Graphic Novels
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Graphic Novels in den Medien – 25. Juli 2013

Donnerstag, den 25. Juli 2013

Am vergangenen Wochenende wurden wie in jedem Jahr in San Diego am Rande der Comic-Con die Eisners-Awards verliehen, die als prestigeträchtigste Comic-Auszeichnungen Nordamerikas gelten. Verliehen wurden sie an viele auch hierzulande bekannte AutorInnen und Titel, darunter den Disney-Zeichner Don Rosa und – für seine Richard Stark–Adaption “The Score” – Darwyn Cooke. Mit gleich vier Trophäen wurde Chris Ware bedacht, dessen “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” bei Reprodukt vorliegt. Für den neuen Band “Building Stories” gingen die Auszeichnungen in den Kategorien “Best Writer/Artist”, “Best Graphic Album—New”, “Best Lettering” sowie “Best Publication Design” an den Chicagoer Künstler. Eine Übersicht über die Gewinner in allen Kategorien gibt es hier.

“Eine durchgestyltere, frivolere, melancholischere, überdrehtere und überraschendere Räuberpistole als Die große Odaliske hat man lange nicht gelesen.” Das schreibt Moritz Honert auf tagesspiegel.de in seinem Beitrag über “Die große Odaliske” von Bastien Vivès und Ruppert & Mulot (Reprodukt): “Drei Engel für Ingres”.

An gleicher Stelle stellt Andreas Hartung Riff Reb´s Adaption von “Der Seewolf” vor und fasst zusammen: “weniger Diskurs, aber tolle Bilder”: “Der böse Mann und das Meer”. Das Buch nach der Vorlage von Jack London erschien bei Splitter.

Für Michael Brake ist Luke Pearson (“Hilda und der Mitternachtsriese”, Reprodukt) “einer der weltweit interessantesten Comiczeichner”. Auf zeit.de portraitiert er den britischen Autoren: “Nichts vom Bullshit der Erwachsenen”. Passend dazu erschien in der tageszeitung ein Interview von Brake mit Pearson, das sich hier nachlesen lässt: “„Als Kind sah ich noch Riesen“”.

Eine “faszinierende Graphic Novel, die sich in der nahen Zukunft abspielt, aber die Gegenwart beleuchtet – unbehaglich, aber faszinierend” Das schreibt Christian Gasser in seiner Buchbesprechung von Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag) auf srf.ch, die ebenfalls im Rundfunk ausgestrahlt wurde: “Graphic Novel verknüpft Alltägliches und Ausserirdisches”.

Im “Radiofeuilleton” bei Deutschlandradio Kultur stellte Frank Meyer “Auf dem Drahtseil” von James Vance und Dan E. Burr (Metrolit) vor: “Unsentimental und mit einiger Härte”.

Neue Graphic Novels bei Splitter

Mittwoch, den 27. Februar 2013

Der Bielefelder Splitter Verlag hat sein Programm für Sommer/Herbst 2013 vorgestellt. Neben vielen frankobelgischen Albenproduktionen sind auch drei Graphic Novels unter den Neuerscheinungen zu finden:

“Eine Nacht in Rom” von Jim

Raphael und Sophia sind ein Paar. Einige Tage vor seinem Geburtstag erhält Raphael eine alte VHS-Kassette mit der Post. Als er sie anschaut, traut er seinen Augen kaum. Denn auf dem Band ist er selbst. Er und seine erste große Liebe Marie. Vor 20 Jahren hatten sie sich gegenseitig gefilmt und versprochen, ihren vierzigsten Geburtstag gemeinsam in Rom zu verbringen – egal was in ihrem Leben passieren wird.

Am nächsten Tag klingelt das Telefon: Es ist Marie. Dieselbe Stimme wie vor zwanzig Jahren. Derselbe Tonfall, dasselbe Lachen. Natürlich wäre es vollkommen albern, alles hinzuwerfen und sie in Italien wiederzutreffen. Es wäre dumm und unreif. Aber es ist auch ein unwiderstehlicher Gedanke. Aber wie soll er das Sophia erklären?

Eine Nacht in Rom, ISBN 978-3-86869-593-9, 112 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80, erscheint im April

“Der Seewolf” nach Jack London, von Riff Reb’s

Nach einem Schiffbruch wird der etwas schöngeistige und wohlhabende Humphrey Van Weyden von dem Robbenschoner Ghost aus dem Meer gefischt. An Bord herrscht der brutale Kapitän Wolf Larsen, der Weyden, anstelle ihn an Land zu bringen, mit Gewalt als Küchenhilfe einsetzt.

