Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Stieg Larsson’

Neue Graphic Novels bei Panini

Samstag, den 3. August 2013

“EntfĂŒhrt” von Hern Migoya und Joan Mar

An einem Morgen wie jedem anderen verlĂ€sst die Studentin Melina ihre Wohnung in Lima, um sich auf den Weg zur UniversitĂ€t zu machen. Doch dann geschieht es: Sie wird entfĂŒhrt, in einen Koffer gepackt, um mit verbundenen Augen in eine Kammer an einem unbekannten Ort verschleppt zu werden. HernMigoya und Joan Mar(Olimpita) erzĂ€hlen in nĂŒchternen Bildern von Melinas EntfĂŒhrung. Die Graphic Novel ist eine Mischung aus klassischer Comic-Reportage und autobiographischer Fiktion, die auf den Polizeiberichten und Aussagen der Beteiligten beruht.

EntfĂŒhrt, 268 Seiten, schwarzweiß, Hardcover, EUR (D) 24,95, erscheint im September 2013

“Daytripper” von FĂĄblo Moon und Gabriel BĂĄ

Welches sind die wichtigsten Tage Ihres Leben? Dies ist die Geschichte von Brde Olivia Domingos, Spross eines weltberĂŒhmten brasilianischen Autors. Er trĂ€umt davon, selbst Schriftsteller zu werden, und wartet auf den Tag, an dem sein Leben endlich beginnt. Aber wĂŒrde er es ĂŒberhaupt bemerken? Eine Graphic Novel, die in den leisen Momenten die großen Fragen des Lebens stellt.

Passend zum Gastland Brasilien der Frankfurter Buchmesse erscheint die brasilianische Graphic Novel Daytripper in Deutschland – beide Schöpfer sind im Oktober in Frankfurt.

Daytripper, 260 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 24,99, erscheint im September 2013

“Millennium: Verblendung 2″ von Denis Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti, nach Stieg Larsson

Auf Bitten des Großindustriellen Henrik Vanger forscht der Journalist Mikael Blomkvist nach dessen Großnichte Harriet, die vor vierzig Jahren nach einer Familienfeier spurlos verschwand. Je mehr Informationen Blomkvist zu Tage fördert, desto mehr Widerstand schlĂ€gt ihm und der jungen Hackerin Lisbeth Salander entgegen. Sie kommen einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur, das bis in die Zeit des Dritten Reiches zurĂŒckreicht – bis die Ereignisse eine unerwartete Wendung nehmen.

Millennium: Verblendung 2, 164 Seiten, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 16,95, erscheint im Oktober 2013

“Der Seufzer” von Marjane Satrapi

Ein einzigartiges Werk, geschrieben und illustriert von Marjane Satrapi, der Autorin der preisgekröhnten Graphic-Novel Persepolis. Rose ist eine von drei Töchtern eines reichen Kaufmanns, der seinen MĂ€dchen von jeder Reise in ferne LĂ€nder die schönsten Geschenke mitbringt. Eines Tages bittet Rose ihren Vater um Samen von blauen Bohnen, doch es gelingt ihm nicht, ihn zu finden. Sie seufzt vor EnttĂ€uschung, was ein rĂ€tselhaftes Wesen herbeiruft Nach ihrem großen Erfolg mit Persepolis wendet sich die Autorin nun der morgenlĂ€ndischen Fabelwelt zu und legt mit DER SEUFZER eine Geschichte voller Magie, Sehnsucht und WĂŒnsche.

Der Seufzer, 56 Seiten, Hardcover, EUR (D) 10,–, erscheint im Oktober 2013

Graphic Novels in den Medien – 1. August 2013

Donnerstag, den 1. August 2013

Rutu Modan hat anlĂ€sslich der Veröffentlichung ihrer Graphic Novel “Das Erbe” (Carlsen) der JĂŒdischen Allgemeine ein Interview gegeben, in dem sie von den HintergrĂŒnden des Buches und der Recherche erzĂ€hlt. Die Fragen stellte Katrin Richter: “Abstraktion ist expliziter”.

Wie Verena Fischer-Zernin in “Das Floß zur Freiheit” im Hamburger Abendblatt schreibt, liegt der Reiz von Olivia Viewegs “Huck Finn” (Suhrkamp) darin, wie mutig sie Twains Vorlage mit ihrer ganz eigenen (Bild-)Sprache nacherzĂ€hlt.

