Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘NZZ’

“Die Szenenfolge der Politik”

Montag, den 28. Januar 2013

Am Freitag erschien in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung ein ausfĂĽhrlicher Artikel zu “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” von Abel Lanzac und Christophe Blain (Reprodukt).

“Satirisch zugespitzt, gewiss, komisch und böse – aber auch fundiert” werde der humoristische Blick auf den Politbetrieb gerichtet, wie Christian Gasser schreibt. Er hebt hervor, dass die Qualität des Bandes nicht nur in der Karikierung liegt ein, denn der Band sei darĂĽber hinaus ein “brillant erzählter, zweihundert Seiten starker Comic.”

Zum gesamten Artikel gelangt man hier: “Die Szenenfolge der Politik”.

Graphic Novels in den Medien – 3. Januar 2013

Donnerstag, den 3. Januar 2013

Am gestrigen Mittwoch erschien in der SĂĽddeutschen Zeitung ein Beitrag von Christoph Haas ĂĽber den 2012 verstorbenen Comic-Autors Moebius: “Space Cowboy”. Anlass dazu ist die Veröffentlichung von “Arzak – Der Raumvermesser” (Ehapa Comic Collection), zu dem er bemerkt: “Der Raumvermesser ist das wĂĽrdige Vermächtnis eines Giganten der Neunten Kunst.” Auch die weiteren bei Cross Cult und Splitter erschienenen Bände lässt Haas nicht unerwähnt.

Wie Reiner Metzger in der tageszeitung schreibt, ist einem Reportage-Comic wie “Kriegszeiten” von David Schraven und Vincent Burmester (Carlsen) eine groĂźe Leserschaft zu gönnen, damit auch in Zukunft solche Projekte entstehen können: “Die Bilder, die fehlen”.

Christian Gasser stellt in seiner Besprechung von Anders Nilsens “GroĂźe Fragen” (Atrium) in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung (“Grosse Fragen, kleine Antworten”) fest, dass man dem Buch seine lange Entstehungszeit durchaus anmerkt. “Wer sich dennoch auf Anders Nilsens mehrfach gebrochene und gespiegelte und ins Surreale oder gar Phantastische abdriftende Reflexion philosophischer Grundfragen einlässt, wird reich belohnt. Nicht mit Antworten, aber mit umso mehr Anregungen und vor allem einem ungewöhnlichen Blick auf uns selber.”

In ihrer Buchvorstellung “Bilderrausch” der Schnitzler-Adaption “Die Traumnovelle” von Jakob Hinrichs (Edition BĂĽchergilde) bemerkt Zita Bereuter auf fm4.orf.at, dass man den Comic ohne die Vorlage zu kennen, nicht ganz verstehen wĂĽrde. Praktischerweise findet sich der Originaltext ebenfalls im Buch.

AusfĂĽhrlich stellt Erik Wenk auf tagesspiegel.de die zwei bei Reprodukt erschienenden Bände “Berichte aus der Ukraine (Erinnerungen an die Zeit der UDSSR)” und “Berichte aus Russland (Der vergessene Krieg im Kaukasus)” von Igort vor. Sein ResumĂ©e: “grafisch beeindruckende und inhaltlich bestĂĽrzend”, wie er in “Ein postsowjetischer Archäologe” schreibt.

An gleicher Stelle stellt Christian Endres “Atar Gull oder das Schicksal eines vorbildlichen Sklaven” von Fabien Nury und BrĂĽno (avant-verlag) vor, dem er attestiert, “mit prägnanten Dialogen, hĂĽbschen Zeichnungen, abwechslungsreichen Seitenaufteilungen und immens stimmungsvollen Farben” zu zeigen, dass der größte Feind des Menschen immer noch der Mensch selbst ist: “Der Preis der Rache”.

Bereits am 19. Dezember starb der japanische Comic-Autor Keiji Nakazawa, dessen “BarfuĂź durch Hiroshima” auf deutsch bei Carlsen erschienen ist. Nachrufe finden sich unter anderem von Stefan Pannor auf Spiegel Online (“Zeichnen, um zu ĂĽberleben”) und von Lars von Törne auf tagesspiegel.de (“Keiji Nakazawa 1939-2012″).

