“The King” und “Pauls Ferienjob” – Neue Graphic Novels lieferbar

8. Mai 2008

Passend zum Comic-Salon in Erlangen, der in rund zehn Tagen beginnt, sind nun zwei neue Graphic Novels in der Edition 52 lieferbar:

paul_cover_med.jpg“Pauls Ferienjob” von Michel Rabagliati

Montréal in den später 70ern: Nachdem Paul die Schule vorzeitig verlassen hat, verbringt er, pleite wie er ist, zwangsläufig den Sommer bei seinen Eltern. Als ein Freund ihm anbietet, als Begleiter in ein Feriencamp mitzukommen, willigt er ein und betreut einige Wochen lang unterprivilegierte Kinder. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beginnt er die Zeit mit den Kindern und anderen Begleitern und vor allem Begleiterinnen zunehmend zu genießen.

“Pauls Ferienjob” erzählt eine Geschichte vom Erwachsenwerden, von Freiheit und Verantwortung. Lustig und ergreifend zugleich erzählt der kanadische Autor Michel Rabagliati eine Geschichte, die so oder ähnlich jeder von uns schon selber erlebt hat.

Pauls Ferienjob, ISBN 978-3-935229-58-6, 156 Seiten, s/w, broschiert, 17 Euro, Edition 52

king_cvr.jpg“The King” von Rich Koslowski

Ein mysteriöser Elvis-Imitator, der sein Gesicht stets unter einem goldenen Helm verbirgt, reißt mit seinen verblüffend authentischen Bühnenauftritten sein Publikum allabendlich zu Begeisterungsstürmen hin. Er umgibt sich mit einer seltsamen Entourage aus mehr oder weniger zwielichtigen Personen, die ihn – genau wie seine wachsende Fangemeinde – als messiasähnliche Figur verehren. Der erfolglose Reporter Paul Erfurt heftet sich an die Fersen des “King”, in der Hoffnung, dessen wahre Identität herauszufinden. In mehreren Interviews versucht er, sein Geheimnis zu lüften, doch der “King” weicht den Fragen des Reporters geschickt aus. Auch die Recherchen des mit Erfurt befreundeten Privatdetektivs Dave führen vorerst zu keinem Ergebnis.

Eine wunderbare Geschichte des IGNATZ-Preisträgers Rich Koslowski, nicht nur für wahre Elvis-Fans.

ISBN 978-3-935229-59-3, 226 Seiten, zweifarbig, broschiert, 17 Euro, Edition 52

“Moresukine” erscheint im Juli in den USA

6. Mai 2008

moresukine nbm coverNach Mawils “Wir können ja Freunde bleiben” erscheint in Kürze mit Dirk Schwiegers “Moresukine” gleich ein zweiter Band aus dem Reprodukt-Programm auf Englisch. Der amerikanische Verlag NBM Publishing, der unter anderem bereits Bücher von Manu Larcenet, Christophe Blain, Lewis Trondheim und Jens Harder herausgebracht hat, plant eine Veröffentlichung von Dirk Schwiegers autobiographischen Reiseaufzeichnungen im August.

Ein Jahr lang befand sich der deutsche Comiczeichner Dirk Schwieger in Tokyo und startete dort im Januar 2006 sein interaktives Comic-Blog “Moresukine”. Per Internet machte er ein Angebot, das schnell auf reges Interesse stieß und sein Blog zu einem Geheimtipp rund um die Welt machte: Er ließ sich von seinen Lesern Aufgaben stellen, die ihn zur Auseinandersetzung mit seiner neuen Wahlheimat nötigten, und versprach seine Erfahrungen in der jeweils kommenden Woche als Comic zu veröffentlichen. Leser aus aller Welt schickten Dirk Schwieger auf Missionen durch die Gastronomie Tokyos, ließen sich von ihm Aspekte japanischer Mentalität, Kultur und Religion erläutern oder jagten ihn durch das berüchtigte Nachtleben der japanischen Hauptstadt. Auf diese Weise entstanden 24 tagebuchartige Episoden, in denen auf unterhaltsame Weise eine fremde Kultur vorgestellt wird.

Weitere Informationen und Probeseiten der US-Ausgabe können hier eingesehen werden.

“Sex – wie im Märchen”

6. Mai 2008

lost girls cover kleinHeute bespricht Jörg Böckem auf Spiegel Online ausführlich Alan Moores und Melinda Gebbies “Lost Girls” (Cross Cult):

Dame mit Unterleib

Nicht ins Wunderland, sondern ins Sexland wird Alice von Alan Moore geschickt. Nun darf sein Comic-Porno auf Deutsch erscheinen.