Auf tagesspiegel.de zeigt sich Lars von Törne “beeindruckt” von der “originellen Huckleberry-Finn-Adaption”: “Die Weltenwandlerin”.

Drei BĂŒcher, die sich mit Stieg Larsson und seinem Werk auseinandersetzen, wurden in den letzten Wochen veröffentlicht. Zwei Adaptionen widmen sich seinen Krimis (“Millennium Bd. 1: Verblendung Buch 1″ von Sylvain Runberg und JosĂ© Homs, Splitter; “Verblendung  1″ von Leonardo Manco und Andrea Mutti, Panini), im avant-verlag ist Guillaume Lebeaus und FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©nas biografischer Band ĂŒber den schwedischen Autoren erschienen (“Stieg Larsson: Vor der Milennium-Trilogie”). Sarah-Maria Deckert können die BĂ€nde nur teilweise ĂŒberzeugen, wie sie auf tagesspiegel.de schreibt: “Der Unvollendete – Stieg Larsson als Comic”.

Mit “Jonas oder Der KĂŒnstler bei der Arbeit” nach der Vorlage von Albert Camus ist bei der BĂŒchergilde Gutenberg eine weitere Literatur-Adaption entstanden. Wie Lutz Göllner in “Der Kampf des KĂŒnstlers” an gleicher Stelle schreibt ist Katja Fouquets Umsetzung “visuell einzigartig und lesenswert”.

Auf dem Blog des Titel-Magazins stellt Boris Kunz “Hieran sollst Du ihn erkennen” von Jesse Jacobs und “Heimdall” von Max Baitinger (beide Rotopolpress) vor. Beide erhalten die PrĂ€dikate: “urzweilig und anspruchsvoll”: “Du sollst Dir ein Bildnis machen”.

“Inhaltlich Genrekost, grafisch brillant. Ein ungewohnter Actioncomic.” So fasst Benjamin Vogt seine Besprechung auf comicgate.de von Bastien VivĂšs’ und Ruppert & Mulots “Die große Odaliske” (Reprodukt) zusammen.

An gleicher Stelle bespricht Christian Muschweck zwei DebutbĂ€nde des Jaja-Verlags: “Hinter den sieben Burgen” von Alexander von Knorre sowie “Earth unplugged” von Jennifer Daniel, ĂŒberzeugen den Rezensenten.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Freitag, den 5. Juli 2013

Ab sofort sind drei neue Titel des avant-verlags erhÀltlich.

“Flut!” von Eric Drooker

Am Ende des 20. Jahrhunderts: Der Mensch im Moloch New York – einsam und verloren streift er durch die Straßen. Es beginnt zu regnen. Um dem tristen Alltag zu entfliehen, stĂŒrzt er sich ins VergnĂŒgen, sucht Sinn in einer archaischen Traumwelt. Die Welt, die ihn umgibt, wird von der Flut verschlungen. Drookers apokalyptische ErzĂ€hlung kommt in ihrer expressionistischen Bildsprache, die an die Holzschnitte Frans Masareels erinnert, ganz ohne Worte aus. In den Panels dieses poetischen Endzeitmythos produziert er mit seiner sozialpolitischen Gesellschaftskritik eine ungemein atmosphĂ€rische und inhaltliche Dichte, in den nicht nur historische Ereignisse wie die Kolonialisierung, der Sklavenhandel und die New Yorker AufstĂ€nde der spĂ€ten 80er Jahre Eingang finden.

Mit einem Vorwort von Art Spiegelman.

Als Special sind dieser Graphic Novel eine Auswahl der schönsten Covergestaltungen des „The New Yorker“ Magazins von Eric Drooker und ein Interview mit dem KĂŒnstler beigefĂŒgt.

Flut!, ISBN 978-3-939080-84-8, 192 Seiten, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 19,95

“Luchadoras” von Peggy Adam

Alma lebt mit ihrem gewalttĂ€tigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad JuĂĄrez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttĂ€tig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen MĂ€nnern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lĂ€sst. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad JuĂĄrez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hĂ€lt die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort tĂ€glich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad JuĂĄrez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 MĂ€dchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklĂ€rt.

Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte ErzĂ€hlung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprĂ€gten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes PlĂ€doyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, LibĂ©ration und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.

Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Klappenbroschur, EUR (D) 17,95,

“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na

Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten BĂ€nden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.

Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzĂ€hlt zusammen mit Zeichner RĂ©bĂ©na aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches VermĂ€chtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und RĂ©bĂ©na, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprĂ€gt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den WĂ€ldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjĂ€hrigen Larsson, in den spĂ€ten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.

Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro

Graphic Novels in den Medien – 12. MĂ€rz 2013

Dienstag, den 12. MĂ€rz 2013

Auf tagesspiegel.de schreibt Christian Neubert ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware. Er zeigt sich von dem Band restlos ĂŒberzeugt, wie er in “Die Bosheit des Banalen” schreibt: “Dass die Schilderung dieser Außenseiterexistenz die 384 Comicseiten tragen kann, liegt zum einen an der literarischen Wucht, die hier entfesselt wird. Ware setzt Corrigans Schicksal mit dem seines Großvaters in Bezug, wodurch sich der Comic als episch angelegte Genealogie der Bitterkeit liest. Daneben ist es sein singulĂ€rer Zeichenstil. Er schafft expressive, scharf umrissene Bilder zwischen Ligne Claire, frĂŒhem Zeitungscomic und Gebrauchsgraphik und bettet diese in ein streng geometrisches Seitenlayout, das ein paralleles Kommunizieren unterschiedlicher ErzĂ€hlstrĂ€nge zulĂ€sst.”

An gleicher Stelle stellt Oliver Ristau “Lulu – Die nackte Frau“ von Etienne Davodeau (Splitter) vor. In “Das kann doch nicht alles gewesen sein” zeigt er sich vom vorliegenden Band ebenfalls angetan: “Klingt alles nicht sehr spektakulĂ€r, ist es aber trotzdem. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Wer eine derart radikale LebensverĂ€nderung selbst versucht, stĂ¶ĂŸt oft schnell an seine Grenzen. Und die Gefahr, bei einem derartigen Stoff nicht thematisch in den Niederungen eines seichten Midlife-Crisis-Dramoletts zu landen, wie sie Belletristik, TV und Kino zu Hauf bevölkern, ist ebenfalls groß.”

Mit “So ĂŒberzeugt Lisbeths RĂŒcken auch ohne Worte” bezieht sich Holger Kreitling in der Welt auf die Comic-Adaption von Stieg Larssons “Verblendung” von Denise Mina, Leonardo Manco und Andrea Mutti (Panini). Er stellt auch heraus, wie die Protagonistin im Comic an “Tank Girl” von Jamie Hewlett erinnert.

Der Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler unterhielt sich fĂŒr Die Presse mit Nicolas Huber ĂŒber seinen neuen Comic, den in der FAZ vorveröffentlichten “Alice in Sussex” (nach Lewis Carroll und H. C. Artmann, Suhrkamp): “Die doppelte Alice”. Nebenbei bemerkt Mahler, dass er bereits an einem neuen Buch arbeitet, einer weiteren Literaturadaption. Vorlage diesmal: “Der Mann ohne Eigenschaften” von Robert Musil.

“So wĂŒnscht sich das der Laie: komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich erklĂ€rt, etwa VersicherungsvertrĂ€ge, die tausend Funktionen eines neuen Smartphones – oder wie man die Welt rettet.” Im Hamburger Abendblatt stellt Wolfgang W. Merkel “Die große Transformation” vor, den Comic-Interview-Band zum Thema Klimawandel (Jacoby & Stuart): “Der Klimawandel als Comic”.

Auf satt.org stellt Felix Giesa drei Comics vor: “White Line” von Calle Claus (Edition 52), “Die SpaziergĂ€ngerin” von Anke Feuchtenberger (Reprodukt) und “Holodeck” von Hendrick Dorgathen (Edition Moderne). Überzeugen können ihn nicht alle: “Neue Comics von deutschen Zeichnerinnen und Zeichnern”.

“Dieser Eskapismus macht viel Spaß.” So resĂŒmiert Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog die Vorstellung  von “Doppeltes GlĂŒck mit dem roten Affen” von Joe Daly (avant-verlag): “SĂŒdafrika aus Slacker-Sicht”.