Graphic Novels in den Medien – 20. November 2012

Dienstag, den 20. November 2012

Bereits am Freitag vergangener Woche stellte Christian Gasser in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung “Hicksville” von Dylan Horrocks (Reprodukt) vor. In “Die Grösse, Magie und Erbärmlichkeit der Comics” resĂĽmiert er: “In einer Zeit, in der sich der Comic unter dem neudeutschen Gattungsbegriff «Graphic Novel» auch hierzulande eine neue Respektabilität und eine breite erwachsene Leserschaft erschliesst, bietet «Hicksville» den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern einen anregenden Streifzug durch den vielfältigen und widersprĂĽchlichen Kosmos der gezeichneten Geschichten.”

In der gestrigen Ausgabe druckte die tageszeitung ein ausfĂĽhrliches Interview von Michael Brake mit dem aus Schottland stammenden Comic-Autoren und Cartoonisten Tom Gauld ĂĽber sein Buch “Goliath” (Reprodukt) ab. Neben den BeweggrĂĽnden, sich auf humorvolle Art mit einer biblischen Vorlage zu befassen, verrät Gauld hier auch, wohin er mit einer Zeitmaschine reisen wĂĽrde: “„Die Bibel ist so einseitig“”.

Als “einen der herausragenden Comicromane des Jahres” bezeichnet Lars von Törne auf tagesspiegel.de “Rosalie Blum” von Camille Jourdy (Reprodukt). Er zeigt sich vor Allem von Jourdys so differenziert wie mit viel Humor und Wärme dargestellten Charakteren angetan, wie er “Die Leidenschaft des Friseurs” in schreibt.

In seinem FAZ-Blog stellt Andreas Platthaus den Abenteuercomics “Atar Gull” von Fabien Nury und BrĂĽno (avant-verlag) vor, der es ihm sichtlich angetan hat. FĂĽr ihn ist die Adaption des gleichnamigen Romans aus dem frĂĽhen 19. Jahrhundert ein einziges “LesevergnĂĽgen”: “Die Rache eines Sklaven”.

“Aufklärung mit dem Zeichenstift”

Mittwoch, den 23. Mai 2012

In der heutigen Ausgabe der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” stellt Anette Selg den ägyptischen Comic-Autoren Magdy El Shafee vor. Sie traf sich mit ihm in einem Kairoer Cafe und lässt ihn zu seinem eigenen Werdegang und der lokalen Comic-Szene ausfĂĽhrlich zu Wort kommen.

Der Beitrag “Aufklärung mit dem Zeichenstift” lässt sich online hier abrufen.

El Shafees Graphic Novel “Metro – Kairo Underground” erscheint in KĂĽrze bei der Edition Moderne. El Shafee wird zum Comic-Salon Erlangen erwartet, wo es eine groĂźe Ausstellung ĂĽber Comics aus dem nahen Osten geben wird, und zuvor noch in Berlin beim Kulturfestival “Wider die MĂĽdigkeit” zu Gast sein.

“Die Lust am SĂĽndenfall”

Freitag, den 11. Mai 2012

In der heutigen Ausgabe der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” bespricht Christian Gasser das deutschsprachige Debut des finnischen Autoren Ville Ranta, “Paradies” (Reprodukt). Dabei lässt Gasser auch ausfĂĽhrlich Ranta selbst zu Wort kommen, der seine Motivation, den biblischen SĂĽndenfall in einem Comic zu verarbeiten, erläutert: “Die Lust am SĂĽndenfall”.

Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Kaum haben Adam und Eva ihr Schicksal als göttlichen Plan akzeptiert, empört dieser sich über ihr Verhalten. Dabei hatten sie sich, umgeben von Engelstrompeten und Cherubim, doch nur dem Reiz der körperlichen Liebe hingegeben. Kurzerhand zerstört Gott den Garten Eden und jagt die vermeintlich missratenen Geschöpfe zum Teufel.

Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsätzliche Frage weiĂź auch Ville Ranta keine Antwort – aber sein “Paradies” ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.

