Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Maus’

“Meister der subtilen Kritzelei – Art Spiegelmans geniale Comic-Kunst”

Mittwoch, den 19. September 2012

Um den New Yorker Art Spiegelman kommt dieser Tage niemand herum, erhält er doch den Unseld-Preis, den internationalen Wissenschafts- und Literaturpreis der Siegfried-Unseld-Stiftung. Zudem eröffnet in dieser Woche mit “CO-MIX: Art Spiegelman. Eine Retrospektive von Comics, Zeichnungen und ĂĽbrigem Gekritzel” eine groĂźe Werkschau im Kölner Museum Ludwig und zu guter Letzt ist auch “MetaMaus” (S. Fischer) nun auf Deutsch erhältlich, ein Material- und Interviewband zu Art Spiegelmans bahnbrechender Graphic Novel “Maus” (S. Fischer).

Grund genug fĂĽr das ARD-Kulturmagazin “ttt – Titel, Thesen, Temperamente”, den groĂźen Zeichner und Autor in seiner Heimatstadt zu besuchen, seine Arbeiten gemeinsam mit ihm Revue passieren zu lassen und einen Blick auf seine aktuellen Arbeiten zu werfen. Der in der Sendung vom 16. September ausgestrahlte Beitrag “Meister der subtilen Kritzelei – Art Spiegelmans geniale Comic-Kunst” ist nun auch in der ARD-Mediathek online anzuschauen.

Comics in den Medien – 7. Juli 2012

Samstag, den 7. Juli 2012

In den letzten Tagen erschienen wieder eine Reihe von Beiträgen in denen Graphic Novels im Mittelpunkt standen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Literaturadaptionen gewidmet.

Auch als AnkĂĽndigung der Ausstrahlung einer aufgezeichneten Podiumsdiskussion aus dem Literaturhaus Oberpfalz am morgigen Sonntag wird im Beitrag “Ă„chz, strichel, schreib – Literatur und Comic” auf der Website des Radiosenders Bayern 2 ein Bogen geschlagen von Literaturadaptionen in Comicform hin zu anspruchsvollen Graphic Novels. Gerade die vielfältigen Möglichkeiten, die die Comic-Form auch bei der Umsetzung von schriftliterarischen Vorlagen bietet, werden dort herausgebhoben. Neben den Umsetzung von Kurzgeschichten von Brigitte Kronauer (“Dri Chinisin” von Sascha Hommer, Reprodukt), Thomas Bernhard (“Alte Meister” von Nicolas Mahler) und E.T.A. Hoffmann (“Das Fräulein von Scuderi” von Drushba Pankow, Edition Gutenberg) werden eigenständige Werke wie “Maus” von Art Spiegelman (Fischer) sowie “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist) genannt.

Einer Aussage des obigen Beitrags widerspricht der Artikel, den der Schriftsteller Georg Klein fĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” geschrieben hat. Heisst es auf Bayern 2: “Die Zeiten, in denen Comics als jugendgefährdende Schriften auf den Index gesetzt und als Schundliteratur betrachtet wurden, sind vorbei. Auch die Kritik nimmt die “Graphic Novel” inzwischen durchaus ernst.”, so entgegnet dem Klein: “Der Literatur-Comic scheitert bereits, wenn er versucht, einen derartigen Trivialroman von Rang in gezeichnete Bilder umzusetzen. Was soll man da erst von den «graphic novels» halten, die sich inzwischen ungeniert an die wirklich grossen Werke unserer Weltliteratur machen und versuchen, deren durch die Zeit schimmernde Aura in ein halbes Hundert bunter Seiten hinĂĽberzurauben?” Mit diesem ResumĂ©e beschliesst er seine kritische Besprechung des im Brockhaus-Verlag erschienenen Albums “In 80 Tagen um die Welt”, basierend auf der Vorlage von Jules Verne (“In wilden Bildern um die Welt”). Szenarist und Zeichner der Comic-Umsetzung werden vom Verlag und Im Artikel nicht genannt.

