In der Sendung “NDR Kultur” zeigte der Comic-Autor Max (“Bardin, der Superrealist”, Reprodukt) “Wie eine Graphic Novel entsteht …”. Ergänt wird der online nachlesbare Bericht von Claudio Campagna um eine Bildergalerie, in der die verschiedenen Stadien der Entstehung eines Comics gezeigt werden.
Waldemar Kesler stellt in seiner Besprechung von David B.s und Herve Tanquerelles “Die falschen Gesichter” (avant-verlag) in der tageszeitung heraus, dass vor Allem die Reportage-artigen und Action-Elemente überzeugen: “Das Ende der proletarischen Guerilla”.
Durch Ulli Lusts Umsetzung als Comic sieht Philip Dulle Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp) auf eine neue Stufe gestellt, wie im Nachrichtenmagazin Profil sowie online auf profil.at nachzulesen ist: “Ulli Lusts NS-Graphic-Novel Flughunde“. Im ergänzenden Interview mit Dulle geht die Autorin auf die Hintergründe der Arbeit an dem Buch ein.
“Einen auf viele Seiten hin offenen, phasenweise unbehaglichen, immer aber faszinierenden Comic-Roman” erkennt Christian Gasser in Manuele Fiors “Die Übertragung” (avant-verlag), wie er in seiner Besprechung im Deutschlandfunk zu Gehör gibt: “Berührend-spannungsgeladene Beziehung im Jahr 2048″. Direkt zum Audio-Beitrag geht es hier.
Susanne Harmsen hält es für einen richtigen Schritt, mit einem Buch wie “Die große Transformation” (Jacoby & Stuart) auf die praktischen Herausforderungen des Klimawandels hinzuweisen, wie sie auf Deutschlandradio Kultur sagte: “Eine Aufgabe für die ganze Welt”. Auch diesen Beitrag kann man nachhören, und zwar hier.
“Bücher können zum Lachen bringen und nachdenklich machen, sie können Betroffenheit erzeugen und verstören. Bücher können persönliche Schicksale aufgreifen und eine Gesellschaft sezieren. Im besten Fall machen sie all das zusammen. So wie Jimmy Corrigan.” Das schreibt Markus Lippold in seiner Buchvorstellung von Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” (Reprodukt) auf n-tv.de: “Der große Corrigan”.
Weniger eine Huldigung als eine Annäherung mit “Leichtigkeit und Lakonie” sieht Janina Labhard in Julie Birmants und Clément Oubreries “Pablo” (Reprodukt), wie sie auf srf.ch schreibt: “Pablo Picasso als Comicfigur”. Dort kommt im Audiobeitrag auch Übersetzerin Claudia Sandberg zu Wort.
Christian Endres schreibt auf tagesspiegel.de über den autobiografischen Band “Mein Freund Dahmer” von Derf Backderf (metrolit). “Der Weg zur Hölle” ist, wie Endres schreibt, eine “eindrucksvolle Bestandsaufnahme”.
An gleicher Stelle interviewt Thomas Hummitzsch den in Berlin lebenden Autoren David Zane Mairowitz, dessen in Zusammenarbeit mit Robert Crumb entstandene Biografie “Kafka” kürzlich bei Reprodukt veröffentlicht wurde: “Crumb hat dieselben Ängste wie Kafka”.
Auf Radio Bremen stellte Lina Kokaly anlässlich einer Lesung vor Ort die in Bremen spielende Graphic Novel “Böse Geister” von Peer Meter und Gerda Raidt (Reprodukt) vor. Der Beitrag kann hier noch einmal angesehen werden: “Graphic Novel über Gröpelingen”.
Ebenfalls in der Welt schreibt Waldemar Kesler über den vom in Berlin lebenden Franzosen Wandrille Leroy betriebenen Verlag Warum und dessen Veröffentlichungen: “Bilder für die neue Stadt”.
Christoph Huber stellt in der Wiener Presse die “Essex County”-Trilogie von Jeff Lemire vor (Edition 52), die “große Saga eines Milieus und einer ländlichen Mentalität”: “Einsame Eigenbrötler”.
Ulli Lust ermöglicht in ihrer “Flughunde”-Adaption nach der Vorlage von Marcel Beyer (Suhrkamp) “einen beklemmenden Eindruck von der Banalität, aber auch der Lächerlichkeit des Bösen”, wie Katja Lüthge in der tageszeitung schreibt: “Die Fratzen der Goebbelstöchter”.
