Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Tagung’

Weitere Tagungen zum Thema Comic

Mittwoch, den 28. Oktober 2009

Wie bereits berichtet, finden im nächsten Jahr zwei Fachtagungen statt, die sich mit dem Themenfeld Rechtsextremismus aus Comic-Perspektive beschäftigen. Schon im November finden zwei weitere Tagungen statt, die näher am Medium bleiben.

comfor_plak_4Vom 6. bis zum 8. November 2009 findet an der Universität zu Köln die 4. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) zum Thema “Erzählen im Comic” statt.

Die Geschichte des Comics ist auch eine vom Geschichtenerzählen. Die Form und die Art und Weise des Erzählens haben sich in der Geschichte des Comics ebenso immer wieder gewandelt wie Inhalte, Themen und Genres. Die Rolle des Erzählens im Comic und die damit einhergehenden Veränderungen sollen im Laufe der Tagung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Neben dem Eröffnungsvortrag von Herrn Professor Dr. Karl Clausberg werden sich vierzehn Wissenschaftler(innen) aus dem In- und Ausland mit dem Thema beschäftigen. Sieben jüngere Kolleginnen und Kollegen präsentieren ihre Thesen auf einem Forum der Nachwuchswissenschaftler(innen). Eine Führung durch die Mittelalterabteilung des Wallraf-Richartz-Museums, die dem sequentiellen Erzählen in der Kölner mittelalterlichen Malerei gilt, macht Sie zudem mit einigen Ahnen des Comic Strips bekannt.

Neben allgemein comictheoretischen Themen wie “Comics als interdiskursive Erzählungen” werden auch Graphic Novels und ihre Autoren in Vorträgen vorgestellt und einzelne Aspekte näher erläutert. So wird es unter anderem Beiträge zum Reportagecomic “Der Fotograf”, Allgemeines über autobiografische Comics und Spezielles zu David B.s “Die heilige Krankheit” (beide Edition Moderne) geben. Das gesamte Programm und alle weiteren Details zur Tagung finden sich auf hier. Das Postermotiv stammt übrigens von Mawil (“Wir können ja Freunde bleiben”, Reprodukt).

genesiswelleAm 27. und 28. November lädt der Sonderforschungsbereich 826 “Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste” der Freien Universität Berlin zur Tagung zum Thema: “Comics: Zum Stand der kulturellen Legitimität eines intermedialen Mediums”.

Ob Pop Art, Nouvelle Vague, Mangas oder Tarantino – der Comic gehört seit dem späten 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil eines Spiels mit high and low culture. Comiczeichner haben nicht nur Plakate und Cover der Rockmusik von Jimi Hendrix bis Janis Joplin gezeichnet, die Ästhetik von bestimmten Musikrichtungen hat auch Autoren wie Robert Crumb in ihrem Zeichenstil inspiriert. In einem solchen Wechselspiel wird der Comic sowohl remedialisiert als auch selbst von intermedialen Praktiken neu definiert. Zu diesen Grenzüberschreitungen stellt sich eine neue soziale Legitimität des Comics ein. So wird Art Spiegelmans Holocaust-Comic Maus insbesondere von einer intellektuellen Leserschaft rezipiert. Mangas überschwemmen den Massenmarkt und heben aber ebenso den Anteil der weiblichen Leserschaft wie Marjane Satrapis Autorencomic Persepolis. Nicht nur die legitime Kunst benutzt damit das Spiel von high and low für ihre avantgardistischen Distinktionen gegen akademisch anerkannte Kunst, diese Strategie differenziert längst auch die Comicproduktion selbst. Die Konferenz wird der Frage nachgehen, wie diese Überschreitungen zwischen kulturellen und sozialen Grenzen im intermedialen Wechselspiel ästhetisch zu fassen sind.

Auch hier werden Graphic Novels ein zentraler Punkt der Betrachtungen sein. Vorträge befassen sich unter anderem mit Robert Crumbs “Genesis” (Carlsen) und Formen des epischen Erzählens und der Comic-Umsetzung von Morton Rhues “Die Welle” von Stefanie Kampmann (Ravensburger). Den genauen Veranstaltungsplan für die öffentlichen Vortragsreihe samt Adressen- und Raumangaben kann man sich hier ansehen.

Fachtagungen zum Thema Comics, Graphic Novels und Rechtsextremismus

Freitag, den 23. Oktober 2009

Gleich zwei Tagungen finden im nächsten Jahr statt, die sich mit dem Thema Comics und Rechtsextremismus beschäftigen. Im Spannungsfeld von Comics wie “Die Suche” von Eric Heuvel (Anne Frank Zentrum) oder Art Spiegelmans Klassiker “Maus” (Fischer) auf der einen Seite und den etwa von der NPD und der österreichischen FPÖ publizierten Propagandaheften auf der andere Seite will man dieser politisch-didaktischen Herausforderung begegnen.

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Vom 9. bis zum 12. Mai 2010 veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Fachtagung zum Thema “Holocaust und Nationalsozialismus in Comic und Graphic Novel – Neue Wege für Unterricht und außerschulische politische Bildung?”.

Die Fachkonferenz greift zunächst einmal die Frage auf, wie ein zeitgemäßer Unterricht zu den beiden in enger Verbindung stehenden Themen Holocaust und Nationalsozialismus aussehen sollte. Sie stellt sich hauptsächlich deshalb, weil es immer weniger gelingt, Jugendliche mit herkömmlichen Mitteln für die mit moralischer Last befrachteten Zusammenhänge zu interessieren oder gar Abwehrreaktionen zu verhindern. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die Nutzung geeigneter Comics/Graphic Novels durchaus dazu beitragen kann, den genannten Defiziten entgegenzuwirken. Selbstverständlich erfordert das einen altersgemäßen und auf die jeweilige Lerngruppe mit ihren besonderen Fähigkeiten zugeschnittenen Einsatz.

In Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Zentrum Berlin soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelt werden, wie man Comics in der Bildung sinnvoll einsetzt und wie man rechter Propaganda in Comicform begegnet. Ein Einblick in die Praxis eines Comiczeichners soll die Konferenz abrunden. Das genaue Programm und Informationen zur Unterbringung, Anmeldemodalitäten etc. findet sich auf der Website der BPB.

Flyer Comics & RechtsextremismusAuch das “Archiv der Jugendkulturen” veranstaltet im nächsten Jahr zum gleichen Themengebiet eine Tagung: Vom 29. bis zum 31. März wird es allgemein um das Thema “Comics & Rechtsextremismus” gehen.

Wir haben zu diesem hochaktuellen Themenkomplex gemeinsam mit der Gesellschaft für Comicforschung eine Fachtagung organisiert, an der hochkarätige ExpertInnen aus vier Ländern referieren und miteinander diskutieren werden. Die Tagung und der geplante Begleitband sollen dazu dienen, im interdisziplinären Rahmen Untersuchungen und Erfahrungen über Inhalte, Funktionen, Mechanismen und Wirkung von Comics aus dem Themenkreis Rechtsextremismus und Rassismus vorzustellen und zu diskutieren sowie modellhaft Möglichkeiten für die Bearbeitung des Themas und den zielgruppenadäquaten Einsatz entsprechender Comics in Schule und politischer Bildung zu erarbeiten.

Das genaue Programm kann man sich hier als PDF herunterladen, weitere Fragen über den Ablauf kann man direkt an das Archiv der Jugendkulturen richten, ein Anmeldeformular für interessierte TeilnehmerInnen wird zum Download angeboten.