Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente überzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.
Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde“. Im ergänzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die Hintergründe der Arbeit an dem Buch ein.
“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “Berührend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.
Susanne Harmsen hält es für einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe für die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.
“Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.
Weniger eine Huldigung als eine Annäherung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und Clément Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.
Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de über den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.
An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kürzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.
Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlässlich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel über Gröpelingen”.
Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr Resümée: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”
Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kürzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre über “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja Lüthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.
Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die Läden kommt: “Flüstern und Schreien”.
Wie Boris Kunz für das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes Glück mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloßes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.
Für die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestürzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.
In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kürzlich Simon Schwartz zu Gast, um über seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.
Anfang der Woche fand in Berlin die Veranstaltung “Books at Berlinale” statt, bei der zehn ausgewählte Bücher mit Verfilmungspotenzial Produzenten und Finanziers vorgestellt wurden. Katja Lüthge stellt in der Frankfurter Rundschau heraus, dass in diesem Jahr mit “Roxanne & George” von Carolin Walch (Reprodukt) “Jetzt auch Graphic Novels” vertreten waren.
Bereits am 6. Februar stellte Christian Schlüter in “Die große Ansteckung” ebenfalls in der Frankfurter Rundschau drei aktuelle politische Comics vor, deren Fähigkeit, das “totalitären Erbe des 20. Jahrhunderts” in Bilder zu fassen, er hervorhebt: “Ein Leben in China – Die Zeit meines Vaters“ von Li Kunwu und Philippe Otié (Edition Moderne), “Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag) sowie “Berichten aus Russland” von Igort (Reprodukt).
In der heutigen Ausgabe der tageszeitung stellt Amadeus Ulrich “Vakuum” von Lukas Jüliger vor: “Ockerfarbene Jugend”. Er resümiert: “Lukas Jüliger ist mit Vakuum ein grandios düsterer Comicroman über das Erwachsenwerden gelungen.” Ähnlich fällt das Urteil zum Buch in der heute erschienenen Ausgabe des Stern aus, wo das Buch für “in seiner erzählerischen Wucht so gekonnt wie überraschend” befunden wird.
Am gestrigen Mittwoch erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Beitrag von Christoph Haas über den 2012 verstorbenen Comic-Autors Moebius: “Space Cowboy”. Anlass dazu ist die Veröffentlichung von “Arzak – Der Raumvermesser” (Ehapa Comic Collection), zu dem er bemerkt: “Der Raumvermesser ist das würdige Vermächtnis eines Giganten der Neunten Kunst.” Auch die weiteren bei Cross Cult und Splitter erschienenen Bände lässt Haas nicht unerwähnt.
Wie Reiner Metzger in der tageszeitung schreibt, ist einem Reportage-Comic wie “Kriegszeiten” von David Schraven und Vincent Burmester (Carlsen) eine große Leserschaft zu gönnen, damit auch in Zukunft solche Projekte entstehen können: “Die Bilder, die fehlen”.
Christian Gasser stellt in seiner Besprechung von Anders Nilsens “Große Fragen” (Atrium) in der Neuen Zürcher Zeitung (“Grosse Fragen, kleine Antworten”) fest, dass man dem Buch seine lange Entstehungszeit durchaus anmerkt. “Wer sich dennoch auf Anders Nilsens mehrfach gebrochene und gespiegelte und ins Surreale oder gar Phantastische abdriftende Reflexion philosophischer Grundfragen einlässt, wird reich belohnt. Nicht mit Antworten, aber mit umso mehr Anregungen und vor allem einem ungewöhnlichen Blick auf uns selber.”
In ihrer Buchvorstellung “Bilderrausch” der Schnitzler-Adaption “Die Traumnovelle” von Jakob Hinrichs (Edition Büchergilde) bemerkt Zita Bereuter auf fm4.orf.at, dass man den Comic ohne die Vorlage zu kennen, nicht ganz verstehen würde. Praktischerweise findet sich der Originaltext ebenfalls im Buch.
An gleicher Stelle stellt Christian Endres“Atar Gull oder das Schicksal eines vorbildlichen Sklaven” von Fabien Nury und Brüno (avant-verlag) vor, dem er attestiert, “mit prägnanten Dialogen, hübschen Zeichnungen, abwechslungsreichen Seitenaufteilungen und immens stimmungsvollen Farben” zu zeigen, dass der größte Feind des Menschen immer noch der Mensch selbst ist: “Der Preis der Rache”.