“Geschichte auf Gleisen”

Montag, den 23. April 2012

In der Samstagsausgabe der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” stellte Judith Leister in einer Doppelbesprechung zwei Titel des tschechischen Autors Jaroslav Rudiš vor: Den Roman “Die Stille in Prag” (Luchterhand) sowie die in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls tschechischen Zeichner entstandene Graphic Novel “Alois Nebel” (Voland & Quist).

In “Geschichte auf Gleisen” wird der Comic um den Titelgebenden Hauptcharakter als dĂĽster und melancholisch beschrieben, gleichwohl differenziert in der Aussage.

Ende der achtziger Jahre. Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakischpolnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Er ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über die Bahnstation, und dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas.

Das Comicfestival AngoulĂŞme in der Presse

Dienstag, den 31. Januar 2012

In erfreulicher Breite berichten deutschsprachige ĂĽber das am Sonntag beendete Comicfestival in AngoulĂŞme. Neben Beiträgen in der “SĂĽddeutschen Zeitung” und der “Berliner Zeitung”, die noch nicht online zu finden sind, berichtete unter Anderem Christian Gasser in der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung”:

Die Krise und die Lust

Über 5300 Comic-Neuheiten, 310 Verlage, aber stagnierende Umsätze. Trotzdem feierten über 200 000 Besucherund Fachleute und zahlreiche prominente Politiker am 39. Internationalen Comic-Festival Angoulême die Bande dessinée und ihre Autoren.

Die Stadtverwaltung von Angoulême zog die Konsequenzen aus den Engpässen der letzten Jahre: Sie sperrte den Stadtkern der malerischen Kleinstadt kurzerhand für den Autoverkehr, um den über 200 000 Besucherinnen und Besuchern des Comic-Festivals ungehinderten Zugang zu den Ausstellungen, Verlagszelten, Podiumsgesprächen und Begegnungen zu ermöglichen. mehr

Auch die Berliner “Tageszeitung” hatte eine eigene Journalistin vor Ort. Stephanie Lob siedelt die Besucherzahlen etwas weiter unten an:

Gegen den Strich zeichnen

Bastien Vivès und Art Spiegelman sind Gegenpole des Comicfestival in AngoulĂŞme – einerseits die “neunte Kunst”, auf der anderen Seite die Relevanz ĂĽber Ă„sthetik.

AngoulĂŞme ist ein kleines gallisches Dorf, und einmal im Jahr fällt den Bewohnern der Himmel auf den Kopf. So auch bis zum Sonntag: Vier Tage lang ĂĽberschwemmten mehr als 100.000 Besucher die Kleinstadt nördlich von Bordeaux, um die “bande dessinĂ©e” zu feiern, kurz “BD”. mehr

Der Berliner Tagesspiegel” ergänzt seinen Festivalbericht um einen Artikel zu den Trägern der Festivalpreise, allen voran Guy Delisle und seine “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (erscheinen im März bei Reprodukt). Lars von Törne schreibt:

Comics ohne Grenzen

Der Autor Guy Delisle wurde in Angoulême mit Europas wichtigstem Comicpreis geehrt. Im März erscheint sein neues Buch auch auf Deutsch, im Tagesspiegel gibt es eine Veranstaltung mit ihm.

Die Orte, an die es Guy Delisle in den vergangenen Jahren aus beruflichen oder familiären Gründen verschlagen hat, kennen die meisten Menschen nur aus den Nachrichten: Birma, Pjöngjang, Shenzhen. mehr

“Ich glaube nicht an die Objektivität”

Freitag, den 30. Dezember 2011

Anlässlich der deutschsprachigen Veröffentlichung der Comic-Reportage “Gaza” (Edition Moderne) hat sich Christian Gasser fĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” mit dem US-amerikanischen Autor und Zeichner Joe Sacco unterhalten. In dem informativen Gespräch erläutert Joe Sacco seine BeweggrĂĽnde fĂĽr das Buch, schildert ĂĽber “Gaza” hinaus aber auch seine Herangehensweise an Themen und die VorzĂĽge des Comics beim Darstellen von Realität.

Ich glaube nicht an die Objektivität

Eine aufschlussreiche Fussnote der Geschichte: In seiner neuesten Comic-Reportage, “Gaza”, arbeitet Joe Sacco ein Massaker der israelischen Arme an der palästinensischen Zivilbevölkerung auf. Ăśber “Gaza” und seine Comic-Reportagen im Allgemeinen unterhielt sich mit ihm Christian Gasser.

