Graphic Novels
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Neue Graphic Novel bei Splitter

Dienstag, den 10. Dezember 2013

Mit “Blau ist eine warme Farbe” ist dieser Tage im Splitter Verlag die Vorlage fĂŒr jenen Film erschienen, der in diesem Jahr auf dem Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Der Film startet am 19. Dezember in deutschen Kinos, oben ist der Trailer zu sehen.

“Blau ist eine warme Farbe” von Julie Maroh

Zwei Kunstwerke, drei Prestige-Preise: Auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 erhielt »Blue is the Warmest Colour«, neben dem Preis des Kritikerverbandes, mit der Goldenen Palme die wohl wichtigste cinephile Auszeichnung der Filmbranche und wurde somit in der Geschichte des Festivals als erster Film, der auf einer Comicvorlage basiert, ausgezeichnet. Die in AngoulĂȘme lebende Schöpferin der Vorlage, Julie Maroh, wiederum erhielt fĂŒr ihr Graphic Novel-DebĂŒt bereits im Jahr 2011 den Prix du Public auf dem berĂŒhmten Festival der Stadt.

“Blau ist eine warme Farbe” erzĂ€hlt eine ebenso sanfte wie tragische und mit autobiografischen Elementen versehene Coming-Out Geschichte ĂŒber die zwei jugendlichen Frauen ClĂ©mentine und Emma, die miteinander eine Liebesbeziehung eingehen und deswegen den homophoben Attacken ihrer Umwelt ausgesetzt sind. Eine einfĂŒhlsame Graphic Novel voller ZĂ€rtlichkeit.

Blau ist eine warme Farbe, ISBN 978-3-86869-695-0, 156 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80

Graphic Novels in den Medien – 25. Juli 2013

Donnerstag, den 25. Juli 2013

Am vergangenen Wochenende wurden wie in jedem Jahr in San Diego am Rande der Comic-Con die Eisners-Awards verliehen, die als prestigetrĂ€chtigste Comic-Auszeichnungen Nordamerikas gelten. Verliehen wurden sie an viele auch hierzulande bekannte AutorInnen und Titel, darunter den Disney-Zeichner Don Rosa und – fĂŒr seine Richard Stark–Adaption “The Score” – Darwyn Cooke. Mit gleich vier TrophĂ€en wurde Chris Ware bedacht, dessen “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” bei Reprodukt vorliegt. FĂŒr den neuen Band “Building Stories” gingen die Auszeichnungen in den Kategorien “Best Writer/Artist”, “Best Graphic Album—New”, “Best Lettering” sowie “Best Publication Design” an den Chicagoer KĂŒnstler. Eine Übersicht ĂŒber die Gewinner in allen Kategorien gibt es hier.

“Eine durchgestyltere, frivolere, melancholischere, ĂŒberdrehtere und ĂŒberraschendere RĂ€uberpistole als Die große Odaliske hat man lange nicht gelesen.” Das schreibt Moritz Honert auf tagesspiegel.de in seinem Beitrag ĂŒber “Die große Odaliske” von Bastien VivĂšs und Ruppert & Mulot (Reprodukt): “Drei Engel fĂŒr Ingres”.

An gleicher Stelle stellt Andreas Hartung Riff RebÂŽs Adaption von “Der Seewolf” vor und fasst zusammen: “weniger Diskurs, aber tolle Bilder”: “Der böse Mann und das Meer”. Das Buch nach der Vorlage von Jack London erschien bei Splitter.

FĂŒr Michael Brake ist Luke Pearson (“Hilda und der Mitternachtsriese”, Reprodukt) “einer der weltweit interessantesten Comiczeichner”. Auf zeit.de portraitiert er den britischen Autoren: “Nichts vom Bullshit der Erwachsenen”. Passend dazu erschien in der tageszeitung ein Interview von Brake mit Pearson, das sich hier nachlesen lĂ€sst: “„Als Kind sah ich noch Riesen“”.

Eine “faszinierende Graphic Novel, die sich in der nahen Zukunft abspielt, aber die Gegenwart beleuchtet – unbehaglich, aber faszinierend” Das schreibt Christian Gasser in seiner Buchbesprechung von Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag) auf srf.ch, die ebenfalls im Rundfunk ausgestrahlt wurde: “Graphic Novel verknĂŒpft AlltĂ€gliches und Ausserirdisches”.

Im “Radiofeuilleton” bei Deutschlandradio Kultur stellte Frank Meyer “Auf dem Drahtseil” von James Vance und Dan E. Burr (Metrolit) vor: “Unsentimental und mit einiger HĂ€rte”.

Neue Graphic Novel bei Splitter

Dienstag, den 23. Juli 2013

“Ein FrĂŒhling in Tschernobyl” von Emmanuel Lepage

26. April 1986. In Tschernobyl beginnt der Reaktorkern des Atomkraftwerks zu schmelzen. Eine radioaktive Wolke zieht ĂŒber mehrere tausend Kilometer hinweg, ohne dass irgendjemand davon weiß – und sich davor schĂŒtzt. Es ist die grĂ¶ĂŸte Nuklearkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zehntausende Opfer fordern wird.

Emmanuel Lepage ist zu dieser Zeit 19 Jahre alt. UnglĂ€ubig sieht und hört er die Nachrichten im Fernsehen. 22 Jahre spĂ€ter, im April 2008, fĂ€hrt er nach Tschernobyl, um mit seinen Texten und Zeichnungen vom Dasein der Überlebenden und ihrer Kinder in dem hochverseuchten Gebiet zu erzĂ€hlen. Als er beschließt, auf Anfrage des Vereins Dessin’acteurs dort hinzufahren, hat Lepage das GefĂŒhl, dem Tod entgegenzutreten. Als er im Zug sitzt, der ihn in die Ukraine bringt, geht ihm eine Frage nicht mehr aus dem Sinn: Warum bin ich hergekommen?

Ein FrĂŒhling in Tschernobyl, ISBN 978-3-86869-619-6, 168 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,80, erscheint am 1. August bei Splitter

Graphic Novels in den Medien – 12. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 12. MĂ€rz 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos ĂŒberzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulĂ€rer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frĂŒhem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge zulĂ€sst.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulĂ€r, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale LebensverĂ€nderung selbst versucht, stĂ¶ĂŸt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So ĂŒberzeugt Lisbeths RĂŒcken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich fĂŒr Die Presse mit Nicolas Huber ĂŒber seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wĂŒnscht sich das der Laie: komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich erklĂ€rt, etwa VersicherungsvertrĂ€ge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die SpaziergĂ€ngerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resĂŒmiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes GlĂŒck mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “SĂŒdafrika aus Slacker-Sicht”.

