Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Spiegel Online’

Graphic Novels in der Presse – 3. Juli 2013

Mittwoch, den 3. Juli 2013

Wie berichtet, sorgt ein Plakat an der Universität Duisburg-Essen, auf dem Motive aus Craig Thompsons “Habibi” (Reprodukt) collagiert wurden, fĂĽr Aufruhr. Genauer gesagt geht es um die Reaktionen darauf seitens einer Gruppe, die sich aus religiösen GrĂĽnden von der Ausstellung verletzt fĂĽhlten, die Reaktion der Universitätsleitung darauf, die Berichterstattung in der Presse und die Reaktion widerum darauf. Viele Details sind noch nicht letztendlich geklärt, so ist zum Beispiel das beanstandete Plakat bisher nicht veröffentlicht worden. Inzwischen griff mit der gestrigen Ausgabe auch die Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch die ĂĽberregionale Presse das Thema auf. So mahnt Antje Koch in “Angst vor Bildern”, dass die Schliessung der Ausstellung fĂĽr einen Ort des Wissensaustausches nicht der angemessene Schritt war. Wie Lars von Törne heute in einem mehrfach aktualisierten Artikel auf tagesspiegel.de schreibt, stellt sich die Universität vor ihre Angestellten: “Universität verteidigt SchlieĂźung der Ausstellung”. Zudem soll ĂĽberprĂĽft werden, inwiefern Kritik am Poster gerechtfertigt war. AuĂźerdem “ist nun ein öffentliches Kolloquium geplant, in dem aus Anlass des aktuellen Konflikts ĂĽber die Freiheit der Wissenschaft und Meinungsfreiheit in der Hochschule gesprochen werden soll.” Nebenbei wird angemerkt, dass das Motiv aus Craig Thompsons “Habibi” zwar beanstandet und abgenommen wurde, die Beschädigung durch eine Studentin aber ein anderes Plakat betraf. Es werde ĂĽberprĂĽft, inwieweit dieses Verhalten justiziabel sei. Auf dem Reprodukt-Verlagsblog wird derweil erläutert, dass durch die Bearbeitung von Thompsons Comic dessen Aussage in grober Weise verändert wurde und dass – wie zum Beispiel im Artikel der FAZ geschehen – die Gleichsetzung der Aussage des Plakats und der des Buches ein Fehler sei.

Vier aktuelle KĂĽnstlerbiografien in Comicform stellt Thomas von Steinaecker in der SĂĽddeutschen Zeitung vor (“Ein leben in Bildern”), wobei ihn von Steffen Kvernelands “Munch”, Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” (beide avant-verlag), “Pablo” von Julie Birmant und Clement Oubrerie (Reprodukt) und “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” von Olivier Coste (Knesebeck) nur ein Band wirklich ĂĽberzegen konnte.

Dagegen zeigt sich Eva Heppner von “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” sehr angetan. In ihrem Beitrag fĂĽr den Deutschlandfunk lobt sie das “beeindruckende Debut”: “Gelangweilt von starren Konventionen”.

“Doppelsinnig, philosophisch und ein Highlight in Carlsens Frauencomicexperiment.” So urteilt Katja Schmitz-Dräger auf tagesspiegel.de ĂĽber “Wie ein leeres Blatt” von Boulet und Penelope Bagieu.

Ein Buch zur derzeit laufenden Tour de France ist “Unmöglich ist kein französisches Wort. Die Geschichte(n) der Tour de France.” von Jan Cleijne (Covadonga). Den Band stellt Martin Krauss in der Jungle World vor. “Die Helden der StraĂźe”.

Mit “Huck Finn” von Olivia Vieweg ist bei Suhrkamp eine Adaption der Vorlage von Mark Twain erschienen, die Sebastian Hammelehle heute auf Spiegel Online vorstellt: Wie er in “Platz frei, ich bring ‘ne Lady mit!”, zeigt er sich vor allem vom unprätentiösen Stil beeindruckt.