“Eine grandiose Erzählung, die alle Rahmen sprengt” ist Mana Neyestanis „Ein iranischer Albtraum“, das schreibt Thomas Hummitzsch auf tagesspiegel.de: “Dreistes Ungeziefer”. Selbiger Autor stellt einer früheren lobenden Besprechung von Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit) harte Kritik entgegen: “Was avantgardistisch sein will, ist am Ende nur Stückwerk, das nicht zusammengeht.”: “Prügeln und vögeln”.
Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Erik Wenk“Die Insel der 100.000 Toten” von Fabien Vehlmann und Jason vor, zu dem er feststellt: “Allein die grafische Eleganz der anthropomorphen Tierfiguren ist ein Genuss”.
Wie bereits gemeldet, stellte Literaturkritiker Denis Scheck kürzlich “Jimmy Corrigan – Der klügte Junge der Welt” in der Sendung “Literatur im Foyer” des SWR vor. Besonders die Reaktion der offenbar nicht comic-affinen Thea Dorn sorgten im Anschluss für einige Reaktionen (u.a. hier und hier). Das Video der Buchvorstellung lässt sich nun auch auf youtube ansehen, bzw. direkt hier.
Im Medienmagazin “Zapp” des NDR befasste sich ein Beitrag mit Journalismus in Comic-Form. Darin kommen Autorin Ulli Lust (“Fashionvictims, Trendverächter”, avant-verlag) und Verleger Johann Ulrich zu Wort. Der Beitrag “Aufgezeichneter Journalismus” kann hier angesehen werden.
In der SWR-Büchersendung “Literatur im Foyer” stellte bereits am vergangenen Donnerstag Literaturkritiker Denis Scheck“Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt) vor und stellte dabei heraus: “Es handelt sich hier um große Literatur, um Weltliteratur.” Die Sendung mit Thea Dorn und Dirk Kurbjuweit lässt sich bis auf weiteres in der Mediathek vom SWR betrachten (ab Minute 21).
Als “Schlüsselwerk der jüngeren Comicgeschichte” bezeichnet Christoph Huber den Band in der Wiener Presse: “Generationen des Leids”.
In der heutigen Ausgabe der Welt stellt Matthias Heine die Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” von Ulli Lust (Suhrkamp) vor: “Es war eine durchaus gewagte Idee, den düsteren, in der Nazizeit spielenden Roman einer Zeichnerin anzuvertrauen, die zwar zu den besten im deutschsprachigen Raum gehört, bisher aber eher Gegenwartsstoffe illustriert hatte. Doch es hat funktioniert.”: “Kindertotenlieder im Bunker”.
Lars von Törne erkennt in dem Buch eine “kongeniale Adaption”, wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “Flüstern und Schreien”.
“Man wird zu einem Teil des Ortes” sagt Philip Cassirer, Autor des Reisecomics “Was kostet ein Yak?” (Carlsen) im Interview mit Thomas Hummitzsch, das an gleicher Stelle erschien. Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Nadine Lange Danielle de Picciotto vor, die über ihr Nomadenleben das Buch “We are Gypsies now” (metrolit) gemacht hat: “In tausend Tagen um die Welt”.
“Eine der schönsten Comic-Entdeckungen seit Langem” nennt Jens Balzer“Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz (metrolit), wie er im Cicero schreibt: “Porno mit Adorno”.
Kai Löffler stellte auf WDR3 Zeina Abiracheds “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Der Beitrag kann hier nachgelesen und -gehört werden.
Das “Kulturgespräch” im HR mit Simon Schwartz (“Packeis”, avant-verlag) kann hier nachgehört werden.
Auf Spiegel Online stellt Hannah Pilarczyk den Autoren Luke Pearson vor, dessen “Hilda und der Mitternachtsriese” nun auch auf deutsch bei Reprodukt erschienen ist: “Gestatten, Welteroberin!” Ihr Resümée: “Die kleine Hilda ist die Heldin eines der schönsten Comics der vergangenen Jahre.”
Gleich zwei Graphic Novels und ihre AutorInnen wurden kürzlich in der tageszeitung vorgestellt: Amadeus Ulrich besuchte Marijpol in ihrem Hamburger Atelier, um mit ihre über “Schwere Kost aus Altona” zu sprechen. Denn die Drastik des Dargestellten in ihrem Buch “Eremit” scheinen beim Autor des Artikels Spuren hinterlassen zu haben. Dass in Chris Wares “Jimmy Corrigan – Der klügte Junge der Welt” auch Humor eine wichtige Rolle spielt, stellt Katja Lüthge heraus: “Anruf vom unbekannten Vater”.