Neue Graphic Novels bei Splitter

Mittwoch, den 27. Februar 2013

Der Bielefelder Splitter Verlag hat sein Programm fĂŒr Sommer/Herbst 2013 vorgestellt. Neben vielen frankobelgischen Albenproduktionen sind auch drei Graphic Novels unter den Neuerscheinungen zu finden:

“Eine Nacht in Rom” von Jim

Raphael und Sophia sind ein Paar. Einige Tage vor seinem Geburtstag erhĂ€lt Raphael eine alte VHS-Kassette mit der Post. Als er sie anschaut, traut er seinen Augen kaum. Denn auf dem Band ist er selbst. Er und seine erste große Liebe Marie. Vor 20 Jahren hatten sie sich gegenseitig gefilmt und versprochen, ihren vierzigsten Geburtstag gemeinsam in Rom zu verbringen – egal was in ihrem Leben passieren wird.

Am nĂ€chsten Tag klingelt das Telefon: Es ist Marie. Dieselbe Stimme wie vor zwanzig Jahren. Derselbe Tonfall, dasselbe Lachen. NatĂŒrlich wĂ€re es vollkommen albern, alles hinzuwerfen und sie in Italien wiederzutreffen. Es wĂ€re dumm und unreif. Aber es ist auch ein unwiderstehlicher Gedanke. Aber wie soll er das Sophia erklĂ€ren?

Eine Nacht in Rom, ISBN 978-3-86869-593-9, 112 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80, erscheint im April

“Der Seewolf” nach Jack London, von Riff Reb’s

Nach einem Schiffbruch wird der etwas schöngeistige und wohlhabende Humphrey Van Weyden von dem Robbenschoner Ghost aus dem Meer gefischt. An Bord herrscht der brutale KapitĂ€n Wolf Larsen, der Weyden, anstelle ihn an Land zu bringen, mit Gewalt als KĂŒchenhilfe einsetzt.

FĂŒr Larsen ist der einzelne Mensch nichts wert und dementsprechend behandelt er seine Besatzung.

Doch nach und nach entwickelt der grobe, aber ĂŒberaus intelligente KapitĂ€n eine gewisse WertschĂ€tzung fĂŒr den gebildeten Humphrey.

Der Seewolf, ISBN 978-3-86869-636-3, 136 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,80, erscheint im Juni

“Ein FrĂŒhling in Tschernobyl” von Emmanuel Lepage

26. April 1986. In Tschernobyl beginnt der Reaktorkern des Atomkraftwerks zu schmelzen. Eine radioaktive Wolke zieht ĂŒber mehrere tausend Kilometer hinweg, ohne dass irgendjemand davon weiß – und sich davor schĂŒtzt. Es ist die grĂ¶ĂŸte Nuklearkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zehntausende Opfer fordern wird.

Emmanuel Lepage ist zu dieser Zeit 19 Jahre alt. UnglĂ€ubig sieht und hört er die Nachrichten im Fernsehen. 22 Jahre spĂ€ter, im April 2008, fĂ€hrt er nach Tschernobyl, um mit seinen Texten und Zeichnungen vom Dasein der Überlebenden und ihrer Kinder in dem hochverseuchten Gebiet zu erzĂ€hlen. Als er beschließt, auf Anfrage des Vereins Dessin’acteurs dort hinzufahren, hat Lepage das GefĂŒhl, dem Tod entgegenzutreten. Als er im Zug sitzt, der ihn in die Ukraine bringt, geht ihm eine Frage nicht mehr aus dem Sinn: Warum bin ich hergekommen?

Ein FrĂŒhling in Tschernobyl, ISBN 978-3-86869-619-6, 168 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,80, erscheint im August

Neue Graphic Novel bei Splitter

Dienstag, den 22. Januar 2013

“Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen” von Arthur de Pins

Seit 400 Millionen Jahren dĂŒrfen sich alle möglichen Arten fröhlich weiterentwickeln. Alle bis auf einen: der Krebs Simplicimus vulgaris, auch genannt »die quadratische Krabbe«. Diese Unterart der Krebstiere bewohnt die Ufer der Gironde-MĂŒndung und ist seit Jahrtausenden mit einem seltsamen Fehler geschlagen: Sie kann niemals die Richtung Ă€ndern und ist dazu verdammt, auf ewig in einer Linie zu laufen. Doch an einem ganz normalen Sommertag wie jeder andere, wĂ€hrend die Urlauber die Sonne und ihren bezahlten Urlaub genießen, beginnen drei kleine quadratische Krabben plötzlich zu rebellieren – und damit das gesamte Ökosystem zu stören!

Die Trilogie von Arthur de Pins wurde auf dem diesjĂ€hrigen internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem »Francomics«-Preis ausgezeichnet. Dieser wird alle 2 Jahre durch das Institut français d‘Allemagne, der französischen Botschaft Berlin und dem deutsch-französischen Institut Erlangen verliehen.Der jeweilige PreistrĂ€ger wird von einer Schüler-Jury ausgewĂ€hlt. Dieses Jahr nahmen 3.737 Schüler aus 209 Schulen teil.

Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen, ISBN 978-3-86869-511-3, 112 Seiten, farbig, Hardcover, 19,80 EUR (D), erschienen bei Splitter

Neue Graphic Novel bei Splitter

Freitag, den 4. Januar 2013

“Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges” von Catel & Boucquet

FĂŒnfundvierzig Jahre des außergewöhnlichen Lebens einer Frau und die Erfindung einer neuen Idee in Europa: der Kampf fĂŒr die Rechte der Frauen. In einer bĂŒrgerlichen Familie in der Provinz geboren, vermutlich als uneheliches Kind eines Dramatikers, hat Marie Gouze, genannt Olympe de Gouges, die zweite HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts durchquert, wie es nur wenige Frauen taten. Als Schriftstellerin und engagierte Polemikerin grenzt sie sich durch ihren unabhĂ€ngigen Geist und die mitunter radikale OriginalitĂ€t ihrer Standpunkte ab. Sie setzt sich fĂŒr die Abschaffung der Sklaverei und insbesondere fĂŒr die bĂŒrgerlichen und politischen Rechte der Frauen ein. Wegen ihrer Ablehnung von Robespierre und den Verfechtern der Revolution wird sie wĂ€hrend der Terrorherrschaft guillotiniert.

Catel und Bocquet schildern in romanhafter und doch historisch prÀziser Weise das Leben dieser besonderen Frau, deren Ideale ihrer Zeit voraus waren und die Kernwerte unserer heutigen Gesellschaft bilden.

Ein wunderbares FrauenportrÀt und eine leidenschaftliche Hommage an eine der wichtigsten Figuren des Feminismus.

Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges, ISBN 978-3-86869-561-8, 480 S. schwarzweiss, Hardcover, EUR (D) 36,80, erschienen bei Splitter

Neue Graphic Novels bei Edition 52, Salleck Publications und Splitter

Dienstag, den 30. Oktober 2012

Ab sofort bzw. in KĂŒrze erhĂ€ltlich sind drei neue Graphic Novels bei den Verlagen Edition 52, Salleck Publications und Splitter.