Joe Sacco, bereits Ihre erste grosse Reportage, «Palästina», beschäftigte sich mit dem Nahostkonflikt. Was fasziniert Sie daran?

1992 bin ich nach Palästina gereist, weil ich wissen wollte, was dort wirklich abläuft. Ich hatte das Gefühl, ich müsse etwas tun – und sei es auch nur, mich umzuschauen und das Gesehene meinen Freunden zu erzählen. Der Konflikt hat mich seither nie losgelassen. mehr

“FuĂźballer, Gangster, Rentner”

Freitag, den 2. September 2011

Bereits am 26. August ist in der “NZZ” Christian Gassers Besprechung von “Hau die Bässe rein, Bruno!” (Edition 52) erschienen. Dem aktuellen Werk des Franzosen Baru, der zu den wichtigsten realistischen Autoren des europäischen Comic zählt, bescheinigt Christian Gasser vor allem “schlitzohrigen Humor” und einen “geradezu ĂĽberraschenden Sinn fĂĽr komisches Timing”.

FuĂźballer, Gangster, Rentner

Kaum aus dem Knast entlassen, plant Zinedine, ein kleinkalibriger und von intellektuell ebenfalls unterbelichteten Kumpanen umgebener Vorstadt-Gangster, seinen nächsten grossen Coup: einen Ăśberfall auf einen Geldtransporter. Weil dies seine Bande ĂĽberfordern wĂĽrde, sucht er die UnterstĂĽtzung von drei erfahrenen italienischstämmigen Altgaunern. Diese Ganoven im Ruhestand, die längst zu geachteten Mitgliedern der kleinstädtischen Gesellschaft mutiert sind (der eine hat’s sogar zum BĂĽrgermeister und zum Präsidenten des lokalen Fussballvereins gebracht), können dem Lockruf des Gelds und vor allem des nervenkitzelnden Abenteuers nicht widerstehen. Und da gibt es noch Slimane, ein Fussballtalent aus Afrika. Slimane wandert illegal in Frankreich ein und versucht als Taglöhner zu ĂĽberleben. mehr

“Bedeutungen im Farbenland”

Freitag, den 27. August 2010

In der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” vom 27. August schreibt Christian Gasser ĂĽber “Unterwegs mit Samuel” von Tommi Musturi (Reprodukt):

Bedeutungen im Farbenland

Im stummen Comic «Unterwegs mit Samuel» erforscht ein blasses Wesen einen sehr bunten Kosmos. Dabei macht es eigenartige Erfahrungen von philosophischer Tragweite. Entworfen und gezeichnet hat diese Geschichte Tommi Musturi – eine Schlüsselfigur der finnischen Comics-Szene.

Gerade einmal drei Seiten benötigt Tommi Musturi, um die Evolution vom Urknall bis zur Geburt Samuels aus einem olivgrĂĽnen Pflanzengebilde zu schildern, und drei weitere Seiten genĂĽgen Samuel, um, von einem Regenbogenpuzzle umkränzt, sein Bewusstsein zu finden. Dann geht’s los: Samuel wandelt durch ebenso bizarre wie bunte, von ĂĽppig-exotischer Vegetation ĂĽberwucherte Landstriche, erlebt mit undefinierbaren Wesen kleine und grosse Abenteuer, schlägt sich mit Inkarnationen seiner selbst herum – und bleibt oft auch ganz allein in seinem eigenartigen Kosmos. mehr

“Sex, Literatur und zwei Todesfälle”

Montag, den 1. Februar 2010

9783941099319FĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” schreibt Christian Gasser ĂĽber Posy Simmonds’ “Tamara Drewe” (Reprodukt) und lobt die “vielschichtige, subtile und humorvolle Geschichte”.

Sex, Literatur und zwei Todesfälle

Mit «Tamara Drewe» legt die britische Comic-Autorin Posy Simmonds ein süffiges Drama um Liebe, Sex, Ehebruch, Literatur und Mord vor. Zugleich handelt es sich um eine sarkastische Milieustudie des Landlebens in Grossbritannien. Formal wie inhaltlich geht Simmonds dabei eigene Wege.

