Graphic Novels
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“Ein Vertrag mit dem Comic”

29. Juli 2010

Ole Frahm begrüßt in der “Frankfurter Rundschau” vom 29. Juli das Erscheinen des Auftaktbands der dreiteiligen “Will Eisner Bibliothek”, in welcher der Carlsen Verlag das Spätwerk des US-amerikanischen Comic-Pioniers sammeln wird.

Ein Vertrag mit dem Comic

Endlich erscheint das Spätwerk des großen Will Eisner auch in Deutschland: Bei Carlsen ist ein Band mit “Ein Vertrag mit Gott” und zwei weiteren Graphic Novels als Auftakt einer längst fälligen Werksausgabe erschienen.

Comics als Literatur: Was heutzutage fast selbstverständlich ist, war Ende der 1970er Jahre kaum vorstellbar. Doch dann veröffentlichte Will Eisner „Ein Vertrag mit Gott“, einen Comic im Buch-Format, der aber nichts enthielt, was bis dahin mit Comics identifiziert wurde: Keine maskierten Superhelden, die durch die Luft fliegen, keine sprechenden Enten und keine Drogenexzesse mit Sexorgien. Stattdessen Alltag zwischen den Mietskasernen einer großen Stadt, Anekdotisches und kleine Geschichten von einfachen Menschen. mehr

Eisner Awards für “Der Fotograf” und Joe Sacco

29. Juli 2010

Am vergangenen Wochenende wurde wie in jedem Jahr am Rande der Comics Convention in San Diego mit den Eisner Awards Nordamerikas wichtigste Comic-Auszeichnungen verliehen. Eine der begehrten Trophäen ging dabei an die amerikanische Ausgabe von “Der Fotograf” von Emmanuel Guibert, Pascal Lémércier und Didier Lefèvre, die in der Kategorie “Best U.S. Edition of International Material” ausgezeichnert wurde. Auf deutsch erschien der Reisebericht aus dem kriegszerrütteten Afghanistan der 1980er-Jahre in der Edition Moderne, die US-Version bei First Second.

Weitere Auszeichnungen für “Der Fotograf” allein in den USA umfassen: ALA Notable Books – Winner • YALSA Great Graphic Novel for Teens • Barnes & Noble Best Graphic Novel • Shelf Awareness Best of the Year • Washington Post Best Books of the Year • Amazon.com Best Graphic Novel of the Year • Booklist Top Ten Graphic Novel • Library Media Connection Best of the Best • School Library Journal Best Adult Book for High School Students

In der Kategorie “Best Writer Non-Fiction” gewann Joe Sacco für seinen journalistischen Reisebericht “Footnotes from Gaza”, das bei der Edition Moderne angekündigt ist. Von Joe Sacco ist auf deutsch “Palästina” bereits erschienen, der Folgeband “Bosnien” erscheint im September.

Eine vollständige Liste der Gewinner der Eisner Awards findet sich hier.

“Baden gehen”

27. Juli 2010

Christoph Haas in der “Süddeutschen Zeitung” vom 28. Juli über “Der Geschmack von Chlor” von Bastien Vivès (Reprodukt) – bereits heute online zu lesen… und vor allem zu sehen!

Baden gehen

Das Chlor beißt in den Augen, das Kraulen gleicht einem mühsamen Platschen: In Bastien Vivès sensationellen Comicalbum “Der Geschmack von Chlor” erhält selbst das leicht Peinliche eine eigene Schönheit.

Schmal und verspannt liegt der junge Mann auf der Massagebank. Tief beugt der Therapeut sich über ihn. “Du musst wirklich was für deinen Rücken tun”, schimpft er. “Ich hab’s dir schon so oft gesagt: Geh schwimmen!” Kleinlaut stimmt der Patient zu. mehr

“Berlin and that” von Oliver East

27. Juli 2010

Im Londoner Verlag Blank Slate Books ist mit “Berlin and that” der abschliessende Band der Reisetrilogie Oliver Easts erschienen. Konzept der Reihe sind ausgedehnte Wanderungen auf Bahnlinien oder an ihnen entlang, die den Autor in diesem Fall von Berlin bis an die polnische Grenzen führten. Seine Eindrücke und Gedanken verarbeitet der Autor in Beobachtungen und Assoziationen, die er in Comicform festhält.