Bereits am 19. Dezember starb der japanische Comic-Autor Keiji Nakazawa, dessen “Barfuß durch Hiroshima” auf deutsch bei Carlsen erschienen ist. Nachrufe finden sich unter anderem von Stefan Pannor auf Spiegel Online (“Zeichnen, um zu überleben”) und von Lars von Törne auf tagesspiegel.de (“Keiji Nakazawa 1939-2012″).
Am vergangenen Samstag besprach Christoph Haas in der tageszeitung“Berichte aus Russland” von Igort (Reprodukt), in dem der italienische Autor unter anderem der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja nachspürt. Haas stellt darin auch die Qualität journalistischer Comics heraus, die sich oft durch eine Intensität auszeichnen, die in der täglichen Bilderflut abhanden kommt.
Besonders der Comic Igorts ist für Haas dafür ein gutes Beispiel, gelinge es ihm doch zum Beispiel auch durch seine bedachte Art der Darstellung, den Opfern Würde zurück zu geben. Zum Artikel gelangt man hier: “Selbst mit den Tätern hatte sie Mitleid”.
Am vergangenen Samstag stellte Christoph Haas in der tageszeitung unter der Überschrift “Hochzeit des Franquismus” zwei Graphic Novels aus Spanien stammender Autoren vor: “Der Winter des Zeichners” von Paco Roca (Reprodukt) sowie “Die Kunst zu fliegen” von Antonio Altarriba und Kim (avant-verlag). Beide Bände hält Christoph Haas für “ästhetisch wie zeitgeschichtlich relevante Graphic Novels”, wobei ersterer nicht nur für diejenigen Interessant sei, die sich für Comicgeschichte interessieren, da der Band die erstickende Atmosphäre der Franko-Diktatur gut schildere und letzterer als ebenso “bedrückend wie künstlerisch überzeugend” bezeichnet wird.
“Roca erzählt atmosphärisch dicht von dieser Suche nach Freiheit in der Diktatur” resümiert die Saarbrücker Zeitung die Kurzbesprechung von “Der Winter des Zeichners”. In “Gezeichnet vom Leben” wird ebenfalls “Antonio Ligabue. Von der Qual eines Künstlerlebens” von Giuseppe Zironi und Hannes Binder (Jacoby & Stuart). Gerade die “immer wieder höchst beeindruckenden” Schabkarton-Bilder von Hannes Binder werden goutiert.
Mit dem “Poeten der deutschen Comic-Szene” unterhielt sich Christian Möller für den Deutschlandfunk. Gemeint ist Ulf K., von dem zuletzt mit “Die Dolomiti-Jahre” ein Sammelband autobiografischer Kurzgeschichten erschienen ist. Der Beitrag kann auch alsp MP3-Datei direkt hier nachgehört werden. Derzeit wird Ulf K. mit einer Ausstellung in Oberhausen bedacht. Zum dazugehörigen Katalog, erschienen bei der Edition 52, gibt es nun auch eine PDF-Leseprobe.
Politik-Redakteur Michael Schmidt schreibt auf tagesspiegel.de über “Kriegszeiten” von David Schraven und Vincent Burmester (Carlsen). Er kommt in “Zeigen, wie es wirklich ist” zu dem Schluss: “Etwas weniger Prätenziösität wäre besser gewesen.”
Passend zur heutigen Release-Party im Hamburger Comic-Laden Strips & Stories hat Amadeus Ulrich den Illustrator und Comic-Autoren Calle Claus in seinem Atelier besucht und darüber in der tageszeitung geschrieben: “Auf der weißen Linie”. Darin erfährt man Einiges das neue Buch “White Line Fever” (Edition 52), dessen Entstehung über sechs Jahre und dass der Autor bereits an einem neuen Buch arbeitete – einem Jugendroman.
Die Buchvorstellung beginnt heute Abend um 19 Uhr. daran tritt der Hamburger Musiker Felix Gebhard auf. Der Eintritt ist frei.