Sigmund Freud hat Schuld. Ohne den Begründer der Psychoanalyse hätte es “Lost Girls” wohl nie gegeben. Und es wäre nicht zum Äußersten gekommen - zu Inzest und Sodomie, zu drogenbefeuerten Orgien und Ausschweifungen zwischen Männern und Frauen. Auch Egon Schiele, Oscar Wilde und Igor Strawinski haben ihre Spuren hinterlassen; Lewis Carroll, James Matthew Barrie und Lyman Frank Baum sowieso. Auch wenn sie davon nie etwas erfahren haben.

Wahrscheinlich wäre Carroll sehr verstört gewesen, in welches Wunderland der britische Comic-Autor Alan Moore seine Alice schickt: Anfang des 20. Jahrhunderts, der Erste Weltkrieg wirft schon bedrohliche Schatten voraus, treffen drei scheinbar sehr unterschiedliche Frauen in einem Hotel in den österreichischen Bergen zusammen. Alice, weltläufig und im fortgeschrittenen Alter, stammt aus der britischen Oberschicht und macht aus ihren lesbischen Neigungen keinen Hehl. Wendy ist mit ihrem Ehemann angereist, sie ist jünger, aber auch gehemmt und unsicher. Dorothy, die Jüngste, ist ein ungeschliffener Wildfang, aufgewachsen auf einer Farm in der amerikanischen Provinz. Die drei Frauen spüren trotz aller Unterschiede eine Art Verwandtschaft und kommen sich näher, in so ziemlich jeder Hinsicht. Sie erzählen sich ihre Lebensgeschichten, besonders ihre sexuellen Erfahrungen, und nutzen die expliziten Berichte wiederum als Aphrodisiakum für ihre Sexspiele, in die auch die Hotelbelegschaft und andere Gäste miteinbezogen werden. Orgiastische Tage, eine Art letztes Aufbäumen der Lust und des Lebens, bevor Soldaten in das Hotel einfallen.” mehr

“Graphic Novel – Between the punk and the curator”

4. Mai 2008

Paul GravettFelix Giesa schreibt auf www.satt.org über verschiedene Blickwinkel auf den Begriif “Graphic Novel” und zitiert dafür unter anderem Definitionen von Paul Gravett, Charles Hatfield und Douglas Wolk.

Graphic Novel – Between the punk and the curator

„Graphic Novel“ ist so etwas wie der neue Lieblingsbegriff der Comicverlage, wenn es darum geht, vermeintlich anspruchsvolle Comics für zumeist erwachsene Leser zu kategorisieren und anzupreisen. Carlsen Comics hat vor einiger Zeit unter diesem Begriff eine eigenständige Reihe zu etablieren begonnen und derzeit ist eine kleine Broschüre des Verlags im Handel, die unter ebendieser Bezeichnung „Ausgezeichnete Geschichten“ ankündigt. Hier werden in einer willkürlich anmutenden Art und Weise Titel wie Will Eisners „Ein Vertrag mit Gott“ und Katins „Allein unter allen“ ebenso als „Graphic Novel“ bezeichnet wie Osamu Tezukas „Adolf“ oder Jiro Taniguchis Vertraute Fremde. Wesentlich reflektierter geht da das unlängst von den vier Verlagen Avant, Edition 52, Edition Moderne und Reprodukt gemeinsam erstellte Infoportal Graphic Novels ans Werk. In akribischer Kleinarbeit werden alle Artikel und Berichte rund um die „Graphic Novel“ gesammelt, aufgelistet und verlinkt. Für den Suchenden in Sachen Comic erweist sich „graphic-novel.info“ somit auch als grandiose Metaseite. mehr

Comics auf Arte

4. Mai 2008

Der Deutsch-Französische Kulturkanal Arte widmet sich regelmäßig dem Geschehen in der deutschen Comicszene. Zuletzt berichtete dort das Magazin “Metropolis” über “Junge Zeichnerinnen in Berlin und die Musiksendung “Tracks” über die Ausstellung “Comics made in Germany”, die noch bis zum 24. Mai in Frankfurt gezeigt wird.

