Graphic Novels
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Graphic Novels in den Medien – 12. März 2013

Dienstag, den 12. März 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert über “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos überzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulärer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frühem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher Erzählstränge zulässt.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulär, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale Lebensveränderung selbst versucht, stößt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So überzeugt Lisbeths Rücken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich für Die Presse mit Nicolas Huber über seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wünscht sich das der Laie: komplexe Zusammenhänge verständlich erklärt, etwa Versicherungsverträge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die Spaziergängerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resümiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes Glück mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “Südafrika aus Slacker-Sicht”.

Neue Graphic Novels bei Splitter

Mittwoch, den 27. Februar 2013

Der Bielefelder Splitter Verlag hat sein Programm für Sommer/Herbst 2013 vorgestellt. Neben vielen frankobelgischen Albenproduktionen sind auch drei Graphic Novels unter den Neuerscheinungen zu finden:

“Eine Nacht in Rom” von Jim

Raphael und Sophia sind ein Paar. Einige Tage vor seinem Geburtstag erhält Raphael eine alte VHS-Kassette mit der Post. Als er sie anschaut, traut er seinen Augen kaum. Denn auf dem Band ist er selbst. Er und seine erste große Liebe Marie. Vor 20 Jahren hatten sie sich gegenseitig gefilmt und versprochen, ihren vierzigsten Geburtstag gemeinsam in Rom zu verbringen – egal was in ihrem Leben passieren wird.

Am nächsten Tag klingelt das Telefon: Es ist Marie. Dieselbe Stimme wie vor zwanzig Jahren. Derselbe Tonfall, dasselbe Lachen. Natürlich wäre es vollkommen albern, alles hinzuwerfen und sie in Italien wiederzutreffen. Es wäre dumm und unreif. Aber es ist auch ein unwiderstehlicher Gedanke. Aber wie soll er das Sophia erklären?

Eine Nacht in Rom, ISBN 978-3-86869-593-9, 112 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,80, erscheint im April

“Der Seewolf” nach Jack London, von Riff Reb’s

Nach einem Schiffbruch wird der etwas schöngeistige und wohlhabende Humphrey Van Weyden von dem Robbenschoner Ghost aus dem Meer gefischt. An Bord herrscht der brutale Kapitän Wolf Larsen, der Weyden, anstelle ihn an Land zu bringen, mit Gewalt als Küchenhilfe einsetzt.

Für Larsen ist der einzelne Mensch nichts wert und dementsprechend behandelt er seine Besatzung.

Doch nach und nach entwickelt der grobe, aber überaus intelligente Kapitän eine gewisse Wertschätzung für den gebildeten Humphrey.

Der Seewolf, ISBN 978-3-86869-636-3, 136 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,80, erscheint im Juni

“Ein Frühling in Tschernobyl” von Emmanuel Lepage

26. April 1986. In Tschernobyl beginnt der Reaktorkern des Atomkraftwerks zu schmelzen. Eine radioaktive Wolke zieht über mehrere tausend Kilometer hinweg, ohne dass irgendjemand davon weiß – und sich davor schützt. Es ist die größte Nuklearkatastrophe des 20. Jahrhunderts, die zehntausende Opfer fordern wird.

Emmanuel Lepage ist zu dieser Zeit 19 Jahre alt. Ungläubig sieht und hört er die Nachrichten im Fernsehen. 22 Jahre später, im April 2008, fährt er nach Tschernobyl, um mit seinen Texten und Zeichnungen vom Dasein der Überlebenden und ihrer Kinder in dem hochverseuchten Gebiet zu erzählen. Als er beschließt, auf Anfrage des Vereins Dessin’acteurs dort hinzufahren, hat Lepage das Gefühl, dem Tod entgegenzutreten. Als er im Zug sitzt, der ihn in die Ukraine bringt, geht ihm eine Frage nicht mehr aus dem Sinn: Warum bin ich hergekommen?

Ein Frühling in Tschernobyl, ISBN 978-3-86869-619-6, 168 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 29,80, erscheint im August

Neue Graphic Novel bei Splitter

Dienstag, den 22. Januar 2013

“Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen” von Arthur de Pins

Seit 400 Millionen Jahren dürfen sich alle möglichen Arten fröhlich weiterentwickeln. Alle bis auf einen: der Krebs Simplicimus vulgaris, auch genannt »die quadratische Krabbe«. Diese Unterart der Krebstiere bewohnt die Ufer der Gironde-Mündung und ist seit Jahrtausenden mit einem seltsamen Fehler geschlagen: Sie kann niemals die Richtung ändern und ist dazu verdammt, auf ewig in einer Linie zu laufen. Doch an einem ganz normalen Sommertag wie jeder andere, während die Urlauber die Sonne und ihren bezahlten Urlaub genießen, beginnen drei kleine quadratische Krabben plötzlich zu rebellieren – und damit das gesamte Ökosystem zu stören!

Die Trilogie von Arthur de Pins wurde auf dem diesjährigen internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem »Francomics«-Preis ausgezeichnet. Dieser wird alle 2 Jahre durch das Institut français d‘Allemagne, der französischen Botschaft Berlin und dem deutsch-französischen Institut Erlangen verliehen.Der jeweilige Preisträger wird von einer Schüler-Jury ausgewählt. Dieses Jahr nahmen 3.737 Schüler aus 209 Schulen teil.

Marsch der Krabben Bd. 1: Unter erschwerten Bedingungen, ISBN 978-3-86869-511-3, 112 Seiten, farbig, Hardcover, 19,80 EUR (D), erschienen bei Splitter

Neue Graphic Novel bei Splitter

Freitag, den 4. Januar 2013

“Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges” von Catel & Boucquet

Fünfundvierzig Jahre des außergewöhnlichen Lebens einer Frau und die Erfindung einer neuen Idee in Europa: der Kampf für die Rechte der Frauen. In einer bürgerlichen Familie in der Provinz geboren, vermutlich als uneheliches Kind eines Dramatikers, hat Marie Gouze, genannt Olympe de Gouges, die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts durchquert, wie es nur wenige Frauen taten. Als Schriftstellerin und engagierte Polemikerin grenzt sie sich durch ihren unabhängigen Geist und die mitunter radikale Originalität ihrer Standpunkte ab. Sie setzt sich für die Abschaffung der Sklaverei und insbesondere für die bürgerlichen und politischen Rechte der Frauen ein. Wegen ihrer Ablehnung von Robespierre und den Verfechtern der Revolution wird sie während der Terrorherrschaft guillotiniert.

Catel und Bocquet schildern in romanhafter und doch historisch präziser Weise das Leben dieser besonderen Frau, deren Ideale ihrer Zeit voraus waren und die Kernwerte unserer heutigen Gesellschaft bilden.

Ein wunderbares Frauenporträt und eine leidenschaftliche Hommage an eine der wichtigsten Figuren des Feminismus.

Die Frau ist frei geboren – Olympe de Gouges, ISBN 978-3-86869-561-8, 480 S. schwarzweiss, Hardcover, EUR (D) 36,80, erschienen bei Splitter

Neue Graphic Novels bei Edition 52, Salleck Publications und Splitter

Dienstag, den 30. Oktober 2012

Ab sofort bzw. in Kürze erhältlich sind drei neue Graphic Novels bei den Verlagen Edition 52, Salleck Publications und Splitter.

