Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Der Tagesspiegel’

“Provokateur mit Helfersyndrom”

Freitag, den 10. Februar 2012

Noch vor der offiziellen Premiere des Films auf der Berlinale am heutigen Freitag, veröffentlicht der Berliner “Tagesspiegel” eine erste kritische Rezension von Rosa von Praunheims Dokumentation “König des Comics” ĂĽber den in Köln lebenden Comicautoren Ralf König (Der Filmtrailer ist oben zu sehen). Frank Noack schreibt:

Provokateur mit Helfersyndrom

„König des Comics“: Auf der Berlinale hat Rosa von Praunheims Film über Ralf König Premiere. Dass der ein Comiczeichner mit Tiefgang ist, lässt sich dabei höchstens erahnen.

Ralf König ist nicht nur ein begnadeter Comiczeichner, er ist auch mit einer markanten, modulationsfähigen Stimme gesegnet. Deshalb hält er Lesungen ab, auf denen ein gutbürgerliches Publikum johlt und quiekt, wenn er einen sexuellen Kraftausdruck in den Raum wirft. mehr

“Tel Aviv Berlin” – Leseprobe und weitere Besprechung online

Freitag, den 30. Juli 2010

Verschiedende Autorinnen und Autoren von Graphic Novels haben sich für den Band “Tel Aviv Berlin” zusammengetan, der im Berliner avant-verlag erschienen ist. In kurzen Episoden erzählen die deutschen und israelischen Comic-KünstlerInnen, darunter Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) und Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, mit Katrin de Vries, Reprodukt) von ihren gegenseitigen Besuchen in den Metropolen Tel Aviv und Berlin. In überformatigen Comics und Tableaus haben sie ihre Erfahrungen festgehalten.

Das entstehen des Bandes wurde vom Verein “Märchenland e.V.” unterstĂĽtzt. Das Buch wurde aufwendig durchgängig in Sonderfarben gedruckt und ist ausschliesslich ĂĽber die Website des avant-verlags erhältlich. Ab sofort ist eine Leseprobe als PDF hier verfĂĽgbar.

Ob man sich auf die Suche nach Details begibt wie in Henning Wagenbreths oder Mira Friedmanns ĂĽberbordenden Stadtpanoramen, ob man sich mit Rutu Modan und Anke Feuchtenberger auf autobiografische Annäherung im Falle der Heimatstadt und auf investigative im Falle der besuchten Stadt begibt, ob man mit Jan Feindt und Itzik Rennert dei Möglichkeiten einer israelisch-deutschen Liebe austestet oder mit Yirmi Pinkus und Batia Kolton die Stimmen und Stimmungen der Bewohner Berlins und Tel Avivs kennenlernt – immer bleibt ĂĽber die bildergeschichtliche Anschaulichkeit hinaus ein Rest an Geheimnis.

“Alles hat zwei Seiten. Ganz besonders Israel und Deutschland, und noch mehr gilt das fĂĽr die beiden kĂĽnstlerischen Zentren dieser Staaten: fĂĽr Tel Aviv und Berlin. Einseitige Betrachtungen werden den vielseitigen Metropolen nicht gerecht, und das Schöne am Erzählen in Bildern ist, dass man solche Metaphern wörtlich nehmen kann. Deshalb haben die Autorinnen und Autoren des Reisebuchs “Tel Aviv Berlin” im Kampf gegen die Einseitigkeit jeder Stadt jeweils zwei Seiten gewidmet. Alle Beteiligten haben jedoch zugleich auch die zwei Seiten ihrer eigenen Erfahrung in Bilder gefasst: die Heimat und die Fremde. Und so hat jeder KĂĽnstler im Kampf gegen die Einseitigkeit sogar vier Seiten zur VerfĂĽgung. Ist das zu kompliziert? Dann sagen wir einfach, dass eben auch die Vielseitigkeit mindestens zwei Seiten hat.