cover wanderer im eis

cover blueBereits im Frühjahr 2005 stellte die sechsteilige Dokumentationsreihe “Comix” verschiedene Comic-Autoren und ihr Schaffen vor, darunter Art Spiegelman (”Maus”, S. Fischer Verlage), Joann Sfar (”Die Katze das Rabbiners”, avant-verlag) und Chris Ware (”Jimmy Corrigan”). Der Beitrag über japanische Comickünstler – Mangaka – lässt sich komplett online ansehen. Dort wird ein erhellender Einblick in die vielfältige japanische Comicszene geliefert und anhand der drei vorgestellten KünstlerInnen Usamaru Furuya (”Der Selbstmordclub”) , Kiriko Nananan (”Blue”) und dem gerade mit dem Preis für den (“Comic des Jahres”) ausgezeichneten Jiro Taniguchi (”Gipfel der Götter”, alle bei Shodoku) gezeigt, dass auch japanische Comics anspruchsvolle Geschichten erzählen und als Graphic Novels bezeichnet werden können.

Link: sevenload.com

“Comixene” 102 mit Graphic Novel-Schwerpunkt

4. Mai 2008

comixene_102.jpgDas Comicfachmagzin “Comixene” widmet sich in der aktuellen Ausgabe ausführlich dem Thema Graphic Novel.

In einem einführenden Text erläutert Klaus Schikowski die Geschichte und das Wesen der Graphic Novel und stellt einige empfehlenswerte Titel vor. Desweiteren interviewt er, zusammen mit Christian Gasser (”NZZ”), die Autorin Alison Bechdel, deren autobiografische Familiengeschichte “Fun Home” bei KiWi erschienen ist. Darüber hinaus wird Jiro Taniguchis “Vertraute Fremde” (Carlsen) als “Comic des Jahres” gekürt – mit “Die Stadt und das Mädchen” und “Gipfel der Götter” (beide Shodoku) finden sich gleich drei Titel des Japaners in den Jahres-Top Ten. Bemerkenswert ist, dass acht Titel in dieser Liste aus dem Bereich der Graphic Novel stammen, darunter “Komm zurück, Mutter” von Paul Hornschemeier, “Little Star” von Andi Watson (Modern Tales), “Ausgetrickst” von Alex Robinson (Edition 52) und “5 Songs” von Gipi (avant-verlag). Interviews mit Jiro Taniguchi, Isabel Kreitz und Joe Matt runden den Schwerpunkt ab.

Darüber hinaus finden sich wie immer noch viele weitere Artikel, Berichte, Besprechungen und Vorankündigungen in der “Comixene”, die sich anderen Bereichen der Comicszene widmen. Das Heft ist im Comic- und Bahnhofsbuchhandel erhältlich oder lässt sich direkt über die Website des Magazins beziehen.

Mawil auf watchberlin.de

29. April 2008

Das Internetportal www.watchberlin.de stellt in kurzen Videos typische Bewohner der Hauptstadt vor. Neben Schauspielern, Currywurstbratern, Musikern und Busfahrern präsentiert sich auch Comiczeichner Mawil!

Joe Matt auf www.satt.org

28. April 2008

Ein aus dem Amerikanischen übersetztes Interview mit Joe Matt sowie eine Kurzbiografie und eine ausführliche Rezension von “Peepshow” (Edition 52), geschrieben von Christopher Pramstaller, finden sich auf auf der Website von SuKuLTuR.

Joe Matt

Der arme Bastard Joe Matt
Ein Interview geführt von “Two Handed Man”
Übersetzung von Manfred Merbaul

Ich werde nie das erste Mal vergessen, als ich Joe Matts Comics las. Ich hatte nie zuvor etwas so Unterhaltsames und Enthüllendes gelesen. Sein sauberes, klares Artwork und der schmerzhaft persönliche, manchmal derbe Stoff wirkten an der Schaffung eines wirklich einzigartigen und unvergesslichen Lese-Erlebnisses zusammen. Dennoch konnte ich mir nicht zusammenreimen, was sein Werk zu einer sooo lustigen Lektüre machte, also dachte ich mir, ich sollte nach Toronto fahren und versuchen, es herauszufinden. Durch Herrn Matts Intelligenz und Offenheit machte mir dieses Interview richtig Spaß. Hoffentlicht gefällt’s Ihnen! (Two Handed Man)

Two Handed Man (THM): Was einem wirklich auffällt, wenn man Ihre zwei Bücher liest („Peepshow: The Cartoon Diary of Joe Matt“ und „The Poor Bastard“) ist die Zunahme Ihrer zeichnerischen Fähigkeiten vom ersten zum zweiten Buch. Was ist dafür verantwortlich? In welcher Weise waren die Einseiter im “Tagebuch” ein Experiment, ein Training für Sie?

