Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Marijpol’

Graphic Novels in den Medien – 14. Juni 2013

Freitag, den 14. Juni 2013

In der Magazinsendung “Theodor” im rbb wurde kĂŒrzlich “17. Juni – Die Geschichte von Armin und Eva” von Alexander Lahl, Max Mönch, Tim Köhler und Kitty Kahane vorgestellt.

In der SĂŒddeutschen Zeitung stellte Christoph Haas Zeina Abiracheds “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor – und ist voll des Lobes: “Ein Netz namens Beirut”.

Marijpol hat sich fĂŒr das Magazin Intro mit Redaktuer Bastian KĂŒllenberg ĂŒber ihr neuens Buch “Eremit” (avant-verlag) unterhalten. Der Artikel lĂ€sst sich hier nachlesen: “Comic: Autorin und Zeichnerin Marijpol im GesprĂ€ch”.

Zwei Krimis werden in der Badischen Zeitung vorgestellt – und mit Lob bedacht: Darwyn Cookes Richard Stark-Adaption “Hunter” (Eichborn), sowie “The Homeland Directive” Robert Venditti und Mike Huddleston (Carlsen): “Finsterer Krimi” – “Furioser Thriller”.

Die Veröffentlichung von “Tunnel 57″ von Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (Ch. Links) und die Veranstaltung in der GedenkstĂ€tte Berliner Mauer war Thema in der Berliner Presse. So berichtet Roxane Meger fĂŒr die Berliner Morgenpost: “Berliner KĂŒnstler erzĂ€hlen Flucht aus der DDR in einem Comic” und Moritz Honert fĂŒr den Tagesspiegel: “Berliner Fluchthelfer kommt ins Comic”.

Auf tagesspiegel.de schreibt Nadine Lange ĂŒber den “Mann, der John Lennon WĂ€nde anstreichen ließ”, bzw. das Buch “Liverfool” von Damien Vanders und Gihef ĂŒber den Clubbesitzer Allan Williams.

“Die Superhelden haben mich nicht befriedigt” sagt Comic-Autor David Boller der schweizer Zeitung Blick. Anlass ist die Veröffentlichung seines autobiografischen Bandes “Ewiger Himmel” (Zampano).

In der Sendung “NDR Kultur” zeigte der Comic-Autor Max (“Bardin, der Superrealist”, Reprodukt) “Wie eine Graphic Novel entsteht …”. ErgĂ€nt wird der online nachlesbare Bericht von Claudio Campagna um eine Bildergalerie, in der die verschiedenen Stadien der Entstehung eines Comics gezeigt werden.

Über das Symposium zum Thema “Autorencomics zwischen Bildgedicht und Graphic Novel” an der HBK Saar berichtet Tobias Kessler fĂŒr die SaarbrĂŒcker Zeitung: “International besetztes Comic-Symposium und Ausstellung an der HBK”.

Eine ganze Reihe von BeitrĂ€gen ĂŒber Comics wurden zuletzt im Deutschlandfunk ausgestrahlt: So stellte Tabea Soergel die “Graphic Novel ĂŒber einen Serienmörder”“Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (Metrolit) vor. Jens Balzer befasste sich mit Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp): “Krach des Krieges in Bildern”. Unter anderem die Comiczeichner Isabel Kreitz und Luke Pearson kommen im Beitrag von Dirk Schneider ĂŒber die Graphic Novel Tage in Hamburg  zu Wort: “Comics zum Nachdenken”. Mit den norwegischen Autoren Steffen Kverneland und Lars Fiske unterhielt sich Kai Löffler ĂŒber deren KĂŒnstlerbiografien “Munch” und “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” (beide avant-verlag).

“Trommelfels” in Frankreich und der Schweiz

Mittwoch, den 5. Juni 2013

Der Band “Trommelfels” (avant-verlag) der in Berlin lebenden Autorin Marijpol liegt nun auch auf Französisch vor. Der Genfer Verlag Atrabile hat den Band unter dem Titel “La Roche au Tambour” veröffentlicht. Bilder aus dem Band werden ab Donnerstag in der Pariser Buchhandlung und Galerie Le Monte-en-l’air zu sehen sein. Die Vernissage beginnt um 19:30 Uhr.

Le Monte-en-l’air, 71 rue de MĂ©nilmontant / 2 rue de la Mare, D-75020 Paris
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Graphic Novels in den Medien – 15. April 2013

Montag, den 15. April 2013

Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr ResĂŒmĂ©e: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”

Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kĂŒrzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre ĂŒber “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja LĂŒthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.

Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die LĂ€den kommt: “FlĂŒstern und Schreien”.

Wie Boris Kunz fĂŒr das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes GlĂŒck mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloßes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.

FĂŒr die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestĂŒrzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.

“Ich war immer von dunklen Geschichten fasziniert” sagt Lukas JĂŒliger im GesprĂ€ch mit Sören Sgries, der den Autor von “Vakuum” (Reprodukt) fĂŒr die Rhein-Neckar-Zeitung interviewte.

Ein weiteres Autorenportrait erschien im Gießener Anzeiger, denn die “Comic-Zeichnerin Elke Steiner stellt ihre Arbeit am Werk „Die anderen Mendelssohns“ vor”. Darin wird es um Carl Mendelssohn Bartholdy, Sohn des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy gehen.

In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kĂŒrzlich Simon Schwartz zu Gast, um ĂŒber seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

“Eremit” – Comic-Release in Hamburg

Freitag, den 5. April 2013

Am Donnerstag, dem 11. April, feiert Autorin Marijpol beim Hamburger Graphic Novel-FachhĂ€ndler Strips & Stories die Veröffentlichung ihres zweiten Bandes im avant-verlag, “Eremit”. Ab 19 Uhr wird sie den Band vorstellen und signieren. Unter allen KĂ€ufern an dem Abend werden kleine Objekte und Originale verlost.

Zur VeranstaltungsankĂŒndigung geht es hier.

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20349 Hamburg
email: info@strips-stories.de, www.strips-stories.de

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 6. MĂ€rz 2013

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist vom BĂŒrgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die “Green Line”, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. ScharfschĂŒtzen, MilitĂ€rpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht ĂŒber die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus.

1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der “Rue Youssef Semaani”, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die wĂ€hrend der Bombardierungen als Zufluchtsort fĂŒr die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurĂŒckkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken.

Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzĂ€hlt die libanesische KĂŒnstlerin von ihrer Kindheit im BĂŒrgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspĂŒrt. “Das Spiel der Schwalben” ist ihre erste Veröffentlichung in deutscher Sprache.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 182 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in welcher der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. GleichgĂŒltig fĂŒhrt er seine Arbeit fĂŒr ein Bestattungsunternehmen, bei dem lebensmĂŒde Senioren ihre letzte Reise buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel hat, aus.

Durch die Begegnung mit einem wĂŒtenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner ZurĂŒckgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende fĂŒr eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

Eremit ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung ĂŒber Zweifel, Tod und Obst. Eine ErzĂ€hlung wie sie wohl nur der Fantasie der 1982 in Berlin geborenen Marijpol entspringen kann. FĂŒr ihre erste Graphic Novel, “Trommelfels”, wurde sie 2012 mit dem ICOM-Preis fĂŒr das “Beste Szenario” geehrt. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8,  216 Seiten, zweifarbig, Klappenbroschur mit Fold-Out, EUR (D) 19,95

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 23. Januar 2013

Der avant-verlag hat mit seinem FrĂŒhjahrsprogramm eine Reihe neuer Graphic Novels angekĂŒndigt. Dabei sind unter anderem neue BĂŒcher von Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”) und Marijpol (“Trommefels”), sowie mit “Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na eine Comic-Biografie des bekannten Thrillerautors.

