Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Suhrkamp’

“Lulu und das schwarze Quadrat – Frei nach Frank Wedekind” von Nicolas Mahler

Mittwoch, den 22. Oktober 2014

Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse ist ein neuer Nicolas Mahler bei Suhrkamp erschienen: In “Lulu und das schwarze Quadrat” prĂ€sentiert der Wiener Zeichner Frank Wedekinds Emanzipationsdrama als schwarze KĂŒnstler- und Erotikgroteske.

Frank Wedekinds mĂ€nnerverzehrende Lulu findet sich im Atelier eines Suprematisten wieder. Im Ringen zwischen Körperlichkeit und Abstraktion werden sie von Lulus Mann in flagranti erwischt. Dieser erleidet einen Herzanfall. Im weiteren Verlauf wird Lulu noch zwei MĂ€nner unter die Erde bringen, bis sie schließlich Jack the Ripper in die Arme lĂ€uft


Frank Wedekinds Tragödien “Erdgeist” und “Die BĂŒchse der Pandora” entschlackt Nicolas Mahler in seiner brillanten neuen Graphic Novel zu einer schwarzen Komödie ĂŒber weibliche Körperlichkeit, mĂ€nnliches Besitzdenken und Kasimir Malewitschs Schwarzem Quadrat.

Nicolas Mahler, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comiczeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie “Die Zeit”, “NZZ am Sonntag”, “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” und in der “Titanic”. FĂŒr sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet; zuletzt erhielt er den Max-und Moritz-Preis als “Bester deutschsprachiger Comic-KĂŒnstler”.

Lulu und das schwarze Quadrat, ISBN 978-3-518-46575-2, Pappband, 139 Seiten, 12 EUR, erschienen bei Suhrkamp

Graphic Novels in den Medien – 18. November 2013

Montag, den 18. November 2013

In der “Kulturzeit” auf 3Sat wurde Volker Reiches bei Suhrkamp erschienener autobiografischer Band “Kiesgrubennacht” vorgestellt.

Hinter dem Pseudonym Abel Lanzac, dem Autor des Bandes “Quai D’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” (Reprodukt) steckt Antonin Baudry, der im Buch seine Zeit im französischen Außenministerium auf humorvolle Art reflektiert und der nun auf arte interviewt wurde.

Die Graphic Novel “Kriegszeiten” (Carlsen), ihr Autor David Schraven und Zeichner Vincent Burmeister, wurden in der WDR-Kultursendung “Westzeit” vorgestellt.

Über Kochcomics berichtet WDR 5 in einem Beitrag der Sendung “Scala”: “Mit dem Zeichenstift am Herd”. Kai Löffler stellt im Beitrag Christoph Blains “In der KĂŒche mit Alain Passard” (Reprodukt), “Kann denn Kochen SĂŒnde sein?: Ein Comic fĂŒr Genießer” von Guillome Long (Carlsen) und “Das persische Kochbuch” von Gabi Kopp (Jacoby & Stuart).

Am Rande des Comicfestivals in Hamburg interviewte ein Team des arte-Magazins “tracks” die Comiczeichnerinnen Rutu Modan (“Das Erbe”, Carlsen), Peggy Adam (“Luchadoras”, avant-verlag) und GeneviĂšve CastrĂ©e (“Ausgeliefert”, Reprodukt). Den Text dazu kann man hier nachlesen. Zum Videobeitrag gelangt man hier (ab 17:30min).

Dirk Fuhrig bat Florent Silloray, Autor von “Auf den Spuren Rogers” (avant-verlag), vors Mikrofon, um von der Recherche zu seinem Buch zu berichten. Der Beitrag “Elend im Comic-Format” wurde in der Sendung “Fazit” auf Deutschlandradio Kultur gesendet.

Kriegscomics stehen im Mittelpunkt des Artikels von Christoph Huber, der in der Wiener Presse erschien: “Die Kunst des Krieges”. Er stellt neben Sillorays Buch weitere Titel vor, darunter “Ich, RenĂ© Tardi, Kriegsgefangener im Stalag IIB” von Jacques Tardi (Edition Moderne) und “Der Affe von Hartlepool” von Wilfrid Lupano und JĂ©rĂ©mie Moreau (avant-verlag).

Andreas Platthaus schreibt auf seinem FAZ-Blog ĂŒber “Dark Country” von Thomas Ott, Tab Murphy und Thomas Jane: “Schwarz wie das Leben”.

Nicolas Mahler bei Reprodukt und Suhrkamp

Donnerstag, den 17. Oktober 2013

AnlĂ€sslich der AnkĂŒndigung von drei neuen BĂŒchern von Nicolas Mahler, die bis MĂ€rz 2014 erscheinen werden, ist zur Frankfurter Buchmesse ein gemeinsamer Flyer von Reprodukt und Suhrkamp erschienen, in dem auf sĂ€mtliche lieferbaren Titel des Wiener Zeichners bei den beiden Verlagen hingewiesen wird.

ZunĂ€chst erscheint im November “Der Mann ohne Eigenschaften – Nach Robert Musil” bei Suhrkamp, gefolgt von “Der Weltverbesserer – Nach Thomas Bernhard”, das im Januar nachgelegt wird. Zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht Reprodukt im MĂ€rz 2014 unter dem Titel “Franz Kafkas nonstop Lachmaschine” einen vierten Band mit autobiografischen Kurzgeschichten von Nicolas Mahler.

