Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Posy Simmonds’

Weltliteratur fĂŒrs Auge

Sonntag, den 20. Mai 2012

“Die Welt” hat sich am 19. Mai gleich in mehreren BeitrĂ€gen mit der gegenwĂ€rtigen Vielzahl an Literaturadaptionen im Comic beschĂ€ftigt.

Im umfangreichsten Text der Strecke unterzieht der Schriftsteller Thomas von Steinaecker die Literaturadaption im Allgemeinen und speziell die Umsetzung von Literatur im Comic einer nĂ€heren Betrachtung. Dabei lĂ€sst ihn das Gros der zuletzt veröffentlichten Comicadaptionen unbefriedigt zurĂŒck, Titel wie “In der Strafkolonie” nach Franz Kafka (Sylvain Ricard, Mael, dt. bei Knesebeck) und die Proust-Adaption “Combray” (StĂ©phane Heuet, dt. bei Knesebeck) wertet er in ihrer vermeintlich werkgetreuen Umsetzung in weiten Teilen als derart “fantasielos”, dass die Wörter der Vorlage “jeglichen Zauber” verlören.

Auch der freieren Interpretation einer Vorlage wie Posy Simmonds’ nach Gustave Flaubert entstandenes “Gemma Bovery” (dt. bei Reprodukt) mag Thomas von Steinaecker kein gĂ€nzlich gutes Zeugnis ausstellen: Trotz eines “amĂŒsanten intertextuellen Spiels” bliebe Posy Simmonds im Vergleich mit Flaubert “in jeder Hinsicht harmlos und oberflĂ€chlich”.

Einzig das KĂŒnstlerduo Alexandra Kardinar und Volker Schlecht weiß den Autor mit seiner Adaption von E.T.A. Hoffmanns “Das FrĂ€ulein von Scuderi” (Edition BĂŒchergilde) zu ĂŒberzeugen. Hier sei die Adaption “Bebilderung, Kommentar und WeiterfĂŒhrung in einem” – und durch die “QualitĂ€t der Panels und die formale Innovation” könne diese Version von “Das FrĂ€ulein von Scuderi” “gleichberechtigt neben der Vorlage bestehen und immer wieder neue Perspektiven auf Hoffmanns Text und seine Zeit” eröffnen”. Im Großen und Ganzen gelangt Thomas von Steinaecker zu dem Schluss, dass die Comicadaption zu oft die “Verkaufs- und Leseerwartungen an eine leichte LektĂŒre erfĂŒlle” und so Gefahr liefe, zu dem zu werden, wovor es schon Ray Bradbury in “Fahrenheit 451″ gegraut habe: “ein Abhaken der Höhepunkte eines Buches als Effektfeuerwerk”. Interessante Adaptionen wie “Das FrĂ€ulein von Scuderi” kommen, so das Fazit des Artikels “Das Beste in Bildern”, nur zustande, wenn sich der Comic auch in diesem Fall seiner “formalen und inhaltlichen Freiheit” bewusst werde.

Der kĂŒrzere Beitrag “Riesen zu WindmĂŒhlen” verweist auf die ersten fĂŒnf BĂ€nde einer neuen Reihe von Literaturcomics, die der Brockhaus-Verlag unlĂ€ngst in die Buchhandlungen gebracht hat. Den in Frankreich entstandenen Titeln wie “Don Quijote” nach Miguel de Cervantes (David Pellet, Philippe Chanoinat, Djian) bescheinigt der nicht genannte Verfasser des Textes “brav und ordentlich gemacht” zu sein, wohingegen das englischsprachige Großprojekt “The Graphic Canon” (Russ Kick, Hg., Seven Stories Press) wesentlich “ambitionierter und ausgeflippter” sei. Zeichner wie Robert Crumb oder der bereits verstorbene Will Eisner tragen hier zu einem Kanon der gesamten Weltliteratur vom Gilgamesch-Epos bis zu David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” bei. Ob dies gelungen ist, wird der erste Band zeigen, der am 22. Mai erscheinen soll.

Auch der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag hat 2011 mit Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” eine erste Graphic Novel auf den Markt gebracht – und angekĂŒndigt, diesem Erstling weitere Comics folgen zu lassen, die allesamt auf literarischen Vorlagen von Suhrkamp-Autorinnen und -Autoren basieren. Matthias Heine hat nun im Interview mit Winfried Hörning, der die Taschenbuchsparte bei Suhrkamp verantwortet, kĂŒnftige Titel in Erfahrung gebracht. Neben der bereits bekannten Bearbeitung von Marcel Beyers “Flughunde” durch Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), arbeitet Nicolas Mahler an “Alice in Sussex” – “einer bearbeiteten Version beziehungsweise Kompilation aus ‘Alice im Wunderland’ und ‘Frankenstein in Sussex’ von H.C. Artmann.” Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als MĂ€nner”, Carlsen) hingegen zeichnet “eine moderne Fassung von ‘Huckleberry Finn’ – angesiedelt in Ostdeutschland”. In dem GesprĂ€ch “Brecht muss noch warten” gibt Winfried Hörning aber noch weitere konkrete PlĂ€ne und Namen preis. So offenbart er, dass Volker Reiche (“Strizz”, C.H. Beck, JNK) eine Graphic Novel ohne Bezug zum Suhrkamp-Universum beitragen wird – und dass der Verlag sich durchaus offen zeigt, auch im europĂ€ischen Ausland nach passenden Stoffen Ausschau zu halten.