 

“Geschichten aus dem Viertel” von Gabi BeltrĂĄn und BartolomĂ© SeguĂ­
Palma de Mallorca 1980, Jahre vor der Transformation der spanischen Insel in einen der prominentesten Urlaubsorte Europas. Im chinesischen Viertel Palmas, Barrio Chino, versammeln sich die Underdogs der spanischen Gesellschaft, jede Straßenecke hat eine Geschichte zu erzĂ€hlen. Gabi BeltrĂĄn erzĂ€hlt in „Geschichten aus dem Viertel“ die seine. Mit kaum mehr als vierzehn Jahren fühlt Gabi sich schon alt. „Die Jungs in meinem Viertel leben schneller“, sagt er. Mit seinen Freunden BenjamĂ­n, Arnaud, Falen, Ramos und anderen wandert er nachts durch die Gassen seiner kleinen Welt und versucht, sie zu verstehen – und verstanden zu werden. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen die Halbstarken im Bordell – eine organisatorische Herausforderung, weil die HĂ€lfte der Mütter aus dem Freundeskreis anschaffen geht. Mit Einbrüchen und DrogengeschĂ€ften halten die Jungs sich über Wasser und von zu Hause fern. Und immer wieder versuchen sie auszubrechen und hoffen auf ein besseres Leben jenseits des endlosen Meeres, das für die Freunde ProjektionsflĂ€che und zugleich eine unüberwindliche Barriere ist, die sie in ihrem Leben, in ihrem Viertel gefangen hĂ€lt.

„Geschichten aus dem Viertel“ ist eine kleine Sensation, bewegend und einfühlsam erzĂ€hlt. In kurzen, ineinander verwobenen ErzĂ€hlungen sammeln BeltrĂĄn und der Zeichner SeguĂ­ Erinnerungen, traurige wie glückliche, an ein Palma, an das sich heute nur noch wenige erinnern werden.

Geschichten aus dem Viertel, ISBN 978-3-939080-76-3, 152 Seiten, farbig, Softcover EUR (D) 19,95, erscheint im Februar

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die „Green Line“, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, MilitĂ€rpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der „Rue Youssef Semaani“, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die wĂ€hrend der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken. Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzĂ€hlt die libanesische Künstlerin von einer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. „Das Spiel der Schwalben“ ist ihre erste deutsche Veröffentlichung.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

„Eremit“ ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung über Zweifel, Tod und Obst.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Das Interview” von Manuele Fior

Italien im Jahr 2048. Raniero ist ein Psychologe in den Fünfzigern, dessen Ehe in Trümmern liegt. WĂ€hrend in seinem Privatleben Sprachlosigkeit herrscht, fühlt er sich in den GesprĂ€chen mit seiner Patientin Dora immer stĂ€rker in deren befremdliche und gleichzeitig faszinierende Gedankenwelt hineingezogen. Dora behauptet, telepathische FĂ€higkeiten zu besitzen und hat nĂ€chtliche Visionen von leuchtenden Dreiecken, die am Himmel erscheinen: Zeichen einer außerirdischen Zivilisation, die die Menschen auf eine große bevorstehende VerĂ€nderung aufmerksam machen sollen.

Das Bild der Zukunft, das Manuele Fior in „Das Interview“ entwirft, ist dystopisch und unscheinbar zugleich. Ferngesteuerte Autos verkehren zwischen streng überwachten urbanen Zentren, die „Nuclear Family“ als Pfeiler der gesellschaftlichen Ordnung ist der einzige erstrebenswerte Lebensentwurf. Dora gehört der „Neuen Vereinigung“ an, einer Bewegung junger Leute, die den alten Werten abgesagt haben und ihr Glück in neuen zwischenmenschlichen Bindungen suchen. Nach anfĂ€nglicher Skepsis fühlt sich Raniero immer mehr zu Dora hingezogen und gleichzeitig werden mehr und mehr Menschen auf die mysteriösen Lichter am Himmel aufmerksam


Nach seinem zarten Liebescomicroman „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ („Bester Comic“ auf dem Comicfestival Angouleme, 2011) überrascht Manuele Fior mit einer psychologisch austarierten und brillant gezeichneten Science-Fiction-Graphic-Novel. Wie die europĂ€ischen Filmemacher Michelangelo Antonioni mit „L‘Eclisse“ oder Jean-Luc Godard mit „Alphaville“ wirft Fior einen Blick in die Zukunft, um gesellschaftliche und private ZĂ€suren und Konflikte der Gegenwart aufzudecken. Manuele Fior gehört zu den meist gefeierten jungen europĂ€ischen Comic-Künstlern. Er wurde in Italien geboren, hat in Norwegen und Deutschland gelebt und arbeitet zur Zeit hauptsĂ€chlich von Paris aus.

Das Interview, ISBN 978-3-939080-78-7, 170 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 24,95, erscheint im April

“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe

Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.

Basierend auf Briefen, GesprĂ€chen und Fotografien erzĂ€hlt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzĂ€hlt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biografie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin das fragmentarische Wissen über ihre Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte HomosexualitĂ€t,Verrat und Schuld.

Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 200 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im Mai

“Kurt Schwitters – Von nun an nenne ich mich Herr Merz” von Lars Fiske

Kurt Schwitters (1887-1948), der als Maler, Dichter und Werbegrafiker in zahlreichen Kunstformen aktiv war, ist ein Pionier der Moderne. Mit dem Lautgedicht „Ursonate“ schockierte er Bourgeoisie und Dadaisten gleichermaßen, mit seinem Gesamtkunstwerk „Merzbau“ war er seiner Zeit weit voraus. Unter dem Kennwort „Merz“ entwickelte Schwitters ein dadaistisches Gesamtweltbild. Den „Merzbau“, eine grottenartige Collage-Skulptur mit Erinnerungsstücken, schuf Schwitters in zwanzigjĂ€hriger Arbeit in seiner Heimatstadt Hannover, im Haus seiner Eltern. Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und seine Kunst als „entartet“ verfemt wurde, emigrierte er nach 1937 nach Norwegen, wo er noch zwei weitere Merz-Bauten anfertigte, bevor er 1940 weiter nach England fliehen musste.

Lars Fiske legt den Schwerpunkt seiner ErzĂ€hlung auf die Jahre des Künstlers im norwegischen Exil und nutzt die radikale Skulptur des „Merzbau“ als Grundlage für die ErzĂ€hlstruktur seiner Comic-Biografie. Der norwegische Comic-Künstler Lars Fiske (Jahrgang 1966) studierte Illustration und Grafikdesign in Stockholm und Los Angeles. Er publizierte zahlreiche Comics und Kinderbücher und arbeitet als Illustrator für verschiedene Zeitungen. Gemeinsam mit Steffen Kverneland schuf er die Künstlerbiografie „Olaf G.“, die auf Deutsch ebenfalls im avant-verlag vorliegt.

