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Archiv des Tags ‘Maus’
Montag, den 8. Februar 2010
Ab sofort ist über die “Bundeszentrale für politische Bildung” (bpb) die 2008 in einem Band bei Fischer erschienene Graphic Novel “Die vollständige Maus” des New Yorker Autoren Art Spiegelman vollständig im Rahmen der hauseigenen Schriftenreihe erhältlich. Gegen eine Bereitstellungsgebühr von 4 Euro pro Exemplar kann man den vielfach ausgezeichneten Titel auch im Klassensatz bestellen. Damit intensiviert die bpb ihr Bemühen, Comics in ihre Arbeit einzubinden. Für jüngere Leserinnen und Leser wird unter anderem schon eine ganz Weile das Projekt Hanisauland betrieben, an Erwachsene richtet sich zum Beispiel ein Seminar zum Thema “Holocaust und Nationalsozialismus in Comic und Graphic Novel – Neue Wege für Unterricht und außerschulische politische Bildung?”, das thematisch durch die Aufnahme von “Maus” in die Schriftenreihe perfekt ergänzt wird.
Der amerikanische Comiczeichner Art Spiegelman erzählt die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman während der Zeit des Nationalsozialismus. In Queens, New York, schildert dieser seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in den Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen. “MAUS”, dessen erster Teil in den USA bereits ab 1973 erschienen ist, gilt als das berühmteste und erfolgreichste Werk Spiegelmans und wurde 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Hier erscheinen nun dessen beide Bände in einem Buch.
Tags: Art Spiegelman, bpb, Bundeszentrale für politische Bildung, Maus Kategorie Allgemein, Neuerscheinungen, News | 0 Kommentar »
Mittwoch, den 30. Dezember 2009
Vom 19. Dezember 2009 bis zum 14. März 2010 zeigt der Hamburger Kunstverein unter dem Titel “Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelman” Arbeiten von 130 sehr unterschiedlichen Künstlern. Die Ausstellung wird in den Medien durchaus unterschiedlich, mitunter nicht ganz unkritisch, bewertet.
Petra Schellen dazu in der “taz nord”:
Von der begrenzten Demokratie des Comics
Eigentlich beginnt die Geschichte des Comics im Mittelalter. Damals, als Kirchenfenster biblische Geschichten zeigten, weil außer Mönchen und Priestern kaum jemand lesen konnte. Dem selben Zweck dienten Bildteppiche und Gemälde: der Verbreitung christlicher Inhalte – die Drohung mit Hölle und Verderbnis, so man nicht gefügig sei, stets inklusive. mehr
Auf shz.de kritisiert Peter Comes die Ausstellung unter der Überschrift “Viele Bilder, überforderte Besucher”.
Der Ansatz einer Ausstellung, die Graphic Novels wie “Maus” oder “Persepolis” oder Joe Saccos Comicreportagen zu Arbeiten von unter anderem Picasso oder Goya in Bezug setzt, ist jedenfalls sicherlich interessant genug, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Die Ausstellung im Hanburger Kunstverein ist noch bis zum 14. März 2010 zu sehen.
Hamburger Kunstverein, Klosterwall 23, D-20095 Hamburg
Tel. (040) 32 21 57, Fax (040) 32 21 59
hamburg@kunstverein.de , www.kunstverein. de
Öffnungszeiten: Di-So und Feiertage 12-18 Uhr
Tags: Ausstellung, Bildergeschichten, Graphic Novels, Joe Sacco, Maus, Palästina, Persepolis Kategorie Allgemein, News, Termine | 0 Kommentar »
Freitag, den 11. September 2009

Seit dem 4. September ist die dritte Auflage von “Kindlers Literatur Lexikon” erhältlich. Das von Heinz Ludwig Arnold herausgegebene deutschsprachige Standardwerk zur weltweiten Literaturgeschichte enthält erstmals einen umfangreichen Eintrag zum Thema Comics.