FĂŒr den Buchhandel ist der Flyer ĂŒber die Vertriebsadresse von Reprodukt zu beziehen. Außerdem wird er hier zum Download angeboten (439 KB): “Nicolas Mahler bei Reprodukt und Suhrkamp”

Nicolas Mahler in Berlin

Donnerstag, den 5. September 2013

Im Rahmen des ilb (Internationales Literaturfestival Berlin) ist Nicolas Mahler am Montag, dem 9. September zu Gast in der Hauptstadt.

Am frĂŒhen Vormittag um 9 Uhr stellt er gemeinsam mit Lars von Törne sein neues Buch “Alice in Sussex” (Suhrkamp) SchĂŒlern der 8. und 9. Klasse vor. Am Abend um 19.30 Uhr prĂ€sentiert der Wiener Zeichner in der Österreichischen Botschaft Berlin seine visualisierten “Gedichte”, jĂŒngst erschienen in der Insel-BĂŒcherei (ebenfalls Suhrkamp). Moderiert wird die Veranstaltung von Raimund Fellinger.

Nicolas Mahler, »der beste österreichische Comiczeichner, den es jemals gegeben hat« (Andreas Platthaus, FAZ), hat in den letzten Jahren immer mehr AnhĂ€nger gefunden. Kein Wunder, denn so komisch, so intelligent, so abgrĂŒndig wie er ist sonst niemand. Und niemand beherrscht die hohe Kunst der Verdichtung, der bildpoetischen Reduktion wie er.

Dass sein minimalistischer Stil einmal in Gedichte mĂŒnden wĂŒrde, erscheint da nur logisch. Gedichte? Ja, Gedichte. Allerdings: grafische Gedichte, in denen Bilder die Buchstaben ersetzen – visuelle Poesie ohne Worte.

In dieser Folge von 21 zweistrophigen Gedichten bildet Mahler den Verlauf eines ganzen Lebens von der Wiege bis zur Bahre ab und verweist dabei, ganz en passant und mit schwarzem Humor, auf die AbsurditĂ€t der menschlichen Existenz – zum grĂ¶ĂŸten VergnĂŒgen seiner Leser, denn er ist »das unwiderstehliche Antidepressivum gegen Sprach- und Weltschmerz« (3sat Kulturzeit).

ilb, Haus der Berliner Festspiele, ProbebĂŒhne, Schaperstraße 24, D-10719 Berlin
www.literaturfestival.com

Österreichische Botschaft Berlin, Stauffenbergstraße 1, D-10785 Berlin
www.suhrkamp.de

Neuer Band von Nicolas Mahler

Mittwoch, den 17. Juli 2013

Das Schaffen Nicolas Mahlers, zuletzt mit seinen Literatur-Adaptionen fĂŒr den Suhrkamp Verlag in den Medien, ist seit jeher sehr vielseitig: Neben autobiografischen Geschichten wie “Kunsttheorie versus Frau Goldgruber” (Reprodukt), Comic-Strips wie “Flaschko – Der Mann in der Heizdecke” (Edition Moderne) oder den bei Insel angekĂŒndigten “Gedichte” liegen bei der Edition Moderne inzwischen drei BĂ€nde mit Cartoons vor.

Der aktuelle Band “Mein Therapeut ist ein Psycho!” ist seit dieser Woche erhĂ€ltlich. Ein neuer autobiografischer Comic soll im FrĂŒhjahr 2014 bei Reprodukt erscheinen.

“Mein Therapeut ist ein Psycho!” von Nicolas Mahler

Gegen Zwangsvorstellungen, Irrsinn, AlbtrĂ€ume, Bindungsangst kann eventuell Chaos-, Licht-, Glücks- und Aromatherapie helfen. Und wenn das alles versagt? Dann gibt es nur noch eins: Cartoons von Nicolas Mahler! Die sind garantiert billiger und einfacher in der Anwendung. Ein Versuch lohnt sich.

Achtung! Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Mein Therapeut ist ein Psycho!, ISBN 978-3-03731-116-5, 56 Seiten, farbig, Hardcover, EUR (D) 12,80, sFr. 18,–, erschienen bei Edition Moderne

Graphic Novels in der Presse – 3. Juli 2013

Mittwoch, den 3. Juli 2013

Wie berichtet, sorgt ein Plakat an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, auf dem Motive aus Craig Thompsons “Habibi” (Reprodukt) collagiert wurden, fĂŒr Aufruhr. Genauer gesagt geht es um die Reaktionen darauf seitens einer Gruppe, die sich aus religiösen GrĂŒnden von der Ausstellung verletzt fĂŒhlten, die Reaktion der UniversitĂ€tsleitung darauf, die Berichterstattung in der Presse und die Reaktion widerum darauf. Viele Details sind noch nicht letztendlich geklĂ€rt, so ist zum Beispiel das beanstandete Plakat bisher nicht veröffentlicht worden. Inzwischen griff mit der gestrigen Ausgabe auch die Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch die ĂŒberregionale Presse das Thema auf. So mahnt Antje Koch in “Angst vor Bildern”, dass die Schliessung der Ausstellung fĂŒr einen Ort des Wissensaustausches nicht der angemessene Schritt war. Wie Lars von Törne heute in einem mehrfach aktualisierten Artikel auf tagesspiegel.de schreibt, stellt sich die UniversitĂ€t vor ihre Angestellten: “UniversitĂ€t verteidigt Schließung der Ausstellung”. Zudem soll ĂŒberprĂŒft werden, inwiefern Kritik am Poster gerechtfertigt war. Außerdem “ist nun ein öffentliches Kolloquium geplant, in dem aus Anlass des aktuellen Konflikts ĂŒber die Freiheit der Wissenschaft und Meinungsfreiheit in der Hochschule gesprochen werden soll.” Nebenbei wird angemerkt, dass das Motiv aus Craig Thompsons “Habibi” zwar beanstandet und abgenommen wurde, die BeschĂ€digung durch eine Studentin aber ein anderes Plakat betraf. Es werde ĂŒberprĂŒft, inwieweit dieses Verhalten justiziabel sei. Auf dem Reprodukt-Verlagsblog wird derweil erlĂ€utert, dass durch die Bearbeitung von Thompsons Comic dessen Aussage in grober Weise verĂ€ndert wurde und dass – wie zum Beispiel im Artikel der FAZ geschehen – die Gleichsetzung der Aussage des Plakats und der des Buches ein Fehler sei.