Und je größer die Vielseitigkeit, desto besser. Fünf Israelis und drei Deutsche über zwei Städte, das gibt bereits ein Oktett mit sechzehn Perspektiven. Aus Tel Aviv stammen dabei Rutu Modan, Yirmi Pinkus, Mira Friedmann, Itzik Rennert und Batia Kolton; Jan Feindt, Anke Feuchtenberger und Henning Wagenbreth dagegen kommen aus Berlin. Sie haben sich gegenseitig in ihren Städten besucht und dann das in Bildern und Worten festgehalten, was sie voneinander gelernt haben. Und das ist einiges, denn der fremde Blick lenkt den eigenen über das längst Bekanne hinaus, und der vertraute Blick hilft dem ersten übers bloße Staunen hinweg.” (Aus dem Vorwort von Andreas Platthaus)

Am 5. Juni berichtete Siegrid Brinkmann fĂĽr die Sendung “Schabat Schalom” im Radio NDR Info ĂĽber das Buch:

Seit ein paar Jahren zieht es israelische Touristen kontinuierlich nach Berlin, und die Zahl der jungen Israelis, die sich dauerhaft in der deutschen Hauptstadt – fĂĽr sie die coolste Stadt Europas – einrichten, steigt ständig. StadtfĂĽhrer fĂĽr Berlin und Tel Aviv gibt es reichlich, doch ein gezeichnetes Reisebuch, das beide Städte in den Blick nimmt, ist ein Novum. FĂĽnf israelische und drei deutsche Comic-Zeichner haben das Gegenteil eines klassischen ReisefĂĽhrers geschaffen: Es gibt keine Ăśbersicht, keine Pläne, aber sehr persönliche EindrĂĽcke, die sich in kleinen Bildgeschichten verfestigen. mehr

Tel Aviv Berlin, ISBN 978-3-939080-45-9, 36 Seiten, Hardcover im Ăśberformat, Sonderfarben, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Tel Aviv Berlin” erschienen, erste Besprechungen

Mittwoch, den 16. Juni 2010

Der Berliner avant-verlag hat mit “Tel Aviv Berlin” eine weitere Anthologie mit Comics deutscher und israelischer Comic-KĂĽnstlerInnen veröffentlicht. Nach “Cargo” steht abermals der Kulturaustausch im Vordergrund: Die Zeichnerinnen und Zeichner besuchten sich gegenseitig in Tel Aviv oder Berlin und halten in Comics und Tableaus ihre Erfahrungen fest. Beteiligt sind unter anderem Rutu Modan (“Blutspuren”, Edition Moderne) oder Anke Feuchtenberger (“Die Hure H wirft den Handschuh”, mit Katrin de Vries, Reprodukt).

“Alles hat zwei Seiten. Ganz besonders Israel und Deutschland, und noch mehr gilt das fĂĽr die beiden kĂĽnstlerischen Zentren dieser Staaten: fĂĽr Tel Aviv und Berlin. Einseitige Betrachtungen werden den vielseitigen Metropolen nicht gerecht, und das Schöne am Erzählen in Bildern ist, dass man solche Metaphern wörtlich nehmen kann. Deshalb haben die Autorinnen und Autoren des Reisebuchs “Tel Aviv Berlin” im Kampf gegen die Einseitigkeit jeder Stadt jeweils zwei Seiten gewidmet. Alle Beteiligten haben jedoch zugleich auch die zwei Seiten ihrer eigenen Erfahrung in Bilder gefasst: die Heimat und die Fremde. Und so hat jeder KĂĽnstler im Kampf gegen die Einseitigkeit sogar vier Seiten zur VerfĂĽgung. Ist das zu kompliziert? Dann sagen wir einfach, dass eben auch die Vielseitigkeit mindestens zwei Seiten hat. ” (Aus dem Vorwort von Andreas Platthaus)

Tel Aviv Berlin, ISBN 978-3-939080-45-9, 36 Seiten, Hardcover im Ăśberformat, Sonderfarben, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

FĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” hat Lars von Törne das Buch vorgestellt:

Von der Geschichte gezeichnet

Klingt kompliziert, sieht gut aus: Israelische und deutsche Comic-KĂĽnstler haben ihre eigene und die Heimatstadt der anderen besucht und gezeichnet.

Als Yirmi Pinkus Mitte der 90er Jahre zum ersten Mal nach Berlin fliegen wollte, konnten das in Tel Aviv viele seiner Freunde und Bekannten nicht verstehen. „Was willst du denn bei den Nazis?“, fragten sie den Künstler. Heute fragt das keiner mehr. Wenn Pinkus sich jetzt in Israel mal wieder auf die Reise nach Berlin begibt, inzwischen seine zweite Heimat, dann schwärmen auch seine Bekannten in Tel Aviv von den angesagten Clubs, der Musik und davon, dass Berlin doch die coolste Stadt Europas sei, erzählt er. mehr

FĂĽr “Zeit Online” interviewte Lea Hampel zwei der am Buch beteiligten KĂĽnstler.

