Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Stéphane Heuet’

Neue Bücher bei Knesebeck

Mittwoch, den 8. Januar 2014

“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Namen und Orte: Namen” von Marcel Proust und Stephane Heuet

Die Zeit des Sommers in Balbec oder der Frühling in Florenz, der Name einer Stadt oder eines Ortes genügen Marcel, um sich in ferne Länder zu träumen. Die beschwörende Kraft der Namen und Orte im Paris des 19. Jahrhunderts ist auch der Rahmen von Marcels Liebe zu Gilberte und seiner Faszination für Odette. Gewohnt gekonnt setzt Stéphane Heuet in seinem Stil der »Ligne claire« einen weiteren Teil von Marcel Prousts Werk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit um und vollendet damit die Teilserie »Unterwegs zu Swann«.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Namen und Orte: Namen, ISBN 978-3-868736991, 48 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 19,95, erscheint im April 2014

“Streich auf Streich: 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz” von Martin Jurgeit

Beginnend beim Urvater der Comics, Wilhelm Busch, und seinen Helden Max und Moritz über klassische Serien wie Vater und Sohn, Fix und Foxi oder die Digedags aus dem Mosaik bis zu den Werken von Künstlern wie Ralf König und Walter Moers oder den zeitgenössischen Graphic-Novel-Autoren Reinhard Kleist, Ulli Lust sowie Isabel Kreitz spürt Streich auf Streich der Geschichte des deutschsprachigen Comics nach. In den 150 Jahren seit dem Entstehen von Max und Moritz wurden Comics veröffentlicht, die das Lese- und Seherlebnis von Generationen geprägt haben. In 30 Kapiteln und Exkursen werden nahezu 100 stilbildende Comic-Werke und ihre Künstler vorgestellt. Die Essays namhafter Comic-Experten bringen dem Leser die Themen und Höhepunkte der deutschsprachigen Comic-Historie nahe und präsentieren so ein Gesamtbild der hiesigen Comic-Kunst.

Streich auf Streich: 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz, 192 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 34,95, erscheint im Februar 2014

“Comics blicken auf die Literaturklassiker”

Montag, den 30. Juli 2012

Am vergangenen Samstag strahlte der Deutschlandfunk ein halbstündiges Feature über Literaturadaptionen im Comic aus. Redakteurin Angela Gutzeit lässt dabei Experten wie den Comic-Journalisten Klaus Schikowski, AutorInnen wie Flix, Birgit Weyhe und Nicolas Mahler sowie Verlagsmitarbeiterin  Jutta Harms von Reprodukt zu Wort kommen und stellt darüber hinaus aktuelle Veröffentlichungen vor, darunter “Reigen” von Birgit Weyhe (nach Arthur Schnitzler, avant-verlag), “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” von Stephane Heuet (nach Marcel Proust, Knesebeck), “Alte Meister” von Nicolas Mahler (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp) und “Don Quijote” von Flix (nach Miguel de Cervantes, Carlsen).

Der Beitrag “Comics blicken auf Literaturklassiker” kann hier nachgelesen werden. Der Beitrag befindet sich auch in der dradio-Mediathek und kann hier als MP3-Datei nachgehört werden.

Neue Graphic Novels bei Knesebeck

Donnerstag, den 24. Mai 2012

“Freud” von Corinne Maier & Anne Simon

Sigmund Freud gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine Ideen und Werke – man denke nur an den Ödipus-Komplex oder die Traumdeutung – werden bis heute kontrovers diskutiert und erregen die Gemüter bis weit über die Grenzen der Wissenschaft hinaus. Corinne Maier und Anne Simon laden all jene auf eine vergnügte Reise in das Wien um 1900 ein, die mehr oder neues über den Arzt, Psychologen und Religionskritiker wissen möchten. In traumgleichen Assoziationsketten und biografischen Passagen aus Freuds Leben wird dabei neben dem persönlichen Schicksal des Vaters der Psychoanalyse auch sein Werk und dessen Rezeptionsgeschichte beleuchtet. Eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Annäherung an Sigmund Freud und sein Werk, die – wie könnte es auch anders sein – gleichzeitig provoziert und zur weiteren Auseinandersetzung einlädt.