Joe Matt (JM): Wenn etwas dafür verantwortlich ist, dann nur Sachen wie das Studium von Spiegelmans „Maus” und des Werks anderer Zeichner, der Versuch zu vereinfachen. In meinen letzten zwei Heften war das Artwork einfacher, weil ich wie Spiegelmann versuchte, in Originalgröße zu zeichnen. Ich wollte keine Verkleinerung des Artworks, ich wollte es zu hundert Prozent, also machte ich die Seiten in der Größe von Comicseiten, 8 mal 10 Zoll. Man muss vereinfachen, wenn man so klein arbeitet. Doch schließlich verkleinerte ich es im Comic auf 80%, weil es besser aussieht, wenn man es etwas strafft. Doch ja, ich bemühte mich bewusst um Vereinfachung. Was das Experimentieren mit den früheren One-Pagern betrifft, da war ich eher stark beeinflusst von „Krazy Kat“ und „Raw“ und dachte, ich hätte die Seiten gern groß oder so … Die ersten acht Ausgaben von „Raw“ liebte ich und dachte, eines Tages wäre mein Buch so groß. Deshalb stopfte ich so viele Panels auf eine Seite, aber so hat’s nicht geklappt. So große Bücher verkaufen sich nicht. Mir war damals nicht klar, dass die Leute keine riesigen Bücher bestellen. Die Geschäfte wollen sie nicht. mehr

Auszüge aus diesem Interview sind in der aktuellen Nummer 102 des Comicfachmagazins “Comixene” erschienen.

Illustration © Joe Matt

“Lost Girls” – Neue Graphic Novel von Alan Moore und Melinda Gebbie

25. April 2008

Moore gebbieMit “Lost Girls” erscheint bei Cross Cult pünktlich zum Comic-Salon in Erlangen eine neue Graphic-Novel aus der Feder von Alan Moore (”From Hell”, “Watchmen”, “V wie Wendetta”), der dort, wie bereits berichtet, für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird. Mit der von Melinda Gebbie umgesetzten Geschichte befasst Alan Moore sich mit einem Genre, das im Comic bisher nur selten mit literarischer Qualität verbunden wurde: Der Erotik.

Aus dem Pressetext: Lost Girls ist eine anspruchsvolle, fantasievolle, erotische Graphic Novel, die die sexuellen Abenteuer von drei der bekanntesten weiblichen Figuren des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts beschreibt: Alice aus ALICE IM WUNDERLAND, Dorothy Gale aus DER ZAUBERER VON OZ und Wendy Darling aus PETER PAN. Sie treffen sich als Erwachsene 1913 in einem österreichischen Hotel und erzählen sich ihre erotischen Abenteuer und Träume. Historische Ereignisse wie das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand werden ebenso in die Erzählung eingewoben wie pornografische Literatur und Kunst dieser Zeit. Jedes Kapitel wird in dem Stil eines anderen Künstlers der Epoche präsentiert, darunter Oscar Wilde, Aubrey Beardsley, Alfons Mucha und Egon Schiele.

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Einige Pressestimmen:

“Wunderschön, literarisch und bewegend.” – Publishers Weekly

“Wie so vielen literarischen Werken, die einen Sturm aus Entrüstung entfacht haben, ist auch “Lost Girls” die Ironie zueigen, ein Werk von höchster moralischer Integrität zu sein, ernst und aufrichtig zugleich. Angewidert von der forensischen Seelenlosigkeit von modernern Pornographie, haben Moore und Gebbie schöngeistige Kunst, philosophische Tiefe und lebendige Figurenzeichnungen mit Zurschaustellung von Lust und Erregung verwoben.” – The Guardian

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Für den amerikanischen Verlag Top Shelf Comics war “Lost Girls” trotz des gewagten Themas und der aufwändigen Aufmachung in drei Hardcover-Büchern im Schuber ein voller Erfolg und musste mehrmals nachgedruckt werden.

Weitere Informationen und Leseproben finden sich hier.

Lost Girls, ISBN 978-3-936480-00-9, 336 Seiten, farbig, 3 Hardcover im Schuber, 75 Euro

Reprodukt: Neuer Vertrieb für den Buchhandel Deutschland

24. April 2008

Neben dem MSW Medien Service, der nach wie vor den Comicfachhandel beliefert, liefert Reprodukt ab Anfang Mai 2008 an Buchhandel und Barsortimente über die Leipziger Verlagsauslieferung LKG aus.