Bereits letzte Woche strahlte das arte-Kulturmagazin “Metropolis” einen Beitrag über Reinhard Kleist und sein aktuelles Buch “Der Boxer” (Carlsen) aus. Der Beitrag kann online angesehen werden (siehe oben), zum Begleittext gelangt man hier: “Hertzko Haft”.
Markus Weckesser schrieb in der gestrigen Ausgabe der tageszeitung über Art Spiegelman, die derzeit im Kölner Museum Ludwig gezeigte Ausstellung “CO-MIX” und den bei Fischer erschienenen Band “MetaMaus”: “Atompilz aus dem Schädel”.
Susanne Billig besprach gestern im “Radiofeuilleton” auf Deutschlandradio Kultur“Freud” von Corinne Maier und Anne Simon (Knesebeck), eine “kurzweilige und gar nicht oberflächliche Liebeserklärung an den berühmten Seelen-Taucher”: “Dem Credo des Meisters verpflichtet”. Direkt zur Audioversion des Beitrags als mp3-Datei gelangt man hier.
In den vergangenen Tagen wurden Comics wieder häufig in den Medien vorgestellt und besprochen. Ein Anlass dabei war natürlich die Frankfurter Buchmesse, die gestern zuende ging. So berichtete boersenblatt.net kurz über die Comic-Szene im diesjährigen Gastland Neuseeland, wobei sie auf eine Broschüre just zu diesem Thema verweisen, die auf der Website des Comic-Autoren Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) zum Download bereit steht: “Unbekannte Bekannte”.
Mit Dylan Horrocks sprach Lars von Törne für den Tagesspiegel. Eine ausführliche Version des Interviews lässt sich online nachlesen. Darin erzählt Horrocks von “Hicksville”, deprimierener Arbeit an Superhelden-Comics, der neuseeländischen Comic-Szene und woran er derzeit arbeitet: “‘Der Rest der Welt ist aufgewacht’”.
“Großes diplomatisches Theater” erkennt Katja Lüthge in der tageszeitung in Christophe Blains und Abel Lanzacs “Quai D’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” (Reprodukt) und fragt sich, ob man “angesichts dieses wunderbaren präzis-maliziösen Blicks auf das diplomatische Theater und seiner Darsteller (…) eher Lachen oder Weinen sollte”, und konstatiert, dass der Band sich in Frankreich “zu Recht (…) als Überraschungserfolg erwiesen und bisher über 300.000-mal verkauft” hat.
“Stefan Zweig hätte diesen – jawohl Comic – gemocht: Er ist ein Kunstwerk.” wird auf ndr.de der Beitrag über “Die letzten Tage von Stefan Zweig” (Jacoby & Stuart) von Laurent Seksik und Guillaume Sorel abgeschlossen: “Herrlich detailliert und großzügig platziert fließen Guillaume Sorels Tusche-Bildstrecken durch diese bedrückende Geschichte.” Zum Beitrag geht es hier.
Der Band “Vertraute Fremde” des japanischen Autors Jiro Taniguchi (Carlsen) ist nicht nur hierzulande mit Comic-Preisen bedacht worden, darüber hinaus gab es vor einigen Jahren eine Spielfilm-Umsetzung, die in den deutschen Kinos lief. Nun wurde eine Hörspielfassung des Manga im ndr ausgestrahlt. Hintergründe erfährt man auf der hauseigenen Website, wo das rund 82minütige Werk auch nachgehört werden kann. Darüber schrieb auch knapp Stefan Fischer in der Süddeutschen Zeitung: “Zug zurück”.
“Die dichte Erzählung, die verspielten Zeichnungen und die warme Farbgebung machen “Portugal” zu einer der besten Comic-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre” schreibt Markus Lippold auf n-tv.de über das Buch von Cyril Pedrosa, das bei Reprodukt erschienen ist: “Geh aus, mein Herz – nach Portugal”.
Auf seinem Comic-Blog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte Andreas Platthaus in den vergangenen Tagen zwei Bände vor: Wie er in seinem Beitrag über den jüngst erschienenen Band “S.” (Reprodukt) herausstellt, sorgt dessen Autor Gipi immer wieder für gehobenes Lesevergnügen – “als schickte da jemand einen Sturmwind ins behäbige europäische Comic-Erzählen”: “Ein Vater namens S.”.“Reineke Fuchs, das Raubtierluder, aus weiblicher Sicht” steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Anthologiereihe “Spring”, worüber Platthaus im zweiten neuen Beitrag schreibt. Für ihn zeigt das “vitale Bilderbuch”, dass “dieser schlaue, freche Fuchs (…) unverändert aktuell” ist.