Kurz Schwitters, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Munch” von Steffen Kverneland

Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten Maler seiner Zeit. Der Norweger, der zeitweilig auch in Deutschland lebte und arbeitete, bekam bereits zu Lebzeiten Anerkennung für seine Werke und gilt heute als Wegbereiter des Expressionismus. Mit Munch liegt nun seine grafische Biografie vor – ein einzigartiges Projekt, in dem der Comic-Künstler Steffen Kverneland die Geschichte ausschließlich anhand von Zitaten Munchs und seiner Zeitgenossen erzĂ€hlt. Kverneland zeichnet ein liebenswertes und überaus heiteres Portrait des großen Malers als auch der ihn umgebenden skandinavischen BohĂšme des spĂ€ten 19. Jahrhunderts. Ein großer Spaß – nicht nur für Historiker und Kunstliebhaber!
Das erste Kapitel dieses Buches wurde von der Norwegischen Nationalgalerie für die Sammlung gekauft. Steffen Kverneland (Jahrgang 1963) zĂ€hlt zu den herausragenden norwegischen Comic-Autoren. Im avant-verlag erschien bereits seine preisgekrönte Olaf-Gulbransson- iografie „Olaf G.“, die in Zusammenarbeit mit Lars Fiske entstand.

Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Luchadoras” von Peggy Adam
Alma lebt mit ihrem gewalttĂ€tigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad JuĂĄrez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttĂ€tig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen MĂ€nnern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lĂ€sst. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad JuĂĄrez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hĂ€lt die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort tĂ€glich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad JuĂĄrez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 MĂ€dchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklĂ€rt.

Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte ErzĂ€hlung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprĂ€gten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes PlĂ€doyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, LibĂ©ration und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.

Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 17,95, erscheint im Juli

“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na

Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten BĂ€nden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.

Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzĂ€hlt zusammen mit Zeichner RĂ©bĂ©na aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches VermĂ€chtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und RĂ©bĂ©na, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprĂ€gt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den WĂ€ldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjĂ€hrigen Larsson, in den spĂ€ten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.

Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro, erscheint im Juli

Comics in den Medien – 27. September 2012

Donnerstag, den 27. September 2012

AnlĂ€sslich des Comicfestivals in Hamburg an diesem Wochenende blickt Marc-Oliver Rehmann auf ndr.de in “Das Leben einer Comiczeichnerin”. Jene Zeichnerin ist die in Hamburg lebende Marijpol (“Trommelfels”, avant-verlag), deren Arbeit und Arbeitsalltag in dem Beitrag vorgestellt werden. Ebenfalls wird auf die Ausstellung ihrer Comics bei druckdealer im Rahmen des Festivals verwiesen.

Auf diestandard.at – dem Portal fĂŒr frauenpolitische Themen der Wiener Tageszeitung Der Standard – stellt Vin Yung “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling (avant-verlag), in dem sie ein “eindringliches Comic-Debut” erkennt.

Der am Montag in der SĂŒddeutschen Zeitung veröffentlichte Beitrag ĂŒber Art Spiegelman und die Ausstellung im Kölner Museum Ludwig ist nun auch mit vielen Bildern online nachzulesesn: “Sehen und gesehen werden”. Hier kann man auch einen Video-Beitrag von Associated Press ansehen: “Holocaust als Pop Art-Kunst”.

Comicfestival Hamburg

Mittwoch, den 26. September 2012

Am kommenden Wochenende findet an verschiedenen Orten auf St. Pauli das diesjĂ€hrige Comicfestival Hamburg statt. Mit Ausstellungen, VortrĂ€gen, einer Börse und natĂŒrlich einer Party wird dem interessierten Publikum ein vielfĂ€ltiges Programm geboten.

Ausstellungen widmen sich der Amerikanerin Gabrielle Bell, dem Briten Tom Gauld, dem Finnen Marko Turunen, Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) aus Wien, Birgit Weyhe (“Reigen”) und Marijpol (“Trommelfels”, beide avant-verlag)sowie dem Zeichnerkollektiv “Milch und Kohle”. Alle KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler – außer Nicolas Mahler – werden auf dem Festival zugegen sein. Mit “Goliath” ist von Tom Gauld kĂŒrzlich ein erster Band auf Deutsch bei Reprodukt erschienen, “Der Tod klebt an den Fersen” von Marko Turunen erschien beim Mami Verlag und ist ebenfalls auf dem Festival erhĂ€ltlich. DarĂŒber hinaus prĂ€sentieren sich in zwölf Satellitenausstellungen weitere KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler, Kollektive, Magazine und Hochschulen.

Zentrale Anlaufstelle wird die Börse im Kölibri/GWA sein, wo an vielen StĂ€nden Verlage wie avant-verlag, Edition Moderne, Reprodukt, Ventil Verlag und der Mami Verlag sowie Hochschulen und KĂŒnstlerkollektive ihre BĂŒcher, Hefte und Drucke anbieten werden. Hier wird es auch ein Cafe geben.

In VortrĂ€gen und GesprĂ€chen prĂ€sentieren sich am Samstag und Sonntag der Ventil Verlag, werden Tom Gauld, Gabrielle Bell sowie die Comicserie “Love and Rockets” vorgestellt und Aisha Franz liest aus “Brigitte und der Perlenhort” (Reprodukt).

Über das Festival berichtet heute vorab Thomas Andre im Hamburger Abendblatt: “Comic-Festival zeigt Geschichten zum Anschauen”.

Informationen zum Festival, Infos zu allen Zeiten und Adressen finden sich auf der Festivalwebsite

Kölibri / GWA St. Pauli e.V., Hein-Köllisch-Platz 11 + 12, D-20359 Hamburg
www.comicfestivalhamburg.de

“Viele talentierte Comiczeichner kommen aus Hamburg”

Montag, den 30. Juli 2012

Mit besonderem Augenmerk auf den Nachwuchs berichtete die Welt am Sonntag ĂŒber Comic-Schaffende aus Hamburg und ihre neuesten BĂŒcher. Vorgestellt werden Marijpol (“Trommelfels”), Simon Schwartz (“Packeis”, beide avant-verlag), Anke Feuchtenberger (“Die SpaziergĂ€ngerin”) und Arne Bellstorf (“BabyÂŽs in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, beide Reprodukt).

Katja Engler verleiht darĂŒber hinaus der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften (HAW) das PrĂ€dikat “Talentschmiede”, was besonders dem Engagement der dortigen Professorin Anke Feuchtenberger zu verdanken ist: “Viele talentierte Comiczeichner kommen aus Hamburg”.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Sonntag, den 27. Mai 2012

Von Juni bis Dezember 2012 erscheinen vierzehn neue Comics im Berliner avant-verlag. Das neue Programm startet im Juni mit sechs Neuheiten, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen werden. Von den französischen KĂŒnstlern David B. und Golo werden Titel vorgelegt, daneben erscheinen zwei Comics von jungen deutschen Zeichnerinnen: “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling und “HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck sowie mit “Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” ein neuer Titel des Duos Susanne Buddenberg und Thomas Henseler (“Grenzfall”) und “Noise”, so der Titel der neuen Anthologie von Tonto.

Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Paula Bulling, Sophia Martineck, Golo und David B. werden auf dem Comic-Salon zugegen sein, um ihre neuen Comics zu signieren.

“Die besten Feinde – Erster Teil 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiu & David B.