Oli has a unique art style, as he came to comics from fine art and without knowing the conventions of comics has created his own language. At times difficult but always memorable these are comics stretching the enevelope of the artform.

In this volume Oli traverses Berlin and makes for the Polish border, armed with no German and a dodgy cut-up map. Adventures ensue. The book has contributions by 58 other artists and friends – some well known – Guy Garvey of Elbow – and some guys Oli knows from down the pub.


Bei Blank Slate Books erscheinen Comics unterschiedlicher Art, darunter waren bisher auch zwei Titel des Berliner Autors Mawil, dessen “Wir können ja Freunde bleiben” und “Meister Lampe” auf Deutsch beide bei Reprodukt veröffentlicht worden sind.

Neues zu “drüben!”

27. Juli 2010

Wie an dieser Stelle berichtet, ist Simon Schwartz’ Geschichte der eigenen Familie in “drüben!” (avant-verlag) für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 in der Kategorie “Sachbuch” nominiert. Begleitend zur Nominierung sind nun auf der Website zum Deutschen Jugendliteraturprei Praxisaufgaben zur Verfügung gestellt worden, die in Workshops oder dem Schulunterricht angewendet werden können.

Das PDF, in dem auch noch zu weiteren nominierten Büchern praktische Aufgaben vorgeschlagen werden, kann hier heruntergeladen werden.

Zudem hat das Goethe-Institut im französischen Nancy eine Lern-CD-Rom zum Buch erstellt. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze.

“Gipfel der Götter” – erstes Kapitel online

26. Juli 2010

Der Münchner Verlag Schreiber & Leser hat das erste, 35 Seiten umfassende, Kapitel von Jiro Taniguchis Bergsteigerdramas “Gipfel der Götter”, das in Zusammenarbeit mit Baku Yumemakura entstand, online zur Verfügung gestellt.

In einem Trödelladen in Katmandu findet der Alpin-Fotograf Fukamachi Makoto eine alte Kamera, eine Kodak Vest Pocket Autographic Special. Dasselbe Modell hatte der berühmte Bergsteiger George Mallory 1924 bei sich, als er beim dem Versuch der Erstbesteigung des Mount Everest auf tragische Weise verschollen ging. In einer sentimentalen Anwandlung kauft Fukamachi den Fotoapparat, und ahnt nicht, dass er damit zum Protagonisten einer faszinierenden Bergsteiger-Saga um die höchsten Gipfel der Welt wird.

Jiro Taniguchis Comics erscheinen sowohl bei Carlsen Comics als auch bei Schreiber & Leser, sein “Vertraute Fremde” (Carlsen) wurde als Comic des Jahres 2008 ausgezeichnet, eine Verfilmung davon kam im Mai in die deutschen Kinos.

Zur Online-Leseprobe von “Gipfel der Götter” gelangt man hier.

Comicfestival Hamburg Nr. 4

26. Juli 2010

Das Hamburger Comicfestival, bei dem viele deutsche ZeichnerInnen und Verlage ihre neuesten Publikationen präsentieren werden, findet am Freitag, dem 24. und am Samstag, dem 25. September in der Clemens-Schulz-Straße 87 auf St. Pauli statt.

Im Festivalzentrum präsentieren sich Verlage aus Deutschland und der Schweiz, angekündigt mit einem Stand vor Ort sind bislang Alligatorfarm, avant-verlag, Beatcomix, Carlsen Comics, Edition Alfons, Edition Moderne, MamiVerlag, Reprodukt, rotopolpress, Schreiber & Leser und “Strapazin”.

