvoll und voller Neugier die Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten des Comics auslotet.

“Marc-Antoine Mathieus Werke sind das Klügste, was der Comic hergibt.” – Andreas Platthaus, FAZ-Blog

Richtung | ISBN 978-3-95640-021-6
256 Seiten, schwarzweiß, Hardcover mit LeinenrĂŒcken, 17,3 x 23,6 cm, Euro (D) 29,–
Erscheint im MĂ€rz 2015

9783956400353

“Fritz the Cat” von Robert Crumb

Sieben Leben reichen fĂŒr ihn nicht aus. DafĂŒr ist sein Alltag einfach zu ausschweifend. Er verfĂ€llt Frauen, Drogen und dem Alkohol und rebelliert gegen jedwede AutoritĂ€t. Fritz the Cat tigert wieder durch die Großstadt und treibt dort sein Unwesen.

Der Underground-Klassiker von Robert Crumb erfĂ€hrt eine ĂŒberarbeitete und erweiterte Neuauflage. Eine gnadenlose Abrechnung mit der Aufbruchshysterie der Hippie-Generation, mit PolizeiwillkĂŒr und Rassendiskriminierung. Zotig, witzig und garantiert nicht jugendfrei!

Fritz the Cat | ISBN 978-3-95640-035-3
128 Seiten, schwarzweiß, Hardcover mit LeinenrĂŒcken, 22 x 29 cm, Euro (D) 29,–
Erscheint im Juni 2015

9783956400360

“Mister Wonderful” von Daniel Clowes

Marshall ist geschieden, mittleren Alters, seit Neustem arbeitslos. Nicht eben das, was man einen guten Fang nennt. Sein Blind Date namens Natalie ist verspĂ€tet. Marshall wartet. Neun Minuten. Zwanzig Minuten. Vierzig Minuten. Als Natalie dann doch noch erscheint, ist Marshall hin und weg. Jetzt bloß nichts falsch machen! Gemeinsam erleben sie in der folgenden Nacht AbgrĂŒnde, die zwei Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben, nicht durchmachen sollten. Zumindest nicht, wenn sie ein weiteres Date anstreben.

Durch die Augen des egozentrischen Marshall wirft Daniel Clowes einen mal anrĂŒhrenden, mal boshaften, stets aber urkomischen Blick auf die menschliche Beziehung in einer zusehends freudlos scheinenden Welt.

Mister Wonderful | ISBN 978-3-95640-036-0
80 Seiten, farbig, Hardcover, 28 x 15 cm, Euro (D) 24,–
Erscheint im August 2015

9783956400247

“Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy” von Elke Renate Steiner

Karl Mendelssohn (1838-1897), der Ă€lteste Sohn von Felix Mendelssohn-Bartholdy, war Historiker und fĂŒhlte sich der bĂŒrgerlichen Revolution verpflichtet. Elke Renate Steiner lĂ€sst seinen jĂŒngeren und scheinbar erfolgreicheren Bruder, Paul Mendelssohn, in RĂŒckblenden von Karls bewegtem Leben erzĂ€hlen.

Elke Renate Steiner befasst sich bereits seit Jahren intensiv mit der Geschichte der Familie Mendelssohn, die das Geistesleben in Deutschland seit dem Wirken des AufklĂ€rers Moses Mendelssohn im 18. Jahrhundert entscheidend mitgeprĂ€gt hat. Sie interessiert sich dabei besonders fĂŒr diejenigen Biografien, die von BrĂŒchen und vermeintlichem Scheitern gezeichnet sind – fĂŒr die “anderen Mendelssohns”.

Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy | ISBN 978-3-95640-024-7
132 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 16,6 x 23 cm, Euro (D) 24,–
Erscheint im MĂ€rz 2015

9783956400223

“Ethel & Ernest” von Raymond Briggs

Mit “Ethel & Ernest” setzt Raymond Briggs seinen Eltern ein bewegendes Denkmal, und mit ihnen den ganz gewöhnlichen Leute in außergewöhnlichen Zeiten.

Ethel und Ernest gehörten als Mitglieder der englischen Arbeiterklasse jener Generation an, die die bewegtesten Jahre des 20. Jahrhunderts erlebte. Voller Sympathie, aber ohne SentimentalitĂ€t bringt Raymond Briggs die Ängste, die Befremdung, doch auch die Aufregung und das AmĂŒsement seiner Eltern angesichts der gewaltigen UmwĂ€lzungen zu Papier: Von der Großen Depression ĂŒber die Jahre des Zweiten Weltkriegs spiegeln sich im Leben von Ethel und Ernest das Aufkommen des Radios und des Fernsehens, die Entwicklung der Atombombe, die Mondlandung, die gesellschaftlichen UmbrĂŒchen der 60er Jahre…

“Etliche Sozialhistoriker haben viele Worte gemacht, um wesentlich weniger zu sagen – und das bei Weitem nicht so liebevoll und warmherzig.” – Nick Hornby

Ethel & Ernest | ISBN 978-3-95640-022-3
104 Seiten, farbig, Hardcover, 15 x 22,5 cm, Euro (D) 20,–
Erscheint im MĂ€rz 2015

9783956400230

“Blast 4: Hoffentlich irren sich die Buddhisten” von Manu Larcenet

Die Qualen des unförmigen Riesen Polza Mancini und jene seiner Opfer werden am Ende der Reise nebeneinandergestellt: Jahre nach Mancinis Verhör lĂ€sst Manu Larcenet die beiden Polizisten einem Fernsehteam von ihren Ermittlungen berichten – und stellt damit die EindrĂŒcke und Erwartungen des Lesers auf den Kopf. Wie ein Puzzlespiel fĂŒgen sich die einzelnen Teile der ErzĂ€hlung zu einem einheitlichen Ganzen und lassen Polza Mancinis abgrĂŒndige Seele erahnen.

Von der “Tagesspiegel”-Jury zum “Comic des Jahres 2012″ gewĂ€hlt.

Blast 4 | ISBN 978-3-95640-023-0
200 Seiten, schwarzweiß & farbig, Hardcover, 20,5 x 27 cm, Euro (D) 29,–
Erscheint im MĂ€rz 2015

9783956400308

“Pablo 4: Picasso” von Julie Birmant & ClĂ©ment Oubrerie

Paris im Mai 1907. Pablo Picassos vermeintlich skandalöses GemĂ€lde „Les Demoiselles d’Avignon“ entsetzt ganz Paris. Selbst enge Freunde wenden sich von ihm ab. Doch Pablo arbeitet wie besessen und erfindet sich neu – ermutigt durch Georges Braque und den jungen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler. Schon bald soll Picasso im Aufkommen des Kubismus und der Kunst der Moderne ein neues Leben beginnen.

LeichthĂ€ndig verknĂŒpfen Julie Birmant und ClĂ©ment Oubrerie die Geschichte des jungen Pablo Picasso mit dem PortrĂ€t einer aufblĂŒhenden Epoche samt all ihren Lichtmomenten und Schattenseiten.