“White Line Fever” von Calle Claus (Edition 52)

Ein missglĂŒckter Disco-Abend, nĂ€chtliches Kidnapping im Hafen, eine blutige Seeschlacht, mysteriöse Rituale am Strand einer einsamen Insel und eine jĂ€h endende Romanze mit einer kapriziösen Katzenfrau


Ein namenloser junger Mann durchlebt eine Reihe seltsamer Episoden, die sich nach und nach zu einem geheimnisvollen Ganzen fĂŒgen.

FĂŒr den Band ist nun eine siebenseitige Leseprobe erhĂ€ltlich, die sich hier herunterladen lĂ€sst (PDF, 0,5 MB).

White Line, ISBN 978-3-935229-92-0, 144 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, 18 EUR, erschienen bei Edition 52

“Der Garten” von Agata Bara (Salleck Publications)

Eine kleine Familie geht in einer lĂ€ndlichen Gegend Polens in den achtziger Jahren ihrem Alltag nach. Doch die Tötung eines Huhns durch den Großvater lĂ€sst einen alten Nachbarschaftsstreit auflodern und langsam ĂŒberschatten immer mehr Schatten die familiĂ€re Idylle. Eine Tageswanderung zu einem verwilderten Apfelgarten wird fĂŒr den alten Mann ein Ausflug in eine Vergangenheit, die er nur zu gerne vergessen hatte. Auch seine Familie bleibt davon nicht unberĂŒhrt


“Der Garten” ist die Diplomarbeit der gebĂŒrtigen Polin Agata Bara, mit dem sie ihr Kommunikationsdesign-Studium an der Folkwang-UniversitĂ€t in Essen abschloss. Ihr DebĂŒt “Leviathan” ist in Polen bei Timof erschienen, dem Verlag, der dort unter anderem auch die BĂŒcher von Flix und Craig Thompson publiziert.

Der Garten, ISBN: 978-3-899084-78-8, 56 Seiten, farbig, Hardcover, 12,90 EUR (D), erscheint am 13. November bei Salleck Publications

“Lulu – Die nackte Frau” von Étienne Davodeau (Splitter)

Wie viele haben davon schon getrĂ€umt? Lulu hat‘s getan. Sie ist nicht nach Hause gegangen, verlĂ€sst Mann und Kinder, um einfach ein paar Tage allein zu sein. Nur eine kurze Unterbrechung in der Eintönigkeit der leeren Tage, denkt sie – und ĂŒberrascht sich damit selbst. Vierzig Jahre ist sie alt und die Tage, die sie am Meer verbringt, werden sie verĂ€ndern. Lulu genießt die Freiheit; ein GefĂŒhl, das sie beinahe vergessen hatte. Der »Urlaub« vom Alltag wird zur stillen Rebellion, zur ZĂ€sur, zu Ende und Neubeginn.

Étienne Davodeau hat die unvergleichliche FĂ€higkeit, seine Figuren realistisch, beinahe schon dokumentarisch zu beobachten; sie sind zerbrechlich, liebenswert und Helden in eigener Sache. Mit Lulu liegt nun endlich eines seiner großen Werke auch auf Deutsch vor.

Lulu – Die nackte Frau, ISBN 978-3-868695-60-1, 160 Seiten, Hardcover, farbig, 24,80 EUR (D), erschienen bei Splitter

Comics in der Presse – 10. September

Montag, den 10. September 2012

“HĂŒhner, Porno, SchlĂ€gerei” – Sophia Martinecks im avant-verlag erschienenes Debut stellte zdf.kultur in einem Videobeitrag vor, der oben zu sehen ist.

Als “gemalte Hymne ans Fernweh” bezeichnet Moritz Honert das Reisetagebuch “Reise zum Kerguelen-Archipel” von Emmanuel Lepage in seiner Besprechung auf tagesspiegel.de: “Der mittelalte Mann und das Meer”.

In der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft ver.di, publik, stellt Oliver Ristau “Im Land der FrĂŒhaufsteher” von Paula Bulling (avant-verlag) vor.

Noch im August befasste sich die tageszeitung mit “Berlin – Geteilte Stadt” von Sabine Buddenberg und Thomas Henseler (avant-verlag). Waldemar Kesler empfiehlt den Band als UnterrichtslektĂŒre: “Familie im Osten, Schule im Westen”.

Aktueller Buchtipp des Online-Magazins afrika-live.de ist der Band “Kililana Song – Eine Kindheit in Kenia” von Benjamin Flao (Schreiber & Leser).

Im Online-Feuilleton titel-magazin.de befasst sich Christian Neubert mit drei BĂŒchern aus dem Programm des Berliner Verlags Jacoby & Stuart: “Editorische Grauzonen und randstĂ€ndige Themen”. Auch wenn er alle BĂ€nde fĂŒr empfehlenswert hĂ€lt, mag er das Label Graphic Novel doch nur fĂŒr den Band “Rosa Winkel” von Michel Dufranne und Milorad Vicanovic gelten lassen.  Sein ResĂŒmĂ©e: “Es scheint, als ob der Begriff nicht nur dafĂŒr taugt, um hierzulande den Comic als Kunstform zu etablieren, sondern auch dafĂŒr, um Werke, die man nur schwer einer Schublade zuordnen kann, mit einem verkaufsfördernden PrĂ€dikat zu versehen. Schön, wennÂŽs funktioniert.”

Comics in den Medien – 6. August 2012

Montag, den 6. August 2012

Polfahrten sind das gemeinsame Thema der aktuellen BĂŒcher von Emmanuel LePage und Simon Schwartz: “Reise zum Kerguelen-Archipel” (Splitter) und “Packeis” (avant-verlag) stellte Andrea Kedves in einer Doppelbesprechung fĂŒr den in ZĂŒrich erscheinenden Tages-Anzeiger und die Basler Zeitung vor: “Exkursionen ins ewige Eis” (auch hier).

KĂŒrzlich erschien in der Neuen ZĂŒrcher Zeitung ein Artikel Georg Kleins, in dem er sich Ă€ußerst kritisch mit Graphic Novels auseinandersetzte. Dem setzt der Schweizer Autor Hannes Binder (“Antonio Ligabue”, mit Giuseppe Zironi, Jacoby & Stuart) nun “Eine kleine Poetik der Graphic Novel” entgegen, die am Wochenende ebenfalls die NZZ abdruckte. Binders Gedanken lassen sich so zusammenfassen: “Die Graphic Novel, wie ich sie sehe, bedeutet Koexistenz von Wort und Bild zur Potenzierung des Stoffes, ohne das eine oder das andere zu beschneiden”.