“Sprechende Bilder” im Literaturhaus Hamburg

Montag, den 9. April 2012

Vom 10. bis zum 13. April lĂ€dt das Junge Literaturhaus Hamburg unter dem Titel “Sprechende Bilder” zu den ersten Hamburger Graphic Novel Tagen ein. Moderiert von den Journalisten Andreas Platthaus (“Frankfurter Allgemeine Zeitung”) und Christian Gasser (“Neue ZĂŒrcher Zeitung”) werden sich Ulli Lust & Joe Sacco, Jens Harder & Marc-Antoine Mathieu, Line Hoven & Igort und Ralf König & Posy Simmonds an jeweils einem Abend
begegnen.

Der Comic hat die Kinderstube lĂ€ngst hinter sich gelassen: Noch nie waren Comics so erwachsen, waren Comics mit so viel QualitĂ€t und neuen ErzĂ€hl-Formen auf dem Markt. Bei den ersten Graphic Novel Tagen im Hamburger Literaturhaus kommen unter dem Titel “Sprechende Bilder” an vier Abenden vom 10. bis 13. April bei Podiumsdiskussionen jeweils ein internationaler und ein deutschen Comicautor oder -autorin miteinander ins GesprĂ€ch.

Neben den Abendveranstaltungen bietet das Junge Literaturhaus Hamburg Workshops mit zweien der anwesenden KĂŒnstler – Line Hoven und Igort – an.

  • Dienstag, 10. April:
    Comic & Reportage: Joe Sacco (US) & Ulli Lust (A)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR
  • Mittwoch, 11. April:
    Comic & Leben: Igort (I) & Line Hoven (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR

  • Workshop mit Line Hoven: “Kratzen fĂŒr AnfĂ€nger: EinfĂŒhrung in die Schabkartontechnik” (ab 14 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
    15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, KursgebĂŒhr: 15 EUR
  • Donnerstag, 12. April:
    Comic & Zeit: Marc Antoine Mathieu (F) & Jens Harder (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR

  • Workshop mit Igort: “Analysis of Frames and their Implicit Semantic Meaning”
    (in englischer Sprache, ab 18 Jahre, maximal 12 Teilnehmer)
    15 Uhr bis 18.30 Uhr, Gartenzimmer, KursgebĂŒhr: 15 EUR
  • Freitag, 13. April:
    Comic & Film: Posy Simmonds (GB) & Ralf König (D)
    19.30 Uhr, Großer Saal, Eintritt: 10 EUR, ermĂ€ĂŸigt 8 EUR / 6 EUR
  • In der Hamburger Comicbuchhandlung Strips & Stories finden am Rande der Veranstaltungsreihe folgende Signierstunden statt:

  • Mittwoch, 11. April, 16-18 Uhr:
    Igort (“Berichte aus der Ukraine”)

  • Samstag, 16. April, 14-16 Uhr:
    Line Hoven (“Liebe schaut weg”) & Posy Simmonds (“Tamara Drewe”)
  • Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, D-22087 Hamburg
    Tel. (040) 22 70 20 11, Fax (040) 2 20 66 12
    email: info@julit-hamburg.de, www.julit-hamburg.de

    Strips & Stories, Seilerstraße 40, D- 20359 Hamburg
    Tel. (040) 380 740 09
    email: info@strips-stories.de, www.strips-stories.de

    “Bestseller in kleinen Bildern”

    Dienstag, den 13. Dezember 2011

    In der “SĂŒddeutsche Zeitung” vom 13. Dezember schreibt Fritz Göttler ĂŒber einen aktuellen Trend auf dem deutschsprachigen Buchmarkt: Literaturadaption im Comic

    Vorgestellt und bewertet werden unter anderem “Tristram Shandy” von Martin Rowson (nach Laurence Sterne), “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” von StĂ©phane Heuet (nach Marcel Proust, beide Knesebeck), “Alte Meister” von Nicolas Mahler (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp) sowie “Gemma Bovery” von Posy Simmonds (nach Gustave Flaubert, Reprodukt).

    Bestseller in kleinen Bildern

    Sperrige Literatur leichtgemacht: Literarische Comics und Graphic Novels erobern den Buchmarkt. Illustrierte Weltbestseller sollen Leser an schwierige Klassiker heranfĂŒhren – aber sie schaffen weit mehr als das.

    Rattengift . . . irgendwann hĂ€ngt das Wort bedrohlich ĂŒber dem StĂ€dtchen Bailleville in der Normandie, ĂŒber denen zumindest, die von dem stillen Drama wissen, das sich in dem einsamen kleinen Haus in der Umgebung gerade entwickelt. Wenn die Zeichen nicht trĂŒgen, mĂŒsste die junge Frau dort in KĂŒrze sich das Leben nehmen mit Rattengift. mehr

    “Liebe, EnttĂ€uschungen, Ehebruch”

    Freitag, den 11. November 2011

    In der “Neuen ZĂŒrcher Zeitung” stellt Christian Gasser “Gemma Bovery” von Posy Simmonds (Reprodukt) vor. Mit der englischen Autorin hat er sich fĂŒr seinen ausfĂŒhrlichen Artikel zu einem GesprĂ€ch getroffen.