“White Line Fever” von Calle Claus (Edition 52)

Ein missglückter Disco-Abend, nächtliches Kidnapping im Hafen, eine blutige Seeschlacht, mysteriöse Rituale am Strand einer einsamen Insel und eine jäh endende Romanze mit einer kapriziösen Katzenfrau…

Ein namenloser junger Mann durchlebt eine Reihe seltsamer Episoden, die sich nach und nach zu einem geheimnisvollen Ganzen fügen.

Für den Band ist nun eine siebenseitige Leseprobe erhältlich, die sich hier herunterladen lässt (PDF, 0,5 MB).

White Line, ISBN 978-3-935229-92-0, 144 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, 18 EUR, erschienen bei Edition 52

“Der Garten” von Agata Bara (Salleck Publications)

Eine kleine Familie geht in einer ländlichen Gegend Polens in den achtziger Jahren ihrem Alltag nach. Doch die Tötung eines Huhns durch den Großvater lässt einen alten Nachbarschaftsstreit auflodern und langsam überschatten immer mehr Schatten die familiäre Idylle. Eine Tageswanderung zu einem verwilderten Apfelgarten wird für den alten Mann ein Ausflug in eine Vergangenheit, die er nur zu gerne vergessen hatte. Auch seine Familie bleibt davon nicht unberührt…

“Der Garten” ist die Diplomarbeit der gebürtigen Polin Agata Bara, mit dem sie ihr Kommunikationsdesign-Studium an der Folkwang-Universität in Essen abschloss. Ihr Debüt “Leviathan” ist in Polen bei Timof erschienen, dem Verlag, der dort unter anderem auch die Bücher von Flix und Craig Thompson publiziert.

Der Garten, ISBN: 978-3-899084-78-8, 56 Seiten, farbig, Hardcover, 12,90 EUR (D), erscheint am 13. November bei Salleck Publications

“Lulu – Die nackte Frau” von Étienne Davodeau (Splitter)

Wie viele haben davon schon geträumt? Lulu hat‘s getan. Sie ist nicht nach Hause gegangen, verlässt Mann und Kinder, um einfach ein paar Tage allein zu sein. Nur eine kurze Unterbrechung in der Eintönigkeit der leeren Tage, denkt sie – und überrascht sich damit selbst. Vierzig Jahre ist sie alt und die Tage, die sie am Meer verbringt, werden sie verändern. Lulu genießt die Freiheit; ein Gefühl, das sie beinahe vergessen hatte. Der »Urlaub« vom Alltag wird zur stillen Rebellion, zur Zäsur, zu Ende und Neubeginn.

Étienne Davodeau hat die unvergleichliche Fähigkeit, seine Figuren realistisch, beinahe schon dokumentarisch zu beobachten; sie sind zerbrechlich, liebenswert und Helden in eigener Sache. Mit Lulu liegt nun endlich eines seiner großen Werke auch auf Deutsch vor.

Lulu – Die nackte Frau, ISBN 978-3-868695-60-1, 160 Seiten, Hardcover, farbig, 24,80 EUR (D), erschienen bei Splitter

Comics in der Presse – 10. September

Montag, den 10. September 2012

“Hühner, Porno, Schlägerei” – Sophia Martinecks im avant-verlag erschienenes Debut stellte zdf.kultur in einem Videobeitrag vor, der oben zu sehen ist.

Als “gemalte Hymne ans Fernweh” bezeichnet Moritz Honert das Reisetagebuch “Reise zum Kerguelen-Archipel” von Emmanuel Lepage in seiner Besprechung auf tagesspiegel.de: “Der mittelalte Mann und das Meer”.

In der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft ver.di, publik, stellt Oliver Ristau “Im Land der Frühaufsteher” von Paula Bulling (avant-verlag) vor.

Noch im August befasste sich die tageszeitung mit “Berlin – Geteilte Stadt” von Sabine Buddenberg und Thomas Henseler (avant-verlag). Waldemar Kesler empfiehlt den Band als Unterrichtslektüre: “Familie im Osten, Schule im Westen”.

Aktueller Buchtipp des Online-Magazins afrika-live.de ist der Band “Kililana Song – Eine Kindheit in Kenia” von Benjamin Flao (Schreiber & Leser).

Im Online-Feuilleton titel-magazin.de befasst sich Christian Neubert mit drei Büchern aus dem Programm des Berliner Verlags Jacoby & Stuart: “Editorische Grauzonen und randständige Themen”. Auch wenn er alle Bände für empfehlenswert hält, mag er das Label Graphic Novel doch nur für den Band “Rosa Winkel” von Michel Dufranne und Milorad Vicanovic gelten lassen.  Sein Resümée: “Es scheint, als ob der Begriff nicht nur dafür taugt, um hierzulande den Comic als Kunstform zu etablieren, sondern auch dafür, um Werke, die man nur schwer einer Schublade zuordnen kann, mit einem verkaufsfördernden Prädikat zu versehen. Schön, wenn´s funktioniert.”

Comics in den Medien – 6. August 2012

Montag, den 6. August 2012

Polfahrten sind das gemeinsame Thema der aktuellen Bücher von Emmanuel LePage und Simon Schwartz: “Reise zum Kerguelen-Archipel” (Splitter) und “Packeis” (avant-verlag) stellte Andrea Kedves in einer Doppelbesprechung für den in Zürich erscheinenden Tages-Anzeiger und die Basler Zeitung vor: “Exkursionen ins ewige Eis” (auch hier).

Kürzlich erschien in der Neuen Zürcher Zeitung ein Artikel Georg Kleins, in dem er sich äußerst kritisch mit Graphic Novels auseinandersetzte. Dem setzt der Schweizer Autor Hannes Binder (“Antonio Ligabue”, mit Giuseppe Zironi, Jacoby & Stuart) nun “Eine kleine Poetik der Graphic Novel” entgegen, die am Wochenende ebenfalls die NZZ abdruckte. Binders Gedanken lassen sich so zusammenfassen: “Die Graphic Novel, wie ich sie sehe, bedeutet Koexistenz von Wort und Bild zur Potenzierung des Stoffes, ohne das eine oder das andere zu beschneiden”.

Thomas Greven stellt auf tagesspiegel.de vier aktuelle Comics vor, die sich mit zeitgeschichtlichen Themen auseinandersetzen. “Aufregend wie die Wirklichkteit”. Sein Urteil über die Darstellung politischer Inhalte in “AÏR” von David Boller (Zampano) fällt durchaus kritisch aus. Besser machten es da Golo und Dibou in “Chronik einer verschwundenen Stadt” (avant-verlag). Positives weiss er auch über “Die besten Feinde, Erster Teil: 1783/1953″ von Jean-Pierre Filiou und David B. zu sagen. Mit “Olympe de Gouges” von Catel/Bocquet (castermann) stellt er einen noch nicht einen in Deutschland angekündigten Titel vor.