Thomas Greven stellt auf tagesspiegel.de vier aktuelle Comics vor, die sich mit zeitgeschichtlichen Themen auseinandersetzen. “Aufregend wie die Wirklichkteit”. Sein Urteil ĂŒber die Darstellung politischer Inhalte in “AÏR” von David Boller (Zampano) fĂ€llt durchaus kritisch aus. Besser machten es da Golo und Dibou in “Chronik einer verschwundenen Stadt” (avant-verlag). Positives weiss er auch ĂŒber “Die besten Feinde, Erster Teil: 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiou und David B. zu sagen. Mit “Olympe de Gouges” von Catel/Bocquet (castermann) stellt er einen noch nicht einen in Deutschland angekĂŒndigten Titel vor.

Weiterhin wird “Meine Beschneidung” von Riad Sattouf (Reprodukt) als Beitrag zur Beschneidungsdebatte in den Medien aufgegriffen. Nun schreibt Daniel Benedict in der Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung: “Riad Sattouf erzĂ€hlt lustig von der eigenen Beschneidung in Syrien”. Dabei fasst er zusammen: “Sein Buch sagt mehr als hundert Leitartikel.”

In der aktuellen Ausgabe des stern findet sich eine sechs-Seitige Strecke aus “Meine Beschneidung” sowie ein Interview mit dem Autor Riad Sattouf.

Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins “Unterricht Englisch” (Friedrich Verlag) steht ganz im Zeichen der Graphic Novels. Das Erscheinen des Heftes nimmt man bei comic-report.com zum Anlass, Redakteurin Solveig Möhle einige Fragen zum Heft zu stellen: “Englisch Lernen mit Graphic Novels”.

Comics in der Presse – 5. Juli 2012

Donnerstag, den 5. Juli 2012

In der heutigen Ausgabe des “Börsenblatts des deutschen Buchhandels” werden in einem Krimi-Schwerpunkt interessante Titel und Autoren vorgestellt. Darunter befinden sich auch eine Reihe von Comic-Neuerscheinungen, die online noch ausfĂŒhrlicher besprochen werden, unter Anderem die Adaptionen  “Der Selbstmörderclub” von ClĂ©ment Baloup und Eddy Vaccaro nach Robert Louis Stevenson (Splitter) und “Scarface” von Christian De Metter, nach Armitage Trail (Schreiber & Leser), sowie “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne): “Kriminell gute Comics”.

Auf tagesspiegel.de schwĂ€rmt Thomas Hummitzsch fĂŒr das “vorlĂ€ufige Opus Magnum” von Cyril Pedrosa: “Portugal” (Reprodukt), was nicht nur daran liegt, dass fĂŒr ihn der Band ein “Augenschmaus”, sondern auch “eine tiefschĂŒrfende LiebeserklĂ€rung an ein LebensgefĂŒhl, das sich nur mit Begriffen wie ‘Heimat’ oder ‘Zuhause’ verbinden lĂ€sst” ist: “Eine Reise zum Ich”.

Neue Titel bei deutschen Verlagen

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Drei neue Comics sind bei ebensovielen Verlagen in den nĂ€chsten Monaten angekĂŒndigt. WĂ€hrend beim auf Comicalben spezialisierten Verlag Splitter nicht der erste Comic von mehr als hundert Seiten Umfang erscheint, sind Rotbuch und Droemer Knaur zwei Verlage, die sich nun erstmals an Comics bzw. Graphic Novels versuchen.

In “Jim Morrison: Poet im Chaos” (Splitter) steht der frĂŒh verstorbene SĂ€nger der Doors im Mittelpunkt einer Comicbiografie. Der von FrĂ©dĂ©ric Bertocchini getextete Band wurde von Jef zeichnerisch umgesetzt.

Er war das Leitbild einer Generation, die im Schatten des Vietnam-Kriegs und der Watergate-AffĂ€re aufwuchs, Idol fĂŒr eine Generation, in der Sex und Drogen gleichzeitig Flucht und Rebellion war. Jim Morrison, der SĂ€nger und Texter der Doors, lebte vor, wie man im GefĂŒhl des drohenden Weltuntergangs zu leben hatte: Kurz und schnell. Er zĂŒndete die Kerze an beiden Enden an, zelebrierte einen selbstzerstörerischen Lebensstil, produzierte morbide Texte und sah dabei auch noch unglaublich gut aus. Nebenbei entstanden einige der grĂ¶ĂŸten Songs der Rock-Geschichte, von Light My Fire, The End, People are Strange bis zu Riders on the Storm. Die mysteriösen UmstĂ€nde seines Todes 1971 in Paris taten ihr Übriges, um Morrison zur Legende zu machen.

Wenige Tage vor seinem Tod lÀsst Jim Morrison in dieser spektakulÀren Comicbiografie sein Leben Revue passieren, im Pariser Exil, auf der Flucht vor der US-Justiz und seinem eigenen Ruhm.

Jim Morrison: Poet im Chaos, ISBN 978-3-86869-337-9, 128 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,80 EUR, erscheint Ende Mai bei Splitter

Eine weitere Comicbiografie wird im August beim Rotbuch Verlag erscheinen: “Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts” von Ángel de la Calle.

Als Fotografin wird sie von Madonna verehrt und zu Höchstpreisen gehandelt. Als Schauspielerin stieg sie zum Star des Hollywood-Stummfilms auf. Als RevolutionĂ€rin spionierte sie fĂŒr die Komintern. Tina Modotti war Geliebte und Muse von KĂŒnstlern wie Edward Weston und Diego Riviera, Freundin von Frida Kahlo, John Dos Passos und Anna Seghers. Ángel de la Calles’ preisgekrönte Graphic Novel ĂŒber das Leben dieser Wegbereiterin der Emanzipation eröffnet zugleich ein dichtes Panorama der politischen BrĂŒche der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts.

Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts, ISBN 978-3-86789-137-0, 272 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 16,95 EUR, erscheint im August bei Rotbuch

Sechs Kurzgeschichten versammelt “Großstadtaugen”, das bei Droemer Knaur erscheinen wird. Die sechs Autorinnen und Autoren David FĂŒleki, Stella Brandner, Carolin Reich, Carla Miller, Helen Aerni und Petra Popescu befassen sich auf ganz unterschiedliche Weise darin mit dem Thema Großstadt – alles im Manga-Stil.

In sechs Graphic short stories begeben sich sechs verschiedene Zeichner in die dunklen Geheimnisse der Großstadt. Die verschiedenen Stile und die ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen fĂŒhren den Leser in Text und vor allem Bild in tiefe AbgrĂŒnde und unerwartete Höhen. Es handelt sich hier nicht nur um physisch Greifbares, sondern auch um einen Blick in die Psyche der Großstadt.
Phantastische Begegnungen, gewöhnlicher Alltag und ein Hauch Ungewissheit umgeben diese Geschichten. Spannung und Erleichterung gehen ineinander ĂŒber.