Pablo 4 | ISBN 978-3-95640-030-8
84 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 22 x 29 cm, Euro (D) 20,–
Erscheint im Juni 2015

9783956400346

“ZuckerschĂ€del” von Charles Burns

Die Medikamente und der Alkohol helfen nicht lĂ€nger. Verstörende Bilder und verdrĂ€ngte Erinnerungen holen Doug immer hĂ€ufiger ein. Seine Vergangenheit lĂ€sst sich nicht abschĂŒtteln und so flĂŒchtet er sich in eine bizarre Traumwelt – bis er auch dort mit seinen dĂŒsteren, emotionalen AbgrĂŒnden konfrontiert wird…

Die mysteriöse AbwĂ€rtsspirale zieht den Leser in ihren Bann. Meisterhaft fĂŒhrt Charles Burns in “ZuckerschĂ€del” die FĂ€den seiner vielschichtigen ErzĂ€hlung zum Abschluss, die in den VorgĂ€ngern “X” und “Die Kolonie” ihren Anfang nahm. Charles Burns’ in RĂŒckblenden und Traumsequenzen erzĂ€hltes Drama um den Teenager Doug, der jeden Bezug zur RealitĂ€t zu verlieren droht, verwischt auch fĂŒr den Leser auf verstörende Weise die Grenzen zwischen Imagination und Wirklichkeit. William Burroughs meets HergĂ©.

ZuckerschÀdel | ISBN 978-3-95640-034-6
64 Seiten, farbig, Hardcover mit LeinenrĂŒcken, 22 x 29,5 cm, Euro (D) 20,–
Erscheint im Juli 2015

9783956400315

“AĂąma 2: Die unsichtbare Menge” von Frederik Peeters

Verloc Nim ist zusammen mit seinem Bruder Conrad und seinem LeibwĂ€chter, dem mechanischen Menschenaffen Churchill, auf den WĂŒstenplaneten Ona(ji) gereist, um eine Substanz namens AĂąma zu bergen, die hier von einer Gruppe Wissenschaftler getestet werden sollte. Auf der Suche nach dem AĂąma stoßen Conrad und Verloc auf ein Paradies – das AĂąma hat auf dem Planeten einen evolutionĂ€ren Prozess in Zeitraffer ausgelöst, mit ebenso faszinierenden wie gefĂ€hrlichen Folgen.

Mit “AĂąma” bestĂ€tigt Frederik Peeters einmal mehr, dass er zu den großen Comicautoren seiner Zeit gehört. In der Tradition von Stanislaw Lem oder Isaac Asimov legt er eine brillant-wahnwitzige Weltraumoper mit einer gehörigen Portion Action und Humor vor.

AĂąma 2 | ISBN 978-3-95640-031-5
88 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 22 x 29,5 cm, Euro (D) 20,–
Erscheint im Juli 2015

Graphic Novels in den Medien – 11. Februar 2013

Montag, den 11. Februar 2013

Am vergangenen Samstag ist in der Wiener Presse ein Artikel von Anne-Catherine Simon ĂŒber Literaturadaptionen im Comic erschienen. In “‘Robinsons‘ erste Worte: ‘Tchack! Bumm!‘” schlĂ€gt sie dabei einen weiten Bogen von Literaturzitaten in “Asterix” oder Disney-Comics hin zu aktuellen Graphic Novels. Auch wenn sie insgesamt skeptisch bleibt, benennt sie den Reiz einer solchen Comicumsetzung: Es werde interessant, “wenn Bilder das Gedruckte vertiefen oder eine Spannung zwischen beidem entsteht, wenn Illustrationen Überraschendes zutage fördern oder auch wenn Autoren die Vorlage ungeniert, aber sinnvoll verĂ€ndern.”

Waldemar Kesler zeigt sich auf zeit.de von Marc-Antoine Mathieus “3 Sekunden” (Reprodukt) angetan. “Es ist ziemlich atemberaubend, wie Mathieu das Licht und den Blick durch den Raum navigiert”: “Ein virtuos zersplitterter Krimi”.

An gleicher Stelle sagt Lukas JĂŒliger ĂŒber sich “Ich bin der langweiligste Mensch der Welt!”. Michael Brake stellt ihn und sein bei Reprodukt erschienenen Comic “Vakuum” vor, den er ein “herausragendes DebĂŒt” nennt: “Coming-of-Age-Geschichten wird es immer geben. Aber selten hat eine so deutlich gezeigt, was in diesem Genre noch alles möglich ist wie diese dĂŒsterzarte Außenseiterliebesgeschichte.”

Auf page-online.de findet sich auch ein PortrĂ€t Lukas JĂŒligers von Sabine Danek samt einer Bildergalerie.

“Ein Blumenstrauß von ZwĂ€ngen”

Montag, den 3. Dezember 2012

In der aktuellen Ausgabe der “Jungle World” stellt Jonas Engelmann die französische Gruppe “OuBaPo” vor, die sich vor nun 20 Jahren grĂŒndete. In Anlehnung an die ebenfalls französischen als “OuLiPo” bezeichneten Experimentalautoren, die mit verschiedenen Verfahren den Literaturbegriff erweitern wollten, suchten sie nach entsprechenden Möglichkeiten, dem Comic neue Horizonte zu öffnen.

Von einem der GrĂŒndungsmitglieder der Gruppe liegt seit kurzem ein neuer Band vor, den Jonas Engelmann auch in diesen Kontext einordnet: “3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu wird in einer einzigen Zoombewegung erzĂ€hlt. “Klingt sperrig, macht aber Spaß beim Lesen – wie auch viele andere Experimente von OuBaPo.”

Überhaupt ist es der Spaß am Experiment und der in den Ergebnissen zu findende Humor, der die OuBaPo-Arbeiten, die auch die Beschaffenheit des Mediums in den Mittelpunkt stellen, auszeichnet, wie Engelmann feststellt: “Eine Selbstreflexion, die immer virtuos und komisch daherkommt, eben um das Potential der Gattung experimentell zu erproben.”

Zum ganzen Text gelangt man hier: “Ein Blumenstrauß von ZwĂ€ngen”.

Comics in den Medien – 24. August 2012

Freitag, den 24. August 2012

Zwei Comic-Autoren wurden kĂŒrzlich fĂŒr das Fernsehen vor die Kamera gebeten: Riad Sattouf kam in der “Kulturzeit” auf 3Sat zu Wort und erzĂ€hlt ĂŒber sein Buch “Meine Beschneidung” (Reprodukt). Aus aktuellem Anlass wird auch die derzeitige Diskussion ĂŒber die RechtmĂ€ĂŸigkeit der religiösen Beschneidung in Deutschland thematisiert. Das Video kann in der 3Sat-Mediathek angesehen werden und der dazugehörige Text findet sich hier: “Leben ohne Vorhaut”.

Simon Schwartz unterhielt sich heute im “FrĂŒhcafĂ©” auf Hamburg1 mit Moderatorin Stephanie Meyer ĂŒber Graphic Novels im allgemeinenen und seine BĂŒcher, darunter das aktuelle “Packeis” (avant-verlag). Hier gelangt man zum Video.

