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Archiv des Tags ‘Thomas Hummitzsch’

“Pinocchio” von Winschluss erschienen, erste Besprechung online

Dienstag, den 8. Dezember 2009

Pinocchio CoverAb sofort ist die vom französischen Comicautor Winshluss gestaltete Version von Carlo Collodis Kinderbuchklassiker “Pinoccio” im Handel erhältlich. Der groĂźformatige Hardcoverband wurde auf dem bedeutendsten Comicfestival Europas mit dem Preis fĂĽr das “Beste Album 2009″ ausgezeichnet. Winshluss, in seiner Heimat zunächst mehr fĂĽr seine Comics bekannt, war mit Marjane Satrapi verantwortlich fĂĽr die filmische Umsetzung von Satrapis autobiografischen “Persepolis”-Bänden (Edition Moderne).

Gepetto ist hier ein skrupelloser Waffenfabrikant, Pinocchio ein niedlicher Roboter mit Flammenwerfer (siehe Tezukas Astro Boy) und die Grille wird von einer verwahrlosten Wanze gegeben. Mit respektlosem Witz und voller Überraschungen erzählt uns Winshluss die Geschichte des kleinen Pinocchio auf seiner Reise durch eine alptraumhafte Welt, die mancherlei Bezüge zu unserer heutigen Welt aufweist: Atommüll, Sex, religiös motiviertem Fanatismus, Mord und Totschlag sowieso.

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Das Resultat: Pinocchio für das 21. Jahrhundert, garniert mit pechschwarzem Humor. Ein fulminanter französischer Underground-Comic von einem der wichtigsten Vertreter einer neuen Generation von französischen Comicautoren.
Neben seinen eigenen Filmen war er auch für die Animation von „Persepolis“ verantwortlich und wurde dafür für einen Oscar nominiert.

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Bereits am Freitag erschien die erste Besprechung des Bandes in der Wochenzeitung “der Freitag”, fĂĽr die Thomas Hummitzsch “Pinocchio” rezensierte und prompt zu seinem Comic des noch laufenden Jahres kĂĽrte.

Irrfahrt eines Androiden

Der französische Autor Winshluss hat Pinocchio auf kongeniale Weise ins 21. Jahrhundert übertragen

Es gibt Autoren, die jahrelang als heimlicher Favorit für Buch- und Literaturpreise gelten und sie doch nie bekommen. Der französische Comicautor Vincent Paronnaud alias Winshluss war lange der Geheimtipp unter den Comiclesern. Doch auf den wichtigen Comicfestivals wollte sich der Erfolg nicht einstellen. Auf dem Internationalen Comicfestival im französischen Angoulême wurden mit Smart Monkey (2004) und Wizz and Buzz (2007) zwar schon zwei seiner Werke nominiert, doch schafften es seine Arbeiten nie bis hinauf auf das Podium.

In diesem Jahr hat es endlich geklappt. Winshluss’ Pinocchio wurde in diesem Frühjahr als bestes Album ausgezeichnet und gewann damit einen der wichtigsten internationalen Comicpreise. In dem preisgekrönten Werk verlegt Winshluss die alte Geschichte der populären Holzmarionette in eine kalte, hässliche und abstoßende Moderne. Mord und Totschlag, Fanatismus, Pornografie und die atomare Umweltverschmutzung sind nur einige der modernen Phänomene, die Winshluss in seiner Pinocchio-Version kongenial verarbeitet. mehr

Pinocchio, ISBN 978-3-939080-40-4, 192 Seiten, HC, vierfarbig, 29,95 EUR, erschienen im avant-verlag

Neue Rezensionen – November 2009 (2)

Freitag, den 20. November 2009

Auch wenn die Medien 20 Jahre nach dem Fall der Mauer den Fokus auf thematisch passende Comics wie “drĂĽben!”, “GrenzĂĽberschreitungen” oder “Da war mal was…” gelegt haben, gab es eine ganze Reihe weiterer Besprechungen in Print und im Web, die nicht unerwähnt bleiben sollen.

cover_november2FĂĽr die Comicwebsite des Berliner “Tagesspiegels” schreibt Markus Dewes ĂĽber Rutu Modans “Blutspuren” (Edition Moderne). Der Geschichte, die “Nach dem Knall” spielt, attestiert er, “sensibel, unkonventionell und jenseits aller Stereotypen” erzählt zu sein.