LKG

Die Ansprechpartnerin für den Handel in allen Fragen Reprodukt betreffend ist Kerstin Lauterbach. Zu den mehr als hundert Verlagen, die LKG im Vertrieb hat, gehören unter anderem Eichborn, Antje Kunstmann, Die Gestalten oder Verbrecher Verlag, wir befinden uns also in guter Gesellschaft. Den Außendienst für Reprodukt übernimmt – ebenfalls ab Anfang Mai – Sebastian Oehler.

AUSLIEFERUNG BUCHHANDEL DEUTSCHLAND:
LKG – Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH
Pötzschauer Weg
D-04579 Espenhain

Ansprechpartner LKG:
Kerstin Lauterbach
Tel. (034206) 65 168
Fax (034206) 65 1737
email: klauterbach@lkg-service.de, www.lkg-va.de

Neues bei Reprodukt zum Comic-Salon Erlangen

24. April 2008

Rechtzeitig zum Comic-Salon Erlangen werden bei Reprodukt nicht nur drei neue Comics druckfrisch aus der Presse erwartet – nämlich “Drei Schatten” von Cyril Pedrosa, “Die Rückkehr aufs Land” von Manu Larcenet sowie “Mein Junge” von Olivier Schrauwen –, sondern auch eine brandneue Plastiktragetasche, in mühsamer Kleinarbeit gestaltet von keinem geringeren als Mawil!

Die Plastiktüte ist in Verpackungseinheiten von 100 Stück (EK 10 EUR) ab Ende Mai für den Comichandel auch über den MSW Medien Service zu beziehen. Hier das vorläufige Layout:

Plastiktuete

“Comic-Szenen Hamburg/Berlin”

22. April 2008

Sascha HommerMatthias Schneider hat für das neue “Intro” (Mai 2008) zum Rundumschlag über die deutsche Comiclandschaft angesetzt und spricht unter anderem mit Sascha Hommer und Andreas Michalke über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hamburger und der Berliner Szene.

Comic-Szenen Hamburg/Berlin
Jenseits der Knollennase

Die Geister der deutschen Comic-Fans scheiden sich: Spaß oder Ernst, Kunst oder Unterhaltung, Avantgarde oder Mainstream. Ob die Szene-Hochburgen Berlin und Hamburg bestimmte Richtungen repräsentieren - und wie sich deren Repräsentanten Sascha Hommer und Andreas Michalke dazu verhalten -, untersucht für uns Matthias Schneider.

Hamburg und Berlin sind seit jeher die Brennpunkte der deutschen Comic-Szene. Nirgendwo sonst gibt es so viele Verlage und ZeichnerInnen wie in der Hanse- und der Hauptstadt. Nach Jahren der Berliner Dominanz scheint sich nun ein Wandel zu vollziehen. Aus Hamburg kommt frischer Wind. Zwar ist es fast unmöglich, allen in Berlin und Hamburg ansässigen ZeichnerInnen ein stadtspezifisches Branding aufzudrücken - zu verschieden sind sie in ihrer künstlerischen Art, in Arbeitstechnik und Publikationsform, als dass man sie einer bestimmten Richtung zuschreiben könnte -, dennoch gibt es charakteristische Besonderheiten. Grund genug für ein paar nähere Betrachtungen. mehr

Das komplette Heft lässt sich als PDF-Datei (24,6 MB) herunterladen, der Artikel findet sich dort ab Seite 74.

Isabel Kreitz in der Galerie Linda, Hamburg

21. April 2008

Die Sache mit SorgeNachdem so ziemlich alle überregionalen Zeitungen ausführlich über das neue Buch von Isabel Kreitz berichtet haben und der Comic-Salon Erlangen sie gleich mit drei Nominierungen für den Max und Moritz-Preis geehrt hat, präsentiert die Hamburger Zeichnerin nun Originale aus “Die Sache mit Sorge” (Carlsen Comics) in der Galerie Linda in Hamburg.

Vom 2. bis zum 11. Mai zeigt Isabel Kreitz Originalzeichnungen, Entwürfe und Recherchematerial zu ihrem Buch im Kunst und Kulturverein LINDA e.V. Die Vernissage findet am Freitag, den 2. Mai ab 20 Uhr statt. Die Eröffnungsrede hält Andreas C. Knigge, langjähriger Redakteur und Herausgeber der Zeichnerin.