Für Larsen ist der einzelne Mensch nichts wert und dementsprechend behandelt er seine Besatzung.

Doch nach und nach entwickelt der grobe, aber überaus intelligente Kapitän eine gewisse Wertschätzung für den gebildeten Humphrey.

Der Seewolf, ISBN 978-3-86869-636-3, 136 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,80, erscheint im Juni

“Ein Frühling in Tschernobyl” von Emmanuel Lepage

26. April 1986. In Tschernobyl beginnt der Reaktorkern des Atomkraftwerks zu schmelzen. Eine radioaktive Wolke zieht über mehrere tausend Kilometer hinweg, ohne dass irgendjemand davon weiß – und sich davor schützt. Es ist die größte Nuklearkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zehntausende Opfer fordern wird.

Emmanuel Lepage ist zu dieser Zeit 19 Jahre alt. Ungläubig sieht und hört er die Nachrichten im Fernsehen. 22 Jahre später, im April 2008, fährt er nach Tschernobyl, um mit seinen Texten und Zeichnungen vom Dasein der Überlebenden und ihrer Kinder in dem hochverseuchten Gebiet zu erzählen. Als er beschließt, auf Anfrage des Vereins Dessin’acteurs dort hinzufahren, hat Lepage das Gefühl, dem Tod entgegenzutreten. Als er im Zug sitzt, der ihn in die Ukraine bringt, geht ihm eine Frage nicht mehr aus dem Sinn: Warum bin ich hergekommen?

Ein Frühling in Tschernobyl, ISBN 978-3-86869-619-6, 168 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,80, erscheint im August

Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

Donnerstag, den 30. Dezember 2010

Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfältige Berichterstattung über Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite füllenden Bericht über die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natürlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausführlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube für Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel Kreitz´ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann über eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prägten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefährlich” für “Die Welt” über die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin für Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der Lektüre von Bastien Vivès´ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

Gleich zwei Bände von Bastien Vivès finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner würde sich wünschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau überhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue Bände von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale Menschenknäuel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “Kapitän Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation über Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

“Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu überbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein Geschäft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff Reb´s (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

Carlsen Winterprogramm 2010/2011

Montag, den 17. Mai 2010

Der Carlsen Verlag hat sein Comic-Programm für die Herbst- und Wintermonate 2010/2011 bekanntgegeben. Ein Schwerpunkt bleiben neue Titel in laufenden Alben-Reihen wie z.B. dem vierten Teil in der Krimi-Reihe “Blacksad”, dem finalen Band 21 von Pierre Christins und Jean-Claude Mézières Science-Fiction-Klassiker “Valerian und Veronique” und Band 11 der Reihe “Spirou und Fantasio Spezial”, der von Lewis Trondheim (“Herr Hase”, Reprodukt) verfasst und von Fabrice Parme in charmanten Retro-Bildern in Szene gesetzt wurde.

Mit “Peter Lundt – Gnadenstoß” bringt Carlsen im März 2011 ein erstes Taschenbuch um den blinden Detektiv Peter Lundt, der bereits in der gleichnamigen Hörspielreihe von Arne Sommer auf St. Pauli ermittelt. Die Zeichnungen für die exklusiven Comic-Geschichten stammen von Volker Sponholz. Bei den Manga sind schließlich besonders der Start der siebenbändigen Neuedition von Hayao Miyazakis Öko-Märchen “Nausicaä aus dem Tal der Winde” (ab August) sowie der erste Band der Reihe “Pluto“ (Oktober) nach Motiven von Osamu Tezuka hervorzuheben.

Das Segment der Graphic Novels wird nach bekannter Manier um drei westliche Titel und einen neuen Band von Jiro Taniguchi erweitert:

“Haarmann” von Peer Meter & Isabel Kreitz

Mit “Haarmann” erscheint zur Frankfurter Buchmesse im Oktober die gemeinsame Graphic Novel von Autor Peer Meter (“Gift”) und Zeichnerin Isabel Kreitz („Die Sache mit Sorge“). Der Band erzählt die letzten Monate des bekanntesten deutschen Serienmörders, Fritz Haarmann, der von 1918 bis 1924 in Hannover mindestens 24 junge Männer getötet hat.