Vier aktuelle KĂŒnstlerbiografien in Comicform stellt Thomas von Steinaecker in der SĂŒddeutschen Zeitung vor (“Ein leben in Bildern”), wobei ihn von Steffen Kvernelands “Munch”, Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” (beide avant-verlag), “Pablo” von Julie Birmant und Clement Oubrerie (Reprodukt) und “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” von Olivier Coste (Knesebeck) nur ein Band wirklich ĂŒberzegen konnte.

Dagegen zeigt sich Eva Heppner von “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” sehr angetan. In ihrem Beitrag fĂŒr den Deutschlandfunk lobt sie das “beeindruckende Debut”: “Gelangweilt von starren Konventionen”.

“Doppelsinnig, philosophisch und ein Highlight in Carlsens Frauencomicexperiment.” So urteilt Katja Schmitz-DrĂ€ger auf tagesspiegel.de ĂŒber “Wie ein leeres Blatt” von Boulet und Penelope Bagieu.

Ein Buch zur derzeit laufenden Tour de France ist “Unmöglich ist kein französisches Wort. Die Geschichte(n) der Tour de France.” von Jan Cleijne (Covadonga). Den Band stellt Martin Krauss in der Jungle World vor. “Die Helden der Straße”.

Mit “Huck Finn” von Olivia Vieweg ist bei Suhrkamp eine Adaption der Vorlage von Mark Twain erschienen, die Sebastian Hammelehle heute auf Spiegel Online vorstellt: Wie er in “Platz frei, ich bring ‘ne Lady mit!”, zeigt er sich vor allem vom unprĂ€tentiösen Stil beeindruckt.

Graphic Novels in den Medien – 25. Juni 2013

Dienstag, den 25. Juni 2013

In einem Beitrag auf www.dasding.de wird der Hamburger Zeichner Lukas JĂŒliger, Autor des Bandes “Vakuum” (Reprodukt), vorgestellt. Ansehen kann man sich das oben oder hier.

Frank Schmidt-Wyk erkennt in Manu Larcenets “Blast” (Reprodukt) ein “verstörendes Meisterwerk”, wie er im Wiesbadener Tagblatt schreibt.

AnlĂ€sslich der Lesung im Berliner GrĂŒnen Salon stellte Christian SchlĂŒter den “erstaunlichen Erstling” “ChamĂ€leon” von Gerald Hartwig (Luftschacht) in der Berliner Zeitung vor: “Total verloren in Hollywood”.

Auf Radio Eins des RBB wurde auch ein Interview mit Hartwig ausgestrahlt: “ChamĂ€leon. Eine Graphic Novel von Gerald Hartwig”.

Bleierne Hitze ist ein graphisches Fest – wenn Sie gute Nerven haben.” So urteilt Andreas Platthaus in seinem FAZ-Blog ĂŒber “Bleierne Hitze” von Baru nach einer Vorlage von Jean Vautrin: “Mord und Totschlag auf dem Bauernhof”.

Den parallel erschienen Band “Wieder unterwegs” (Reprodukt) stellte Christian Gasser im Deutschlandfunk vor: “Eine unterhaltsame Reise ins dunkle Herz Frankreichs”: “So verknĂŒpft er seine Reise durch verblasste Utopien mit einem schonungslosen Bild des heutigen Frankreich zu einem hoch spannenden Road-Comic.”

Sowohl demografischer Wandel wie auch immer umfangreichere Entscheidungsmöglichkeiten, die auch GrundsĂ€tzliches wie die Fragen nach Leben oder Tod einschliessen, thematisiert Marijpol in ihrem Buch “Eremit” (avant-verlag), wie Mario Osterland in seinem Beitrag auf tagesspiegel.de herausstellt: “Entscheide Dich!”

“Das Zahnspangentrauma” steht im Mittelpunkt von Raina Telgemeiers “Smile” (Panini Comics). Das Buch empfiehlt ebenfalls auf tagesspiegel.de die elfjĂ€hrige Lotta Milena Bauer.

Als “vorzĂŒglich recherchiert” bezeichnet Christoph Bannat Ulli Lusts Adaption des Buches “Flughunde” von Marcel Beyer (Suhrkamp). Sein Beitrag “Recherche und Szenerie” erschien auf textem.de.

“Trockener Humor auf großer Fahrt”, so lautet die Überschrift von Michael Brakes Buchvorstellung von Jasons “Die Insel der 100.000 Toten” (Reprodukt) in der tageszeitung.

