Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Rutu Modan’

Nominierungen fĂĽr Ignatz Awards bekannt gegeben

Freitag, den 16. August 2013

Jedes Jahr werden neben den renommierten Eisner Awards mit den Ignatz Awards auch Preise vergeben, die gezielt an Veröffentlichungen aus dem Independent-Bereich vergeben werden. Dementsprechend werden die Auszeichnungen auf der Small Press Expo im September vergeben. Unter den Nominierungen finden sich eine Reihe von Titeln, die auch im deutschsprachigen Raum erhältlich sind oder deren Erscheinen angekündigt wurde.

Beesonders hervorzuheben ist, dass “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” (avant-verlag, als “Today is the last Day of the Rest of your Life” bei Fantagraphics erschienen), beziehungsweise die in Berlin lebende Ulli Lust in gleich zwei Kategorien nominiert wurde: Als “Outstanding Artist” und als “Outstanding Graphic Novel”.

Desweiteren wurde in der Kategorie “Outstanding Artist” Patrick McEown fĂĽr sein Buch “Hair Shirt” (dt. bei avant-verlag) nominiert. Als “Outstanding Graphic Novel” stehen noch “Das Erbe” von Rutu Modan (dt. bei Carlsen), “Ausgeliefert” von Geneviève CastrĂ©e (erscheint im September bei Reprodukt) sowie “When David Lost His Voice” von Judith Vanistendael zur Auswahl. Die noch nicht beendete “The Hive”-Trilogie von Charles Burns wurde in der Kategorie “Outstanding Series” nominiert (“X” und “Die Kolonie” dt. bei Reprodukt)

Zur vollständigen Liste der Nominierungen gelangt man hier

Graphic Novels in den Medien – 12. August 2013

Montag, den 12. August 2013

“Wenn es einen neuen Comic gibt, der alle Kategorien eines intelligenten und unterhaltsamen Romans erfĂĽllt, dann ist es Das Erbe.” So urteilt Sebastian Hammelehle auf Spiegel Online ĂĽber Rutu Modans jĂĽngst bei Carlsen erschienenen Band: “Tim & Struppi im Warschauer Ghetto”.

Ăśber ihr Buch “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) und die aktuelle Situation in Libanon unterhielt sich Waldemar Kesler mit der Autorin Zeina Abirached. Das Interview erschien unter dem Titel “Der Krieg war der Lärm der Bomben” in der Welt.

In der Sendung “Diwan” auf Bayern 2 wurde unlängst “Jonas oder Der KĂĽnstler bei der Arbeit” von Katja Fouquet nach einer Vorlage von Albert Camus (Edition BĂĽchergilde) vorgestellt. Hier kann der Text, inklusive einer Bildergalerie, nachgelesen werden.

FAZ-Blogger Andreas Platthaus zeigt sich von Andreas Eikenroths “Die Schönheit des Scheiterns” (Edition 52) angetan: “Ein Genrecomic (Romantic Comedy) aus Deutschland, der auch wirklich nur hier spielen kann, das ist eine angenehme Ăśberraschung.”: “Proletsein kann so schön sein”.

Mario Osterland verleiht “Trabanten” von Frank Schmolke das Prädikat “absolut empfehlenswert”, wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “Jackson Pollock als Ventil”.

Im Eigenverlag erschienen ist “Mäcke Häring – Die Jagd nach dem Kristallschädel” von Micha Schröter. Lars von Törne fĂĽhlt sich an Zille und Dix erinnert, wie er an gleicher Stelle schreibt: “Mäcke sein Milljöh”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de weist Leonard Fischl darauf hin, dass der Sachcomic “Die groĂźe Transformation” (Jacoby & Stuart) auf der Auswahlliste zum Wissenschaftsbuch des Jahres steht: “Im Comic die Welt retten”. Hier kann abgestimmt werden.

Graphic Novels in den Medien – 1. August 2013

Donnerstag, den 1. August 2013

Rutu Modan hat anlässlich der Veröffentlichung ihrer Graphic Novel “Das Erbe” (Carlsen) der JĂĽdischen Allgemeine ein Interview gegeben, in dem sie von den HintergrĂĽnden des Buches und der Recherche erzählt. Die Fragen stellte Katrin Richter: “Abstraktion ist expliziter”.

Wie Verena Fischer-Zernin in “Das FloĂź zur Freiheit” im Hamburger Abendblatt schreibt, liegt der Reiz von Olivia Viewegs “Huck Finn” (Suhrkamp) darin, wie mutig sie Twains Vorlage mit ihrer ganz eigenen (Bild-)Sprache nacherzählt.

Auf tagesspiegel.de zeigt sich Lars von Törne “beeindruckt” von der “originellen Huckleberry-Finn-Adaption”: “Die Weltenwandlerin”.

Drei BĂĽcher, die sich mit Stieg Larsson und seinem Werk auseinandersetzen, wurden in den letzten Wochen veröffentlicht. Zwei Adaptionen widmen sich seinen Krimis (“Millennium Bd. 1: Verblendung Buch 1″ von Sylvain Runberg und JosĂ© Homs, Splitter; “Verblendung  1″ von Leonardo Manco und Andrea Mutti, Panini), im avant-verlag ist Guillaume Lebeaus und FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©nas biografischer Band ĂĽber den schwedischen Autoren erschienen (“Stieg Larsson: Vor der Milennium-Trilogie”). Sarah-Maria Deckert können die Bände nur teilweise ĂĽberzeugen, wie sie auf tagesspiegel.de schreibt: “Der Unvollendete – Stieg Larsson als Comic”.

Mit “Jonas oder Der KĂĽnstler bei der Arbeit” nach der Vorlage von Albert Camus ist bei der BĂĽchergilde Gutenberg eine weitere Literatur-Adaption entstanden. Wie Lutz Göllner in “Der Kampf des KĂĽnstlers” an gleicher Stelle schreibt ist Katja Fouquets Umsetzung “visuell einzigartig und lesenswert”.