Weiterhin wird “Meine Beschneidung” von Riad Sattouf (Reprodukt) als Beitrag zur Beschneidungsdebatte in den Medien aufgegriffen. Nun schreibt Daniel Benedict in der Neuen Osnabrücker Zeitung: “Riad Sattouf erzählt lustig von der eigenen Beschneidung in Syrien”. Dabei fasst er zusammen: “Sein Buch sagt mehr als hundert Leitartikel.”

In der aktuellen Ausgabe des stern findet sich eine sechs-Seitige Strecke aus “Meine Beschneidung” sowie ein Interview mit dem Autor Riad Sattouf.

Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins “Unterricht Englisch” (Friedrich Verlag) steht ganz im Zeichen der Graphic Novels. Das Erscheinen des Heftes nimmt man bei comic-report.com zum Anlass, Redakteurin Solveig Möhle einige Fragen zum Heft zu stellen: “Englisch Lernen mit Graphic Novels”.

Comics in der Presse – 5. Juli 2012

Donnerstag, den 5. Juli 2012

In der heutigen Ausgabe des “Börsenblatts des deutschen Buchhandels” werden in einem Krimi-Schwerpunkt interessante Titel und Autoren vorgestellt. Darunter befinden sich auch eine Reihe von Comic-Neuerscheinungen, die online noch ausführlicher besprochen werden, unter Anderem die Adaptionen  “Der Selbstmörderclub” von Clément Baloup und Eddy Vaccaro nach Robert Louis Stevenson (Splitter) und “Scarface” von Christian De Metter, nach Armitage Trail (Schreiber & Leser), sowie “Metro” von Magdy El-Shafee (Edition Moderne): “Kriminell gute Comics”.

Auf tagesspiegel.de schwärmt Thomas Hummitzsch für das “vorläufige Opus Magnum” von Cyril Pedrosa: “Portugal” (Reprodukt), was nicht nur daran liegt, dass für ihn der Band ein “Augenschmaus”, sondern auch “eine tiefschürfende Liebeserklärung an ein Lebensgefühl, das sich nur mit Begriffen wie ‘Heimat’ oder ‘Zuhause’ verbinden lässt” ist: “Eine Reise zum Ich”.

Neue Titel bei deutschen Verlagen

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Drei neue Comics sind bei ebensovielen Verlagen in den nächsten Monaten angekündigt. Während beim auf Comicalben spezialisierten Verlag Splitter nicht der erste Comic von mehr als hundert Seiten Umfang erscheint, sind Rotbuch und Droemer Knaur zwei Verlage, die sich nun erstmals an Comics bzw. Graphic Novels versuchen.

In “Jim Morrison: Poet im Chaos” (Splitter) steht der früh verstorbene Sänger der Doors im Mittelpunkt einer Comicbiografie. Der von Frédéric Bertocchini getextete Band wurde von Jef zeichnerisch umgesetzt.

Er war das Leitbild einer Generation, die im Schatten des Vietnam-Kriegs und der Watergate-Affäre aufwuchs, Idol für eine Generation, in der Sex und Drogen gleichzeitig Flucht und Rebellion war. Jim Morrison, der Sänger und Texter der Doors, lebte vor, wie man im Gefühl des drohenden Weltuntergangs zu leben hatte: Kurz und schnell. Er zündete die Kerze an beiden Enden an, zelebrierte einen selbstzerstörerischen Lebensstil, produzierte morbide Texte und sah dabei auch noch unglaublich gut aus. Nebenbei entstanden einige der größten Songs der Rock-Geschichte, von Light My Fire, The End, People are Strange bis zu Riders on the Storm. Die mysteriösen Umstände seines Todes 1971 in Paris taten ihr Übriges, um Morrison zur Legende zu machen.

Wenige Tage vor seinem Tod lässt Jim Morrison in dieser spektakulären Comicbiografie sein Leben Revue passieren, im Pariser Exil, auf der Flucht vor der US-Justiz und seinem eigenen Ruhm.

Jim Morrison: Poet im Chaos, ISBN 978-3-86869-337-9, 128 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 19,80 EUR, erscheint Ende Mai bei Splitter

Eine weitere Comicbiografie wird im August beim Rotbuch Verlag erscheinen: “Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts” von Ángel de la Calle.

Als Fotografin wird sie von Madonna verehrt und zu Höchstpreisen gehandelt. Als Schauspielerin stieg sie zum Star des Hollywood-Stummfilms auf. Als Revolutionärin spionierte sie für die Komintern. Tina Modotti war Geliebte und Muse von Künstlern wie Edward Weston und Diego Riviera, Freundin von Frida Kahlo, John Dos Passos und Anna Seghers. Ángel de la Calles’ preisgekrönte Graphic Novel über das Leben dieser Wegbereiterin der Emanzipation eröffnet zugleich ein dichtes Panorama der politischen Brüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Modotti – Eine Frau des 20. Jahrhunderts, ISBN 978-3-86789-137-0, 272 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, 16,95 EUR, erscheint im August bei Rotbuch

Sechs Kurzgeschichten versammelt “Großstadtaugen”, das bei Droemer Knaur erscheinen wird. Die sechs Autorinnen und Autoren David Füleki, Stella Brandner, Carolin Reich, Carla Miller, Helen Aerni und Petra Popescu befassen sich auf ganz unterschiedliche Weise darin mit dem Thema Großstadt – alles im Manga-Stil.

In sechs Graphic short stories begeben sich sechs verschiedene Zeichner in die dunklen Geheimnisse der Großstadt. Die verschiedenen Stile und die ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen führen den Leser in Text und vor allem Bild in tiefe Abgründe und unerwartete Höhen. Es handelt sich hier nicht nur um physisch Greifbares, sondern auch um einen Blick in die Psyche der Großstadt.
Phantastische Begegnungen, gewöhnlicher Alltag und ein Hauch Ungewissheit umgeben diese Geschichten. Spannung und Erleichterung gehen ineinander über.

Großstadtaugen, ISBN 978-3-426-53011-5, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, 6,99 EUR, erscheint im Juni bei Droemer Knaur

Graphic Novels in den Medien – Dezember 2010 (2)

Donnerstag, den 30. Dezember 2010

Kurz vor Jahresschluss noch einmal ein Blick auf die vielfältige Berichterstattung über Graphic Novels in den Medien. Leider kann nicht auf alles verlinkt werden, wie zum Beispiel auf Andreas Platthaus eine ganze Seite füllenden Bericht über die Bedeutung von Graphic Novels in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (update: Der Artikel “Siegeszug unter falscher Flagge” ist nun auch online abrufbar). Auf eine Reihe von Berichten und Rezensionen kann an dieser Stelle jedoch wie gewohnt verwiesen werden.

Die am heutigen Donnerstag in den Kinos startende Verfilmung von Posy Simmonds “Tamara Drewe” (Reprodukt) unter dem Titel “Immer Drama um Tamara” findet natürlich breite Beachtung in den Feuilletons, wobei die Vorlage zumindest hingewiesen wird. Auf “tagesspiegel.de” stellt Sven Jachmann das Buch noch einmal ausführlich vor und legt: “Die Begierden der Intellektuellen” dar.