Eine “kongeniale Adaption” erkennt Lars von Törne auf tagesspiegel.de in Ulli Lusts Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” (Suhrkamp), die heute in die Läden kommt: “Flüstern und Schreien”.
Wie Boris Kunz für das Titel Magazin schreibt, ist Joe Dalys “Doppeltes Glück mit Rotem Affen” (avant-verlag) ein Comic, “der sich zwar nicht ernst nimmt, aber nicht in bloßes Zitieren und Herumalbern ausartet.” Hier geht es zum Artikel.
Für die Wiener Presse stellt Cristoph Huber Paco Roca und seinen Band “Der Winter des Zeichners” (Reprodukt) vor: “melancholisch und bestürzend aktuell”. Der Artikel kann hier nachgelesen werden: “Der Aufstand der Zeichner”.
In der Kultursendung “Fidelio” auf hr2 war kürzlich Simon Schwartz zu Gast, um über seine Arbeit an seinem Buch “Packeis” (avant-verlag) zu sprechen. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.
Die Anthologie “Eine Reise ins Nichts – hin und retour” steht ganz im Zeichen der Comics aus Österreich: Versammelt werden in dem Band Geschichten von zehn aus Österreich stammenden Künstlerinnen und Künstlern wie zum Beispiel Ulli Lust (“Flughunde”, Suhrkamp), Nicolas Mahler (“Kunsttheorie versus Frau Goldgruber”, Reprodukt) und Thomas Kriebaum (“Kleiner Tod”, Luftschacht). Herausgeber sind Leopold Maurer und NÖART.
Der Begriff Comic beschreibt eine Folge von gezeichneten, oft mit Text kombinierten Bildern, die eine Geschichte erzählen, somit ist der Comic eine eigenständige Kunstform, die sich mit Literatur und Bildender Kunst überschneidet. Ursprünglich leitet sich der Begriff Comic vom englischen Begriff “comic strip” ab, was so viel heisst wie komischer Streifen, da Comics aber nicht unbedingt komisch sein müssen, wurde in letzter Zeit der neutrale Begriff “Sequenzielle Kunst” eingeführt.
In Österreich wurden und werden mit dem Begriff Comic oft nur Hefte mit lustigen bunten Bildern für Kinder und Jugendliche in Verbindung gebracht – die sogenannten “Hefterln” – und der Comic wurde im Großen und Ganzen als Schund abgetan. Comics mit künstlerischem Anspruch, die oft ausschliesslich an ein erwachsenes Publikum gerichtet sind, fristeten ein Nischendasein, unbeachtet von den Medien oder eines kunst- und literaturinteressierten Publikums.
Eine Reise ins Nichts – hin und retour, ISBN 978-3-902844-23-1, 104 Seiten, teilw. farbig, Klappenbroschur, EUR (D) 23,, EUR (A) 23,60, erschienen bei Luftschacht
Originalseiten aus Ulli Lusts autobiografischer Graphic Novel “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens” (avant-verlag) werden ab Dienstag, dem 12. März, in Rom gezeigt. Dann eröffnet das örtliche Goethe-Institut eine Ausstellung, die anschliessend bis zum 27. April geöffnet sein wird.
Zur Eröffnung am 12. März 2013 um 19 Uhr wird Ulli Lust anwesend ein und sich mit Moderatorin Laura Scarpa über das Buch unterhalten, das in italienischer Sprache beim Verlag Coconino Press unter dem Titel “Troppo non è mai abbastanza” vorliegt.
Der Hamburger Lokalsender Tide TV stellte vorgestern in einem längeren Beitrag die Hamburger Comicszene vor. Zu Wort kommen Carlsen-Redakteur Ralf Keiser sowie die Comic-AutorInnen Maria Luisa Witte und Larissa Bertonasco (“Spring”) sowie Arne Bellstorf (“Baby´s in black – The Story of Astrid Kirchherr & Stuart Sutcliffe”, Reprodukt).