Moritz Honert erwähnt Kleins Besprechung in seiner Vorstellung der Literaturcomic-Reihe des Brockhaus Verlags auf tagesspiegel.de. Unter anderem schreibt er: “Wer Bildererzählungen als solche schon immer fĂĽr Kinderkram gehalten hat, wird sich von dieser, aktuellen Entwicklungen weit hinterherhinkenden Reihe zwangsläufig bestätigt fĂĽhlen mĂĽssen.” Sein Urteil ĂĽber die fĂĽnf derzeit erhältlichen Alben fällt aber ebenfalls wenig positiv aus: “Ungleiches Duell”.

Mit Charles Burns, dem Autor von “Black Hole” und zuletzt “Die Kolonie” (Reprodukt) sprach Alexander Daha fĂĽr das Musikmagazin “intro”. Das kurze Interview mit “einem der maĂźgeblichsten Comiczeichner der Gegenwart” lässt sich hier nachlesen: “Den Schwebezustand rĂĽberbringen”.

“Art Spiegelman, Comic-Zeichner”

Montag, den 4. Oktober 2010

Das Schweizer Fernsehen hat in der vergangenen Woche ein 45-minĂĽtiges Porträt des amerikanischen Comic-Autoren Art Spiegelman (“Die vollständige Maus”, Fischer) ausgestrahlt. Die Dokumentation aus der Reihe “Sternstunde Kunst” lässt sich noch rund zwei Wochen im Videoportal des Senders ansehen.

Er ist medienscheu wie kaum ein anderer, insbesondere TV-Interviews gibt er nur alle paar Jahre – und doch sind die Medien seit seiner Kindheit sein Thema. Es war das Comic-Magazin «MAD», das ihn zu seinem Berufsziel Comic-Zeichner brachte. Mit seiner Arbeit als Herausgeber von Avantgarde-Comic-Magazinen in San Francisco und New York, und vor allem mit seinem Comic «Maus» über das Schicksal seiner Eltern, hat Art Spiegelman das Genre grundlegend erneuert. mehr

Reinhard Kleist illustriert “SZ-Magazin” zum Thema Völkermord

Freitag, den 23. April 2010

Das Magazin der “SĂĽddeutschen Zeitung” widmet sich in der heute erschienenen Ausgabe dem Thema Völkermord. Das Thema wird in Berichten und Interviews beleuchtet, die Beiträge dabei vom Berliner Comicautoren Reinhard Kleist (“Cash – I see darkness”, Carlsen) illustriert, der – ähnlich wie in der Trilogie “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Didier Lefèvre und Pascal Lemercier (Edition Moderne) geschehen – immer wieder authentische Fotos in seine Comicstrecken einbindet.

In einem Interview mit der Literaturprofessorin Christiane Solte-Gresse, das nur auf der Website des “SZ Magazins” zu lesen ist, geht Lea Wagner unter vielfachem Bezug auf Art Spiegelmans “Maus” (S. Fischer Verlage) der Frage nach der Darstellbarkeit des eigentlich Unfassbaren im Comic nach:

Bilder trotz allem

Die Kunst stößt mitunter an ihre Grenzen. Die Bebilderung des aktuellen SZ-Magazins, das sich dem Genozid widmet, brachte einige Schwierigkeiten mit sich: Wir schreiben über Täter, deren Taten nicht ausreichend mit Bildern dokumentiert sind. Darum kombinieren wir Fotos mit Comic-Zeichnungen, die auf Augenzeugen-Berichten basieren. Aber darf man unsagbare Verbrechen überhaupt als Comic zeichnen? Ein Gespräch mit der Literatur-Professorin Christiane Solte-Gresser.