Den Artikel “Was bleibt vom Hype um Graphic Novels?” im Politmagazin profil von Philip Dulle ergĂ€nzt nun noch ein Intervew mit Nicolas Mahler (“Alte Meister”, nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), in dem der Wiener Autor seine Sicht auf die aktuelle Situation erlĂ€utert: „Könnte mich gar nicht verbiegen“

Auf tagesspiegel.de stellt Moritz Honert “3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) vor. Der Band stellt fĂŒr ihn ” eine der klĂŒgsten Reflexionen ĂŒber Erkenntnistheorie und Konstruktivismus der Comicgeschichte” dar: “Hinter den Spiegeln”.

Graphic Novels in den Medien – 20. August 2012

Montag, den 20. August 2012

Christopher Huber stellt in der Wiener Presse “3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) vor: “Der Zoom Gottes”. FĂŒr ihn ist der Band, der in einer einzigen langen Zoomfahrt erzĂ€hlt wird ein “virtuoses philosophisches BilderrĂ€tsel”.

“Der Osten, die Kindheit und der Karpfen im Bad” ist ein Artikel in der heutigen Ausgabe der Welt betitelt, in dem Matthias Heine “Marzi” von Marzena Sowa und Sylvain Savoia (Panini) bespricht. Dabei spart er nicht an Lob, stellt den Band neben die ErzĂ€hlungen von Astrid Lindgren und resĂŒmiert zudem: “es ist ein Meisterwerk, das es mit Marjane Satrapis Ă€hnlich gestrickter iranischer Jugenderinnerung “Persepolis” aufnehmen kann”.

Der von Baku Yuamemakura geschriebene und Jiro Taniguchi gezeichnete Ringer-Comics “Wie hungrige Wölfe” (Schreiber & Leser) wird auf tagesspiegel.de von Christian Endres vorgestellt. Er bemerkt dabei, dass das Werk eine andere, brachiale Seite Taniguchis gezeigt wird, die bei den sonst eher feingeistigen Titeln, die bisher auf deutsch vorliegen, nicht zum Tragen kommt: “Rabiate Ringer”.

“Eindrucksvoll erzĂ€hlt die junge Illustratorin Paula Bulling in ihrem Comic-DebĂŒt vom Leben in der gesellschaftlichen Peripherie.” So resĂŒmiert Laura Wösch in ihrem Artikel fĂŒr das online-Frauenmagazin aviva-berlin.de am Fuße ihrer Besprechung von “Im Land der FrĂŒhaufsteher” (avant-verlag).

 

“Zoomfahrt in tiefere Dimensionen”

Sonntag, den 5. August 2012

FĂŒr die “SĂŒddeutsche Zeitung” vom 4. August hat der Kritiker und Schriftsteller Thomas von Steinaecker eine Besprechung von “3 Sekunden”, dem neuen Buch von Marc-Antoine Mathieu, erschienen bei Reprodukt, geschrieben.

Unter der Überschrift “Zoomfahrt in tiefere Dimensionen” nimmt der Autor Inhalt und die Gestaltung der Geschichte in Augenschein, die in einer einzigen, langen Zoomfahrt erzĂ€hlt wird, in dem sich die Blickrichtung durch Spiegelungen verĂ€ndert.

Die Buchversion des Comics von Marc-Antoine Mathieu, von dem es im Internet auch eine computeranimierte Version gibt, auf die man durch einen Code im Buch gelangen kann, wirkt fĂŒr den Autor “visuell eben einfach innovativer als eine kontinuierliche schwindelerregende Kamerabewegung.”

Zur Rezension gelangt man hier.

“Das göttliche Auge”

Dienstag, den 24. Juli 2012

Die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung berichten mit einem Feuilleton-Aufmacher ĂŒber das neue Buch von Marc-Antoine Mathieu, “3 Sekunden”, das bei Reprodukt erschienen ist. Redakteur Christian SchlĂŒter beleuchtet unter der Überschrift “Das göttliche Auge” eine Reihe von Facetten des Buches, das in einer einzigen, langen Zommfahrt erzĂ€hlt wird und in dem sich die Blickrichtung durch Spiegelungen verĂ€ndert.

Unter anderem erkennt er in dem “leichthĂ€ndig” erzĂ€hlten Band “das philosophisch Anspruchsvollste, was als Comic in den letzten Jahren veröffentlicht wurde” und findet AnknĂŒpfungspunkte an den klassischen Bildungsroman bis zu Fragen der Theodizee.

Zum Beitrag gelangt man hier und hier.

“3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu

Freitag, den 6. Juli 2012

Dieser Tage erscheint bei Reprodukt mit “3 Sekunden” ein neues Album des französischen Autors Marc-Antoine Mathieu, der vor allem fĂŒr seine Serie “Julius Corentin Acquefacques, Gefangener der TrĂ€ume” und den Einzelband “Gott höchstselbst” (beide Reprodukt) viel Aufmerksamkeit erfahren hat.

Ein Mann, der eine SMS erhĂ€lt, ein weiterer, der die Waffe auf ihn richtet, und eine Frau, die erschrocken ihre Puderdose zu Boden fallen lĂ€sst: Immer wieder kehrt die Geschichte zu dieser wie eingefrorenen Szene zurĂŒck. Dahinter jedoch verbirgt sich ein Drama viel grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes, das diese Wohnung weit hinter sich lĂ€sst


Marc-Antoine Mathieu verblĂŒfft einmal mehr: Er erzĂ€hlt seinen Thriller in einem einzigen langen Zoom, wobei Reflexionen auf Spiegeln, Fenstern oder Metall den Blick des Betrachters in immer neue Richtungen und auf immer neue Details lenken und so in der Echtzeit von “3 Sekunden” die entscheidenden Indizien eines Komplotts enthĂŒllen. Es ist am Leser, dieses schwindelerregende Puzzle zusammenzusetzen.

Marc-Antoine Mathieu wurde 1959 in Anthony, Frankreich geboren. Sein erstes Album “Paris-MĂącon” veröffentlichte er 1987 als eine Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder Jean-Luc. 1989 begann er die Arbeit an seiner mehrfach preisgekrönten Serie um den Angestellten im Ministerium fĂŒr Humor, Julius Corentin Acquefacques, die inzwischen auf fĂŒnf BĂ€nde angewachsen ist, von denen vier in deutscher Übersetzung bei Reprodukt vorliegen. Parallel veröffentlicht er immer wieder EinzelbĂ€nde und ist als Ausstellungsdesigner fĂŒr eine Grafikagentur tĂ€tig.

Ebenso unterhaltsam wie intelligent setzt sich Marc-Antoine Mathieu in seinen Arbeiten mit den vielfÀltigen gestalterischen Möglichkeiten des Comics auseinander und lotet dabei immer wieder neu die wechselseitige Beziehung von Form und Inhalt aus.