Großstadtaugen, ISBN 978-3-426-53011-5, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 6,99 EUR, erscheint im Juni bei Droemer Knaur

Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

Donnerstag, den 30. Dezember 2010

Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfĂ€ltige Berichterstattung ĂŒber Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite fĂŒllenden Bericht ĂŒber die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natĂŒrlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausfĂŒhrlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube fĂŒr Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel KreitzÂŽ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann ĂŒber eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prĂ€gten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefĂ€hrlich” fĂŒr “Die Welt” ĂŒber die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin fĂŒr Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der LektĂŒre von Bastien VivĂšsÂŽ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

Gleich zwei BĂ€nde von Bastien VivĂšs finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner wĂŒrde sich wĂŒnschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau ĂŒberhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue BĂ€nde von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale MenschenknĂ€uel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “KapitĂ€n Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation ĂŒber Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

“Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu ĂŒberbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein GeschĂ€ft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff RebÂŽs (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

Comics in den Medien – Dezember 2010 (1)

Mittwoch, den 1. Dezember 2010

Wie bereits berichtet, wurde Jeff Lemires “Essex County”, das auf Deutsch bei der Edition 52 erscheint, in die Shortlist des Buchwettbewerbs “Canada Reads” des kanadischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders CBC aufgenommen. Und auch auf der auf fĂŒnf Titel gekĂŒrzten Liste wird die Graphic Novel noch gefĂŒhrt und ist im Rennen um die Auszeichnung zu Kanadas bestem Roman der letzten zehn Jahre. Die Daumen sind gedrĂŒckt!

Auf NDR.de erkennt Korinna Hennig den Trend, in Comicform Wissen zu vermitteln und stellt Jens Harders “Alpha – directions” (Carlsen) und Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) vor. So schreibt sie in “Wissenschaftscomics”: “Wissen ist Abenteuer und Drama – und eine Graphic Novel wie diese ist die perfekte Vermittlungsform.”

Daniel WĂŒllner argumentiert auf titel-magazin.de, dass Jens Harders Band kein Comic sei – aber doch zu Recht auf dem Comic-Salon in Erlangen ausgezeichnet wurde: “Ceci n’est pas une bande dessinĂ©e”. Auf satt.org schreibt Felix Giesa zum selben Titel, dass es dem Autor gelingt, “die ganze Welt als Comic zu beschreiben.”: “Die Welt, ein Comic”. An gleicher Stelle attestiert Giesa Manuele Fiors Schnitzler-Adaption “FrĂ€ulein Else” (avant-verlag), dass das Buch ein toll zu lesender Comic sei, aber hinter den Möglichkeiten der Literaturadaption zurĂŒckbleibe: “Spiegelung des Innern”. Lobend weist Giesa auch auf “Aua! Aua! Heiss! Heiss!” hin, eine von Ludmilla Bartscht und Simon Schwartz (“drĂŒben!”, avant-verlag) herausgegebene Anthologie mit dem Schwerpunkt auf humoristischen Comics.

Dieser Tage erscheint “Oh, diese MĂ€dchen!” von Emmanuel Lepage und Sophie Michel (Splitter). Susann S. Reck hat den Band vorab gelesen und empfiehlt ihn in ihrer Besprechung auf aviva-berlin.de trotz leichter SchwĂ€chen. Über den mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Titel “Such Dir was aus, aber beeil Dich!” von Nadia Budde (Fischer) schreibt Lena Ullrich auf geolino.de: “Kindheit im Plattenbau”.

Auf tagesspiegel.de stellt Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) den Band “Punkrock Heartland” (MĂ€nnerschwarm) von Andi Lirium vor. In “Verliebte Jungs” fĂŒhrt er aus, was ihm besonders daran gefĂ€llt: “Dieser Mann hat einfach was zu erzĂ€hlen, und das tut er ohne Wenn und Aber.” An gleicher Stelle attestiert Daniel WĂŒllner am Beispiel von Hanns Zischlers und Friederike Groß® “Aus der Nachwelt”(Alpheus Verlag), dass der Deutsche Comic “langsam zur internationalen Konkurrenz aufschliesst”: “Die Magie der Möbiusschleife”. Das “zynische Dreieck von Lebenshunger, Kompromissbereitschaft und Heldentum” in “Unter dem Hakenkreuz” von Philippe Richelle und Jean-Michel Beuriot (Schreiber & Leser) beschreibt Waldemar Kesler in “Das Schweigen der Helden”.

“Morgen hab ich wieder Fleisch” – die gruselige Bedeutung dieser Aussage in Peer Meters und Isabel Kreitz’ “Haarmann” (Carlsen) legt Waldemar Kesler ebenfalls auf tagesspiegel.de dar. Katja Schmitz-DrĂ€ger fĂŒhlt sich an gleicher Stelle von Brecht Evens’ “Am falschen Ort” (Reprodukt) “merkwĂŒrdig berĂŒhrt”, wie sie in “Die Kunst des FremdschĂ€mens” schreibt. Die ErzĂ€hlung “Insel der MĂ€nner” von Sara Colaone & Luca de Santis (Schreiber & Leser) befasst sich mit “VerdrĂ€ngter Erinnerung” – nĂ€mlich dem Umgang Italiens mit Homosexuellen in den 1930ern und 40ern – wie Oliver Ristau in seiner Besprechung darlegt.

Christian Möllers Bericht, der in der Sendung “Corso” im Deutschlandfunk lief, ist leider nicht im Textarchiv erhalten, dafĂŒr aber immer noch als mp3-Datei abzurufen. Der Autor stellt Arne Bellstorfs neues Buch “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor. Gleich vier Comics werden von der mdr-Kindersendung “Figarino” empfohlen: claire Lenkovas “Grenzgebiete” (Gerstenberg), Jean Regnauds und Émile Bravos “Meine Mutter ist in Amerika” (Carlsen), Felix Mertikats und Benjamin Schreuders “Jakob” (Cross Cult), sowie “Anne Frank – Eine grafische Biografie” von Ernie Colon & Sid Jacobsson (Carlsen).

Sondermann 2010

Montag, den 30. August 2010

Auch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse der “Sondermann”-Comicpreis in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Gewinner werden durch eine öffentliche Abstimmung auf den Websites von “Frankfurter Rundschau”, “Spiegel Online” und “Splashcomics” ermittelt. Zur Wahl stehen unter anderem die Comic-Umsetzung von Erich KĂ€stners “PĂŒnktchen und Anton” durch Isabel Kreitz (C. Dressler Verlag) sowie der dritte Teil von Stephen Kings “Der dunkle Turm” von Jae Lee und Robin Furth (Heyne, bzw. Splitter).

Über die beiden Sonderpreise, den “Newcomer 2010“ und den “Bernd-Pfarr-Sondermann fĂŒr komische Kunst“, entschied eine Jury, bestehend aus Gabi Roth-Pfarr (Witwe des Namenspatronen Bernd Pfarr), Rudi Hurzlmeier (Cartoonist), Christian SchlĂŒter (“Frankfurter Rundschau”), Achim Frenz (Caricatura Museum), Stefan Pannor (“Spiegel Online”) und Andreas Platthaus (“FAZ”). FĂŒr den Nachwuchs-Sondermann fiel die Wahl auf Felix Mertikat und Benjamin Schreuder, die fĂŒr ihr DebĂŒt “Jakob” (Cross Cult) ausgezeichnet werden. Der “Bernd Pfarr-Sondermann fĂŒr komische Kunst“ geht an den Zeichner und Karikaturisten Ari Plikat.