Für Waldemar Kesler ist Joann Sfars “Chagall in Russland” (avant-verlag) ein “herausragender Comic”, wie er in der Welt schreibt: “Plötzlich ist Jesus ein Grüner”. “Das Chagall-Porträt von Joann Sfar ist ein großer Wurf. Sfar betrachtet dessen Malerei durch die Brille seiner eigenen Wahrnehmung der jüdischen Kultur.”
In der Frankfurter Rundschau befasste sich Christian Schlüter ausführlich mit Helmut Wietz’ “Der Tod von Adorno” (metrolit): “Der Libido-Kick von ’68″. Sein Urteil ist eindeutig, der Band sei “in seiner eigenwilligen und, gemessen an dem zur Zeit vorherrschenden Graphic-Novel-Ernst, grotesk-komischen, bisweilen dilettantischen und durchweg eklektischen Machart schlichtweg großartig.”
Auf tagesspiegel.de stellt Marc Röhling zwei Veröffentlichungen des amerikanischen Comic-Journalisten Joe Sacco vor, von der eine (“Reportagen”, Edition Moderne) in Kürze auf deutsch erscheinen wird: “Sacco und wie er die Welt sieht”.
Für den in den vergangenen Tagen verstorbenen Comic-Autoren Didier Comès schreibt Ralph Trommler auf tagesspiegel.de einen Nachruf: “Ein Pionier der Graphic Novel”.
Der Hamburger Comicautor Calle Claus wird am kommenden Samstag auf der Comic Börse Hamburg seinen neuen Band “White Line” (Edition 52) signieren. Die Börse findet im Haus Eimsbüttel statt.
Bereits im Januar war Paula Bulling (“Im Land der Frühaufsteher”, avant-verlag) in New York unterwegs und hat dort einige Wochen für ihr neues Comic-Projekt recherchiert, das sich mit der Occupy-Bewegung befasssen wird.
Etwas weiter hat es Line Hoven (“Liebe schaut weg”) und Mawil (“Die Band”, beide Reprodukt) verschlagen: Sie werden in den nächsten zwei Wochen in Neuseeland unterwegs sein. Am morgigen Freitag eröffnet in den Räumen der St. Paul St. Gallery die bereits in vielen Goethe-Instituten gezeigte Ausstellung “Comics, Manga & Co.” über die deutsche Comic-Szene. Parallel wird dort die Ausstellung “Nga Pakiwaituhi: New Zealand Comics and Graphic Novels” zu sehen sein, ein von Dylan Horrocks (“Hicksville”, Reprodukt) kuratierter Überblick über aktuelle Comics aus Neuseeland.
Zur Eröffnung sind Line Hoven und Mawil vor Ort, die in Auckland am 7. bzw. 8. März auch Comic-Workshops geben werden. Am 14. März wird es in der Massey University in Wellington dann noch ein Podiumsgespräch mit den beiden geben, bei dem sie zu sich und ihrem Schaffen befragt werden. Ergänzt wird diese Runde vom neuseeländischen Comic-Autor Mat Tait, die Moderation übernimmt Dr. Tim Bollinger.
In einem einstündigen Feature wirft Redakteur Martin Zeyn im Bayerischen Rundfunk einen Blick auf den aktuellen Graphic Novel-Markt. Die Sendung wurde im Rahmen der Reihe “RadioFeature” am vergangenen Donnerstag auf Bayern 2 ausgestrahlt. Zu Wort kommen darin unter anderem Die Comic-AutorInnen Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), Joe Sacco (“Gaza”, Edition Moderne) und Craig Thompson (“Habibi”, Reprodukt) sowie Jaroslav Rudis und Jaromir 99 (“Alois Nebel”, Voland & Quist).
Im Programm des avant-verlags finden sich zahlreiche Publikationen, die dem Bereich Reportage-Comic zuzuordnen sind. Doch was macht einen Reportage-Comic eigentlich aus? Darüber diskutieren die Künstler Sophia Martineck, Tim Dinter, Ulli Lust, Susanne Buddenberg und Thomas Henseler aus dem avant-verlag am Samstag, den 26. Januar 2013 in der Galerie Neurotitan mit dem Comic-Wissenschaftler und Kunsthistoriker Jens Meinrenken, der die Veranstaltung moderiert. Der Eintritt ist frei.
neurotitan shop & gallery, Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Straße 39, D-10178 Berlin
Tel. (030) 308 725 76, Fax (030) 282 90 33
email: shop@neurotitan.de, www.neurotitan.de
Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-20 Uhr, So 14-19 Uhr
Die Langfassung des kürzlich auf arte ausgestrahlten Portraits des französischen Comic-Autoren Jacques Tardi (“120, Rue de la gare”, nach Léo Malet, Edition Moderne) kann hier angesehen werden. Zum dazugehörigen Artikel auf der Website von arte gelangt man hier.