Auch die vorläufigen Planungen zu Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen kann man der Website des Comicfestivals entnehmen: Kati Rickenbach, Mawil und andere werden live zeichnen, eine Präsentation widmet sich den Debüt-Alben von Martina Lenzin & Carolin Walch, die sich mit verschiedenen Facetten von Musik- und Jugendkultur beschäftigen, Isabel Kreitz und Reinhard Kleist signieren ihre neuen Werke zum Kindermörder Haarmann bzw. Fidel Castro, rotopolpress zeigt zum Thema “Secret Service” eine Ausstellung, an der sich Künstler aus aller Welt beteiligt haben, der MamiVerlag stellt mit “Frozen Charly” nach “Ich/I/Je/Io” im Druck Dealer ein zweites Mammutwerk vor und sechs Zeichnerinnen aus Hamburg haben sich zusammengetan, um unter dem Titel “Pomade” ein Comic-Musical zu zeichnen, das auf dem Film “Grease” basiert.

Comicfestival Hamburg Nr. 4, Clemens-Schulz-Strasse 87, D-20359 Hamburg
Öffnungszeiten Festivalzentrum: Fr 13-20 Uhr, Sa 11-20 Uhr
arts.reeperbahnfestival.com

Abbildungen © Martina Lenzin | Carolin Walch

“Masturbation im Wald”

25. Juli 2010

Jan-Frederik Bandel schreibt in der “taz” vom 24. Juli über “De man die zijn baard liet groeien” von Olivier Schrauwen (“Mein Junge”, Reprodukt). “Der Mann, der seinen Bart wachsen ließ”, so die deutsche Übersetzung des Titels, ist Anfang Juni in niederländischem Flämisch bei Bries erschienen. Eine deutsche Ausgabe ist für 2011 geplant.

Masturbation im Wald

Kolonialismus und Wahnsinn – der neue Comic des Belgiers Olivier Schrauwen: “De man die zijn baard liet groeien”

Es ist schon kompliziert mit den Comics, der Hochkultur und deren Wachposten. In den 1960ern priesen Schriftsteller und bildende Künstler bunte Heftchen als Trashprodukte, zitierten, so gut es ging, Super- und Batman und hofften, ein bisschen Luft aus der verquasten High Art zu lassen. In den 1970ern wurden die Bildergeschichten zur “Neunten Kunst” erklärt, in den Achtzigern mussten es plötzlich “Erwachsenen-”, in den Neunzigern “Avantgarde-Comics” sein. Und heute? mehr

“Ralf König in Berlin”

23. Juli 2010

Wie berichtet zeigt das Schwule Museum Berlin seit dem 14. Juli die Ausstellung “Ich komm mir vor wie`ne Witzfigur! 50 Jahre Ralf König” über den bekannten, in Köln lebenden Zeichner und seine Comics. Für das “Börsenblatt des deutschen Buchhandels” hat Elisabeth Grün die Ausstellung besucht und mit König gesprochen.

Ralf König in Berlin

„Ich komm mir vor wie ne Witzfigur – 50 Jahre Ralf König“: Das Schwule Museum Berlin ehrt Ralf König.

Originalzeichnungen, deren Übermalungen und Überklebungen die Arbeitsweise des Zeichners dokumentieren, Spielkarten, T-Shirts, ein Hundenapf und – Schmuckstücke des Hauptleihgebers Mario Russo – zwei Weinflaschen mit Comic-Motiven: „Man fühlt sich plötzlich so verstaubt“, kommentiert Ralf König die Tatsache, dass er nun musealer Gegenstand ist. Dabei ist der Mann, der mittels seiner allzu menschlichen, dem Alltagsleben abgeschauten Knollennasen die homosexuelle Subkultur in deutsche Wohnzimmer brachte, der legitime Nachfahre Wilhelm Buschs, nicht nur wenn er trefflich reimt. Dreimal wurde er, neben etlichen anderen Prämierungen, mit dem Max-und-Moritz-Preis geehrt: zuerst 1992 – da hatte er bereits mit „Der bewegte Mann“ und „Kondom des Grauens“ verfilmungsreife Comics vorgelegt und mit „Lysistrate“ seinen ersten Klassiker adaptiert. mehr