Kunst- und Kulturverein LINDA e.V., Hein-Hoyer-Str. 13, D-20359 Hamburg-St. Pauli
email: info@chezlinda.de, www.chezlinda.de

Max und Moritz-Preis: Nominierungen bekannt gegeben

21. April 2008

Comic-Salon Erlangen 2008Der auf dem 13. Internationalen Comic-Salon in Erlangen (22.-25. Mai 2008) verliehene Max und Moritz-Preis ist die renommierteste Comic-Auszeichnung in Deutschland. Bevor die Preise am 23. Mai im Erlangener Markgrafentheater verliehen werden, sind nun die Nominierungen bekannt gegeben worden.

Für sein herausragendes Lebenswerk wird der britische Comic-Autor Alan Moore (”From Hell” und “V wie Vendetta”, erschienen bei Speed, “Lost Girls”, in Kürze bei Cross Cult) ausgezeichnet. Spezialpreise gehen darüber hinaus an Hansrudi Wäscher (”Sigurd) und Hannes Hegen (”Digedags”), die in den 50er Jahren den Comicszenen in West- und Ostdeutschland maßgebliche Impulse geben konnten.

Für die verschiedenen Comicpreise sind auch einige Graphic Novels, bzw. deren AutorInnen, nominiert. Vorgeschlagen für die erstmals mit 5.000,- Euro dotierte Auszeichnung für den “Besten deutschsprachigen Comickünstler” sind mit Anke Feuchtenberger (”Die Hure H wirft den Handschuh”, Reprodukt) , Reinhard Kleist (”Berlinoir”, Edition 52) und Isabel Kreitz (”Die Sache mit Sorge”, Carlsen Comics) gleich drei in diesem Gebiet tätige Comic-AutorInnen. Darüber hinaus ist Line Hovens Erstveröffentlichung “Liebe schaut weg” (Reprodukt) für die Auszeichnung als “Bester deutschsprachiger Comic” im Rennen. Desweiteren sind in der Kategorie “Bester Internationaler Comic” nominiert: “Gus 1: Nathalie” von Christophe Blain (Reprodukt), “Die heilige Krankheit: Geister” von David B. (Edition Moderne), “Komm zurück, Mutter” von Paul Hornschemeier (Carlsen), “Der alltägliche Kampf 3: Kostbarkeiten” von Manu Larcenet und “Die Katze des Rabbiners 5: Jerusalem in Afrika” von Joann Sfar (avant-verlag).

Eine vollständige und ausführliche Auflistung lässt sich als PDF-Dokument von der Internetseite des Comic-Salons herunterladen.

Ringvorlesung an der Universität Göttingen

21. April 2008

Scott McCloudAuch wenn es nur peripher mit Graphic Novels zu tun hat, spricht doch auch die Beschäftigung mit Comics an Universitäten für eine weitere Anerkennung des Mediums. Neben einer historischen Beschäftigung fehlt es noch an theoretisch orientierten Forschungen auf einer breiten Basis. Da freut es umso mehr, wenn sich getraut wird, dafür eine akademische Bresche zu schlagen:

Bereits am Donnerstag, dem 17. April fand die erste von insgesamt zwölf geplanten Vorlesungen über Comics des Zentrums für komparatistische Studien an der Georg-August-Universität in Göttingen statt (Ein Bericht findet sich hier). Unter dem Titel “Bild/Schrift – Intermediales Erzählen im Comic” wird dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln das Verhältnis von Bild- und Schriftelementen untersucht und hat dafür einige bekannte Comic-Journalisten und -Forscher als Redner verpflichten können, darunter Ole Frahm und Jens R. Nielsen von der Arbeitsgemeinschaft für grafische Literatur and der Universität Hamburg (ArGL) sowie Andreas Platthaus (FAZ, “Im Comic Vereint”, erschienen bei Suhrkamp Insel).

Folgende Vorträge sind geplant:

24. April 2008 – Was ist ein Cartoon? – Psychosemiotische Überlegungen im Anschluss an Scott McCloud
Stephan Packard (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, München)

8. Mai 2008 – Unvereinbar: Die Independent-Comics und ihre Unabhängigkeit von bürgerlichen Kunstbegriffen (Werk, Genie, Avantgarde)
Ole Frahm (Arbeitsstelle für Graphische Literatur, Hamburg)

15. Mai 2008 – Menschliches, Übermenschliches: Mythos und Alltag in Superheldencomics
Stephan Ditschke (Promotionskolleg der VolkswagenStiftung “Wertung und Kanon”, Göttingen), Gast: Anjin Anhut (Comiczeichner, Berlin)