Der französische Historiker und Islamwissenschaftler Jean-Pierre Filiu erzĂ€hlt die Geschichte der amerikanischen Beziehungen zum Nahen Osten, und zwar von 1783, als die gerade entstandene amerikanische Nation gegen muslimische Piraten im Mittelmeer aktiv wurde, bis 1953, als die CIA den iranischen Premierminister Mossadegh stĂŒrzte und den Schah wieder an die Macht brachte. Immer wieder lassen sich erschreckende Parallelen zwischen der historischen und der aktuellen Politik ziehen… In einzelnen Episoden werden die wichtigsten Stationen beleuchtet und David B.s beeindruckende Bilder bieten die ideale ErgĂ€nzung zu diesem Geschichtscomic.

Jean Pierre Filiu ist ein französischer Kulturwissenschaftler und einer der angesehendsten Experten des Landes fĂŒr den modernen Islam. Sein Forschungsschwerpunkt sind die unterschiedlichen globalen Jihad-Bewegungen, vor allem die Al Qaida. Er unterrichtet am Institut d’Ètudes Politiques in Paris.

David B. ist GrĂŒndungsmitglied des renommierten Verlags L’Association und einer der virilsten Vertreter der neuen französischen Comiclandschaft.

Die besten Feinde, ISBN 978-3-939080-63-3, 120 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Chronik einer verschwundenen Stadt” von Golo & Dibou

Unweit von Luxor, einem der touristischen Hochzentren Ägyptens, liegt die kleine Stadt Qurna. Noch. Denn Qurna und seine Bewohner mĂŒssen den touristischen Strömen Luxors weichen. Die französischen ZeichnerInnen Golo und Dibou, die seit 10 Jahren in Qurna leben, dokumentieren in ihrer ambitionierten Comic-Arbeit die unausweichliche Zerstörung von Qurma, aber weitmehr die Kultur und das Wesen der Menschen, die hier seit Jahrzehnten leben und nun von der Ă€gyptischen Regierung umgesiedelt werden. Mit Witz und Hingabe an ihre Nachbarn und all die Menschen, mit denen sie ihr Leben teilen, erzĂ€hlen Golo und Dibou von der Ohnmacht des Einzelnen gegenĂŒber der ökonomischen und bĂŒrokratischen Logik des Staates und von der Faszination und ihrer Liebe zu Ägypten und seinen Bewohnern.

Golo ist der KĂŒnstlername des 1948 geborenen französischen Zeichners Guy Nadaud. Seit Anfang der 70er veröffentlicht Golo bei verschiedenen Verlagen und Magazinen Comicgeschichten und Graphic Novels. Vor ca. zehn Jahren ist er nach Ägypten ausgewandert, wo er u.a. fĂŒr die “Kairo Times” arbeitet.

Chronik einer verschwundenen Stadt, ISBN 978-3-939080-59-6, 120 Seiten, zweifarbig, Hardcover, 24,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Im Land der FrĂŒhausteher” von Paula Bulling

“Die Unterbringungen von FlĂŒchtlingen soll ihre Bereitschaft zur RĂŒckkehr in das Heimatland fördern“, steht es in der Bayerischen AsyldurchfĂŒhrungsverordnung. In anderen BundeslĂ€ndern braucht es diese zynische Amtsvorgabe gar nicht, wenn es um den Umgang mit Asylbewerberngeht. Vor allem Sachsen-Anhalt, das so genannte “Land der FrĂŒhaufsteher“, steht in dem Ruf, in FlĂŒchtlingsfragen die restriktivsten und unflexibelsten Auslegungen der Gesetzlage durchzusetzen.

Paula Bulling hat im Laufe mehrerer Jahre die FlĂŒchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen GesprĂ€chen und Begegnungen mit Asylbewerbern in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzĂ€hlt sie vom Leben in Asylbewerberheimen, alltĂ€glichem Rassismus, dem Tod eines FlĂŒchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzĂ€hlerischen Haltung als weiße KĂŒnstlerin. “Im Land der FrĂŒhausteher“ entstand in naher kĂŒnstlerischer Zusammenarbeit mit den portrĂ€tierten Menschen, ihre Stimmen und ihr Wesen sind ebenso Teil von Puala Bullings mutiger Comic-Collage wie die Darstellung der politischen Situation in Sachsen-Anhalt, die als symptomatisch fĂŒr die neuen und den grĂ¶ĂŸten Teil der alten BundeslĂ€nder gelten kann.

Paula Bulling, 1986 in Berlin geboren, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Halle) Illustration studiert. “Im Land der FrĂŒhaufsteher” ist ihr Comic-DebĂŒt.

Im Land der FrĂŒhaufsteher, ISBN 978-3-939080-68-8, 120 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 17,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” von Sophia Martineck

Niederböhna ist ein typisch deutsches Dorf im 21. Jahrhundert. Es liegt zwischen HĂŒgeln, Seen und Feldern. Nur noch wenige Einwohner arbeiten heute in der Landwirtschaft, die meisten fahren zur Arbeit in die Stadt. Die Bevölkerungszahl sinkt, denn nur wenige Jugendliche wollen in Niederböhna bleiben. Niederböhna könnte auch Neuschwammelsburg, Obereichenberg oder Kleinmittelsbach heißen. Niederböhna gibt es nicht, denn es wurde fĂŒr dieses Buch erfunden. Auch die Personen und Namen sind fiktiv. Nur die Geschichten basieren auf wahren Begebenheiten. Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse sind in deutschen Lokalzeitungen nachzulesen oder sie wurden mĂŒndlich ĂŒberliefert. Jedes deutsche Dorf könnte Niederböhna sein.

Sophia Martineck, Jahrgang 1981, studierte in Berlin, Liverpool und New York Visuelle Kommunikation. Ihre Arbeiten wurden unter anderem mit dem Hans-Meid-Förderpreis und dem Art Directors Club Young Guns Award ausgezeichnet.

HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei, ISBN 978-3-939080-62-6, 52 Seiten, vierfarbig, Klappenbroschur, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Noise” von Tonto (Hrsg.)

Anhand Arbeiten von Gmeindl, HĂ€ussle, Kaplan, Jordan, Strobl aus dem Tonto-Kernteam und BeitrĂ€gen von GĂ€sten wie Pakito Bolino (FR), Dice Industries (DE), Bill Griffith (USA), Kai Pfeiffer (DE), Marko Turunen (FI), Aleksandar Zograf (SRB), Igor Hofbauer (HR) und Nicolas Mahler (AT) entwickelt Helmut Kaplan auf 80 Seiten ein dichtes Bezugssystem zum Thema “Noise“ – das Ergebnis ist eine der schönsten aktuellen Anthologien fĂŒr Comics als kĂŒnstlerische und persönliche Ausdrucksform abseits jeglicher kommerzieller Intentionen. Ein Fest fĂŒr Augenmenschen und Aufgeschlossene!

Tonto: Aus dem Duo Strobl & Kaplan bildete sich vor 10 Jahren und 12 Ausgaben der “Tonto”-Anthologien eine Gruppe, die mittlerweile Teil eines ĂŒber Europa verstreuten Netzwerkes ist, das das Comic-Medium als ihre primĂ€re FlĂ€che der Auseinandersetzung gewĂ€hlt haben: “Tonto Comics”. “Tontos” Randlage (Graz) im deutschsprachigen Raum bedeutet gleichzeitig eine NĂ€he zu Europa – Berlin ist gleich fern wie Belgrad. So entstehen beispielsweise Kollaborationen mit Komikaze (HR), Le Dernier Cri (FR), “Electrocomics” (DE), Canicola (IT), “Stripburger” (SLO), “Turbo-Comix” (FR/RS), “Kush!” (LT), “Kuti” und “Glömp” (FI).