Graphic Novels in den Medien – 15. April 2013

Montag, den 15. April 2013

Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr ResĂĽmĂ©e: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”

Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kĂĽrzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre ĂĽber “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂĽgte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja LĂĽthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.

Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die Läden kommt: “FlĂĽstern und Schreien”.

Wie Boris Kunz fĂĽr das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes GlĂĽck mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloĂźes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.

FĂĽr die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestĂĽrzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.

“Ich war immer von dunklen Geschichten fasziniert” sagt Lukas JĂĽliger im Gespräch mit Sören Sgries, der den Autor von “Vakuum” (Reprodukt) fĂĽr die Rhein-Neckar-Zeitung interviewte.

Ein weiteres Autorenportrait erschien im GieĂźener Anzeiger, denn die “Comic-Zeichnerin Elke Steiner stellt ihre Arbeit am Werk „Die anderen Mendelssohns“ vor”. Darin wird es um Carl Mendelssohn Bartholdy, Sohn des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy gehen.

In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kĂĽrzlich Simon Schwartz zu Gast, um ĂĽber seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.

“Buddha, aber blutig”

Montag, den 25. Juni 2012

Auf “Spiegel Online” freut sich Stefan Pannor ĂĽber den ersten von zehn Bänden der deutschen Ausgabe von Osamu Tezukas Biografie “Buddha” (Carlsen). Die voluminöse Lebensgeschichte von Siddharta Gautama, dem BegrĂĽnder des Buddhismus, gilt gemeinhin als das ehrgeizigste Projekt des 1989 verstorbenen Osamu Tezuka, des einflussreichsten und produktivsten japanischen Comiczeichners. Stefan Pannor zeigt sich in seiner Besprechung “Buddha, aber blutig” beeindruckt von dem komplexen “Wahnsinnsunterfangen”, dessen drastische Bilder gerade vor dem Hintergrund Respekt einflößten, dass “Buddha” ursprĂĽnglich in einem Magazin erschienen sei, das sich an ältere SchĂĽler wendet. Der Autor bezweifelt, dass Osamu Tezuka durch die Herausgabe seines “Meisterwerks” endlich auch hierzulande den Respekt erfahre, der ihm gebĂĽhre – doch es sei “gut, dass es versucht wird”.

“Der Freier von der traurigen Gestalt”

Freitag, den 11. Mai 2012

Im ZĂĽrcher Verlag Walde+Graf – frisch vom Aufbau-Verlag ĂĽbernommen und in die NeugrĂĽndung metrolit ĂĽberfĂĽhrt – wurde jĂĽngst das neue Buch von Chester Brown (“Fuck”, Reprodukt) veröffentlicht. In “Ich bezahle fĂĽr Sex – Aufzeichnungen eines Freiers” legt Brown dar, wie es dazu gekommen ist, dass er die Dienste von Prostituierten in Anspruch nimmt und warum er das fĂĽr eine gute Sache hält.

Auf “Spiegel online” wird der Band heute vorgestellt. Stefan Pannor sieht in Brown den “Freier von der traurigen Gestalt”, dessen Plädoyer fĂĽr die Prostitution mehr zu einem Dokument der eigenen emotionalen Verarmung geworden ist.

Chester Brown ist nicht nur einer der besten Comic-KĂĽnstler der Gegenwart, er ist auch einer der kompromisslosesten Meister dieses Genres.
Sensibel und schonungslos erzählt er im vorliegenden Buch von seinem Leben mit Prostituierten. Dabei stellt er nicht nur das Ideal der romantischen Liebe infrage, er schildert auch provokant und verblüffend sachlich, dass er die Inanspruchnahme von käuflichem Sex nicht nur legitim findet – sondern sinnvoll, besser und ehrlicher.

“So kuschelig wie eine Flickendecke”

Montag, den 21. November 2011

FĂĽr “Spiegel Online” hat Isabelle Erler am heutigen Montag, dem 21. November einen Artikel zu Katharina Greves Buch “Patchwork – Frau Doktor Waldbeck näht sich eine Familie” geschrieben, das vor kurzem im GĂĽtersloher Verlagshaus erschienen ist.