In der Wiener Zeitung stellte Martin Reiterer den Band und seine Autorin vor: “ImaginĂ€r im FĂŒhrerbunker”: “Schließlich hat Ulli Lust aus Beyers fein gefĂŒgtem Roman eine Ă€sthetisch beeindruckende, zeichnerische Inszenierung geschaffen, die sich einerseits an die kunstvolle Struktur der Vorlage anschmiegt und andererseits mit subtilen comicspezifischen Mitteln ein singulĂ€res Geflecht an Beziehungen auf der Text-Bild-Ebene erzeugt.”

Ulli Lusts autobiografischer Band “Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens” (avant-verlag) bei Fantagraphics erschienen und wird vielerorts positiv besprochen, so zum Beispiel in der kanadischen National Post (“It’s an honesty, intimate and universal, that comics capture better than any medium, and Lust’s entry is an almost perfect instance.”), der New York Times sowie im National Public Radio.

Graphic Novels in den Medien – 23. Mai 2013

Donnerstag, den 23. Mai 2013

Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente ĂŒberzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.

Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde. Im ergĂ€nzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die HintergrĂŒnde der Arbeit an dem Buch ein.

“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “BerĂŒhrend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.

Susanne Harmsen hĂ€lt es fĂŒr einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe fĂŒr die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.

“BĂŒcher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. BĂŒcher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.

Weniger eine Huldigung als eine AnnĂ€herung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und ClĂ©ment Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.

Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de ĂŒber den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.

An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kĂŒrzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.

Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlĂ€sslich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel ĂŒber Gröpelingen”.

Graphic Novels in den Medien – 13. Mai 2013

Montag, den 13. Mai 2013

Über die Probleme, die der Comicautor Magdy El-Shafee (“Metro”, Edition Moderne) in Ägypten mit der Staatsmacht hatte und weiterhin hat, schreibt Anna Gabai in der Welt: “Er hasste Mubarak, jetzt jagen ihn Mursis Schergen”.

Ebenfalls in der Welt schreibt Waldemar Kesler ĂŒber den vom in Berlin lebenden Franzosen Wandrille Leroy betriebenen Verlag Warum und dessen Veröffentlichungen: “Bilder fĂŒr die neue Stadt”.

JĂŒrgen Schickinger schreibt in der Badischen Zeitung ĂŒber “Jimmy Corrigan – Der klĂŒgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt), fĂŒr den Redakteur ein “Jahrhundertwerk”: “Chris Wares “Jimmy Corrigan”: Alt schon als Kind”.

Christoph Huber stellt in der Wiener Presse die “Essex County”-Trilogie von Jeff Lemire vor (Edition 52), die “große Saga eines Milieus und einer lĂ€ndlichen MentalitĂ€t”: “Einsame Eigenbrötler”.

Ulli Lust ermöglicht in ihrer “Flughunde”-Adaption nach der Vorlage von Marcel Beyer (Suhrkamp) “einen beklemmenden Eindruck von der BanalitĂ€t, aber auch der LĂ€cherlichkeit des Bösen”, wie Katja LĂŒthge in der tageszeitung schreibt: “Die Fratzen der Goebbelstöchter”.

AnlĂ€sslich der Solothurner Literaturtage und der Ausstellung im Kulturhaus S11 schreibt Eva Buhrfeind in der Solothurner Zeitung: “Grafic Novels: eine Kunst zwischen Bild und Wort”.

Tabea Grzeszyk stellte im “Radiofeuilleton” des Deutschlandfunks “Das große Durcheinander – Alzheimer, meine Mutter und ich” von Sarah Leavitt (Beltz) vor und meint: “Ihre kindlich wirkenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind erschĂŒtternd realistisch und voll emotionaler Wucht.”: “Ein Mensch zerfĂ€llt, sein Kind schaut zu”.

“Eine grandiose ErzĂ€hlung, die alle Rahmen sprengt” ist Mana Neyestanis „Ein iranischer Albtraum“, das schreibt Thomas Hummitzsch auf tagesspiegel.de: “Dreistes Ungeziefer”. Selbiger Autor stellt einer frĂŒheren lobenden Besprechung von Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit) harte Kritik entgegen: “Was avantgardistisch sein will, ist am Ende nur StĂŒckwerk, das nicht zusammengeht.”: “PrĂŒgeln und vögeln”.

Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Erik Wenk “Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason vor, zu dem er feststellt: “Allein die grafische Eleganz der anthropomorphen Tierfiguren ist ein Genuss”.

Neue Graphic Novels bei Suhrkamp und Insel

Montag, den 6. Mai 2013

“Kiesgrubennacht” von Volker Reiche

Sommer 1948: Eine Flüchtlingsfamilie versucht ihren Platz im Nachkriegsleben zu finden. Der vierjĂ€hrige Volker blickt mit Staunen auf die neue Welt, auf seine vier Geschwister und die Eltern, die nicht schuldlos aus dem Krieg gekommen sind. Der Familienvater hatte sich dem Nationalsozialismus als »Dichter des Führers« angedient, die Mutter war Gauleiterin im »Bund deutscher MĂ€dchen«. Doch für Volker ist all das unverstĂ€ndlich, es wird Teil des großen Abenteuers Kindheit. Und des großen Abenteuers Kunst, denn 65 Jahre spĂ€ter ist aus dem Knaben der berühmte Comiczeichner Volker Reiche geworden.