Ralf Königs “Antityp” (Rowohlt) ist die Buchempfehlung im Dezember des “Radiofeuilletons” im “Deutschlandradio”. Knut Cordsen legt das Buch in “Fundgrube für Kokolores” “jedem Frömmler ans Herz”. Christian Möller stellt im “Deutschlandradio Wissen” Peer Meters und Isabel Kreitz´ “Haarmann” (Carlsen) vor: “Serienmörder als Comic”. Derselbe Band wird von Thomas Hummitzsch auf “BerlinerLiteraturkritik.de” besprochen: “Der Tatort unter den Comics”. Und auf “satt.org” schreibt Andre Kagelmann über eben jenen Band unter der Überschrift “Ratten im Hirn …”.

Weitere biografische Comics fanden in den Medien Beachtung: Auf fm4.orf.at stellt Zita Bereuter “Logicomix” von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou (Atrium) vor: “Russell, Wittgenstein und Gödel als Superhelden”. “Ginsberg, Kerouac und Co. waren homophob, antisemitisch. Und prägten die Popkultur” schreibt Brigitte Preissler in “Dichter sind gefährlich” für “Die Welt” über die von Harvey Pekar und Paul Buhle herausgegebene Portraitsammlung “The Beats” (Weidle+Graf). Vor allem die “gewohnt exzellenten” Zeichnungen von Autor Reinard Kleist in seinem Buch “Castro” (Carlsen) haben es Markus Lippold angetan, wie er in seiner Besprechung auf n-tv.de schreibt: “Vaterland oder Tod – oder Diktatur”. Der Band ist Buchtipp auf “blickpunkt-lateinamerika.de”, wo Thomas Völkner “Fidel Castros Leben als Comic” vorstellt.

Auf “Aviva-Berlin.de”, dem “Online-Magazin für Frauen” stellt Claire Horst den dritten Band von Joann Sfars “Klezmer” vor: “gewohnt farbenfroh und traumartig versponnen”. Gerade die “brillante Inszenierung” hat es Benjamin Vogt bei der Lektüre von Bastien Vivès´ “In meinen Augen” angetan, wie er auf “comicgate.de” schreibt.

Gleich zwei Bände von Bastien Vivès finden sich in den lesenswerten Jahres-Top 10 der besten Comic auf “titel-magazin.de”. Dort wurden vor Weihnachten noch eine Reihe weiterer Graphic Novels vorgestellt: Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) findet nur bedingt das Wohlwollen des Rezensenten Falk Straub, der in “Der Schöpfer im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit” jedoch relativierend feststellt: “Manch anderer Autor und Zeichner würde sich wünschen, einen Ausrutscher auf solch hohem Niveau überhaupt einmal zustande zu bringen.” Gleich zwei neue Bände von David B. stellt Alexander Frank in “Ornamentale Menschenknäuel und kopflose Piraten” vor: “Auf dunklen Wegen” und “Kapitän Scharlach” (letzterer zusammen mit Emmanuel Guibert, beide avant-verlag).

Weiterhin auf “titel-magazin.de” erkennt wieder Falk Straub eine “herausragende Meditation über Lust und Gewalt” in der Piraten-Trilogie “Jeronimus” von Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx (Schreiber & Leser): “Homo homini lupus”. Christian Neubert kann dagegen der Manga-Trilogie “Furious Love” von Kazuo Kamimura (Carlsen) nicht besonders viel abgewinnen: “Weiter wie gehabt…”.

“Eine zutiefst melancholische und gleichzeitig an Zynismus kaum zu überbietende Geschichte” erkennt Felix Giesa auf “satt.org” in “Sun Village” von Inio Asano (Schreiber & Leser): “Leben und Tod sind bloß ein Geschäft”. Und an gleicher Stelle stellt Giesa drei aktuelle Abenteurcomics vor: “Der letzte Mohikaner” von Cromwell (nach James Fennimore Cooper, Splitter), “An Bord der Morgenstern” von Riff Reb´s (Carlsen) und “Mouse Guard – Winter 1152″ von David Petersson (Cross Cult).

Comics in den Medien – Dezember 2010 (1)

Mittwoch, den 1. Dezember 2010

Wie bereits berichtet, wurde Jeff Lemires “Essex County”, das auf Deutsch bei der Edition 52 erscheint, in die Shortlist des Buchwettbewerbs “Canada Reads” des kanadischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders CBC aufgenommen. Und auch auf der auf fünf Titel gekürzten Liste wird die Graphic Novel noch geführt und ist im Rennen um die Auszeichnung zu Kanadas bestem Roman der letzten zehn Jahre. Die Daumen sind gedrückt!

Auf NDR.de erkennt Korinna Hennig den Trend, in Comicform Wissen zu vermitteln und stellt Jens Harders “Alpha – directions” (Carlsen) und Apostolos Doxiadis’ und Christos H. Papadimitrious’ “Logicomix” (Atrium) vor. So schreibt sie in “Wissenschaftscomics”: “Wissen ist Abenteuer und Drama – und eine Graphic Novel wie diese ist die perfekte Vermittlungsform.”

Daniel Wüllner argumentiert auf titel-magazin.de, dass Jens Harders Band kein Comic sei – aber doch zu Recht auf dem Comic-Salon in Erlangen ausgezeichnet wurde: “Ceci n’est pas une bande dessinée”. Auf satt.org schreibt Felix Giesa zum selben Titel, dass es dem Autor gelingt, “die ganze Welt als Comic zu beschreiben.”: “Die Welt, ein Comic”. An gleicher Stelle attestiert Giesa Manuele Fiors Schnitzler-Adaption “Fräulein Else” (avant-verlag), dass das Buch ein toll zu lesender Comic sei, aber hinter den Möglichkeiten der Literaturadaption zurückbleibe: “Spiegelung des Innern”. Lobend weist Giesa auch auf “Aua! Aua! Heiss! Heiss!” hin, eine von Ludmilla Bartscht und Simon Schwartz (“drüben!”, avant-verlag) herausgegebene Anthologie mit dem Schwerpunkt auf humoristischen Comics.

Dieser Tage erscheint “Oh, diese Mädchen!” von Emmanuel Lepage und Sophie Michel (Splitter). Susann S. Reck hat den Band vorab gelesen und empfiehlt ihn in ihrer Besprechung auf aviva-berlin.de trotz leichter Schwächen. Über den mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Titel “Such Dir was aus, aber beeil Dich!” von Nadia Budde (Fischer) schreibt Lena Ullrich auf geolino.de: “Kindheit im Plattenbau”.

Auf tagesspiegel.de stellt Reinhard Kleist (“Castro”, Carlsen) den Band “Punkrock Heartland” (Männerschwarm) von Andi Lirium vor. In “Verliebte Jungs” führt er aus, was ihm besonders daran gefällt: “Dieser Mann hat einfach was zu erzählen, und das tut er ohne Wenn und Aber.” An gleicher Stelle attestiert Daniel Wüllner am Beispiel von Hanns Zischlers und Friederike Groß´ “Aus der Nachwelt”(Alpheus Verlag), dass der Deutsche Comic “langsam zur internationalen Konkurrenz aufschliesst”: “Die Magie der Möbiusschleife”. Das “zynische Dreieck von Lebenshunger, Kompromissbereitschaft und Heldentum” in “Unter dem Hakenkreuz” von Philippe Richelle und Jean-Michel Beuriot (Schreiber & Leser) beschreibt Waldemar Kesler in “Das Schweigen der Helden”.