    Liebe, EnttÀuschungen, Ehebruch

    Eine Protagonistin namens Gemma Bovery, die mit einem Charlie verheiratet ist, zwei Liebhaber, hohe Schulden, ein tragisches Ende – die englische Comic-Autorin Posy Simmonds macht aus den Ingredienzen von Flauberts «Madame Bovary» eine aktuelle Graphic Novel, die nun auch auf Deutsch erschienen ist.

    Nicht nur der Titel dieses Comic-Romans, «Gemma Bovery», auch sein Plot verweist unzweifelhaft auf Flauberts «Madame Bovary» bzw. auf die Protagonistin Emma Bovary. Posy Simmonds’ Geschichte spielt sich allerdings in der Gegenwart ab: … mehr

    “Gemma Bovery” von Posy Simmonds

    Donnerstag, den 2. Juni 2011

    Mitte Juni erscheint mit “Gemma Bovery” ein neuer Titel von Posy Simmonds bei Reprodukt. “Gemma Bovery” wurde ursprĂŒnglich in der britschen Tageszeitung “The Guardian” vorabgedruckt und ist bereits 1999 in englischer Sprache bei Jonathan Cape als Graphic Novel erschienen.

    Auf der Grundlage von Gustave Flauberts Meisterwerk Madame Bovary hat Posy Simmonds ein vielschichtiges Panoptikum ĂŒber Ehebruch und seine Konsequenzen, Betrug und EnttĂ€uschung, TrĂ€ume und LebenslĂŒgen geschaffen. Klug und psychologisch dicht erzĂ€hlt ist Gemma Bovery ein facettenreicher Comic, in dem es Posy Simmonds auch dank ihrer prĂ€zisen Zeichnungen gelingt, die innere Zerrissenheit ihrer Charaktere zum Ausdruck zu bringen.

    Die junge Illustratorin Gemma Tate heiratet den geschiedenen Charlie Bovery und wird so unfreiwillig zur Stiefmutter seiner beiden Kinder und zum Albtraum seiner zĂ€nkischen Ex-Frau. In dieser Rolle hat Gemma bald die Nase voll von London und ĂŒberredet Charlie, mit ihr in die Normandie zu ziehen. Doch der Reiz des französischen Landlebens lĂ€sst schnell nach, und Gemma fristet ein ödes Dasein im normannischen Nirgendwo.

    FĂŒr Gemmas neuen Nachbarn, den belesenen BĂ€cker Raymond Joubert, bekommt das idyllische Landleben jedoch eine ganz neue Perspektive, seit die Boverys das alte Bauernhaus in der NĂ€he erworben haben. Er ist geradezu besessen von ihr und der Idee, er habe die Inkarnation der Flaubertschen Heldin vor sich…

    Posy Simmonds, geboren 1945 in Bershire, studierte Kunst in Paris und anschließend Grafikdesign in London. 1969 erhielt sie ihren ersten Auftrag fĂŒr einen Fortsetzungsstrip in der Zeitung “The Sun”. Seit den frĂŒhen Siebzigerjahren zeichnet sie regelmĂ€ĂŸig fĂŒr die englische Tageszeitung “The Guardian” und wurde fĂŒr ihre Arbeiten zweifach als Cartoonist of the Year ausgezeichnet.

    Internationale Beachtung fand Posy Simmonds als Autorin und Zeichnerin von “True Love”, “Gemma Bovery” und “Tamara Drewe”. FĂŒr ihre Verdienste um die Zeitungsindustrie wurde Posy Simmonds 2002 zum Member of the British Empire ernannt.

    Gemma Bovery, ISBN 978-3-941099-72-2, 112 Seiten, schwarzweiß, 30,5 x 19,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erscheint im Juni 2011 bei Reprodukt

    “Immer Drama um Tamara” – Von der Graphic Novel zum Film

    Mittwoch, den 27. April 2011

    Am 5. beziehungsweise 20. Mai kommt die DVD von “Immer Drama um Tamara” nach der Graphic Novel “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) in die Videotheken und LĂ€den. Neben dem empfehlenswerten Film wird unter den Extras der DVD ein exklusiv produziertes “Making Of”, das Szenen der Graphic Novel mit der Filmumsetzung vergleicht, zu finden sein. Mit freundlicher Genehmigung von PROKINO hier ein kleiner Ausschnitt aus dem “Making Of”:

    Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

    Donnerstag, den 30. Dezember 2010

    Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfĂ€ltige Berichterstattung ĂŒber Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite fĂŒllenden Bericht ĂŒber die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

    Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natĂŒrlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausfĂŒhrlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

    Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube fĂŒr Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel KreitzÂŽ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann ĂŒber eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

    Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prĂ€gten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefĂ€hrlich” fĂŒr “Die Welt” ĂŒber die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

    Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin fĂŒr Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der LektĂŒre von Bastien VivĂšsÂŽ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

    Gleich zwei BĂ€nde von Bastien VivĂšs finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner wĂŒrde sich wĂŒnschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau ĂŒberhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue BĂ€nde von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale MenschenknĂ€uel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “KapitĂ€n Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

    Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation ĂŒber Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

    “Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu ĂŒberbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein GeschĂ€ft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff RebÂŽs (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

    “Tamara Drewe” – “Immer Drama um Tamara” startet in deutschen Kinos

    Dienstag, den 28. Dezember 2010

    An diesem Donnerstag startet die Verfilmung von Posy Simmonds Graphic Novel “Tamara Drewe” unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” in den deutschen Kinos. Regie fĂŒhrte Stephen Frears, die Hauptrolle spielt Gemma Arterton. Wie auch im Buch spielt die Handlung im Film auf einem großzĂŒgigen Anwesen im SĂŒden Englands. Schriftsteller ziehen sich hierhin zurĂŒck, um in Abgeschiedenheit an ihren Manuskripten zu arbeiten.