Tamara Drewe ist unwiderstehlich und überaus sexy. Seit ein geschickter Chirurg ihre eher knollige Nase zu einem zierlichen Näschen ummodelte, entspricht sie ganz den heutigen Schönheitsidealen. Mit der Operation kam auch ihre gesellschaftliche Metamorphose: Aus der unscheinbaren Presse-Frau eines Verlags wurde eine prominente Klatschkolumnistin, die ihrerseits im Mittelpunkt zahlreicher Klatschgeschichten und Affären steht. mehr

Neue Rezensionen – Januar 2010 (1)

Dienstag, den 12. Januar 2010

Wie in den vorherigen Beiträgen zu sehen gab es in den vergangenen Wochen trotz Jahreswechsels keinen Mangel an Berichterstattung über Graphic Novels in der Presse. An dieser Stelle ein weiterer Überblick über Presseerwähnungen der letzten Zeit.

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Auf taz.de berichtet Matthias Völker ĂĽber ein “Bilderbuch fĂĽr Fussballfreunde” – Sascha Dreiers ersten Teil der Fussballerbiografie “Der Papierene” (Ăśberreuter) ĂĽber die österreichische Fussballikone Matthias Sindelar.

Auf einslive.de lobt Christian Möller Craig Thompsons wiederveröffentlichten autobiografischen Roman “Blankets” (Carlsen) als “schlichtweg groĂźartige Literatur”. Auf der Website einer anderen Radiostation, nämlich der von “Das Ding”, wird eben jenes Buch ebenfalls als “kleines Kunstwerk” gelobt.

Auf tagesspiegel.de wirft Claudia Keller in “Gott der SĂĽnder” einen Blick auf die aktuellen BĂĽcher von Ralf König (“Archetyp”, Rowohlt) und Robert Crumb (“Genesis”, Carlsen). An gleicher Stelle stellt Lars von Törne unter der Ăśberschrift “Die Prinzenrolle” Neuausgaben und Neuinterpretationen von Antoine de Saint-ExupĂ©rys Klassiker “Der kleine Prinz” vor, darunter natĂĽrlich auch die Comic-Umsetzung von Joann Sfar (erschienen bei Carlsen Comics). “Platz fĂĽr Erinnerungen” lässt Sfars “Der kleine Prinz”-Version auch der Badischen Zeitung, die das Buch “atemberaubend gut” findet.  Wieder auf tagesspiegel.de stellt Stefan Pannor eine “Hetzjagd um die halbe Welt” vor: Osamu Tezukas jetzt ebenfalls bei Carlsen Comics veröffentlichten Mehrteiler “Kirihito”, ein “Meisterwerk der Comic-Geschichte”.

Jener Stefan Pannor verfasste fĂĽr die Website der “Deutschen Welle” mit “Klassikerverdichtung” auch eine Besprechung der Kurzcomicsammlung “100 Klassiker der Weltliteratur” (Ehapa), die vom Berliner Moga-Mobo-Team herausgegeben wurde.

“Kirihito” wiederum wurde vom Schweizer Comicjournalisten Christian Gasser fĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” besprochen, der in seinem Artikel “Auf den Hund gekommen” den “verstörenden Horrorthriller” zwar empfiehlt, aber nicht das ganz groĂźe Lob wie Stefan Pannor aussprechen mag.  Das macht er hingegen bei seiner Auflistung der besten Comics 2009 aus dem deutschsprachigen Raum, die er fĂĽr die Website des umtriebigen englischen Comicjournalisten Paul Gravett verfasst hat: Dort empfiehlt er unter anderem Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag), die Comic-Umsetzung von Erich Kästners “PĂĽnktchen und Anton” (Cecilie Dressler) von Isabel Kreitz und Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen).

Auf einer weiteren Liste taucht Marjane Satrapis “Persepolis” (Edition Moderne) auf: FĂĽr “Die Welt” stellte Matthias Wulff “Unsere liebsten Romane des Jahrzehnts” zusammen. Da durften die beiden autobiografischen Bände nicht fehlen.