Tel Aviv und Berlin als Comics

Was kommt dabei heraus, wenn sich Comic-KĂĽnstler aus Tel Aviv und Berlin gegenseitig besuchen? Ein ReisefĂĽhrer in Comic-Optik.

Ein normaler Reiseführer sollte es auf keinen Fall werden. Das Comic-Reisebuch Berlin Tel Aviv soll eine persönliche Begegnung mit den beiden kulturellen Zentren des jeweiligen Landes widerspiegeln. Auf je zwei Seiten haben acht renommierte deutsche und israelische Comickünstler Geschichten aus den Städten erzählt. Herausgekommen ist eine Reiselektüre, die ohne klassische Tel Aviver Bauhausarchitektur und das Brandenburger Tor auskommt und gerade deswegen spannend ist. Die Autoren Anke Feuchtenberger und Yirmi Pinkus erzählen im Interview wie es ist, sich die eigene Stadt in Comic-Form vorzustellen.

ZEIT ONLINE: Frau Feuchtenberger, wonach haben Sie die Orte in Tel Aviv gewählt, die für Ihre Geschichte eine Rolle spielen sollten?

Anke Feuchtenberger: Ich hatte die israelischen Künstler gebeten, mir Orte zu zeigen, die für mich spannend sein könnten. Weil ich sehr an Architektur interessiert bin, hat Itzik Rennert mir einen alten Wasserturm gezeigt. Mit Rutu Modan habe ich einen Strandspaziergang gemacht, von der Stadt Richtung Süden zum Flohmarkt in Jaffa. mehr

“Tödliche Mischung”

Mittwoch, den 31. März 2010

Lars von Törne auf der Comicseite des “Tagesspiegels” vom 31. März ĂĽber “Gift” von Peer Meter und Barbara Yelin.

Tödliche Mischung

Ihre ersten Bücher erschienen nur in Frankreich. Mit dem gemeinsam mit dem Autor Peer Meter verfassten Meisterwerk „Gift“ kommt Barbara Yelin jetzt auch in deutsche Buchläden.

Dunkle Wolken hängen über der Stadt. Der Himmel ist so bleigrau wie die Fassaden und die Gesichter der Menschen, die geduckt durch die Straßen eilen. Die Atmosphäre auf Barbara Yelins neuen Bildern wirkt bedrohlich und latent gewalttätig, auch wenn noch gar nichts Sichtbares passiert ist. Das ist die Kunst der Berliner Zeichnerin: Sie kann mit dem Bleistift intensive, vielschichtige Stimmungen erzeugen wie nur wenige andere Comic-Künstler. mehr

Graphic Novels in den Medien

Donnerstag, den 18. Februar 2010

Der am vergangenen Sonntag in der ARD-Kultursendung “titel, thesen, temperamente” ausgestrahlte Bericht ĂĽber vom Zeichner Alfred umgesetzten Band “Warum ich Pater Pierre getötet habe” (Carlsen), in dem er sich der Autor Olivier Ka autobiografisch mit dem Missbrauch durch einen katholischen Geistlichen auseinandersetzt, lässt sich in der Mediathek der ARD online ansehen.

Dieser Beitrag wird am morgigen Freitag, dem 19. Februar, noch ein zweites Mal ausgestrahlt, dann im “BĂĽcherjournal” im NDR um 23.45 Uhr.

Auch im Radio wurden wieder zwei Graphic Novels vorgestellt: “radio eins” des RBB präsentierte zum einen Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52) und “Das Nest” (Carlsen) von Regis Loisel und Jean-Louis Tripp. Beide Beiträge lassen sich online anhören (hier und hier). Den beiden Kreativköpfen hinter der Reihe “Das Nest” stattete “Tagesspiegel”-Redakteur Lars von Törne kĂĽrzlich einen Besuch in deren Heimat Montreal ab. Der Bericht, zuerst auf der Comicseite des Tagesspiegels erschienen, kann nun online gelesen werden.

Unsere kleine Stadt

Die Comic-Veteranen Régis Loisel und Jean-Louis Tripp haben mit dem Epos „Das Nest“ ein grandioses, nostalgisches Alterswerk geschaffen. Ein Ortsbesuch in Kanada.