3 Sekunden, ISBN 978-3-941343-06-5, 80 Seiten, schwarzweiss, 24 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im Juli 2012

“Sprechende Bilder” im Literaturhaus Hamburg

Montag, den 9. April 2012

Vom 10. bis zum 13. April lĂ€dt das Junge Literaturhaus Hamburg unter dem Titel “Sprechende Bilder” zu den ersten Hamburger Graphic Novel Tagen ein. Moderiert von den Journalisten Andreas Platthaus (“Frankfurter Allgemeine Zeitung”) und Christian Gasser (“Neue ZĂŒrcher Zeitung”) werden sich Ulli Lust & Joe Sacco, Jens Harder & Marc-Antoine Mathieu, Line Hoven & Igort und Ralf König & Posy Simmonds an jeweils einem Abend
begegnen.

Der Comic hat die Kinderstube lĂ€ngst hinter sich gelassen: Noch nie waren Comics so erwachsen, waren Comics mit so viel QualitĂ€t und neuen ErzĂ€hl-Formen auf dem Markt. Bei den ersten Graphic Novel Tagen im Hamburger Literaturhaus kommen unter dem Titel “Sprechende Bilder” an vier Abenden vom 10. bis 13. April bei Podiumsdiskussionen jeweils ein internationaler und ein deutschen Comicautor oder -autorin miteinander ins GesprĂ€ch.

Neben den Abendveranstaltungen bietet das Junge Literaturhaus Hamburg Workshops mit zweien der anwesenden KĂŒnstler – Line Hoven und Igort – an.

  • Dienstag, 10. April:
    Comic & Reportage: Joe Sacco (US) & Ulli Lust (A)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR
  • Mittwoch, 11. April:
    Comic & Leben: Igort (I) & Line Hoven (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR

  • Workshop mit Line Hoven: “Kratzen fĂŒr AnfĂ€nger: EinfĂŒhrung in die Schabkartontechnik” (ab 14 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
    15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, KursgebĂŒhr: 15 EUR
  • Donnerstag, 12. April:
    Comic & Zeit: Marc Antoine Mathieu (F) & Jens Harder (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR

  • Workshop mit Igort: “Analysis of Frames and their Implicit Semantic Meaning”
    (in englischer Sprache, ab 18 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
    15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, KursgebĂŒhr: 15 EUR
  • Freitag, 13. April:
    Comic & Film: Posy Simmonds (GB) & Ralf König (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR
  • In der Hamburger Comicbuchhandlung Strips & Stories finden am Rande der Veranstaltungsreihe folgende Signierstunden statt:

  • Mittwoch, 11. April, 16-18 Uhr:
    Igort (“Berichte aus der Ukraine”)

  • Samstag, 16. April, 14-16 Uhr:
    Line Hoven (“Liebe schaut weg”) & Posy Simmonds (“Tamara Drewe”)
  • Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
    Tel. (040) 22 70 20 11, Fax (040) 2 20 66 12
    email: info@julit-hamburg.de, www.julit-hamburg.de

    Strips & Stories, Seilerstraße 40, D- 20359 Hamburg
    Tel. (040) 380 740 09
    email: info@strips-stories.de, www.strips-stories.de

    Neue Graphic Novels bei Reprodukt

    Mittwoch, den 4. Januar 2012

    Der Berliner Verlag Reprodukt hat sein FrĂŒhjahrsprogramm veröffentlicht. Neben Albenreihen, die fortgefĂŒhrt werden, wie “Agrippina” von Claire BretĂ©cher und “Koma” von Pierre Wazem und Frederik Peeters, bilden Graphic Novels einen Schwerpunkt der Veröffentlichungen.

    “Die Sputnik-Jahre” von Baru

    1957. WĂ€hrend die Menschheit neuerdings Nacht fĂŒr Nacht in den Himmel starrt, um die Metallkugel zu entdecken, die die Russen in den Orbit geschossen haben, gilt Igors Begeisterung wesentlich weltlicheren Dingen: Fußball. Indianerspielen. Den Trotteln aus der Unterstadt auf die MĂŒtze hauen. Bis das Weltraumfieber auch den 13-JĂ€hrigen und seine Kumpels erfasst: So schwer kann es doch wohl nicht sein, Professor Bienleins Rakete aus “Reiseziel Mond” nachzubauen


    Baru gelingt es mit leichter Hand, die FĂŒnfzigerjahre in einem lothringischen IndustriestĂ€dtchen aufleben zu lassen. Mitreißend erzĂ€hlt und ohne jede nostalgische VerklĂ€rung.

    Die Sputnik-Jahre, ISBN 978-3-941343-10-2, 208 Seiten, farbig, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im Februar

    “Lone Racer” von Nicolas Mahler

    Schnelle Autos, schöne Frauen, Geld, Ruhm und Ehre
 einst hatte der Lone Racer alles. Heute aber fĂ€hrt er nur noch hinterher und fristet abseits der Rennstrecke ein monotones Dasein zwischen dem Krankenhausbett seiner Frau und dem Bartresen. Aus dieser Tristesse bleibt ihm letztlich nur ein Ausweg: das Comeback.

    Lakonisch erzĂ€hlt, minimalistisch gezeichnet und wie immer auf dem schmalen Grat zwischen Melancholie und absurder Komik wandelnd, ist “Lone Racer” nach einer stattlichen Reihe von Sammlungen kĂŒrzerer Episoden und Cartoons bei Reprodukt der erste Mahler in Langform.

    Lone Racer, ISBN 978-3-941343-14-0, 96 Seiten, zweifarbig, 18,5 x 14,5 cm, Klappenbroschur, 14 EUR, erscheint im Februar

    “Mach’s gut, Chunky Rice” von Craig Thompson

    Wie unendlich schwer ein Abschied sein kann, wenn der liebste Freund abreist! Als Chunky Rice zu den Kahootney-Inseln aufbricht, bleibt Dandele untröstlich zurĂŒck. Chunky Rice ist eine Schildkröte. Er trĂ€gt nun einmal sein Haus auf dem RĂŒcken und so hĂ€lt ihn auch die tiefe Zuneigung zur Maus Dandele nicht davon ab, seinem Fernweh zu folgen. Er begibt sich auf eine abenteuerliche und gefĂ€hrliche Seereise. Ob er je zurĂŒckkehren wird, ist ungewiss.

    In der anrĂŒhrenden Geschichte um Chunky Rice und seine Freunde lotet Craig Thompson zahlreiche Formen des Trennungsschmerzes und der Einsamkeit aus. Zugleich ist sie ein leidenschaftliches PlĂ€doyer dafĂŒr, seinen eigenen Weg zu gehen.

    Mach’s gut, Chunky Rice, ISBN 978-3-941343-07-2, 128 Seiten, schwarzweiss, 20,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im Februar

    “Aufzeichnungen aus Jerusalem” von Guy Delisle

    Bereits 2005 begleitete Guy Delisle seine Frau, die fĂŒr die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Birma. Zwei Jahre spĂ€ter folgt ein einjĂ€hriger Aufenthalt der inzwischen vierköpfigen Familie in Israel. Zwischen Haushalt, Kinderpflege und dem Versuch, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, erkundet der Zeichner Jerusalem und kommt ganz allmĂ€hlich hinter die Geheimnisse der Heiligen Stadt.