Auf dem Blog des Titel-Magazins stellt Boris Kunz “Hieran sollst Du ihn erkennen” von Jesse Jacobs und “Heimdall” von Max Baitinger (beide Rotopolpress) vor. Beide erhalten die Prädikate: “urzweilig und anspruchsvoll”: “Du sollst Dir ein Bildnis machen”.

“Inhaltlich Genrekost, grafisch brillant. Ein ungewohnter Actioncomic.” So fasst Benjamin Vogt seine Besprechung auf comicgate.de von Bastien Vivès’ und Ruppert & Mulots “Die groĂźe Odaliske” (Reprodukt) zusammen.

An gleicher Stelle bespricht Christian Muschweck zwei Debutbände des Jaja-Verlags: “Hinter den sieben Burgen” von Alexander von Knorre sowie “Earth unplugged” von Jennifer Daniel, ĂĽberzeugen den Rezensenten.

Comicfestival Hamburg 2013

Mittwoch, den 10. Juli 2013

In diesem Jahr findet das Comicfestival Hamburg vom 3. bis zum 6. Oktober statt. Auf der neu gestalteten Website wurden nun erste Gäste angekĂĽndigt: Erwartet werden die drei Comic-Autorinnen Rutu Modan, Peggy Adam und Geneviève CastreĂ©e, deren neue BĂĽcher in den kommenden Monaten erscheinen werden: Modans Buch “Das Erbe” erscheint in KĂĽrze bei Carlsen, Adams´ “Luchadoras” ist unlängst im avant-verlag erschienen und CastrĂ©es “Ausgeliefert” wird passend zum Festival bei Reprodukt vorliegen.

Neben diesen KĂĽnstlerinnen werden das Magazin “Strapazin”, StudentInnen der HAW Hamburg sowie das Kollektiv Rotopol in Ausstellungen präsentiert. DarĂĽber hinaus wird es wieder Lesungen, Workshops und Symposien geben und natĂĽrlich auch eine Verlagsmesse. Details werden im Laufe der nächsten Monate auf der Festival-Website bekannt gegeben.

“Tel Aviv und Berlin im Comic”

Dienstag, den 17. August 2010

FĂĽr “Deutsche Welle TV” hat Matthias Frickel die Entstehung des Bandes “Tel Aviv Berlin” (avant-verlag) begleitet und einigen KĂĽnstlern bei den verschiedenen Phasen der Entstehung ihrer Geschichten ĂĽber die Schulter geschaut: Yirmi Pinkus, Jan Feindt, Henning Wagenbreth und Rutu Modan. Modans Buch “Blutspuren” (Edition Moderne) ist ĂĽbrigens in einer neuen Auflage seit Kurzem wieder erhältlich.

Der Beitrag kann hier online angesehen werden.

“Tel Aviv Berlin” – Leseprobe und weitere Besprechung online

Freitag, den 30. Juli 2010

Verschiedende Autorinnen und Autoren von Graphic Novels haben sich für den Band “Tel Aviv Berlin” zusammengetan, der im Berliner avant-verlag erschienen ist. In kurzen Episoden erzählen die deutschen und israelischen Comic-KünstlerInnen, darunter Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, mit Katrin de Vries, Reprodukt) von ihren gegenseitigen Besuchen in den Metropolen Tel Aviv und Berlin. In überformatigen Comics und Tableaus haben sie ihre Erfahrungen festgehalten.

Das entstehen des Bandes wurde vom Verein “Märchenland e.V.” unterstĂĽtzt. Das Buch wurde aufwendig durchgängig in Sonderfarben gedruckt und ist ausschliesslich ĂĽber die Website des avant-verlags erhältlich. Ab sofort ist eine Leseprobe als PDF hier verfĂĽgbar.

Ob man sich auf die Suche nach Details begibt wie in Henning Wagenbreths oder Mira Friedmanns ĂĽberbordenden Stadtpanoramen, ob man sich mit Rutu Modan und Anke Feuchtenberger auf autobiografische Annäherung im Falle der Heimatstadt und auf investigative im Falle der besuchten Stadt begibt, ob man mit Jan Feindt und Itzik Rennert dei Möglichkeiten einer israelisch-deutschen Liebe austestet oder mit Yirmi Pinkus und Batia Kolton die Stimmen und Stimmungen der Bewohner Berlins und Tel Avivs kennenlernt – immer bleibt ĂĽber die bildergeschichtliche Anschaulichkeit hinaus ein Rest an Geheimnis.

“Alles hat zwei Seiten. Ganz besonders Israel und Deutschland, und noch mehr gilt das fĂĽr die beiden kĂĽnstlerischen Zentren dieser Staaten: fĂĽr Tel Aviv und Berlin. Einseitige Betrachtungen werden den vielseitigen Metropolen nicht gerecht, und das Schöne am Erzählen in Bildern ist, dass man solche Metaphern wörtlich nehmen kann. Deshalb haben die Autorinnen und Autoren des Reisebuchs “Tel Aviv Berlin” im Kampf gegen die Einseitigkeit jeder Stadt jeweils zwei Seiten gewidmet. Alle Beteiligten haben jedoch zugleich auch die zwei Seiten ihrer eigenen Erfahrung in Bilder gefasst: die Heimat und die Fremde. Und so hat jeder KĂĽnstler im Kampf gegen die Einseitigkeit sogar vier Seiten zur VerfĂĽgung. Ist das zu kompliziert? Dann sagen wir einfach, dass eben auch die Vielseitigkeit mindestens zwei Seiten hat.