Ein eisiger Wind wirbelt den Schnee durch die Straßen. Die wenigen Menschen, die an diesem Wintertag in Montréal zu Fuß unterwegs sind, versinken bis zu den Knien. Man erreicht die Tür eines unscheinbaren Häuschens, schüttelt Schnee und Eis von der Kleidung, steigt in eine mit Bildern und Skulpturen gefüllte Atelierwohnung in der ersten Etage hinauf und wird von zwei graubärtigen Mittfünfzigern in Holzfällerhemden und Lederwesten empfangen. mehr

Comicseite im “Tagesspiegel” erschienen

Mittwoch, den 10. Februar 2010

In der heutigen Ausgabe des “Tagesspiegels” findet sich wieder eine ganze dem Thema Comic gewidmete Seite. Berichtet wird unter anderem ĂĽber die Autoren der Serie “Das Nest” (Carlsen), Jean-Louis Tripp und RĂ©gis Loisel, besprochen wird unter anderem “Tamara Drewe” (Reprodukt).

Neue Rezensionen – Januar 2010 (1)

Dienstag, den 12. Januar 2010

Wie in den vorherigen Beiträgen zu sehen gab es in den vergangenen Wochen trotz Jahreswechsels keinen Mangel an Berichterstattung über Graphic Novels in der Presse. An dieser Stelle ein weiterer Überblick über Presseerwähnungen der letzten Zeit.

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Auf taz.de berichtet Matthias Völker ĂĽber ein “Bilderbuch fĂĽr Fussballfreunde” – Sascha Dreiers ersten Teil der Fussballerbiografie “Der Papierene” (Ăśberreuter) ĂĽber die österreichische Fussballikone Matthias Sindelar.

Auf einslive.de lobt Christian Möller Craig Thompsons wiederveröffentlichten autobiografischen Roman “Blankets” (Carlsen) als “schlichtweg groĂźartige Literatur”. Auf der Website einer anderen Radiostation, nämlich der von “Das Ding”, wird eben jenes Buch ebenfalls als “kleines Kunstwerk” gelobt.

Auf tagesspiegel.de wirft Claudia Keller in “Gott der SĂĽnder” einen Blick auf die aktuellen BĂĽcher von Ralf König (“Archetyp”, Rowohlt) und Robert Crumb (“Genesis”, Carlsen). An gleicher Stelle stellt Lars von Törne unter der Ăśberschrift “Die Prinzenrolle” Neuausgaben und Neuinterpretationen von Antoine de Saint-ExupĂ©rys Klassiker “Der kleine Prinz” vor, darunter natĂĽrlich auch die Comic-Umsetzung von Joann Sfar (erschienen bei Carlsen Comics). “Platz fĂĽr Erinnerungen” lässt Sfars “Der kleine Prinz”-Version auch der Badischen Zeitung, die das Buch “atemberaubend gut” findet.  Wieder auf tagesspiegel.de stellt Stefan Pannor eine “Hetzjagd um die halbe Welt” vor: Osamu Tezukas jetzt ebenfalls bei Carlsen Comics veröffentlichten Mehrteiler “Kirihito”, ein “Meisterwerk der Comic-Geschichte”.

Jener Stefan Pannor verfasste fĂĽr die Website der “Deutschen Welle” mit “Klassikerverdichtung” auch eine Besprechung der Kurzcomicsammlung “100 Klassiker der Weltliteratur” (Ehapa), die vom Berliner Moga-Mobo-Team herausgegeben wurde.

“Kirihito” wiederum wurde vom Schweizer Comicjournalisten Christian Gasser fĂĽr die “Neue ZĂĽrcher Zeitung” besprochen, der in seinem Artikel “Auf den Hund gekommen” den “verstörenden Horrorthriller” zwar empfiehlt, aber nicht das ganz groĂźe Lob wie Stefan Pannor aussprechen mag.  Das macht er hingegen bei seiner Auflistung der besten Comics 2009 aus dem deutschsprachigen Raum, die er fĂĽr die Website des umtriebigen englischen Comicjournalisten Paul Gravett verfasst hat: Dort empfiehlt er unter anderem Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag), die Comic-Umsetzung von Erich Kästners “PĂĽnktchen und Anton” (Cecilie Dressler) von Isabel Kreitz und Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen).

Auf einer weiteren Liste taucht Marjane Satrapis “Persepolis” (Edition Moderne) auf: FĂĽr “Die Welt” stellte Matthias Wulff “Unsere liebsten Romane des Jahrzehnts” zusammen. Da durften die beiden autobiografischen Bände nicht fehlen.