“Morgen hab ich wieder Fleisch” – die gruselige Bedeutung dieser Aussage in Peer Meters und Isabel Kreitz’ “Haarmann” (Carlsen) legt Waldemar Kesler ebenfalls auf tagesspiegel.de dar. Katja Schmitz-Dräger fühlt sich an gleicher Stelle von Brecht Evens’ “Am falschen Ort” (Reprodukt) “merkwürdig berührt”, wie sie in “Die Kunst des Fremdschämens” schreibt. Die Erzählung “Insel der Männer” von Sara Colaone & Luca de Santis (Schreiber & Leser) befasst sich mit “Verdrängter Erinnerung” – nämlich dem Umgang Italiens mit Homosexuellen in den 1930ern und 40ern – wie Oliver Ristau in seiner Besprechung darlegt.

Christian Möllers Bericht, der in der Sendung “Corso” im Deutschlandfunk lief, ist leider nicht im Textarchiv erhalten, dafür aber immer noch als mp3-Datei abzurufen. Der Autor stellt Arne Bellstorfs neues Buch “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe” (Reprodukt) vor. Gleich vier Comics werden von der mdr-Kindersendung “Figarino” empfohlen: claire Lenkovas “Grenzgebiete” (Gerstenberg), Jean Regnauds und Émile Bravos “Meine Mutter ist in Amerika” (Carlsen), Felix Mertikats und Benjamin Schreuders “Jakob” (Cross Cult), sowie “Anne Frank – Eine grafische Biografie” von Ernie Colon & Sid Jacobsson (Carlsen).

Sondermann 2010

Montag, den 30. August 2010

Auch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse der “Sondermann”-Comicpreis in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Gewinner werden durch eine öffentliche Abstimmung auf den Websites von “Frankfurter Rundschau”, “Spiegel Online” und “Splashcomics” ermittelt. Zur Wahl stehen unter anderem die Comic-Umsetzung von Erich Kästners “Pünktchen und Anton” durch Isabel Kreitz (C. Dressler Verlag) sowie der dritte Teil von Stephen Kings “Der dunkle Turm” von Jae Lee und Robin Furth (Heyne, bzw. Splitter).

Über die beiden Sonderpreise, den “Newcomer 2010“ und den “Bernd-Pfarr-Sondermann für komische Kunst“, entschied eine Jury, bestehend aus Gabi Roth-Pfarr (Witwe des Namenspatronen Bernd Pfarr), Rudi Hurzlmeier (Cartoonist), Christian Schlüter (“Frankfurter Rundschau”), Achim Frenz (Caricatura Museum), Stefan Pannor (“Spiegel Online”) und Andreas Platthaus (“FAZ”). Für den Nachwuchs-Sondermann fiel die Wahl auf Felix Mertikat und Benjamin Schreuder, die für ihr Debüt “Jakob” (Cross Cult) ausgezeichnet werden. Der “Bernd Pfarr-Sondermann für komische Kunst“ geht an den Zeichner und Karikaturisten Ari Plikat.

Über den “Sondermann”, die Nominierungen und die Preisträger, die schon feststehen, informiert eine Sonderbeilage, die in der heutigen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” zu finden ist. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 9. Oktober, um 16.30 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse im Comiczentrum (Halle 3.0 J 807) statt.

Comics in den Medien – August 2010 (1)

Dienstag, den 3. August 2010

Am 6. August 1945 wurde über dem Zentrum des japanischen Hiroshima die Atombombe gezündet. Den 65sten Jahrestag nahm Melanie Longerich im Deutschlandfunk zum Anlass, um in der Sendung “Andruck” den autobiografischen Manga von Keiji Nakazawa “Barfuß durch Hiroshima” (Carlsen) vorzustellen, in dem sich der Autor an seine Erlebnisse rund um den Abwurf und dessen verheerende Auswirkungen erinnert: “Atomkrieg als Manga”. Jens Harders “Alpha – Directions” (Carlsen) wurde bereits im Deutschlandradio Kultur vorgestellt, der Beitrag “Urknall im Comic” wird am heutigen Dienstag um 16:33h noch einmal im Deutschlandfunk im “Radiofeuilleton” wiederholt.  Zudem findet sich der Titel auf der August-Empfehlungsliste der Literaturredaktion: “Charles Darwin hätte sein Freude gehabt”.

Christian Möller hat Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” (Reprodukt) auf WDR 5 in der Sendung “Scala” vorgestellt und als “klug hintersinnig und höchstunterhaltsam” beschrieben. Zu einem etwas anderen Urteil über den Band gelangt Waldemar Kesler auf “tagesspiegel.de”: “Göttliche Zumutung”. Weitere Kritik wird an gleicher Stelle gegenüber Matthias Schultheiss’ “Die Reise mit Bill” (Splitter) geäußert: “Aus der Zeit gefallen” urteilt dort Klaus Schikowski, der sich in einem weiteren Artikel (“Der Zahn der Zeit”) mit Vampircomics beschäftigt. Unmittelbarer Anlaß ist die Veröffentlichung der Manga-Umsetzung des ersten Bandes der “Twilight”-Reihe von Stephenie Meyer: “Twilight: Biss zum Morgengrauen: Der Comic, Band 1″ (Carlsen). Mit “Sun Village” von Inio Asano widmet sich Lars von Törne einem weiteren Manga: In dieser “Jagd nach dem Glück” zeige sich ein Manga-Star in “Bestform”. Von Törne spach auch mit David Prudhomme, dem Autor und Zeichner von “Rembetiko” (Reprodukt) über eben jenes Buch: “Ich habe im Atelier getanzt”.

Für den österreichischen Kultur-Blog wienerpost.at sprach Harald Havas mit Ulli Lust über ihren Band “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag): “460 Comic-Seiten Leben”. Auf titel-magazin.de fragt Lida Bach “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?” und lobt die Neuausgabe von Jon J. Muths “M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult).

“Mit „Gift“ ist der Comic nun endgültig in der Belletristik angekommen.” resümiert Felix Giesa auf satt.org in seiner Besprechung von Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” (Reprodukt): “Die Verführung der Ahnungslosen”. Lobendes hat er an gleichem Ort in “Todessehnsucht” auch über Benjamin Schreuders und Felix Mertikats “Jakob” (Cross Cult) zu sagen.

Daniel Benedict schreibt in der “Neuen Osnabrücker Zeitung” über Will Eisners “Ein Vertrag mit Gott” (Carlsen): “Autobiografisches und Geschichtsschreibung fallen hier zusammen – ein Muster, das Schule macht.”: “Gotteskritik in der Sprechblase”. Auf cult:online, der Online-Ausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie stellt Cornelia Fiedler Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen) sowie die Luxusausgabe des Bandes (Edition 52) vor: “Hinterm Hofbräuhaus das Jenseits”.

Aus dem Nähkästchen plaudert Andreas Platthaus in zwei Beiträgen auf seinem Blog für die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: Zum einen schreibt er dort über ein in Frankreich erschienenes Reisetagebuch von David B. (“Auf dunklen Wegen”, avant-verlag”) und über die Beteiligung von Art Spiegelman (“Die vollständige Maus”, S. Fischer) an einem Tanztheater vor projizierten Animationszeichnungen.