Autor Andreas C. Knigge lässt den 19-seitigen Eintrag mit einer allgemeinen Einführung beginnen, in der er die Entwicklungsgeschichte populärer Comics abreisst. Diese mündet (neben dem Aufkommen von Online-Comics) in der Ausprägung der Graphic Novels, namentlich nennt er AutorInnen wie Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne), Lewis Trondheim (“Approximate Continuum Comics”, Reprodukt), Ralf König (“Sie dürfen sich jetzt küssen”, Rowohlt”), Joe Sacco (“Palästina”, Edition Moderne) und natürlich Will Eisner (“Das Komplott”, DVA).

Auch im anschließenden Teil, in dem Andreas C. Knigge einige bedeutende Comics exemplarisch vorstellt, spielen Graphic Novels eine wichtige Rolle: Hugo Pratts “Südseeballade” (Kult Editionen, derzeit nicht lieferbar), Keiji Nakazawas “Barfuss durch Hiroshima” (Carlsen), Art Spiegelmans “Maus” (S. Fischer) und Will Eisners “Das Komplott” sollen die literarischen Qualitäten der Comics illustrieren.
Allein angesichts des erwähnten Materials scheint die Aufnahme von Comics in “Kindlers Literatur Lexikon” längst überfällig. Wer mit der Geschichte der Comics vertraut ist, der wird hier wenig Neues erfahren, allen anderen interessierten Lesern wird eine sinnvolle Einführung geboten.
Kindlers Literatur Lexikon (KLL), ISBN 978-3-476-04000-8, 3., völlig neu bearbeitete Auflage, 18 Bände inkl. einem Registerband, 14.548 Seiten, Subskriptionspreis bis 31.12.2009: 1.950 EUR, Ladenpreis ab 1.1.2010: 2.400,- EUR, erscheint im J.B. Metzler Verlag
Tags: Approximate Continuum Comics, Art Spiegelman, Barfuss durch hiroshima, Edition Moderne, Fischer, Hugo Pratt, Joe Sacco, Keiji Nakazawa, Kindlers Literatur Lexikon, Lewis Trondheim, Marjane Satrapi, Maus, Palästina, Persepolis, Ralf König, Reprodukt, Rowohlt, Südseeballade, The Plot, Will Eisner Kategorie Allgemein, News | 0 Kommentar »
Dienstag, den 5. Mai 2009
Stefan Pannor gibt in “Die Welt” vom 5. Mai einen kleinen Überblick über die Welt der Graphic Novels.
Der gezeichnete Roman erobert den Kulturbetrieb
Comics etablieren sich im Buchhandel und lösen die Mangas als einzige Umsatzbringer ab
Deutschland ist kein Comicland. Bis heute haftet dem Medium Bildgeschichte hierzulande der Geruch der Trivialliteratur an. Warum aber finden sich dann seit geraumer Zeit vermehrt Comics bei anerkannten Belletristikverlagen wie Kiepenheuer & Witsch (“Fun Home” von Alison Bechdel), Aufbau (“Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas) oder S. Fischer (“Maus” und “Breakdowns” von Art Spiegelman)? Comics wie diese haben nichts Triviales an sich. Spiegelman erzählt intensiv vom Holocaust. Bechdel reflektiert mittels klassischer Literatur ihr Coming-out als Lesbe. Fred Vargas fügt mit Hilfe des französischen Avantgarde-Künstlers Baudoin dem Kanon ihrer grotesken Kriminalromane eine umfangreiche Erzählung hinzu. mehr
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Dienstag, den 3. Juni 2008
Sven Jachmann auf www.textem.de über die erste deutschsprachige Komplettausgabe von Art Spiegelmans “Maus” bei S. Fischer:
Antiikonisches Bild von Auschwitz