Kiesgrubennacht, ISBN 978-3-518-46476-2, 240 Seiten, farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 21,99, erscheint im November 2013 bei Suhrkamp

“Der Mann ohne Eigenschaften” von Nicolas Mahler nach Robert Musil

Es gibt Bücher, die man einfach gelesen haben muss. Man weiß es und schreckt doch vor ihnen zurück. Zu gewaltig, zu anspruchsvoll, zu ehrfurchtgebietend muten sie einen an. Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften ist solch ein Romankoloss: Man gruÌˆĂŸt ihn artig, um sich dann blitzschnell aus dem Staub zu machen. Wer sich aber an dieses Gebirge von Buch herantraut, wird bald überrascht feststellen, wie leicht und amüsant es zu lesen ist, und sich wundern, warum er sich dieses Vergnügen so lange hat entgehen lassen.

Der Mann ohne Eigenschaften, ISBN 978-3-518-46483-0, ca. 150 Seiten, zweifarbig, Klappenbroschur, EUR (D) 18,99, erscheint im Dezember 2013 bei Suhrkamp

“Die EnzyklopĂ€die der frĂŒhen Erde” von Isabel Greenberg

Vor sehr, sehr langer Zeit: Als der Nordler und die Südlerin sich auf den eisigen Wassern des Südpols in ihren Kanus begegnen, wissen sie sofort, dass sie Seelenverwandte sind. Sie rudern aufeinander zu – doch das geheimnisvolle Magnetfeld der Frühen Erde trennt sie wie eine unsichtbare Wand. Ihre Liebe ist groß, und weil sie sich nicht berühren können, sitzen sie abendelang am Feuer und er erzĂ€hlt von seinen Abenteuern: Als erster Mensch hatte er die Frühe Erde im Kanu bereist, durch tosende Stürme und wilde Ozeane, auf ewigem Eis unter einem gewaltigen Sternenhimmel. Er erzĂ€hlt von der Sommerinsel und von den wilden MĂ€nnern Britanitarkas, von den todbringenden Sirenen, von einĂ€ugigen Riesen und dem Gott Vogelmann, der aus dem Schlund der Finsternis eine blühende Welt erschaffen hat.

Die EnzyklopĂ€die der frĂŒhen Erde, ISBN 978-3-458-17586-5, 176 Seiten, farbig, gebunden, EUR (D) ca. 28, erscheint im September 2013 bei Insel

“Alice in Sussex” in der FAZ

Mittwoch, den 7. November 2012

Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) der als Autor von “Flaschko, der Mann in der Heizdecke” (Edition Moderne) bereits ĂŒber Erfahrung im Comic-Strip-Segment gesammelt hat, gestaltet ab sofort den tĂ€glichen Strip in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. “Alice in Sussex”, jetzt bereits als Buchveröffentlichung bei Suhrkamp angekĂŒndigt, ist als Melange aus Lewis Carrolls “Alice im Wunderland” und H.C. Artmanns “Frankenstein in Sussex” angelegt. Wie FAZ-Redakteur und Suhrkamp-Herausgeber Andreas Platthaus schreibt, erwartet die Leser “ein literarisches Gipfeltreffen der Phantastik des neunzehnten Jahrhunderts (…), aber mit den Ă€sthetischen Mitteln – und der Dreistigkeit – des zwanzigsten”.

Zum Strip sowie dem einfĂŒhrenden Text von Andreas Platthaus gelangt man hier: “Alice, wie sie keiner kennt”.

Sondermann 2012

Dienstag, den 28. August 2012

Auch in diesem Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse wieder der Sondermann verliehen. DafĂŒr wurden nun die nominierten Titel bekanntgegeben, ĂŒber die das Publikum abstimmen kann – darunter wieder eine Reihe von Graphic Novels: “Alte Meister” von Nicolas Mahler (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), “Steam Noir 1: Das Kupferherz” von Benjamin Schreuder & Felix Mertikat (Cross Cult), “Asterios Polyp” von David Mazzucchelli (Eichborn) sowie “Habibi” von Craig Thompson (Reprodukt).

Abgestimmt werden kann auf den Websiten der Frankfurter Rundschau, Animexx e. V., comicforum.de, splashpages.de und beim ZACK-Magazin.

“Comics blicken auf die Literaturklassiker”

Montag, den 30. Juli 2012

Am vergangenen Samstag strahlte der Deutschlandfunk ein halbstĂŒndiges Feature ĂŒber Literaturadaptionen im Comic aus. Redakteurin Angela Gutzeit lĂ€sst dabei Experten wie den Comic-Journalisten Klaus Schikowski, AutorInnen wie Flix, Birgit Weyhe und Nicolas Mahler sowie Verlagsmitarbeiterin  Jutta Harms von Reprodukt zu Wort kommen und stellt darĂŒber hinaus aktuelle Veröffentlichungen vor, darunter “Reigen” von Birgit Weyhe (nach Arthur Schnitzler, avant-verlag), “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” von Stephane Heuet (nach Marcel Proust, Knesebeck), “Alte Meister” von Nicolas Mahler (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp) und “Don Quijote” von Flix (nach Miguel de Cervantes, Carlsen).

Der Beitrag “Comics blicken auf Literaturklassiker” kann hier nachgelesen werden. Der Beitrag befindet sich auch in der dradio-Mediathek und kann hier als MP3-Datei nachgehört werden.