Im Bericht des MDR-Magazins “hier ab vier” über Paula Bulling und ihr Buch “Im Land der Frühaufsteher” (avant-verlag) wird die Autorin bei einem Besuch beim ehemaligen Asylsuchenden Noel Karboré begleitet.
Ebenfalls über Paula Bulling und “Im Land der Frühaufsteher” berichtet die Sendung “Reflexe” auf DRS2. Zum Audio-Beitrag gelangt man hier: “Asylsuchende als Comicroman”.
Auf der Website des Suhrkamp-Verlags finden sich Details zur nächsten Comic-Veröffentlichung: “Alice in Sussex” von Nicolas Mahler nach dem Roman von H.C. Artmann, der wiederum auf Lewis Carrolls “Alice in Wonderland” basiert.
“Alice in Sussex” von Nicolas Mahler, nach Lewis Carroll und H.C. Artmann
Alice findet sich im Traumland wieder. Dort trifft sie auf das weiße Kaninchen, das Alice in seinen unterirdischen Bau führt, um dort nach einer illustrierten Ausgabe von H.C. Artmanns Frankenstein in Sussex zu suchen. Im Laufe der Handlung trifft Alice wiederholt auf das Kaninchen, das auch aus anderen literarischen Werken zitiert, sei es von Herman Melville oder E.M. Cioran.
Anders als bei Carroll befindet sich diese Alice nicht im Wunderland, sondern in einem tiefen Haus unter der Erde. Dort begegnet sie in verschiedenen Stockwerken den bekannten Schöpfungen Lewis Carrolls: der pfeiferauchenden Raupe, der grinsenden Katze, der Suppenschildkröte und anderen mehr. Wiederholt werden von diesen Kreaturen die Schrecknisse der Kindheit und Jugend angesprochen. Als Alice, im Erdgeschoss des Hauses angekommen, Frankensteins Monster begegnet, erwacht sie aus ihrem schrecklichen Traum.
Winfried Hörning verriet comic-report.de, dass Nicolas Mahler bereits für eine weitere Adaption vorgesehen sei. Darüber hinaus nehmen ”Flughunde” von Ulli Lust (nach Marcel Beyer) und “Huck Finn” von Olivia Vieweg (nach Mark Twain, eine Doppelseite daraus ist unten zu sehen) konkretere Formen an – beide haben einen ungefähren Veröffentlichungstermin im Mai bzw. Juni 2013.
“Alice in Sussex” von Nicolas Mahler, nach Lewis Carroll und H.C. Artmann, ISBN 978-3-518-46386-4, Klappenbroschur, 144 Seiten, 18,99 EUR (D), erscheint im Februar 2013
“Flughunde” von Ulli Lust, nach Marcel Beyer, ISBN 978-3-518-46426-7, Klappenbroschur, ca. 350 Seiten, ca. 24,99 EUR (D), erscheint voraussichtlich Mai 2013
“Huck Finn” von Olivia Vieweg, nach Mark Twain, ISBN 978-3-518-46429-8, Klappenbroschur, ca. 140 Seiten, ca. 19,99 EUR (D), erscheint voraussichtlich Juni 2013
In der aktuellen Ausgabe des Wiener Nachrichtenmagazins profil geht Philip Dulle der provokant formulierten Frage nach “Was bleibt vom Hype um die Graphic Novels?” Diese beantwortet er, indem er den Blick auf die KünstlerInnen der Comics richtet und sie zu Wort kommen lässt. So erzählen Sascha Hommer (“Dri Chinisin – Nach Erzählungn von Brigitte Kronauer”), Aisha Franz (“Brigitte und der Perlenhort”, beide Reprodukt), Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”) und Simon Schwartz (“Packeis”, beide avant-verlag) unter Anderem von den Spannungen zwischen der Arbeit an der Kunstform, die ihnen am Herzen liegt, dem Zwang, sich finanziell anderweitig versorgen zu müssen und den Auswirkungen, der Popularisierung von Graphic Novels.