    In gewohnt lakonisch-humorvoller Manier beobachtet Guy Delisle den Alltag in Jerusalem und zeichnet so ein sehr persönliches Bild eines Landes, das wie kein zweites von jahrzehntelangen blutigen Konflikten geprÀgt ist.

    Aufzeichnungen aus Jerusalem, ISBN 978-3-941343-04-1, 336 Seiten, farbig, 24,5 x 16,5 cm, Klappenbroschur, 29 EUR, erscheint im MĂ€rz

    “Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens” von JosĂ© Muñoz & Carlos Sampayo

    Am 24. Juni 1935 verliert die Musik bei einem FlugzeugunglĂŒck einen ihrer ersten Weltstars: Carlos Gardel, die wichtigste Persönlichkeit des Tango, die Stimme Argentiniens, ein Mythos bereits zu Lebzeiten.

    Seine Landsleute Carlos Sampayo und JosĂ© Muñoz (“Alack Sinner”) haben dem großen TangosĂ€nger und –komponisten nun einen Comic von unvergleichlicher Eleganz gewidmet, der die steifen Pfade der biografischen Comics weit hinter sich lĂ€sst. AtmosphĂ€risch dicht, sinnlich, voller Leben und Musik, so zeigen sie den Aufstieg des geheimnisumwitterten Carlos Gardel in Buenos Aires und liefern darĂŒber hinaus ein eindrucksvolles SittengemĂ€lde Argentiniens im frĂŒhen 20. Jahrhundert.

    Carlos Gardel – Die Stimme Argentiniens, ISBN 978-3-941343-08-9, 124 Seiten, schwarzweiss, 29,5 x 22 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im MĂ€rz

    “Paradies” von Ville Ranta

    Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Kaum haben Adam und Eva ihr Schicksal als göttlichen Plan akzeptiert, empört dieser sich ĂŒber ihr Verhalten. Dabei hatten sie sich, umgeben von Engelstrompeten und Cherubim, doch nur dem Reiz der körperlichen Liebe hingegeben. Kurzerhand zerstört Gott den Garten Eden und jagt die vermeintlich missratenen Geschöpfe zum Teufel.

    Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsĂ€tzliche Frage weiß auch Ville Ranta keine Antwort – aber sein “Paradies” ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.

    Paradies, ISBN 978-3-941343-16-4, 72 Seiten, farbig, 24 x 17 cm, Klappenbroschur, 16 EUR, erscheint im MĂ€rz

    “Portugal” von Cyril Pedrosa

    Der Comiczeichner Simon Muchat steckt in einer Schaffenskrise. Ihm ist jede Inspiration abhanden gekommen, und langsam aber sicher treibt er seine Freundin Claire mit seiner Lethargie zur Verzweiflung – bis eines Tages eine Einladung ins Haus flattert: eine Cousine in Portugal heiratet. Das Land seiner Vorfahren, das er seit Kindertagen nicht mehr besucht hat, rĂŒhrt ihn eigentĂŒmlich an, hier entdeckt er einen Lebensstil, der ihn fasziniert, und findet die Quelle neuer Lebenslust.

    In warmen Aquarellfarben und mit impulsivem Strich zeichnet Cyril Pedrosa (“Drei Schatten”) die Geschichte einer Selbstfindung durch die Wiederentdeckung der Kindheit.

    Portugal, ISBN 978-3-941343-05-8, 264 Seiten, farbig, 30 x 23 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, 39 EUR, erscheint im April

    “S.” von Gipi

    Mit Gipi begrĂŒĂŸt Reprodukt einen der spannendsten ErzĂ€hler des modernen italienischen Comics im Programm, dessen psychologisch dichte BĂŒcher auch im deutschen Sprachraum fĂŒr Furore gesorgt haben.

    Gleichwohl Gipis Geschichten stets eng mit eigenen Lebenserfahrungen verknĂŒpft sind, stellt S seine bis dato wohl persönlichste Arbeit dar. In flĂŒchtigen, flirrenden Bildern erzĂ€hlt Gipi hier von seinem Vater; von dessen Jugend im Zweiten Weltkrieg, den einschneidenden Momenten in ihrer Beziehung, seinem Tod. “S.” ist fragile LiebeserklĂ€rung und fesselnde Studie zugleich: Wie rĂŒckt die Erinnerung unsere Vergangenheit von Mensch zu Mensch in ein anderes Licht? Und wo liegt die Wahrheit?

    S., ISBN 978-3-941343-11-9, 112 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

    “3 Sekunden” von Marc-Antoine Mathieu

    Ein Mann, der eine SMS erhĂ€lt, ein weiterer, der die Waffe auf ihn richtet, und eine Frau, die erschrocken ihre Puderdose zu Boden fallen lĂ€sst: Immer wieder kehrt die Geschichte zu dieser wie eingefrorenen Szene zurĂŒck. Dahinter jedoch verbirgt sich ein Drama viel grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes, das diese Wohnung weit hinter sich lĂ€sst


    Marc-Antoine Mathieu verblĂŒfft einmal mehr: Er erzĂ€hlt seinen Thriller in einem einzigen langen Zoom, wobei Reflexionen auf Spiegeln, Fenstern oder Metall den Blick des Betrachters in immer neue Richtungen und auf immer neue Details lenken und so in der Echtzeit von “Drei Sekunden” die entscheidenden Indizien eines Komplotts enthĂŒllen. Es ist am Leser, dieses schwindelerregende Puzzle zusammenzusetzen.

    3 Sekunden, ISBN 978-3-941343-06-5, 80 Seiten, schwarzweiss, 24 x 24 cm, Klappenbroschur, 18 EUR, erscheint im April

    “Blast” 1 von Manu Larcenet

    Ein Mann steht unter Mordverdacht: Unförmig und abgerissen ist er, dieser Polza Manzini, der im Polizeiverhör freimĂŒtig seine Geschichte erzĂ€hlt. Eine Geschichte der Verwahrlosung. Jahrelang ist er ĂŒber Land gezogen, nachdem er sein bĂŒrgerliches Leben ĂŒber Bord geworfen hatte, um das zu suchen, was er den “Blast” nennt – einen Moment der Erleuchtung, der ihn in Grenzregionen des Verstandes fĂŒhrt. Die Sehnsucht nach dem nĂ€chsten “Blast” scheint Polza zu allem zu befĂ€higen
 Auch dazu, einen Menschen zu töten?

    “Blast” ist eine EtĂŒde in Grau, von Manu Larcenet meisterhaft in Tusche ausgefĂŒhrt und voller Allegorien, die in die AbgrĂŒnde seiner Figuren fĂŒhren.