Corinne Maier ist Psychologin, Historikerin und Soziologin. Mit ihrem Bestseller “Die Entdeckung der Faulheit”, in dem sie die Strukturen großer Unternehmen anprangerte, erlangte sie weltweite Beachtung, als sie ihr Arbeitgeber, ein französischer Energiekonzern, nach Erscheinen des Buchs entließ.

Anne Simon hat an der École Supérieure de l’Image d’Angoulême und später an der École des Arts Décoratifs in Paris studiert. Sie hat bereits zahlreiche Comics und Jugendbücher illustriert.

Freud, ISBN 978-3-86873-510-9, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012

“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II” von Marcel Proust und Stèphane Heuet

Die Koketterie der schönen Kurtisane Odette de Crescy stachelt Charles Swanns Eifersucht und Misstrauen nur noch weiter an. In dem Wahn, einen Beweis ihrer Untreue zu finden, gerät er nicht nur immer weiter ins gesellschaftliche Abseits, sondern seine Liebe zu Odette beginnt schließlich zu erkalten. Seit mehr als 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel. Dafür wählt er die Schlüsselszenen aus der Recherche aus und vermittelt mit diesen Passagen einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Der von Hergé geprägte Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre inspiriert ihn dabei. Der fünfte Band dieses wunderbar neuen Zugangs zu diesem großen Klassiker.

Marcel Proust, geboren 1871, führte ein Leben als Dandy und Schriftsteller in den höchsten Pariser Kreisen. Aufgrund seines Asthmas musste er sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Von da an arbeitete er obsessiv an dem literarischen Großepos, das er unvollendet hinterließ, als er 1922 verstarb.

Stéphane Heuet, 1957 in Brest geboren, war sieben Jahre lang Matrose im Indischen Ozean und später Artdirector in Paris. Mit 35 Jahren begann er “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” als Graphic Novel umzusetzen. Er lebt mit seinen zwei Kindern in Paris.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe von Swann, Teil II, ISBN 978-3-86837-265-8, 48 Seiten, farbig, Hardcover, 19,95 EUR, erscheint im Juni 2012

“Henry David Thoreau – Das reine Leben” von A. Dan und Maximilien Le Roy

Henry David Thoreau gilt als einer der einflussreichsten amerikanischen Schriftsteller und Philosophen. Mit Walden oder Leben in den Wäldern und Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, dem Standardwerk über zivilen Ungehorsam, ist er seit Aufkommen der Occupy-Bewegung besonders populär. Dieser große Denker führte ein ungewöhnliches Leben – das eines Lehrers, der für seine pädagogischen Prinzipien seine berufliche Karriere aufs Spiel setzte; eines Mannes, der in die Natur zog, um dort außerhalb gesellschaftlicher Konventionen zu leben; eines Rebellen, der eher ins Gefängnis ging, als mit seinen Steuern den Krieg der USA gegen Mexiko zu unterstützen. Neben der eindrucksvollen Schilderung der wichtigsten Passagen des Lebens von Thoreau gelingt es Maximilien Le Roy und A. Dan, die Positionen seines Werks völlig neu und anschaulich zugänglich zu machen.

Maximilien Le Roy wurde 1985 in Paris geboren und studierte dort an der École d’arts appliqués. Er schrieb und zeichnete bereits zahlreiche Graphic Novels, u.a. über das Leben in Palästina (“Die Mauer”, Edition Moderne). 2010 veröffentlichte er zusammen mit Michel Onfray die Comic-Biografie “Nietzsche”.

A. Dan hatte eine erfolgversprechende Karriere vor sich, als seine Passion ihn zum Comiczeichnen brachte. Als Autodidakt auf diesem Gebiet hat er bereits mehr als ein halbes Dutzend Comic-Alben und Graphic Novels gezeichnet.

Henry David Thoreau – Das reine Leben, 88 Seiten, farbig, Hardcover, 22 EUR, erscheint im September 2012

Weltliteratur fürs Auge

Sonntag, den 20. Mai 2012

“Die Welt” hat sich am 19. Mai gleich in mehreren Beiträgen mit der gegenwärtigen Vielzahl an Literaturadaptionen im Comic beschäftigt.