SZ-Magazin: Adorno sagte, es sei barbarisch, nach dem Holocaust weiterhin Gedichte zu schreiben. Wenn es keine Worte mehr geben darf ĂĽber den Holocaust, kann es dann Bilder geben, in diesem Fall Comics?
Christiane Solte-Gresser: Adorno berief sich auf Gedichte, da gerade die von der Schönheit der Sprache, ihrem Klang und Rhythmus leben. Das verträgt sich nicht damit, Verbrechen wie den Holocaust abzubilden. Allerdings widerlegen genug Beispiele die Auffassung, dass es für den Holocaust weder Worte noch Bilder gibt. Dichter wie Paul Celan oder Ruth Klüger haben das bewiesen, und Adorno hat seine Aussage später relativiert. Aber auch andere Künste haben sich mit diesem Problem auseinandergesetzt. mehr

“Maus” ab sofort ĂĽber die Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung erhältlich

Montag, den 8. Februar 2010

Ab sofort ist ĂĽber die  “Bundeszentrale fĂĽr politische Bildung” (bpb) die 2008 in einem Band bei Fischer erschienene Graphic Novel “Die vollständige Maus” des New Yorker Autoren Art Spiegelman vollständig im Rahmen der hauseigenen Schriftenreihe erhältlich. Gegen eine BereitstellungsgebĂĽhr von 4 Euro pro Exemplar kann man den vielfach ausgezeichneten Titel auch im Klassensatz bestellen. Damit intensiviert die bpb ihr BemĂĽhen, Comics in ihre Arbeit einzubinden. FĂĽr jĂĽngere Leserinnen und Leser wird unter anderem schon eine ganz Weile das Projekt Hanisauland betrieben, an Erwachsene richtet sich zum Beispiel ein Seminar zum Thema “Holocaust und Nationalsozialismus in Comic und Graphic Novel – Neue Wege fĂĽr Unterricht und auĂźerschulische politische Bildung?”, das thematisch durch die Aufnahme von “Maus” in die Schriftenreihe perfekt ergänzt wird.

Der amerikanische Comiczeichner Art Spiegelman erzählt die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman während der Zeit des Nationalsozialismus. In Queens, New York, schildert dieser seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Ăśberlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in den Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen. “MAUS”, dessen erster Teil in den USA bereits ab 1973 erschienen ist, gilt als das berĂĽhmteste und erfolgreichste Werk Spiegelmans und wurde 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Hier erscheinen nun dessen beide Bände in einem Buch.

Politische Bildergeschichten im Hamburger Kunstverein

Mittwoch, den 30. Dezember 2009

PalästinaVom 19. Dezember 2009 bis zum 14. März 2010 zeigt der Hamburger Kunstverein unter dem Titel “Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht DĂĽrer bis Art Spiegelman” Arbeiten von 130 sehr unterschiedlichen KĂĽnstlern. Die Ausstellung wird in den Medien durchaus unterschiedlich, mitunter nicht ganz unkritisch, bewertet.

Petra Schellen dazu in der “taz nord”:

Von der begrenzten Demokratie des Comics

Eigentlich beginnt die Geschichte des Comics im Mittelalter. Damals, als Kirchenfenster biblische Geschichten zeigten, weil auĂźer Mönchen und Priestern kaum jemand lesen konnte. Dem selben Zweck dienten Bildteppiche und Gemälde: der Verbreitung christlicher Inhalte – die Drohung mit Hölle und Verderbnis, so man nicht gefĂĽgig sei, stets inklusive. mehr

Auf shz.de kritisiert Peter Comes die Ausstellung unter der Ăśberschrift “Viele Bilder, ĂĽberforderte Besucher”.

Der Ansatz einer Ausstellung, die Graphic Novels wie “Maus” oder “Persepolis” oder Joe Saccos Comicreportagen zu Arbeiten von unter anderem Picasso oder Goya in Bezug setzt, ist jedenfalls sicherlich interessant genug, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Die Ausstellung im Hanburger Kunstverein ist noch bis zum 14. März 2010 zu sehen.

Hamburger Kunstverein, Klosterwall 23, D-20095 Hamburg
Tel. (040) 32 21 57, Fax (040) 32 21 59
hamburg@kunstverein.de , www.kunstverein. de
Ă–ffnungszeiten: Di-So und Feiertage 12-18 Uhr

Comics in “Kindlers Literatur Lexikon”

Freitag, den 11. September 2009

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Seit dem 4. September ist die dritte Auflage von “Kindlers Literatur Lexikon” erhältlich. Das von Heinz Ludwig Arnold herausgegebene deutschsprachige Standardwerk zur weltweiten Literaturgeschichte enthält erstmals einen umfangreichen Eintrag zum Thema Comics.