22. Mai 2008 – Entenhausen: Eine Mythologie
Joachim Kalka (Übersetzer, Stuttgart)

29. Mai 2008 – Aus dem Lande der Sowjets zur Alpha-Kunst: Das Studio Hergé und der franco-belgische Comic im 20. Jahrhundert
Tom Kindt (Seminar für Deutsche Philologie, Göttingen)

5. Juni 2008 – Acquefacques, OuBaPo & Co: Medienreflexive Strategien in der аktuellen französischen Bande dessinée
Rolf Lohse (Seminar für Romanische Philologie, Göttingen)

12. Juni 2008 – Manga: Comics aus einer anderen Welt?
Jens R. Nielsen (Arbeitsstelle für Graphische Literatur, Hamburg)

19. Juni 2008 – Comic und Film
Ralf Stockmann (Göttinger Digitalisierungszentrum)

26. Juni 2008 – Comic-Adaptationen von literarischen Texten
Monika Schmitz-Emans (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Bochum)

3. Juli 2008 – Comics und Geschichte
René Mounajed (Didaktik der Geschichte, Göttingen)

10. Juli 2008 – Erzählen in Echtzeit: Der amerikanische Traum in ‚Gasoline Alley‘
Andreas Platthaus (FAZ, Frankfurt)

Die Vorlesungen finden Donnerstags um 12-14 Uhr im Sprachlehrzentrum, Goßlerstraße 10, Raum AP26, statt.

Illustration: © Scott McCloud

“Wie malt man das Erinnern?”

21. April 2008

Fun HomeIn der heutigen Ausgabe der “Jungen Welt” wird Alison Bechdels “Fun Home” (erschienen bei Kiepenheuer & Witsch) besprochen:

 ”Wie malt man das Erinnern?

Als Schritt hin zur Veralltäglichung des Umgangs mit Comics hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch »Fun Home« in sein reguläres Literaturprogramm aufgenommen, die erste Graphic Novel der Autorin und Zeichnerin Alison Bechdel, der die Heftserie »Dykes to watch out« vorausging. Bechdel erzählt die tragikomische Coming-out-Geschichte ihres Alter ego, die sich unglücklich mit dem Unfalltod des Vaters kreuzt, der sich gerade zu seiner lange verheimlichten Homosexualität bekannt hatte. Das Comic beweist, daß Intertextualität originell sein kann. Und ist so manches darüber hinaus.” mehr

Anke Feuchtenberger in Montréal, Québec

20. April 2008

Die Hure H wirft den HandschuhEingeladen vom Goethe-Institut in Montréal hat die Hamburger Zeichnerin Anke Feuchtenberger vom 28. April bis zum 5. Mai in Kanada ein vielfältiges Rahmenprogramm zu bestreiten: Von einer Ausstellung der Originale aus ihrem jüngsten Buch “Die Hure H wirft den Handschuh” (Reprodukt) über diverse Podiumdiskussionen bis zur Präsentation ihres Animationsfilms “Somnambule” reicht das Spektrum der Veranstaltungen.

Genaue Termine lassen sich der Website des Goethe-Instituts Montréal entnehmen, das Anke Feuchtenberger in Zusammenarbeit mit dem Festival littéraire international de Montréal Metropolis bleu und der Universität UQAM eingeladen hat:

Anke Feuchtenberger
Ein schönes Programm mit der renommierten deutschen Zeichnerin: Austellung, Workshop und Paneldiskussion

Mit wenigen Worten, oftmals ohne Worte, lässt die deutsche Zeichnerin Anke Feuchtenberger in ihren Comics und Graphiken lebhafte und rätselhafte Labyrinthe von trügerischer Einfachheit entstehen. In dieser Welt, bewohnt von kindlichen Wesen, verschmelzen Zartheit und Schrecken, Freude und Verzweiflung zu einer ruhigen Verschwörung. Nach ihren Anfängen in der ostdeutschen Künstlergruppe „Glühende Zukunft“ machte Feuchtenberger nach dem Fall der Mauer durch ihre Gabe, die verstaubten Ecken des Unbewussten auf eine rohe aber geschickte Art auszuleuchten, auf sich aufmerksam.

Ihre ersten Comics wurden 1993 veröffentlicht. Seit 1997 ist sie Dozentin für Medienillustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Goethe-Institut Montréal , 418, rue Sherbrooke Est, Montréal, Québec, Canada H2L 1J6
Tel. (001) 514 4990159, Fax (001) 514 4990905
email: info@montreal.goethe.org, www.goethe.de/montreal

“Mitleid mit den Monstren”

19. April 2008

Die Sache mit SorgeThomas Lindemann hat Isabel Kreitz in ihrem Atelier besucht und für “Die Welt” einen Bericht über die Künstlerin und ihr Buch “Die Sache mit Sorge” (Carlsen Comics) verfasst.

