Graphic Novels
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Archiv des Tags ‘Wie ein leeres Blatt’

Graphic Novels in der Presse – 3. Juli 2013

Mittwoch, den 3. Juli 2013

Wie berichtet, sorgt ein Plakat an der Universität Duisburg-Essen, auf dem Motive aus Craig Thompsons “Habibi” (Reprodukt) collagiert wurden, fĂĽr Aufruhr. Genauer gesagt geht es um die Reaktionen darauf seitens einer Gruppe, die sich aus religiösen GrĂĽnden von der Ausstellung verletzt fĂĽhlten, die Reaktion der Universitätsleitung darauf, die Berichterstattung in der Presse und die Reaktion widerum darauf. Viele Details sind noch nicht letztendlich geklärt, so ist zum Beispiel das beanstandete Plakat bisher nicht veröffentlicht worden. Inzwischen griff mit der gestrigen Ausgabe auch die Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch die ĂĽberregionale Presse das Thema auf. So mahnt Antje Koch in “Angst vor Bildern”, dass die Schliessung der Ausstellung fĂĽr einen Ort des Wissensaustausches nicht der angemessene Schritt war. Wie Lars von Törne heute in einem mehrfach aktualisierten Artikel auf tagesspiegel.de schreibt, stellt sich die Universität vor ihre Angestellten: “Universität verteidigt SchlieĂźung der Ausstellung”. Zudem soll ĂĽberprĂĽft werden, inwiefern Kritik am Poster gerechtfertigt war. AuĂźerdem “ist nun ein öffentliches Kolloquium geplant, in dem aus Anlass des aktuellen Konflikts ĂĽber die Freiheit der Wissenschaft und Meinungsfreiheit in der Hochschule gesprochen werden soll.” Nebenbei wird angemerkt, dass das Motiv aus Craig Thompsons “Habibi” zwar beanstandet und abgenommen wurde, die Beschädigung durch eine Studentin aber ein anderes Plakat betraf. Es werde ĂĽberprĂĽft, inwieweit dieses Verhalten justiziabel sei. Auf dem Reprodukt-Verlagsblog wird derweil erläutert, dass durch die Bearbeitung von Thompsons Comic dessen Aussage in grober Weise verändert wurde und dass – wie zum Beispiel im Artikel der FAZ geschehen – die Gleichsetzung der Aussage des Plakats und der des Buches ein Fehler sei.

Vier aktuelle KĂĽnstlerbiografien in Comicform stellt Thomas von Steinaecker in der SĂĽddeutschen Zeitung vor (“Ein leben in Bildern”), wobei ihn von Steffen Kvernelands “Munch”, Lars Fiskes “Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz. Herr Merz” (beide avant-verlag), “Pablo” von Julie Birmant und Clement Oubrerie (Reprodukt) und “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” von Olivier Coste (Knesebeck) nur ein Band wirklich ĂĽberzegen konnte.

Dagegen zeigt sich Eva Heppner von “Egon Schiele. Ein exzessives Leben” sehr angetan. In ihrem Beitrag fĂĽr den Deutschlandfunk lobt sie das “beeindruckende Debut”: “Gelangweilt von starren Konventionen”.

“Doppelsinnig, philosophisch und ein Highlight in Carlsens Frauencomicexperiment.” So urteilt Katja Schmitz-Dräger auf tagesspiegel.de ĂĽber “Wie ein leeres Blatt” von Boulet und Penelope Bagieu.

Ein Buch zur derzeit laufenden Tour de France ist “Unmöglich ist kein französisches Wort. Die Geschichte(n) der Tour de France.” von Jan Cleijne (Covadonga). Den Band stellt Martin Krauss in der Jungle World vor. “Die Helden der StraĂźe”.

Mit “Huck Finn” von Olivia Vieweg ist bei Suhrkamp eine Adaption der Vorlage von Mark Twain erschienen, die Sebastian Hammelehle heute auf Spiegel Online vorstellt: Wie er in “Platz frei, ich bring ‘ne Lady mit!”, zeigt er sich vor allem vom unprätentiösen Stil beeindruckt.

Graphic Novels in den Medien – 23. April 2013

Dienstag, den 23. April 2013

In der SWR-BĂĽchersendung “Literatur im Foyer” stellte bereits am vergangenen Donnerstag Literaturkritiker Denis Scheck “Jimmy Corrigan – Der klĂĽgste Junge der Welt” von Chris Ware (Reprodukt) vor und stellte dabei heraus: “Es handelt sich hier um groĂźe Literatur, um Weltliteratur.” Die Sendung mit Thea Dorn und Dirk Kurbjuweit lässt sich bis auf weiteres in der Mediathek vom SWR betrachten (ab Minute 21).

Als “SchlĂĽsselwerk der jĂĽngeren Comicgeschichte” bezeichnet Christoph Huber den Band in der Wiener Presse: “Generationen des Leids”.

In der heutigen Ausgabe der Welt stellt Matthias Heine die Adaption von Marcel Beyers “Flughunde” von Ulli Lust (Suhrkamp) vor: “Es war eine durchaus gewagte Idee, den dĂĽsteren, in der Nazizeit spielenden Roman einer Zeichnerin anzuvertrauen, die zwar zu den besten im deutschsprachigen Raum gehört, bisher aber eher Gegenwartsstoffe illustriert hatte. Doch es hat funktioniert.”: “Kindertotenlieder im Bunker”.

Lars von Törne erkennt in dem Buch eine “kongeniale Adaption”, wie er auf tagesspiegel.de schreibt: “FlĂĽstern und Schreien”.

“Man wird zu einem Teil des Ortes” sagt Philip Cassirer, Autor des Reisecomics “Was kostet ein Yak?” (Carlsen) im Interview mit Thomas Hummitzsch, das an gleicher Stelle erschien. Ebenfalls auf tagesspiegel.de stellt Nadine Lange Danielle de Picciotto vor, die ĂĽber ihr Nomadenleben das Buch “We are Gypsies now” (metrolit) gemacht hat: “In tausend Tagen um die Welt”.

“Auch in Grautönen politisch” ist die Autorin Paula Bulling, wie es im Beitrag auf der Website der Deutschen Welle heisst, in dem die in Berlin lebende KĂĽnstlerin sowie ihr Buch “Im Land der FrĂĽhaufsteher” (avant-verlag) vorgestellt wird. In einer Bildergalerie werden darĂĽber hinaus aktuelle Arbeiten gezeigt: “Auf den Spuren einer Protestbewegung”.

“Eine der schönsten Comic-Entdeckungen seit Langem” nennt Jens Balzer “Der Tod von Adorno” von Helmut Wietz (metrolit), wie er im Cicero schreibt: “Porno mit Adorno”.

Kai Löffler stellte auf WDR3 Zeina Abiracheds “Das Spiel der Schwalben” (avant-verlag) vor. Der Beitrag kann hier nachgelesen und -gehört werden.

Das “Kulturgespräch” im HR mit Simon Schwartz (“Packeis”, avant-verlag) kann hier nachgehört werden.

Lobende Worte findet FAZ-Blogger Andreas Platthaus fĂĽr “Wie ein leeres Blatt” von Boulet und PĂ©nĂ©lope Bagieu (Carlsen): “Wie man sein Leben wiederaufbaut”.