Im umfangreichsten Text der Strecke unterzieht der Schriftsteller Thomas von Steinaecker die Literaturadaption im Allgemeinen und speziell die Umsetzung von Literatur im Comic einer näheren Betrachtung. Dabei lässt ihn das Gros der zuletzt veröffentlichten Comicadaptionen unbefriedigt zurück, Titel wie “In der Strafkolonie” nach Franz Kafka (Sylvain Ricard, Mael, dt. bei Knesebeck) und die Proust-Adaption “Combray” (Stéphane Heuet, dt. bei Knesebeck) wertet er in ihrer vermeintlich werkgetreuen Umsetzung in weiten Teilen als derart “fantasielos”, dass die Wörter der Vorlage “jeglichen Zauber” verlören.

Auch der freieren Interpretation einer Vorlage wie Posy Simmonds’ nach Gustave Flaubert entstandenes “Gemma Bovery” (dt. bei Reprodukt) mag Thomas von Steinaecker kein gänzlich gutes Zeugnis ausstellen: Trotz eines “amüsanten intertextuellen Spiels” bliebe Posy Simmonds im Vergleich mit Flaubert “in jeder Hinsicht harmlos und oberflächlich”.

Einzig das Künstlerduo Alexandra Kardinar und Volker Schlecht weiß den Autor mit seiner Adaption von E.T.A. Hoffmanns “Das Fräulein von Scuderi” (Edition Büchergilde) zu überzeugen. Hier sei die Adaption “Bebilderung, Kommentar und Weiterführung in einem” – und durch die “Qualität der Panels und die formale Innovation” könne diese Version von “Das Fräulein von Scuderi” “gleichberechtigt neben der Vorlage bestehen und immer wieder neue Perspektiven auf Hoffmanns Text und seine Zeit” eröffnen”. Im Großen und Ganzen gelangt Thomas von Steinaecker zu dem Schluss, dass die Comicadaption zu oft die “Verkaufs- und Leseerwartungen an eine leichte Lektüre erfülle” und so Gefahr liefe, zu dem zu werden, wovor es schon Ray Bradbury in “Fahrenheit 451″ gegraut habe: “ein Abhaken der Höhepunkte eines Buches als Effektfeuerwerk”. Interessante Adaptionen wie “Das Fräulein von Scuderi” kommen, so das Fazit des Artikels “Das Beste in Bildern”, nur zustande, wenn sich der Comic auch in diesem Fall seiner “formalen und inhaltlichen Freiheit” bewusst werde.

Der kürzere Beitrag “Riesen zu Windmühlen” verweist auf die ersten fünf Bände einer neuen Reihe von Literaturcomics, die der Brockhaus-Verlag unlängst in die Buchhandlungen gebracht hat. Den in Frankreich entstandenen Titeln wie “Don Quijote” nach Miguel de Cervantes (David Pellet, Philippe Chanoinat, Djian) bescheinigt der nicht genannte Verfasser des Textes “brav und ordentlich gemacht” zu sein, wohingegen das englischsprachige Großprojekt “The Graphic Canon” (Russ Kick, Hg., Seven Stories Press) wesentlich “ambitionierter und ausgeflippter” sei. Zeichner wie Robert Crumb oder der bereits verstorbene Will Eisner tragen hier zu einem Kanon der gesamten Weltliteratur vom Gilgamesch-Epos bis zu David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” bei. Ob dies gelungen ist, wird der erste Band zeigen, der am 22. Mai erscheinen soll.

Auch der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag hat 2011 mit Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” eine erste Graphic Novel auf den Markt gebracht – und angekündigt, diesem Erstling weitere Comics folgen zu lassen, die allesamt auf literarischen Vorlagen von Suhrkamp-Autorinnen und -Autoren basieren. Matthias Heine hat nun im Interview mit Winfried Hörning, der die Taschenbuchsparte bei Suhrkamp verantwortet, künftige Titel in Erfahrung gebracht. Neben der bereits bekannten Bearbeitung von Marcel Beyers “Flughunde” durch Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), arbeitet Nicolas Mahler an “Alice in Sussex” – “einer bearbeiteten Version beziehungsweise Kompilation aus ‘Alice im Wunderland’ und ‘Frankenstein in Sussex’ von H.C. Artmann.” Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als Männer”, Carlsen) hingegen zeichnet “eine moderne Fassung von ‘Huckleberry Finn’ – angesiedelt in Ostdeutschland”. In dem Gespräch “Brecht muss noch warten” gibt Winfried Hörning aber noch weitere konkrete Pläne und Namen preis. So offenbart er, dass Volker Reiche (“Strizz”, C.H. Beck, JNK) eine Graphic Novel ohne Bezug zum Suhrkamp-Universum beitragen wird – und dass der Verlag sich durchaus offen zeigt, auch im europäischen Ausland nach passenden Stoffen Ausschau zu halten.