Und je größer die Vielseitigkeit, desto besser. Fünf Israelis und drei Deutsche über zwei Städte, das gibt bereits ein Oktett mit sechzehn Perspektiven. Aus Tel Aviv stammen dabei Rutu Modan, Yirmi Pinkus, Mira Friedmann, Itzik Rennert und Batia Kolton; Jan Feindt, Anke Feuchtenberger und Henning Wagenbreth dagegen kommen aus Berlin. Sie haben sich gegenseitig in ihren Städten besucht und dann das in Bildern und Worten festgehalten, was sie voneinander gelernt haben. Und das ist einiges, denn der fremde Blick lenkt den eigenen über das längst Bekanne hinaus, und der vertraute Blick hilft dem ersten übers bloße Staunen hinweg.” (Aus dem Vorwort von Andreas Platthaus)

Am 5. Juni berichtete Siegrid Brinkmann fĂĽr die Sendung “Schabat Schalom” im Radio NDR Info ĂĽber das Buch:

Seit ein paar Jahren zieht es israelische Touristen kontinuierlich nach Berlin, und die Zahl der jungen Israelis, die sich dauerhaft in der deutschen Hauptstadt – fĂĽr sie die coolste Stadt Europas – einrichten, steigt ständig. StadtfĂĽhrer fĂĽr Berlin und Tel Aviv gibt es reichlich, doch ein gezeichnetes Reisebuch, das beide Städte in den Blick nimmt, ist ein Novum. FĂĽnf israelische und drei deutsche Comic-Zeichner haben das Gegenteil eines klassischen ReisefĂĽhrers geschaffen: Es gibt keine Ăśbersicht, keine Pläne, aber sehr persönliche EindrĂĽcke, die sich in kleinen Bildgeschichten verfestigen. mehr

Tel Aviv Berlin, ISBN 978-3-939080-45-9, 36 Seiten, Hardcover im Ăśberformat, Sonderfarben, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Tel Aviv Berlin” erschienen, erste Besprechungen

Mittwoch, den 16. Juni 2010

Der Berliner avant-verlag hat mit “Tel Aviv Berlin” eine weitere Anthologie mit Comics deutscher und israelischer Comic-KĂĽnstlerInnen veröffentlicht. Nach “Cargo” steht abermals der Kulturaustausch im Vordergrund: Die Zeichnerinnen und Zeichner besuchten sich gegenseitig in Tel Aviv oder Berlin und halten in Comics und Tableaus ihre Erfahrungen fest. Beteiligt sind unter anderem Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) oder Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, mit Katrin de Vries, Reprodukt).

“Alles hat zwei Seiten. Ganz besonders Israel und Deutschland, und noch mehr gilt das fĂĽr die beiden kĂĽnstlerischen Zentren dieser Staaten: fĂĽr Tel Aviv und Berlin. Einseitige Betrachtungen werden den vielseitigen Metropolen nicht gerecht, und das Schöne am Erzählen in Bildern ist, dass man solche Metaphern wörtlich nehmen kann. Deshalb haben die Autorinnen und Autoren des Reisebuchs “Tel Aviv Berlin” im Kampf gegen die Einseitigkeit jeder Stadt jeweils zwei Seiten gewidmet. Alle Beteiligten haben jedoch zugleich auch die zwei Seiten ihrer eigenen Erfahrung in Bilder gefasst: die Heimat und die Fremde. Und so hat jeder KĂĽnstler im Kampf gegen die Einseitigkeit sogar vier Seiten zur VerfĂĽgung. Ist das zu kompliziert? Dann sagen wir einfach, dass eben auch die Vielseitigkeit mindestens zwei Seiten hat. ” (Aus dem Vorwort von Andreas Platthaus)

Tel Aviv Berlin, ISBN 978-3-939080-45-9, 36 Seiten, Hardcover im Ăśberformat, Sonderfarben, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

FĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” hat Lars von Törne das Buch vorgestellt:

Von der Geschichte gezeichnet

Klingt kompliziert, sieht gut aus: Israelische und deutsche Comic-KĂĽnstler haben ihre eigene und die Heimatstadt der anderen besucht und gezeichnet.

Als Yirmi Pinkus Mitte der 90er Jahre zum ersten Mal nach Berlin fliegen wollte, konnten das in Tel Aviv viele seiner Freunde und Bekannten nicht verstehen. „Was willst du denn bei den Nazis?“, fragten sie den Künstler. Heute fragt das keiner mehr. Wenn Pinkus sich jetzt in Israel mal wieder auf die Reise nach Berlin begibt, inzwischen seine zweite Heimat, dann schwärmen auch seine Bekannten in Tel Aviv von den angesagten Clubs, der Musik und davon, dass Berlin doch die coolste Stadt Europas sei, erzählt er. mehr

FĂĽr “Zeit Online” interviewte Lea Hampel zwei der am Buch beteiligten KĂĽnstler.

Tel Aviv und Berlin als Comics

Was kommt dabei heraus, wenn sich Comic-KĂĽnstler aus Tel Aviv und Berlin gegenseitig besuchen? Ein ReisefĂĽhrer in Comic-Optik.

Ein normaler Reiseführer sollte es auf keinen Fall werden. Das Comic-Reisebuch Berlin Tel Aviv soll eine persönliche Begegnung mit den beiden kulturellen Zentren des jeweiligen Landes widerspiegeln. Auf je zwei Seiten haben acht renommierte deutsche und israelische Comickünstler Geschichten aus den Städten erzählt. Herausgekommen ist eine Reiselektüre, die ohne klassische Tel Aviver Bauhausarchitektur und das Brandenburger Tor auskommt und gerade deswegen spannend ist. Die Autoren Anke Feuchtenberger und Yirmi Pinkus erzählen im Interview wie es ist, sich die eigene Stadt in Comic-Form vorzustellen.

ZEIT ONLINE: Frau Feuchtenberger, wonach haben Sie die Orte in Tel Aviv gewählt, die für Ihre Geschichte eine Rolle spielen sollten?

Anke Feuchtenberger: Ich hatte die israelischen Künstler gebeten, mir Orte zu zeigen, die für mich spannend sein könnten. Weil ich sehr an Architektur interessiert bin, hat Itzik Rennert mir einen alten Wasserturm gezeigt. Mit Rutu Modan habe ich einen Strandspaziergang gemacht, von der Stadt Richtung Süden zum Flohmarkt in Jaffa. mehr

“Helden, Freaks und Superrabbis” – Ausstellung eröffnet

Freitag, den 30. April 2010

Am gestrigen Donnerstag Abend wurde im Jüdischen Museum Berlin die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jüdische Farbe des Comics” eröffnet. Wir waren vor Ort und haben eine gelungene Schau gesehen, die einen guten Überblick über die bedeutende Rolle jüdischer Künstler in der Comicgeschichte bietet. Die Ausstellung kulminiert in einem Graphic-Novel-Schwerpunkt, in dem viele aktuelle Beispiele vorgestellt werden.