Neue Graphic Novels im avant-verlag

Mittwoch, den 23. Januar 2013

Der avant-verlag hat mit seinem FrĂŒhjahrsprogramm eine Reihe neuer Graphic Novels angekĂŒndigt. Dabei sind unter anderem neue BĂŒcher von Manuele Fior (“5000 Kilometer in der Sekunde”) und Marijpol (“Trommefels”), sowie mit “Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na eine Comic-Biografie des bekannten Thrillerautors.

 

“Geschichten aus dem Viertel” von Gabi BeltrĂĄn und BartolomĂ© SeguĂ­
Palma de Mallorca 1980, Jahre vor der Transformation der spanischen Insel in einen der prominentesten Urlaubsorte Europas. Im chinesischen Viertel Palmas, Barrio Chino, versammeln sich die Underdogs der spanischen Gesellschaft, jede Straßenecke hat eine Geschichte zu erzĂ€hlen. Gabi BeltrĂĄn erzĂ€hlt in „Geschichten aus dem Viertel“ die seine. Mit kaum mehr als vierzehn Jahren fühlt Gabi sich schon alt. „Die Jungs in meinem Viertel leben schneller“, sagt er. Mit seinen Freunden BenjamĂ­n, Arnaud, Falen, Ramos und anderen wandert er nachts durch die Gassen seiner kleinen Welt und versucht, sie zu verstehen – und verstanden zu werden. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen die Halbstarken im Bordell – eine organisatorische Herausforderung, weil die HĂ€lfte der Mütter aus dem Freundeskreis anschaffen geht. Mit Einbrüchen und DrogengeschĂ€ften halten die Jungs sich über Wasser und von zu Hause fern. Und immer wieder versuchen sie auszubrechen und hoffen auf ein besseres Leben jenseits des endlosen Meeres, das für die Freunde ProjektionsflĂ€che und zugleich eine unüberwindliche Barriere ist, die sie in ihrem Leben, in ihrem Viertel gefangen hĂ€lt.

„Geschichten aus dem Viertel“ ist eine kleine Sensation, bewegend und einfühlsam erzĂ€hlt. In kurzen, ineinander verwobenen ErzĂ€hlungen sammeln BeltrĂĄn und der Zeichner SeguĂ­ Erinnerungen, traurige wie glückliche, an ein Palma, an das sich heute nur noch wenige erinnern werden.

Geschichten aus dem Viertel, ISBN 978-3-939080-76-3, 152 Seiten, farbig, Softcover EUR (D) 19,95, erscheint im Februar

“Das Spiel der Schwalben” von Zeina Abirached

Ein Tag wie jeder andere im Beirut des Jahres 1987. Die libanesische Hauptstadt ist von einem Bürgerkrieg zerrissen, der seit Jahren tobt und noch Jahre andauern wird. Eine Demarkationslinie, die „Green Line“, trennt den christlichen Westen und den muslimischen Osten. Scharfschützen, MilitĂ€rpatrouillen und Straßensperren machen aus Beirut ein Labyrinth, in dem kurze Wege sich Stunden hinziehen können. Die Menschen, die nicht über die Landesgrenzen in benachbarte Staaten geflohen sind, richten sich und ihren Alltag auf Krieg und Belagerung aus. 1987 ist Zeina Abirached sieben Jahre alt, ein Kind des Krieges. Sie wohnt mit ihrer Familie in der „Rue Youssef Semaani“, direkt am Rand der Demarkationslinie. Ihre Wohnung, die wĂ€hrend der Bombardierungen als Zufluchtsort für die Nachbarn dient, hat sich im Laufe der Jahre auf wenige Quadratmeter im Eingangsbereich reduziert. Als eines Tages Zeinas Eltern von einem Besuch bei ihrer Großmutter nicht zurückkehren, versammeln sich die Nachbarn in der Wohnung der Abiracheds, um die Kinder mit Geschichten von der Angst um ihre Eltern abzulenken. Sensibel, phantasievoll und bisweilen herzzerreißend komisch erzĂ€hlt die libanesische Künstlerin von einer Kindheit im Bürgerkrieg, vom menschlichen Miteinander in Krisenzeiten und der Konstruktion von Sicherheit und Heimat auf wenigen Quadratmetern.