Im Rahmen der Ausstellung “comicleben_comiclife“ werden sich am kommenden Sonntag, dem 19. August, eine Reihe von Veranstaltungen ganz dem Thema Comic widmen. Der Comictag richtet sich mit Workshops, Gesprächsrunden, Signierstunden, einer Lesung und der Möglichkeit, Bücher zu kaufen, an Leserinnen und Leser aller Altersstufen.
Ab 12 Uhr wird die Buchhandlung Walther König ausgewählte Titel im Foyer Arnimallee anbieten und zum Stöbern einladen.
Ebenfalls ab 12 Uhr bietet “Auge” Lorenz von der Comicbibliothek Renate einen Workshop für Kinder bis 12 Jahren an: “Trau Dich! Mein eigenes Minicomic”
Um 13 Uhr führt die Kuratorin Dr. Jane Redlin durch die Ausstellung.
Um 14 Uhr werden Dirk Rehm von Reprodukt und die in Berlin lebende Comic-Autorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag) über das Thema “Graphic Novel – die neue Kunst der Comics oder Verkaufsargument?” diskutieren. Im Anschluss signiert Ulli Lust ihre Bücher.
Von 15 bis 18 Uhr bieten die Mitglieder des Manga-Clubs der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin einen Manga-Workshop für Jugendliche an.
In einer weiteren Diskussionsrunde unterhalten sich ab 15.30 Uhr der Berliner Galerist Carsten Laqua und der Comichändler Magnus Weise von der Comicbuchhandlung “Grober Unfug” über die Berliner Comic-Szene und ihre Besonderheiten.
Abschliessend wird um 17 Uhr Elke R. Steiner(“Die anderen Mendelssohns”, Reprodukt) in einer biografischen Comic-Lesung “Regina Jonas – Woman Rabbi” vorstellen.
Detaillierte Infos zu allen Veranstaltungen finden sich hier.
Noch bis zum 28. Oktober 2012 zeigt das Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem die Ausstellung “Comicleben”, in der ein Einblick in den Alltag von sieben Menschen gegeben wird, deren Leben und deren Alltag stark von der Faszination für Comics und der Ästhetik von Comics geprägt ist. Darunter befinden sich auch Reprodukt-Verleger Dirk Rehm und die Autorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag). Am Sonntag, dem 19. August findet im Rahmen der Ausstellung ein Comictag statt, bei dem beide im Museum zu einer Diskussionsrunde zum Thema “Graphic Novel – die neue Kunst der Comics oder Verkaufsetikett?” erwartet werden.
“Graphic Novels oder Comicroman – wer sich für Comics interessiert kommt an Ihnen heute nicht mehr vorbei. Anders als Comichefte schaffen Autoren hier epische Werke. Selbst im Feuilleton großer Tageszeitungen werden sie besprochen – plötzlich ist es „in“ Comics zu lesen. Doch heißt ausführlicher gleich besser?”
Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr, im Anschluss wird Ulli Lust noch Bücher signieren.
Noch bis zum 28. Oktober 2012 zeigt das Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem die Ausstellung “Comicleben” gezeigt, in der ein Einblick in den Alltag von sieben Menschen gegeben wird, deren Leben und deren Alltag stark von der Faszination für Comics und der Ästhetik von Comics geprägt ist. Eine dieser Personen ist die in Berlin lebende Autorin Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens”, avant-verlag). Am Freitag, 22. Juni, wird Lust ab 19 Uhr, begleitet von Projektionen, aus dem Buch lesen und über die Entstehung des Bandes erzählen.
Bereits ab 18 Uhr besteht die Möglichkeit einer Kurzführung durch die Ausstellung. Der Eintritt beträgt 5 Euro (erm. 3 Euro).
“Die Welt” hat sich am 19. Mai gleich in mehreren Beiträgen mit der gegenwärtigen Vielzahl an Literaturadaptionen im Comic beschäftigt.
Im umfangreichsten Text der Strecke unterzieht der Schriftsteller Thomas von Steinaecker die Literaturadaption im Allgemeinen und speziell die Umsetzung von Literatur im Comic einer näheren Betrachtung. Dabei lässt ihn das Gros der zuletzt veröffentlichten Comicadaptionen unbefriedigt zurück, Titel wie “In der Strafkolonie” nach Franz Kafka (Sylvain Ricard, Mael, dt. bei Knesebeck) und die Proust-Adaption “Combray” (Stéphane Heuet, dt. bei Knesebeck) wertet er in ihrer vermeintlich werkgetreuen Umsetzung in weiten Teilen als derart “fantasielos”, dass die Wörter der Vorlage “jeglichen Zauber” verlören.