Morgen, 16.12.2009: Neue Comicseite im “Tagesspiegel”

Dienstag, den 15. Dezember 2009

Neben der umfangreichen themenbezogenen Onlineseite leistet der in Berlin erscheinende “Tagesspiegel” mit einer regelmäßig erscheinenden Print-Seite, die sich ausschliesslich Comics widmet, Pionierarbeit im deutschen Zeitungsfeuilleton. Am morgigen Mittwoch erscheint die Seite zum zweiten Mal und auch diesmal stehen Graphic Novels im Mittelpunkt der Berichterstattung.

tagesspiegelcomicseite12_09Auf der Seite – oben ein Gestaltungsentwurf aus der Layoutwerkstatt des “Tagesspiegels” – werden unter anderem zu lesen sein: eine Rezension von Pascal RabatĂ©s “Bäche und FlĂĽsse” (Reprodukt) gibt, Texte zu Winshluss’ “Pinocchio” (avant-verlag), Pierre Pelots und Barus “Elende Helden” (Edition 52), Ryuichiro Utsumis und Jiro Taniguchis “Von der Natur des Menschen” (Carlsen) und Robert Vendittis und Brett Weideles “The Surrogates” (Cross Cult), sowie ein Interview mit Shaun Tan (“Ein neues Land”, Carlsen).

Erste ägyptische Graphic Novel offiziell verboten

Dienstag, den 24. November 2009

metro1Wie Lars von Törne fĂĽr den “Tagesspiegel” berichtet, wurde am Wochenende die erste ägyptische Graphic Novel offiziell verboten. Nachdem der Verkauf von Magdy El-Shafees “Metro” schon kurz nach der Veröffentlichung untersagt worden war, wurden nun auch sowohl der Verleger als auch der KĂĽnstler von einem Kairoer Gericht mit einer Geldstrafe belegt. Das Verbot und die nun verhängte Strafe lösten bei Menschenrechtsorganisationen Protest aus.

Auf der Website des “Tagesspiegels” findet sich neben einem ausfĂĽhrlichen Bericht auch ein Verweis auf eine englischsprachige Leseprobe.

“Die Witwe trägt schwarz”

Sonntag, den 8. November 2009

Baby´s in black – The story of Astrid Kirchherr & Stuart SutcliffeEinen Comic zu schreiben, zu skizzieren und auszuarbeiten mit all seinen Zwischenschritten, das dauert. Bereits vor einem Jahr wurde Arne Bellstorf von der “Zeit” daheim besucht (“Stuart liebt Astrid”) und der Zeichner und seine Arbeit an seinem neuen Buch “Baby´s in Black” (Reprodukt) vorgestellt. Ein Jahr später ist die Arbeit an dieser Geschichte um die Fotografin Astrid Kirchherr und den Ex-Beatle Stuart Sutcliffe noch nicht beendet – und Lars von Törne berichtet fĂĽr den “Tagesspiegel” noch einmal ĂĽber das work-in-progress, das im nächsten Herbst erscheint.

Die Witwe trägt schwarz

Tagesspiegel-Zeichner Arne Bellstorf arbeitet die FrĂĽhgeschichte der Beatles auf. Jetzt gibt es einen ersten Einblick in sein Buchprojekt “Baby’s in Black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”.

Ohne Astrid Kirchherr wäre die Geschichte der Beatles anders verlaufen. Zumindest hätten die Jungs wohl anders ausgesehen. Denn die Hamburger Fotografin und Künstlerin, die im Herbst 1960 die Beatles bei ihren Auftritten in der Hansestadt kennen lernte und die ersten professionellen Fotos von ihnen machte, verpasste der Band auch den später zum Markenzeichen avancierten Pilzkopf-Haarschnitt. Bei ihrem Verlobten Stuart Sutcliffe, bis 1961 Mitglied der Beatles und 1962 im Alter von 21 an einer Hirnblutung gestorben, legte sie 1960 selbst Hand an, um die Haare in Form zu bringen. Später orientierten sich Sutcliffs Kunsthochschul-Freund John Lennon und auch Paul McCartney daran. mehr

“Pickelhauben und bunte Zielscheiben”

Mittwoch, den 4. November 2009

Untitled-2FĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” wirft Dr. Thomas Greven, seines Zeichens Senior Research Fellow am Institut fĂĽr Internationale Politik in Berlin, in unregelmäßigen Abständen einen Blick auf Comics, die sich mit politischen Inhalten auseinandersetzen. Nachdem er sich unter anderem Pieter van Dongens “Rampokan” (avant-verlag) und Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Birma” (Reprodukt) gewidmet hat, stellt er nun zwei Neuerscheinungen zum Thema Erster Weltkrieg vor: Jean-Jacques Verneys und Jacques Tardis “Elender Krieg 1914-1915-1916″ (Edition Moderne) und Jean-Pierre Gibrats “MattĂ©o” (Salleck Publications), deren ParallellektĂĽre er empfiehlt.