    Die Idylle wird gestört, als Tamara Drewe, Klatschkolumnistin aus London, an diesen Ort ihrer Jugend zurĂŒckkehrt, um ein Erbe anzutreten. Mit ihrer Anziehungskraft auf die MĂ€nner vor Ort bringt Tamara lang unterdrĂŒckte Konflikte zum Ausbruch. Als zwei pubertierende MĂ€dchen aus dem Dorf das allgemeine emotionale Durcheinander zum Anlass fĂŒr eine Intrige nehmen, kommt es zu einem Todesfall


    Zur Buchvorlage bemerkte der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe:

    “Mit treffsicheren Linien durchleuchtet Posy Simmonds in ‘Tamara Drewe’ die Charaktere und zeigt uns, aus welchem Holz die Literaten, Autoren, Verleger, Kritiker und Akademiker gleichermaßen geschnitzt sind, all die Eitelkeiten, Begehrlichkeiten, EifersĂŒchteleien und die anderen gekrĂ€nkten GefĂŒhle, die sie mit sich herumtragen – genauso wie die Lust, die sie nur notdĂŒrftig in ihren Jeans verbergen.” – Tom Wolfe

    Die Verfilmung feierte im FrĂŒhjahr auf dem Filmfestival in Cannes Premiere und wurde seitdem mit Kritikerlob bedacht (siehe unten). Zur Einstimmung auf die gelungene Umsetzung hier noch einmal der deutschsprachige Trailer.

    „Kluge und amĂŒsante Komödie ĂŒber Schriftsteller und ihre Marotten und
    Liebschaften im idyllischen Hardy-Land.“
    – The Hollywood Reporter

    „Eine Wonne von der ersten bis zur letzten Sekunde … Gemma Arterton, Roger
    Allam, Dominic Cooper, Luke Evans, Tamsin Greig und Bill Camp sind einfach
    großartig.“
    – The Daily Mail

    „Diese Komödie spielt auf dem Land in England, wo das plötzliche Auftauchen einer
    Sexbombe (Gemma Arterton) die kleine dörfliche Welt total aus den Fugen geraten
    lĂ€sst.“
    – Le Parisien

    „Stephen Frears fidel-romantische Komödie IMMER DRAMA UM TAMARA war fĂŒr
    mich der witzigste Film in Cannes.“
    – New York Post

    „Mit IMMER DRAMA UM TAMARA inszeniert Stephen Frears ein urwĂŒchsiges
    Vaudeville-StĂŒck, in dem desillusionierte Schriftsteller auf Rocker und verfĂŒhrerische
    junge MĂ€dchen treffen. Über die vier Jahreszeiten hinweg werden ihre LĂŒgen entlarvt
    und ihr Verstand hinweggefegt.“
    – Excessif

    „Fans von sarkastischen Kommentaren und Wortwitz kommen auf ihre Kosten.“ – OutNow.CH

    „Die Komödie des Sommers!“ – TĂ©lĂ© 7 Jours

    „Ein Film, der von Anfang bis Ende beflĂŒgelt.“ – TĂ©lĂ©rama

    Streifenplakate bei Reprodukt

    Mittwoch, den 17. November 2010

    AnlĂ€sslich der Verfilmung von Posy Simmonds’ “Tamara Drewe” – von Regisseur Stephen Frears mit Gemma Arterton in der Hauptrolle – die in Deutschland am 30. Dezember unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” anlĂ€uft, gibt es bei Reprodukt ein neues Streifenplakat fĂŒr den Buch- und Comichandel.

    Sowohl das neue Motiv (LKG Titelnummer 9023) als auch zu anderen Graphic Novels produzierte Streifenplakate können ĂŒber die Verlagsauslieferungen von Reprodukt in Deutschland, Österreich und der Schweiz bezogen werden.

    Folgende Plakate fĂŒr den Handel stehen bei MSW Medien Service Wuppertal, LKG, Pictopia (Österreich) oder Kaktus (Schweiz) zur VerfĂŒgung:

    ‱ “Am falschen Ort”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 9019)
    ‱ “Aufzeichnungen aus Birma”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 90005)
    ‱ “Baby’s in Black”-Streifenplakat hoch
    (LKG-Titelnummer 9017)
    ‱ “Baby’s in Black”-Streifenplakat quer
    (LKG-Titelnummer 9018)
    ‱ “Gift”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 9014)
    ‱ “Rembetiko”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 9020)
    ‱ “Immer Drama um Tamara”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 9023)
    ‱ “Tamara Drewe”-Streifenplakat
    (LKG-Titelnummer 9012)

    “Tamara Drewe” – Trailer in deutscher Sprache online

    Sonntag, den 7. November 2010

    Unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” bringt der Filmverleih Prokino am 30. Dezember Stephen Frears’ “Tamara Drewe” mit Gemma Arterton in der Hauptrolle in die deutschen Kinos – nach der Vorlage “Tamara Drewe”, geschrieben und gezeichnet von Posy Simmonds (Reprodukt). Der deutschsprachige Trailer ist jetzt online zu sehen.