Schwules Museum Berlin, Mehringdamm 61, D-10961 Berlin
Tel. +49-30-69 59 90 50, Fax +49-30-61 20 22 89
email: kontakt@schwulesmuseum.de, www.schwulesmuseum.de
Öffnungszeiten: tägl. außer Di, 14-18 Uhr, Sa 14-19 Uhr

Comicverlage bei facebook

23. Juli 2010

Neben den eigenen Websites unterhalten viele Verlage inzwischen auch eine Repräsentanz im sozialen Netzwerk facebook. Dort nutzt man auf unterschiedliche Arten die Möglichkeiten zum direkten Kontakt mit der Leserschaft. Eigene Statusmeldungen und Neuigkeiten werden den interessierten Leserinnen und Lesern direkt angezeigt, die wiederum direkt darauf reagieren und ohne Umwege mit dem jeweiligen Verlag in Kontakt treten können.

Dabei gehen die Verlage auf unterschiedliche Art und mit unterschiedlichem Engagement vor, zumeist wird jedoch darauf verzichtet, Inhalte wie zum Beispiel Bildmaterial direkt auf der Seite zu posten, da damit Nutzungsrechte an facebook abgetreten werden. Zum Teil wenden sich die Verlage auf Englisch an ihr durchaus internationales Publikum.

Zu den deutschsprachigen Comic-Verlagen, die Graphic Novels veröffentlichen, mit Seiten auf facebook gehören der
avant-verlag,
Edition 52,
Reprodukt,
Cross-Cult,
Splitter und
Zwerchfell.
(Ein Klick auf den Verlagsnamen führt zum jeweiligen facebook-Profil).

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl internationaler Verlage und einzelnen Künstlern, die Seiten auf facebook unterhalten.

“Bis(s) zum Morgengrauen” – Comic erschienen

22. Juli 2010

Der dritte verfilmte Teil der erfolgreichen “Bis(s)”-Reihe der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer ist derzeit unter dem Titel “Eclipse – Biss zum Abendrot” in den Kinos zu sehen. Nun ist auch die Comic-Umsetzung des ersten Teils der Reihe unter dem Titel “Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen – Der Comic, Band 1″ (Carlsen) im Handel erhältlich.

In “Twilight: Biss zum Morgengrauen – der Comic” verwandelte die koreanische Zeichnerin Young Kim Stephenie Meyers Worte in eine packende Comicgeschichte, die in stimmungsvollen Bildern von Bellas und Edwards Leben in Forks erzählt.

Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen – Der Comic, Band 1, ISBN 978-3-551-79401-7, 224 Seiten, Hardcover, 14,90 EUR

“Fräulein Else” – Leseprobe online

21. Juli 2010

Zum Comic-Salon Erlangen erschien im avant-verlag mit “Fräulein Else” ein neuer Band des in Paris lebenden Italieners Manuele Fior (“Ikarus”, avant-verlag), eine Literaturadaption nach Arthur Schnitzler.

Um ihren Vater vor dem drohenden Bankrott zu retten, wendet sich Fräulein Else an den reichen Kunsthändler Dorsay. Dieser willigt einem Darlehen zu, aber unter einer Bedingung: Else nackt sehen zu dürfen.

In atemberaubenden, eleganten Bildern wird die Geschichte des Scheiterns der Protagonistin vor den familiären und gesellschaftlichen Zwängen geschildert.

Eine 18-seitige Leseprobe lässt sich ab sofort hier als PDF herunterladen (1,5 MB).

Fräulein Else, ISBN 978-3-939080-43-5, Softcover, farbig, 88 Seiten, 19,95 EUR, erschienen im avant-verlag

“Tamara Drewe” jetzt mit Flash-Leseprobe

21. Juli 2010

Im Rahmen der Abstimmung zur Hotlist 2010 – dem Preis der Independent-Verlage – wurde nun eine Leseprobe zum nominierten Comic “Tamara Drewe” von Posy Simmonds (Reprodukt) online gestellt. Hier kann nun voll flashanimiert in den ersten 26 Seiten hin- und hergeblättert werden.

Über folgenden Link gelangt man zur Abstimmung auf der Website der Wochenzeitung “Freitag”: Hotlist 2010.