Comics in den Medien – 7. Juli 2012

Samstag, den 7. Juli 2012

In den letzten Tagen erschienen wieder eine Reihe von BeitrÀgen in denen Graphic Novels im Mittelpunkt standen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Literaturadaptionen gewidmet.

Auch als AnkĂŒndigung der Ausstrahlung einer aufgezeichneten Podiumsdiskussion aus dem Literaturhaus Oberpfalz am morgigen Sonntag wird im Beitrag “Ächz, strichel, schreib – Literatur und Comic” auf der Website des Radiosenders Bayern 2 ein Bogen geschlagen von Literaturadaptionen in Comicform hin zu anspruchsvollen Graphic Novels. Gerade die vielfĂ€ltigen Möglichkeiten, die die Comic-Form auch bei der Umsetzung von schriftliterarischen Vorlagen bietet, werden dort herausgebhoben. Neben den Umsetzung von Kurzgeschichten von Brigitte Kronauer (“Dri Chinisin” von Sascha Hommer, Reprodukt), Thomas Bernhard (“Alte Meister” von Nicolas Mahler) und E.T.A. Hoffmann (“Das FrĂ€ulein von Scuderi” von Drushba Pankow, Edition Gutenberg) werden eigenstĂ€ndige Werke wie “Maus” von Art Spiegelman (Fischer) sowie “Alois Nebel” von Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (Voland & Quist) genannt.

Einer Aussage des obigen Beitrags widerspricht der Artikel, den der Schriftsteller Georg Klein fĂŒr die “Neue ZĂŒrcher Zeitung” geschrieben hat. Heisst es auf Bayern 2: “Die Zeiten, in denen Comics als jugendgefĂ€hrdende Schriften auf den Index gesetzt und als Schundliteratur betrachtet wurden, sind vorbei. Auch die Kritik nimmt die “Graphic Novel” inzwischen durchaus ernst.”, so entgegnet dem Klein: “Der Literatur-Comic scheitert bereits, wenn er versucht, einen derartigen Trivialroman von Rang in gezeichnete Bilder umzusetzen. Was soll man da erst von den «graphic novels» halten, die sich inzwischen ungeniert an die wirklich grossen Werke unserer Weltliteratur machen und versuchen, deren durch die Zeit schimmernde Aura in ein halbes Hundert bunter Seiten hinĂŒberzurauben?” Mit diesem ResumĂ©e beschliesst er seine kritische Besprechung des im Brockhaus-Verlag erschienenen Albums “In 80 Tagen um die Welt”, basierend auf der Vorlage von Jules Verne (“In wilden Bildern um die Welt”). Szenarist und Zeichner der Comic-Umsetzung werden vom Verlag und Im Artikel nicht genannt.

Moritz Honert erwĂ€hnt Kleins Besprechung in seiner Vorstellung der Literaturcomic-Reihe des Brockhaus Verlags auf tagesspiegel.de. Unter anderem schreibt er: “Wer BildererzĂ€hlungen als solche schon immer fĂŒr Kinderkram gehalten hat, wird sich von dieser, aktuellen Entwicklungen weit hinterherhinkenden Reihe zwangslĂ€ufig bestĂ€tigt fĂŒhlen mĂŒssen.” Sein Urteil ĂŒber die fĂŒnf derzeit erhĂ€ltlichen Alben fĂ€llt aber ebenfalls wenig positiv aus: “Ungleiches Duell”.

Mit Charles Burns, dem Autor von “Black Hole” und zuletzt “Die Kolonie” (Reprodukt) sprach Alexander Daha fĂŒr das Musikmagazin “intro”. Das kurze Interview mit “einem der maßgeblichsten Comiczeichner der Gegenwart” lĂ€sst sich hier nachlesen: “Den Schwebezustand rĂŒberbringen”.

“Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? – Literatur und Comics?!”

Dienstag, den 22. Mai 2012

Das Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach Rosenberg zeigt unter dem Titel “Ächz, Seufz, Zack, Bumm ?!? – Literatur und Comics ?!” ab diesem Donnerstag eine Ausstellung, in der Graphic Novels im Mittelpunkt stehen werden.

Comics und Literatur nĂ€hern sich in jĂŒngster Zeit auf verschiedenen Ebenen an. Comic-Zeichner und Illustratoren adaptieren literarische Texte – seien es Klassiker oder Gegenwartsautoren. Comics erzĂ€hlen Biographien und romanhafte Geschichten. In den Literaturfeuilletons der großen Tageszeitungen werden diese Graphic Novels inzwischen regelmĂ€ĂŸig besprochen – und nicht selten gelobt. „Die neuen Comics nehmen es lĂ€ssig mit der hohen Literatur auf – nicht illustrierend, sondern in Akten wilder Dekonstruktion“, schreibt z.B. Fritz Göttler am 13.12.2011 in der SĂŒddeutschen Zeitung.

Um diesem PhĂ€nomen Rechnung zu tragen, zeigt das Literaturhaus Oberpfalz eine aktuelle Auswahl an Zeichnungen und BĂŒchern, in denen literarische Texte und Comics eine Verbindung eingehen.