“Hühner, Porno, Schlägerei” – Sophia Martinecks im avant-verlag erschienenes Debut stellte zdf.kultur in einem Videobeitrag vor, der oben zu sehen ist.
Im Online-Feuilleton titel-magazin.de befasst sich Christian Neubert mit drei Büchern aus dem Programm des Berliner Verlags Jacoby & Stuart: “Editorische Grauzonen und randständige Themen”. Auch wenn er alle Bände für empfehlenswert hält, mag er das Label Graphic Novel doch nur für den Band “Rosa Winkel” von Michel Dufranne und Milorad Vicanovic gelten lassen. Sein Resümée: “Es scheint, als ob der Begriff nicht nur dafür taugt, um hierzulande den Comic als Kunstform zu etablieren, sondern auch dafür, um Werke, die man nur schwer einer Schublade zuordnen kann, mit einem verkaufsfördernden Prädikat zu versehen. Schön, wenn´s funktioniert.”
In der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” findet sich ein ausführliches Interview mit dem in Hamburg lebenden Comic-Autoren Simon Schwartz, dessen neues Buch “Packeis” (avant-verlag)für den Max- und Moritz-Preis nominiert ist. Im Gespräch mit Ilka Kreutzträger geht er auf die Hintergründe von “Packeis” ein, der Geschichte des inoffiziellen Nordpol-Entdeckers Matthew Henson, seine Recherche und was ihn an dem Stoff fasziniert.
Darüber hinaus äußert sich Schwartz zur Etablierung von Comics als Kunstform, deren Bandbreite immer mehr wahrgenommen und goutiert wird, obwohl sie teilweise noch immer “In die Spiderman-Ecke geschoben” werden.
In erfreulicher Breite berichten deutschsprachige über das am Sonntag beendete Comicfestival in Angoulême. Neben Beiträgen in der “Süddeutschen Zeitung” und der “Berliner Zeitung”, die noch nicht online zu finden sind, berichtete unter Anderem Christian Gasser in der “Neuen Zürcher Zeitung”:
Die Krise und die Lust
Über 5300 Comic-Neuheiten, 310 Verlage, aber stagnierende Umsätze. Trotzdem feierten über 200 000 Besucherund Fachleute und zahlreiche prominente Politiker am 39. Internationalen Comic-Festival Angoulême die Bande dessinée und ihre Autoren.
Die Stadtverwaltung von Angoulême zog die Konsequenzen aus den Engpässen der letzten Jahre: Sie sperrte den Stadtkern der malerischen Kleinstadt kurzerhand für den Autoverkehr, um den über 200 000 Besucherinnen und Besuchern des Comic-Festivals ungehinderten Zugang zu den Ausstellungen, Verlagszelten, Podiumsgesprächen und Begegnungen zu ermöglichen. mehr
Auch die Berliner “Tageszeitung” hatte eine eigene Journalistin vor Ort. Stephanie Lob siedelt die Besucherzahlen etwas weiter unten an:
Gegen den Strich zeichnen
Bastien Vivès und Art Spiegelman sind Gegenpole des Comicfestival in Angoulême – einerseits die “neunte Kunst”, auf der anderen Seite die Relevanz über Ästhetik.
Angoulême ist ein kleines gallisches Dorf, und einmal im Jahr fällt den Bewohnern der Himmel auf den Kopf. So auch bis zum Sonntag: Vier Tage lang überschwemmten mehr als 100.000 Besucher die Kleinstadt nördlich von Bordeaux, um die “bande dessinée” zu feiern, kurz “BD”. mehr
Der Berliner Tagesspiegel” ergänzt seinen Festivalbericht um einen Artikel zu den Trägern der Festivalpreise, allen voran Guy Delisle und seine “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (erscheinen im März bei Reprodukt). Lars von Törne schreibt:
Comics ohne Grenzen
Der Autor Guy Delisle wurde in Angoulême mit Europas wichtigstem Comicpreis geehrt. Im März erscheint sein neues Buch auch auf Deutsch, im Tagesspiegel gibt es eine Veranstaltung mit ihm.