“Glücklich, wie alle anderen auch”

20. Juli 2010

Sven Jachmann schreibt in der “taz” vom 20. Juli über “Maria und ich” von Maria & Miguel Gallardo (Reprodukt).

Glücklich, wie alle anderen auch

Maria und Miguel Gallardos illustrierte Erzählung “Maria und ich” korrigiert viele Klischees über Kinder mit Autismus

Menschen reagieren auf das, was ihnen fremd ist, in der Regel mit Angst, Ignoranz oder offenkundiger Abscheu. Dass es hierzu nicht mehr braucht, als eine geringfügig angehobene Lautstärke der Stimme und die gelegentliche Demonstration introvertierter Launen, erzählt der spanische Comiczeichner und Illustrator Miguel Gallardo in dieser liebevollen Hymne auf seine (im Jahre 2007, dem Entstehungszeitraum der Geschichte, zwölfjährige) Tochter Maria. mehr

Neue Geschichte von Joe Sacco im “Guardian”

20. Juli 2010

Am Wochenende erschien in der britischen Tageszeitung “The Guardian”  eine neue, zwölfseitige Geschichte von Joe Sacco. In “Not in my country – A tale of unwanted immigrants” widmet sich der Autor, dessen Reportage “Bosnien” im September bei der Edition Moderne erscheinen wird, dem Schicksal afrikanischer Flüchtlinge, die auf der Mittelmeerinsel Malta landen.

Die Geschichte kann ab sofort hier auch online gelesen werden.

“Mächtiger Herr der Träume”

19. Juli 2010

Christoph Haas am 19. Juli in der “Süddeutschen Zeitung” über die “Sandman”-Serie von Neil Gaiman und vielen verschiedenen Zeichnern, die nun bei Panini Comics erstmals komplett in deutscher Sprache vorliegt.

Mächtiger Herr der Träume

Der Sonderling unter den Superhelden: “Sandman” trägt kein Cape, sieht eher aus, wie der Sänger einer Gothic-Punk-Band. Die legendäre Comic-Serie liegt jetzt komplett auf Deutsch vor.

“Daß du nicht enden kannst, das macht dich groß” – dieser Satz aus dem “West-östlichen Divan” könnte auch das geheime Motto der großen amerikanischen Comic-Serien sein. Superman ist seit 1938 unterwegs, Batman seit 1939, und Spider-Man, das Nesthäkchen in der Trias der beliebtesten Helden, spannt immerhin schon seit 1962 seine Netze. Einen Anfang kennen sie alle – eine origin story, die erzählt, wie ein katastrophaler Zufall aus Menschen Übermenschen werden ließ. Aber zu einem Ende dürfen sie nicht kommen; ihre Abenteuer müssen immer weitergehen. mehr

“Blasphemie und letzte Fragen”

19. Juli 2010

In seinem Beitrag für “Spiegel Online” stellt Jörg Böckem neue Comic vor, die sich dem Thema Religion widmen: “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt), “Die Zeit und Gott” von Aike Arndt (Zwerchfell) und “Die Chroniken von Wormwood” von Garth Ennis und Jacen Burrows (Panini).

Blasphemie und letzte Frage

Wenn ein Werk “Die Chroniken von Wormwood” heißt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt.

Auch wenn die Sympathiewerte der katholischen Kirche nach zahlreichen Skandalen vielerorts, sagen wir, in etwa bei denen von der Bahn rangieren, erfreut sich Gott nebst Anhang im Comic großer Beliebtheit – “Prototyp”, Ralf Königs Interpretation der Schöpfungsgeschichte wurde auf dem Comicsalon in Erlangen ausgezeichnet, und aktuell spielen Gott oder sein eingeborener Sohn in drei höchst unterschiedlichen Comics eine Hauptrolle. mehr

“Reise ins Fantastische”

19. Juli 2010

In seiner Besprechung in der “Frankfurter Rundschau” attestiert Christian Schlüter dem in Hamburg lebenden Comicautoren Matthias Schultheiss, dass er nie besser war als in “Die Reise mit Bill” (Splitter).