Begleitend zur Ausstellung gibt das JĂĽdische Museum Berlin einen Katalog heraus (siehe Cover links): Durchgehend farbig bebildert werden die Themen der Ausstellung aufgegriffen und in sieben Texten vertieft.

Einleitende Worte von Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des JĂĽdischen Museums Berlin.

Ansprechende Präsentation: Gut ausgewählte und nicht zu zahlreiche Exponate laden zur Lektüre ein, wie hier frühe Zeitungscomics.

Ebenfalls gelungen: Die Ausstellungsgestaltung.

Besonderes Exponat: Das Original der ersten Seite der Kurzgeschichte “Maus” von Art Spiegelman, aus der die bekannte Graphic Novel gleichen Namens (dt. bei Fischer) entstand.

Neben den Comics von Joann Sfar (hier je eine Skizze, getuschte und finale Version einer Seite aus “Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag), bilden unter anderem die Werke – und dementsprechende Exponate – von Ben Katchor (“Der Jude von New York”, avant-verlag), Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und natĂĽrlich Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, Carlsen).

Helden, Freaks und Superrabbis – Die jĂĽdische Farbe des Comics von JĂĽdisches Museum Berlin (Hrsg.), ISBN 978-3-9813045-1-0, 128 Seiten, farbig, Klappenbroschur, 19,80 EUR, erhältlich nur im JĂĽdischen Museum Berlin

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, D-10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300, Fax: +49 (0)30 259 93 409
e-mail: info@jmberlin.de, www.jmberlin.de
Ă–ffnungszeiten: Mo 10-22 Uhr, Di-So 10-20 Uhr

FĂĽnf Fragen: Bettina von BĂĽlow / Spirograf

Freitag, den 19. März 2010

Das zunehmende Interesse an Graphic Novels zeigt sich nicht nur in der breiteren Präsenz dieser Titel im Buchhandel. Auch im Verlagswesen ist ein Wandel zu beobachten. Ein Beispiel hierfür: Bettina von Bülow, die mit ihrem Unternehmen Spirograf als Literaturscout die Märkte im In- und Ausland beobachtet. Was in Bezug auf Belletristik nicht unüblich ist, ist hinsichtlich anspruchsvoller Comics ein Novum. Grund genug, einmal nachzufragen, was es damit auf sich hat. Vielen Dank an Bettina von Bülow für die ausführlichen Antworten!

Was genau macht ein Literaturscout, und wer nimmt Ihre Dienste in Anspruch?

Ein literarischer Scout beobachtet einen Buchmarkt und berichtet seinen Kunden – in der Regel Verlagen – in Reading reports (ausführlichen Gutachten) über einzelne Titel, die sie zur Übersetzung empfehlen. Scouts knüpfen Verbindungen zu den Agenten, informieren über Trends und neue Autoren. Klassischerweise arbeitet ein Scout für einen Verlag in einem Land – ein Scout in Paris sucht beispielsweise für einen deutschen Verlag nach interessanten französischen Titeln und empfiehlt sie in Gutachten. Und wenn er oder sie gut im Geschäft ist, scouten sie auch für Häuser in Italien oder England. Gerade aber für unabhängige oder kleinere Verlage ist jeweils ein eigener Scout in Paris, Mailand, London und New York viel zu teuer, auch wenn Scouts gerade für literarische Listen äußerst wichtige Trüffelschweinchen und Kommunikationsanbahner sind.

Auf spirograf stelle ich das klassische Scouting ein wenig vom Kopf auf die Füße, indem ich nicht für einen einzigen Verlag exklusive Informationsdienstleistung betreibe, sondern redaktionell Titel vor allem aus kleineren Verlagen auswähle – Graphic Novels und deutschsprachige Romane – und sie vorstelle. Es sind Titel, von denen ich meine, dass sie tauglich/interessant/neu/großartig für ausländische Buchmärkte oder eine Entdeckung für die Leser dort sein können.

Markt, Werbung und Informationsströme werden viel zu sehr von den großen Playern des Verlagsgeschäfts beherrscht, da kann ein Blick in die Nischen nur belebend sein. Und Graphic Novels scoutet sonst niemand. Das Konzept ist sinnvoll für alle Beteiligten, denn einzelne Titel bekommen internationale Bekanntheit bei den professionellen Lesern und die Verlage Gutachten zu relevanten fremdsprachigen Titeln. Um die Reports auf spirograf lesen zu können, muss man Abonnent sein.

Die Scouting-Tätigkeit geht in drei Richtungen: vom fremdsprachigen Ausland nach Deutschland und umgekehrt. Zusätzlich reisen die Titel zwischen anderen Ländern hin und her. spirograf versammelt die Kompetenz unterschiedlicher MitarbeiterInnen und schreibt in zwei Sprachen, deutsch und englisch. Deshalb geht das Konzept auf.

Vorrangig sind Verlage die Kunden und Partner von literarischen Scouts. spirograf wendet sich darüber hinaus an die Einkäufer von Filmrechten (für die deutschsprachige Literatur), an Redakteure und Institutionen.

Wie sind Sie auf Graphic Novels aufmerksam geworden?

Ich gehöre nicht zu den Lesern, die von Kindertagen an Comics verschlungen und geliebt haben. Literatur, ja. Viele Jahre habe ich mich professionell ausschließlich mit Literatur der Gegenwart beschäftigt – Kunst und auch Film liefen als Passion im Hintergrund. Ich hatte mich eigentlich sehr gemütlich in einer soliden, kenntnislosen Vorurteilsstruktur eingerichtet, was die Möglichkeiten des zeichnenden Erzählens angeht. Bis ich eines Tages ausgerechnet in der Manga-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle stand, in die mein Nachbar (ein Comic-Übersetzer) mich zum Dank für die Ausleihe von Wörterbüchern und Reimlexika geschleift hatte.