Pickelhauben und bunte Zielscheiben

Bis heute diskutieren Historiker ĂĽber die Ursachen des Ersten Weltkriegs. In zwei groĂź angelegten Serien erinnern Jacques Tardi und Jean-Pierre Gibrat jetzt an das Leiden der Soldaten

Kann man den Schrecken eines Krieges in einem Comic einfangen? Genauer: den Schrecken des Krieges, mit dem die Tragödie des 20. Jahrhunderts ihren Ausgang nahm, des ersten industrialisierten Kriegs, des ersten Gaskriegs? Anfangs ein Krieg, der keinen kleinen Teil der nationalistisch aufgepeitschten Massen begeisterte und von dem hochmütige Generäle auf allen Seiten behaupteten, er wäre zu Weihnachten siegreich beendet und man würde, je nachdem, in Paris oder Berlin feiern. Am Ende dann ein Ermüdungskrieg, der aber immerhin angeblich gefochten werden musste, um Kriege für alle Zeiten zu beenden. mehr

“Der Tagesspiegel” mit Comic-Seite in Printausgabe

Dienstag, den 27. Oktober 2009

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Die in Berlin erscheinende Tageszeitung “Der Tagesspiegel” fĂĽhrt nun auch in der Printausgabe als erste ĂĽberregional erscheinende Tageszeitung einen eigenen Comicbereich ein. Nachdem sich die Comic-bezogene Website www.tagesspiegel.de/comics durch vielfältige Berichterstattung seit einer Weile etabliert hat, werden sich nun alle sechs bis acht Wochen Rezensionen, Interviews, Berichte und Meldungen auch auf einer eigenen Zeitungsseite finden lassen. Dort wird auch ein Schwerpunkt auf Graphic Novels liegen. So wird in der morgigen Ausgabe unter anderem eine Besprechung von Ulli Lusts “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) zu finden sein.

“Der Papierene” – Graphic Novel von Sascha Dreier

Dienstag, den 29. September 2009

dreier_papiereneNeben den Comic-Strips, die er regelmäßig zum Thema Musik fĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” zeichnet, ist Sascha Dreier vor allem fĂĽr seine Arbeiten fĂĽr das Fussball-Magazin “11 Freunde” bekannt.

Sein Interesse fĂĽr Fussball und dessen Geschichte offenbart sich nun auch in seiner ersten Graphic Novel, deren erster Band Anfang Oktober beim österreichischen Verlag Ueberreuter erscheinen wird. “Der Papierene” behandelt, wie der Untertitel verrät, “Das Leben des FuĂźballstars Matthias Sindelar”:

Matthias Sindelar war einer der besten österreichischen Fußballer aller Zeiten. Seine hagere Gestalt brachte dem Star des Wunderteams in der Zwischenkriegszeit den Spitznamen »Der Papierene« ein. Der Zeichner und Illustrator Sascha Dreier beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Fußball-Legende. Und er präsentiert jetzt dessen packende Biografie in Form einer Graphic Novel. Gezeichnete Zeitgeschichte: Massenhysterie Fußball und Aufstieg der NS-Ideologie. So wurde die Zwischenkriegszeit noch nie vermittelt! Band 1 bringt die Ereignisse bis zum Ende des Jahres 1933.

Am gestrigen Montag berichtete Wolfgang Weisgram fĂĽr die österreichische Tageszeitung “Der Standard” bereits ĂĽber das Buch:

Das Verschreien und die Zeichen an der Wand

Dietmar Constantini hat ein ansehnliches FuĂźball-Nationalteam zusammengestellt, just in jenen Tagen, als der Berliner Sascha Dreier sich zeichnerisch des Wunderteams erinnert

Was, um Himmels willen, ist mit Ă–sterreich passiert? Das Team – des Ă–sterreichers liebstes Schmähobjekt – spielt mit sensationell jungen Kickern etwas, das schon sehr nach FuĂźball ausschaut. Vier Vereine schaffen den Schritt in die Europa League, einer davon mit einer wirklich beeindruckenden Leistung gegen einen Premier-League-Klub (!), um gleich in der ersten Runde den aktuellen TabellenfĂĽhrer (!) der deutschen Bundesliga (!) regelrecht vorzufĂĽhren. Und was macht die Presse? Sie versucht, auf dem Boden zu bleiben. mehr

Der Papierene – Band 1: 1903-1933, ISBN 978-3-8000-7428-0, 200 Seiten, schwarzweiĂź, 19,95 EUR, SFr. 34,80, erscheint im Oktober bei Ueberreuter, Band 2 erscheint im Herbst 2010.