Reise ins Fantastische

Matthias Schultheiss ist wieder da! Mit seinem Comic “Die Reise mit Bill” hat der Zeichner und Erzähler einen souverän erzählten, rasant geschnittenen Roadmovie vorgelegt. Schultheiss montiert seine überbordenden Seitentableaus aus filmischen Einstellungen zusammen: In großen Weiten eröffnet er atmosphärisch dichte Handlungsräume, in der Totale lässt er erste Details erkennen und arbeitet sich über Nah-, Groß- und Detailaufnahmen an seine Figuren heran. Was der 1946 in Nürnberg geborene Schultheiss hier auf das Papier gebannt hat, zeigt die ganze Könnerschaft eines der wenigen deutschen Zeichner von internationalem Rang. mehr

Comics in den Medien – Juli 2010 (3)

16. Juli 2010

Nachdem beim Bayerischen Rundfunk im Zündfunk am 14. Juli ein Beitrag von Markus Köbnik über “Alans Krieg” ausgestrahlt worden ist, kann man das Interview mit dem Autor Emmanuel Guibert auch online lesen: “Ein Soldat namens Alan Cope”

Für den Radiosender 1LIVE hat Christian Möller Alex Robinsons Graphic Novel “Unvergessene Zeiten” (Edition 52) gelesen: “Highschool-Hypnose”

Auf satt.org schreibt Felix Giesa unter dem Titel “Die Verführung der Ahnungslosen” über das Medienecho auf “Gift” von Peer Meter & Barbara Yelin (Reprodukt) und äußert die These, dass der Comic nun endgültig in der Belletristik angekommen sei.

In der Rubrik “Comic” auf textem.de findet sich ein neuer Artikel von Marco Behringer, der seine Sicht auf “Gott höchstselbst” von Marc-Antoine Mathieu (Reprodukt) in aller Kürze umreisst.

Auf den Comicseiten von tagesspiegel.de schreibt Markus Dewes über “Und wir träumten von der Zukunft” von Brian Fies (Knesebeck Verlag”), die Überschrift lautet “Mein Vater, der Held”. Und Micha Wießler empfiehlt in seiner Kolumne “Rembetiko” von David Prudhomme (Reprodukt): “Rebellen der Nacht”.

Auf “Propellerinsel”, dem Kulturblog der “Stuttgarter Zeitung”, schreibt Thomas Klingenmaier über “Der Geschmack von Chlor” des jungen französischen Zeichners Bastien Vivès (Reprodukt): “Der Geruch von Kinderpisse und alter Haut”

“Logicomix” bei Atrium

16. Juli 2010

Für den 30. August hat der in Zürich ansässige Atrium Verlag, der in den vergangenen Monaten mit Titeln wie dem Filmcomic zu Ari Folmans “Waltz with Bashir” oder Mimi Welldirtys Bilderzählung “Immy and the City” zu überraschen wusste, die deutschsprachige Veröffentlichung der Graphic Novel “Logicomix” angekündigt. Das Buch der griechischen Autoren und Mathematiker Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitrou sowie der Zeichner Alecos Papadatos und Annie Di Donna wurde im Ausland – insbesondere in Griechenland – von Lesern und Kritikern mit großem Interesse aufgenommen.

Wie sich im Titel bereits andeutet, beschäftigt sich “Logicomix” mit Fragen der Logik und der Mathematik sowie der Suche des Menschen nach Wahrheit. Der Protagonist der 352 Seiten starken Graphic Novel ist der britische Mathematiker, Logiker und Philosoph Bertrand Russell, der im frühen 20. Jahrhundert die Vision verfolgte, ein logisches Fundament für die gesamte Mathematik zu errichten. Über die Beschäftigung mit den Grundlagen des menschlichen Denkens hinaus, widmet sich “Logicomix” daher zudem der bewegten Biografie des gesellschaftlich engagierten Nobelpreisträgers Russell.

Nähere Informationen zu Autoren und Werk finden sich auf der  Website zum Buch. Zum Erscheinen der deutschsprachigen Ausgabe hat Atrium für den September 2010 eine Lesereise von Apostolos Doxiades angekündigt.