Die Orte, an die es Guy Delisle in den vergangenen Jahren aus beruflichen oder familiären Gründen verschlagen hat, kennen die meisten Menschen nur aus den Nachrichten: Birma, Pjöngjang, Shenzhen. mehr
In der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” bespricht Christoph Haas“Im Visier” von Jacques Tardi (Edition Moderne), der die Vorlage von Jean-Patrick Manchette mit “Meisterhand” umsetzt.
Zwei Schüsse in den Kopf
In Jaques Tardis Graphic Novel “Im Visier” geht es um einen desillusionierten Profikiller – nach der Vorlage des Romans von Jean-Patrick Manchette.
Jacques Tardi hat immer schon gern zurückgeschaut. Einerseits unter mehr oder minder ironisch gefärbten nostalgischen Vorzeichen, wie in “Adeles ungewöhnliche Abenteuer” (1976-1998), einer in der Belle Epoque angesiedelten Kolportageserie, oder in seinen bisher fünf Adaptationen der Detektivromane Léo Malets, die im Paris der Vierziger und Fünfziger spielen. mehr
Anlässlich des zwanzigsten Verlagsjubiläums, das der Verlag Reprodukt in diesem Jahr feiert, unterhielt sich Michael Brake mit Gründer Dirk Rehm und Redakteur Michael Groenewald über die Motivation, einen Comicverlag zu gründen und aktuelle Entwicklungen wie die der Graphic Novels. Das Interview ist in der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” nachzulesen.
“Sonst müssen alle Quatsch machen”
Die Macher des wichtigsten deutschen Alternativ-Comicverlags über die Entdeckung des Gezeichneten als intellektuelle Kost
taz: Herr Rehm, Herr Groenewald, in diesem Jahr wurde Reprodukt 20 Jahre alt. Bekannt geworden seid ihr als alternativer Comicverlag – etwa durch umfangreiche Graphic Novels und komplexe Stoffe. Gegründet wurde Reprodukt 1991 als Einmannunternehmen. Was war damals deine Motivation? mehr
Ein “Wechselspiel aus historischer Kontextualisierung und biografischer Verpflichtung”: In der “tageszeitung” stellt Sven Jachmann“B. Traven – Portrait eines berühmten Unbekannten” von Golo (avant-verlag) vor.
Der Mann, der sich verbarg
Annäherung an einen mysteriösen Schriftsteller – Golos “B. Traven. Portrait eines berühmten Unbekannten”
Begibt man sich auf das Terrain eines Meisters der Täuschung, empfiehlt es sich, ihm mit ebenbürtigen Strategien zu begegnen. Und wenn man eines über das vielleicht berühmteste Phantom der modernen Literaturgeschichte B. Traven weiß, dann eben, dass er zu Lebzeiten alles daransetzte, auch nur die geringsten seiner biografischen Anhaltspunkte systematisch zu verschleiern. mehr
In der Samstagsausgabe der “tageszeitung” stellte Waldemar Kesler“Stuck Rubber Baby” von Howard Cruse (Cross Cult) vor.
“Wer leben will, erhebe seine Stimme”
“Stuck Rubber Baby” erzählt von Rassismus und Homophobie während der US-Bürgerrechtsbewegung. 16 Jahre nach seinem Erscheinen ist die Neuauflage des Comics noch immer ein epochales Ereignis
Es kommt selten vor, dass Comicleser auf eine Neuauflage so gespannt warten durften wie auf eine Neuerscheinung. “Stuck Rubber Baby” erschien zum ersten Mal 1995 unter dem albern poetisierenden Titel “Am Rande des Himmels”. Sein Autor Howard Cruse ist für die Vereinigten Staaten, was Ralf König als Comic-Zeichner für Deutschland ist… mehr
Die Hamburger Ausgabe der “tageszeitung” weist noch einmal auf die heutigen Veranstaltungen in Hamburg anlässlich der Veröffentlichung von Martina Lenzins Debut “rpm” (Reprodukt) hin. Zuerst signiert sie ab 18 Uhr in der Hamburger Comicbuchhandlung Strips & Stories – im Anschluß findet die Releaseparty in der benachbarten Galerie Linda statt.