Zeina Abirached wurde 1981 in Beirut geboren. Mit Anfang 20 zog sie nach Paris, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie hat eine Reihe autobiografischer Graphic Novels und Kurzcomics veröffentlicht, in denen sie ihrer Kindheit im Libanon und ihrer Familiengeschichte nachspürt. „Das Spiel der Schwalben“ ist ihre erste deutsche Veröffentlichung.

Das Spiel der Schwalben, ISBN 978-3-939080-77-0, 192 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Eremit” von Marijpol

Weit abgeschieden von einer alternden Gesellschaft, in der der Anblick eines Kindes eine Seltenheit ist, lebt ein einsamer Misanthrop im Wald. Mit einem vor Zwiespalt geteilten Kopf ist er auf der Suche nach seinem wahren Kern. Gleichgültig führt er seine Arbeit für ein Bestattungsunternehmen aus, bei dem lebensmüde Senioren letzte Reisen buchen können, die ihren schönsten Tod zum Ziel haben. Durch die Begegnung mit einem wütenden Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, wird der Eremit in seiner Zurückgezogenheit gestört. Muss er sich am Ende für eine HĂ€lfte seines Kopfes entscheiden?

„Eremit“ ist eine symboltrĂ€chtige, mitunter verstörende ErzĂ€hlung über Zweifel, Tod und Obst.

Eremit, ISBN 978-3-939080-71-8, 150 Seiten, zweifarbig, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im MĂ€rz

“Das Interview” von Manuele Fior

Italien im Jahr 2048. Raniero ist ein Psychologe in den Fünfzigern, dessen Ehe in Trümmern liegt. WĂ€hrend in seinem Privatleben Sprachlosigkeit herrscht, fühlt er sich in den GesprĂ€chen mit seiner Patientin Dora immer stĂ€rker in deren befremdliche und gleichzeitig faszinierende Gedankenwelt hineingezogen. Dora behauptet, telepathische FĂ€higkeiten zu besitzen und hat nĂ€chtliche Visionen von leuchtenden Dreiecken, die am Himmel erscheinen: Zeichen einer außerirdischen Zivilisation, die die Menschen auf eine große bevorstehende VerĂ€nderung aufmerksam machen sollen.

Das Bild der Zukunft, das Manuele Fior in „Das Interview“ entwirft, ist dystopisch und unscheinbar zugleich. Ferngesteuerte Autos verkehren zwischen streng überwachten urbanen Zentren, die „Nuclear Family“ als Pfeiler der gesellschaftlichen Ordnung ist der einzige erstrebenswerte Lebensentwurf. Dora gehört der „Neuen Vereinigung“ an, einer Bewegung junger Leute, die den alten Werten abgesagt haben und ihr Glück in neuen zwischenmenschlichen Bindungen suchen. Nach anfĂ€nglicher Skepsis fühlt sich Raniero immer mehr zu Dora hingezogen und gleichzeitig werden mehr und mehr Menschen auf die mysteriösen Lichter am Himmel aufmerksam


Nach seinem zarten Liebescomicroman „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ („Bester Comic“ auf dem Comicfestival Angouleme, 2011) überrascht Manuele Fior mit einer psychologisch austarierten und brillant gezeichneten Science-Fiction-Graphic-Novel. Wie die europĂ€ischen Filmemacher Michelangelo Antonioni mit „L‘Eclisse“ oder Jean-Luc Godard mit „Alphaville“ wirft Fior einen Blick in die Zukunft, um gesellschaftliche und private ZĂ€suren und Konflikte der Gegenwart aufzudecken. Manuele Fior gehört zu den meist gefeierten jungen europĂ€ischen Comic-Künstlern. Er wurde in Italien geboren, hat in Norwegen und Deutschland gelebt und arbeitet zur Zeit hauptsĂ€chlich von Paris aus.

Das Interview, ISBN 978-3-939080-78-7, 170 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 24,95, erscheint im April

“Im Himmel ist Jahrmarkt” von Birgit Weyhe

Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.