Neue Rezensionen – Juli 2009 (1)

Donnerstag, den 30. Juli 2009

In den vergangenen Tagen gab es wieder eine erfreuliche Menge an Besprechungen von Graphic Novels, bzw. Features ĂĽber Comics, die hier kurz aufgefĂĽhrt werden sollen.

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FĂĽr das Internet-Kulturmagazin “The Title” schreibt Autor Hans Keller in einer reich bebilderten Strecke ĂĽber die kanadische Comicszene und insbesondere den in Toronto lebenden Comicautor Seth (“Wimbledon Green”, Edition 52). Wenn dem einen oder anderen Leser der Text bekannt vorkommt, hat das einen guten Grund: Der Artikel wurde ursprĂĽnglich im Dezember 2000 in “Strapazin” 61, Themenheft “Voisinages Canadiens/Canadian Neighborhood”, abgedruckt.

Im Comicbereich auf tagesspiegel.de empfiehlt Comichändler Frank Wochatz Pierre Wazems und Tom Tiraboscos “Das Ende der Welt” (avant-verlag). An gleicher Stelle bespricht Lars von Törne “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen” von Jean Regnaud und Émile Bravo (Carlsen Verlag).

Und Georg Patzer schreibt auf literaturkritik.de ĂĽber “Das Zeichen des Widders” von Fred Vargas und Edmond Baudoin (Aufbau Verlag).

“Die LĂĽge lebt”

Mittwoch, den 24. Juni 2009

eisner_komplott_cvrDer Berliner Comicshopinhaber Micha WieĂźler (Modern Graphics) empfiehlt auf tagesspiegel.de einen Blick in Will Eisners Spätwerk “Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion” (DVA):

Die LĂĽge lebt

In KĂĽrze werden in seinem Namen wieder die besten Comics Nordamerikas gekĂĽrt. Micha WieĂźler hat sich Will Eisners letztes Buch noch einmal angeschaut

Will Eisner ist einer der groĂźen Pioniere des Comics. Schon 1940 erschien sein “Spirit” regelmäßig als achtseitige Comicbeilage in Sonntagszeitungen und wird noch  heute zu Recht als eine der besten Comicserien aller Zeiten angesehen. Eisner entwickelte darin innovative Erzählstrukturen, nutzte filmische Mittel in der Panelaufteilung und den Perspektiven und bewahrte dabei eine gehörige Portion Humor und Ironie dem Genre gegenĂĽber. mehr

“Staatsstreich in Persepolis”

Mittwoch, den 17. Juni 2009

foto marjane satrapiEine der prominentesten ProtestlerInnen, die sich gegen die angeblich gefälschte Wahl im Iran wenden, ist Comicautorin Marjane Satrapi (“Persepolis”, Edition Moderne”). Wie unter anderem Lars von Törne fĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” berichtet, wendet sich Marjane Satrapi mit von der Wahlleitung unterschlagenen Dokumenten an die Ă–ffentlichkeit, die ein Wählervotum gegen den amtierenden Präsidenten Ahmadinedschad belegen sollen.

Staatsstreich in „Persepolis“

Die iranischstämmige Comicautorin Marjane Satrapi macht Präsident Ahmadinedschad schwere Vorwürfe und bezeichnet das Wahlergebnis als Fälschung.

Die wohl bekannteste Comicautorin der westlichen Welt sowie ein prominenter iranischer Filmemacher haben die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Wiederwahl Mahmud Ahmadinedschads nicht anzuerkennen. Dem Präsidenten des Iran warfen sie einen Staatsstreich vor, wie unter anderem die Website „Euronews“ meldet. mehr

Ein weiterer Bericht inklusive O-Tönen von Marjane Satrapi und ihrem Mitstreiter, dem Filmemacher Mohsen Makhmalbaf, findet sich hier.