Neue Bücher bei Knesebeck

Mittwoch, den 22. Februar 2012

Drei neue Titel kommen in den nächsten Wochen aus dem Haus Knesebeck in den Handel. Weiterhin konzentriert sich der Münchner Verlag auf Literaturadaptionen von Christie, Kafka und Proust.

“Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe Swanns, Teil I von Marcel Proust und Stéphane Heuet

Die oberflächliche, aber schöne Kurtisane Odette de Crescy lässt den gebildeten und feinen Charles Swann zuerst kalt, mit einer Melodie gelingt es ihr, ihn zu verführen; eine Liebe entsteht, von Odette geschickt angefeuert, geprägt von Erfüllung und Enttäuschung, voller Leidenschaft und Eifersucht.

Seit mehr als 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Graphic Novel. Dafür wählt er die Schlüsselszenen aus und vermittelt so einen Eindruck von Prousts poetischer Prosa. Der von Hergé geprägte Comic-Stil der Ligne claire der 1930er-Jahre inspiriert ihn dabei. ein wunderbarer, neuer Zugang zu diesem großen Klassiker der Weltliteratur.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Eine Liebe Swanns, Teil I, ISBN 978-3-86873-264-1, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 19,95 EUR

“In der Strafkolonie” von Franz Kafka, Sylvain Ricard und Maël

Ein Reisender kommt in eine Strafkolonie, um mehr über die dortigen Zustände zu erfahren. Man zeigt ihm eine grausame Bestrafungsmaschine, die den Angeklagten ihr Urteil mit einer Nadel in den Körper ritzt – immer tiefer, zwölf Stunden lang, bis der verurteilte die Bedeutung des Schriftzugs erkennt und schließlich getötet wird.

Kafka zeichnet in ihr das Bild einer gewalttätigen Menschheit. Für die Umsetzung als Graphic Novel arbeitete Sylvain Ricard prägnant die Erzählung heraus. Maëls expressiver Stil zeigt die ganze Brutalität der Geschichte, der lineare und strenge Seitenaufbau dagegen unterstreicht die funktionalistische Überzeugung der Folterer. ein neuer Zugang zu einer zeitlos kafkaesken Geschichte.

In der Strafkolonie, ISBN 978-3-86873-459-1, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 19,95 EUR

“Und dann gabs keines mehr” von Agatha Christie, François Rivière und Frank Leclercq

Auf einer kleinen Insel vor der Küste Devons: Ein geheimnisvoller Gastgeber hat zehn gut situierte Damen und Herren für ein Wochenende eingeladen. Nach und nach werden die dunklen Geheimnisse, die ein jeder in seinem Leben hat, enthüllt, und einer nach dem anderen verliert auf tragische Weise sein Leben …

Und dann gabs keines mehr von Agatha Christie ist eines der meistverkauften Bücher der Welt und wurde mehrfach fürs Theater und Kino adaptiert. Die Zeichnungen von Leclercq fangen auf beeindruckende Weise die aufgeladene Stimmung auf der einsamen Insel ein.

Und dann gabs keines mehr, ISBN 978-3-86873-442-3, 48 Seiten, Hardcover, farbig, 16,95 EUR

“Sprach-Bilder – Marcel Proust als Comic”

Montag, den 18. Juli 2011

Für das 3Sat-Magazin “Kulturzeit” traf sich Nicolette Feiler-Thull mit Stéphane Heuet, um mit ihm über die fortwährende Arbeit an seiner Adaption von Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” (Knesebeck) zu sprechen. Der Beitrag, bereits Anfang des Monats ausgestrahlt, lässt sich weiterhin online ansehen (siehe unten).

Sprach-Bilder – Marcel Proust als Comic

Der Bretone Stéphane Heuet traut sich was: Er macht aus einem Schwergewicht der Weltliteratur, aus Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” eine Bildergeschichte, aus sieben Romanen einen Zyklus von Graphic Novels. Ist das Blasphemie?