    “Tamara Drewe” jetzt mit Flash-Leseprobe

    Mittwoch, den 21. Juli 2010

    Im Rahmen der Abstimmung zur Hotlist 2010 – dem Preis der Independent-Verlage – wurde nun eine Leseprobe zum nominierten Comic “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) online gestellt. Hier kann nun voll flashanimiert in den ersten 26 Seiten hin- und hergeblĂ€ttert werden.

    Über folgenden Link gelangt man zur Abstimmung auf der Website der Wochenzeitung “Freitag”: Hotlist 2010.

    “Tamara Drewe” im Pool zur Hotlist 2010 der Independents

    Samstag, den 3. Juli 2010

    “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) wurde in den Pool zur Hotlist 2010 – Preis der Independent Verlage aufgenommen. Interessierte unabhĂ€ngige Verlage aus dem deutschsprachigen Raum waren aufgefordert, jeweils eine Neuheit aus ihrem Programm fĂŒr die Zusammenstellung der Hotlist zur Wahl zu stellen. Die besten BĂŒcher der Saison stellen sich ab sofort dem Publikumsvoting des von der Fachzeitschrift “BuchMarkt” ausgeschriebenen Preises und reprĂ€sentieren damit die Vielfalt des verlegerischen Schaffens der Independents in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    Vom 2. Juli bis zum 10. August kann im Internet auf den Seiten der Wochenzeitung “Freitag” darĂŒber abgestimmt werden, welche der 110 eingereichten Titel in die endgĂŒltige Hotlist gelangen. Insgesamt wird die Hotlist 15 Titel umfassen, von denen 8 Titel von einer Jury ausgewĂ€hlt und die restlichen 7 ĂŒber die Internetabstimmung ihren Platz finden werden.

    Zur besseren Übersicht sind die BĂŒcher in Rubriken eingeordnet. “Tamara Drewe” findet sich unter “Internationale Belletristik”. Wer seine Stimme fĂŒr das Comic-Album abgeben möchte, kann hier zur Abstimmung gelangen. Die von der Fachzeitschrift “BuchMarkt” ausgewĂ€hlte Jury wird dann aus den 15 BĂŒchern der Hotlist den Sieger auswĂ€hlen, der sich ĂŒber ein von der Mayerschen Buchhandlung gestiftetes Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen kann.

    UnterstĂŒtzt wird die Hotlist von Mayersche Buchhandlung, Buchhandlung Orell FĂŒssli, RenĂ© Kohl Buch- und Medienversand, “Der Freitag”, “taz”, Kurt-Wolff-Stiftung, book2look, SWIPS sowie den Auslieferungen LKG und Prolit.

    Comics in den Medien – Juli 2010 (1)

    Donnerstag, den 1. Juli 2010

    FĂŒr die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” beantwortet Kritiker-KoryphĂ€e Marcel Reich-Ranicki Leserfragen zum Thema Literatur. Auf die Frage, ob Comics denn nun Literatur seien und ob er selbst Comics lese, antwortete er knapp und bestimmt: “Nein, nein, nein.” Schade fĂŒr ihn, möchte man sagen. Und widersprechen mag man ihm in seinem Urteil nicht, schließlich besitzen Comics eine eigenstĂ€ndige Sprache, die ohne weiteres auch mal ganz ohne Worte auskommt – was man von der Literatur so wohl nicht behaupten kann.

    In der “Financial Times Deutschland” zeichnet Ulf Brychcy Jens Harders Evolutionsepos “Alpha – Directions” (Carlsen) als “Highlight auf dem Buchmarkt” aus. Das Buch steht auch im Mittelpunkt eines Radiobeitrags von Christian Möller, der mit dem Autor fĂŒr die Sendung “Resonanzen” auf WDR3 gesprochen hat. Der Beitrag lĂ€sst sich hier online anhören.

    “Fast zu schön, um wahr zu sein” findet Alexander Frank “Das Ende der Welt” (avant-verlag) von Pierre Wazem und Tom Tirabosco. Über die “Beschauliche Apokalypse” schreibt er auf titel-magazin.de.

    “Ein feines NĂ€schen” fĂŒr eine gute Geschichte mit sehr realen Figuren attestiert Stefan Möller der britischen Autorin Posy Simmonds nach der LektĂŒre ihres Buches “Tamara Drewe” (Reprodukt). Die Besprechung wurde auf glanzundelend.de veröffentlicht.

    Zu den “wichtigsten amerikanischen Comic-ErzĂ€hlern der Gegenwart” erklĂ€rt Katja Schmitz-DrĂ€ger Alex Robinson auf tagesspiegel.de nach der LektĂŒre des soeben erschienenen “Unvergessene Zeiten” (Edition 52), in dessen Mittelpunkt ein “Hypnotischer High-School-Ausflug”. steht. Waldemar Kesler befasst sich an gleicher Stelle mit Bastien VivĂšs’ “Der Geschmack von Chlor” (Reprodukt), ein Buch, das eine “Vertraute Fremde” vermittelt und dem Leser “eine ganz neue Bilderwelt” erschließt. “Alles wird gut” ist, ebenfalls auf tagesspiegel.de, bezĂŒglich der neuen Ausgabe der Anthologie “Spring” – diesmal zum Thema “Happy Ending” – zu lesen, die im Rahmen einer Ausstellung in Hamburg der Öffentlichkeit prĂ€sentiert wird. Im Artikel wird auch eine Ausstellung in Berlin im spĂ€ten September angekĂŒndigt.