Auch der freieren Interpretation einer Vorlage wie Posy Simmonds’ nach Gustave Flaubert entstandenes “Gemma Bovery” (dt. bei Reprodukt) mag Thomas von Steinaecker kein gänzlich gutes Zeugnis ausstellen: Trotz eines “amüsanten intertextuellen Spiels” bliebe Posy Simmonds im Vergleich mit Flaubert “in jeder Hinsicht harmlos und oberflächlich”.
Einzig das Künstlerduo Alexandra Kardinar und Volker Schlecht weiß den Autor mit seiner Adaption von E.T.A. Hoffmanns“Das Fräulein von Scuderi” (Edition Büchergilde) zu überzeugen. Hier sei die Adaption “Bebilderung, Kommentar und Weiterführung in einem” – und durch die “Qualität der Panels und die formale Innovation” könne diese Version von “Das Fräulein von Scuderi” “gleichberechtigt neben der Vorlage bestehen und immer wieder neue Perspektiven auf Hoffmanns Text und seine Zeit” eröffnen”. Im Großen und Ganzen gelangt Thomas von Steinaecker zu dem Schluss, dass die Comicadaption zu oft die “Verkaufs- und Leseerwartungen an eine leichte Lektüre erfülle” und so Gefahr liefe, zu dem zu werden, wovor es schon Ray Bradbury in “Fahrenheit 451″ gegraut habe: “ein Abhaken der Höhepunkte eines Buches als Effektfeuerwerk”. Interessante Adaptionen wie “Das Fräulein von Scuderi” kommen, so das Fazit des Artikels “Das Beste in Bildern”, nur zustande, wenn sich der Comic auch in diesem Fall seiner “formalen und inhaltlichen Freiheit” bewusst werde.
Der kürzere Beitrag “Riesen zu Windmühlen” verweist auf die ersten fünf Bände einer neuen Reihe von Literaturcomics, die der Brockhaus-Verlag unlängst in die Buchhandlungen gebracht hat. Den in Frankreich entstandenen Titeln wie “Don Quijote” nach Miguel de Cervantes (David Pellet, Philippe Chanoinat, Djian) bescheinigt der nicht genannte Verfasser des Textes “brav und ordentlich gemacht” zu sein, wohingegen das englischsprachige Großprojekt “The Graphic Canon” (Russ Kick, Hg., Seven Stories Press) wesentlich “ambitionierter und ausgeflippter” sei. Zeichner wie Robert Crumb oder der bereits verstorbene Will Eisner tragen hier zu einem Kanon der gesamten Weltliteratur vom Gilgamesch-Epos bis zu David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” bei. Ob dies gelungen ist, wird der erste Band zeigen, der am 22. Mai erscheinen soll.
Auch der traditionsreiche Suhrkamp-Verlag hat 2011 mit Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” eine erste Graphic Novel auf den Markt gebracht – und angekündigt, diesem Erstling weitere Comics folgen zu lassen, die allesamt auf literarischen Vorlagen von Suhrkamp-Autorinnen und -Autoren basieren. Matthias Heine hat nun im Interview mit Winfried Hörning, der die Taschenbuchsparte bei Suhrkamp verantwortet, künftige Titel in Erfahrung gebracht. Neben der bereits bekannten Bearbeitung von Marcel Beyers “Flughunde” durch Ulli Lust (“Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, avant-verlag), arbeitet Nicolas Mahler an “Alice in Sussex” – “einer bearbeiteten Version beziehungsweise Kompilation aus ‘Alice im Wunderland’ und ‘Frankenstein in Sussex’ von H.C. Artmann.” Olivia Vieweg (“Warum Katzen besser sind als Männer”, Carlsen) hingegen zeichnet “eine moderne Fassung von ‘Huckleberry Finn’ – angesiedelt in Ostdeutschland”. In dem Gespräch “Brecht muss noch warten” gibt Winfried Hörning aber noch weitere konkrete Pläne und Namen preis. So offenbart er, dass Volker Reiche (“Strizz”, C.H. Beck, JNK) eine Graphic Novel ohne Bezug zum Suhrkamp-Universum beitragen wird – und dass der Verlag sich durchaus offen zeigt, auch im europäischen Ausland nach passenden Stoffen Ausschau zu halten.