Eine weitere positive Besprechung von Andreas Platthaus unter dem Titel “Ich kann mir meine Patchworkfamilie selber nähen” ist bereits vor ein paar Wochen auf den “FAZ”-Blogs erschienen.

So kuschelig wie eine Flickendecke

Keinen Mann? Keine Tochter? Keinen Sohn? Die Hauptfigur in Katharina Greves neuem Buch schneidert sich ihre Familie kurzentschlossen selbst – aus Ăśberresten tierischer Körper. Monströs sind die Kreaturen dennoch nicht. Sondern ĂĽberraschend sympathisch.

Talkrunden, Zeitungen, Fach- und Sachbuch: kein Medium, das sich nicht an der Entmystifizierung der Patchworkfamilie versucht. Dass es in dieser Form der menschlichen Kleingruppe keineswegs so harmonisch zugeht, wie ihr Namensgeber suggeriert, die aus bunten Stoffresten zusammengesteppte Tagesdecke, weiß jeder. Trotzdem: Das unkonventionell-positive Image, das dem Begriff anhaftet, hält sich penetrant. mehr

“DĂĽrfen’s ein paar Haremsdamen mehr sein?”

Dienstag, den 4. Oktober 2011

Bereits am Montag , dem 3. Oktober ist eine Rezension von Craig Thompsons “Habibi” auf “Spiegel Online” erschienen, geschrieben von Stefan Pannor. Im Forum des Online-Magazins werden Artikel und Comic kontrovers diskutiert.

DĂĽrfen’s ein paar Haremsdamen mehr sein?

So sehnsĂĽchtig wie Craig Thompsons “Habibi” wurde kaum ein Comic erwartet. Doch der vielfach preisgekrönte Zeichner hat sich an seiner 700 Seiten starken Liebesgeschichte aus dem Orient leider ziemlich verhoben – denn er lässt fast kein Arabienklischee aus.

“Blankets” war die Comicsensation des Jahres 2004. Die melancholische Liebesgeschichte setze “neue MaĂźstäbe”, schrieb das “Time-Magazine” und setzte “Blankets” auf die Liste der 100 wichtigsten amerikanischen Romane der letzten 100 Jahre, gleich neben der Graphic Novel “Watchmen” von Alan Moore und Dave Gibbons. Craig Thompson, der Autor und Zeichner von “Blankets” war damals gerade einmal 29 Jahre alt. mehr

“GrĂĽĂźe nach Boneville”

Montag, den 29. August 2011

Vor zwanzig Jahren erschien der erste Teil der umfangreichen Fantasy-Geschichte “Bone” von Jeff Smith in den USA (Die deutsche Ausgabe erschien bei Tokyopop). “Spiegel Online”-Redakteur Jörg Böckem nimmt das zum Anlass, auch auf die eigene Vergangenheit zurĂĽckzuschauen, zum Beispiel auf seine erste Interviewreise in die USA.

GrĂĽĂźe nach Boneville

Vor zwanzig Jahren hat der Zeichner und Autor Jeff Smith mit “Bone” einen Comic-Epos erschaffen, von dem man nicht weiĂź, fĂĽr wen er die aufregendere Reise bedeutet – fĂĽr seine Figuren oder Leser. Wir gratulieren zum Jubiläum.

Das erste Mal. Nichts hinterlässt so tiefe Spuren. Im Gedächtnis, da ganz sicher. Aber nicht nur dort, es prägt uns als Menschen, unseren Blick auf die Welt und den Umgang damit. Das gilt nicht nur für den ersten Kuss, die erste Liebe, den ersten Schmerz. Vor allem Begegnungen können diese Kraft entfalten. Begegnungen mit Menschen, aber auch mit Filmen, Liedern, Büchern mit all ihren Ideen, Vorstellungen und Stimmungen. mehr

“Schunkel-Blues der Gangster”

Mittwoch, den 27. Juli 2011

In einem Beitrag fĂĽr “Spiegel Online” berichtet Stephan Ort aus Thessaloniki ĂĽber griechische Musiker, die den Rembetiko spielen, eine Art orientalisch angehauchten Blues, der in den 1920ern entstand. Ein Musiker, auf den sich im Artikel berufen wird – Markos Vamvakaris – ist auch einer der Protagonisten von David Prudhommes “Rembetiko” (Reprodukt), in dem die damalige Musikszene, ihr Lifestyle und ihre Querelen mit der Obrigkeit im Mittelpunkt stehen.