Noise, ISBN 978-3-939080-60-2, 80 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten” von Susanne Buddenberg & Thomas Henseler

28 Jahre lang teilte die Mauer Berlin, riss Freunde und Familien auseinander. Die beiden Comic-Autoren Susanne Buddenberg und Thomas Henseler haben Zeitzeugen befragt und deren Erlebnisse aufgezeichnet. FĂŒnf wahre Geschichten erzĂ€hlen von einer Zeit, die noch nicht lange zurĂŒckliegt, aber heute kaum noch vorstellbar ist: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass RettungskrĂ€fte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-RegierungsgebĂ€ude in MauernĂ€he und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerĂ€t in die FĂ€nge der Staatssicherheit. Ein Ost-Berliner SchĂŒler erkundet nachts West-Berlin und feiert die Party seines Lebens. “Berlin – Geteilte Stadt“ fĂŒhrt auch an die Original-SchauplĂ€tze der Geschichten: Am Bahnhof Friedrichstraße, in der Bernauer Straße, in der Wilhelmstraße, am Brandenburger Tor und am ehemaligen GrenzĂŒbergang Bornholmer Straße kann man sich auf die Spuren der dramatischen Ereignisse begeben.

Susanne Buddenberg und Thomas Henseler studierten Design an der Fachhochschule Aachen und Film an der Hochschule fĂŒr Film- und Fernsehen “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Nach dem Studium grĂŒndeten sie die Zoom und Tinte Buddenberg und Henseler GbR, die sich auf Film und Illustration spezialisiert hat. Gemeinsam arbeiten sie in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Auftraggeber sind Filmproduktionen, Fernsehsender, Werbe- und Eventagenturen. 2011 erschien ihre erste Graphic Novel “Grenzfall”.

“Berlin – Geteilte Stadt: Zeitgeschichten”, ISBN 978-3-939080-70-1, 96 Seiten, s/w, Softcover, 14,95 Euro, erscheint im Juni 2012

“Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba & Kim

Das preisgekrönte Graphic-Novel-Meisterwerk aus Spanien! 2001 beging der Vater von Antonio Altarriba Selbstmord und zog damit einen Schlussstrich unter ein Leben, das er als ziellos und vergeblich empfand. Wie viele andere seiner Generation hatte sein Vater alles daran gesetzt, aus den TrĂŒmmern der Weltkriege eine gerechte Welt zu bauen und dem Unrecht zu entfliehen. Aber die Geschichte hat es schon immer verstanden, TrĂ€umern die FlĂŒgel zu stutzen…

Durch die Augen seines Vaters lĂ€sst uns Altarriba das spanische Jahrhundert durchleben: das Leid, das der BĂŒrgerkrieg und spĂ€ter die Deutschen ĂŒber das Land gebracht haben, Exil, Widerstand und das Leben in den Lagern, die Franco-Diktatur und ihr Ende, der wirtschaftliche Aufschwung und das AufblĂŒhen der Demokratie. Altarriba erzĂ€hlt eine unwahrscheinlich persönliche und zugleich universelle Geschichte ĂŒbers das Erinnern in einem Land, das wie kein zweites versucht, zu vergessen und zu verdrĂ€ngen. PrĂ€miert mit dem nationalen Comic-Preis des spanischen Kultusministeriums und dem Hauptpreis des Comicfestivals Barcelona.

Antonio Altarriba ist ein kĂŒnstlerischer Eckpfeiler der spanischen Comic- und Literaturgemeinde. Der baskische Schriftsteller und Literaturprofessor veröffentlicht seit den frĂŒhen Achtzigern Romane, Anthologien, Comics, Essays und Kritiken und wurde unter anderem mit dem Großen Baskischen Literaturpreis fĂŒr seinen Roman “La Memoria de la Nieve” ausgezeichnet.

Die Kunst zu fliegen, ISBN 978-3-939080-69-5, 208 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 24,95 Euro, erscheint im September 2012

Atar Gull“Atar Gull” von Fabien Nury & BrĂŒno

1830, Benin. Atar Gull ist der Sohn des Königs des Stammes der Kleinen Namaquas. Diese liegen in einem nicht endenden Krieg mit ihren Erzfeinden vom Stamm der Großen Namaquas. Durch eine Intrige gerĂ€t er in die HĂ€nde des grausamen Piraten und SklavenhĂ€ndlers KapitĂ€n Brulart. Nach einer schrecklichen Überfahrt, bei der nur 17 der 100 eingeschifften Gefangenen ĂŒberleben, wird er an den jamaikanischen Farmer Tom Will verkauft. Durch seine unterwĂŒrfige Haltung steigt er in der Hierarchie der Plantagenarbeiter auf, doch sein wahres Ziel ist die Rache an seinen Peinigern. Niemand erkennt den Schwelbrand, der letztlich dazu fĂŒhren wird, dass sich die Rollen vertauschen…
Nach dem Roman von EugĂšne Sue aus dem Jahre 1831, zu seiner Zeit ein Skandal, adaptiert Fabien Nury diese Geschichte ohne viele Schnörkel, direkt und unkompliziert. BrĂŒno setzt dies kongenial in flĂ€chigen, warm kolorierten Zeichnungen um.

Fabien Nury ist ein französischer Szenarist und Drehbuchautor. Auf Deutsch liegen von ihm vor: der Vampir-Spionagethriller “Ich bin Legion” bei Cross Cult und die Western-Reihe “W.E.S.T.” bei Piredda.

BrĂŒno hat als Zeichner von Comic-Serien wie “Commando Colonial“, “Biotope“, “Junk“ und “Inner City Blues“ bereits eine große Fangemeinde in Frankreich. “Atar Gull“ ist sein DebĂŒt auf dem deutschen Comicmarkt.

EugĂšne Sue ist heute weitesgehend vergessen, Mitte des 19. Jahrhunderts war er aber einer bekanntesten französischen Romanciers und Republikaner. Vor allem sein Fortsetzungsroman “Die Geheimnisse von Paris”, der in der Tageszeitung “Le Journal des DĂ©bats” erschien, etablierte ihn als eine zentrale Figur der französischen intellektuellen Opposition.

Atar Gull, ISBN 978-3-939080-65-7, 86 Seiten, vierfarbig, Hardcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Joe Daly“Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle” von Joe Daly

Im sonnengegerbten Kapstadt an der sĂŒdafrikanischen KĂŒste treiben den hoffnungslosen Zeichner Dave, den das Leben mit Misserfolg und AffenfĂŒĂŸen gestraft hat, und seinen gammeligen LebenskĂŒnstler-Buddy Paul seltsame Ereignisse um. Eine fiese Deadline, ein mysteriöses Verbrechen, eine nur halb so schlimme Überschwemmung, feinstes Dope, das nie lange hĂ€lt, und dann fĂ€ngt die Story erst richtig an… In bester “Big Lebowski”- Manier lĂ€sst Comic-KĂŒnstler und Humorist Daly sein BohĂšme-Katastrophen-Gespann Dave und Paul auf die sĂŒdafrikanische Hauptstadt los und erzĂ€hlt nicht eine, nein, zwei famose und hoch komische Geschichten, die irgendwo zwischen HergĂ©, Freak Brothers und “Magnum“ ein neues Genre eröffnen.

Joe Daly ist ein sĂŒdafrikanische Zeichner und Humorist. Seine Comics erscheinen u.a. im US-Verlag Fantagraphics.