Es war wirklich wie eine späte Initiation. Das Genre Manga hat mich auch danach nicht gepackt, aber die meisterlichen Entwürfe und Szenenabfolgen, die es dort zu sehen gab, haben mich aus meinem durchaus arroganten Nichtwissen endgültig rausgeholt.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an Graphic Novels?

Das Besondere besteht in meinen Augen darin, das im gelingenden Zusammengehen (was man wahrscheinlich auseinander schreibt) zweier Kunstformen neue ästhetische Räume entstehen. Ich verfolge die Diskussionen um die Frage, wozu denn der gemalte Roman nun gehöre, zur Literatur oder zur Kunst, ebenso gern wie die Debatten um das Label >Graphic Novel< (Marktstrategie, Vereinnahmung in den Mainstream oder guter Trick, um das Feuilletongrenze zu passieren). Seltsamerweise lassen sie mich aber völlig kalt, vielleicht weil vieles davon schon in anderen Kontexten diskutiert wurde.

Mich interessiert und fasziniert hingegen der Moment, wenn Text und Zeichnung, ästhetische Mittel und Inhalt, Dramaturgie eines Tableaus und elliptische Szenenfolgen, bildliche Auslassung und sprachliche Verlangsamung, Perspektivwechsel und erzählende Beschreibung übereinanderliegend in der Wahrnehmung etwas Neues machen. Im besten Fall der synästhetische Effekt also. Etwas, was weder die Literatur noch die Kunst allein schafft. Die Graphic Novel ist für mich viel näher an der Oper – oder manchmal am Film – als an anderen Künsten.

Warum ein Titel aber gelingt, das ist eine eigene Diskussion.

Welche Graphic Novels sind bisher auf besonderes Interesse gestoĂźen? Welche GrĂĽnde hat das?

Bis auf wenige Bestseller-Ausnahmen – und dieser Hinsicht unterscheidet sich der klassische Literaturmarkt nicht von den Graphic-Novel-Akteuren – lassen sich literarische Titel oder überraschende Debüts nur schwer und nicht oft auf andere Märkte übertragen. Gewiss aber in der Regel zeitversetzt. Anders wenn etwa auf dem amerikanischen Markt ein Titel für sehr viel Geld vom Verlag eingekauft wurde und einige einflussreiche Scouts ihn international pushen, muss dieser Titel ein Erfolg werden, bevor er im Original auch nur erschienen ist. Marketing und PR werden dann sprachübergreifend abgestimmt.

Titel aus kleineren Märkten oder aus (vermeintlich) abgelegeneren Sprachräumen, wo die Informationskanäle nicht so breit und laut bespielt sind, nehmen manchmal umständlichere Wege der Mittlung und Übertragung. Da braucht es Überzeugung, Freundschaft, Passion und die Bereitschaft zum verlegerischen Risiko, gerade bei Übersetzungen aus Sprachen, die man nicht selbst liest. Besondere Aufmerksamkeit gibt es natürlich immer wieder, doch das treffe ich bei einzelnen Personen für einzelne Titel oder AutorInnen an.

Welche sind ihre persönlichen Lieblings-Graphic Novels?

Nicht leicht zu beantworten, die Liste der Lieblinge verändert sich. Aber einen sicheren Platz unter den Top Ten bekommen unter den neueren Titeln “Blutspuren” (Edition Moderne) von Rutu Modan und Baudoins “Das Zeichen des Widders” (Aufbau) mit dem Text von Fred Vargas.

“Helden, Freaks und Superrabbis” im JĂĽdischen Museum Berlin

Montag, den 8. März 2010

Das JĂĽdische Museum Berlin zeigt ab dem 30. April die Ausstellung “Helden, Freaks und Superrabbis – Die jĂĽdische Farbe des Comic”, die sich mit der Vielzahl jĂĽdischer Comiczeichner und ihren Zugang zum Medium widmen wird. Von den Anfangstagen des Comic wird dabei ein Bogen zu aktuellen Graphic Novels geschlagen.

Superman, Batman, die Fantastic Four – die großen Figuren des Comics stammen aus der Feder jüdischer Zeichner. Sie sind zwar keine jüdischen Helden, aber Belege für eine Populärkultur, an der besonders in den USA viele Juden beteiligt waren. Mit dem Ende der 70er Jahre entstehenden Comic-Roman werden schließlich explizit jüdische Themen aufgegriffen. „Maus – Die Geschichte eines Überlebenden“ von Art Spiegelman stellt die bislang radikalste Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Shoa dar.

Anhand der Werke von mehr als 40 Künstlern folgt die Ausstellung der Spur jüdischer Zeichner, Texter und Verleger der Comic-Kunst. Sie zeigt Helden und Antihelden, schlagkräftige Kämpfer gegen Hitler und neurotische Kleinbürger. Mit mehr als 400 Objekten spannt sie einen Bogen von den ersten Comicstrips des frühen 20. Jahrhunderts über die kindlichen Superhelden der 30er und 40er Jahre, der Undergroundbewegung der 60er Jahre bis hin zu der literarisch anspruchsvollen Graphic Novel unserer Zeit. Neben Altmeistern wie Rube Goldberg, Will Eisner und Harvey Kurtzman sind auch zeitgenössische Künstler wie Art Spiegelman, Rutu Modan, Joann Sfar und Ben Katchor mit zahlreichen Originalen in der Ausstellung vertreten.

Offiziell wird die Ausstellung,  die in Zusammenarbeit mit dem in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art et d’histoire du Judaïsme Paris und dem Joods Historisch Museum Amsterdam entstand,  am 29. April eröffnet und danach bis zum 8. August zu sehen sein.

JĂĽdisches Museum Berlin, LindenstraĂźe 9-14, 10969 Berlin
Tel: +49 (0)30 259 93 300
Fax: +49 (0)30 259 93 409
www.jmberlin.de, info@jmberlin.de
Ă–ffnungszeiten: Montags 10-22 Uhr, Dienstags bis Sonntags 10-20 Uhr

Superman, Heft 26, Januar-Februar 1944: Superman mit Goebbels und der amerikanischen Freiheitsglocke. (Cover: Wayne Boring). © 2010 DC Comics. All rights reserved.