    Blast 1, ISBN 978-3-941343-12-6, 208 Seiten, Hardcover, schwarzweiss & farbig, 27 x 20,5 cm, 29 EUR, erscheint im Mai 2012

    “Brigitte und der Perlenhort” von Aisha Franz

    Brigitte ist Geheimagentin
 aber auch ein Hund. Auf der Jagd nach der “Margarita”, der jungfrĂ€ulichen Auster, der die FĂ€higkeit der endlosen Perlenproduktion innewohnt, begibt sie sich in manch brenzlige Situation. Als abgebrĂŒhter Profi kann sie sich dabei stets auf ihren weiblichen Charme verlassen – doch auch vor körperlicher Gewalt schreckt sie nicht zurĂŒck. Ihr stiller Kummer angesichts eines unerfĂŒllten Kinderwunschs lĂ€sst sich allerdings von beidem wenig beeindrucken


    Aisha Franz, die mit “Alien” eines der meistbeachteten deutschen Comic-DebĂŒts der vergangenen Jahre vorgelegt hat, erweist sich auch im Spiel mit Genre-Klischees als aufregende ErzĂ€hlerin.

    Brigitte und der Perlenhort, ISBN 978-3-941343-13-3, 192 Seiten, Klappenbroschur, schwarzweiss, 16 x 21 cm, 16 EUR, erscheint im Mai

    “Die Kolonie” von Charles Burns

    Doug gerĂ€t immer tiefer in den Sog seiner bizarren AlbtrĂ€ume. Oder ist die Kolonie der Echsenwesen mit ihren Bruthöhlen womöglich doch ein realer Ort? Keine der Welten, in denen er sich nun bewegt, bietet ihm auch nur die geringste Sicherheit. Und als sei das nicht verstörend genug, plagen Doug die Erinnerungen an seinen Vater. Keine schönen Erinnerungen


    Wie schon im VorgĂ€nger “X” lĂ€sst Charles Burns’ zeichnerische PrĂ€zision seine halluzinatorische Visionen ungeheuer real erscheinen. Mit dem Protagonisten finden wir uns dem schnellen Wechsel der Parallelwelten ausgesetzt, deren Faszination man sich gar nicht entziehen möchte.

    Die Kolonie, ISBN 978-3-941343-18-8, 56 Seiten, Hardcover, farbig, 29,5 x 18 cm, 18 EUR, erscheint im Juni

    “Rosalie Blum” von Camille Jourdy

    Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schĂŒchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. WĂ€hrenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter stĂ€ndiger Beobachtung steht.

    Die junge französische Autorin Camille Jourdy ĂŒberzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre schrulligen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerĂ€t. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

    Rosalie Blum, ISBN 978-3-941343-09-6, 364 Seiten, Klappenbroschur, farbig, 23,5 x 16,5 cm, 29 EUR, erscheint im Juni

    Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

    Donnerstag, den 30. Dezember 2010

    Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfĂ€ltige Berichterstattung ĂŒber Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite fĂŒllenden Bericht ĂŒber die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

    Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natĂŒrlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausfĂŒhrlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

    Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube fĂŒr Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel KreitzÂŽ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann ĂŒber eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

    Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prĂ€gten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefĂ€hrlich” fĂŒr “Die Welt” ĂŒber die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

    Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin fĂŒr Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der LektĂŒre von Bastien VivĂšsÂŽ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

    Gleich zwei BĂ€nde von Bastien VivĂšs finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner wĂŒrde sich wĂŒnschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau ĂŒberhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue BĂ€nde von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale MenschenknĂ€uel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “KapitĂ€n Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

    Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation ĂŒber Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

    “Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu ĂŒberbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein GeschĂ€ft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff RebÂŽs (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

    “Merchandising im Namen des Herrn”

    Freitag, den 29. Oktober 2010

    Christian Gasser schreibt fĂŒr die “Neue ZĂŒrcher Zeitung” vom 29. Oktober ĂŒber “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt).

    Merchandising im Namen des Herrn

    In «Gott höchstselbst» stellt sich Marc-Antoine Mathieu keine geringe Frage: Was wĂŒrde geschehen, wĂŒrde Gott sich heute in unsere Mitte wagen? Er beantwortet diese Frage in einem ebenso klugen wie boshaften Comic.

    VolkszĂ€hlung: Geduldig steht ein alter Mann mit weissem Bart in einer Warteschlange. Als er an die Reihe kommt, hat er keine Papiere. Der Beamte fragt ihn nach seinem Namen. Gott, antwortet der Greis. Gott mit Vornamen und Gott mit Nachnamen, einfach: Gott. Der alte Mann wird umgehend in eine Irrenanstalt geschickt. «Gott kommt zu uns Menschen, und das lĂ€uft ganz anders ab, als man es erwarten könnte», sagt der französische Comic-Autor Marc-Antoine Mathieu ĂŒber seinen neuen Comic «Gott höchstselbst». In dieser absurden Farce seien MissverstĂ€ndnisse programmiert: «Es ist fraglich, ob Gott noch an die Menschen glaubt, und ebenso fraglich ist, ob die Menschheit noch an Gott glaubt.» mehr

    “Mach dir ein Bild von Gott”

    Samstag, den 11. September 2010

    Ralf Hutter schreibt in der “Jungle World” Nr. 36 vom 9. September ĂŒber Gott im Comic und beleuchtet dazu die Neuerscheinungen “Robert Crumbs Genesis” (Carlsen), “Faust” von Flix (Carlsen), “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) sowie “Die Zeit und Gott” von Aike Arndt (Zwerchfell).

    Mach dir ein Bild von Gott

    Der VolkszĂ€hlungsfunktionĂ€r staunt nicht schlecht. Da kommt einer, der weder IdentitĂ€tspapiere noch Herkunftsnachweis, noch Sozialversicherungsnummer oder Wohnsitz hat. »Man könnte meinen, Sie existieren gar nicht!« Zögerlich antwortet der Angesprochene: »Existieren? Äh, ja und nein. Es kommt darauf an, auf welcher Seite man steht.« Seinen Nachnamen gibt er dann mit »GOTT« an. Vorname: »Gott«. Mit dieser Szene beginnt Marc-Antoine Mathieu seinen Comic »Gott höchstselbst«. mehr

    Comics in den Medien – September 2010 (1)

    Dienstag, den 7. September 2010

    Noch bis zum 2. Oktober zeigt die StadtbĂŒcherei Albstadt-Ebingen die Wanderausstellung “Get Your Graphic Novels”, die von der Fachstelle fĂŒr das öffentliche Bibliothekswesen beim RegierungsprĂ€sidium organisiert wurde. DarĂŒber berichtet auch die lokale Presse: Helen Weible subsummiert Graphic Novels in der “SĂŒdwest Presse” als “Comics mit viel Tiefgang” und stellt heraus, dass der “Grafische Roman weit ĂŒber die Grenzen des kindlich-lustigen Comicstils” hinausgeht. Der “SchwarzwĂ€lder Bote” verhebt sich dabei in der Kurzbeschreibung und klassifiziert Graphic Novels als “Ein Zeichenstil – dem Comic nicht unĂ€hnlich”.

    Auch das “Hamburger Abendblatt” charakterisiert Graphic Novels kurz in seiner AnkĂŒndigung fĂŒr den “Internationalen Graphic Novel Salon”, der am 9. September in der Hansestadt beginnt als “Bildreiche ErzĂ€hlungen”: “Graphic Novels verbinden Gezeichnetes und Literatur”.