Doppeltes GlĂŒck mit der Roten Kralle, ISBN 978-3-939080-67-1, 114 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Oktober 2012

Die falschen Gesichter“Die falschen Gesichter” von David B. & HervĂ© Tanquerelle

Ein Februartag 1975 in Paris. WĂ€hrend eines BankĂŒberfalls kommt es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Berufsverbrechern, bei der einer der Gangster sein Leben lĂ€sst und seine Kumpanen nur mit knapper Not entkommen. Eine andere Methode, die Geldinstitute zu erleichtern, muss her – und die Lösung scheint so einfach: WĂ€hrend all die anderen BankrĂ€uber auf der Welt noch mit DamenstrĂŒmpfen ĂŒber dem Gesicht in die Banken marschieren, fĂ€ngt die Bande “der falschen Gesichter“ an, sich mit PerĂŒcken, falschen BĂ€rten und Make-Up zu verkleiden und tĂ€uscht mit diesem Mummenschanz nicht nur das Sicherheitspersonal vor Ort, sondern auch die Polizei selbst. WĂ€hrend ihre Verfolger im Dunkeln tappen, werden die “falschen Gesichter“ nicht nur in Unterweltkreisen zu Helden stilisiert.

Inspiriert von wahren FÀllen lassen der französische Tausendsassa David B. und der Zeichner Hervé Tanquerelle die Tradition des Roman noir im Comic fortleben und fangen den Zeitgeist der 70er und die AtmosphÀre der französischen Thriller mit Alain Delon und Konsorten meisterhaft ein.

HervĂ© Tanquerelle ist seit den spĂ€ten 90ern als Comiczeichner aktiv und hat u.a. mit Joann Sfar an der Mystery-Farce “Professor Bell” gearbeitet.

Die falschen Gesichter, ISBN 978-3-939080-66-4, 152 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Chagall in Russland” von Joann Sfar

Wer nach “Pascin“ eine weitere KĂŒnstlerbiografie Sfars erwartet, wird Augen machen. Blaue Augen, wie die von Marc Chagall, dem jĂŒdischen JĂŒngling in Sfars bunt wuchernder ErzĂ€hlung. Sfars Chagall ist nicht der Expressionist, den man aus dem Kunstunterricht kennt, sondern ein blonder, vertrĂ€umter russischer Maler, dem nichts ferner lĂ€ge, als in die französische Kunst-Diaspora zu emigrieren. Er möchte in seinem russischen Dorf bleiben und das MĂ€dchen seiner TrĂ€ume heiraten. Aber ihr Vater ist gegen die Verbindung – was hat der TagtrĂ€umer seiner Tochter dennschon zu bieten? Soll Chagall fĂŒr die Liebe die Kunst aufgeben und sich einen Beruf suchen? Darauf weißt auch der Dorfrabbi keinen Rat. Dann hat Chagall eines Nachts eine Vision, die sein Leben verĂ€ndern wird. In der Tradition seiner Serien “Klezmer“ und “Die Katze des Rabbiners“ entfĂŒhrt Joann Sfar seine Leser wieder in die jĂŒdischen Lebenswelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Joann Sfar ist wohl einer der renommiertesten und produktivsten Akteure der aktuellen französischen Comic-Szene. Bis dato liegen ĂŒber 100(!) Comic-Arbeiten von ihm in Frankfreich vor. Auf Deutsch sind “Die Katze des Rabiners”, “Pascin” und seine weit verzweigte Fantasy-Reihe “Donjon” erschienen.

Chagall in Russland, ISBN 978-3-939080-73-2, 128 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im November 2012

“Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge” von Joann Sfar

Russland zur Zarenzeit: In bester Tradition Tolstoischer Charakterepen wird ein bunt gemischtes Ensemble aus gesellschaftlichen Randfiguren durch allerlei SchicksalsschlĂ€ge und widrige UmstĂ€nde zusammengefĂŒhrt. Die turbulente ErzĂ€hlung beginnt mit Noah Davidovich, auch “Baron“ genannt, der mit seiner jĂŒdischen Kapelle in der verschneiten russischen Provinz in den Hinterhalt eines konkurrierenden Klezmerorchesters gerĂ€t. Als einziger mit dem Leben davon gekommen, macht er sich auf den weiten Weg nach Odessa, wo auf talentierte Musiker ein Bett, eine warme Mahlzeit und – mit viel GlĂŒck – auch ein wenig Bares wartet.

Vierter Teil der gelungenen Mischung aus “Der Kurier des Zaren” und “Die Katze des Rabbiners”.

Klezmer 4: TrapezsprĂŒnge, ISBN 978-3-939080-72-5, 120 Seiten, vierfarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Vampir” von Joann Sfar

Neben den beliebten “Desmodus”-Comics fĂŒr junge Leser, hat Joann Sfar auch eine Ă€ltere Version seines freundlichen Blutsaugers geschaffen. WĂ€hrend der kleine Desmodus seine NĂ€chte mit Spukgeschichten und Streichen verbringt, sind es die Hormone, die ihn als großen Vampir auf Trab halten, und die Lethargie, die ihn an der Welt verzweifeln lĂ€sst. Joann Sfars “Vampir”-Geschichten sind wunderbare Coming-of-Age-MĂ€rchen, mit einem Slacker-Dracula, der alte Platten sammelt und von einer amourösen Katastrophe in die nĂ€chste stolpert. Mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Hintersinn, Fabulierlust, Humor, Melancholie und Philosophie liest Sfar das Gothik-Genre gegen den Strich

Neben allen Alben der Serie mit dem “Großen Vampir” enthĂ€lt diese ultimative Gesamtausgabe noch zusĂ€tzliche Kurzgeschichten und Skizzen!

Vampir, ISBN 9788-3-939080-74-9, 560 Seiten, vierfarbig, Flexcover, 49,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. GleichgĂŒltig fĂŒhrt er seine Arbeit fĂŒr ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmĂŒde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wĂŒtenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner ZurĂŒckgezogenheit gestört; muss er sich am Ende fĂŒr eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

“Eremit” ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung ĂŒber Zweifel, Tod und Obst.

Marijpol, bĂŒrgerlich Marie Pohl, wurde 1982 in Berlin geboren. Sie hat Visuelle Kommunikation und Illustration an der Hochschule fĂŒr bildende Kunst und an der Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert. Marijpol lebt und arbeitet in Hamburg.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, 19,95 Euro, erscheint im Dezember 2012

“Eremit” von Marijpol

Freitag, den 4. Mai 2012

Derzeit arbeitet die in Hamburg lebende Comicautorin Marijpol am Folgeband zu “Trommelfels”. Auch “Eremit” wird im avant-verlag erscheinen, die Veröffentlichung ist fĂŒr Ende 2012 vorgesehen. Die Entstehung wird auf Marijpols Website und vor allem auf einer Facebook-Seite begleitet.

“Trommelfels” von Marijpol

Donnerstag, den 14. April 2011

Ab sofort erhĂ€ltlich ist “Trommelfels”, das DebĂŒt der jungen Hamburger Comicautorin Marijpol (avant-verlag).

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archĂ€ologische Grabung fördert rĂ€tselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten. Nach und nach hĂ€ufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Um ihren Forschungsauftrag zu Ende zu fĂŒhren, lassen sie sich auf ein gewagtes Experiment ein: Wie lange kann ein Mensch, dem jegliche Fremdreize entzogen werden, unter Tage leben?