Brigitte Helbling wĂĽnscht sich von Sascha Hommer nach seiner autobiografischen Erzählung “Vier Augen” (Reprodukt) eine RĂĽckkehr ins Heute und eine aktuelle, nicht zurĂĽckschauende Geschichte. “Kein Superheld. Nirgends.” ĂĽberschreibt sie ihren Artikel fĂĽr das Titel-Magazin. Weitaus harscher geht Comicrezensent und Prosaautor Thomas von Steinaecker mit dem Buch ins Gericht. Wie er auf jetzt.de in seiner “SpĂĽrst Du schon was?” betitelten Rezension ausfĂĽhrt, hatte er sich von Sascha Hommers neuem Buch mehr versprochen.

Ein “wahrhaft fabelhaftes PersonenstĂĽck” erkennt Benjamin Vogt in Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). “Aufbruchstimmung im Frack und Zylinder” titelt er im österreichischen Online-Feuilleton “The Outfit”.

Auf “Spiegel Online” stellt David Kleingers die vor allem in den USA erfolgreiche Teenager-Serie “Scott Pilgrim” (Oni Press) von Bryan Lee O´Malley vor, die er als “GroĂźe Oper im Garagensound” beschreibt.

Publisher’s Weekly empfiehlt in einer Kurzrezension die englischsprachige Ausgabe von Reinhard Kleists “Cash – I see a darkness” (Carlsen, bzw. Abrams ComicArts) jedem, der sich nur vage fĂĽr den Musiker Johnny Cash interessiert. Bevor er am Wochenende zum Comicfestival Comica 09 in London reist, sprach Mitorganisator und Comicjournalist Paul Gravett mit Reinhard Kleist ĂĽber seine Arbeit. Das Interview kann auf Paul Gravetts Website gelesen werden.

Auf textem.de wurde auf zwei Comics verwiesen: Thomas Hummitzsch schreibt dort unter der Ăśberschrift “Verschollen in MĂĽnchen” ĂĽber Uli Oesterles “Hector Umbra” (Carlsen). In der zeichnerischen Umsetzung erkennt er unter anderm Anleihen bei George Grosz und Otto Dix. “Weiter im Bibeltext” geht es mit Ralf König und seiner neuen Adaptation einer Bibelgeschichte in “Archetyp” (Rowohlt). Thomas Hummitzsch fragt sich abschliessend, welcher “Typ” nun folgen wird.

Neue Rezensionen – August 2009 (2)

Dienstag, den 11. August 2009

In den vergangenen Tagen wurden wieder einige Comics und Graphic Novels in der ĂĽberregionalen Presse und in Internetfeuilletons besprochen.

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Thomas Hummitzsch widmete sich bereits am 4. August der Neuauflage von Alan Moores und Eddie Campbells Jack the Ripper-Version “From Hell” (Cross Cult) und schreibt auf der Seite des Onlinefeuilletons “Berliner Literaturkritik” ĂĽber diese “Höllenfahrt in Schwarz-WeiĂź”.

FĂĽr das online erscheinende “Titel-Magazin” hat sich Alexander Frank am 6. August die beiden bei Schreiber & Leser erhältlichen Bände “blue” und “Liebe und andere Kleinigkeiten” der japanischen Autorin Kiriko Nananan angesehen und fasst sie unter der Ăśberschrift “Preziöse Krisen” zusammen.

In der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau findet sich eine Besprechung von Ben Katchors “Der Jude von New York” (avant-verlag). Ole Frahm, Redakteur und Mitgleid der ArGL (Arbeitsstelle fĂĽr graphische Literatur) an der Universität Hamburg, sieht den “Klang der Erleichterung” ein zentrales Motiv des Bandes.