Schunkel-Blues der Gangster

In Haschisch-Höhlen und Gefängnissen entstand in Griechenland eine einzigartige Musik: der Rembetiko. Die Songs handeln von Liebe und Leid, vom Knast und von Drogen – wer sie in ihrer authentischen Form erleben will, entdeckt in dĂĽsteren SeitenstraĂźen-Spelunken die Seele des Landes.

Das Tombourlika hat geschlossen, und Vangelis kann sich kaum halten vor Lachen. Er deutet auf den handgeschriebenen Zettel hinter einem der Fenster des Lokals. “48 Stunden Generalstreik”, steht darauf. “Das ist so typisch Rembetiko, immer protestieren gegen die Obrigkeit”, gluckst der 22-Jährige. mehr

“Entwicklungsroman in pastellfarbenen Bildern”

Montag, den 11. Juli 2011

Auf “Spiegel Online” legt Jörg Böckem heute dar, warum Sarah Gliddens “Israel verstehen – in 60 Tagen oder weniger” (Panini) seines Erachtens ein “herausragender Comic” ist. Mindestens dieselbe Zahl an Wörtern und deutlich mehr Verve widmet der Autor allerdings einem Plädoyer gegen die Verwendung des Begriffs “Graphic Novel”.

Entwicklungsroman in pastellfarbenen Bildern

Der Amerikanerin Sarah Glidden ist ein herausragender Comic gelungen: über ihre Israelreise, den Palästinenserkonflikt und das Erwachsenwerden allgemein. Wenn nur dieser unsägliche Aufkleber auf dem Cover nicht wäre.

Es gäbe gute GrĂĽnde, diesen Comic nicht zu lesen. Zum einen ist da die Geschichte: Eine junge jĂĽdische Amerikanerin, in deren Alltagsleben die Religion keine groĂźe Rolle spielt, macht sich auf nach Israel und spĂĽrt ihren Wurzeln nach, sucht nach Identität, spiritueller Heimat und einer Haltung im Palästinenserkonflikt. Aufregend klingt das nicht, originell auch nicht, mit Werken zum Thema “Suche nach den jĂĽdischen Wurzeln” könnte man die Trennmauer zu den Palästinensergebieten wohl im MaĂźstab 1:2 nachbauen. mehr

“Wie war das mit dem Oscar, Herr Tan?”

Samstag, den 4. Juni 2011

Der Illustrator und Autor Shaun Tan (“Ein neues Land”, Carlsen), zuletzt mit Oscar und Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet, hat Daniel Sander und Sandra Keller fĂĽr “Spiegel Online” ein Interview gegeben. Seine Antworten sprach er dabei nicht aufs Diktafon, sondern brachte sie als Zeichnungen zu Papier. Das illustrierte Interview lässt sich hier lesen und ansehen.

“Deutschland, die gezeichnete Nation”

Mittwoch, den 4. Mai 2011

Anlässlich ihrer Veröffentlichung in Buchform hat sich Anne Haeming sämtliche Comicepisoden, die Isabel Kreitz 2009 allwöchentlich fĂĽr die “Frankfurter Rundschau” zur deutschen Geschichte seit 1949 zu Papier gebracht hat, noch einmal am StĂĽck angesehen. Auf “Spiegel Online” findet sich nun ihre Rezension zu “Deutschland. Ein Bilderbuch”, das dieser Tage bei DuMont erschienen ist.