Ausgestellt werden unter Anderem Seiten aus Nicolas Mahlers “Alte Meister” (nach Thomas Bernhard, Suhrkamp), Sascha Hommers “Dri Chinisin” (nach Brigitte Kronauer), FlixÂŽ “Faust” (nach J.W.v. Goethe, Carlsen) sowie Jaroslav RudiĆĄ und JaromĂ­r 99 “Alois Nebel” (Voland & Quist). Letztere werden zur Eröffnung der Ausstellung vor Ort sein und “Alois Nebel” prĂ€sentieren.

Die Ausstellung ist im Anschluss bis zm 30. September zu sehen.

Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V., Literaturhaus Oberpfalz,  Rosenberger Straße 9, D-92237 Sulzbach-Rosenberg
Tel.: +49 (0)9661 815 959-0
email: info@literaturarchiv.de, www.literaturarchiv.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 9-17 Uhr, So und Feiertags 14- 17 Uhr

Neue Graphic Novel bei Suhrkamp

Montag, den 21. Mai 2012

Bereits jetzt finden sich auf der Website des Suhrkamp-Verlags Informationen zu einem zukĂŒnftigen Comic-Titel: “Alice in Sussex” von Nicolas Mahler, das auf Vorlagen von Lewis Caroll und H.C. Artmann basiert und fĂŒr den Februar 2013 angekĂŒndigt ist.

Alice findet sich im Traumland wieder. Dort trifft sie auf das weiße Kaninchen, das Alice in seinen unterirdischen Bau fĂŒhrt, um dort nach einer illustrierten Ausgabe von H.C. Artmanns Frankenstein in Sussex zu suchen. Im Laufe der Handlung trifft Alice wiederholt auf das Kaninchen, das auch aus anderen literarischen Werken zitiert, sei es von Herman Melville oder E.M. Cioran.

Anders als bei Carroll befindet sich diese Alice nicht im Wunderland, sondern in einem tiefen Haus unter der Erde. Dort begegnet sie in verschiedenen Stockwerken den bekannten Schöpfungen Lewis Carrolls: der pfeiferauchenden Raupe, der grinsenden Katze, der Suppenschildkröte und anderen mehr. Wiederholt werden von diesen Kreaturen die Schrecknisse der Kindheit und Jugend angesprochen. Als Alice, im Erdgeschoss des Hauses angekommen, Frankensteins Monster begegnet, erwacht sie aus ihrem schrecklichen Traum.

Alice in Sussex, ISBN 978-3-518-46386-4, 150 Seiten, Klappenbroschur, ca. 18,99 EUR, erscheint im Februar 2013 bei Suhrkamp

Weltliteratur fĂŒrs Auge

Sonntag, den 20. Mai 2012

“Die Welt” hat sich am 19. Mai gleich in mehreren BeitrĂ€gen mit der gegenwĂ€rtigen Vielzahl an Literaturadaptionen im Comic beschĂ€ftigt.

Im umfangreichsten Text der Strecke unterzieht der Schriftsteller Thomas von Steinaecker die Literaturadaption im Allgemeinen und speziell die Umsetzung von Literatur im Comic einer nĂ€heren Betrachtung. Dabei lĂ€sst ihn das Gros der zuletzt veröffentlichten Comicadaptionen unbefriedigt zurĂŒck, Titel wie “In der Strafkolonie” nach Franz Kafka (Sylvain Ricard, Mael, dt. bei Knesebeck) und die Proust-Adaption “Combray” (StĂ©phane Heuet, dt. bei Knesebeck) wertet er in ihrer vermeintlich werkgetreuen Umsetzung in weiten Teilen als derart “fantasielos”, dass die Wörter der Vorlage “jeglichen Zauber” verlören.

Auch der freieren Interpretation einer Vorlage wie Posy Simmonds’ nach Gustave Flaubert entstandenes “Gemma Bovery” (dt. bei Reprodukt) mag Thomas von Steinaecker kein gĂ€nzlich gutes Zeugnis ausstellen: Trotz eines “amĂŒsanten intertextuellen Spiels” bliebe Posy Simmonds im Vergleich mit Flaubert “in jeder Hinsicht harmlos und oberflĂ€chlich”.

Einzig das KĂŒnstlerduo Alexandra Kardinar und Volker Schlecht weiß den Autor mit seiner Adaption von E.T.A. Hoffmanns “Das FrĂ€ulein von Scuderi” (Edition BĂŒchergilde) zu ĂŒberzeugen. Hier sei die Adaption “Bebilderung, Kommentar und WeiterfĂŒhrung in einem” – und durch die “QualitĂ€t der Panels und die formale Innovation” könne diese Version von “Das FrĂ€ulein von Scuderi” “gleichberechtigt neben der Vorlage bestehen und immer wieder neue Perspektiven auf Hoffmanns Text und seine Zeit” eröffnen”. Im Großen und Ganzen gelangt Thomas von Steinaecker zu dem Schluss, dass die Comicadaption zu oft die “Verkaufs- und Leseerwartungen an eine leichte LektĂŒre erfĂŒlle” und so Gefahr liefe, zu dem zu werden, wovor es schon Ray Bradbury in “Fahrenheit 451″ gegraut habe: “ein Abhaken der Höhepunkte eines Buches als Effektfeuerwerk”. Interessante Adaptionen wie “Das FrĂ€ulein von Scuderi” kommen, so das Fazit des Artikels “Das Beste in Bildern”, nur zustande, wenn sich der Comic auch in diesem Fall seiner “formalen und inhaltlichen Freiheit” bewusst werde.