Über den “Sondermann”, die Nominierungen und die PreistrĂ€ger, die schon feststehen, informiert eine Sonderbeilage, die in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” zu finden ist. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 9. Oktober, um 16.30 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse im Comiczentrum (Halle 3.0 J 807) statt.

Comics in den Medien – August 2010 (1)

Dienstag, den 3. August 2010

Am 6. August 1945 wurde ĂŒber dem Zentrum des japanischen Hiroshima die Atombombe gezĂŒndet. Den 65sten Jahrestag nahm Melanie Longerich im Deutschlandfunk zum Anlass, um in der Sendung “Andruck” den autobiografischen Manga von Keiji Nakazawa “Barfuß durch Hiroshima” (Carlsen) vorzustellen, in dem sich der Autor an seine Erlebnisse rund um den Abwurf und dessen verheerende Auswirkungen erinnert: “Atomkrieg als Manga”. Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) wurde bereits im Deutschlandradio Kultur vorgestellt, der Beitrag “Urknall im Comic” wird am heutigen Dienstag um 16:33h noch einmal im Deutschlandfunk im “Radiofeuilleton” wiederholt.  Zudem findet sich der Titel auf der August-Empfehlungsliste der Literaturredaktion: “Charles Darwin hĂ€tte sein Freude gehabt”.

Christian Möller hat Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) auf WDR 5 in der Sendung “Scala” vorgestellt und als “klug hintersinnig und höchstunterhaltsam” beschrieben. Zu einem etwas anderen Urteil ĂŒber den Band gelangt Waldemar Kesler auf “tagesspiegel.de”: “Göttliche Zumutung”. Weitere Kritik wird an gleicher Stelle gegenĂŒber Matthias Schultheiss’ “Die Reise mit Bill” (Splitter) geĂ€ußert: “Aus der Zeit gefallen” urteilt dort Klaus Schikowski, der sich in einem weiteren Artikel (“Der Zahn der Zeit”) mit Vampircomics beschĂ€ftigt. Unmittelbarer Anlaß ist die Veröffentlichung der Manga-Umsetzung des ersten Bandes der “Twilight”-Reihe von Stephenie Meyer: “Twilight: Biss zum Morgengrauen: Der Comic, Band 1″ (Carlsen). Mit “Sun Village” von Inio Asano widmet sich Lars von Törne einem weiteren Manga: In dieser “Jagd nach dem GlĂŒck” zeige sich ein Manga-Star in “Bestform”. Von Törne spach auch mit David Prudhomme, dem Autor und Zeichner von “Rembetiko” (Reprodukt) ĂŒber eben jenes Buch: “Ich habe im Atelier getanzt”.

FĂŒr den österreichischen Kultur-Blog wienerpost.at sprach Harald Havas mit Ulli Lust ĂŒber ihren Band “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag): “460 Comic-Seiten Leben”. Auf titel-magazin.de fragt Lida Bach “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?” und lobt die Neuausgabe von Jon J. Muths “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult).

“Mit „Gift“ ist der Comic nun endgĂŒltig in der Belletristik angekommen.” resĂŒmiert Felix Giesa auf satt.org in seiner Besprechung von Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt): “Die VerfĂŒhrung der Ahnungslosen”. Lobendes hat er an gleichem Ort in “Todessehnsucht” auch ĂŒber Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) zu sagen.

Daniel Benedict schreibt in der “Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung” ĂŒber Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen): “Autobiografisches und Geschichtsschreibung fallen hier zusammen – ein Muster, das Schule macht.”: “Gotteskritik in der Sprechblase”. Auf cult:online, der Online-Ausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie stellt Cornelia Fiedler Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen) sowie die Luxusausgabe des Bandes (Edition 52) vor: “Hinterm HofbrĂ€uhaus das Jenseits”.

Aus dem NĂ€hkĂ€stchen plaudert Andreas Platthaus in zwei BeitrĂ€gen auf seinem Blog fĂŒr die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: Zum einen schreibt er dort ĂŒber ein in Frankreich erschienenes Reisetagebuch von David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag”) und ĂŒber die Beteiligung von Art Spiegelman (“Die vollstĂ€ndige Maus”, S. Fischer) an einem Tanztheater vor projizierten Animationszeichnungen.

“Reise ins Fantastische”

Montag, den 19. Juli 2010

In seiner Besprechung in der “Frankfurter Rundschau” attestiert Christian SchlĂŒter dem in Hamburg lebenden Comicautoren Matthias Schultheiss, dass er nie besser war als in “Die Reise mit Bill” (Splitter).

Reise ins Fantastische

Matthias Schultheiss ist wieder da! Mit seinem Comic “Die Reise mit Bill” hat der Zeichner und ErzĂ€hler einen souverĂ€n erzĂ€hlten, rasant geschnittenen Roadmovie vorgelegt. Schultheiss montiert seine ĂŒberbordenden Seitentableaus aus filmischen Einstellungen zusammen: In großen Weiten eröffnet er atmosphĂ€risch dichte HandlungsrĂ€ume, in der Totale lĂ€sst er erste Details erkennen und arbeitet sich ĂŒber Nah-, Groß- und Detailaufnahmen an seine Figuren heran. Was der 1946 in NĂŒrnberg geborene Schultheiss hier auf das Papier gebannt hat, zeigt die ganze Könnerschaft eines der wenigen deutschen Zeichner von internationalem Rang. mehr

Comics in den Medien – Juni 2010

Dienstag, den 22. Juni 2010

Gleich zwei RadiobeitrĂ€ge widmeten sich zuletzt “Gift” (Reprodukt) von Peer Meter und Barbara Yelin. Karolin Korthase stellte das Buch im Nordwestradio von Radio Bremen vor und unterhielt sich dafĂŒr mit dem Szenaristen Peer Meter: Gift – Eine Graphic Novel ĂŒber Gesche Gottfried”. Die Zeichnerin Barbara Yelin war bei radio eins des rbb zu Gast und wurde in der Sendung “Seite EINS” von Moderator Knut Elstermann zum Buch befragt.

“Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss” resĂŒmiert Jens Harder im Interview zu “Alpha – Directions” (Carlsen) mit Markus Köbnik auf on3 vom Bayerischen Rundfunk. Dort liefert eine Bildergalerie zusĂ€tzliche Einsichten. Alle RadiobeitrĂ€ge lassen sich auf den jeweiligen Seiten nachhören. Zumindest nachgelesen werden kann Christian Möllers Beitrag “iGott” zu Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” auf der Website des Radiosenders 1Live des WDR.