In „Ist das ein Mensch?“ versucht Primo Levi in Ermangelung inhaltlich besetzter Begriffe mithilfe der „Hölle“ dem Leser eine Ahnung zu vermitteln, was Auschwitz sei. Im „Roman eines Schicksallosen“ kehrt Imre Kertesz dessen metaphysische Bestimmung mit härtester Empirie in eine nicht mehr greifbare Rationalität, indem er seinen aus Auschwitz heimkehrenden Protagonisten die Zeit, zerlegt in all ihre Einheiten, aufzählen lässt, die das Lager veranschlage, was sein Gegenüber, einen investigativen Reporter, der über die Gräuel der KZs aufklären möchte und dafür beständig die Höllen-Metapher verwendet, hilflos wie lakonisch mit „Nein, das kann man nicht verstehen“ quittiert. Die Metaphysik legt sich also wie ein Schleier über die Rationalität; ihr Spielraum ist einzig, das vermeintlich Verständliche mit dem Verständlichen ins Unverständliche zu transformieren, und so, mit der gebrochenen Naturalisierung, der Gefahr der Mythologisierung zu entgehen. mehr
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Freitag, den 18. April 2008
Am Montag, den 14. April, hielt der amerikanische Graphic Novel-Autor Art Spiegelman (“Maus”, in deutscher Sprache bei S. Fischer Verlage) einen so unterhaltsamen wie interessanten Multimediavortrag in Berlin. “Welt Online” resümiert Spiegelmans Ausführungen über künstlerische und Meinungsfreiheit, seinen Auftritt in einer bekannten, amerikanischen Zeichentrickserie und noch vielem mehr.
Art Spiegelman und die verbotenen Bilder
Der amerikanische Zeichner ist mit dem Holocaust-Comic-Roman “Maus” berühmt geworden. Er beleidigte George W. Bush und streitet für die Mohammed-Karikaturen. WELT ONLINE hat Art Spiegelman in Berlin getroffen – und zugeschaut, wie er ein paar echt gruselige Fotos und Zeichnungen präsentierte.

In Wirklichkeit ist Art Spiegelman erst jetzt berühmt. Ja, der Zeichner hat mit seinem Comic-Roman „Maus“ über den Holocaust das Medium Comic revolutioniert, und er stellte einige sehr bekannte, stets kontrovers diskutierte Cover der Zeitschrift „New Yorker“ her. Er ist der Avantgarde-Pate aller US-Zeichner jenseits von Superheldencomics. Und Spiegelman hat sich mit der Geschichte „In den Schatten keiner Türme“ aufsehenerregend schmerzhaft von Amerika nach dem 11. September verabschiedet. In der patriotischen Stimmung nach dem Terroranschlag berscherte ihm das wenig Freunde.
Doch das ist wenig im Vergleich zu Art Spiegelmans Auftritt vor ein paar Monaten bei den „Simpsons“. mehr
Fotos: © Holger Kreitling
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Freitag, den 21. März 2008
Neben dem Termin im Hamburger Altonaer Theater wird Art Spiegelman am Montag, den 14. April um 19.30 Uhr auch zu einem Gespräch im Berliner Theater Hebbel am Ufer erwartet. Für die Moderation zeichnen Anjana Shrivastava (“Welt Online”) und Claus Christian Malzahn (“Spiegel Online”) verantwortlich.
Aus der Ankündigung: “Art Spiegelman kommt nach Berlin, um über Cartoons und Politik zu räsonnieren und das Recht auf das satirische Beleidigen zu propagieren. Nicht erst heute lebt der satirische Zeichner gefährlich, sondern überall und zu jeder Zeit: Honore Daumier wurde wegen seiner satirischen Werke in Paris eingekerkert; und der Zeichner George Grosz musste 1932 Berlin verlassen. Der Pulitzerpreisträger Art Spiegelman fand keinen amerikanischen Mainstream-Verlag für „In the Shadow of No Towers,” seine New York-Eindrücke nach dem 11. September. Die Bundeszentrale für politischen Bildung initiiert die Diskussionsreihe „Continental Drift” mit Amerikanern, die über ihre Visionen von Bürgerrechten reden — von der Meinungsfreiheit bis hin zum Recht auf Waffenbesitz.”