Basierend auf Briefen, GesprĂ€chen und Fotografien erzĂ€hlt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern. Sie erzĂ€hlt von einer Generation, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, deren Biografie von der deutschen Geschichte einen deutlichen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Langsam enthüllen sich die Lebensgeschichten der emanzipierten Marianne, dem gebrochenen Friedrich Carl und den Eheleuten Herta und Edgar. Wie Puzzleteile fügt die Autorin das fragmentarische Wissen über ihre Vorfahren zusammen und entdeckt dabei persönliche Dramen um heimliche Abtreibung, unterdrückte HomosexualitĂ€t,Verrat und Schuld.

Im Himmel ist Jahrmarkt, ISBN 978-3-939080-81-7, 200 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 19,95, erscheint im Mai

“Kurt Schwitters – Von nun an nenne ich mich Herr Merz” von Lars Fiske

Kurt Schwitters (1887-1948), der als Maler, Dichter und Werbegrafiker in zahlreichen Kunstformen aktiv war, ist ein Pionier der Moderne. Mit dem Lautgedicht „Ursonate“ schockierte er Bourgeoisie und Dadaisten gleichermaßen, mit seinem Gesamtkunstwerk „Merzbau“ war er seiner Zeit weit voraus. Unter dem Kennwort „Merz“ entwickelte Schwitters ein dadaistisches Gesamtweltbild. Den „Merzbau“, eine grottenartige Collage-Skulptur mit Erinnerungsstücken, schuf Schwitters in zwanzigjĂ€hriger Arbeit in seiner Heimatstadt Hannover, im Haus seiner Eltern. Als die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen und seine Kunst als „entartet“ verfemt wurde, emigrierte er nach 1937 nach Norwegen, wo er noch zwei weitere Merz-Bauten anfertigte, bevor er 1940 weiter nach England fliehen musste.

Lars Fiske legt den Schwerpunkt seiner ErzĂ€hlung auf die Jahre des Künstlers im norwegischen Exil und nutzt die radikale Skulptur des „Merzbau“ als Grundlage für die ErzĂ€hlstruktur seiner Comic-Biografie. Der norwegische Comic-Künstler Lars Fiske (Jahrgang 1966) studierte Illustration und Grafikdesign in Stockholm und Los Angeles. Er publizierte zahlreiche Comics und Kinderbücher und arbeitet als Illustrator für verschiedene Zeitungen. Gemeinsam mit Steffen Kverneland schuf er die Künstlerbiografie „Olaf G.“, die auf Deutsch ebenfalls im avant-verlag vorliegt.

Kurz Schwitters, ISBN 978-3-939080-79-4, 112 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Munch” von Steffen Kverneland

Edvard Munch (1863-1944) ist einer der wichtigsten Maler seiner Zeit. Der Norweger, der zeitweilig auch in Deutschland lebte und arbeitete, bekam bereits zu Lebzeiten Anerkennung für seine Werke und gilt heute als Wegbereiter des Expressionismus. Mit Munch liegt nun seine grafische Biografie vor – ein einzigartiges Projekt, in dem der Comic-Künstler Steffen Kverneland die Geschichte ausschließlich anhand von Zitaten Munchs und seiner Zeitgenossen erzĂ€hlt. Kverneland zeichnet ein liebenswertes und überaus heiteres Portrait des großen Malers als auch der ihn umgebenden skandinavischen BohĂšme des spĂ€ten 19. Jahrhunderts. Ein großer Spaß – nicht nur für Historiker und Kunstliebhaber!
Das erste Kapitel dieses Buches wurde von der Norwegischen Nationalgalerie für die Sammlung gekauft. Steffen Kverneland (Jahrgang 1963) zĂ€hlt zu den herausragenden norwegischen Comic-Autoren. Im avant-verlag erschien bereits seine preisgekrönte Olaf-Gulbransson- iografie „Olaf G.“, die in Zusammenarbeit mit Lars Fiske entstand.