Jens Harders Buch war auch Aufmacher des Kulturteils der “Jungle World”: Heike Karen Runge stellt es in “Vor uns die Sintflut” ausfĂŒhrlich vor. An gleicher Stelle hat Michael Saager Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen: “Die Angst kommt spĂ€ter”.

Auf titel-magazin.de klopft Jens Essman in “Zwischenstopp Bremen” Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” daraufhin ab, ob die vielversprechenden Zutaten auch einen SelbstlĂ€ufer ergeben. “Verstörend vergnĂŒglich” findet Sven Jachmann Fane und Jims “Sonnenfinsternis” (Splitter), das er an gleicher Stelle in “Infantile Fluchten” vorstellt.

Neben einer neuen Comicseite in der Printausgabe des “Tagesspiegels” gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge neue Besprechungen und Interviews auf tagesspiegel.de zu lesen. Die Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” (Edition 52) ist fĂŒr Lars von Törne Anlass, den “Taumelnden Totentanz” noch einmal vorzustellen. Politikwissenschaftler Thomas Greven etwa befasst sich in “Stellungskrieg des Lebens” mit Emmanuel Guiberts Weltkriegsmemoiren “Alans Krieg” (Edition Moderne). “Spielland ist abgebrannt” fasst Markus Dewes den Max und Moritz-PreistrĂ€ger “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss zusammen. AnlĂ€sslich des Comic-Salons Erlangen wurde das KĂŒnstlerpaar Maryse und Jean-François Charles von Lars von Törne zu ihrem Band “War and Dreams” (Splitter) interviewt.

Abschliessend noch ein Blick ins Ausland: Ulli Lust wurde vom englischen Blog avoidthefuture.com zu ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” und ihrer Website electrocomics.com befragt und gibt so der englischsprachigen Welt einen Einblick in ihr Schaffen und ihre Motive.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/spielland-ist-abgebrannt/1847732.html

Neue Graphic Novels beim Comic-Salon Erlangen (2)

Montag, den 17. Mai 2010

Alle zwei Jahre prĂ€sentieren sich KĂŒnstler und Verlage beim Internationalen Comic-Salon Erlangen ihrem Publikum. FĂŒr beide Seiten Gelegenheit ins GesprĂ€ch zu kommen und sich ĂŒber neueste Entwicklungen zu informieren. In vielen VortrĂ€gen, Podiumsdiskussionen und anderen Rahmenveranstaltungen wird in Erlangen vom 3. bis zum 6. Juni der Blickpunkt auf den Comic gelegt.

Im zweiten Teil des Überblicks zu den neuen Graphic Novels, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen, wird ĂŒber Neuheiten und Aktionen der Verlage Cross Cult, Panini Comics, Schreiber & Leser, Splitter und Zwerchfell berichtet.

CROSS CULT

Die beiden deutschen Autoren Benjamin Scheuer und Felix Mertikat stellen am Stand von Cross Cult ihr DebĂŒt vor: In “Jakob” erzĂ€hlen sie von einem AchtjĂ€hrigen, der erstmals mit der VergĂ€nglichkeit konfrontiert ist, als er sich Schritt fĂŒr Schritt bewusst wird, dass seine Mutter verstorben ist. AnlĂ€sslich der Buchveröffentlichung, die gleichzeitig das Abschlussprojekt der beiden Zeichner an der Filmakademie Baden-WĂŒrttemberg ist, gibt es im Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle in Erlangen Originalzeichnungen aus “Jakob – Ein Comic-MĂ€rchen” zu sehen.

Auch Peter Wiechmann, Autor und Szenarist der ehemaligen “Yps”- und “Primo”-Serien “Thomas der Trommler” (mit Zeichner Josep Gual und Juan Sarompas) und “Andrax” (mit Zeichner Jordi Bernet) wird zu Gast sein und die jĂŒngst veröffentlichten Neu-Editionen seiner Werke signieren.

Anfang Juni erscheinen darĂŒber hinaus mit “Hellboy 10 – Wilde Jagd” von Mike Mignola & Duncan Fegredo, “Warlord 1 – Skartasis” von Mike Grell und “Aliens -Nekropolis” von John Arcudi & Zach Howard drei neue Titel im erfolgreichen Fantasy- und Science-Fiction Segment des Verlags.

PANINI COMICS

Mit einer Reihe bekannter Namen aus den USA und Italien wartet Panini Comics in Erlangen auf: Howard Chaykin wird zu Gast sein, exklusiv zum Comic-Salon gibt Panini zu diesem Anlass “Batman: Dark Allegiances – Dunkle BĂŒndnisse” (DC) heraus, limitiert auf 999 Exemplare. Bekannt ist Howard Chaykin in den USA vor allem fĂŒr seine inhaltlich und grafisch innovative Science-Fiction-Serie “American Flagg”, die in den 80er-Jahren bei First Comics fĂŒr Aufmerksamkeit sorgte. Vor kurzem trat er hierzulande als Szenarist des Fantasy-Epos “Fafhrd und der Graue Mausling” ins Rampenlicht (mit Zeichner Mike Mignola nach einer Vorlage von Fritz Leiber, erschienen bei Cross Cult).

Zur Anreise des Briten David Lloyd erscheint eine limitierte Ausgabe der “V wie Vendetta Absolute Edition” (mit Autor Alan Moore, Vertigo) im Großformat und Schuber mit einer Promo-”V wie Vendetta”-Maske” – ein Faksimile eines englischen Ladens aus den frĂŒhen 90ern zum selber basteln.

Mit Mark Buckingham (“Fables: 1001 Schneeweiße NĂ€chte”, mit Autor Bill Willingham, Vertigo) ist ein weiterer Brite zu Gast. Panini veröffentlicht ein Hardcover-Variant der “Death”-Gesamtausgabe von Autor Neil Gaiman (Vertigo), an dessen zeichnerischer Umsetzung Mark Buckingham ebenfalls beteiligt war.

Des weiteren gibt es neu zum Salon auch “Batman – Was wurde aus dem Dunklen Ritter?” von Neil Gaiman & Andy Kubert als limitiertes Hardcover zu erstehen – die regulĂ€re Softcover-Ausgabe wird auch bereits im Juni in den Handel kommen. Jede Menge seltene SammlerstĂŒcke also dieses Jahr am Stand von Panini Comics!

Ebenfalls ist Milo Manara zu Gast, dessen Werk seit geraumer Zeit exklusiv bei Panini Comics wiederveröffentlicht wird. Im Blickpunkt steht mit “Der Duft des Unsichtbaren” der dritte Band, der im Rahmen der Manara-Werkausgabe erschienen ist.

In einer vom Comicon Napoli-Direktor Claudio Curzio zusammengestellten Werkschau mit dem Titel “Erotik und Abenteuer” werden auf der Empore der Heinrich-Lades-Halle Originale von Milo Manara zu sehen sein.

Außerdem erscheint mit “Honigfeigen” eine erste erotische Graphic Novel der Kölner Zeichnerin und ehemaligen Burlesque-TĂ€nzerin Sanni Kentopf (szenische Bearbeitung von Rochus Hahn).