Deutschland, die gezeichnete Nation

Ob FuĂźball-WM, Wiedervereinigung oder Wirtschaftskrise: Die Comic-Zeichnerin Isabel Kreitz widmet ihren Band “Deutschland. Ein Bilderbuch” den wichtigsten Momenten seit 1949 - und erzählt dabei die kleinen Geschichten neben der groĂźen Geschichte. Ein kluges Porträt deutscher Identität.

Deutschland ist schmutzig und aschfahl. Seine Bewohner wirken anämisch und selbst in Momenten größter Freude irgendwie sediert. Das ist zumindest der Eindruck, den Isabel Kreitz’ in feinen Strichen gezeichnete Landesgeschichte “Deutschland. Ein Bilderbuch” hinterlässt. mehr

“Hiroshima, war da was?”

Montag, den 21. März 2011

In einem Beitrag fĂĽr “Spiegel Online” wirft Stefan Pannor aus aktuellem Anlass einen Blick auf die  Betrachtungsweisen der Atomenergie und den Bedrohungen durch Atomwaffen in japanischen Comics wie zum Beispiel in Keiji Nakazawas “BarfuĂź durch Hiroshima” (Carlsen).

Hiroshima, war da was?

Geliebter Reaktor, gehasste Bombe: Hiroshima und Nagasaki beeinflussen die japanische Popkultur stark. Doch die Gefahren der zivilen Nutzung sind von dem Atombomben-Trauma abgespalten: Die Nukleartechnik gilt als sauber und beherrschbar – solange sie das Militär nicht in die Finger kriegt.

Er konnte es nicht ahnen. “Hiroshima begann seinen Tag wie jeden anderen”, beginnt Keiji Nakazawa seine Erinnerungen. Es ist der Morgen des 6. August 1945. Eine Frau fragt den siebenjährigen Knaben, wo er Schule habe. Das rettet ihm das Leben. mehr

“Moebius im Museum”

Dienstag, den 18. Januar 2011

Noch bis zum 13. März 2011 ist in der Pariser “Fondation Cartier” die Ausstellung “Moebius Trans Forme” zu sehen, die erste groĂźe Ausstellung des KĂĽnstlers Jean Gireaud, bzw. Moebius in der Französischen Hauptstadt. FĂĽr “Spiegel Online” hat sich Ingeborg Wiensowski die Ausstellung angesehen.

Moebius im Museum

Eine Comic-Ikone als Museums-Blockbuster: Paris zeigt die groĂźe Retrospektive des Zeichners Jean Giraud, der unter den Pseudonymen Gir und Moebius die Popkultur verändert hat. Die Pariser danken es ihm – und bescheren der Cartier-Stiftung Besucherrekorde.

Klar hat die Pariser “Fondation Cartier pour l’art contemporain” schon bei den Planungen ihrer Ausstellung “Moebius Transe-Forme” gewusst, dass die Schau bei vielen Comic-Fans auf groĂźe Begeisterung stoĂźen wĂĽrde. Aber dass sie die besucherstärkste und damit erfolgreichste Ausstellung sein wĂĽrde, die es jemals seit Bestehen des Museums im Gebäude des prominenten Architekten Jean Nouvel gegeben hat, das hatte niemand geahnt. Sie kommt nicht nur bei jungen Besuchern an, sondern auch bei denen im Rentenalter. mehr

“Pilzkopf, aus Liebe geboren”

Mittwoch, den 8. Dezember 2010

Sebastian Hammelehle stellt auf “Spiegel Online” heute Arne Bellstorfs “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor: ein “rĂĽhrendes und wunderschönes Buch”.

Pilzkopf, aus Liebe geboren

Heute vor 30 Jahren starb John Lennon, eine Ikone der Popmusik. Aber wie war das eigentlich, damals in Hamburg, wo alles begann? Der Zeichner Arne Bellstorf hat aus der Romanze des Beatles-Bassisten Stuart Sutcliffe und der Fotografin Astrid Kirchherr einen wunderschönen Comic gemacht.