Do it yourself
Programmatisch beginnt Martina Lenzins Graphic Novel “rpm” (Reprodukt, 142 S., 15 Euro): “Musik: Unmittelbare visionäre Kraft. Das Primärerlebnis: Die Band, live! Die Herausforderung: Diese Musik hier und jetzt aufzeichnen.” Genau das, womit sich die studierte Illustratorin, vertreten durch ihren Protagonisten Tin, dessen Band “The Does” und deren Label “Counterproduct”, hier auseinandersetzt – Geschichte des Post-Punk, DIY-Kultur, Arbeiten im Kollektiv (…) mehr
In der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” legt Sarah Wildeisen die Nähe von Graphic Novels zu Romanen dar und zeigt auf, wie sie Literatur und den Kinder- und Jugendbuchbereich bereichern.
Zu viel Bild schadet der Bildung
Lange galten Comics als die Schmuddelkinder der Jugendliteratur: Leichte Kost und jugendgefährdend, lautete das Verdikt. Nun sind grafische Erzählformen im kinderliterarischen Establishment angekommen – sie gewinnen Preise bei der Frankfurter Buchmesse
Schon die Auswahlliste zeigte eine deutliche Präferenz der Jury für Bildgeschichten. Dass jedoch sowohl im Kinder- als auch im Jugendbuch der Preis an Comics ging, überraschte auch Kenner der Szene. Émile Bravo und Jean Regnaud gewannen mit “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen”. Als bestes Jugendbuch zeichnete die Frankfurter Buchmesse Nadia Buddes “Such dir was aus, aber beeil dich” aus. mehr
In der heutigen Ausgabe der “tageszeitung” stellt Jan-Frederik Bandel die von Ben Schwartz editierte, amerikanische Aufsatzsammlung “The Best American Comics Criticism” (Fantagraphics) vor, die auf beachtenswerte Weise demonstriert, auf welch unterschiedliche Art man sich dem Thema Graphic Novels nähern kann.
Das Potenzial entfalten
Um die aktuelle Aufregung um das Genre der “Graphic Novel” besser einzuordnen, hilft auch ein Blick in überseeische Anthologien
“Comics, Manga & Co.” – unter diesem Titel tourt seit kurzem eine Ausstellung durch die Goethe-Institute. “Die neue deutsche Comic-Kultur”, wie der Untertitel verspricht, soll sich also als Exportschlager erweisen. Wieder einmal, denn der große Durchbruch des Mediums wurde hierzulande bereits mehrfach zelebriert.
In den Achtzigerjahren waren es drei Import-Comics, die den Weg für einen kurzfristigen Boom bereiteten: Art Spiegelmans Holocaust-Erzählung “Maus”, Frank Millers Batman-Variation “Rückkehr des dunklen Ritters” und Alan Moores düstere Science-Fiction-Story “V wie Vendetta”. Die deutschen Stars der Zeit gerieten allerdings bald wieder in Vergessenheit, und es berührt fast peinlich, wenn man heute im Antiquariat auf einen Stapel der einst hoch Gelobten stößt. mehr
Ab sofort ist Peer Meters und Barbara Yelins Graphic Novel “Gift” (Reprodukt) im Handel erhältlich. Am vergangenen Wochenende wurde das Buch in Bremen der Öffentlichkeit vorgestellt (wie unter anderem auf dem Blog von Reprodukt zu sehen). In ersten Berichten schenkt vor allem die regionale Presse dem historischen Thema des Buches Aufmerksamkeit, das auf dem Fall der mehrfachen Giftmörderin Gesche Margarethe Gottfried beruht, die im Jahre 1831 auf dem Bremer Domshof hingerichtet wurde.
Am heutigen Montag wurde Barbara Yelin im Radiofeuilleton auf “Deutschlandradio Kultur” von Annette Selg vorgestellt. Der Beitrag lässt sich online hier anhören, ein Transkript kann auch nachgelesen werden.
Verwischte Bleistiftstriche
Die deutsche Comic-Szene öffnet zunehmend ihre Genregrenzen. Experimentelle Arbeiten werden verlegt – etwa Graphic Novels, grafische Romane mit einer meist in sich geschlossenen Geschichte. In diesem Monat erscheint im Berliner Comicverlag Reprodukt eine Graphic Novel der Berliner Comiczeichnerin Barbara Yelin über die Giftmörderin Gesche Gottfried. mehr