Hebbel am Ufer 1, Stresemannstraße 29, D-10963 Berlin (Friedrichshain-Kreuzberg)
Kartentelefon (030) 259004 0
www.hebbel-am-ufer.de
Tags: Art Spiegelman, Maus, S. Fischer Verlage Kategorie Allgemein | 0 Kommentar »
Mittwoch, den 19. März 2008
Am Donnerstag, den 17. April ist Art Spiegelman im Gespräch mit Irene Dische zu Gast im Altonaer Theater. Die Moderation der Veranstaltung, die um 20 Uhr auf der Großen Bühne des Altonaer Theaters in Hamburg stattfindet, übernimmmt Michael Naumann. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Altonaer Theaters: www.altonaer-theater.de
Aus der Ankündigung: “Art Spiegelmans Vater floh vor den Nationalsozialisten, aus Polen in die USA, Irene Disches Großeltern emigrierten aus Deutschland dorthin. Beide haben ihre Familiengeschichten auf einzigartige Weise erzählt. Spiegelmans Buch “Maus — Geschichte eines Überlebenden” war der erste Comic, der den renommierten Pulitzerpreis gewann. Disches Familienroman “Großmama packt aus” schäumt über vor Geschichten, Anekdoten, Kuriositäten — ein Text, in dem “Lachen und Blutlachen nebeneinanderliegen” (Michael Naumann). Ein Abend über das Leben und wie man davon erzählt.”
Altonaer Theater, Museumstraße 17, D-22765 Hamburg
Kartentelefon (040) 399 05 870, Fax-Reservierung (040) 391 09 985
Tageskasse Mo-Sa 10-18 Uhr
www.altonaer-theater.de
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Mittwoch, den 9. Januar 2008
 In den USA, Frankreich oder Italien ist es längst üblich, dass Großverlage und Konzerne wie Random House, Holtzbrinck, Hachette oder Mondadori eine Auswahl von Graphic Novels in ihrem Programm haben oder sogar einen eigenen Verlag für die Publikation von Graphic Novels finanzieren – First Second ist ein solches Beispiel. Schon seit Jahren bieten sehr viele international arbeitende Literaturagenturen Graphic Novels an. Auch in Deutschland schließen dieser Tage die ersten Belletrisitk-Verlage zu dieser internationalen Entwicklung auf und veröffentlichen mit “Fun Home” und “Maus”gleich zwei herausragende Titel von amerikanischen Autoren.
Das Kölner Verlagshaus Kiepenheuer & Witsch legt im Frühjahr mit “Fun Home” den vielfach prämierten Comic über die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung von Alison Bechdel auf. Übersetzt von Sabine Küchler und Denis Scheck und Ende 2006 auf den Bestenlisten des “Time Magazine” und der “New York Times” zu finden, dürfte diesem Titel auch hierzulande Aufmerksamkeit garantiert sein.
Bei S. Fischer Verlage in Frankfurt erscheint beinah zeitgleich mit “Die vollständige Maus” die erste deutschsprachige Gesamtausgabe von Art Spiegelmans Comic über die Flucht seiner Eltern vor den Nationalsozialisten, DAS Standardwerk des modernen Comic, das hierzulande schon viel zu lange nicht mehr lieferbar war. Für beide Veröffentlichungen bleibt zu hoffen, dass sie ihr Publikum finden und infolgedessen auch ein positives Signal für den Comic im Buchhandel bedeuten.
Tags: Alison Bechdel, Art Spiegelman, Fun Home, Kiepenheuer & Witsch, Maus, S. Fischer Verlage Kategorie Allgemein, News | 0 Kommentar »
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