    Dieser Tage erschienen ist “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium), worĂŒber Frank Meyer im Deutschlandradio berichtete. Er zeigt sich “beeindruckt” vom “Spannenden Zahlen-Comic auf mehreren Ebenen”. Christian Gasser besprach – gleichfalls im Deutschlandradio – “Gott höchstselbst” (Reprodukt) des französischen Autors Marc-Antoine Mathieu, den er im Interview ausfĂŒhrlich zu Wort kommen lĂ€sst. Der Beitrag lĂ€sst sich hier als mp3 nachhören.

    Auch im Radio, auf On3, dem Jugendradio des Bayerischen Rundfunks, wurde die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Anthologie “The Beats” (Walde+Graf) vorgestellt. Markus Köbnik stellt heraus, wie das Buch seine Themen umsetzt: “Über Exzess, freie Liebe und das Schreiben”. Eine Bildergalerie ergĂ€nzt die Besprechung.

    Weiterhin finden Comic-Umsetzungen von Literaturvorlagen ihre Beachtung: In “Etwas, das ZĂŒndstoff birgt…” bespricht Christian Neubert fĂŒr titel-magazin.de Tim Hamiltons Comic-Adaption von Ray Bradburys “Fahrenheit 451″ (Eichborn). An gleicher Stelle schreibt Christopher Franz ĂŒber Joann Sfars Adaption von Antoine de Saint-ExupĂ©rys “Der kleine Prinz” (Carlsen) und beantwortet seine Eingangsfrage: “Mal was Neues?” mit der Feststellung, dass es die neue Version im Verlgeich mit dem Original einfach zu schwer hat.

    In der “tageszeitung” lobt Oliver Ristau “Jakob” von Felix Mertikat und Benjamin Schreuder als lesenswertes DebĂŒt: “Allein auf dem Jakobsweg”.

    Von der “Meisterschaft” seines Autors schreibt Christopher Pramstaller in seiner Vorstellung von Thomas Otts “R.I.P.” (Edition Moderne) auf satt.org: “Welcome to the Horror Show”. In “Der alte Mann und der Krieg” schreibt Pramstaller an gleicher Stelle ĂŒber ein weiteres Buch, das in der ZĂŒrcher Edition Moderne erschienen ist: “Alans Krieg” von Emmanuel Guibert. Sven Jachmann hat das Buch fĂŒr die aktuelle Ausgabe von “konkret” ebenfalls besprochen und die Rezension auf seiner Website veröffentlicht:

    Wieder auf satt.org lobt Felix Giesa Klaus Schikowskis EinfĂŒhrung in die Welt der Comics,“Die großen KĂŒnstler des Comics” (edel), als “eine wahre Bildfundgrube des Comics, bereichert um eine gelungene Geschichte seiner KĂŒnstler”.

    Comics in den Medien – August 2010 (1)

    Dienstag, den 3. August 2010

    Am 6. August 1945 wurde ĂŒber dem Zentrum des japanischen Hiroshima die Atombombe gezĂŒndet. Den 65sten Jahrestag nahm Melanie Longerich im Deutschlandfunk zum Anlass, um in der Sendung “Andruck” den autobiografischen Manga von Keiji Nakazawa “Barfuß durch Hiroshima” (Carlsen) vorzustellen, in dem sich der Autor an seine Erlebnisse rund um den Abwurf und dessen verheerende Auswirkungen erinnert: “Atomkrieg als Manga”. Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) wurde bereits im Deutschlandradio Kultur vorgestellt, der Beitrag “Urknall im Comic” wird am heutigen Dienstag um 16:33h noch einmal im Deutschlandfunk im “Radiofeuilleton” wiederholt.  Zudem findet sich der Titel auf der August-Empfehlungsliste der Literaturredaktion: “Charles Darwin hĂ€tte sein Freude gehabt”.

    Christian Möller hat Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) auf WDR 5 in der Sendung “Scala” vorgestellt und als “klug hintersinnig und höchstunterhaltsam” beschrieben. Zu einem etwas anderen Urteil ĂŒber den Band gelangt Waldemar Kesler auf “tagesspiegel.de”: “Göttliche Zumutung”. Weitere Kritik wird an gleicher Stelle gegenĂŒber Matthias Schultheiss’ “Die Reise mit Bill” (Splitter) geĂ€ußert: “Aus der Zeit gefallen” urteilt dort Klaus Schikowski, der sich in einem weiteren Artikel (“Der Zahn der Zeit”) mit Vampircomics beschĂ€ftigt. Unmittelbarer Anlaß ist die Veröffentlichung der Manga-Umsetzung des ersten Bandes der “Twilight”-Reihe von Stephenie Meyer: “Twilight: Biss zum Morgengrauen: Der Comic, Band 1″ (Carlsen). Mit “Sun Village” von Inio Asano widmet sich Lars von Törne einem weiteren Manga: In dieser “Jagd nach dem GlĂŒck” zeige sich ein Manga-Star in “Bestform”. Von Törne spach auch mit David Prudhomme, dem Autor und Zeichner von “Rembetiko” (Reprodukt) ĂŒber eben jenes Buch: “Ich habe im Atelier getanzt”.

    FĂŒr den österreichischen Kultur-Blog wienerpost.at sprach Harald Havas mit Ulli Lust ĂŒber ihren Band “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag): “460 Comic-Seiten Leben”. Auf titel-magazin.de fragt Lida Bach “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?” und lobt die Neuausgabe von Jon J. Muths “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult).

    “Mit „Gift“ ist der Comic nun endgĂŒltig in der Belletristik angekommen.” resĂŒmiert Felix Giesa auf satt.org in seiner Besprechung von Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt): “Die VerfĂŒhrung der Ahnungslosen”. Lobendes hat er an gleichem Ort in “Todessehnsucht” auch ĂŒber Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) zu sagen.

    Daniel Benedict schreibt in der “Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung” ĂŒber Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen): “Autobiografisches und Geschichtsschreibung fallen hier zusammen – ein Muster, das Schule macht.”: “Gotteskritik in der Sprechblase”. Auf cult:online, der Online-Ausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie stellt Cornelia Fiedler Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen) sowie die Luxusausgabe des Bandes (Edition 52) vor: “Hinterm HofbrĂ€uhaus das Jenseits”.

    Aus dem NĂ€hkĂ€stchen plaudert Andreas Platthaus in zwei BeitrĂ€gen auf seinem Blog fĂŒr die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: Zum einen schreibt er dort ĂŒber ein in Frankreich erschienenes Reisetagebuch von David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag”) und ĂŒber die Beteiligung von Art Spiegelman (“Die vollstĂ€ndige Maus”, S. Fischer) an einem Tanztheater vor projizierten Animationszeichnungen.

    “Blasphemie und letzte Fragen”

    Montag, den 19. Juli 2010

    In seinem Beitrag fĂŒr “Spiegel Online” stellt Jörg Böckem neue Comic vor, die sich dem Thema Religion widmen: “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt), “Die Zeit und Gott” von Aike Arndt (Zwerchfell) und “Die Chroniken von Wormwood” von Garth Ennis und Jacen Burrows (Panini).