Marijpols erste Graphic Novel ĂŒberzeugt durch ihren ureigenen fantasievollen Strich. Ideenreich und voller ĂŒberraschender EinfĂ€lle prĂ€sentiert sich hier eine neue deutsche Comicautorin.

Eine Leseprobe aus “Trommelfels” lĂ€sst sich hier als PDF herunterladen (4,1 MB).

Trommelfels, ISBN 978-3-939080-53-4, Softcover, schwarzweiß, 19,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Lesetage selber machen – Vattenfall TschĂŒss sagen”, Hamburg

Dienstag, den 29. MĂ€rz 2011

“Lesetage selber machen – Vattenfall TschĂŒss sagen” ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, mit der die Initiatoren Alternativen zu von Energiekonzernen finanzierten Kulturprojekten aufzeigen wollen: “Muss eine sinnvolle und beliebte Veranstaltung wie die “Hamburger Lesetage” in den HĂ€nden eines Konzerns liegen, der mit seinen AktivitĂ€ten die Gesundheit aller bedroht? Wir sagen: JA zu Lesetagen in Hamburg, NEIN zu Vattenfall.”

Vom 6. bis zum 15. April finden in Hamburg mehr als sechzig Leseveranstaltungen statt, in denen Autoren wie Jutta Bauer, Robert Brack, Wiglaf Droste, Brigitte Kronauer, Peter Lau, Harry Rowohlt und andere an vielen verschiedenen Orten der Hansestadt aus ihren Texten lesen, GesprĂ€che fĂŒhren oder ihre Werke auf andere Art und Weise zur AuffĂŒhrung bringen. Das komplette Programm lĂ€sst sich hier einsehen.

Im Rahmen von “Lesetage selber machen – Vattenfall TschĂŒss sagen” finden auch einige Veranstaltungen statt, bei denen sowohl Comiczeichnerinnen und -zeichner als auch ein Theoretiker der Sprache des Comics neue Produktionen vorstellen:

FREITAG, 8. APRIL 2011

19 Uhr – Strips & Stories: Marijpol und der Berliner avant-verlag feiern in der Comic-Buchhandlung Strips & Stories das Erscheinen von Marijpols erster Graphic Novel “Trommelfels” – die Zeichnerin signiert und stellt Originalzeichnungen aus.

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archĂ€ologische Grabung fördert rĂ€tselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten. Nach und nach hĂ€ufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Marijpols erste Graphic Novel ĂŒberzeugt durch ihren fantasievollen Strich. Voller ĂŒberraschender EinfĂ€lle prĂ€sentiert sich eine neue Hamburger Comicautorin.

Strips & Stories, Seilerstraße 40, D-20359 Hamburg, Eintritt frei

SAMSTAG, 9. APRIL 2011

17 Uhr – Kunstverein Harburger Bahnhof: Ole Frahm, Sascha Hommer und Jan-Frederik Bandel diskutieren Ole Frahms “Die Sprache des Comics”, erschienen bei Philo Fine Arts.

Seit sich die Theorie der Bildgeschichten angenommen hat, schlĂ€gt sie sich mit mĂŒĂŸigen Fragen herum: Sind Comics Kunst? Sind sie vielleicht doch eher Literatur? Oder ganz einfach Trash? Doch ein zwielichtiges PhĂ€nomen wie der Comic entzieht sich nicht nur jedem Ab- und Aufwertungsversuch, sondern auch dem BemĂŒhen, es “auf den Punkt” zu bringen, in ein System zu pressen, sei dies nun hoch- oder popkulturell.

Kunstverein Harburger Bahnhof (ehemaliger Wartesaal ĂŒber Gleis 3+4), Hannoversche Str. 85, S-Bahn Harburg, Eintritt frei

FREITAG, 15. APRIL 2011

20 Uhr – Galerie Linda: In den neuen RĂ€umen der Galerie Linda in Hamburg-St. Pauli findet am Freitag, dem 15. April ab 20 Uhr eine Buchvorstellung von “Dri Chinisin – Nach ErzĂ€hlungen von Brigitte Kronauer” (Reprodukt) in Anwesenheit von Brigitte Kronauer und Sascha Hommer statt.

“Nun musste alles auf eine Karte gesetzt werden.” – “Die schreckliche Trauer, die von ihnen ausging.” – “Dro cho no son
” – “Ich darf mich nicht verraten!” – “Tsitt tsitt, tsött tsött, plöck plock, plock plöck.” – “Die Berge aber!”

Sechs SĂ€tze aus sechs ErzĂ€hlungen der Georg-BĂŒchner-PreistrĂ€gerin Brigitte Kronauer, die Sascha Hommer in Bildgeschichten ĂŒbersetzt hat. Sie handeln von der Magie von Anfang und Ende. Von kindlichen Geheimwelten, eleganten Damen, tropfender Melancholie und dem befremdlichen Vorgang, der Wahrnehmung heißt. “Dri Chinisin” ist ein eindrucksvoller Beleg der Möglichkeiten, die dem Zusammenspiel von Literatur und Comic innewohnen.

Kunst- und Kulturverein Linda e.V., Seilerstraße 36, D-20359 Hamburg, Eintritt frei

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Freitag, den 21. Januar 2011

Auch der Berliner avant-verlag hat nun sein FrĂŒhjahrsprogramm vorgestellt. Neben neuen Titeln bereits etablierter Autoren wie zum Beispiel Manuele Fior, dessen “5000 Kilometer in der Sekunde” bereits internationale Preise einheimsen konnte, sind auch neue Autorinnen und Autoren im Programm. So wird zum Beispiel mit Patrick McEowns “Hair Shirt” ein internationales Talent erstmals in Deutschland veröffentlicht und mit Marijpol das BuchdebĂŒt der schon seit geraumer Zeit in der Hamburger Illustrations- und Comicszene aktiven Zeichnerin vorgelegt.

Zum diesjĂ€hrigen VerlagsjubilĂ€um – gegrĂŒndet wurde der avant-verlag von Johann Ulrich 2001 – wurde nun auch das JubilĂ€umslogo veröffentlicht (siehe oben links).

“Hair Shirt” von Patrick McEown

Ein Buch ĂŒber das Ende der Kindheit und das Erwachsenwerden. In einer kanadischen Kleinstadt spielt die Geschichte von John und und Naomi, die sich schon als Kinder kannten und nun als Jugendliche wieder begegnen.

Sie verlieben sich, mĂŒssen aber erkennen, dass sie die Erinnerung an die Vergangenheit aus sentimentalen StreifzĂŒgen, ersten sexuellen Erfahrungen, aber auch der Kindheitstraumata einholt.

Denn schmerzliche Erfahrungen und dunkle Geheimnisse von frĂŒher treten plötzlich wieder in ihr Leben und ihre schlimmsten AlptrĂ€ume sind zurĂŒck… Patrick McEown schafft mit lockerem Strich die AtmosphĂ€re eines David-Lynch-Films.

Hair Shirt, ISBN 978-3-939080-46-6, Softcover, farbig, 128 Seiten, 17,95 EUR, erscheint im Februar 2011

“Grenzfall” von Thomas Henseler & Susanne Buddenberg

DDR 1982, Ost-Berlin: Der SchĂŒler Peter Grimm rebelliert gegen die Meinungsdiktatur und gegen einen Staat, der einem die Luft zum Atmen nimmt. Durch seinen Freiheitsdrang fĂŒhlt er sich zur Familie Robert Havemanns hingezogen, wo er viele Freunde und Gleichgesinnte findet. Daraufhin wird er wegen seiner “moralisch charakterlichen Grundhaltung” vom Abitur ausgeschlossen und von der Schule geworfen.