Neue Rezensionen – November 2009 (2)

Freitag, den 20. November 2009

Auch wenn die Medien 20 Jahre nach dem Fall der Mauer den Fokus auf thematisch passende Comics wie “drĂĽben!”, “GrenzĂĽberschreitungen” oder “Da war mal was…” gelegt haben, gab es eine ganze Reihe weiterer Besprechungen in Print und im Web, die nicht unerwähnt bleiben sollen.

cover_november2FĂĽr die Comicwebsite des Berliner “Tagesspiegels” schreibt Markus Dewes ĂĽber Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne). Der Geschichte, die “Nach dem Knall” spielt, attestiert er, “sensibel, unkonventionell und jenseits aller Stereotypen” erzählt zu sein.

Brigitte Helbling wĂĽnscht sich von Sascha Hommer nach seiner autobiografischen Erzählung “Vier Augen” (Reprodukt) eine RĂĽckkehr ins Heute und eine aktuelle, nicht zurĂĽckschauende Geschichte. “Kein Superheld. Nirgends.” ĂĽberschreibt sie ihren Artikel fĂĽr das Titel-Magazin. Weitaus harscher geht Comicrezensent und Prosaautor Thomas von Steinaecker mit dem Buch ins Gericht. Wie er auf jetzt.de in seiner “SpĂĽrst Du schon was?” betitelten Rezension ausfĂĽhrt, hatte er sich von Sascha Hommers neuem Buch mehr versprochen.

Ein “wahrhaft fabelhaftes PersonenstĂĽck” erkennt Benjamin Vogt in Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). “Aufbruchstimmung im Frack und Zylinder” titelt er im österreichischen Online-Feuilleton “The Outfit”.

Auf “Spiegel Online” stellt David Kleingers die vor allem in den USA erfolgreiche Teenager-Serie “Scott Pilgrim” (Oni Press) von Bryan Lee O´Malley vor, die er als “GroĂźe Oper im Garagensound” beschreibt.

Publisher’s Weekly empfiehlt in einer Kurzrezension die englischsprachige Ausgabe von Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen, bzw. Abrams ComicArts) jedem, der sich nur vage fĂĽr den Musiker Johnny Cash interessiert. Bevor er am Wochenende zum Comicfestival Comica 09 in London reist, sprach Mitorganisator und Comicjournalist Paul Gravett mit Reinhard Kleist ĂĽber seine Arbeit. Das Interview kann auf Paul Gravetts Website gelesen werden.

Auf textem.de wurde auf zwei Comics verwiesen: Thomas Hummitzsch schreibt dort unter der Ăśberschrift “Verschollen in MĂĽnchen” ĂĽber Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen). In der zeichnerischen Umsetzung erkennt er unter anderm Anleihen bei George Grosz und Otto Dix. “Weiter im Bibeltext” geht es mit Ralf König und seiner neuen Adaptation einer Bibelgeschichte in “Archetyp” (Rowohlt). Thomas Hummitzsch fragt sich abschliessend, welcher “Typ” nun folgen wird.

“tracks” berichtet vom Fumetto

Donnerstag, den 30. April 2009

Zeichnung von BlutchDie empfehlenswerte Kultursendung “tracks”, die der deutsch-französische Kulturkanal arte regelmäßig ausstrahlt, bringt am morgigen Freitag, dem 1. Mai, einen Beitrag ĂĽber das Comicfestival “Fumetto”, das vor kurzem in Luzern stattfand. Berichtet wird unter anderem ĂĽber Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Blutch (“Der kleine Christian”, Reprodukt und “Blotch – Der König von Paris”, avant-verlag). Die Sendung beginnt um 23.10 Uhr, wird am folgenden Samstag um 3 Uhr wiederholt und kann eine Woche lang im Videoarchiv arte+7 online angesehen werden.

Fumetto

Bunte Bilder und Sprechblasen: Von Gestern ist, wer bei Comics allein nur an Disney denkt. Das Genre hat sich entwickelt und mit den sogenannten Graphic Novels schon lange den Auszug aus dem Kinderzimmer in die Literaturwelt angetreten. Comics haben sich als eigene Kunstform etabliert und präsentieren sich in speziellen Ausstellungen. Eine der größten ist das Internationale Comic-Festival „Fumetto“ in Luzern. Hier treffen Bildergeschichten auf Gemälde, Literatur auf Sprechblasen. Eine ganze Woche lang trifft sich das „Who Is Who“ der internationalen Comicszene und zeigt der interessierten Welt die neuesten Geschichten und die kreativsten Panels. „Tracks“ wirft sich ins Getümmel. mehr

Zeichnung © Blutch

Rutu Modan zu Gast im JĂĽdischen Museum Frankfurt

Dienstag, den 24. Februar 2009

modan selbstportraitIm Rahmen der momentan laufenden Ausstellung “Superman und Golem: Der Comic als Medium jĂĽdischer Erinnerung” im JĂĽdischen Museum Frankfurt wird am Sonntag, den 1. März die israelische Autorin Rutu Modan ihre Graphic Novel “Blutspuren” (Edition Moderne) vorstellen.

Nach einem Bombenattentat auf einen Busbahnhof ist es zunächst nicht möglich, eines der Opfer zu identifizieren. Der Taxifahrer Kobi und eine junge Frau versuchen gemeinsam herauszufinden, ob es sich vielleicht um den Vater Kobis handelt. Die in leisen Bildern erzählte und dennoch packende Geschichte aus Israel kombiniert Elemente von Krimi, Alltagsreportage und Liebesgeschichte.

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Rutu Modans “Blutspuren” wurde mit einem Eisner Award ausgezeichnet. Sie ist MitbegrĂĽnderin des KĂĽnstlerkollektivs Actus Tragicus und Mitherausgeberin der israelischen Ausgabe von “MAD”. Ihre Illustrationen erscheinen in renommierten Zeitungen wie der “New York Times”, dem “New Yorker” oder “Le Monde”.

Der Vortrag beginnt um 11 Uhr und wird in englischer Sprache abgehalten.