Der kĂŒrzere Beitrag “Riesen zu WindmĂŒhlen” verweist auf die ersten fĂŒnf BĂ€nde einer neuen Reihe von Literaturcomics, die der Brockhaus-Verlag unlĂ€ngst in die Buchhandlungen gebracht hat. Den in Frankreich entstandenen Titeln wie “Don Quijote” nach Miguel de Cervantes (David Pellet, Philippe Chanoinat, Djian) bescheinigt der nicht genannte Verfasser des Textes “brav und ordentlich gemacht” zu sein, wohingegen das englischsprachige Großprojekt “The Graphic Canon” (Russ Kick, Hg., Seven Stories Press) wesentlich “ambitionierter und ausgeflippter” sei. Zeichner wie Robert Crumb oder der bereits verstorbene Will Eisner tragen hier zu einem Kanon der gesamten Weltliteratur vom Gilgamesch-Epos bis zu David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” bei. Ob dies gelungen ist, wird der erste Band zeigen, der am 22. Mai erscheinen soll.

Auch der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag hat 2011 mit Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” eine erste Graphic Novel auf den Markt gebracht – und angekĂŒndigt, diesem Erstling weitere Comics folgen zu lassen, die allesamt auf literarischen Vorlagen von Suhrkamp-Autorinnen und -Autoren basieren. Matthias Heine hat nun im Interview mit Winfried Hörning, der die Taschenbuchsparte bei Suhrkamp verantwortet, kĂŒnftige Titel in Erfahrung gebracht. Neben der bereits bekannten Bearbeitung von Marcel Beyers “Flughunde” durch Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), arbeitet Nicolas Mahler an “Alice in Sussex” – “einer bearbeiteten Version beziehungsweise Kompilation aus ‘Alice im Wunderland’ und ‘Frankenstein in Sussex’ von H.C. Artmann.” Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als MĂ€nner”, Carlsen) hingegen zeichnet “eine moderne Fassung von ‘Huckleberry Finn’ – angesiedelt in Ostdeutschland”. In dem GesprĂ€ch “Brecht muss noch warten” gibt Winfried Hörning aber noch weitere konkrete PlĂ€ne und Namen preis. So offenbart er, dass Volker Reiche (“Strizz”, C.H. Beck, JNK) eine Graphic Novel ohne Bezug zum Suhrkamp-Universum beitragen wird – und dass der Verlag sich durchaus offen zeigt, auch im europĂ€ischen Ausland nach passenden Stoffen Ausschau zu halten.

“Bernhards Komik im Comic herausgearbeitet”

Mittwoch, den 7. MĂ€rz 2012

In der gestrigen Ausgabe der Sendung “BĂŒchermarkt” im Deutschlandradio stellte Michael Köhler die Comic-Umsetzung von Thomas Bernhards “Alte Meister” von Nicolas Mahler (Suhrkamp) vor. Zu Wort kommt in de Beitrag auch Andreas Platthaus, der Herausgeber des Bandes.

Bernhards Komik im Comic herausgearbeitet

Der Suhrkamp Verlag bringt erstmals Comics heraus. Der erste Band widmet sich der Kunstkomödie “Alte Meister” von Thomas Bernhard von 1985. Die hohe MusikalitĂ€t und Verachtung des ÜbertreibungskĂŒnstlers Bernhard wird vom Wiener Zeichner Nicolas Mahler auf eigene Weise ins Bild gesetzt und kommentiert. mehr

“Die Helden der Sprechblase”

Sonntag, den 5. Februar 2012

FĂŒr die heutige Ausgabe der in Wien erscheinenden Zeitung “Die Presse” wirft Elisabeth Gerstendorfer einen Blick ĂŒber die Schulter dreier ComiczeichnerInnen, darunter Nicolas Mahler (“Alte Meister”, nach Thomas Bernhard, Suhrkamp; “Lone Racer”, Reprodukt).

Die Helden der Sprechblase

Kunst und Literatur verschmelzen: Die Kunst des ErzĂ€hlens mĂŒssen Comiczeichner genauso beherrschen wie die Sprache der Bilder. Blick in die Arbeit österreichischer KĂŒnstler, von der Graphic Novel bis zum Manga.

Wenn der Comiczeichner Nicolas Mahler zu Feder und Tusche greift, braucht es nicht viel, um bei seinen Lesern Spannung aufzubauen. Eine lange Nase, eine Brille, vielleicht ein paar Haare, und seine typischen, stark reduzierten Figuren erzĂ€hlen mit wenigen pointierten Worten seitenfĂŒllend Abenteuer, Dramen oder Biografien. mehr

“Auge in Auge mit Tintoretto”

Sonntag, den 8. Januar 2012

In der “tageszeitung” vom 7. Januar 2012 lobt Sven Jachmann Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” (Suhrkamp), die er in ihre Reduktion “perfekt in die Zeichenwelt des Comics” transferiert sieht.

Auge in Auge mit Tintoretto

Auch der Suhrkamp Verlag leistet sich nun ein Graphic-Novel-Segment. Zu Beginn hat Nicolas Mahler in einer Auftragsarbeit Thomas Bernhards “Alte Meister” exzellent als Bildergeschichte adaptiert.

Es ist nur auf den ersten Blick ein Kontrast, wenn Nicolas Mahler – seines Zeichens Wiener Comiczeichner und Cartoonist, Meister der bildpoetischen Reduktion – Thomas Bernhards wortgewaltigen, als “Komödie” apostrophierten Roman “Alte Meister” als Comic adaptiert. mehr