Doch Peter bleibt seinen Idealen treu: Zusammen mit Freunden gibt er die illegale Zeitung “Grenzfall” heraus, in der unzensierte Artikel erscheinen, die die Machthaber am liebsten verschweigen wĂŒrden. Der “Grenzfall” entwickelt sich zum illegalen Bestseller, der in der ganzen DDR von Hand zu Hand und unter dem Ladentisch weitergegeben wird. Der ganze Überwachungsapparat der Staatssicherheit wird aufgeboten, um den “Grenzfall” zu stoppen. Doch auch im engsten Zirkel der “Grenzfall”-Gruppe gibt es einen VerrĂ€ter, der die Stasi mit Informationen versorgt. Es wird ein vernichtender Schlag gegen die Staatsfeinde geplant…

Grenzfall, ISBN 978-3-939080-48-0, Softcover, schwarzweiß, 100 Seiten, 14,95 EUR, erscheint im MĂ€rz 2011

“Trommelfels” von Marijpol

Ein alterndes Forscherpaar bekommt die Chance, sich noch einmal zu beweisen. Eine archÀologische Grabung fördert rÀtselhafte Funde zu Tage, und sie sollen die Arbeiten leiten.

Nach und nach hĂ€ufen sich die Hinweise auf eine unterirdische Zivilisation. Um ihren Forschungsauftrag zu Ende zu fĂŒhren, lassen sie sich auf ein gewagtes Experiment ein: Wie lange kann ein Mensch, dem jegliche Fremdreize entzogen werden, unter Tage leben?

Marijpols erste Graphic Novel ĂŒberzeugt durch ihren ureigenen fantasievollen Strich. Ideenreich und voller ĂŒberraschender EinfĂ€lle prĂ€sentiert sich hier eine neue deutsche Comicautorin.

Trommelfels, ISBN 978-3-939080-53-4, Softcover, schwarzweiß, 19,95 Euro, erscheint im MĂ€rz 2011

“König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt” von Mezzo & Pirus

Der Horror der VorstĂ€dte. Es gibt keinen Ausweg aus den ReihenhĂ€usern mit dem sauber geschnittenen Rasen. WĂ€hrend die Elterngeneration mit Neurosen, Sucht und dem Wunsch nach ewiger Jugend kĂ€mpft, haben die JĂŒngeren lĂ€ngst aufgegeben. Hauptsache die Pille klinkt und der Sex ist roh. Sie wissen, dass sie in der Vorstadt-Tristesse nichts mehr zu erwarten haben. Mezzo und Pirus liefern mit ihren Geschichten ein kraftvolles und dĂŒsteres Bild einer verlorenen Generation. Eine der verstörendsten Graphic Novels der letzten Jahre.

“Endlich wieder eine Kleinstadt, die nicht »Garden State« ist!” – Jungle World

König der Fliegen – Band 2: Die Entstehung der Welt, ISBN 978-939080-49-7,  Softcover, farbig, 64 S., 19,95 EUR, erscheint im April 2011

“Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade” von Joann Sfar & HervĂ© Tranquerelle

Eigentlich hat Professor Bell beschlossen, im Bett zu bleiben und sich narkotischen GenĂŒssen hinzugeben. Da reißt ihn ein ungestĂŒmer Schotte aus seinem Delirium, weil die marode Gesundheit der Königin Viktoria nach des Professors KĂŒnsten verlangt. Sie begegnet Bell und seiner Bagage allerdings ganz fidel und lĂ€dt alle zu einem Ferienaufenthalt an ihrem mondĂ€nen Unterwasserstrand ein. Um der Urlaubslangeweile zu entfliehen, spĂŒrt der Professor der wunderbaren Genesung nach und lĂ€sst sich von der masochistischen Ex-MĂ€tresse seines Erzfeindes auf Trab halten.

Professor Bell – Band 4: Die englische Strandpromenade, ISBN 978-3-939080-50-3, Softcover, farbig, 46 Seiten, 14,95 Euro, erscheint im April 2011

“FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde” von Manuele Fior

Piero und Nicola sind zwei ganz normale Jugendliche. WĂ€hrend der eine eher zurĂŒckhaltend und ein guter SchĂŒler ist, hĂ€lt sich der andere fĂŒr einen Frauenheld, zeigt aber darĂŒber hinaus wenig Ehrgeiz. Eines Tages zieht Lucia mit ihrer Mutter in die Wohnung gegenĂŒber ein und das Leben von Piero verĂ€ndert sich fĂŒr immer…

Doch die Lebenswege der drei jungen Protagonisten werden wieder auseinander laufen. WĂ€hrend Lucia in Norwegen studiert, Piero in Ägypten archĂ€ologische Grabungen anstellt bleibt Nicola in Italien. Eine Graphic Novel ĂŒber Sehnsucht und Suche, ĂŒber Distanz und NĂ€he und vor allem ĂŒber eine (un)erfĂŒllte Liebe.


Manuele Fior erzĂ€hlt diese Geschichte in wunderbaren Farben und wurde fĂŒr sein neues Buch mit dem “Großen Preis der Stadt Genf” und dem “Gran Guinigi” als Bester Autor auf dem Comicfestival in Lucca ausgezeichnet.

FĂŒnftausend Kilometer in der Sekunde, ISBN 978-3-939080-54-1, Softcover, farbig, 144 S., 19,95 EUR, erscheint im Mai 2011

“B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten” von Golo

Wenig bis nichts ist ĂŒber den bekannten Autor B. Traven bislang bekannt. Er fĂŒhrt Zeit seines Lebens ein schattenhaftes Dasein, zurĂŒckgezogen von der Öffentlichkeit: Ret Marut, Otto Feige, Traven Torsvan, Hal Croves alias B. Traven. FĂŒnf Namen fĂŒr ein und dieselbe Person. Der Schriftsteller und sein bewegtes Leben erscheinen wie die Vorlage fĂŒr eine seiner Romanfiguren.

Er war Schauspieler, Regisseur, Anarchist, AnhĂ€nger der MĂŒnchner RĂ€terepublik, ZuchthĂ€usler, Matrose und Schriftsteller im Exil, aber auch gefeierter Drehbuchautor in Diensten Hollywoods. Einige seiner bekanntesten Werke erreichten Millionenauflagen, doch durch ein umfangreiches System von Deckadressen und PostschließfĂ€chern entzog er sich seinem Publikum. Nach der Emigration aus Deutschland fand er in Mexiko eine neue Heimat, wo er mit der indigenen Bevölkerung lebte, deren Probleme er auch in seinen BĂŒchern thematisierte. John Houston verfilmte 1947 seine Romanvorlage “Der Schatz der Sierra Madre” mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle.

Aber wer war dieser B. Traven wirklich? Der französische Comicautor Golo macht sich auf die schwierige Spurensuche in seiner beeindruckenden Graphic Novel ĂŒber den berĂŒhmten Unbekannten.

B. Traven – PortrĂ€t eines berĂŒhmten Unbekannten, ISBN 978-3-939080-51-0, Hardcover, farbig, 140 S., 24,95 EUR, erscheint im Juni 2011