Am 4. März folgt dann am selben Ort der nächste Vortrag, wenn Comic-Experte Andreas C. Knigge zu Gast sein wird und zum Thema “Mit Bildern erzählen – Leben und Werk Will Eisners” referiert. Beginn ist hier 18.30 Uhr.

Cover Vertrag Gott EisnerWill Eisner ist eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des US-amerikanischen Comics. Mit seinem maskierten Detektiv The Spirit (die gleichnamige Hollywoodverfilmung kam im Februar 2009 in die Kinos) schuf er eine der erfolgreichsten Figuren der 1940er Jahre. Eisner revolutionierte 1978 das Genre Comic, als seine erste ‘Graphic Novel’ (illustrierter Roman, Comicroman) “A Contract with God” erschien (dt. “Ein Vertrag mit Gott”, erscheint in deutscher Neuauflage im FrĂĽhjahr im Carlsen Verlag). Die Alltagsgeschichten, die im jĂĽdischen Einwanderermilieu spielen, spiegeln Eisners persönliche Erfahrungen und Erinnerungen wider. Diesem Band bedeutet fĂĽr den Comic einen wichtigen Schritt hin zu einem kĂĽnstlerisch literarisch ernstzunehmenden Medium.

Andreas C. Knigge ist Autor und Journalist, der aber auch selbst gelegentlich Comics schreibt, ĂĽbersetzt und herausgibt. Mit Will Eisner, den Knigge 1977 kennen lernte, verband ihn eine jahrelange Freundschaft, nachdem er dessen “Spirit” erstmals ins Deutsche ĂĽbersetzt hatte.

JĂĽdisches Museum Frankfurt am Main, Untermainkai 14/15, D-60311 Frankfurt am Main
Tel. (069) 212 350 00, Fax (069) 212 307 05
info@juedischesmuseum.de
Ă–ffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr

Rutu Modans “Blutspuren” Buch des Monats in “konkret”

Dienstag, den 2. Dezember 2008

BlutspurenIn der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift “konkret” wird Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne) als Buch des Monats gekĂĽrt und von Jonas Engelmann ausfĂĽhrlich besprochen.

„Sie habe ihre persönliche Sicht auf die israelische Gesellschaft abbilden wollen, sagt Modan. Dazu gehört trotz aller Trauer und Probleme, die der Comic vermittelt, und trotz der Gefahr, wie ein romantisiertes Klischee zu klingen, auch Lebensfreude und Humor (wenngleich oft hinter Sarkasmus versteckt). Modan gelingt es, diese Klischees immer wieder an die politische Realität zu koppeln. Ein solches Bild Israels wird in Deutschland selten vermittelt, in Form eines Comics schon gar nicht.“

In der gleichen Ausgabe bespricht Georg SeeĂźlen den zehnten Band der “Adele”-Reihe von Jacques Tardi (“120, Rue de la Gare” nach Leo Malet, Edition Moderne)

“Superman und Golem: Der Comic als Medium jĂĽdischer Erinnerung” – Ausstellung in Frankfurt

Dienstag, den 25. November 2008

Ab dem 18. Dezember wird im Frankfurter JĂĽdischen Museum die bis zum 22. März 2009 laufende Ausstellung “Superman und Golem: Der Comic als Medium jĂĽdischer Erinnerung” eröffnet, die zuvor mit groĂźem Erfolg in Paris und Amsterdam gezeigt wurde.

Auch in den bunten Bildern mit den Sprechblasen finden sich zahlreiche BezĂĽge zu jĂĽdischen Themen: Superhelden und ihre jĂĽdischen “Väter”, witzige, skurrile und tragische Geschichten, jĂĽdischer Alltag und die Schatten des Holocaust. “Superman” ist trotz seiner jĂĽdischen Schöpfer kein jĂĽdischer Held, und das Medium Comic wurde auch nicht von jĂĽdischen Zeichnern erfunden. Dennoch fällt auf, dass sich viele bedeutende ComickĂĽnstler auf jĂĽdische Geschichte oder individuelle jĂĽdische Biografien beziehen. Sie tragen so selbst wiederum zur Ausformung eines kollektiven jĂĽdischen Gedächtnisses und Selbstbildes bei.

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Gezeigt werden Werke von mehr als vierzig Comiczeichnern von Comic-Strips aus Zeitungen des frĂĽhen Zwanzigsten Jahrhunderts ĂĽber Comic Books, die in den 1930er Jahren einen Boom erlebten, bis hin zu aktuellen Titeln und Projekten. Neben den “Superman”-Erfindern Joe Shuster und Jerry Siegel sind beispielsweise Altmeister des Comics wie Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott”, Carlsen) und Joe Kubert (“Fax aus Sarajevo”, Carlsen) vertreten, es werden aber auch Arbeiten zeitgenössischer KĂĽnstler wie etwa Art Spiegelman (“Maus”, S. Fischer), Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne), Ben Katchor (“The Jew of New York”, in Vorbereitung beim avant-verlag), Elke R. Steiner (“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt) oder Joann Sfar (“Die Katze des Rabbiners”, avant-verlag) ausgestellt.

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Die Ausstellung wird mit einer EinfĂĽhrung in das Thema eröffnet. Am Mittwoch, dem 17. Dezember 2008 um 18.30 Uhr referiert Anne-HĂ©lène Hoog, Paris, ĂĽber “Superhelden und Holocaust im Comic”. Der Vortrag ist Teil einer begleitenden Veranstaltungsreihe, die im Januar fortgesetzt wird, bei der eine Reihe namhafter Comic-Experten Comics vor allem in Hinblick auf jĂĽdische Aspekte untersuchen werden. Zusätzlich wird am 1. März 2009 die israelische Comicautorin Rutu Modan zu Gast sein, um ihr preisgekröntes Werk “Blutspuren” (Edition Moderne) vorzustellen.