“Reise ins Fantastische”

Montag, den 19. Juli 2010

In seiner Besprechung in der “Frankfurter Rundschau” attestiert Christian Schlüter dem in Hamburg lebenden Comicautoren Matthias Schultheiss, dass er nie besser war als in “Die Reise mit Bill” (Splitter).

Reise ins Fantastische

Matthias Schultheiss ist wieder da! Mit seinem Comic “Die Reise mit Bill” hat der Zeichner und Erzähler einen souverän erzählten, rasant geschnittenen Roadmovie vorgelegt. Schultheiss montiert seine überbordenden Seitentableaus aus filmischen Einstellungen zusammen: In großen Weiten eröffnet er atmosphärisch dichte Handlungsräume, in der Totale lässt er erste Details erkennen und arbeitet sich über Nah-, Groß- und Detailaufnahmen an seine Figuren heran. Was der 1946 in Nürnberg geborene Schultheiss hier auf das Papier gebannt hat, zeigt die ganze Könnerschaft eines der wenigen deutschen Zeichner von internationalem Rang. mehr

Comics in den Medien – Juni 2010

Dienstag, den 22. Juni 2010

Gleich zwei Radiobeiträge widmeten sich zuletzt “Gift” (Reprodukt) von Peer Meter und Barbara Yelin. Karolin Korthase stellte das Buch im Nordwestradio von Radio Bremen vor und unterhielt sich dafür mit dem Szenaristen Peer Meter: Gift – Eine Graphic Novel über Gesche Gottfried”. Die Zeichnerin Barbara Yelin war bei radio eins des rbb zu Gast und wurde in der Sendung “Seite EINS” von Moderator Knut Elstermann zum Buch befragt.

“Wir sind nicht der Weisheit letzter Schluss” resümiert Jens Harder im Interview zu “Alpha – Directions” (Carlsen) mit Markus Köbnik auf on3 vom Bayerischen Rundfunk. Dort liefert eine Bildergalerie zusätzliche Einsichten. Alle Radiobeiträge lassen sich auf den jeweiligen Seiten nachhören. Zumindest nachgelesen werden kann Christian Möllers Beitrag “iGott” zu Marc-Antoine Mathieus “Gott höchstselbst” auf der Website des Radiosenders 1Live des WDR.

Jens Harders Buch war auch Aufmacher des Kulturteils der “Jungle World”: Heike Karen Runge stellt es in “Vor uns die Sintflut” ausführlich vor. An gleicher Stelle hat Michael Saager Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) besprochen: “Die Angst kommt später”.

Auf titel-magazin.de klopft Jens Essman in “Zwischenstopp Bremen” Peer Meters und Barbara Yelins “Gift” daraufhin ab, ob die vielversprechenden Zutaten auch einen Selbstläufer ergeben. “Verstörend vergnüglich” findet Sven Jachmann Fane und Jims “Sonnenfinsternis” (Splitter), das er an gleicher Stelle in “Infantile Fluchten” vorstellt.

Neben einer neuen Comicseite in der Printausgabe des “Tagesspiegels” gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge neue Besprechungen und Interviews auf tagesspiegel.de zu lesen. Die Luxusausgabe von Uli Oesterles “Hector Umbra” (Edition 52) ist für Lars von Törne Anlass, den “Taumelnden Totentanz” noch einmal vorzustellen. Politikwissenschaftler Thomas Greven etwa befasst sich in “Stellungskrieg des Lebens” mit Emmanuel Guiberts Weltkriegsmemoiren “Alans Krieg” (Edition Moderne). “Spielland ist abgebrannt” fasst Markus Dewes den Max und Moritz-Preisträger “Pinocchio” (avant-verlag) von Winshluss zusammen. Anlässlich des Comic-Salons Erlangen wurde das Künstlerpaar Maryse und Jean-François Charles von Lars von Törne zu ihrem Band “War and Dreams” (Splitter) interviewt.

Abschliessend noch ein Blick ins Ausland: Ulli Lust wurde vom englischen Blog avoidthefuture.com zu ihrem Buch “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” und ihrer Website electrocomics.com befragt und gibt so der englischsprachigen Welt einen Einblick in ihr Schaffen und ihre Motive.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/spielland-ist-abgebrannt/1847732.html

Neue Graphic Novels beim Comic-Salon Erlangen (2)

Montag, den 17. Mai 2010

Alle zwei Jahre präsentieren sich Künstler und Verlage beim Internationalen Comic-Salon Erlangen ihrem Publikum. Für beide Seiten Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und sich über neueste Entwicklungen zu informieren. In vielen Vorträgen, Podiumsdiskussionen und anderen Rahmenveranstaltungen wird in Erlangen vom 3. bis zum 6. Juni der Blickpunkt auf den Comic gelegt.

Im zweiten Teil des Überblicks zu den neuen Graphic Novels, die zum Comic-Salon Erlangen erscheinen, wird über Neuheiten und Aktionen der Verlage Cross Cult, Panini Comics, Schreiber & Leser, Splitter und Zwerchfell berichtet.

CROSS CULT

Die beiden deutschen Autoren Benjamin Scheuer und Felix Mertikat stellen am Stand von Cross Cult ihr Debüt vor: In “Jakob” erzählen sie von einem Achtjährigen, der erstmals mit der Vergänglichkeit konfrontiert ist, als er sich Schritt für Schritt bewusst wird, dass seine Mutter verstorben ist. Anlässlich der Buchveröffentlichung, die gleichzeitig das Abschlussprojekt der beiden Zeichner an der Filmakademie Baden-Württemberg ist, gibt es im Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle in Erlangen Originalzeichnungen aus “Jakob – Ein Comic-Märchen” zu sehen.

Auch Peter Wiechmann, Autor und Szenarist der ehemaligen “Yps”- und “Primo”-Serien “Thomas der Trommler” (mit Zeichner Josep Gual und Juan Sarompas) und “Andrax” (mit Zeichner Jordi Bernet) wird zu Gast sein und die jüngst veröffentlichten Neu-Editionen seiner Werke signieren.

Anfang Juni erscheinen darüber hinaus mit “Hellboy 10 – Wilde Jagd” von Mike Mignola & Duncan Fegredo, “Warlord 1 – Skartasis” von Mike Grell und “Aliens -Nekropolis” von John Arcudi & Zach Howard drei neue Titel im erfolgreichen Fantasy- und Science-Fiction Segment des Verlags.

PANINI COMICS

Mit einer Reihe bekannter Namen aus den USA und Italien wartet Panini Comics in Erlangen auf: Howard Chaykin wird zu Gast sein, exklusiv zum Comic-Salon gibt Panini zu diesem Anlass “Batman: Dark Allegiances – Dunkle Bündnisse” (DC) heraus, limitiert auf 999 Exemplare. Bekannt ist Howard Chaykin in den USA vor allem für seine inhaltlich und grafisch innovative Science-Fiction-Serie “American Flagg”, die in den 80er-Jahren bei First Comics für Aufmerksamkeit sorgte. Vor kurzem trat er hierzulande als Szenarist des Fantasy-Epos “Fafhrd und der Graue Mausling” ins Rampenlicht (mit Zeichner Mike Mignola nach einer Vorlage von Fritz Leiber, erschienen bei Cross Cult).