Während Peer Meters Geschichte die Frage aufwirft, wie Haarmann unter den Augen von Gesellschaft und Polizei seinem mörderischen Treiben nachgehen konnte, erweckt Isabel Kreitz in ihren atmosphärischen Bleistiftzeichnungen das Hannover der 1920er-Jahre zum Leben. Weitere Informationen zum Band auf Peer Meters Homepage.

Haarmann, ISBN 978-3-551-79107-8, 192 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover, 19,90 EUR, erscheint im Oktober 2010

“RG 2 – Bangkok-Belleville” von Pierre Dragon & Frederik Peeters

Im Programm findet sich im März 2011 zudem der abschliessende zweite Band der Reihe “RG – Verdeckter Einsatz in Paris” von Pierre Dragon und Frederik Peeters (“Blaue Pillen“, Reprodukt). Die Abkürzung RG steht für “Direction centrale des Renseignements Generaux” – der Zentrale Nachrichtendienst Frankreichs, der u.a. für die Bekämpfung des Terrorismus zuständig ist.

Protagonist und Autor der Geschichte tragen denselben Namen: Pierre Dragon, ein Pseudonym, hinter dem sich ein Mitglied eben dieser Polizeieinheit verbirgt, das seine Erlebnisse zu einem Comicszenario verarbeitet hat. Im neuen Band “Bangkok-Belleville” sind Pierre Dragon und Frederik Peeters in Paris einem thailändischen Menschenhändlerring auf der Spur. Eine informative Besprechung des ersten Bandes findet sich auf titel-magazin.de.

RG 2 – Bangkok-Belleville, ISBN 978-3-551-77809-3, 112 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover, 16,90 EUR, erscheint im März 2011

“An Bord der Morgenstern” von Riff Reb’s

“An Bord der Morgenstern” von Riff Reb’s (“Myrtil Mistelzweig”) schließlich ist die Adaption einer Piratengeschichte des französischen Schriftstellers Pierre Mac Orlan. Von Inhalt und Umsetzung her sieht der Verlag den für November angekündigten Band als Brückenschlag zwischen dem Graphic-Novel-Publikum und den Freunden frankobelgischer Abenteuer-Comics.

“An Bord der Morgenstern” gehört – ebenso wie der bei Splitter erschienene Band “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fenimore Cooper) – zur neuen Kollektion Noctambule des französischen Verlags Soleil, in der Klassikeradaptionen und neue Abenteuergeschichten in Graphic-Novel-Form erscheinen sollen.

An Bord der Morgenstern, ISBN 978-3-551-79108-5, 128 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover, 18,90 EUR  erscheint im November 2010

“Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß” 1 von Hiromi Kawakami & Jiro Taniguchi

Eine Adaption ist auch Jiro Taniguchis (“Vertraute Fremde”, die Verfilmung startet am Donnerstag in deutschen Kinos) bei Carlsen angekündigte zweibändige Graphic Novel “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”.

Die Liebesgeschichte der Autorin Hiromi Kawakami ist auch in Deutschland als Roman bei Hanser einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden.

Band 1 der Manga-Adaption soll im Februar 2011 erscheinen, der  abschließende zweite Teil folgt voraussichtlich im Herbst 2011.

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß 1 von Hiromi Kawakami und Jiro Taniguchi, ISBN 978-3-551-75447-9, 208 Seiten, 14,5 x 21 cm, Klappenbroschur, 14,90 EUR, erscheint im Februar 2011

“Castro” von Reinhard Kleist

Abschließend sei noch einmal auf Reinhard Kleists Graphic Novel “Castro” verwiesen, deren Erscheinungstermin sich um einige Monate verschoben hat. Zur Buchmesse Frankfurt im Oktober soll Reinhard Kleists 260-seitige Erzählung nun vorliegen, in der er vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte des umstrittenen kubanischen Revolutionsführers und Staatspräsidenten Fidel Castro das Schicksal des deutschen Fotografen Karl Mertens verfolgt.

Bei der Arbeit wurde Reinhard Kleist von dem Journalist und Castro-Biograf Volker Skierka beraten, der auch ein Vorwort zum Band beisteuert. Auf den Band wurde auf graphic-novel.info an anderer Stelle bereits hingewiesen.

Castro, ISBN 978-3-551-78965-5, 280 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover, 16,90 EUR, erscheint im Oktober 2010