“Schnackseln in Palermo kann gefährlich sein”

Montag, den 16. November 2009

lust_der_letzte_tag_01_titelAuch wenn es die Ăśberschrift zunächst nicht nahelegt, erkennt die “NZZ am Sonntag” in Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) den “beeindruckendsten Comic-Roman des Jahres”.

Schnackseln in Palermo kann gefährlich sein
Wie naiv kann man denn noch sein? – fragt man sich bei Ulli Lust

Spätsommer 1984: Zwei Teenager trampen nach Italien und bezahlen die «Freiheit» teuer. Ulli Lusts autobiografischer Comic-Roman ist eine erzählerische Wucht – der beeindruckendste Comic-Roman des Jahres.

Die Bemühung der deutschen Verlage, mit inhaltlich anspruchsvollen Graphic Novels ein breiteres Publikum zu erreichen, trägt Früchte: Mit «Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens» ist Ulli Lust der beeindruckendste Comic-Roman des Jahres gelungen.

Über 450 Seiten stark, ist die Erzählung von einer Wucht und Sogkraft, wie man sie in der Comic-Welt lange sucht. Für die aus Wien stammende, seit Mitte neunziger Jahre in Berlin lebende Zeichnerin war es kein geringes Wagnis, ihre Erlebnisse aus dem Jahr 1984 zu veröffentlichen. Die damals 17-jährige Ulli, Wiener Punkszenegängerin, reiste mit ihrer Freundin Edi nach Italien. Ohne Geld, ohne Pass, nur mit einem Schlafsack ausgerüstet, machten sie sich per Daumenexpress und zu Fuss auf den Weg über die grüne Grenze (Österreich war noch kein EU-Staat). mehr

“Sammler und Neider”

Freitag, den 30. Oktober 2009

wim3In der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” stellte Christian Gasser “Wimbledon Green” (Edition 52) des kanadischen Autoren Seth vor und fĂĽhrt aus, wie sich nicht zuletzt der Autor selbst in dieser Geschichte um den titelgebenden Comicsammler reflektiert.

Sammler und Neider

Der Traum von einem goldenen Zeitalter und die Melancholie des Nostalgikers: Der kanadische Comic-Autor Seth setzt in «Wimbledon Green» zu einer Satire der Comic-Sammler an – und reflektiert gleichzeitig seine eigene Passion für die Pop-Kultur der Vergangenheit.

Die Legende besagt, dass der Superheld Green Ghost ein paar Jahre vor seinem Durchbruch als Star der Heftreihe «All Fun» sein Début im erfolglosen Comic-Book «Green Ghost 1» gab. Für dessen Existenz gibt es allerdings keinen Beweis. Und genau dies beflügelt die Imagination der Sammler, die sich eine erbarmungslose Jagd nach dem mythischen Heft liefern. mehr

Neue Rezensionen – August 2009 (1)

Mittwoch, den 5. August 2009

Während die Verlage ihre Buchveröffentlichungen für das Herbstprogramm vorbereiten, hat es in den letzten Tagen wieder einige Pressebeiträge über Graphic Novels gegeben.

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Unter der Ăśberschrift “Zeichnungen aus dem Krieg” hat Pieke Biermann am 4. August die Graphic Novel-Umsetzung des Films “Waltz with Bashir” (Ari Folman und David Polonsky, Atrium) im Deutschlandradio Kultur vorgestellt. Der Artikel lässt sich hier nachhören.

In der “Neuen ZĂĽrcher Zeitung” hat Angelika Overath am 5. August unter dem Titel “Als die Farben Zweifel trugen” eine Rezension zu “Meine Mutter ist in Amerika und Buffalo Bill getroffen” (Carlsen) von Jean Regnaud und Emile Bravo geschrieben.

“Die Welt als Affenkäfig”

Dienstag, den 16. Juni 2009

affentheater coverFĂĽr die “NZZ” hat Christian Gasser am 12. Juni Florent Rupperts und JĂ©rĂ´me Mulots “Affentheater” (Edition Moderne) besprochen:

Die Welt als Affenkäfig

Florent Ruppert und Jérôme Mulot gelten als die brillanten Köpfe einer neuen Generation von Comic-Autoren. Mit ihren reduziert gezeichneten, grausam-witzigen Comics sorgen sie für frischen Wind. «Affentheater» ist ihr erstes auf Deutsch veröffentlichtes Buch.