Zur Anreise des Briten David Lloyd erscheint eine limitierte Ausgabe der “V wie Vendetta Absolute Edition” (mit Autor Alan Moore, Vertigo) im Großformat und Schuber mit einer Promo-”V wie Vendetta”-Maske” – ein Faksimile eines englischen Ladens aus den frühen 90ern zum selber basteln.

Mit Mark Buckingham (“Fables: 1001 Schneeweiße Nächte”, mit Autor Bill Willingham, Vertigo) ist ein weiterer Brite zu Gast. Panini veröffentlicht ein Hardcover-Variant der “Death”-Gesamtausgabe von Autor Neil Gaiman (Vertigo), an dessen zeichnerischer Umsetzung Mark Buckingham ebenfalls beteiligt war.

Des weiteren gibt es neu zum Salon auch “Batman – Was wurde aus dem Dunklen Ritter?” von Neil Gaiman & Andy Kubert als limitiertes Hardcover zu erstehen – die reguläre Softcover-Ausgabe wird auch bereits im Juni in den Handel kommen. Jede Menge seltene Sammlerstücke also dieses Jahr am Stand von Panini Comics!

Ebenfalls ist Milo Manara zu Gast, dessen Werk seit geraumer Zeit exklusiv bei Panini Comics wiederveröffentlicht wird. Im Blickpunkt steht mit “Der Duft des Unsichtbaren” der dritte Band, der im Rahmen der Manara-Werkausgabe erschienen ist.

In einer vom Comicon Napoli-Direktor Claudio Curzio zusammengestellten Werkschau mit dem Titel “Erotik und Abenteuer” werden auf der Empore der Heinrich-Lades-Halle Originale von Milo Manara zu sehen sein.

Außerdem erscheint mit “Honigfeigen” eine erste erotische Graphic Novel der Kölner Zeichnerin und ehemaligen Burlesque-Tänzerin Sanni Kentopf (szenische Bearbeitung von Rochus Hahn).

Aus Berlin kommen Marko Djurdjevic und Nic Klein in die Hugenottenstadt. Marko Djurdjevic ist vor allem bekannt für sein opulentes Coverartwork zu vielen Heldengeschichten aus dem Marvel-Universum.

Von Nic Klein ist Anfang April 2010 bei Image Comics die großformatige englischsprachige Hardcover-Ausgabe des ebenfalls mit viel opulentem Bildwerk illustrierten “Viking – The long cold fire” erschienen. Die historische Serie um zwei mordende und plündernde Wikinger-Brüder, promotet als “a crime book for the 9th Century”, hat der Berliner Zeichner nach einem Szenario von Ivan Brandon umgesetzt. Vom Zeichenstil bis zur Gestaltung des Einbands ist das Werk ganz der englischen Tradition von “2000 AD” verhaftet; anatomische Gestaltung und Körpersprache der Figuren Nic Kleins erinnern an Zeichnungen von Simon Bisley oder Glenn Fabry.

SCHREIBER & LESER

Der Münchner Verlag präsentiert unter anderem die beiden bereits erhältlichen Neuveröffentlichungen seines Manga-Labels shodoku: Osamu Tezkuas erster Band des Zweiteilers “Barbara” schildert eine wilde Romanze (hier bereits vorgestellt), und Inio Asano hat eine Zukunftsvision geschaffen, in der sich die Menschheit in komfortablen Wohnmaschinen einnistet: “Sun Village” (hier) wird – als in sich abgeschlossene Geschichte – bei shodoku als Einzelband vorgelegt.

Gleich drei Titel der neuen Krimireihe Schreiber & Leser noir werden auf dem Comic-Salon Erlangen präsentiert: “Coronado” von Dennis Lehane & Jacques Loustal, “Nestor Burma – Die lange Nach von Saint Germain des Prés” gezeichnet von Emmanuel Moynot nach dem Roman von Leo Malet sowie “Die Packard Gang” von Marc Malès.

Zwei französische Comiczeichner werden auch vor Ort sein: Jean-Denis Pendanx, der für die grafische Umsetzung des von Christophe Dabitch geschriebenen Seefahrt-Abenteuers “Jeronimus” verantwortlich zeichnet sowie Francois Boucq, von dem zuletzt die Thriller-Reihe “Der Janitor” erschien (Skript: Yves Sente).

SPLITTER

Der für sein umfangreiches Albenprogramm bekannte Verlag aus Bielefeld hat ebenfalls eine Reihe nationaler und internationaler Zeichner eingeladen. So wird unter anderem Juan Gimenez erwartet, der vor allem für seine Science-Fiction-Serie “Die Meta-Barone” nach Vorlagen von Alexandro Jodorowsky bekannt ist.

Mit Adrien Floch ist ein weiterer Künstler angekündigt, von ihm stammt unter anderem die Serie “Die Schiffbrüchigen von Ythaq”. Aus Deutschland werden Ralf Schlüter und Yann Krehl erwartet, die sich als Zeichner und Szenarist für die Comic-Umsetzung von Kai Meyers “Seide und Schwert” verantwortlich zeigen.

Neben Alben im französischen Originalformat erscheinen bei Splitter auch gesammelte Zyklen in kleinerem Format, so zum Beispiel die exotische Familiensaga “India Dreams” oder “War and Dreams”, bei der Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg im Vordergrund stehen. Beide Bände stammen vom französischen Autorenpaar Maryse Charles und Jean-Francois Charles, die ebenfalls auf dem Comic-Salon zu Gast sein werden.

Alle Gäste des Splitter-Verlages werden auf der Website des Verlags in einer Übersicht vorgestellt.

Nachdem der Splitter-Verlagsüberblick am 18. Mai aktualisiert wurde, gibt es die erfreuliche Nachricht zu melden, dass auch Matthias Schultheiss, Dozent für Storyboard an der Hamburger Technische Kunstschule, und vor allem bekannt für seine Albenreihen “Die Wahrheit über Shelby” und “Die Haie von Lagos”, und über einen längeren Zeitraum nicht auf deutschen Comic-Festivals zugegen, beim Comic-Salon Erlangen anwesend sein wird. Pünktlich zum 1. Juni erscheint bei Splitter sein neues, 288 Seiten starkes Buchprojekt “Die Reise mit Bill”, angekündigt als großes, elegisches Abenteuer zwischen Traum und Realität.

ZWERCHFELL

Der Verlag aus Stuttgart und Frankfurt ist auf dem Comic-Salon wieder mit einer Vielzahl von Zeichnerinnen und Zeichnern vertreten: Vor Ort sein werden unter anderem Véro (“kleiner vogel rot”, geschrieben von Christopher Bünte), Piwi (“Disco Amore”) und die Dinter Bros. (“Die kleinen Mutterficker”).

Neu im Gepäck ist Aike Arndt, der mit “Die Zeit und Gott” sein Debüt präsentieren wird. Von Naomi Fearns Strip “Zuckerfisch” wird der inzwischen sechste Sammelband “Mit Liebe gemacht” erscheinen.