JĂĽdisches Museum Frankfurt am Main, Untermainkai 14/15, D-60311 Frankfurt am Main
Tel. (069) 212 350 00, Fax (069) 212 307 05
info@juedischesmuseum.de
Ă–ffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr

Abbildung “Golem” © Marvel Comics
Abbildung “Sabraman” © Uri Fink
Abbildung “Die Katze des Rabbiners” © avant-verlag

“The Murder of the Terminal Patient”

Montag, den 3. November 2008

Rutu Modans im Juni begonnene Fortsetzungsgeschichte “The Murder of the Terminal Patient” hat mit dem 16. Teil nun ihr Ende gefunden. Wie bereits berichtet erscheinen in der “New York Times” unter dem Titel “The Funny Pages” Woche fĂĽr Woche Fortsetzungen von Comic-Geschichten, die namhafte KĂĽnstler, die fĂĽr ihre Graphic Novels bekannt sind, gestalten. Nach Seth (“Eigentlich ist das Leben schön”, Edition 52), Daniel Clowes (“Ghost World”, Reprodukt), Jason (“Pssst”, Schwarzer Turm) und Chris Ware (“Jimmy Corrigan”, in Vorbereitung bei Reprodukt) ist dies die inzwischen fĂĽnfte dort erschienene Geschichte. Rutu Modan ist hierzulande vor allem fĂĽr ihre in der Edition Moderne erschienene Graphic Novel “Blutspuren” bekannt.

Modan Funny Pages

Auf der dazugehörigen Website sind sämtliche Geschichten im PDF-Format zum kostenlosen Download bereitgestellt. Zusätzlich findet sich dort noch immer eine interaktive Diashow zum Thema Graphic Novels sowie eine Bildergalerie, in der Rutu Modans Schaffen beleuchtet wird.

Abbildung © New York Times

“Blutspuren” von Rutu Modan – Besprechung auf satt.org

Montag, den 29. September 2008

Blutspuren FĂĽr das Kulturportal satt.org bespricht Christopher Pramstaller Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne):

Hadera, Israel. Ein Bombenanschlag am Busbahnhof. Eine der fünf Leichen ist so stark verbrannt, dass ihre Identität nicht geklärt werden kann. Doch niemand ist gekommen, um sie zu identifizieren: keine Angehörigen, keine Freunde. Schon wenige Tage später scheint der Anschlag in Vergessenheit geraten zu sein. In Haifa hat es eine noch größere, noch mehr Tote fordernde Explosion gegeben.

Auch für den Taxifahrer Kobi Franco ist der Anschlag in Hadera eigentlich kein Thema mehr, als er drei Wochen danach von der Soldatin Numi eine Nachricht erhält, und sich mit ihr in einem Park trifft. Zu alltäglich ist die Bedrohung durch den Terror, als dass jeder Anschlag lange im Gedächtnis verhaftet bleiben würde. Doch Numi, die sich als Geliebte seines Vaters ausgibt, äußert die Vermutung, dass es sich bei der nicht identifizierten Leiche um Kobis Vater Gabriel handelt. mehr

“TrĂĽmmer eines israelischen Lebens”

Montag, den 8. September 2008

BlutspurenBereits am 2. September besprach Andreas Platthaus Rutu Modans “Blutspuren” in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”:

TrĂĽmmer eines israelischen Lebens

Rutu Modan erzählt in ihrem Comic “Blutspuren” aus den Jahren der Attentate

Am Busbahnhof der israelischen Stadt Hadera, auf halbem Wege zwischen Tel Aviv und Haifa gelegen, besucht ein junges Paar die Cafeteria. Im Coca-Cola-Regal vor dem Eingang stehen Kerzen und Porträtfotos, Kränze liegen auf dem Boden, Blumen kleben an der Wand, und israelische Fahnen umrahmen das Ganze. Vor einigen Wochen ist hier im Lokal eine Bombe hochgegangen, die fĂĽnf Menschen das Leben gekostet hat: vier Gäste und Jossi, den Betreiber der Cafeteria. Nun sind die Räume wieder notdĂĽrftig gereinigt, das Gedenken wurde vor die TĂĽr verbannt, und Jossis Frau fĂĽhrt, noch mit bandagierter rechter Hand, die Geschäfte fort – immer nahe an den Tränen, wenn ihr die Erinnerung an den Toten kommt oder ein Kunde sich beklagt: “Bei Jossi ging der Tee immer aufs Haus.” mehr

“Oasen im bedrohten Alltag”

Mittwoch, den 3. September 2008

BlutspurenEine weitere Besprechung: In der “SĂĽddeutschen Zeitung” vom 3. September bespricht Thomas von Steinaecker Rutu Modans “Blutspuren”:

Oasen im bedrohten Alltag

Trifft ein Junge ein Mädchen. In den Künsten hat diese Ausgangssituation zwar eine lange Tradition; in letzter Zeit wurden ihr aber kaum noch neue Aspekte abgewonnen – vor allem im Comic. Das liegt nicht zuletzt am aktuellen Boom der autobiographisch geprägten Werke von Autoren um die dreißig, wo nicht selten ein scheuer Nerd auf sein weibliches Pendant trifft. In den typischen öffentlichen Räumen einer Großstadt kommt man sich näher. Kurzes Glück, schmerzvolle Trennung, offenes Ende. Das alles im lakonischen Ton und in nüchtern klaren Zeichnungen erzählt. mehr

“Zeichnungen aus dem Krisengebiet”

Dienstag, den 2. September 2008

BlutspurenOliver Ristau schreibt ĂĽber Rutu Modans “Blutspuren” in der “taz” vom 2. September.

Zeichnungen aus dem Krisengebiet

Die Comicszene in Israel ist klein und Rutu Modan eine ihrer wichtigsten Vertreterinnen. Nun gibt es “Blutspuren” auf Deutsch

Rutu Modan beschreibt die Lage der israelischen Comicszene in einem Interview so: “Tatsächlich gibt es keine Comicbranche in Israel; keine Comicverleger oder -vertriebe, keine Cartoons in den Wochenendausgaben der Zeitungen, nicht einmal Ăśbersetzungen von Superman- und Batman-Comics.” Auch die Versuche, “Tim und Struppi” oder “Tex” in hebräischen Fassungen herauszugeben, seien kommerziell fehlgeschlagen. Also lieĂź man es schon vor Jahren sein. mehr