    AnlĂ€sslich des Kinostarts von “Jungs bleiben Jungs” am 1. Juli 2010 hat Christian Meyer mit Comicautor und Regisseur Riad Sattouf ein Interview gefĂŒhrt, das nun auf tiefkultur.de zu lesen ist.

    “Tamara Drewe” von Stephen Frears – Der Trailer

    Freitag, den 11. Juni 2010

    Auf der französischsprachigen Website AlloCinĂ© wurde nun der Trailer zu “Tamara Drewe” von Stephen Frears bereitgestellt.

    Im Frankreich wird die Verfilmung von Posy Simmonds’ Comic “Tamara Drewe” (Reprodukt) – mit Gemma Arterton, Tamsin Greig, Roger Allam und Dominic Cooper in den Hauptrollen – am 14. Juli anlaufen, in Großbritannien und den USA im September dieses Jahres.

    Starttermine fĂŒr die deutschsprachigen LĂ€nder stehen noch nicht fest.

    “Die Mörderin und der Klatsch”

    Freitag, den 4. Juni 2010

    FĂŒr “Zeit Online” hat sich Andrea Hanna HĂŒnniger zwei Neuveröffentlichungen von Reprodukt angesehen: Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” und Posy Simmonds “Tamara Drewe”:

    Die Mörderin und der Klatsch

    Zum Erlangener Comic-Fest liegen zwei beachtliche BĂŒcher vor: ein prĂŒgelharter Trip durchs 19. Jahrhundert und eine weichgezeichnete Kulturbetriebssatire.

    Unter Comic-Lesern ist Reprodukt lĂ€ngst der Verlag, von dem man am liebsten das ganze Programm bestellen will. Die Geschichten sind neu, haben im Übrigen wenig mit He-, Spider- oder SupermĂ€nnern zu tun, vielmehr mit guten Geschichten. Gern und viel wird in den Reprodukt-Comics, oder wie es in Deutschland mit abgespreiztem Finger heißt, den Graphic Novels, autobiografisch erzĂ€hlt. Derzeit findet in Erlangen das wichtigste Comic-Festival in Deutschland statt. Ein Grund, sich zwei Neuerscheinungen aus dem Verlag, der 1991 gegrĂŒndet wurde und aus einem Comic-Laden in Berlin entstand, vorzunehmen.

    Gift und Tamara Drewe können unterschiedlicher nicht sein. Gift erzĂ€hlt die Geschichte der Mörderin Gesche Gottfried aus dem 19. Jahrhundert, dĂŒster und mit Bleistift, mal zitternd und flach, mal alles verdunkelt und sogar Sonnenlicht und Wolken hĂ€ngen wie ein schwarzes Urteil ĂŒber dem Bremer Pflasterstein. Posy Simmonds Tamara Drewe mischt Farben und eine Schriftsteller-Enklave in England auf, wo bevorzugt eitle Autoren, um die heiße Klatschkolumnistin und ihren eigenen, ĂŒbersichtlichen Alltag zwischen Pferdekoppel und Apfelkuchen kreisen. Beide BĂŒcher zeigen vor allem die Schizophrenie, die Verlogenheit der Figuren. mehr

    Comics in der Presse – Mai 2010 (2)

    Samstag, den 29. Mai 2010

    Superhelden stehen im Mittelpunkt der Neuauflage von “Marvels” (Panini) von Kurt Busiek und Alex Ross, das 15 Jahre nach Erstveröffentlichung nun wieder auf Deutsch erhĂ€ltlich ist und in dem in aufwĂ€ndigen Bildern das Aufkommen der “Marvel”-Superhelden (Spiderman, Hulk, Die Fantastischen Vier) aus der Sicht eines gewöhnlichen Zeitungsreporters geschildert wird. “Ein echter Klassiker” urteilt Martin Ross auf titel-magazin.de in “Ein Universum voller Helden”.

    Auf das Erscheinen von Jan Draegers und Holger Kreitlings ausfĂŒhrlichem Artikel zu Jens Harders “Alpha… Directions” (Carlsen) wurde an dieser Stelle hingewiesen, als er in der “Berliner Morgenpost” erschien. In leicht modifizierter Form wurde er nun unter dem Titel “Die Weltgeschichte als Comic” in “Die Welt” veröffentlicht. Interessant auch der Meinungsaustausch zwischen naturwissenschaftlich geschulten Lesern und AnhĂ€ngern des Kreationismus.

    Im Jugendradio des SWR, Das Ding, stellte Christiane Falk “Tamara Drewe” von Posy Simmonds als “Buchtipp” vor. Der Beitrag lĂ€sst sich hier nachhören.

    Daniel WĂŒllner stellt in seiner Besprechung auf comicgate.de von Osamu Tezukas “Barbara” (Schreiber & Leser) die erzĂ€hlerische Klasse des Autoren heraus, ohne zu unterschlagen, dass er mit einigen Darstellungen von Frauen in dem Buch durchaus seine Probleme hat.

    Einen weiteren japanischen Comic bespricht Thomas Greven auf tagesspiegel.de: Nachdem “Vertraute Fremde”, die Verfilmung des “Comic des Jahres 2007″, gerade in den Kinos angelaufen ist, hat der Hamburger Carlsen Verlag mit “Ein Zoo im Winter” schon ein neues Werk von Jiro Taniguchi veröffentlicht. In “Der Traum des Zeichners”, so stellt Thomas Greven heraus, betone Jiro Taniguchi in fĂŒr ihn typischer Manier “mit großer erzĂ€hlerischer WĂ€rme die Menschlichkeit seiner Protagonisten”.