Eine Graphic Novel wird bei Zwerchfell zum Comic-Salon neu aufgelegt: Anna Maria Jung – in Erlangen ebenfalls zu Gast – hat für eine rundumerneuerte Auflage von “Xoth! Die unaussprechliche Stadt” einige Extraseiten beigesteuert.

“Filmisches Erzählen”

Samstag, den 28. November 2009

reisende_im_windHeute in der “taz”: Sven Jachmann über die Neuausgabe von François Bourgeons “Reisende im Wind” bei Splitter.

Filmisches Erzählen

Als 1979 François Bourgeons erstes Album der insgesamt fünfbändigen Reihe “Reisende im Wind” erschien, kam dies einer kleinen Revolution im frankobelgischen Comic gleich. Da war zunächst die ungewöhnliche Form, die den bis dato geltenden Seitenumfang von 48 bzw. 64 Seiten nach eigenem Gusto ausweitete und somit die Erzählung nicht mehr dem Format unterordnete.

Da war zudem die manierierte, sehr filmische Art und Weise des Erzählens selbst. Dominierten bislang starre Seitenarchitekturen die Bande desinèe – den Comic des französischsprachigen Raums – in Form regelrecht normierter Seitengestaltungen und schematischer Streifenanordnungen, nutzte Bourgeon nicht bloß die Montage der Panels zur Stimmungserzeugung, sondern die Komposition der gesamten Seite. mehr

Neue Rezensionen – November 2009 (1)

Donnerstag, den 5. November 2009

Eine ganze Reihe von Rezensionen und weiteren Presseerwähnungen von Graphic Novels und ihren Autoren gab es in den letzten Tagen.

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Als Meisterwerk des Comics bezeichnet Christopher Pramstaller Ben Katchors Geschichten “Aus der neuen Welt”. “Der Jude von New York” (avant-verlag) wird von ihm auf satt.org besprochen.

Katharina Greves Debut “Ein Mann geht an die Decke” (Die Biblyothek) feiert Lars von Törne auf tagesspiegel.de als “zauberhafte Erzählung”, die “Zwischen Himmel und Erde” spielt. Neben der Besprechung wird das Buch mit einer Leseprobe vorgestellt.

Eine Reihe frankobelgischer Alben, die man auch den Graphic Novels zurechnen kann, wurden ebenfalls in der Presse erwähnt. Für das Online-Magazin “the title” wirft Hans Keller einen Ausführlichen Blick auf den die Abenteuer des “Kapitän ohne Schiff”, Corto Maltese, dessen Abenteuer (teilweise erhältlich bei Kult Editionen) Klassiker der Comicgeschichte sind, und dessen Schöpfer Hugo Pratt.

“Reisende im Wind” von Francois Bourgeon, ebenfalls ein Klassiker der frühen 1980er findet derzeit seine Fortsetzung beim Splitter-Verlag, worüber Lutz Göllner unter dem Titel “Auf der Flucht” für den Onlinebereich des “Tagesspiegels” schreibt.

An gleicher Stelle schreibt Moritz Honert über “Die Ruhe vor dem Krieg”, die im zweiten Teil von Jean-Michel Beuriots und Philippe Richelles  “Unter dem Hakenkreuz” (Schreiber & Leser) beschrieben wird.

Ein Trend, der Comics frankobelgischer Prägung buchartigen Charakter geben soll, ist die Veröffentlichung mehrerer Alben in einem Band. So geschehen bei der Comicumsetzung von Leo Malets “Die schwarze Trilogie” (Ehapa) von Philippe Bonifay und Youssef Daoudi, worüber Jörg Böckem für “Spiegel Online” berichtet: “Im Land der gebrauchten Sonne”.

Auch die Sekundärliteratur findet Erwähnung: Den von Heinz Ludwig Arnold und Andreas C. Knigge herausgegebene Sonderband der Reihe “text + kritik” zum Thema “Comics, Mangas, graphic novels” (edition text & kritik) bespricht Stefan Höppner unter dem Titel “Vom Leben gezeichnet” für Literaturkritik.de.

Abschliessend noch als Bonus ein Verweis auf Flix, der anlässlich des Mauerfalljubiläums für “arte Kultur” interviewt wurde. Der Beitrag kann hier eine Woche lang online angesehen werden.

Sondermänner verliehen

Dienstag, den 20. Oktober 2009

Am vergangenen Samstag wurde auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Sondermann, einem der wenigen nationalen Comicpreise von Bedeutung, verliehen. Im stimmungsvollen Ambiente des Comic-Zentrums wurden Preise in sieben Kategorien verliehen.

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Ausgezeichnet wurden unter anderem Ralf König (unten: 2.v.r.) für seinen Comicstrip “Prototyp”, der in der “FAZ” veröffentlicht wurde und bei Rowohlt auch als Buch vorliegt. Mit “Der dunkle Turm“ (Heyne und Splitter) wurde die Graphic-Novel-Umsetzung einer Vorlage von Stephen King in der Kategorie “Bester Comic International” geehrt.

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Der Nachwuchs-”Sondermann” ging in diesem Jahr an Michael Meier (oben: 3.v.r.), der ebenfalls eine Literaturvorlage in Comicform umgesetzt hat. “Die Menschenfabrik”, basierend auf einer Vorlage von Oskar Panizza, erschien im von ihm mitbetriebenen Verlag rotopolpress.

Über die Verleihung schreiben unter anderem die “Frankfurter Rundschau”, “Spiegel Online” und “tagesspiegel.de”.

Foto Preisträger Sondermann © Splashpages

Neue Rezensionen – September 2009 (2)

Mittwoch, den 9. September 2009

Auch in den letzten Tagen gab es wieder eine Reihe von Besprechungen von Graphic Novels in Print und Netz.

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Für die Wochenzeitung “freitag” besprach am 7. September Steffen Vogel Jon J. Muths Comic “M – eine Stadt sucht einen Mörder” (Cross Cult), der nach der Filmvorlage von Fritz Lang entstand. “Die Stadt und der Mörder” lässt sich online nachlesen.

Lars von Törne warf für die Comicseite des Berliner “Tagesspiegels” unter dem Titel “Allein unter Freunden” einen Blick in Fane & Jims bei Splitter erschienene Graphic Novel “Sonnenfinsternis”.

Interessante Beiträge gab es in der letzten Zeit auch auf dem Blog des Literatur-Scouts Bettina von Bülow, bzw. ihrem Unternehmen  “Spirograf”. Schon im Juni widmete sie sich unter dem Titel “Minga Laba” Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt). Kurz darauf folgte mit “War? It´s Like This” eine Betrachtung von Emmanuel Guiberts Umsetzung der Kriegsmemoiren von Alan Ingram Cope. Das im französischen Original 2008 abgeschlossene “La guerre d´Alan” wird 2010 in deutscher Spache bei der Zürcher Edition Moderne erscheinen.

Auf der Website spirograf.de wird angekündigt, in Zukunft auch Graphic Novels zu scouten, wobei mit Titeln von Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Martin tom Dieck (“Der unschuldige Passagier”, beide Reprodukt) begonnen werden soll.