Es ist nur ein Blick, den die beiden austauschen, von einem Bild zum anderen: Links oben auf der Seite Astrid Kirchherr, im Kästchen nebenan Stuart Sutcliffe. Beide schielen zum Bildrand. Für den Leser ist es, als würden sich ihre Blicke mittendrin, zwischen den Bildern, treffen. mehr

“Der Himmel ĂĽber Proust”

Sonntag, den 17. Oktober 2010

Auf “Spiegel online” stellt Stefan Pannor die Proust-Adaption “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” von StĂ©phane Heuet vor (Knesebeck).

Der Himmel ĂĽber Proust

Sieben Bände mit ĂĽber 4000 Seiten: Marcel Prousts Hauptwerk “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” ist ein Schwergewicht der Weltliteratur. Der Franzose StĂ©phane Heuet macht daraus einen leichtfĂĽĂźigen Comic – jetzt ist der erste Band auf Deutsch erschienen.

Frankreichs Feuilletonisten schäumten, als StĂ©phane Heuet 1998 den ersten Band seiner Comic-Adaption von Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” veröffentlichte. Von “Blasphemie” war die Rede, vom literarischen “Mord” an dem Schriftsteller, von “Travestie”. mehr

“Blasphemie und letzte Fragen”

Montag, den 19. Juli 2010

In seinem Beitrag fĂĽr “Spiegel Online” stellt Jörg Böckem neue Comic vor, die sich dem Thema Religion widmen: “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt), “Die Zeit und Gott” von Aike Arndt (Zwerchfell) und “Die Chroniken von Wormwood” von Garth Ennis und Jacen Burrows (Panini).

Blasphemie und letzte Frage

Wenn ein Werk “Die Chroniken von Wormwood” heiĂźt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt.

Auch wenn die Sympathiewerte der katholischen Kirche nach zahlreichen Skandalen vielerorts, sagen wir, in etwa bei denen von der Bahn rangieren, erfreut sich Gott nebst Anhang im Comic groĂźer Beliebtheit – “Prototyp”, Ralf Königs Interpretation der Schöpfungsgeschichte wurde auf dem Comicsalon in Erlangen ausgezeichnet, und aktuell spielen Gott oder sein eingeborener Sohn in drei höchst unterschiedlichen Comics eine Hauptrolle. mehr

“So seltsam wie ein Indie-Popsong”

Samstag, den 3. Juli 2010

Jan-Frederik Bandel hat fĂĽr “Spiegel Online” einen Blick auf die autobiografischen Comics des im deutschen Sprachraum noch unveröffentlichten US-Amerikaners Jeffrey Brown geworfen. Anlass ist eine Auswahl von Browns Geschichten, die in diesem FrĂĽhjahr unter dem Titel “Undeleted Scenes” beim amerikanischen Verlag Top Shelf publiziert wurde.

So seltsam wie ein Indie-Popsong

Seine Zeichnungen sind krakelig, Autos sehen bei ihm aus wie Schuhkartons – aber seine Storys treffen mitten ins Herz: Jeffrey Brown ist ein Star der US-Comic-Szene. In dem neuen Band “Undeleted Scenes” versammelt er komisch-melancholische Strips aus dem Leben eines Twentysomething.

Autobiografische Comics sind en vogue. Spätestens seit dem internationalen Ăśberraschungserfolg von Marjane Satrapis zweibändigem Erinnerungsbuch “Persepolis” (2000-2003) ĂĽberbieten sich die Kritiker mit Superlativen, wann immer Neuerscheinungen angekĂĽndigt werden. mehr

“Iranischer Internet-Comic – Terror, Schwarz auf WeiĂź”

Sonntag, den 13. Juni 2010

“Spiegel Online” schreibt heute ĂĽber den bislang nur im Netz veröffentlichten Comic zum Thema Menschenrechte im Iran: “Zahra’s Paradise” von Amir & Khalil. Der Comicroman wird in Koproduktion von Verlagen aus verschiedenen Ländern finanziert und beworben, federfĂĽhrend dabei Mark Siegel vom amerkanischen Holtzbrinck-Ableger First Second.