Munch, ISBN 978-3-939080-80-0, 270 Seiten, vierfarbig, Hardcover, EUR (D) 29,95, erscheint im Juni

“Luchadoras” von Peggy Adam
Alma lebt mit ihrem gewalttĂ€tigen Ehemann Romel in der nordmexikanischen Millionenstadt Ciudad JuĂĄrez. Romel ist Mitglied einer lokalen Gang – den „Los Rebeldes“. Er ist eifersüchtig und gewalttĂ€tig und scheut auch nicht davor zurück, Alma zu verprügeln, sobald sie mit anderen MĂ€nnern spricht. Doch Alma ist eine starke Frau, die sich nicht einschüchtern lĂ€sst. Durch die Beziehung mit dem jungen Touristen Jean bietet sich ihr plötzlich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen. Ciudad JuĂĄrez dürfte die bekannteste mexikanische Stadt weltweit sein. Seit dem Ausbruch des Drogenkriegs im Jahr 2007 hĂ€lt die Großstadt an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze die Spitzenposition in der Verbrechensstatistik. Durchschnittlich sieben Menschen werden dort tĂ€glich ermordet. Aber schon lange vor dem Ausbruch des Drogenkriegs hat Ciudad JuĂĄrez weltweit für Schlagzeilen gesorgt – als Schauplatz einer bestürzenden Serie von Frauenmorden und Entführungen. Zwischen 1993 und 2005 wurden um die 350 MĂ€dchen und Frauen im Alter von 12 bis 25 Jahren verschleppt, missbraucht und getötet, 400 gelten noch als vermisst. Zahlreiche Morde sind bis heute ungeklĂ€rt.

Die Graphic Novel „Luchadoras“ ist eine fiktive, aber an Tatsachen angelehnte ErzĂ€hlung über das Leben von Frauen in einer Stadt, die zum weltweiten Symbol von misogyner Gewalt und einer von Desinteresse und Korruption geprĂ€gten Justiz geworden ist. Ein beeindruckendes und aufrüttelndes PlĂ€doyer, das wie Roberto Bolanos Jahrhundertroman „2666“ den Femizid in Nordmexiko thematisiert. Peggy Adam ist eine französische Comic-Künstlerin und Illustratorin. Ihre Zeichnungen erscheinen u.a. in Le Monde, LibĂ©ration und Femme Actuelle. Mit „Luchadoras“ legt der avant-verlag das erste Buch der viel gepriesen Künstlerin auf Deutsch vor.

Luchadoras, ISBN 978-3-939080-83-1, 96 Seiten, schwarzweiß, Softcover, EUR (D) 17,95, erscheint im Juli

“Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie” von Guillaume Lebeau & FrĂ©dĂ©ric RĂ©bĂ©na

Mit der „Millennium“-Trilogie wurde der schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson zu einem der meist gelesenen und erfolgreichsten Autoren Europas. Den Erfolg seiner drei Romane, die nur die ersten von zehn geplanten BĂ€nden sein sollten, erlebte der Vielschreiber und politische Kommentator nicht mehr – Larsson starb 2004 an den Folgen eines Herzinfarkts. „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ wurden posthum veröffentlicht.

Der Filmemacher und Larsson-Experte Guillaume Lebeau erzĂ€hlt zusammen mit Zeichner RĂ©bĂ©na aus dem kurzen Leben des getriebenen Autors, dessen politisches und journalistisches VermĂ€chtnis im Hype um seine Erfolgsbücher oftmals zu kurz kommt. In drei Momentaufnahmen zeigen Lebeau und RĂ©bĂ©na, welche Ereignisse und Menschen die politische und künstlerische Laufbahn Larssons geprĂ€gt haben: So erweckt ein verschneiter Wintertag in den WĂ€ldern von Nordschweden den Gerechtigkeitssinn des vierzehnjĂ€hrigen Larsson, in den spĂ€ten 1970ern verbringt er ein Jahr mit der Guerilla in Eritrea und schließlich veranlasst ihn ein blutiger Bombenanschlag von Neo-Nazis im Schweden der 1980er zu der Gründung der Expo-Stiftung und des gleichnamigen antifaschistischen Magazins, welches Pate stand für die Zeitschrift „Millennium“, für die seine Romanfigur Mikael Blomkvist arbeitet. Weniger eine Comic-Biografie als eine gezeichnete Verbeugung vor dem Leben und Wirken des schwedischen Autors, mit einem ausführlichen Anhang, der in die Veröffentlichungsgeschichte Larssons in Deutschland einführt.

Stieg Larsson – Vor der Millennium-Trilogie, ISBN 978-3-939080-82-4, 64 Seiten, teilweise farbig, Softcover, EUR (D) 14,95 Euro, erscheint im Juli