Ein Mann mit einem wĂĽst vernarbten Gesicht will sich mit seinem neuen Bumerang ablichten lassen. Die angeheuerten Porträtfotografen mutmassen, woher diese Narben kommen, und entwickeln immer abstrusere Theorien. Kriegsverwundungen? Ein Ventilator? Der Zweikampf mit einem Krokodil? Ein Rasenmäher? Die Schlittschuhe einer Eiskunstläuferin? – Der Mann bittet die Fotografen um ihre Aufmerksamkeit, er wirft seinen Bumerang – und wird postwendend von ihm enthauptet. Unfall? Selbstmord? Den Fotografen ist’s egal, zum Spass setzen sie der Leiche den Kopf fĂĽr ein Post-mortem-Porträt wieder auf. Die zwei Fotografen stehen im Mittelpunkt etlicher Geschichten in Florent Rupperts und JĂ©rĂ´me Mulots «Affentheater». mehr

Blutch in der Schweizer Presse

Freitag, den 27. März 2009

blutch angoulemeBemerkenswerterweise am selben Tag berichten heute die beiden größten Tageszeitungen der Schweiz ĂĽber die Neuerscheinungen des französischen Autors Blutch (“Blotch – der König von Paris” im avant-verlag und “Der kleine Christian” bei Reprodukt) und dessen Gastaufenthalt beim Comicfestival Fumetto.

FĂĽr die “NZZ” schreibt Christian Gasser:

Die gewöhnlichen Geschichten des Lebens

Der Comic-Autor Blutch kommt als Artist in Residence ans Luzerner Comix-Festival Fumetto

Im Januar erhielt Blutch den Grossen Preis der Stadt Angoulême. Ausserhalb Frankreichs hingegen ist der Comic-Zeichner wenig bekannt. Vielleicht ändert sich das nun: Dieser Tage erscheinen seine witzigsten Bücher, «Der kleine Christian» und «Blotch», auf Deutsch. Überdies ist er Artist in Residence am Luzerner Comix-Festival Fumetto 2009.

Er stecke in einer unkomfortablen Situation, sagt Blutch: «In der Comic-Welt bin ich kein junger Marquis mehr, aber auch noch kein alter Baron.» Er sitzt auf einem Sofa, in sich zusammengesunken. «Ehrlich gesagt», fährt er nach einer Pause fort, «ich weiss nie, ob meine Geschichten interessant sind oder nicht. Ich bezweifle es. Deshalb mache ich immer noch ein nächstes Buch, um das vorherige zu korrigieren.»  mehr

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Im “Tagesanzeiger” berichtet Alexandra Kedves:

Comics als Grundnahrungsmittel fĂĽr die Fantasie

Blutch ist einer der ganz Grossen des französischen Autoren-Comics – und einer der ganz Scheuen im Medienzirkus. Jetzt kommt er zum Fumetto-Festival nach Luzern.

Im kleinen Christian steckt ein grosser Kerl: ein Held mit Hut, Revolver und Hengst. Zu dumm, dass Maman dafür einfach blind ist. Sie schickt John Wayne ins Bett, wenn der Western im Fernsehen läuft, und Tintin in die Schule, wenn der Wüstenwind weht; sie zwingt Lucky Luke zum Aufessen, wenns Spinat gibt, und, am allerschlimmsten, sie konfisziert die Comic-Hefte, in denen edle, wilde Kämpfer edle, wilde Dinge tun. Aber so leicht lässt sich der Stoff, aus dem Bubenträume sind, nicht liquidieren: Der kleine Christian und seine Freunde haben die Familie, die Schule – und ausserdem ein Paralleluniversum ganz für sich allein. mehr

“Bekenntnisse in Blasen und Bildern”

Dienstag, den 22. Januar 2008

Unter dieser Ăśberschrift veröffentlichte die “NZZ am Sonntag” am 19. Januar einen größeren Bericht ĂĽber Graphic Novels. Regula Freuler stellt im Besonderen Alison Bechdels “Fun Home” und Olivier Kas “Warum ich Pater Pierre getötet habe” als Beispiele fĂĽr die Vielzahl aktueller autobiografischer Comicveröffentlichungen vor.

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