“Es ist nicht möglich, seltenere Arten an einem Ort vereint zu finden als diese jungen Blüten, die vor mir die Linie des Meeres wie eine luftige Hecke unterbrechen.” Marcel Proust spricht an dieser Stelle seines Romanwerks über junge Mädchen, Stéphane Heuet zeichnet Möwen. Wie passt das zusammen, was bleibt von der Literatur, wenn jemand sprachmächtige Texte in bunte Bilder überführt? mehr

Neue Graphic Novels bei Knesebeck

Donnerstag, den 12. Mai 2011

Auch beim Münchner Verlag Knesebeck werden im Herbstprogramm 2011 wieder eine Reihe von Graphic Novels erscheinen.

Bereits im Juni ist unter dem Titel “Im Schatten junger Mädchenblüte II” die Veröffentlichung des dritten Bandes von Stéphane Heuets Comic-Adaption des Marcel Proust-Klassikers “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” vorgesehen.

Ebenfalls auf einer literarischen Vorlage basiert der Band “Leben und Ansichten von Tristam Shandy, Gentleman” – der Brite Martin Rowson adaptiert hier Laurence Sternes gleichnamiges Frühwerk der experimentellen Literatur, das bei Erscheinen im 18. Jahrhundert als ausgemachter Skandal galt. Der Band ist für Oktober 2011 angekündigt.

Die thematisch aktuellste Neuerscheinung ist die deutschsprachige Fassung von “Zahra’s Paradise”, in dem der iranisch-amerikanische Autor Amir und der Zeichner Khali die politische Situation und den Alltag im Iran in den Mittelpunkt rücken: Mehdi, ein junger Mann, verschwindet während der Unruhen, die durch die augenscheinlich manipulierten Präsidentschaftswahlen im Sommer 2009 hervorgerufen wurden. Seine Mutter und sein Bruder machen sich auf die verzweifelte Suche nach ihm. Amirs und Khalis Comic erscheint seit geraumer Zeit in Fortsetzungen im Internet: Auf ihrem Blog zahrasparadise.com veröffentlichen die Autoren wöchentlich zwei neue Folgen, die ebenda auch auf Deutsch zu lesen sind. Die Buchfassung folgt im September 2011.

“Der Himmel über Proust”

Sonntag, den 17. Oktober 2010

Auf “Spiegel online” stellt Stefan Pannor die Proust-Adaption “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” von Stéphane Heuet vor (Knesebeck).

Der Himmel über Proust

Sieben Bände mit über 4000 Seiten: Marcel Prousts Hauptwerk “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” ist ein Schwergewicht der Weltliteratur. Der Franzose Stéphane Heuet macht daraus einen leichtfüßigen Comic – jetzt ist der erste Band auf Deutsch erschienen.

Frankreichs Feuilletonisten schäumten, als Stéphane Heuet 1998 den ersten Band seiner Comic-Adaption von Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” veröffentlichte. Von “Blasphemie” war die Rede, vom literarischen “Mord” an dem Schriftsteller, von “Travestie”. mehr

“Extrem einfach, aber extrem detailreich”

Mittwoch, den 29. September 2010

Anlässlich der Veröffentlichung der beiden Literaturadaptionen “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray” von Marcel Proust durch Stéphane Heuet und Franz Kafkas “Die Verwandlung” von Eric Corbeyran (beide Knesebeck) sprach Jürgen Schickinger für die “Badische Zeitung” mit dem Comicübersetzer Kai Wilksen. Bereits vor rund einem Jahr hat dieser auf dem Blog des Berliner Comicverlags Reprodukt, für den er seit Jahren Comics ins Deutsche überträgt, über seine Arbeit berichtet.

“Extrem einfach, aber extrem detailreich”

Längst bilden Literatur und Comics keine Gegensätze mehr. Gerade sind Marcel Prousts Roman “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” und Franz Kafkas Erzählung “Die Verwandlung” als Graphic Novels erschienen. Die französischen Adaptionen beider Klassiker hat der Freiburger Kai Wilksen ins Deutsche übertragen. Mit ihm sprach Jürgen Schickinger darüber, ob solche Bearbeitungen ihren Vorlagen gerecht werden. Wie lassen sich die verdichteten Texte der Comics angemessen übersetzen?

BZ: Worin liegt der Gewinn, Klassiker der Literatur in Comics umzusetzen?