Aus Berlin kommen Marko Djurdjevic und Nic Klein in die Hugenottenstadt. Marko Djurdjevic ist vor allem bekannt fĂŒr sein opulentes Coverartwork zu vielen Heldengeschichten aus dem Marvel-Universum.

Von Nic Klein ist Anfang April 2010 bei Image Comics die großformatige englischsprachige Hardcover-Ausgabe des ebenfalls mit viel opulentem Bildwerk illustrierten “Viking – The long cold fire” erschienen. Die historische Serie um zwei mordende und plĂŒndernde Wikinger-BrĂŒder, promotet als “a crime book for the 9th Century”, hat der Berliner Zeichner nach einem Szenario von Ivan Brandon umgesetzt. Vom Zeichenstil bis zur Gestaltung des Einbands ist das Werk ganz der englischen Tradition von “2000 AD” verhaftet; anatomische Gestaltung und Körpersprache der Figuren Nic Kleins erinnern an Zeichnungen von Simon Bisley oder Glenn Fabry.

SCHREIBER & LESER

Der MĂŒnchner Verlag prĂ€sentiert unter anderem die beiden bereits erhĂ€ltlichen Neuveröffentlichungen seines Manga-Labels shodoku: Osamu Tezkuas erster Band des Zweiteilers “Barbara” schildert eine wilde Romanze (hier bereits vorgestellt), und Inio Asano hat eine Zukunftsvision geschaffen, in der sich die Menschheit in komfortablen Wohnmaschinen einnistet: “Sun Village” (hier) wird – als in sich abgeschlossene Geschichte – bei shodoku als Einzelband vorgelegt.

Gleich drei Titel der neuen Krimireihe Schreiber & Leser noir werden auf dem Comic-Salon Erlangen prĂ€sentiert: “Coronado” von Dennis Lehane & Jacques Loustal, “Nestor Burma – Die lange Nach von Saint Germain des PrĂ©s” gezeichnet von Emmanuel Moynot nach dem Roman von Leo Malet sowie “Die Packard Gang” von Marc MalĂšs.

Zwei französische Comiczeichner werden auch vor Ort sein: Jean-Denis Pendanx, der fĂŒr die grafische Umsetzung des von Christophe Dabitch geschriebenen Seefahrt-Abenteuers “Jeronimus” verantwortlich zeichnet sowie Francois Boucq, von dem zuletzt die Thriller-Reihe “Der Janitor” erschien (Skript: Yves Sente).

SPLITTER

Der fĂŒr sein umfangreiches Albenprogramm bekannte Verlag aus Bielefeld hat ebenfalls eine Reihe nationaler und internationaler Zeichner eingeladen. So wird unter anderem Juan Gimenez erwartet, der vor allem fĂŒr seine Science-Fiction-Serie “Die Meta-Barone” nach Vorlagen von Alexandro Jodorowsky bekannt ist.

Mit Adrien Floch ist ein weiterer KĂŒnstler angekĂŒndigt, von ihm stammt unter anderem die Serie “Die SchiffbrĂŒchigen von Ythaq”. Aus Deutschland werden Ralf SchlĂŒter und Yann Krehl erwartet, die sich als Zeichner und Szenarist fĂŒr die Comic-Umsetzung von Kai Meyers “Seide und Schwert” verantwortlich zeigen.

Neben Alben im französischen Originalformat erscheinen bei Splitter auch gesammelte Zyklen in kleinerem Format, so zum Beispiel die exotische Familiensaga “India Dreams” oder “War and Dreams”, bei der Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg im Vordergrund stehen. Beide BĂ€nde stammen vom französischen Autorenpaar Maryse Charles und Jean-Francois Charles, die ebenfalls auf dem Comic-Salon zu Gast sein werden.

Alle GĂ€ste des Splitter-Verlages werden auf der Website des Verlags in einer Übersicht vorgestellt.

Nachdem der Splitter-VerlagsĂŒberblick am 18. Mai aktualisiert wurde, gibt es die erfreuliche Nachricht zu melden, dass auch Matthias Schultheiss, Dozent fĂŒr Storyboard an der Hamburger Technische Kunstschule, und vor allem bekannt fĂŒr seine Albenreihen “Die Wahrheit ĂŒber Shelby” und “Die Haie von Lagos”, und ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum nicht auf deutschen Comic-Festivals zugegen, beim Comic-Salon Erlangen anwesend sein wird. PĂŒnktlich zum 1. Juni erscheint bei Splitter sein neues, 288 Seiten starkes Buchprojekt “Die Reise mit Bill”, angekĂŒndigt als großes, elegisches Abenteuer zwischen Traum und RealitĂ€t.

ZWERCHFELL

Der Verlag aus Stuttgart und Frankfurt ist auf dem Comic-Salon wieder mit einer Vielzahl von Zeichnerinnen und Zeichnern vertreten: Vor Ort sein werden unter anderem VĂ©ro (“kleiner vogel rot”, geschrieben von Christopher BĂŒnte), Piwi (“Disco Amore”) und die Dinter Bros. (“Die kleinen Mutterficker”).

Neu im GepĂ€ck ist Aike Arndt, der mit “Die Zeit und Gott” sein DebĂŒt prĂ€sentieren wird. Von Naomi Fearns Strip “Zuckerfisch” wird der inzwischen sechste Sammelband “Mit Liebe gemacht” erscheinen.

Eine Graphic Novel wird bei Zwerchfell zum Comic-Salon neu aufgelegt: Anna Maria Jung – in Erlangen ebenfalls zu Gast – hat fĂŒr eine rundumerneuerte Auflage von “Xoth! Die unaussprechliche Stadt” einige Extraseiten beigesteuert.

“Filmisches ErzĂ€hlen”

Samstag, den 28. November 2009

reisende_im_windHeute in der “taz”: Sven Jachmann ĂŒber die Neuausgabe von François Bourgeons “Reisende im Wind” bei Splitter.

Filmisches ErzÀhlen

Als 1979 François Bourgeons erstes Album der insgesamt fĂŒnfbĂ€ndigen Reihe “Reisende im Wind” erschien, kam dies einer kleinen Revolution im frankobelgischen Comic gleich. Da war zunĂ€chst die ungewöhnliche Form, die den bis dato geltenden Seitenumfang von 48 bzw. 64 Seiten nach eigenem Gusto ausweitete und somit die ErzĂ€hlung nicht mehr dem Format unterordnete.

Da war zudem die manierierte, sehr filmische Art und Weise des ErzĂ€hlens selbst. Dominierten bislang starre Seitenarchitekturen die Bande desinĂše – den Comic des französischsprachigen Raums – in Form regelrecht normierter Seitengestaltungen und schematischer Streifenanordnungen, nutzte Bourgeon nicht bloß die Montage der Panels zur Stimmungserzeugung, sondern die Komposition der gesamten Seite. mehr