    “Ein ReaktionĂ€r wie aus dem Bilderbuch” ist fĂŒr Micha Wießler, den Inhaber des Berliner Comicshops Modern Graphics, die titelgebende Figur aus Blutchs “Blotch – Der König von Paris” (avant-verlag), wie er in einer Buchvorstellung an gleicher Stelle ausfĂŒhrt.

    Felix Giesa vergleicht Tommi Musturis “Unterwegs mit Samuel” (Reprodukt) auf satt.org in “Arbeit am Comic-Mythos” mit Jim Woodrings “Frank” und zieht zur besseren Einordnung des Comics, der “formal wie inhaltlich begeistert” noch Art Spiegelmans “Breakdowns” (Fischer) und Tony Millionaires “Sock Monkey” heran.

    Auf der amerikanischen Informationswebsite Comicsreporter.com lobt Bart Beatty Thomas Ott anlĂ€sslich seiner in der Edition Moderne erschienenen Sammlung “R.I.P. Best Of 1985-2004″ als “one of the world’s most interesting cartoonists for a quarter century now.”

    “Wer gewinnt in Erlangen?” fragt sich “FAZ”-Feuilletonist Andreas Platthaus in seinem Blog und gibt seine Empfehlungen fĂŒr PreistrĂ€ger der Max und Moritz-Preise ab. Auch in einer Bildergalerie schreitet er fĂŒr die “FAZ” die nominierten Comics ab, den in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” erschienenen Titeln bescheinigt er die Höchstwertung.

    Die Comicseite des Berliner “Tagesspiegels” enthĂ€lt sich eines Urteils zu den Max und Moritz-Nominierungen und verweist auf die eigene Berichterstattung zu fast jedem der zur Wahl stehenden Titel: “Wilhelm Buschs Erben”.

    “Tamara Drewe” – Berichterstattung auf arte

    Dienstag, den 25. Mai 2010

    Die Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) durch Stephen Frears hat der Kultursender arte zum Anlass genommen, eine Vorstellung von Buch und Autorin im Rahmen der Sendung “arte Kultur”, die anlĂ€sslich der Erstveröffentlichung der französischen Ausgabe gesendet wurde, wieder in sein Onlineprogramm zu nehmen. Der Beitrag kann hier angesehen werden.

    Auch in Cannes war arte zugegen, um von der Weltpremiere der Verfilmung zu berichten. Der Beitrag von Marie Labory enthÀlt einige Filmclips und Interviews mit dem Regisseur und einigen Darstellern und lÀsst sich hier noch einmal ansehen.

    “Tamara Drewe” bei den 63. Filmfestspielen Cannes

    Dienstag, den 18. Mai 2010

    Am heutigen Nachmittag wurde Stephen Frears‘ Verfilmung von “Tamara Drewe” – nach Posy Simmonds’ gleichnamiger Graphic Novel – außerhalb des Wettbewerbs bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgefĂŒhrt.

    AnlĂ€sslich der Vorstellung des Films war auch Posy Simmonds in Cannes zugegen, die neben Stephen Frears im Mittelpunkt des Medieninteresses stand. Ein Interview, das Pierre Zeni mit Zeichnerin und Regisseur an der Croisette gefĂŒhrt hat, schmĂŒckte heute die Startseite des Festivals.

    Auch in einer Pressekonferenz nach der VorfĂŒhrung des Films war die Zeichnerin zugegen – neben Schauspielern, Drehbuchautorin und Regisseur stellte sie sich den Fragen aus dem Publikum. In einem 26-minĂŒtigem Mitschnitt lĂ€sst sich die Pressekonferenz auf der Website von Cannes nachverfolgen.

    In ersten Besprechungen von “New York Post”, “Guardian” oder “Time Magazine” wird der Film vor allem fĂŒr die schauspielerische Leistung des Ensembles, fĂŒr seinen Witz und seine ĂŒberraschenden Wendungen gelobt, die ihn – zumindest bislang – zur Ausnahmeerscheinung am diesjĂ€hrigen Festival machen: “Halfway through the festival, Tamara is at the head of the class and proof that an old dog like Frears can still make a movie perform some pretty cute tricks.”

    Graphic Novels in der Presse – Mai 2010 (1)

    Mittwoch, den 12. Mai 2010

    “Disneyland von Schmutz und Elend” ĂŒberschreibt Martin Gramlich seine Vorstellung von Joe Saccos “PalĂ€stina” (Edition Moderne) auf titel-magazin.de. An gleicher Stelle portrĂ€tiert Christopher Franz den vielseitigen Nicolas Mahler, der bei den zahlreichen Veröffentlichungen des Zeichners feststellt: “Mal wieder Mahler”.

    Michael Saager ĂŒberschreibt auf fluter.de seinen Artikel zu Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) mit “VerunglĂŒckte Italienreise”, was angesichts der unter die Haut gehenden autobiografischen ErzĂ€hlung eine arge Untertreibung ist.

    Christian Meyers Besprechung von Posy Simmonds’ “Tamara Drewe” (Reprodukt) – von Stephen Frears verfilmt und in der nĂ€chsten Woche in Cannes erstmalig zu sehen – im Comicmagazin “Strapazin” kann man nun auf seinem Blog tiefkultur.de nachlesen.