“Die Leidenschaft des Jägers”

Dienstag, den 16. Juni 2009

wim3Jens Meinrenken bespricht fĂĽr tagesspiegel.de Seths “Wimbledon Green” (Edition 52):

Die Leidenschaft des Jägers

Melancholie in Herbstfarben: Seths fiktive Biographie des Comic-Sammlers “Wimbledon Green”, ist eine Fundgrube kleiner Kostbarkeiten

“Denn alles Fleisch, es ist wie Gras”, tönt es mit äuĂźerster Bestimmtheit in Brahms’ berĂĽhmten Requiem. Der Schmerz ĂĽber das Vergängliche allen Daseins, der sich in der Musik und den biblischen Worten ausdrĂĽckt, ist einer seltsamen menschlichen Spezies wohlbekannt, nämlich die der Sammler. Mit einer nie enden wollenden Leidenschaft versuchen sie, die kuriosesten Dinge der Vergessenheit und dem Zerfall zu entreiĂźen, und wissen doch um ihr tägliches Scheitern. mehr

“Da war mal was” von Flix mit eigener Website

Mittwoch, den 3. Juni 2009

Seit geraumer Zeit ist Flix im Wechsel mit Mawil, Tim Dinter und Arne Bellstorf mit einem Comic in der Sonntagsausgabe des Berliner “Tagesspiegels” vertreten. In seinen unter dem Titel “Da war mal was” erscheinenden Geschichten lässt er Freunde und Bekannte ĂĽber deren unterschiedlichen Ost-West-Erfahrungen zu Wort kommen und liefert somit passend zum Wendejubiläum ein unterhaltsames Panoptikum verschiedener, ganz privater Perspektiven auf die Zeit vor und nach dem Fall der Mauer.

Im Juli erscheint im Carlsen Verlag eine Sammlung dieser Geschichten in Buchform und schon jetzt gibt es dazu eine eigene Internetseite.

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Auf der Website gibt es einen Trailer und einige der im “Tagesspiegel” erschienenen Episoden zu sehen. AuĂźerdem wird eine “Da war mal was”-Plakatausstellung angeboten, bestehend aus zwanzig DIN A1-Plakaten, auf denen jeweils eine Episode aus der Reihe präsentiert wird. Gedacht ist das Ausstellungsprojekt hauptsächlich fĂĽr öffentliche Einrichtungen, aber auch Privatpersonen können die Plakate bestellen. Weitere Informationen gibt es hier.

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Da war mal was…, ISBN 978-3-551-78968-6, 96 Seiten, farbig, Hardcover, 14,90 EUR, erscheint im Juli 2009 bei Carlsen Comics

“Spaziergänge im Himmel”

Donnerstag, den 28. Mai 2009

taniguchi_himmel_spazierendemannAuf tagesspiegel.de stellt Ivo Joswig die beiden letzten deutschsprachigen Veröffentlichungen Jiro Taniguchis vor: “Der spazierende Mann” (Carlsen) und “Bis in den Himmel” (Schreiber & Leser):

Spaziergänge im Himmel

Dieses Jahr ist ein glĂĽckliches fĂĽr alle Kenner von Jiro Taniguchi – und fĂĽr alle, die Bekannschaft machen wollen mit einem der renommiertesten Manga-Autoren unserer Tage. Zwei deutschsprachige Neuerscheinungen stehen nun neben den bisher auf Deutsch erhältlichen Werken des Japaners: das im Carlsen Verlag herausgegebene „Der spazierende Mann“ und „Bis in den Himmel“, erschienen bei Schreiber&Leser. mehr

“AbgrĂĽnde der Adoleszenz”

Dienstag, den 5. Mai 2009

FuckFĂĽr den Berliner “Tagesspiegel” bespricht Sven Jachmann am 5. Mai Chester Browns autobiografische coming-of-age-Geschichte “Fuck” (Reprodukt):

AbgrĂĽnde der Adoleszenz

Er hat Zeichner von Seth bis Mawil inspiriert. Jetzt kann man einen Klassiker von Chester Brown neu auf Deutsch entdecken.

Die autobiographische Darstellung von Jugend und Adoleszenz im Comic mag dem heutigen Leser selbstverständlich erscheinen. Sie wäre aber sicher nicht in einer solchen Bandbreite vorzufinden, ohne die so genannten „New Comics“, wie man im Comics Journal diese Entwicklung zur Introspektion vor allem im nordamerikanischen Raum Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre zu kategorisieren versuchte. mehr