Autor Andreas C. Knigge lässt den 19-seitigen Eintrag mit einer allgemeinen EinfĂĽhrung beginnen, in der er die Entwicklungsgeschichte populärer Comics abreisst. Diese mĂĽndet (neben dem Aufkommen von Online-Comics) in der Ausprägung der Graphic Novels, namentlich nennt er AutorInnen wie Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne), Lewis Trondheim (“Approximate Continuum Comics”, Reprodukt), Ralf König (“Sie dĂĽrfen sich jetzt kĂĽssen”, Rowohlt”), Joe Sacco (“Palästina”, Edition Moderne) und natĂĽrlich Will Eisner (“Das Komplott”, DVA).

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Auch im anschlieĂźenden Teil, in dem Andreas C. Knigge einige bedeutende Comics exemplarisch vorstellt, spielen Graphic Novels eine wichtige Rolle: Hugo Pratts “SĂĽdseeballade” (Kult Editionen, derzeit nicht lieferbar), Keiji Nakazawas “Barfuss durch Hiroshima” (Carlsen), Art Spiegelmans “Maus” (S. Fischer) und Will Eisners “Das Komplott” sollen die literarischen Qualitäten der Comics illustrieren.

Allein angesichts des erwähnten Materials scheint die Aufnahme von Comics in “Kindlers Literatur Lexikon” längst ĂĽberfällig. Wer mit der Geschichte der Comics vertraut ist, der wird hier wenig Neues erfahren, allen anderen interessierten Lesern wird eine sinnvolle EinfĂĽhrung geboten.

Kindlers Literatur Lexikon (KLL), ISBN 978-3-476-04000-8,  3., völlig neu bearbeitete Auflage, 18 Bände inkl. einem Registerband, 14.548 Seiten, Subskriptionspreis bis 31.12.2009: 1.950 EUR, Ladenpreis ab 1.1.2010: 2.400,- EUR, erscheint im J.B. Metzler Verlag

“Der gezeichnete Roman erobert den Kulturbetrieb”

Dienstag, den 5. Mai 2009

maus1Stefan Pannor gibt in “Die Welt” vom 5. Mai einen kleinen Ăśberblick ĂĽber die Welt der Graphic Novels.

Der gezeichnete Roman erobert den Kulturbetrieb

Comics etablieren sich im Buchhandel und lösen die Mangas als einzige Umsatzbringer ab

Deutschland ist kein Comicland. Bis heute haftet dem Medium Bildgeschichte hierzulande der Geruch der Trivialliteratur an. Warum aber finden sich dann seit geraumer Zeit vermehrt Comics bei anerkannten Belletristikverlagen wie Kiepenheuer & Witsch (“Fun Home” von Alison Bechdel), Aufbau (“Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas) oder S. Fischer (“Maus” und “Breakdowns” von Art Spiegelman)? Comics wie diese haben nichts Triviales an sich. Spiegelman erzählt intensiv vom Holocaust. Bechdel reflektiert mittels klassischer Literatur ihr Coming-out als Lesbe. Fred Vargas fĂĽgt mit Hilfe des französischen Avantgarde-KĂĽnstlers Baudoin dem Kanon ihrer grotesken Kriminalromane eine umfangreiche Erzählung hinzu. mehr

Die vollständige Maus

Dienstag, den 3. Juni 2008

MausSven Jachmann auf www.textem.de ĂĽber die erste deutschsprachige Komplettausgabe von Art Spiegelmans “Maus” bei S. Fischer:

Antiikonisches Bild von Auschwitz

In „Ist das ein Mensch?“ versucht Primo Levi in Ermangelung inhaltlich besetzter Begriffe mithilfe der „Hölle“ dem Leser eine Ahnung zu vermitteln, was Auschwitz sei. Im „Roman eines Schicksallosen“ kehrt Imre Kertesz dessen metaphysische Bestimmung mit härtester Empirie in eine nicht mehr greifbare Rationalität, indem er seinen aus Auschwitz heimkehrenden Protagonisten die Zeit, zerlegt in all ihre Einheiten, aufzählen lässt, die das Lager veranschlage, was sein Gegenüber, einen investigativen Reporter, der über die Gräuel der KZs aufklären möchte und dafür beständig die Höllen-Metapher verwendet, hilflos wie lakonisch mit „Nein, das kann man nicht verstehen“ quittiert. Die Metaphysik legt sich also wie ein Schleier über die Rationalität; ihr Spielraum ist einzig, das vermeintlich Verständliche mit dem Verständlichen ins Unverständliche zu transformieren, und so, mit der gebrochenen Naturalisierung, der Gefahr der Mythologisierung zu entgehen. mehr

“Art Spiegelman und die verbotenen Bilder”

Freitag, den 18. April 2008

Cover Maus kompletteAm Montag, den 14. April, hielt der amerikanische Graphic Novel-Autor Art Spiegelman (“Maus”, in deutscher Sprache bei S. Fischer Verlage) einen so unterhaltsamen wie interessanten Multimediavortrag in Berlin. “Welt Online” resĂĽmiert Spiegelmans AusfĂĽhrungen ĂĽber kĂĽnstlerische und Meinungsfreiheit, seinen Auftritt in einer bekannten, amerikanischen Zeichentrickserie und noch vielem mehr.

Art Spiegelman und die verbotenen Bilder

Der amerikanische Zeichner ist mit dem Holocaust-Comic-Roman “Maus” berĂĽhmt geworden. Er beleidigte George W. Bush und streitet fĂĽr die Mohammed-Karikaturen. WELT ONLINE hat Art Spiegelman in Berlin getroffen – und zugeschaut, wie er ein paar echt gruselige Fotos und Zeichnungen präsentierte.

spiegelman berlin

In Wirklichkeit ist Art Spiegelman erst jetzt berühmt. Ja, der Zeichner hat mit seinem Comic-Roman „Maus“ über den Holocaust das Medium Comic revolutioniert, und er stellte einige sehr bekannte, stets kontrovers diskutierte Cover der Zeitschrift „New Yorker“ her. Er ist der Avantgarde-Pate aller US-Zeichner jenseits von Superheldencomics. Und Spiegelman hat sich mit der Geschichte „In den Schatten keiner Türme“ aufsehenerregend schmerzhaft von Amerika nach dem 11. September verabschiedet. In der patriotischen Stimmung nach dem Terroranschlag berscherte ihm das wenig Freunde.

Doch das ist wenig im Vergleich zu Art Spiegelmans Auftritt vor ein paar Monaten bei den „Simpsons“. mehr

Fotos: © Holger Kreitling

Comix 101 – Art Spiegelman im Gespräch im Hebbel am Ufer, Berlin

Freitag, den 21. März 2008

In the Shadow of No TowersNeben dem Termin im Hamburger Altonaer Theater wird Art Spiegelman am Montag, den 14. April um 19.30 Uhr auch zu einem Gespräch im Berliner Theater Hebbel am Ufer erwartet. FĂĽr die Moderation zeichnen Anjana Shrivastava (“Welt Online”) und Claus Christian Malzahn (“Spiegel Online”) verantwortlich.

Aus der AnkĂĽndigung: “Art Spiegelman kommt nach Berlin, um ĂĽber Cartoons und Politik zu räsonnieren und das Recht auf das satirische Beleidigen zu propagieren. Nicht erst heute lebt der satirische Zeichner gefährlich, sondern ĂĽberall und zu jeder Zeit: Honore Daumier wurde wegen seiner satirischen Werke in Paris eingekerkert; und der Zeichner George Grosz musste 1932 Berlin verlassen. Der Pulitzerpreisträger Art Spiegelman fand keinen amerikanischen Mainstream-Verlag fĂĽr „In the Shadow of No Towers,” seine New York-EindrĂĽcke nach dem 11. September. Die Bundeszentrale fĂĽr politischen Bildung initiiert die Diskussionsreihe „Continental Drift” mit Amerikanern, die ĂĽber ihre Visionen von BĂĽrgerrechten reden — von der Meinungsfreiheit bis hin zum Recht auf Waffenbesitz.”