Iranischer Internet-Comic – Terror, Schwarz auf WeiĂź

Comic-Romane boomen. Aber noch kein gezeichnetes Werk hat derart mutig und aktuell die Schrecken eines Regimes kommentiert: Die im Netz laufende Geschichte “Zahra’s Paradise” spielt in Iran und zeigt schonungslos, wie ein Staat seine BĂĽrger zerstört.

Mehdi ist verschwunden. Wird er jemals lebend zu seiner Mutter zurĂĽckkehren? “Ob die Geschichte ein glĂĽckliches Ende hat? Das werden die Leser Ende dieses Jahres erfahren”, sagt Amir, Autor von “Zahra’s Paradise”. Der Online-Comic-Fortsetzungsroman ist nichts fĂĽr Ungeduldige: Nur drei Mal die Woche stellen seine Macher eine neue Episode ins Netz. Langsam, SchwarzweiĂź-Zeichnung fĂĽr SchwarzweiĂź-Zeichnung nimmt die Tragödie so ihren Lauf. mehr

Jens Harders “Alpha… Directions” in der Presse

Dienstag, den 8. Juni 2010

Die Veröffentlichung von Jens Harders “Alpha… Directions” (Carlsen) hat in den letzten Tagen vielfach fĂĽr Resonanz in der Presse gesorgt – zum GroĂźteil noch ganz unabhängig von der Auszeichnung auf dem Comic-Salon Erlangen als “Bester deutschsprachiger Comic”.

• In einem Beitrag fĂĽr “Deutsche Welle TV” werden Jens Harder und sein Buch vorgestellt. Zudem wird der Comic-Salon Erlangen erwähnt. Das Video lässt sich online hier ansehen.
• Christian SchlĂĽter bescheinigt Jens Harder in der “Frankfurter Rundschau”, dass er sich nicht “Im Gewimmel der Evolution” verliert und eine BrĂĽcke zwischen E und U schlägt.
• “Eine Sternstunde” erkennt Jens Balzer in der “Berliner Zeitung” in Jens Harders Band unter der launigen Ăśberschrift “Souverän im Pleistozän”.
• Zu einem ähnlichen Urteil gelangt Thomas von Steinaecker in der heutigen Ausgabe der “SĂĽddeutschen Zeitung”. Der Beitrag wird im Laufe des Tages online nachzulesen sein.
• Auf Frank Patalongs Beitrag fĂĽr “Spiegel Online” wurde bereits verwiesen.
• Die Bildstrecke aus der gedruckten “Jungen Welt” ist nun auch in einer Bildergalerie online anzusehen.

“Am Anfang war das Bild”

Freitag, den 4. Juni 2010

Frank Patalong stellt auf “Spiegel Online” Jens Harders “Alpha… Directions” (Carlsen Verlag) vor:

Am Anfang war das Bild

14 Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte in 2000 Zeichnungen: In seinem Mammutwerk “Alpha…directions” erzählt der Berliner Comicautor Jens Harder von der Entstehung des Universums – und schafft dabei so verspielte wie wagemutige Motive.

Als ich etwa fünf Jahre alt war, machte man mir zwei Angebote zum ersten Verständnis der Welt. Das eine drückte man mir nach dem Kindergottesdienst als Belohnung für das Ausharren in die Hand: kleine, holzschnittartige Sammelcomics im Querformat, die biblische Geschichten erzählten. Bilder sollten uns verdeutlichen, was wir erzählt nicht verstanden.

Das andere Angebot kam in Gestalt eines Buches von erheblichem Gewicht: “Die Welt, in der wir leben”, 1956 aufgelegt, ĂĽber 300 Seiten im Festeinband. Bis zu fĂĽnf Buchseiten breit lieĂźen sich seine opulenten Bildtafeln ausklappen, in Ă–l gemalte Träume vom Anfang der Zeit. mehr