    Fantasie beweist Lena Ullrich auf geolino.de bei ihrer Vorstellung von Peer Meters und Barbara Yelins auf realen Tatsachen beruhender Graphic Novel “Gift” (Reprodukt): Die unter ihrem Artikel befindliche Tag-Leiste sortiert das besprochene Buch auch unter dem Stichwort “Fantasy” ein.

    Auf tagesspiegel.de befasste sich Katja Schmitz-DrĂ€ger mit Will Eisners neu aufgelegtem Klassiker “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen). In “Die Strasse des Lebens” stellt sie unter anderem heraus, wie wenig an AktualitĂ€t der Band verloren hat. Eben jener Buch ist auch Gegenstand eines Beitrags von Christian Gasser im Schweizer Radio DRS2. Seinen Beitrag kann man hier nachhören.

    Wieder auf tagesspiegel.de berichtet Thomas Greven von einem Besuch des Comicfestivals in Bologna und seiner Bekanntschaft mit dem bisher in Deutschland nur sporadisch veröffentlichten italienischen Comiczeichner Andrea Bruno: “Samstags ruhen die Waffen.”. Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Sebastian Leber die Graphic Novel “Spunk” (Archiv der Jugendkulturen) vor und erlĂ€utert, wie der israelische Autor Garbriel S. Moses Comics “Auf den Punk gebracht” hat. Klaus Schikowskis SekundĂ€rwerk “Die großen KĂŒnstler des Comics” (edel) stellt unter dem Titel “Raus aus der Wagenburg” an gleicher Stelle Markus Dewes vor.

    AnlĂ€sslich der noch immer zu sehenden – und sehr sehenswerten – Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis” im JĂŒdischen Museum Berlin sprach “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne mit der Comiczeichnerin Miriam Katin, die zur Eröffnung nach Berlin eingeladen war und sich vor dem Hintergrund ihrer autobiografischen Graphic Novel Allein unter allen (Carlsen) fragt: “Wie konnte das gerade mir passieren?”. Die Ausstellung war ĂŒberhaupt Gegenstand breiter Berichterstattung, als Beispiel sei nur ein Artikel in der “Zeit” von Christian Schröder genannt: “SchlĂ€gerei im FĂŒhrerbunker”.

    Leider (noch) nicht online abrufbar ist ein Artikel aus der “SĂŒddeutschen Zeitung”, in dem herausgestellt wird, dass viele jĂŒdische KĂŒnstler nicht zuletzt dadurch entscheidend zur AusprĂ€gung der Graphic Novel beigetragen haben, dass sie ihren jĂŒdischen Hintergrund thematisierten.

    “Tamara Drewe” beim Filmfestival Cannes 2010

    Donnerstag, den 6. Mai 2010

    Am 12. Mai beginnen die diesjĂ€hrigen 63. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Filmregisseur Stephen Frears (“The Snapper”, “High Fidelity”) prĂ€sentiert am Festival die ErstauffĂŒhrung von “Tamara Drewe” – eine Adaption von Posy Simmonds’ gleichnamiger Graphic Novel.

    “Tamara Drewe” wird in Cannes nicht im offiziellen Wettbewerb, sondern außer Konkurrenz gezeigt. Die Verfilmung von Posy Simmonds’ Comic ist mit Gemma Arterton als Tamara Drewe, Luke Evans als Andy Cobb oder Dominic Cooper als Ben Sergeant weit weniger prominent besetzt als Stephen Frears’ Filme der jĂŒngeren Vergangenheit wie beispielsweise “The Queen” (mit der Oscar-prĂ€mierten Helen Mirren in der Hauptrolle) oder “ChĂ©ri” (mit Michelle Pfeiffer), dennoch – oder gerade deshalb – darf man auf das Ergebnis gespannt sein.

    Posy Simmonds, deren Vorlage zum Film ursprĂŒnglich in wöchentlichen Folgen in der britischen Tageszeitung “The Guardian” veröffentlicht wurde, ist fĂŒr ihren entlarvenden und karikierenden Stil bekannt. In ihren gesellschaftsanalytischen Geschichten portrĂ€tiert sie gern typische Vertreter der britischen Literaturszene. “Tamara Drewe” ist ihre jĂŒngste Buchveröffentlichung.

    Als Tamara Drewe nach dem Tod ihrer Mutter nach Stonefield zurĂŒckkehrt, um ihr Erbe anzutreten, wird die Idylle des Ortes – und vor allem des nahe gelegenen Schriftsteller-Refugiums – empfindlich gestört. Die junge Frau hat sich vom unscheinbaren Wildfang zur selbstbewussten Klatschkolumnistin gewandelt. Mit ihrer Anziehungskraft bringt Tamara lang unterdrĂŒckte Konflikte zum Ausbruch, und die Ordnung der lĂ€ndlichen Gemeinschaft, die man bisher fĂŒr unerschĂŒtterlich hielt, gerĂ€t allmĂ€hlich aus den Fugen.

    Einen kleinen Einblick in die Dreharbeiten gibt dieses kurze Video vom Auftritt und Split der Band Swipe (Schlagzeuger Ben Sergeant steigt im Anschluss ans Konzert aus der Band aus und lernt bald darauf Tamara Drewe kennen).

    Tamara Drewe, ISBN 978-3-941099-31-9, 136 Seiten, farbig, 26 x 23,5 cm, Klappenbroschur, 20 EUR, erschienen bei Reprodukt