    Blasphemie und letzte Frage

    Wenn ein Werk “Die Chroniken von Wormwood” heißt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt.

    Auch wenn die Sympathiewerte der katholischen Kirche nach zahlreichen Skandalen vielerorts, sagen wir, in etwa bei denen von der Bahn rangieren, erfreut sich Gott nebst Anhang im Comic großer Beliebtheit – “Prototyp”, Ralf Königs Interpretation der Schöpfungsgeschichte wurde auf dem Comicsalon in Erlangen ausgezeichnet, und aktuell spielen Gott oder sein eingeborener Sohn in drei höchst unterschiedlichen Comics eine Hauptrolle. mehr

    Comics in den Medien – Juni 2010

    Dienstag, den 22. Juni 2010

    Gleich zwei RadiobeitrĂ€ge widmeten sich zuletzt “Gift” (Reprodukt) von Peer Meter und Barbara Yelin. Karolin Korthase stellte das Buch im Nordwestradio von Radio Bremen vor und unterhielt sich dafĂŒr mit dem Szenaristen Peer Meter: Gift – Eine Graphic Novel ĂŒber Gesche Gottfried”. Die Zeichnerin Barbara Yelin war bei radio eins des rbb zu Gast und wurde in der Sendung “Seite EINS” von Moderator Knut Elstermann zum Buch befragt.

    “Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss” resĂŒmiert Jens Harder im Interview zu “Alpha – Directions” (Carlsen) mit Markus Köbnik auf on3 vom Bayerischen Rundfunk. Dort liefert eine Bildergalerie zusĂ€tzliche Einsichten. Alle RadiobeitrĂ€ge lassen sich auf den jeweiligen Seiten nachhören. Zumindest nachgelesen werden kann Christian Möllers Beitrag “iGott” zu Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” auf der Website des Radiosenders 1Live des WDR.

    Jens Harders Buch war auch Aufmacher des Kulturteils der “Jungle World”: Heike Karen Runge stellt es in “Vor uns die Sintflut” ausfĂŒhrlich vor. An gleicher Stelle hat Michael Saager Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen: “Die Angst kommt spĂ€ter”.

    Auf titel-magazin.de klopft Jens Essman in “Zwischenstopp Bremen” Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” daraufhin ab, ob die vielversprechenden Zutaten auch einen SelbstlĂ€ufer ergeben. “Verstörend vergnĂŒglich” findet Sven Jachmann Fane und Jims “Sonnenfinsternis” (Splitter), das er an gleicher Stelle in “Infantile Fluchten” vorstellt.

    Neben einer neuen Comicseite in der Printausgabe des “Tagesspiegels” gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge neue Besprechungen und Interviews auf tagesspiegel.de zu lesen. Die Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” (Edition 52) ist fĂŒr Lars von Törne Anlass, den “Taumelnden Totentanz” noch einmal vorzustellen. Politikwissenschaftler Thomas Greven etwa befasst sich in “Stellungskrieg des Lebens” mit Emmanuel Guiberts Weltkriegsmemoiren “Alans Krieg” (Edition Moderne). “Spielland ist abgebrannt” fasst Markus Dewes den Max und Moritz-PreistrĂ€ger “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss zusammen. AnlĂ€sslich des Comic-Salons Erlangen wurde das KĂŒnstlerpaar Maryse und Jean-François Charles von Lars von Törne zu ihrem Band “War and Dreams” (Splitter) interviewt.

    Abschliessend noch ein Blick ins Ausland: Ulli Lust wurde vom englischen Blog avoidthefuture.com zu ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” und ihrer Website electrocomics.com befragt und gibt so der englischsprachigen Welt einen Einblick in ihr Schaffen und ihre Motive.

    http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/spielland-ist-abgebrannt/1847732.html

    “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu

    Donnerstag, den 22. April 2010

    Auf der Liste der GĂ€ste aus dem Nachbarland Frankreich, die in diesem Jahr den Comic-Salon Erlangen besuchen, finden sich bereits jetzt illustre Namen wie David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag), Francois Boucq (“Bouncer”, Ehapa), Patrick Jusseaume (“Tramp”, comicplus+), KerascoĂ«t (“Jenseits”, Reprodukt), Enrico Marini (“Die Adler Roms”, Carlsen), Gilles Mezzomo (“Ethan Ringler”, Piredda), Patrice Pellerin (“Der Schrei des Falken”, comicplus+), David Prudhomme (“Rembetiko”, Reprodukt), Olivier Schwartz (“Spirou + Fantasio”, Carlsen) oder Bastien VivĂšs (“Der Geschmack von Chlor”, Reprodukt).

    Auch Marc-Antoine Mathieu (“Der Ursprung”, Reprodukt) hat sich 2010 fĂŒr einen Besuch in der Hugenottenstadt angekĂŒndigt – Marc-Antoine Mathieu ist ein seltener Gast auf Comicfestivals. Auch im französischen Sprachraum findet man seinen Namen höchst selten auf den Zeichnerlisten der großen Messen. FĂŒr Erlangen macht er eine Ausnahme und zu diesem Anlass gibt es ein neues Buch von Marc-Antoine Mathieu bei Reprodukt: Mit “Gott höchstelbst” erscheint Anfang Juni eine erste Graphic Novel des 1959 in Anthony, Frankreich, geborenen Autors in deutscher Sprache.

    Gott ist Mensch geworden. Nach anfĂ€nglichen Zweifeln an seiner Wahrhaftigkeit wird der unscheinbare Mann ĂŒber Nacht zum Medienhype, von Wissenschaftlern und Philosophen gnadenlos vermessen. Doch die Ankunft Gottes auf Erden hat vor allem einen Effekt: Gott wird zum universellen SĂŒndenbock, der fĂŒr das UnglĂŒck in der Welt verantwortlich gemacht wird. Schon bald findet sich der AllmĂ€chtige auf der Anklagebank wieder, und ein spektakulĂ€rer Gerichtsprozess soll die Frage der Fragen klĂ€ren: Gibt es einen Gott?

    NĂŒchtern und ironisch distanziert inszeniert Marc-Antoine Mathieu diese Groteske ĂŒber die existenziellen Fragen der Ontologie und Theodizee, die uns seit Menschengedenken umtreiben.

    Marc-Antoine Mathieu ist vor allem durch seine Geschichten um den Ministerialbeamten Julius Corentin Aquefacques bekannt geworden. Seine experimentierfreudigen BĂŒcher wie “Der Wirbel” oder “Die 2,333. Dimension” finden auch im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren ein breites Publikum. Daneben konzentriert sich Marc-Antoine Mathieu auf seine Arbeit bei der Grafikagentur Lucie-Lom, die sich auf Ausstellungsdesign spezialisiert hat. So entstand beispielsweise die große Moebius/Giraud-Retrospektive beim Comicfestival in AngoulĂȘme 2000 unter seiner kreativen Leitung.

    Gott höchstelbst, ISBN 978-3-941099-59-3, 124 Seiten, s/w, 25,5 x 19 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni bei Reprodukt