Wilksen: Die Romanvorlage gewinnt nichts. Comics sind wie Filme Formen der Visualisierung, die sehr verschieden ausfallen kann. In Frankreich gibt es spezielle Schulcomics, die Literatur teils mit grauenhaften Zeichnungen vereinfacht nacherzählen, um sie Schülern nahe zu bringen. Andererseits gibt es experimentelle Adaptionen, die sich in avancierter Grafik weit vom Original entfernen. Der Gewinn für die Leser hängt von der Form der Visualisierung, ihrer Interpretation des Originals ab. mehr

Neue Comics bei Knesebeck

Dienstag, den 18. Mai 2010

Der Knesebeck-Verlag hat für dieses Jahr das Erscheinen zwei neuer Comics und eines Sekundärliteraturbandes angekündigt. Ein besonders ambitioniertes Projekt ist die Comic-Umsetzung von Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” des Franzosen Stéphane Heuet, deren erster Band “Combray” im August veröffentlicht wird.

Der Geschmack einer Madeleine erweckt diese Regung und ruft die Erinnerungen Marcels an seine Kindheit in Combray zurück. Immer wieder versucht er, die vergangene, verlorene Zeit gegenwärtig zu machen. Es sind atmosphärische Details, von denen aus sich ein literarisches Universum entwickelt, das um ein zentrales Thema kreist: Liebe.

Seit über 14 Jahren arbeitet Stéphane Heuet an der Umsetzung von Marcel Prousts Literaturklassiker Auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Graphic Novel. Mit Combray erscheint nun endlich der erste Teil dieses Mammutprojektes in deutscher Sprache. Der Text ist genial adaptiert und der einzigartige Erzählstil Prousts in ebenso imaginative wie assoziative Bildfolgen umgesetzt.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Combray, ISBN 978-3-86873-261-0, 32 x 23 cm, Hardcover, farbig, 72 Seiten, 19,95 EUR

Auch die zweite Veröffentlichung ist eine Literatur-Adaption: Franz Kafkas Klassiker “Die Verwandlung” übertragen die Zeichner Eric Corbeyran und Richard Horne in Comicform.

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt…. Und als er feststellt, dass es sich nicht um einen Alptraum handelt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Trotz seines friedfertigen und unschuldigen Lebens als Ungeziefer wird er von seiner Familie verstoßen und schließlich in den Tod getrieben. Die Verwandlung ist eine düstere Metapher auf das Wesen der Menschheit.

Eric Corbeyran und Richard Horne haben diesen ebenso berühmten wie zeitlosen Klassiker der deutschen Literatur als Graphic Novel adaptiert. Die Erzählung hält sich eng an den Originaltext Kafkas, und die Zeichnungen illustrieren diese tiefbewegende Geschichte stimmungsvoll und innovativ.

Dieser Band erscheint ebenfalls im August.

Die Verwandlung,  ISBN 978-3-86873-266-5, 29 x 22 cm, Hardcover, schwarzweiß, 48 Seiten, 19,95 EUR

Beim dritten Comic-Titel handelt es sich um einen Bildband über Comics. “Comic Art Now”, zusammengestellt vom britischen Autor und Comic-Herausgeber Dez Skinn, will einen Überblick über den Stand der Comics bieten.

Comic Art Now ist ein Kompendium der gegenwärtigen Comicszene und bietet einen Überblick der weitgefächerten Ausdrucksformen dieser 9. Kunst. Mit packendem Bildmaterial reich illustriert, finden sich sowohl etablierte Comiczeichner wie neue, kreative Köpfe, die in der Comicwelt Aufsehen erregen.

Es entsteht ein Bild dieses Kosmos, wie es bisher nicht zu finden war. Eine Welt voller spannender Geschichten, voller Romantik, Erotik, Gewalt und Fantasy. Das Buch enthält Eigenpublikationen und unveröffentlichte Skizzen aus den Portfolios renommierter Künstler und Newcomer. Comic Art Now fegt die letzten Klischees gegenüber Comics hinweg.

Der ambitionierte Band erscheint im September.

Comic Art Now,  ISBN 978-3-86873-282-5, 24,7 x 24,7 cm, Hardcover, farbig, 192 Seiten, 24,95 EUR

Informationen zu allen Bänden finden sich auf der Verlagswebsite, erste Innenansichten der neuen Titel liefert die Verlagsvorschau, die amn sich hier online ansehen und an dieser Stelle als PDF-Dokument herunterladen kann.