Mitleid mit den Monstren

Isabel Kreitz, Deutschlands beste Comic-Zeichnerin, hat ein aufwändiges Porträt des Japan-Spions Richard Sorge gezeichnet. Ein Atelierbesuch

Ihre ersten Comic-Hefte musste sie verstecken. “Clever und Smart” und die “Donald”-Taschenbücher hätte ihr Vater sofort weggeworfen. Also sorgte Isabel Kreitz dafür, dass er sie nicht findet - der Dachboden spielte dabei eine Rolle - und sie blieb ein Fan.

Heute ist Kreitz 40 und darf sich die beste Comic-Zeichnerin Deutschlands nennen. Der Titel geht auf einen Preis zurück, den sie 1997 erhielt und der, weil die zugehörige Comic-Messe scheiterte, nie wieder verliehen wurde. Allerdings macht sie ihm mit jedem Buch neue Ehre - ob sie Erich Kästner zur Bildergeschichte umformt, Uwe Timms Roman “Die Entdeckung der Currywurst” adaptiert oder ihre Stories um den frechen S-Bahn-Surfer Ralf zeichnet. mehr

Interview mit Dupuy-Berberian

19. April 2008

Dupuy-BerberianPhilippe Dupuy und Charles Berberian waren kürzlich in New York zu Gast, um Philippe Dupuys neues Buch “Haunted” (Drawn & Quarterly) vorzustellen. Neben einer öffentlichen Buchpräsentation, die von Comiczeichner Matt Madden moderiert wurde, hatte auch Brian Heater für “The Daily Cross Hatch” die Gelegenheit, ein interessantes und ausführliches Interview mit Dupuy-Berberian zu führen:

Interview: Charles Berberian and Philippe Dupuy

It’s perhaps the ultimate sign of how insular a nation we’ve become that, even in a world as tightly knit as the American independent comics scene, the names Charles Dupuy and Philippe Berberian remain largely unknown. This can, at least in part, be chalked up to the fact that, until two years ago, it was nearly impossible to find translated versions of their work in North America.

That changed in 2006, when Canadian publisher Drawn & Quarterly simultaneously released two fantastic examples of the French artists at the top of their form. Get a Life anthologized the first three volumes of their best-known work, Monsieur Jean, the story of a successful novelist living in Paris, which, in many ways has served as something of a literary nome de plume for both Berberian and Dupuy. mehr

“Das böse Spiel der Zahlen”

19. April 2008

ott_cover.jpgEine lesenswerte Besprechung Fritz Göttlers von Thomas Otts neuer Graphic Novel “The number 73304-23-4153-6-96-8″ findet sich in der “Süddeutschen Zeitung” vom 18. April:

Das böse Spiel der Zahlen

Nein, es wird nichts dramatisiert in diesem Buch, hier sieht man nur, wie das Leben so spielt, wie es uns allen mitspielt. Was es uns versagt und wie es uns zwingt, unsere Träume immer wieder aufs Neue zurückzuschrauben, aber auch – noch schlimmer –, wie schnell wir dafür büßen müssen, wenn es uns diese Träume doch mal zu erfüllen scheint.
„Good people are always so sure they’re right”, steht dem Buch als Motto voran, der Satz ist Barbara Graham zugeschrieben, die hingerichtet wurde in San Quentin, am 3. Juni 1955. Drei Jahre später wurde ein Film über sie gedreht, ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Todesstrafe, Susan Hayward spielte Barbara Graham. Die Geschichte einer Frau, die nie auf der richtigen Seite des Lebens stand. Ja, die anständigen Leute können sich immer so sicher sein, dass sie recht haben, dass sie wissen, wo’s lang geht.
In einem Todestrakt beginnt auch die Geschichte, die Thomas Ott in einem Oktett exakt abgemessener Kapitel erzählt, in den morgendlichen Stunden vor einer Hinrichtung. Die Erzählung ist da auf reine Abläufe reduziert, auf Momente des Wartens und Lauschens, auf einfache Bewegungen und Handgriffe. Der Todeskandidat, ein Doppelmörder, wälzt sich auf seiner Pritsche herum, raucht eine letzte Zigarette, schlägt die Bibel neben sich auf, findet einen Papierstreifen mit einer merkwürdigen Zahlenkombination: 73304-23-4153-6-96-8.” mehr