Hebbel am Ufer 1, StresemannstraĂźe 29, D-10963 Berlin (Friedrichshain-Kreuzberg)
Kartentelefon (030) 259004 0
www.hebbel-am-ufer.de

Art Spiegelman im Gespräch mit Michael Naumann im Altonaer Theater, Hamburg

Mittwoch, den 19. März 2008

MausAm Donnerstag, den 17. April ist Art Spiegelman im Gespräch mit Irene Dische zu Gast im Altonaer Theater. Die Moderation der Veranstaltung, die um 20 Uhr auf der Großen Bühne des Altonaer Theaters in Hamburg stattfindet, übernimmmt Michael Naumann. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Altonaer Theaters: www.altonaer-theater.de

Aus der AnkĂĽndigung: “Art Spiegelmans Vater floh vor den Nationalsozialisten, aus Polen in die USA, Irene Disches GroĂźeltern emigrierten aus Deutschland dorthin. Beide haben ihre Familiengeschichten auf einzigartige Weise erzählt. Spiegelmans Buch “Maus — Geschichte eines Ăśberlebenden” war der erste Comic, der den renommierten Pulitzerpreis gewann. Disches Familienroman “GroĂźmama packt aus” schäumt ĂĽber vor Geschichten, Anekdoten, Kuriositäten — ein Text, in dem “Lachen und Blutlachen nebeneinanderliegen” (Michael Naumann). Ein Abend ĂĽber das Leben und wie man davon erzählt.”

Altonaer Theater, MuseumstraĂźe 17, D-22765 Hamburg
Kartentelefon (040) 399 05 870, Fax-Reservierung (040) 391 09 985
Tageskasse Mo-Sa 10-18 Uhr
www.altonaer-theater.de

S. Fischer Verlage und Kiepenheuer & Witsch mit ersten Graphic Novels

Mittwoch, den 9. Januar 2008

MausFun HomeIn den USA, Frankreich oder Italien ist es längst ĂĽblich, dass GroĂźverlage und Konzerne wie Random House, Holtzbrinck, Hachette oder Mondadori eine Auswahl von Graphic Novels in ihrem Programm haben oder sogar einen eigenen Verlag fĂĽr die Publikation von Graphic Novels finanzieren – First Second ist ein solches Beispiel. Schon seit Jahren bieten sehr viele international arbeitende Literaturagenturen Graphic Novels an. Auch in Deutschland schlieĂźen dieser Tage die ersten Belletrisitk-Verlage zu dieser internationalen Entwicklung auf und veröffentlichen mit “Fun Home” und “Maus”gleich zwei herausragende Titel von amerikanischen Autoren.

Das Kölner Verlagshaus Kiepenheuer & Witsch legt im FrĂĽhjahr mit “Fun Home” den vielfach prämierten Comic ĂĽber die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung von Alison Bechdel auf. Ăśbersetzt von Sabine KĂĽchler und Denis Scheck und Ende 2006 auf den Bestenlisten des “Time Magazine” und der “New York Times” zu finden, dĂĽrfte diesem Titel auch hierzulande Aufmerksamkeit garantiert sein.

Bei S. Fischer Verlage in Frankfurt erscheint beinah zeitgleich mit “Die vollständige Maus” die erste deutschsprachige Gesamtausgabe von Art Spiegelmans Comic ĂĽber die Flucht seiner Eltern vor den Nationalsozialisten, DAS Standardwerk des modernen Comic, das hierzulande schon viel zu lange nicht mehr lieferbar war. FĂĽr beide Veröffentlichungen bleibt zu hoffen, dass sie ihr Publikum finden und infolgedessen auch ein positives Signal fĂĽr den Comic im Buchhandel bedeuten.